Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiterin
Ich hab nie an Sagen oder Mythen geglaubt. Auch nicht als kleines Mädchen. Wollte keine mutige Kriegerin in einem Kampf sein; keine Flieger und Feinde von außerhalb des Königreichs besiegen. Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht, wer ich sein wollte. War Tochter, Schwester. Das hat mir gereicht. War nicht allein, hatte Freundin und Konkurrenz in einem. Wenn man einer kindlichen Einstellung folgte. Kannte immer Regeln und Strukturen. Hab das alles für normal und selbstverständlich genommen. Habe eben nie hinterfragt, ob man all das auch verlieren kann.
Kann man.
Auf einen Tag folgten Monate und alles war anders. Plötzlich hab ich die Dinge nicht mehr als selbstverständlich betrachtet, weil es wirkte, als würde alles fehlen. Da war keine Struktur mehr, keine Logik im Hintergrund. Von einem Tag auf den anderen war alles, was ich kannte, nur noch die Version, die ich als Mädchen kannte. Obwohl ich noch immer eines war. Eines, auf dem Erwartungen ruhten. Aber wenn ich meine Eltern ansah, hab ich Liebe gesehen. Habe neben leisen Zweifeln Zuversicht gesehen. Hätte mir fast gewünscht ich hätte an Legenden geglaubt. Hätte aber auch nicht gewusst, ob ich dann die sein wollte, die sie niederschreibt, oder Teil des Kampfes wäre.

Glaube ich habe es nie in Worte gefasst, aber meine Welt hat sich mit der Zeit wieder aufgebaut. Strukturen kamen wieder, Routinen, aber auch neue Regeln und neue Gesichter. Würde nicht behaupten, dass ich schneller erwachsen geworden bin als andere. Habe dennoch den Schutz meiner Familie gespürt. Mit Schutz kommt Sicherheit, Vertrauen. Sie haben mir vertraut, dass ich eine Entscheidung treffen kann, also habe ich ihnen vertraut, dass sie die Grundlagen dafür geschafft haben. Dann habe ich mehr Leuten vertraut und kann heute voller Zuversicht sagen, dass ich mich erst nach meinem Umzug nach Blenanchor wirklich sicher gefühlt habe. Nicht, weil niemand mir etwas antun könnte, sondern weil sich das Gefühl von Sicherheit so vielseitig gestaltet hat: Ein Ort, ehrliche Worte, Menschen. Meine Familie ist kleiner geworden und dann gewachsen, auf eine Art, die ich nicht erwartet habe. Und sie wird es weiterhin.
Den Gedanken mag ich irgendwie sogar. Glaube ich mag es so, weil ich es selbst entscheiden konnte. Zwischen all den Veränderungen. Hätte nein sagen können. Er auch. War uns bewusst. Vielleicht wären meine Eltern enttäuscht gewesen. Hab es damals nicht erkannt. Dass sie auch Sicherheit für mich wollten. Hatten gerade ihre Tochter verloren. War ein Versuch von Erwachsenen, Vätern, eine Freundschaft auf die nächste Generation auszubreiten, als sie ihre Kinder einander vorstellten. Ein Vorschlag, eine Idee. Die Entscheidung lag bei uns. Heißt aber nicht, dass wir das nicht ernst nehmen.

