Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Paula
23 Jahre
Reiterin
Selbst wer nur einen flüchtigen Eindruck von Livia hat, der kennt sie als zielstrebig. Vermittelt den Eindruck, dass sie weiß, wo es lang geht – und wo sie hinwill. Dabei war Reiterin werden gar nicht ihr Kindheitswunsch. Sicherlich war mal Teil davon, die Taverne ihrer Mutter zu übernehmen - dort, wo sie aufgewachsen ist, zwischen dem Tresen und Geschichten von Fremden aus allen Richtungen des Reichs. Bis sie irgendwann dieser Zukunft entwachsen ist. Flügel bekommen hat, ausgebrochen ist aus der Vision – auch der ihrer Mutter. Denn Tharizas Wunsch enthielt sicherlich nicht, ihre Tochter an den Krieg zu verlieren. Aber wenn Livia sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es auch durch. Diesen Sturkopf muss sie von ihrer Mutter haben. Denn so richtig hat ihre Mutter ihr noch nicht verziehen, dass sie so leichtfertig ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat, immer wieder setzen wird.

Aber darüber reden sie nicht. Nicht in Briefen. Nicht, wenn man sich in Chantara wiedersieht – den Katzensprung entfernt von Basgiath, wo Livia aufgewachsen ist.
Dabei gäbe es so viel zu besprechen. Wer zwei Jahre im Reiterquadranten überlebt, der sollte doch auch irgendwie das dritte Jahr schaffen. Aber anstatt vorwärts, immer vorwärts zu kommen, fühlt Livia sich wie im freien Fall.

Die Führung der Staffel hätte ihr gehört.
Stattdessen: Yehven. Das Wunderkind. Lehrerkind, aber das hatte sicher nichts damit zu tun. Tschuldige, sind bestimmt ihre überlegenen Fähigkeiten, die sie schon mit der Muttermilch aufgesogen hat. Da kann die Tochter einer Schankbesitzerin nicht mithalten. Sicherlich. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass ihr die Augen vom vielen Im-Augenhöhlen-Rollen noch nicht rausgefallen sind.

Stattdessen kämpft sie mit einem Drachen, die kaum noch mit ihr spricht.
Sie nur deutlich spüren lässt, dass Livia nicht das ist, was sie erwartet hat. Weniger und weniger Energie kanalisiert. Sie vor mehr und mehr Probleme stellt, vor anderen noch zu verbergen, warum sie nicht mehr schafft, was sie im zweiten Jahr mit Leichtigkeit gemeistert hätte.

Und ein Loch in der Brust, das da eigentlich nicht sein sollte.
Weil Verluste zum Leben als Reiter dazugehören. Einen nicht wochen-, monatelang beschäftigen sollten. Und es trotzdem tun.

Vielleicht ist das alles gerade ein bisschen viel für ein junges Leben. Aber Reiter kriegen keine Pause. Aufsitzen, weiter machen – weil aufgeben keine Option ist. Und wenn man dafür mit dem Kopf durch die Wand muss.
2 Ingameposts | 23.12.2025, 15:45
Basgiath War College
gespielt von Jasmin
26 Jahre
Reiterin
Du hattest eine schöne Kindheit. Es ging dir gut und deine Eltern waren gute Menschen. Sie kümmerten sich stets gut um dich. Selbst als sie sich trennten, gab es keinen Streit zwischen ihnen darüber, wer dich bekommt oder wie oft der andere Elternteil dich sehen darf. Sie handelten wie Erwachsene und dass sie im Guten auseinandergegangen waren, machte alles natürlich leichter. Natürlich war es für dich am Anfang trotzdem schwer, dass deine Eltern getrennt waren. Eigentlich bleibt man doch bis zum Ende seines Lebens zusammen, sobald man verheiratet ist und/oder ein Kind bekommt. Ja, damals dachtest du noch so naiv, schließlich kanntest du es nur aus den Büchern, die dir deine Eltern abends vorgelesen hatten. Dort trennten sich die Eltern nie voneinander, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nun gut, die Trennung deiner Eltern belehrte dich eines Besseren und irgendwann verstandest du auch, dass das Leben nun mal nicht so ist wie in den Büchern. Mit der Zeit fandest du die Trennung deiner Eltern auch nicht mehr schlimm. Klar, du hättest es besser gefunden, wenn sie wieder zusammengekommen wären, aber lieber so, als wenn sie sich irgendwann nur noch gestritten hätten.
Am Anfang hast du bei deiner Mutter gelebt, doch sie war damit überfordert, allein für alles zu sorgen und sich gleichzeitig um dich und sich selbst zu kümmern. Das Haus sah oft chaotisch aus und aufgeräumt wurde meistens nur dann, wenn Besuch kam. Nach außen schaffte sie es allerdings gut, sich nichts anmerken zu lassen. Es ging dir bei ihr nicht wirklich schlecht, immerhin sorgte sie dafür, dass du in der Regel etwas zu essen bekamst. Nur bei neuen Klamotten und dem regelmäßigen Saubermachen hing sie oft hinterher. Hätte dein Vater dich nicht regelmäßig besucht, hättest du nur selten frische Kleidung bekommen, kaum gebadet und dauerhaft in einem dreckigen Haus gelebt.
Im Jahr 614 sah deine Mutter es schließlich ein und überwand sich, deinen Vater um Hilfe zu bitten. Sie erzählte ihm alles und gestand, dass sie einfach nicht mehr konnte. Bei dem Gespräch warst du nicht dabei, doch am Ende nahm er dich mit zu sich. Bei ihm ging es dir deutlich besser. Wenn er mit seinem Drachen unterwegs war, sorgte er trotzdem dafür, dass du nicht alleine bliebst. Dir fehlte es an nichts mehr. Du genossest eine gute schulische Ausbildung und er half dir dabei, dich auf das Basgiath War College vorzubereiten.
Dank des Trainings fiel es dir im Gegensatz zu vielen anderen Kadetten deutlich leichter, dort mitzuhalten. Klar, auch dir bereitete der Viadukt Schwierigkeiten und du hattest Angst, dabei zu sterben. Die größte Schwierigkeit war allerdings deine Siegelkraft. Du hattest die Fähigkeit des Energieentzugs erhalten und diese verlangte einem psychisch viel ab. Und dann passierte genau das, wovor du am meisten Angst hattest: Du hast bei einer Herausforderung mit einem anderen Kadetten getötet. Du entzogst ihm zu viel Energie und man konnte ihn nicht mehr retten. Das verfolgt dich bis heute. Damals dauerte es lange, bis du überhaupt wieder imstande warst, deine Siegelkraft zu benutzen. Seitdem hast du niemanden mehr aus Versehen getötet und auch heute gehörst du noch lange nicht zu den Besten. Aber das Wichtigste für dich ist, dass du deine Kräfte unter Kontrolle hast. Nach dem BWC bist du direkt nach Baridmeth gekommen. Einerseits wärst du lieber an einem actionreicheren Standort gelandet, andererseits bist du auch froh darüber, nicht an einem wirklich gefährlichen Ort stationiert zu sein. Im Moment liegt dein Fokus darauf, stärker zu werden und vorbereitet zu sein, falls Baridmeth angegriffen werden sollte. Bis dahin trainierst du weiter und genießt nebenbei dein Leben. Immerhin bist du noch jung und Single und der Standort bietet einiges an Möglichkeiten. An jemanden binden möchtest du dich ohnehin erstmal nicht. Man weiß schließlich nie, was die Zukunft noch bringt und Liebe ist eben nicht so, wie sie in Büchern oft beschrieben wird.
2 Ingameposts | 21.04.2026, 22:37
Militär Navarre
gespielt von Keks
28 Jahre
Reiter
Als Kind wuchs Abb in Armut auf und natürlich hat ihn das damalige Leben sehr geprägt, doch er hatte etwas, was für ihn viel kostbarer gewesen ist, als jede Münze in der Hand: Eine liebevolle Familie, die trotz der schmerzhaften Verluste, die sie alle erleben mussten, zusammen standen und sich gegenseitig Halt und Stütze waren.
Der große Traum ist es immer gewesen dem großen Bruder nachzueifern, der sich einen Namen als Reiter gemacht hatte, bis das Schicksal erneut zuschlug und es ein weiteres Grab in der Heimat gab, dass den Namen eines Mitglieds von ihnen trug.
So kalt und hart das Leben für Abb wurde, als auch der Vater starb und er die geliebte Heimat verlassen musste, er selbst wurde es nie.
Es ist so leicht den Draufgänger in ihm zu sehen, der sein eigenes Leben riskiert, weil es nichts mehr gibt, was er verlieren könnte. Den Jungen, der bis heute nicht in der Lage ist eine Mahlzeit in Ruhe zu sich zu nehmen, der durch das Leben im Waisenhaus und später auf der Straße geprägt wurde und wo jede Mahlzeit ein Kampf ums Überleben war. Ihm ist in seinem Leben nie etwas geschenkt worden, was materiellen Wert besaß. Alles, was er bekommen hatte, war Liebe und ein Gefühl von Zugehörigkeit.
Natürlich war es schmerzhaft, als ihm auch dies letztlich noch genommen wurde und die kalte Welt seine Heimat wurde, in der ein Straßenjunge keine Bedeutung oder Beachtung fand. Zu schnell musste er lernen, sich mit Fäusten zu wehren und sich durchs Leben zu beißen. Es wunderte wohl kaum einen, dass er stärker als viele andere seines Jahrganges waren, weil der Kampf sein Leben bestimmt hatte. Sein Überleben gesichert hatte. Und gleichzeitig war es der düster drein wirkende Junge, der sich einen Namen als der Sanftmütige machte.
Der keinen anderen Kadetten von der Brücke stieß um einen Vorteil zu erlangen, ganz im Gegenteil. Der seine Hand ausstreckte um ein junges Mädchen vor dem Tod zu bewahren. Das Gute war noch immer in seinem Herzen geblieben, als er ihr das Mantra seiner Familie ins Ohr flüsterte: “Wir schaffen das.”
Seine Familie hatte er verloren, doch nie die Hoffnung und er baute sich eine neue, eigene Familie auf, die aus Freunden bestand. Anders und doch der Zusammenhalt und die Liebe, die ihn die ersten Jahre seines Lebens begleitet hatten. Und das ewig weitergegebene Mantra: Wir schaffen das.
Wir! Weil wir gemeinsam stark sind, weil wir eine Familie sind, weil wir Reiter sind.
Die selbst gewählte Familie, die er mit seinem Leben beschützt. Der mit seinem Drachen Bee in kurzer Zeit ein eingespieltes Team wurde, sich ergänzen mit strategischen Denken von Bee und furchtlosen Manövern von Abb.
Als Kind wollte er ein Held werden. Heute, will er nicht vergessen, woher er kommt und wer er ist.
19 Ingameposts | 14.04.2025, 21:37
Militär Navarre
gespielt von Jani
22 Jahre
Reiter
Dein Leben verläuft in Tagen. In guten, schlechten, sehr schlechten, sehr guten. Du zählst sie; nicht laut, nicht leise. Bewusst, unbewusst. Es ist dein innerer Rhythmus geworden. Etwas, was sich am Morgen zwischen deine Gedanken schiebt. Manchmal ist’s nicht mehr als ein Gefühl. Manchmal ist’s eine einzige Zahl in deinem Kopf. Manchmal korrigierst du dich am Abend selbst. Am Anfang dachtest du, es verflüchtigt sich. Dachtest, es würde vergehen. Inzwischen bist du bei über drei Jahren, vier Monaten und dreizehn Tagen des Zählens. Es gibt dir Kontrolle, zumindest redest du es dir ein. Als würde die Zeit etwas reparieren, was unweigerlich in dir kaputt gegangen ist. Als müsstest du etwas festhalten, was andernfalls verschwinden könnte. Wärst du vollkommen ehrlich, dann würdest du es nicht zählen nennen, sondern erinnern. Bereuen. Vermissen. Du hast versucht aufzuhören. Mehr als einmal. Hast dir gesagt, dass es keinen Sinn ergibt; dass du dich nicht an Bruchstücke klammern kannst, die nur in der Vergangenheit existieren. Dass du nicht zurück zu den Momenten kannst, in denen du glücklich gewesen bist. In denen sich dein Leben leicht angefühlt hat. Wenn du’s tust, merkst du, dass diese Version von dir nicht mehr existiert. Du hast dich verändert. Dein Verlust hat’s getan. Und vielleicht stimmt’s, vielleicht hast du dadurch auch etwas über dich selbst gelernt. Dir fällt's nur schwer, es zu sehen. Siehst die Fehler, die du gemacht hast. Und weißt doch nicht, ob du dir selbst vergeben kannst. Hast gelernt, dich nicht nur deinen Problemen sondern auch deinen Gefühlen zu stellen. Und spürst doch manchmal noch den Drang, wegzulaufen. Bist geworden, worauf du ihr hingearbeitet habt: Reiter. Und als du vom Viadukt in die Zitadelle gesprungen bist, hast du dich gefragt, ob er stolz auf dich wäre. Oder ob er’s in Anbetracht deiner Entscheidungen nicht mehr sein könnte. Ob’s überhaupt einen Unterschied macht. Oder ob’s dir nicht um die gehen sollte, die leben. Um deine Mutter, deren Schicksal es nicht ist, auch noch ihren Sohn betrauern zu müssen. Um deinen besten Freund, der keine Sekunde später seinen Arm um deine Schultern legt. Um sie, deren Meinung dir vielleicht noch immer am Wichtigsten wäre.