Hätte ich an die Legenden geglaubt, die ich meiner Tochter erzählt habe, hätte ich gesagt, dass ich jetzt Kriegerin – Soldat, Reiterin – werden will, damit sie die sein kann, die sich um nichts sorgen muss. Und das stimmt. Sie wurde mein Grund, nicht aufzugeben. Hätte das niemals gedacht. Mutter zu sein, ist mir nicht zugeflogen. Im Gegenteil, wollte es lange nicht wahrhaben. Wollte nicht die Ausnahme sein, warten, zusehen. Wurde es doch. Wehrdienst verschoben. Bin älter als die meisten Rookies. Aber das bringt mir keine Vorteile. Muss genau so bestehen, wie sie alle.
Werde ich. Ist mein Plan. Wenn es bedeutet zu bluten, blute ich. Wenn es bedeutet Ängsten zu begegnen, muss ich das wohl. Wollte nie die Heldin aus den Geschichten werden. Vielleicht lag’s auch nur daran, dass Helden so oft Reiter waren. Wollte zwar auch lange keine Reiterin werden, aber jetzt schon. Wie mein Vater vor mir; anstatt meiner älteren Schwester; wie jene, die zu meiner Familie wurden, zu meinem Gefühl von Sicherheit. Damit ich dieses Gefühl für andere werden kann.
22 Ingameposts | 09.06.2026, 08:10
Basgiath War College
gespielt von Jasmin
26 Jahre
Reiterin
Du hattest eine schöne Kindheit. Es ging dir gut und deine Eltern waren gute Menschen. Sie kümmerten sich stets gut um dich. Selbst als sie sich trennten, gab es keinen Streit zwischen ihnen darüber, wer dich bekommt oder wie oft der andere Elternteil dich sehen darf. Sie handelten wie Erwachsene und dass sie im Guten auseinandergegangen waren, machte alles natürlich leichter. Natürlich war es für dich am Anfang trotzdem schwer, dass deine Eltern getrennt waren. Eigentlich bleibt man doch bis zum Ende seines Lebens zusammen, sobald man verheiratet ist und/oder ein Kind bekommt. Ja, damals dachtest du noch so naiv, schließlich kanntest du es nur aus den Büchern, die dir deine Eltern abends vorgelesen hatten. Dort trennten sich die Eltern nie voneinander, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nun gut, die Trennung deiner Eltern belehrte dich eines Besseren und irgendwann verstandest du auch, dass das Leben nun mal nicht so ist wie in den Büchern. Mit der Zeit fandest du die Trennung deiner Eltern auch nicht mehr schlimm. Klar, du hättest es besser gefunden, wenn sie wieder zusammengekommen wären, aber lieber so, als wenn sie sich irgendwann nur noch gestritten hätten.
Am Anfang hast du bei deiner Mutter gelebt, doch sie war damit überfordert, allein für alles zu sorgen und sich gleichzeitig um dich und sich selbst zu kümmern. Das Haus sah oft chaotisch aus und aufgeräumt wurde meistens nur dann, wenn Besuch kam. Nach außen schaffte sie es allerdings gut, sich nichts anmerken zu lassen. Es ging dir bei ihr nicht wirklich schlecht, immerhin sorgte sie dafür, dass du in der Regel etwas zu essen bekamst. Nur bei neuen Klamotten und dem regelmäßigen Saubermachen hing sie oft hinterher. Hätte dein Vater dich nicht regelmäßig besucht, hättest du nur selten frische Kleidung bekommen, kaum gebadet und dauerhaft in einem dreckigen Haus gelebt.
Im Jahr 614 sah deine Mutter es schließlich ein und überwand sich, deinen Vater um Hilfe zu bitten. Sie erzählte ihm alles und gestand, dass sie einfach nicht mehr konnte. Bei dem Gespräch warst du nicht dabei, doch am Ende nahm er dich mit zu sich. Bei ihm ging es dir deutlich besser. Wenn er mit seinem Drachen unterwegs war, sorgte er trotzdem dafür, dass du nicht alleine bliebst. Dir fehlte es an nichts mehr. Du genossest eine gute schulische Ausbildung und er half dir dabei, dich auf das Basgiath War College vorzubereiten.
Dank des Trainings fiel es dir im Gegensatz zu vielen anderen Kadetten deutlich leichter, dort mitzuhalten. Klar, auch dir bereitete der Viadukt Schwierigkeiten und du hattest Angst, dabei zu sterben. Die größte Schwierigkeit war allerdings deine Siegelkraft. Du hattest die Fähigkeit des Energieentzugs erhalten und diese verlangte einem psychisch viel ab. Und dann passierte genau das, wovor du am meisten Angst hattest: Du hast bei einer Herausforderung mit einem anderen Kadetten getötet. Du entzogst ihm zu viel Energie und man konnte ihn nicht mehr retten. Das verfolgt dich bis heute. Damals dauerte es lange, bis du überhaupt wieder imstande warst, deine Siegelkraft zu benutzen. Seitdem hast du niemanden mehr aus Versehen getötet und auch heute gehörst du noch lange nicht zu den Besten. Aber das Wichtigste für dich ist, dass du deine Kräfte unter Kontrolle hast. Nach dem BWC bist du direkt nach Baridmeth gekommen. Einerseits wärst du lieber an einem actionreicheren Standort gelandet, andererseits bist du auch froh darüber, nicht an einem wirklich gefährlichen Ort stationiert zu sein. Im Moment liegt dein Fokus darauf, stärker zu werden und vorbereitet zu sein, falls Baridmeth angegriffen werden sollte. Bis dahin trainierst du weiter und genießt nebenbei dein Leben. Immerhin bist du noch jung und Single und der Standort bietet einiges an Möglichkeiten. An jemanden binden möchtest du dich ohnehin erstmal nicht. Man weiß schließlich nie, was die Zukunft noch bringt und Liebe ist eben nicht so, wie sie in Büchern oft beschrieben wird.
3 Ingameposts | 21.04.2026, 22:37
Militär Navarre
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
10 Ingameposts | 24.08.2025, 20:31
Militär Navarre
gespielt von Rieke
23 Jahre
Heilkundiger
Manchmal sollte er einfach den Mund halten. Ace, in dessen Kopf so viel mehr los ist, als das schiefe Grinsen, der ruhige Gang und die beinahe entspannt wirkenden Bewegungen es vermuten lassen. Dass er kurz davor gestanden hatte, in den Schreiberquadranten zu gehen, war gleichermaßen eine mögliche Überraschung, als auch das am natürlichsten Erscheinende an diesem Kadetten. Überall finden sich seine Mitschriften, Notizen, Statistiken. Selbst erhoben, notiert, mit angehört. Und doch war da die Gelassenheit in seinen Gesten, die Freude über das, was er tat, in seinen Augen. Die Leichtigkeit in seinen Worten. Weil er keiner ist, der sich versteckt oder Menschen scheut. Es ist einfach diese innere Ruhe, die er besitzt, die er ausstrahlt, wenn er konzentriert arbeitet. Als wäre er einfach genau da, wo er hingehört.
Von zuhause kennt er es so. Man geht vernünftig miteinander um. Man provoziert nicht unbedingt Streits. Man redet über Thematiken und versucht, Lösungen zu finden. Auf manche mag es utopisch wirken. Zu friedlich. Für ihn ist es einfach eine Tatsache, seine Geschichte. Ein Familienname, dem seit Generationen Heilkundige und Schriftgelehrte angehörten; sich dem Helfen und dem Frieden verschrieben haben; nicht gern zu Waffen griffen. Erbanlagen und Erziehung haben ihn zu einem großen Teil zu dem gemacht, der er heute ist.

Aber er war nicht allein. Nie eigentlich. Da war mindestens seine Zwillingsschwester. Auch andere Kinder, Freunde. Erwachsene, mit denen man auch geredet hat. Denn solch eine Herausforderung war ihm nie zu riskant. Da waren Fragen, die gestellt werden mussten. Und Antworten, die faszinierten. Auf diese Art entwickelte er sich zu einem jungen Mann, der in sich selbst ruht, aber von der Neugier und dem Spaß daran, neue Dinge zu lernen, geführt wird. Er weiß zu gut um seine Schwächen, arbeitet am Durchschnitt. Aber manche Dinge kann man nicht ändern. Da kommen Kommentare zu schnell über seine Lippen. Aber eigentlich nicht versehentlich. Nein, das Besserwissen mag er. Weiß, wie es andere nervt. Weiß aber auch, wie er mit anderen umgehen muss. Kann sich beliebt machen und Spaß haben. Das Leben ist nicht nur ernst. Dafür sind sie zu jung. Gleichzeitig ist er in der Ausbildung, muss sich noch spezialisieren und dem Ernst der Realität in die Augen sehen. Das weiß er bereits. Natürlich weiß er das. Aber er hält sich auch selbst davon ab, es gänzlich zu akzeptieren, wenn man seine Zeit doch lieber für einen Flirt oder einen sicher millionsten Streit mit seiner Schwester nutzen kann. Auch wenn der sowieso nicht dramatisch ist.