Du bist kein Schauspieler. Wenn dich etwas beschäftigt, dann sieht man’s in deinem Blick. Den Kopf wertend zur Seite geneigt, die Augenbraue gehoben, der Mundwinkel am Zucken. Manche behaupten, es sei ein schmaler Grad zwischen Liebe und Hass, aber bei dir ist’s eindeutig: wenn du umgeben von Leuten bist, denen du vertraust, sind deine Züge weich. Das Braun deiner Augen warm. Dein Lachen laut. Vielleicht wirkt’s auf Fremde anders. Vielleicht sehen sie zuerst die Spannung in deiner Haltung. Hören deine knappen Antworten, wenn dich nicht interessiert, worum’s geht. Du nimmst nicht viel Rücksicht; versuchst anderen nicht das Gefühl zu geben, sie wären willkommen, wenn sie’s nicht sind. Und zu einem gewissen Teil ist’s das, was du willst: die Distanz, die automatisch daraus resultiert. Die Distanz, die dich in den letzten Monaten vor noch mehr Leid beschützt hat. Manchmal fällst du zurück in die Leere. Weißt, was du eigentlich fühlen solltest; Freude, Wut, Trauer. Stattdessen findest du nichts. Und du fragst dich, ob’s ein Scherz der Götter ist, dass du’s dir einmal gewünscht hast und sie’s dir gewährt haben.
14 Ingameposts | 28.06.2026, 22:17
Basgiath War College
gespielt von Katja
23 Jahre
Reiter
Rian Eodhan weiß, dass es einige gibt, die ihm aus dem Weg gehen. Puscht hier und da durchaus auch sein Ego. Ist doch gut, wenn man respektiert wird. Jetzt vielleicht fraglich, wie man Respekt definiert, aber darüber macht er sich keine Gedanken. Mit seinem Ego hat er nämlich kein Problem, vermutlich auch ein Grund warum er durchaus Risikobereit ist. Hier und da ist vielleicht sein Temperament auch etwas problematisch. Impulsiv, wie er ist, kann es schon mal sein, dass er ein bisschen die Beherrschung verliert, wenn man ihm dumm kommt, kann schon mal blöd ausgehen. Wie blöd kommt noch darauf an, ob er einen prinzipiell mag und respektiert oder nicht. Sein Maß an Selbstbeherrschung ist sehr darauf abgestimmt. Gezeichnete haben es grundsätzlich schwer mit ihm, die verachtet er nämlich, steht ihnen misstrauisch gegenüber und – weil es das einfachste ist – lädt ihnen einfach Mal mit die Verantwortung auf, dass seine Schwester in Aretia bei der Niederschlagung der Rebellion auf Seiten des Königreichs ums Leben gekommen ist. Reiter zu werden hat er spätestens damals beschlossen - dem Regime zu dienen, mit zu verhindern das so etwas noch einmal vorkommt. Er steht hinter dem Königreich, macht aus seiner Treue auch kein Geheimnis, verachtet die ein wenig, die dem zu kritisch gegenüber stehen und lässt es die Jenigen auch merken. Sein Ehrgeiz und Motivation hat auch dazu geführt, dass er 1. Offizier seiner Staffel ist. Prinzipiell unterstützt er die Mitglieder dieser auch – nur Gezeichnete haben es auch hier nicht unbedingt leicht mit ihm, haben aber immerhin auch den Vorteil, dass er ihnen nicht wirklich etwas kann. An die Regeln und die Struktur des Militärs hält er sich nämlich.

Vor Herausforderungen schreckt er nicht zurück, er ist eher der, der gerne Herausfordert und seine Überlegenheit beweist, kann dabei aber nicht so wirklich gut damit umgehen, wenn er daran scheitert und verliert. Nimmt er persönlich und kann einen danach noch weniger ausstehen. Als wirklich bösartig würde ihn vermutlich trotzdem nicht jeder bezeichnen, weil er eben auch anders sein kann. Kommt eben sehr darauf an, wer ihm gegenüber steht. Freunde und Menschen, die ihm wichtig sind, bekommen durchaus auch ein gewisses Maß an Loyalität. Er mag zwar im allgemeinen sich selbst nicht ganz zu vergessen, macht aber für diejenigen Abstriche und kann ein guter Freund sein. Denen deckt er auch den Rücken, ist für sie da und Unterstützt sie.
29 Ingameposts | 17.06.2025, 21:18
Basgiath War College
gespielt von Maj
49 Jahre
Reiter
Sie platzt aus allen Nähten, die Akte, auf der mit Raoul Devi eigentlich ein sehr kurzer Name steht. Und genauso kurz und eindeutig hätte die dazugehörige Biographie auch sein sollen: Aufgewachsen im Südwesten von Tyrrendor fällte Raoul die Entscheidung, Reiter zu werden, früh – und im Kontrast zu seiner so feingliedrigen, fast künstlerischen Berufsausbildung. Es gab eine Partnerin, die diese Entscheidung mittragen konnte – und ihm nach dem College auch ans andere Ende des Landes gefolgt ist. Hochzeit, gemeinsames Kind. Hand in Hand hätten Schritte in Raouls Karriere und dem Leben seiner Tochter gehen sollen – aufwärts.
Psychologische Beurteilungen? Sie hätten zu Beförderungen dazu gehören sollen – statt sich darauf zu beziehen, inwiefern Raoul eine grundsätzliche Dienst(un)tauglichkeit attestiert werden könnte. Aber genau das findet sich in seiner Akte. Darin eingeschlossen die Frage, wie versehentlich oder absichtlich Raoul bereit ist, seine Siegelkraft gegen die eigenen Leute einzusetzen? Denn Siegelkräfte… der allgemeinen Vorstellung nach folgen sie der Kontrolle ihres Anwenders. Sie sind gerichtet – und wenn dann Reiter unter ihnen sterben, kann es nur eins sein: Die Schuld des Anwenders – in Raouls Fall allerdings nicht auch die Absicht.
Die Gravitationsverzerrung ist bis heute eine Herausforderung für ihn, weil die Kraft genau das nicht ist: Kontrollierbar und zielgerichtet einzusetzen. Stattdessen ‚frisst‘ sie auch ihre eigenen Anwender, was gleichermaßen bezüglich Raouls körperlicher Leistungen gilt, wie es Einfluss auf seine Psyche nimmt. Schuld ist prägend darunter. Den verschuldeten Tod eigener Leute: Raoul hat ihn nicht verwunden. Dass er es war, der seine Familie im Stich gelassen hat: Raoul hat noch immer ein schlechtes Gewissen dafür; hat eine eindeutig gescheiterte Ehe – und kämpft nach Kräften darum, wenigstens eine gute Beziehung zu seiner Tochter (zurück)zuerlangen.
Kämpft darum, seinen eigenen Leuten Führung und Schutz anzubieten – was sie manchmal gar vor ihm nötig hätten. Raoul ist ständig im Modus Befehlshaber, erteilt Anweisungen und bekommt Bericht erstattet. Über alles, wohl verstanden al-les. Die Ehe mag gescheitert sein, die Siegelkraft so unberechenbar, dass es allen lieber ist, wenn Raoul sie nicht einsetzt – doch alles andere… versucht Raoul, unter Kontrolle zu halten. Zu beherrschen. Auch das steht in den psychologischen Beurteilungen, die ihn nicht nur für diensttauglich befunden haben, sondern es auch für vertretbar hielten, ihn zum Staffelführer zu ernennen.
Doch nicht die Tendenz, dies unbedingt richtig machen zu wollen, hat ihm die Beförderung mit Anfang 40 doch noch eingetragen, sondern der Unfall eines anderen. Der Umstand, dass in Keldavi vor sieben Jahren eine Einheit vollkommen neu zusammengestellt wurde und sich die Möglichkeit ergab, eine Einheit damit vertraut zu machen, mit – statt gegen – Raouls Siegelkraft zu agieren; und damit mehr Räuber als Soldaten aufzuhalten, die sich hier über die Grenze schlagen, morden und gar Menschen rauben – aber nach Cygnisen nicht verfolgt werden dürfen.
17 Ingameposts | 20.05.2025, 15:57
Militär Navarre
gespielt von Josi
23 Jahre
Reiter
Zu jammern hat das Leben noch nie besser gemacht. Das ist zumindest meine Meinung, eine Situation wird nicht besser, vermeidbarer, weniger schwer oder nervig nur weil man sich beklagt, aber man kann selbst besser werden, wenn man einfach die Zähne zusammenbeißt, durchzieht und kämpft. Vielleicht macht mich diese Ansicht zu einem herzlosen Arsch und dass ich mich beinahe wahllos herumhure zu einer treulosen Bitch, aber dafür weiß man bei mir immer, woran man ist. Ehrlichkeit ist auch eine Stärke.

Dubhláin Drymos, der x-te Reiter in unzähligen Generationen einer Familie, die sich dem navarrianischen Militär verschrieben hat. Wie sie sehe auch ich es als Ehre an, mich lebenslang zu verpflichten. Wahrscheinlich geh ich dabei irgendwann drauf, aber noch ist das nicht passiert und nur, weil man irgendwann sterben wird, muss man es ja niemandem leicht machen. Mir hilft es, keine Angst zu haben, um mich in dieser Welt zu behaupten und ich hab's mit meiner Einstellung immerhin bis zum Geschwaderführer des 3. Geschwaders gebracht. Ja, ich bin stolz drauf, auch wenn diese Verantwortung für Andere mich manches Mal mehr herausfordert, als die Kämpfe auf der Sparringmatte. Es fordert mich, meine persönliche Meinung zu manchem Individuum hinten anzustellen und überfordert mich manchmal, fair zu sein. Ich achte den Kodex und die Rangordnung, aber nicht unbedingt... Freundlichkeit. Die sieht so oft nach Schwäche aus. Ich bin im politischen Kontext überaus loyal, der Krone und dem Land gegenüber und wähle im Privaten sorgfältig, wem ich mich verpflichte. Meiner Familie. Meinem Drachen. Meinen Freunden.

Auf ganz besondere Weise meiner Tochter, die in Blenanchor bei meiner Familie aufwächst und die... erstaunlich wenig leisten muss, damit ich stolz auf sie bin, nur wachsen, am Leben bleiben, bis ich sie wieder besuchen kann, dann nach meinem Seniorjahr. Ich erwähne sie vielleicht nicht oft, weil mir viel zu bewusst ist, dass sie mein Schwachpunkt ist, aber damit, dass ihre Mutter, meine Verlobte, nun als Rookie das Jahr begonnen hat, ist eine gewisse Verbundenheit kaum zu übersehen. Wir sind kein Liebespaar, kein Happy Ever After, aber wir sind ein Team, Verbündete über eine körperliche Anziehung hinaus.

Das ist einfach, andere Beziehungen sind emotional schwierig. Oder vielleicht ist emotional einfach ein bisschen schwierig. Mein Bruder ist meine engste Bezugsperson und doch ist unser Verhältnis gerade angespannt. Ich würd's gern ändern, aber hab noch nicht geblickt wie. Genauso wie ich meine Siegelkraft noch lange nicht vollkommen verstanden habe. Im Gegensatz zu anderen scheitere ich nicht an einer zu großen inneren Abwehr, anderen Menschen weh zu tun, wir leiden alle Schmerzen auf die eine oder andere Art... aber mir mangelt es an Kontrolle und das hat sich schon als Problem erwiesen, dann... wenn es die falsche Person trifft, im falschen Moment, unkontrolliert.
43 Ingameposts | 21.05.2026, 17:08
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiter
[…] Und Feuer loderte in allen Kaminen. Die Erfindungen eines Einzelnen ermöglichten ihn warme Bäder und fließendes Wasser. Also gingen sie nicht mehr in den Tempel. Amari sah auf die Menschen des Dorfes und wartete. Aber als der Tempel nach und nach zerfiel, erschien sie dem Erfinder. „Ich habe euch all das gegeben und ihr dankt mir mit Vergessen.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner wandten weiterhin ihre Gesichter ab und sich ihren Tagen hin. Der Tempel wurde unbetretbar. Nach mehr als einem Jahrzehnt begannen die Ernten rar zu werden. Die Feuer wurden klein. Die Schutzsiegel waren längst an den Türen zerbrochen. „Sie hat uns verflucht“, schrie ein Bewohner erbost, eine verzweifelt, als auch andere Teile des Dorfes auseinanderfielen. Aber Amari hörte nicht mehr zu, weil sie zuvor nicht gehört worden war.