In der Ruhe liegt die Kraft. Danach lebt er. Zumindest rein körperlich. Mental ist er aktiv, liebt neue Reize, kann manchmal nicht genug Input bekommen, selbst wenn man es nur an einem Funkeln in seinen Augen sieht, dass dahinter alles arbeitet. Weil er sonst zu ausgeglichen wirkt, als könne ihn nichts beirren. Obwohl er manchmal auf dem schmalen Grad zwischen zwei Optionen wandert. Er hasst solche Momente, aber er liebt sie auch irgendwie. Weil es bedeutet, dass er neue Erkenntnisse sammeln könnte. Und dieses Gefühl kann man ihm auch jedes Mal ansehen.
9 Ingameposts | 23.12.2025, 21:18
Basgiath War College
gespielt von Sarah
22 Jahre
Reiter
Mir wackeln die Knie. Meine Hände suchen Halt, finden jedoch nur Leere. Und dann kommt der Wind, zerrt an mir, möchte mich in die Tiefe ziehen und mir vielleicht das Leid ersparen, das mich auf der anderen Seite erwartet. Ich spüre hinter mir die nächste Person. Ebenfalls gezwungen, diesen Weg zu gehen? Oder freiwillig an diesem Ort? Unverständlich für mich. Vor mir ein sicherer Gang über das Viadukt - mein Blick also auf diese Person gerichtet, während sich meine Beine vorsichtig in Bewegung setzen. Meine Gedanken rasen, fragen, wer überhaupt eine Nachricht bekommen würde, wenn ich hier sterbe. Laine? Laine! Sie hat es auch geschafft. Genauso wie meine Mutter, die Laine zu meiner Patentante gemacht hat. Entschlossenheit in meinem Blick, die meine Muskeln zwar nicht erreicht, mich aber über diesen schmalen Pfad führt. Ich bin nicht stolz darauf, dass meine Knie auf der anderen Seite nachgeben. Ich sofort Blicke auf mich ziehe, die in mir den Schwächling identifizieren, der ich wohl bin. Ein Sohn von Verrätern obendrein, wenn sie mein Rebellionsmal sehen.

Ich überlebe Basgiath. Irgendwie. Bisher. Die Entschlossenheit, die ich auf dem Viadukt gespürt habe, hat mich nicht komplett verlassen, wenngleich die Zweifel ständige Begleiter in meinem Leben sind. Ich überlebe Basgiath. Aber nicht allein. Verdanke mein Überleben anderen Personen, denen ich mich heute verpflichteter denn je fühle. Ich will nicht sterben. Nicht an diesem Ort und noch weniger nachdem Loga in mein Leben getreten ist, mir das Gefühl gegeben hat, doch nicht falsch an diesem Ort zu sein. Ich überlebe Basgiath! Wegen ihr. Durch sie. Durch die Siegelkraft, die mir erstmals das Gefühl gibt, in einem Feld wirklich Macht zu haben. Es ist ein harter Kampf, auf allen Ebenen, aber mittlerweile habe ich ihn angenommen. Beiße mich irgendwie durch, auch wenn es weiterhin schwer ist. Aber: Ich überlebe Basgiath.

Und dann? Ich erlaube es mir nicht, an die Zukunft zu denken. Muss mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, um meine Ausbildung zu überstehen. Um meine Staffel zu überstehen und die Anfeindungen in den eigenen Reihen, die ständige Begleiter sind. Während ich gleichzeitig mehr verstehe. Verstehe, warum meine Eltern den Weg der Rebellion eingeschlagen haben. Ob sie stolz darauf wären, dass ich zwar nicht offen rebelliere, aber einen anderen Weg eingeschlagen habe, um zu helfen? Auch wenn ich die Tragweite noch nicht ganz begreifen kann. Meine Gründe vielleicht andere waren, als die meiner Eltern. Ihr Idealismus, etwas zu veränderen, während ich doch vor allem das Gefühl habe, dass ich mich revanchieren muss für die Hilfe, die mich überhaupt in das letzte Ausbildungsjahr gebracht hat. Ich werde es niemals erfahren. Keine Frage, auf die die Zukunft eine Antwort geben wird. Eine Zukunft, an die ich nicht denken darf. Und – wenn ich ehrlich mit mir selbst bin – nicht denken will.
14 Ingameposts | 30.03.2026, 18:58
Basgiath War College
gespielt von Jella
25 Jahre
Fliegerin
Schon das erste Kapitel deines Lebens begann in den Zwischentönen, die fortan dein Leben dominieren sollten. Erstreckst dich noch immer zwischen den Kontradiktionen, die dir in die Wiege gelegt worden sind. Schließlich bist du schon seit Geburt nicht ganz das eine oder andere – als Tochter eines navarrianischen Vaters und poromielschen Mutter, hast du dich schon immer zwei Kulturen zugehörig gefühlt. Du hast das Herkunftsland deines Vaters nie betreten, nur unzählige Gesichter an dir vorbeiziehen sehen, von Menschen, die aus Navarre geflohen sind, in deiner Heimat Poromiel auf ein besseres Leben hofften oder es immer noch tun. Deinem Vater ging es einst ähnlich, als er sein Dorf an der Grenze auf der anderen Seite verlassen hat, um hier zu größeren finanziellen Mitteln zu gelangen. Aber anstatt sich mit dem den sumpfigen Bedingungen angepassten landwirtschaftlichen Betrieb zufrieden zu geben, wollte er wohl etwas zurückgeben und ist schon vor Jahren unter die Schleuser gegangen. Du hast nie aktiv mitgeholfen, aber manchmal habt ihr Geflüchteten ein Zimmer oder warme Mahlzeiten geboten. Immer und immer wieder wurdest du mit der Sinnlosigkeit eines Krieges konfrontiert, der im Grunde nur auf den Rücken der Menschen ausgetragen wird, die ihn führen müssen, nicht eben jenen, die ihn orchestrieren. Du hast sie früh gesehen, die Schattenseiten des Lebens, nicht nur in ausgemergelten Gesichtern, sondern auch in der Tatsache, dass dein Vater Sehnsucht nach einem Ort verspürte, zu dem er nie wieder zurückkehren konnte. Du weißt, es gibt irgendwo noch Familie von ihm, die du vermutlich nie kennenlernen wirst, die ihn und dich als Feind sehen würden, weil eure Pässe etwas anderes sagen als die ihren. Sicherlich hätten diese Erfahrung gereicht, um dich schneller erwachsen werden zu lassen, aber es war der frühe Tod deiner Mutter, der dir das Gefühl von Verantwortung ins Wesen gelegt hat. Das nächste Kapitel deines Lebens warst du nicht nur Kind, sondern auch Hausfrau, große Schwester und gleichzeitig einzige weibliche Bezugsperson im Haus. Beschwerden lagen dir nicht und auch wenn du die zarten Finger einer Künstlerin hattest, hast du gelernt anzupacken. Du warst dir nie für eine Arbeit zu schade und hast die Aufgaben genommen, wie sie kamen. Die früher einmal mit deiner Mutter gespielten Klaviertöne verhallten leise im Haus, bis sie irgendwann vergessen wurden. Es gab wichtigeres zu tun.