Ausschnitt aus Sagen der Götter, eine Sammlung

Glaube war für dich schon immer ein Konstrukt, dabei zieht er sich durch deine Familiengeschichte wie das Militär, mit dem ihr so eng verwoben seid. Ein Drymos, der glaubt vielleicht nicht zwangsläufig an die Götter – auch wenn es viele von euch tun – aber er glaubt an die Familienehre. An die Tradition, durch die ihr euch bewegt. Manchmal ist’s ein Hamsterrad, in dem ihr gefangen seid. Du bist in einer Reihe von gestrafften Schultern und Uniformen aufgewachsen. Dein Leben war nie bestimmt vom Wunsch nach Weltfrieden, sondern immer vom Gelingen im Krieg. Gäb’s noch Helden, wenn es keine Kriege mehr gäbe? Hast dir die Frage nie gestellt, weil du es dir nicht vorstellen kannst. In deiner Vorstellung gibt es nur den kleinen Frieden. Warmes frisches Brot, welches ihr auf dem großen Tisch teilt, der Geruch von Marmelade, Tee und das Lachen deiner Familie. Du bist ein Rädchen im System, welches du mit dir trägst. Du glaubst daran. Jeder Schritt, den du gehst, dient auch ein bisschen deinem Land. Deiner Familienbürde genauso wie -ehre. Also ist dir dein Weg klar. Du bereitest dich für eine lebenslange Verpflichtung im Militär vor. Sie steht außer Frage. Die einzige Frage, auf die du erst in Kindheitstagen eine Antwort findest, ist in welchen Quadranten du gehst. Liest vielleicht in diesen Jahren zu viele Geschichten über Helden. Vielleicht wolltest du aber auch immer die Welt von oben sehen. Es spielt keine Rolle, als dir einmal klar ist, dass du zu den Reitern willst, kommt keine andere Möglichkeit mehr in Frage.

Du lernst, du kämpfst, du lernst, du kämpfst. Freizeit ist ein Gut, welches du dir nur geplant, erlaubst. Du willst nicht besser sein, um damit anzugeben, sondern weil du glaubst, dass du’s sein musst. Als beste Version deiner selbst bist du am nützlichsten. Deine Leistung bestimmt zum größten Teil deinen Selbstwert. Deswegen verinnerlichst du jeden Ablauf, jede Regel, alles, was dich vorbereitet und zu einem guten Soldaten machst. Du bist vorbereitet, als du vor dem Viadukt in der Schlange stehst. Du hast alles Wissen deiner Familie in dich aufgesogen, hast mitgenommen, was du konntest, und bist daran gewachsen. (Bist in deiner Jugend erstaunlich hochgewachsen und hast auch deine Statur als weiteres Zeichen dafür gesehen, dass du genau dorthin gehörst.)

Worauf du dich nicht vorbereiten konntest, ist der Fluch, der auf dir liegt dein Scheitern. Du nennst es so, auch wenn’s sicherlich eine Menge Stimmen gibt, die es anders nennen würden. Der Wille der Drache erscheint dir willkürlicher, als selbst eben jener der Götter, den du aus Geschichten kennst. Beim ersten Dreschen bist du der letzte, der aus dem Wald zurückkommst. Und kurz wär‘ dir lieber, du müsstest nicht. Aber dein eiserner Wille verbietet dir aufzugeben. Du wechselst nicht sofort den Quadranten, auch wenn man es dir anbietet. Du fängst nochmal von vorne an. Du glaubst daran, dass du’s beim zweiten Mal schaffen musst, schließlich hast du alles getan, was du tun konntest. Nur die Drachen, die interessiert es nicht. Du wirst wieder nicht gebunden. Und es ist wirklich nur deine Ehre, die dich wieder aus dem Wald treten lässt. Hast dich nie gefragt, was du machst, wenn das passiert. Für dich gab es keinen Plan B, nur Plan A. Aber du kannst nichts sagen, als man dich schließlich zur Infanterie schickt. Als du Schwarz gegen Blau tauschen musst. Es macht etwas mit dir. Nichts Gutes. Du siehst überall nur, woran du gescheitert bist. Glaubst an manchen Tagen andere Menschen würden sagen, die Götter hätten dich verflucht. Doch du glaubst immer noch nicht an sie. Glaubst nur gerade auch nicht mehr an dich. Wie kann man auf dem Papier der perfekte Soldat sein und dennoch nicht gewählt werden? Du hast keine Antwort auf die Frage. Hast nur etliche weitere, seitdem du nicht mehr dort bist, wo du sein willst.