Gerade deswegen war es ein Schock, als dein Vater festgenommen wurde. Das kleine Team, was ihr geworden wart, wurde noch kleiner und plötzlich hattest du die alleinige Verantwortung, also die Vormundschaft für dein jüngeres Geschwisterkind. Es kam deinem Wehrdienst in die Quere. Während andere Gleichaltrigen sich freiwillig meldeten, bliebst du zuhause. Versuchtest Haushalt und Reisfelder zu schmeißen, das notwendige Geld zu verdienen, um euch noch einen gewissen Lebensstandard leisten zu können und stecktest doch vor allem selbst zurück. Es war keine rosige Zeit, aber immerhin hattet ihr euch beide und ein Dach über dem Kopf, welches kein Schlechtes war. Dieses Kapitel deines Lebens sorgte zweifelsfrei noch ein bisschen mehr dafür, dass du vollends erwachsen wurdest. Dein Fokus lag weniger auf dir selbst, mehr auf Anderen. Darauf etwas Gutes zu tun, selbst ohne Hoffnung, es zurückzubekommen. Die Familie, die dir geblieben ist, ist dir wichtig und formt dein Verständnis von Moral. Du findest es immer noch falsch, dass dein Vater für seine Hilfsbereitschaft in Haft musste, auch wenn du dich hütest es zu sagen. Hast im Erwachsensein schließlich noch mehr gelernt als vorher, dass Schweigen oft besser ist als das Falsche zu sagen und gehörst auch deswegen zu den Menschen, die man die die ruhige Sorte nennt.

Mit deinem ersten Schritt in die Cliffsbane Akademie hast du nun ein neues Kapitel begonnen. Eines, in dem du erstaunlicherweise in allererster Linie nur für dich und deinen gebundenen Greifen sorgen musst. Es ist ein seltsamer Gedanke, weil du dich gleichzeitig auch immer schnell um Andere sorgst. Vielleicht glaubst du es mittlerweile Teil deiner DNA, vielleicht ist es auch nur Gewohnheit. Die strikte Ordnung fällt dir nicht schwer, die Gruppengröße schon mehr. Hattest das Gefühl dein Herz zerspringt, als du dich von der Klippe am Stonewater Fluss geworfen hast, weil du deinen Mut nie so deutlich zeigen musstest – dafür gab es den Rest deiner Familie. In diesem Fall aber willst du die Person sein, die es sich selbst beweist. Willst in Zukunft lieber immer und immer wieder das Risiko eingehen, was auch dein Vater eingegangen ist, auch wenn es dem widerstrebt, was du für die Familie immer warst und in den Grundzügen deines Wesens sein willst: Sicherheit. Dabei passt es in deinen Gedanken zu deinem Plan und hat dasselbe Ziel. Du möchtest dein Land zu einem sichereren und besseren Ort machen, für die Menschen, die es brauchen. Klar hast du Angst, aber du weißt, dass es wichtiger ist, etwas zu tun, als in ihr zu verharren. Die Welt braucht ihre Magie, deiner Meinung nach mehr als es die Wesen tun, die sich derer zuletzt so unnachgiebig bedienen.
23 Ingameposts | 09.02.2025, 15:29
Cliffsbane Akademie
gespielt von Lini
43 Jahre
Reiter
Eine Enttäuschung - als etwas Anderes wurdest du nie von deinen Eltern betitelt. Immerhin hast du nie ihrem Bild entsprochen, wie sie sich ihren Erstgeborenen vorstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass du nicht der Erstgeborene bist, sondern einen älteren Bruder hattest. Allerdings starb dieser in jungen Jahren und war der Liebling deiner Eltern gewesen. Hatten sie doch alle Hoffnung in ihn gesetzt und daran, dass er das Familienunternehmen eines Tages übernehmen und noch erfolgreicher machen würde. Deiner Familie mangelte es nie an etwas, dir auch nicht – zumindest vom finanziellen und materiellen Aspekt aus. Was ein liebevoller Umgang zu Hause anging oder ein familiäres Umfeld, davon konntest du nur träumen. Deine Eltern hingen zu sehr an dem Verlust deines Bruders und interessierten sich zu wenig für dich. Du hattest gehofft, dass es besser wird, wenn du dich dazu entscheidest Reiter zu werden. Immerhin hatten sie eine hohe Meinung von Reitern. Sie glaubten nicht daran, dass du das schaffen könntest, stellten dir aber dennoch die besten Lehrer zur Verfügung. Somit wurdest du früh darauf vorbereitet den Viadukt zu überqueren und dich auf den Rücken eines Drachen zu schwingen. Vielleicht hast du dir das auch alles etwas zu leicht vorgestellt. Leichter auf jeden Fall, als es am Ende war.