Wer bist du, wenn du nicht das sein kannst, was du sein willst?
Verloren.
(Aber irgendwann findet er dich doch. Dein Drache. Es dauert nur noch ein bisschen.)
20 Ingameposts | 28.05.2026, 16:23
Basgiath War College
gespielt von Lini
43 Jahre
Reiter
1 Ingameposts | 16.07.2026, 12:18
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
22 Jahre
Reiterin
Dein Leben war schon immer leicht gewesen, du bist in einer wohlhabenden Familie geboren. Besser gesagt ist dein Vater ein Herzog und deine Mutter eine Herzogin, schon seit Anfang gehört euch Elsum. Somit hat dir an nie was gefehlt, du brauchtest nie Angst haben Hungern zu müssen, hattest immer ein Dach über den Kopf und in ei weichen Bett zu schlafen. Ja, all das ist natürlich schön und angenehm, musstest bis zu deinem 20. Lebensjahr nie um dein Leben kämpfen. Bis zu diesem Alter bestand deine Hauptaufgabe aus, die perfekte Tochter zu spielen. Und diese Aufgabe hast du auch gut gemeistert, hast aufgepasst dich nie danebenzubenehmen, hauptsächlich in der Öffentlichkeit. Du kannst eine kleine fiese Bitch sein, hast so keine Scheu stets das zu sagen, was du denkst, doch dank der Erziehung weißt du, wann du dich beherrschen musst.
Du wurdest privat unterrichtet, hattest trotzdem deine Freunde gehabt, natürlich kamen sie alle ebenfalls aus angesehen Familien. Natürlich war dir bewusst, dass sie dir auch gleichzeitig in den Rücken gefallen wären, um auf dem Thron zu sitzen. So hast du zumindest mit der Zeit gelernt, wem du vertrauen kannst und wen nicht, sowie dass du vorsichtig bist bei der Wahl deiner Freunde. Schon deine Eltern haben dir dies beigebracht, immer aufzupassen, wem du was anvertrauen tust und was nicht. Du genießt es im Rampenlicht zu stehen, durch zu Hause bist du es nicht anders gewohnt. Jedoch kannst du auch einschätzen, wann es richtig ist, sich nicht in den Vordergrund zu stellen. Es gibt auch Momente, wo du es nämlich mal genießt, für dich zu sein, mal nicht die perfekte Tochter spielen zu müssen.
Du hast schon mit 14 Jahren angefangen für das Training, als Drachenreiter zu üben, mit 12 Jahren kam der Wunsch auf, eine davon zu werden. Und da du ja nicht in die Fußstapfen von deinem Vater treten musst, dank geht raus an deinem Bruder, hast du da mehr freie Hand gehabt. Eine der Gründe war auch, weil du nicht an einen fremden Mann verheiratet werden wolltest, denn natürlich wollen deine Eltern, dass du den perfekten Mann an deiner Seite hast. Doch du hältst von diesem verheiraten nicht viel, findest jeder soll die Person heiraten, die sie auch wirklich liebt. Natürlich würdest du es nie direkt ins Gesicht deiner Eltern sagen, sie würden ausrasten und kein Verständnis dafür haben, so war dir klar, dass du lieber weggehst. Doch nicht nur deswegen bist du in den Reiterquadrant gegangen, irgendwie haben dich die Drachen und deren Reiter schon immer fasziniert und du möchtest deinem Land irgendwie helfen. Der Scheibenquadrant und der Heilerquadrant kamen für dich nie infrage, erstes findest du langweilig und beim zweiten wirst du zu viel Wunden, sowie Blut sehen. Ist jetzt nicht so, dass du direkt umkippen wirst, aber ja. Es ist einfach nicht dein Ding.
Dein Training war hart, dein Vater hatte dir einen guten Trainer organisiert, immerhin möchte er ja nicht, dass du Schande über die Familie bringst und es nicht überleben wirst. Du hast den Viadukt überlebt, genauso wie das Dreschen und warst natürlich erleichtert darüber. Genau da hast du das erste Mal jemanden getötet, als der Typ versucht hat dich zu töten. Beim Sparing hast du nämlich gegen ihn gewonnen und sein männliches Ergo hat dies nie verkraftet. Tja, er hat gedacht, dass er dieses Mal gegen dich gewinnen könnte, da hatte er falsch gedacht.
Mit deinem Drachen Free kommst du zum Glück klar, er ist der Einzige der über deine wahren Gefühle Bescheid weiß und dich so richtig sieht, so wie du bist, was du immer versucht zu verdrängen. Keine Ahnung, wieso es dir so leicht fällt, mit ihm über alles reden zu können, zu gestehen, dass du auf jemanden stehst. Du hast ihn sehr schnell ins Herz geschlossen, auch wenn es dir am Anfang etwas schwerfiel, dich auf seinen Rücken zu halten oder es etwas gedauert hatte, bis du deine Siegelkraft ausüben konntest.
15 Ingameposts | 19.04.2025, 23:37
Basgiath War College
gespielt von Maj
21 Jahre
Reiterin
Mit ihren 21 Jahren ist Yevhen Vryndor die Blaupause einer (angehenden) Drachenreiterin. In ihrem Juniorjahr am Basgiath War College hat man ihr das Abzeichen der Staffelführung für die 3. Staffel des Klauenschwarms im 1. Geschwader angeheftet – und ihr damit die Herausforderung gestellt, aus einer Gruppe von Einzelkämpfern im Idealfall eine Einheit zu formen; und ansonsten wenigstens fähige Drachenreiter, die das College überleben und sich anschließend auf eine andere Militäreinheit einlassen können. Ob sie gezeichnet sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Denn wer sei sie, den Befehl des Commanding Generals zu ignorieren, der sich eindeutig für eine Ausbildung des Rebellennachwuchses ausgesprochen hat?
Oder wer sei – nein, ist sie eigentlich überhaupt?

Das ist eine Frage, die sich eigentlich nie gestellt hat. Vorgezeichnet seit ihrer Geburt war Yevhens Weg stattdessen. Hineingeboren in eine Reiterfamilie, mit einem Vater als konkretem Vorbild, der mittlerweile Lehrer am BWC ist, und der Unterstützung eines ganzen Stützpunkts gab es nichts anderes als den Wunsch, ebenfalls Reiterin zu werden. – Und anschließend zu desertieren und Poromiel mindestens diesen Drachen und im besten Fall auch Waffen und Informationen übergeben zu können?
Manche ermunternden Sätze ihrer Mutter hallen in Yevhens Erinnerung jedenfalls mit genau jener Intention wider – und es gibt keine Möglichkeit mehr, sie zu fragen. Dass ihre Mutter poromische Späherin war, hat Yevhen erst zu spät erfahren. Vier Jahre war ihre Mutter damals schon tot. Sie ist umgekommen in einer Rebellion, die Yevhens Vater mit Gezeichneten hadern lässt, während sie selbst weiß: Sie kann froh sein, nur Halbwaise zu sein und lediglich das Drachenmal auf ihrer Haut zu tragen.
Oder wäre sie ebenfalls hingerichtet worden?

Das ist eine der unbeantworteten Fragen, denen Yevhen sich nicht stellt. Sie versteht sich bestens darauf, diese nach hinten zu schieben und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was sie kann: Angehende Drachenreiterin und Führungskraft zu sein, die (außer sich selbst) niemanden zurücklässt; die Herausforderungen nie unterschätzt, nie den Fokus verliert – oder ohnehin (fast) alles zu nüchtern-ernst nimmt. Wer ihr nachsagt, eines Tages Commanding General zu werden, meint das jedoch nicht unbedingt als Kompliment.
23 Ingameposts | 20.04.2025, 12:46
Basgiath War College
gespielt von Jani
21 Jahre
Schriftgelehrte
Du kannst dich an deine Aufgabe in der dritten Klasse erinnern. Was möchtest du werden, wenn du groß bist? Hast dabei zugesehen, wie alle um dich herum angefangen haben zu schreiben. Wort um Wort. Zeile um Zeile. Nur du hast aufs Pergament geblickt und Leere in deinen Gedanken gefunden. Manche haben ihre Texte mit Zeichnungen verziert. Andere haben begonnen miteinander darüber zu sprechen. Und obwohl du nicht wolltest, hast du hingehört. Hast gehört, wie von Reichtum und Drachen geredet worden ist. Von Dichtern und Helden. Irgendwann hast du aufgegeben. Hast den einzigen Gedanken niedergeschrieben, den du zu fassen bekommen hast: glücklich. Die Frage ist euch immer wieder gestellt worden. Und während sich die Wünsche und Träume und Vorstellungen der anderen geändert haben, ist deine Antwort stets dieselbe gewesen.

G l ü c k l i c h.
Das willst du sein.
Das bist du.

Große Schwester. Freundin. Tochter. Laut. Leise. Geduldig. Zuverlässig. Beherrscht. Du musstest dich von dem Glauben lösen, dass es etwas damit zu tun hat, wer du bist. Dass es darum geht, Antworten zu haben oder keine Fehler machen zu dürfen. Dass du einen Plan haben müsstest. So bist du nie gewesen. Bedacht, vielleicht, aber auch spontan. Losgelöst. In deiner eigenen Welt, in der du dich treiben lassen willst. Von einer Frage zur nächsten, von einem Gefühl zum anderen. Von Erfahrung zu Erfahrung. In der du sammeln willst; Menschen, die dich nicht nur zum Lachen bringen, sondern auch ein Gefühl der Sicherheit in der auslösen. Erinnerungen, über die du irgendwann einmal den Kopf schütteln wirst. Straßennamen, durch die du gewandert bist. Und Kuriositäten, über die zu sprechen das Eis brechen kann.

Es sind nur wenige Entscheidungen, die du tatsächlich bereust. Alle haben dich geformt und begleitet und zu der Person gemacht, die du bist. Sie haben dich den Menschen näher gebracht, die du heute liebst. An die Orte geschickt, die sich nach Zuhause anfühlen. Zu den Zweifeln, denen du mehr als einmal begegnet bist. Du fragst dich nicht, ob du anders sein solltest. Aber du fragst dich, ob du sein kannst, was andere brauchen. Ob du genug erlebt und gesehen hast. Ob du genug weißt, um Ratschläge über Dinge zu geben, die zu groß wirken. Ob du für all das – die Realität – nicht noch immer zu jung bist. Oder ob du’s dir nur wünschst.

Du trägst Verantwortung, bist erwachsen; aber du fühlst dich nicht immer so.
Du fühlst dich zu oft wie das kleine Mädchen im Klassenraum.
11 Ingameposts | 02.06.2026, 21:00
Basgiath War College
gespielt von Miri
36 Jahre
Reiter
Vier Schritte Sicherheitsabstand.

Es fühlt sich an, als wäre zwischen dir



und dem Rest der Welt immer vier Schritte Abstand. Dabei und — irgendwie auch nicht. Der vermeintliche Schutzschild den du dir selber aufgebaut hast, entpuppt sich wieder und wieder als Glasglocke. Dicke Wand zwischen dir und dem Rest der Welt. Siehst alles was da ist, nur die Luft hier Drinnen, die ist immer die Selbe.

Jemand lacht, aber es klingt weit weg.

Dass du mitlachst ist — selten. Dass du scherzt beinahe noch seltener. Brauchst mit Menschen immer noch einen (oder vier) Moment(e) länger. Dein Blick immer erstmal skeptisch, kritisch. Abwartend, weil da überall Gefahr lauert, zumindest in deiner Welt. Vermeintliche Bedrohungen. Jeder Witz könnte auch eine Spitze sein, jede gereichte Hand auch ein Messer halten. Ist dein Vater, der da in deinem Hinterkopf sitzt, die Augenbrauen für dich zusammenzieht, wenn du es nicht schon wie von alleine tust. Skeptisch. Abwartend. Immer noch 'nen Meter entfernt. Sicherheitsabstand, da ist er wieder. Schwer zu erklären, die Wut, den Frust, die Angst, die da mitschwingt. Schwer mehr zu sein als pampige Antworten, Drohungen, Aggressivität. Der Geduldsfaden so dünn, dass immer irgendetwas am reißen ist. Du, meistens. Drückst alles so weit runter, das Wort Passivität, was alles zustopft, bis hier und da etwas gewaltsam hochschießt.

Eins, ausfallend werden.
Zwei, zuschlagen.
Drei, Abstand gewinnen.
Vier, Reue.


Dabei könntest du mehr. Mehr als funktionieren, mehr als immer die selben Abläufe. Mehr als den selben kleinen Kreis am Rande der Kuppel, die Schrittanzahl auswendig gelernt. Außerhalb der Komfortzone? Dafür müsste man Komfort erstmal kennen. Ist nicht so, dass du’s nicht auch gern anders hättest. Manchmal. Nicht die dreitausend Stöcke im Arsch und ganz sicher nicht hinterher nochmal drüber nachdenken, wie etwas wirklich gemeint war. Sind immer zwei Optionen, das alte, oder was neues wagen, ausprobieren, doch weitergehen als gedacht. Und dann nur der eine Sekundenbruchteil bis du wieder beim immer gleichen bist. Den vier Schritten Abstand, der Distanz, die du nicht überwinden willst kannst.
469 Ingameposts | 01.04.2026, 09:29
Militär Navarre
gespielt von Sarah
33 Jahre
Heilkundiger
„Er wird in meine Fußstapfen treten. Und wenn die Zeit so weit ist, wird er nach Kestow kommen. Doch bis dahin darf er nicht ahnen, was meine eigentliche Arbeit ist. Was seine Arbeit sein wird.“