Die Ausbildung war alles andere als einfach, du hast öfters als du zählen kannst fast dein Leben verloren. Nicht unbedingt immer durch Fremdverschulden, sondern öfters auch, weil du deine eigenen Fähigkeiten überschätzt hast. Aber entgegen der Meinung deiner Eltern hast du einen Drachen gebunden und die Ausbildung überstanden. Hat das ihre Meinung über dich geändert? Nein. Nicht wirklich. Also hast du irgendwann aufgegeben nach ihrer Anerkennung zu streben und bist deinen eigenen Weg gegangen. Hast dich immer seltener zu Hause blicken lassen und irgendwie dein Leben gelebt. Deine Siegelkraft bereitete dir damals wie heute so ihre Problemchen und hat dich nicht selten fast zum Ausbrennen gebracht, weil du zu viel Energie gespeichert hast. Dein Drache warnt dich davor auch nicht, lässt dir immer und immer weiter Magie zukommen, ganz gleich, ob es dich dein Leben kostet oder nicht. Wärst nicht der erste Reiter der dabei drauf geht und auch nicht der Letzte.

Mittlerweile bist du nur noch ein Schatten deiner Selbst, was auch daran liegt, dass du vor Jahren einen Unfall hattest. Ein Unfall, der nicht nur dein Leben veränderte, sondern im Umkehrschluss jemand Anderes das Leben kostete. Nicht wegen dem Unfall per se, sondern, weil du selbst verschwiegen hast, dass du bis heute Schmerzen hast und eingeschränkt bist. Hätte ein Heilmacher sicher easy beheben können damals, aber dafür warst du dir zu stolz – immerhin haben deine Eltern dir auch immer gesagt, dass man andere nicht um Hilfe bittet, wenn es irgendwie anders geht. Bis heute hast du Schmerzen in deinem rechten Bein und betäubst die Schmerzen gerne mit Alkohol – und manchmal auch anderen Substanzen. Bist eigentlich noch diensttauglich und irgendwie auch nicht, sodass man dich in den Innendienst versetzt hat. Bis zu dem Zwischenfall bei dem jemand ums Leben kam, hast du deine Verletzung verheimlicht. Mittlerweile geht dies nicht mehr, da du eben von deinem Vorgesetzten in den Innendienst versetzt wurdest und deine Staffel zumindest auch grob Bescheid weis.
1 Ingameposts | 31.08.2026, 19:40
Militär Navarre
gespielt von Moni
22 Jahre
Reiterin
Der Regen prasselt leise an dein Fenster, es fühlt sich an als wäre es eine Nachricht, eine die an dich gerichtet ist, die du nicht ignorieren kannst. Eine Nachricht bei der du dich fragst, ob es ein Gruß sein könnte. Vielleicht der deiner Eltern? Wer weiß. Du bist eine Gezeichnete, gezwungen dazu dem Reiterquadranten beizutreten, und wenn du genauer überlegst, hast du alles daran gehasst. Der Moment als du deine Eltern verloren hast, weil sie Rebellen waren, war der Moment, als man dich gebrochen hatte. Es war so ein Schmerz, der sich in dir kanalisiert hatte, den du kaum ausschalten konntest. Und dann denkst du auch heute noch daran, kannst es nicht hinter dir lassen, bist eher besonders geplagt und geprägt von diesen Schatten, die dich immer wieder heimsuchen.

Hal ist deine Partnerin, dein Drache, ohne sie, hättest du die Jahre auf dem Basgiath nie überstanden. Und sie hat dich auch dazu gebracht, dass alles ein wenig weniger zu hassen. Wenn sie nicht wäre, wärst du vermutlich schon längst vollkommen aufgeschmissen. Aber sie hat dich an einen Punkt gebracht, wo du realisiert hast, dass es gar nicht so schlecht ist eine Reiterin zu sein. Deine Fähigkeit ist die Pflanzenmanipulation, was kein Wunder ist, da du dich schon immer zu der Natur hingezogen gefühlt hattest. Kein Wunder, denn du kommst ja aus einem Ort, der am Meer ist. Du liebst das Rauschen der Wellen, die Freiheit, die dieser Ort ausstrahlt und die Momente, an denen du dich einfach nur sicher und richtig fühlst. Auch wenn dein Zuhause dich schmerzlichst immer daran erinnern wird, was du wirklich verloren hast.

Du bist eher von einer zurückhaltenden Natur, ziehst dich zurück und schnitzt deine kleinen Holzfiguren, das ist es was dir am meisten Spaß bereitet. Deine Freunde wählst du mit Bedacht, aber du bist niemand, der richtig auf andere zugeht, es ist einfacher wenn das jemand anders übernimmt. Du bist keine Kampfmaschine, du übst dich aber auch nicht in Zurückhaltung, denn wenn es einmal klar ist, dass du kämpfen musst, dann hältst du dich nicht zurück. Manchmal kannst du ein wenig melancholisch sein, was vermutlich daran liegt, dass du deine Eltern vermisst.