- aus den persönlichen Notizen von Conors Vater, F. Byrne


Es ist eine dunkle Zukunft, die ihm drohte. Noch dunkler als sie sich schon in seinem Jugendalter abgezeichnet hatte. Conor, der erzwungene Heilkundige. Der, der am Einberufungstag mit einer Mischung aus Wut und Sehnsucht zu den Gleichaltrigen schaute, die den Weg über das Viadukt antraten. Während sein eigener Weg in den Heilerquadranten führte, so wie es seine Familie von ihm erwartete. Oder eher: Sein Vater von ihm erwartete. Conor entschied sich an diesem Tag für den Weg der familiären Verpflichtungen und gegen das, was er selbst wollte. Etwas, das sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Vielleicht ist es das, was Conor manchmal so wütend erscheinen lässt. Unausgeglichen würde man vielleicht sagen, obwohl er eigentlich mittlerweile mit seinem Leben in seiner Staffel zufrieden ist. Aber es kommen die Momente. Immer noch nach all den Jahren. Momente, in denen er beobachtet, wie Drachen in die Lüfte steigen und er sich fragt, wie es gewesen wäre, wenn er doch diesen Weg eingeschlagen hätte. Es wäre mühseliger gewesen. Gefährlicher. Dessen ist er sich bewusst. Aber er hat sich arrangiert mit diesem Leben als Heilkundiger, hätte sich eine Tätigkeit außerhalb des Militärdienstes jedoch nicht vorstellen können. Ein Heilkundiger außerhalb der militärischen Laufbahn zu werden kam für ihn nie in Frage. Auch wenn er nach all den Verletzungen und Traumata, die er gesehen hat, Kolleginnen und Kollegen verstehen kann, die den Militärdienst verlassen haben. Conor blieb jedoch und ist sich sicher, dass er von diesem Pfad nicht mehr abweichen wird. Dass sein Vater geplant hatte, ihn in die Forschung zu bringen und ihn mehr in die Geheimnisse des navarrischen Königreichs einzubinden, ahnt er nicht. Der Verlust seines Vaters hat jedoch etwas verändert in seinem Leben. Er ist der älteste Sohn der Familie Byrne. Seine Mutter in Lotrotum, weiterhin in ihrem Betrieb arbeitend, seine Schwestern in Calldyr und Basgiath. Weit verstreut und trotzdem fühlt er sich verantwortlich für sie. Während er sich gleichzeitig vor der Frage sieht, ob mit dem Verschwinden seines Vaters auch sein eigenes Leben verändert wird. Er ist kein kalter Mensch, auch wenn er gerne so tut. Aber da flatterte neben der Sorge um seinen Vater doch etwas wie Hoffnung in seiner Brust, als er vom Verschwinden des älteren Byrnes erfahren hat. Eine Hoffnung, mit der er jedoch nichts anzufangen weiß. Zu sehr ist er es gewohnt, in den vorgegeben Bahnen und Strukturen zu leben.

Wusstest du, dass …
… er immer ein Buch dabei hat und eigentlich in jeder Situation die Ruhe hat, zu lesen?
… er auch auf den Spitznamen Con hört, es aber bevorzugt Conor genannt zu werden?
… er im Herzen ein Romantiker ist, das aber niemals zugeben würde?
… er Höhen hasst (vielleicht also ganz gut, dass er kein Reiter wurde)?
… er mit der Dunkelheit der Wintermonate nicht gut zurechtkommt und den Frühling jedes Jahr aufs Neue kaum erwarten kann?

0 Ingameposts | 21.07.2026, 18:00
Militär Navarre
gespielt von Lena
21 Jahre
Heilkundige
Ein helles Lachen, rosige Wangen und ein Blick voller Neugier und Lebensfreude – so oder so ähnlich könnte der erste Eindruck ausfallen. Emeline, die von den meisten aber schlicht Emmy genannt wird und sich auch so vorstellt, ist eher so Typ Sonnenschein. Das liegt in ihrer Natur, da muss sie sich gar nicht groß anstrengen. Scheint stets gut gelaunt, würde es ihr auch ohnehin niemals einfallen ihre schlechte Laune nach außen zu tragen und gar an wem anderes auszulassen. Die können da schließlich nichts für. Also, meistens. Unter den Heilenden ist Emmy in ihrem zweiten Jahr bereits in fachlicher Theorie ein Stück voraus, weil sie das Glück hatte bei ihrer Familie Wissen aufzusaugen und sogar vor dem BWC praktische Erfahrungen zu sammeln – allerdings muss sie noch lernen ihr Wissen auch kundzutun und anzuwenden, ohne sich dabei beispielsweise in einer Notfallsituation selbst in Gefahr zu bringen. Ja, genau: Durchsetzen kann sie sich noch nicht so gut und ist mitunter auch ziemlich schüchtern. Gerade Gezeichnete (und Drachen) bringen sie oftmals noch aus dem Tritt, das nervt sie sogar selbst. Ganz sicher will sie keine Last für ihre Staffel darstellen! Schließlich ist es ihr immerzu daran gelegen, dass sich Personen in ihrer Gegenwart wohl fühlen und nicht gar genervt von ihr sind.

⊹ I had a bad habit of missing lovers past


Wenn Emmy nicht gerade auf der Krankenstation arbeitet oder im Lernen versinkt hält sie sich gern in der Natur auf oder macht es sich mit einem Buch gemütlich. Sie ist eine kleine Tagträumerin, versinkt nicht nur in Geschichten, sondern auch in ihren eigenen Gedanken. Kleine was wäre wenn Szenarien, die nicht selten etwas mit hübschen Männern zu tun haben. Wer kann es ihr verübeln, der Anblick trainierender Reiter lässt ihr Herz ebenso schnell schlagen wie jede Cardio Einheit. Kann hormonell vermutlich auch gar nichts dafür, dass sie immerzu errötet und nervös wird, wann immer jemand in der Nähe ist den sie mag. Vielleicht ist sie leicht zu beeindrucken, eine kleine Romantikerin, die in ihrem Kopf aus einem netten Gespräch, dem Lächeln, direkt eine große Liebesgeschichte strickt.

⊹ You had to make your own sunshine, but now the sky is opalite


Emmy mag keine auffällige Person sein, sie ist aber gewiss aufmerksam. Ist gut darin den Raum zu lesen, weiß wann sie sich aus dem Staub machen sollte und wann helfende Worte angebracht wären. Generell fühlt sie sich dann wohl, wenn es ihrem Umfeld gut geht. Stellt das eigene Wohl gern mal zurück, kümmert sich erst um andere. Heilerin durch und durch könnte man sagen, ist auch ihre Berufung, da ist sie sich sicher.

⊹ This is just a temporary speed bump, failure brings you freedom and I can bring you love


Manchmal kommt da die Frage in Emmy auf, ob sie nicht zu langweilig ist. Vergleicht sich mit anderen, die mutiger und lauter sind, mehr Platz einnehmen, augenscheinlich mehr Ecken und Kanten haben als sie selbst. Manchmal wäre sie gern mutiger. Würde auch gern Abenteuer entdecken, einfach weil es sich bei anderen so spannend anhört. Sie sich vorstellt, wie lebendig man sich wohl fühlt, wenn man sich von den eigenen Ängsten nicht einschränken lässt. Emmy kann da nicht mitreden, stellt wohl eher das brave Vorzeigemädchen dar. Ihre Eltern wohl eher darüber besorgt, wie sehr sie manchmal mit dem Kopf in den Wolken ist und nicht ob sie pünktlich wieder zuhause ist – denn das ist sie ganz gewiss.
3 Ingameposts | 28.04.2026, 12:41
Basgiath War College

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