Als du erfahren hast, dass Hal an eine andere Drachin gebunden war, und das ausgerechnet dein Professor Zarek war, wusstest du nicht wie du damit umgehen solltest. Doch irgendwas an ihm, ist anziehend, und du kannst es nicht ignorieren. Nur dürfest du das niemals zulassen, denn solche Beziehungen sind verboten.
7 Ingameposts | 03.04.2026, 17:21
Basgiath War College
gespielt von alice
50 Jahre
Reiter
Das Lagerfeuer knistert, die Nacht ist schwarz und wolkenverhangen, aber das stört dich nicht — euch, euch stört das nicht. Drei Tage konntest du dir frei nehmen um einer Tradition zu folgen, die du neu in deine Familie gebracht hast. Eine Woche bevor’s nach Basgiath geht, geht’s nach mal nach draußen, zelten. Etwas, das dir heilig ist und immer heilig war: Zeit mit deinen Kindern. Du hättest noch mehr davon haben können (sowohl Kinder als auch Zeit). Nach dem ersten hast du damals nur im Scherz gesagt, dass du ‘ne ganze Staffel haben willst. Drei ist dafür nicht genug aber für euch als Familie war’s perfekt.
Sowieso. Dein Leben ist nach außen hin perfekt. Deine Frau ist unheimlich liebevoll, ein wunderschöner Mensch, von innen und außen, liebt und hegt und pflegt dich und die Kinder wie’s besser nicht geht. Du hast ein gutes, ein glückliches Leben gelebt, lebst es immer noch — auch wenn zwischen Alltag und Routine manches doch zur Gewohnheit wird. Du gibst dir Mühe, dass es das nicht tut. Du nimmst deine Arbeit ernst, schon immer und auch wenn du nicht (wirklich) loyal hinter deiner Frau stehst, hinter deinem Königreich tust du das schon. Du beherrscht deine Siegelkraft verdammt gut und du kannst führen, auch wenn du das nie mehr als bis zum 1. Offizier verfolgt hast — das hat dir gereicht.
Darüber hinaus?!
Du lachst viel, gerne, laut, du spielst Karten, du wettest dann und wann und manchmal gewinnst du, du tanzt jeden Jungspund an die Wand, dein Hüftschwung ist wirklich legendär, deine Kinder sind tolle Personen geworden, du liebst sie und sie lieben dich und deine Frau vergöttert dich und du solltest deine Frau lieben, aber die liebst du nicht — upsi.
Oder anders: du liebst sie schon, irgendwie, und du liebst das was ihr habt (die Kinder) aber dein Herz, das will immer nur was anderes.

Dass du dich vor zweiundzwanzig Jahren in einen Mann verliebst, der frisch ausgebildet in deiner Staffel stationiert wird, kommt für dich wie ein Gewitter bei bestem Sonnenschein; ungeplant, unvorhergesehen. Und das bleibt.
Du stößt ihn so oft weg, Fehler, die du gemacht hast und die sich nicht wiederholen dürfen. Aber Liebe kann nicht falsch sein, oder? Du willst deine Frau nicht verletzen, niemals, nie die Menschen, die dir wichtig sind und doch, doch, doch baust du dein Konstrukt aus Lügen über die Jahre immer höher und der Mann, den du liebst, wird der Onkel deiner Kinder und ihr tauscht verstohlene Küsse, heimlich, in der Küche während sie die drei zu Bett bringt (und was du nicht sicher weiß, ist: sie weiß es und sie liebt dich genug um dich zu lassen).

Du weißt, dass das falsch ist. Du hasst, dass du es trotzdem tust. Manchmal wünscht du dir, dass du drei Mal anders abgebogen wärst und dann, wiederum, wenn du bei den Kindern bist oder er bei dir ist, fühlt sich alles ziemlich richtig an.
Wie hat er’s genannt? Du bist sein Schicksal. Und vielleicht ist er auch deins.
23 Ingameposts | 12.05.2025, 18:39
Militär Navarre
gespielt von alice
24 Jahre
Reiter
Du sitzt auf einem Pulverfass wie andere im Schaukelstuhl — lässig und entspannt zurückgelehnt, am liebsten mit ‘ner schönen Tasse Kaffee (Milch und Zucker, bitte). Fehlen nur noch warme, weiche Pantoffeln (zum nächsten Geburtstag?! ich mein, du rockst eh jedes Outfit) und ein gutes Buch (oh, schwierig, du liest halt nicht so gern) und du würdest deinem Großvater echte Konkurrenz machen.
Nur, dass dein Pulverfass ein riesiger, orangener Drache ist und obendrein bist du das auch selber;
das Pulverfass, nicht der Drache.

Deine Zündschnur ist manchmal kurz, manchmal lang, manchmal kriegt man dich gar nicht angezündet, manchmal reicht ein Funke fünf Meilen weit entfernt. Heißt nicht, dass du Probleme gleich mit Fäusten klären musst. Du bist eitel genug um dir nach Möglichkeit nicht jeden Tag ein blaues Auge einzufangen und du bist locker genug, um nicht alles direkt super duper ernst zu nehmen. Aber wen du gefressen hast, den hast du gefressen; vermutlich für immer. Keine Frage, du bist nachtragend as fuck und du bist definitiv kein Köter, rennst niemandem hinterher (na, oder fast niemandem) und das betonst du gerne. Was du dafür aber umso lieber tust: über jeden lästern sprechen.
Trägst das Herz auf der Zunge, erst reden, dann denken, aber leider auch: erst machen, dann überlegen. Gehst mit dem Kopf durch die Wand, hinterlässt nicht jeden, aber vielleicht jeden dritten Tag ein kleines Chaos, ‘ne Schneise der Verwüstung (im übertragenen Sinn und nicht unbedingt im Bezug auf den Dienst), aber immerhin bist du ein guter Freund, du bist nur eklig zu Leuten, die du nicht leiden kannst — gern auch hinter deren Rücken.
Handelst dir immer mal wieder kleine Strafdienste ein, weil du die Klappe nicht halten kannst, ziehst dir den Hals aber auch (so gut wie) immer wieder aus richtig üblen Schlingen. Dein Baby-Face ist definitiv einer deiner hottesten Benefits: große, helle Augen, lange, dunkle Wimpern, so blass, dass man die roten Bäckchen am liebsten dreimal kneifen will (in einer anderen Welt würd dein Gesicht Werbung für korean skincare, Armani-Parfums oder Matcha Pulver machen) — aber da wären wir bei einer ganz, ganz wichtigen Sache angekommen: Baby-Face. Baby.
Du bist Baby.
Du bist kein Baby, aber du bist Baby. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Hast den Spitznamen (als Baby, ha) von deinen großen Brüdern bekommen (die dachten, die ärgern dich, wenn sie dich für immer so nennen, aber du hast den Spieß gedreht, Baby ist keine Beleidigung, Baby ist eine Institution, so nämlich) und irgendwie trägst du den Namen mit dir, egal wohin du gehst.
Klar, gibt Dinge, die vielleicht cooler klingen, Leutnant Stark, Ehre! aber ganz ehrlich, Baby Stark oder Leutnant Baby?! Das crazy,.
18 Ingameposts | 23.10.2025, 21:46
Militär Navarre
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch.
Hast getötet, tust es heut noch.
Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
9 Ingameposts | 21.04.2025, 12:09
Militär Navarre
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.


Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
24 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von alice
30 Jahre
Flieger
„Hey, Pearl — fang!“
Du reagierst schnell genug um die Portion Seetang abzufangen statt direkt ins Gesicht geklatscht zu kriegen (nicht, dass dich das wirklich gestört hätte) und du wirfst postwendend zurück; seichte Wellen tragen nicht nur dich, sondern auch dein Lachen.
Hier draußen weiß eigentlich fast jeder, dass man sowas mit dir machen kann, dass man keine Sorge vor einer Retourkutsche in Form von geballten Fäusten zu befürchtet hat, obwohl du (sein wir mal ganz ehrlich) total danach aussiehst. Ist die Mischung aus einem trainierten Körper und den vielen Tätowierungen, den Ringen im Ohr und in der Nase und dem Blick, der einfach deiner ist, auch wenn du überhaupt keine resting bitch bist.
Du bist — nett. Also, du bist wirklich nett. Hilfsbereit. Zuvorkommend. Aufmerksam. Du kannst gut geben, besser als ohne Gegenzug zu nehmen. Mit dir kann man nicht nur Spaß haben sondern auch Späße machen, du bist nicht besonders nachtragend und nimmst Dinge nicht zu ernst, es sei denn es sind Dinge die wirklich ernstzunehmen sind (das kannst du schon ganz gut differenzieren) — oder man verletzt wirklich, aber das geht nicht so schnell. Du bist ein guter Zuhörer und verdammt emphatisch, hast ein natürliches Gespür für andere Menschen und eine Gabe, die das nur noch unterstützt und dich zu einem ziemlich guten Leser (und Freund) macht.

Dein verbissener Wille und die Fähigkeit genau zu wissen, was du willst und wo du sein und wo du (heute, morgen, übermorgen) stehen willst, hätte dich sicher zu einem verdammt guten Erben des Familiengeschäfts gemacht — aber das bist nicht du.
Du willst frei davon sein und dich selbst entscheiden und du selbst sein. Für deine Eltern ist es widersprüchlich, dass du aus diesen Gründen ausgerechnet Flieger geworfen bist, weil’s in ihren Augen das Gegenteil von Freiheit bedeutet. Aber du siehst das anders. Nichts Neues, du siehst Vieles anders als deine Eltern, nur ein Grund mehr um nicht in ihre Fußstapfen zu treten, sondern deinen eigenen Weg zu gehen.
Gegen an, wenn’s sein muss, auch wenn du am Ende eigentlich gar nicht so sehr Rebell bist, wie du oberflächlich betrachtetest den Anschein machst.

Was du stattdessen bist?!
Harte Schale, weicher Kern.
Das ist, was dich am besten beschreibt; die harte Schale, wie die von ‘ner Perle und dein weicher Kern, der besteht aus Salzwasser und Gischt.
Du liebst die Sonne im Gesicht genau so sehr wie den Sturm in den Haaren und die Schwerelosigkeit, wenn unter, über, vor und hinter dir, wenn überall nur’s Meer ist.
Mama hat nicht umsonst schon vor so vielen Jahren gesagt, dass du Fischblut in den Venen hast.
43 Ingameposts | 04.06.2025, 18:41
Militär Poromiel
gespielt von alice
23 Jahre
Reiterin
„Du siehst aus wie deine Mutter.“ — ja, das weißt du.
Das hast du schon so oft gehört. Immer, eigentlich. Jedes Mal, wenn deine Oma zu Besuch kommt, immer, wenn’s mal wieder alte Familienfreunde schaffen, nach Wochen, Monaten oder Jahren in Montserrat vorbei zu sehen. Selbst der eine, uralte Heiler in Basgiath hat’s gesagt, als du zum ersten Mal mit einer angeknacksten Rippe und einer aufgeplatzten Lippe bei ihm auf einer Liege sitzt. Dann hat er dir erzählt, dass sie eine seiner Lieblinge war, so eine sanfte Seele und so eine liebevolle und nette Frau und dann sagt dir dieser Mann, der dich eigentlich gar nicht kennt, dass er das auch in dir sieht.
Und er hat Recht.
Du bist deiner Mutter nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten. Es sind nicht bloß ihre Augen, ihre Haare, ihre Wangenknochen, ihr süßes Lächeln, die helle Porzellanhaut und die zierliche Statur. Es ist noch mehr: du hast auch ihre Empathie bekommen und das hohe Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Du hast die gleiche, sanfte Seele und ein ähnliches, zartes Gemüt. Manchmal hängt dein Kopf zwischen Wolken und Sternen fest, aber wenn’s drauf an kommt, bist du da. Immer. Ganz. Wach.

Ja, vielleicht liegt dir Theorie nicht besonders gut. In praktischen Fächern bist du schon während der Schulzeit besser als in Mathe und Geschichte. Du bist kreativ, die kannst backen und kochen und du malst für dein Leben gerne, du bist gern draußen und barfuß und, ja, du bist vielleicht auch eine Träumerin, dann und wann. Du liest gern, findest dich in Buchzeilen wieder — oder gehst darin verloren. Du schreibst gern Briefe. Du magst Sommer lieber als den Winter weil du nicht gerne frierst, du magst Tiere und bist der Meinung, dass sie’s Leben genauso verdient haben wie du selbst. Du bist süß, niedlich, auf den ersten Blick nicht so ein furchteinflößender oder furchtloser Drachenreiter, wie’s die meisten anderen sind. Du bist — anders, ja, vielleicht, aber deswegen nicht schlechter in deiner Arbeit. Dein Drache denkt für dich mit und du vertraust ihm, aber an deiner Siegelkraft hast du von dir aus immer hart und immer viel gearbeitet, tust du auch heute noch, willst noch viel lernen. Oh, und du schießt mit einer Armbrust verdammt zielsicher, auch (oder eher: besonders) auf bewegte Ziele. Liegt vielleicht daran, dass du ein ganz natürliches Gefühl dafür hast, Situationen zu lesen und, ja, nächste kleine Schritte vorherzusehen. Das hilft dir im Kampf, vor allem im Einsatz deiner Gegenmagie.
Aber darüber hinaus?! Würdest du kein Schwarz tragen, dann würde man dich auf den ersten Blick ganz sicher den Heilern zuordnen. So wie deine Mutter.
Da zeigt’s sich: auch, wenn du ihr so ähnlich bist, bist du am Ende doch ganz anders. Du reitest einen Drachen und das sagt doch schon alles, oder!? Und jetzt, an diesem neuen Ort an dem niemand deine Mutter kennt, hast du zum ersten Mal die Chance nur Aella (oder Aelly) zu sein und nicht "die Tochter von" und nicht "du siehst so aus wie sie", nein — hier siehst du nur aus wie du. Ein Blatt Papier auf dem nicht schon ein anderer Name über deinem eigenen steht.

Und das ist neu und aufregend und spannend.
(Oh und manchmal vielleicht ein kleines bisschen beängstigend.)
14 Ingameposts | 23.05.2025, 18:25
Militär Navarre
gespielt von Lena
42 Jahre
Reiterin
"I miss you in waves, and tonight I'm drowning. I can’t wait to feel the raindrops on my skin again. Soon. I hope that day will be soon.“ Letter to „Mimi“; May 630
Ich
bin nicht allein, nicht wirklich, und doch fühle ich mich oftmals einsam. Höre das Lachen meiner Kinder, sehe wie mein Ehemann draußen mit ihnen spielt, ebenfalls lacht, so unbeschwert – doch mein Herz ist von diesem Anblick nicht erfüllt. Nicht vollends. Wird es nie sein, solange er mein Geheimnis ist. Ich liebe meine Kinder, alle drei, und in gewissem Maße liebe ich vielleicht auch meinen Ehemann und unser gemeinsames Leben. Wir haben es gut, auch ohne im großen Prunk zu leben, wie man es von einer Herzogstochter erwarten könnte. Was mir einst wie mein letzter Ausweg erschienen war, sollte eine meiner besten Entscheidungen werden: Ich bin Drachenreiterin, gut in dem was ich tue. So sehr, dass ich sogar ans BWC berufen wurde, einen Lehrstuhl bekleide. Ich glaube auch, dass ich eine gute Mutter bin. Möchte es meinen Kindern schöner machen, als es mir in meinem eigenen Elternhaus ergangen ist. Biete Liebe und Möglichkeiten, Geborgenheit und Freude, die hoffentlich darüber hinweg täuschen konnte, dass ich aktiven Wehrdienst leiste und in der Vergangenheit auch mal verletzt heimgekehrt bin. Ich wage nicht zu behaupten, dass ich eine gute Ehefrau bin. Sicherlich nicht nach dem Standard meiner Eltern (dann hätte ich schließlich Schriftgelehrte werden sollen, Hausfrau und Mutter), aber selbst Loial wäre wohl erbost. Habe ihn nicht geliebt und geehrt als wir geheiratet haben und auch nicht danach. Bin ihm untreu, ganz leise und heimlich und doch schon über zwanzig Jahre lang. Fühle mich nur mit ihm als wäre ich gänzlich ich selbst, als wäre ein Teil von mit immer bei ihm, genauso wie zwei Teile von ihm immer bei mir sind. Ich sehe ihn in dem Schalk im Blick meines Sohnes und in dem Lächeln meiner Tochter. Ich lebe mit dem schlechten Gewissen ihnen allen gegenüber. Meinen Kindern, die nicht wissen, wer ihr leiblicher Vater ist. Meinem Ehemann, der sie alle liebt wie seine eigenen und nicht ahnt, dass ich jemand anderes liebe. Und ihm, weil ich uns zu diesem Unglück verdammt habe und ihn doch nicht gehen lassen kann.

Zu was für einem Menschen macht mich das? Ich bin nicht jemand, die sich nimmt, was sie will. Außer ihm. Nur das, was mir zusteht, was sich gut anfühlt also er. Weiß was gut und recht ist und bin mir bewusst, dass ich aus diesem Muster falle. Aber ich bin mehr als dieses Geheimnis, dieser Betrug an meiner Familie.

did you know, that Avaina...
  • die jüngste Tochter der Herzogsfamilie von Deaconshire ist
  • immerzu leise vor sich hin singt (und in der heimischen Küche auch tanzt als würde niemand zusehen)
  • einen kleinen Garten hat und in der Pflege Ruhe und Entspannung findet?
  • den Regen liebt? An manchen Tagen stellt sie sich freiwillig in die Nässe, weil sie sich Mirek dann näher fühlt.
  • ihre Briefe immer an Mimi adressiert? Das erweckt den Anschein, dass sie einer alten Freundin schreibt (und nicht ihrer Affäre).
1 Ingameposts | 27.07.2026, 18:15
Militär Navarre

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