Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Du hast die Augen geschlossen.
Valdin.
Du hörst gar nicht richtig hin.

Valdin?
Öffnest die Augen, langsam blinzelnd. Müdigkeit, die nur gemächlich aus deinem Gesicht weicht.

Du bist gut darin so zu tun als wären dir Sachen egal. Arme verschränkt. Der Gesichtsausdruck immer ein bisschen gelangweilt. Als könnte dich nichts wirklich beeindrucken, als würde nichts passieren, das dich irgendwie was angeht. Manchmal lässt sich darin noch der bockige, kleine Junge erkennen, der keine Zeit hatte Kind zu sein. Ist der Grund warum‘s dir schwer fällt deine Grenzen zu wahren, dein Leben nicht zu behandeln als hättest du fünf. Rutscht von einem extrem ins nächste, von: nur Grenzen und keinen Schritt zum Leben, zu: dem genauen Gegenteil. Tief durchatmen. Dich beruhigen. Alles Dinge, die nie funktionieren. Für gute Ratschläge ist es dann, wenn du längst einen Schritt zu weit, mit dem Dickkopf durch die Wand bist, längst zu spät.

Dein Grummeln ist manchmal laut, manchmal leise. Kritischer Blick, eine Augenbraue oben. Das kannst du gut. Erstmal dagegen sein, erstmal so tun als wär‘s scheiße. Auch wenn du es ganz anders wahrnimmst, auch wenn du dich eigentlich nur beschwerst um dich zu beschweren und naja — nicht weil es dich wirklich stört. Hast‘s Bedürfnis oft und viel deine Meinung zu sagen, selbst wenn du davon wenig hast. Gern mit dem Finger in die Wunde. Alles, nur um von den eigenen Dingen abzulenken.

Dabei kannst du auch weicher, verletzlicher sein. Versteckst es gut hinter der Fassade mit der du irgendwann in Basgiath dachtest durchzukommen. Weil sich vorgetäuschte Stärke beinahe wie echte angefühlt hast. Hast nur irgendwann vergessen, dass du das eigentlich gar nicht mehr brauchst. Dass du aufhören kannst zu spielen, ein bisschen mehr — echt sein könntest. Wozu die Scharade hinter bissigen Kommentaren, die Distanz wahren sollen.
Nur damit niemand dich verletzen kann?
Zu spät.

(War was?)

Versuchst dir nicht anmerken zu lassen was alles hinter dir liegt. Schweigst, wenn andere von Zuhause, ihren Eltern erzählen. Willst nichts von den schlechten Erinnerungen teilen. Als könntest du dann den Schmerz und die Angst, die hinter dir liegt vergessen. Ungelesene Briefe in Schubladen, die eine andere Sprache sprechen, sowie Nächte in denen du schweißgebadet aufwachst. Findest keine Worte für das was du erlebt hast. Für das Zucken, wenn jemand nur die Hand nach dir ausstreckt und den Schmerz, der in deinem Namen ruht.
21 Ingameposts | 14.04.2025, 15:10
Militär Navarre
gespielt von Miri
30 Jahre
Reiterin
Frankenstein


Dein Lachen ist ganz laut, wird begleitet von 'nem Augenrollen. Spinner, murmelst du tonlos. In Basgiath machen sie noch Witze darüber, dass man dich nicht provozieren soll, das Monster wecken. Den Kraken, den Drachen, da gibt’s eintausend Witze drüber und du rollst immer mit den Augen. Das sagen sie, weil du eigentlich nie aus der Haut fährst und weil sie denken, dass wenn du’s tust, dass die Explosion dann riesig sein muss.
Stimmt auch.
Du kannst aus der Haut fahren, richtig wütend werden. Zuschlagen, am liebsten mit der Faust. Wobei dir ein Tritt auch immer gut gefällt (wenn du ihn austeilst). Ist die Sache mit dem unterschätzt werden, die dir nicht passt. Kannst von dir behaupten bisher jeden eines besseren belehrt zu haben, der dich unterschätzt hat. Musst im Training einmal zu oft hören, dass es schön wäre, wenn dein Ehrgeiz immer gleich gigantisch wäre und nicht noch ein bisschen größer, wenn man dich provoziert. Aber da lachst du schon wieder; egal.
Zu klein, zu friedfertig, zu lieb — von wegen.

Du bist all das.
Vor allem lieb(evoll). Hindert dich nicht dran das andere auch mit zu bringen, du bist schließlich nicht ohne Grund Reiterin geworden.
Aber und das aber ist hier besonders groß,
aber du bist auch die Sorte Reiterin, die man gern zeigt. Das nette Gesicht, die freundliche Ader, jemand die schon mehr Vertrauen ausstrahlt als ein Drache das normalerweise tut. Dir fällt’s leicht auf Menschen zuzugehen, sie in dein Herz und in deine Arme zu schließen. Kannst da sein, zu hören. Immer wieder geben, geben, geben ohne davon müde zu werden. Bist Hüterin von Geheimnissen und Sorgen. Bist diejenige, die man aufsucht, wenn’s schwer um’s Herz wird, weil es sich immer ein bisschen anfühlt wie nach Hause kommen, wenn du anfängst zu lächeln. Weil du’s leicht machst.

Dein Vater würde sagen, dass du da ganz nach deiner Mutter kommst, Francis. Mit aufgestützten Armen, eine richtige Macherin, ein richtiges Stehaufmännchen und dabei aber immer das Wohle anderer im Kopf. Du wirst rot, wenn du das hörst. Macherin, ein Wort worüber du gerne die Augen rollst. Doch manchmal wenn du die Schürze trägst, ein bisschen Mehl im Gesicht, so herzlich über dich selber lachst, dann siehst du sogar aus wie sie. Und darüber rollst du nie mit den Augen.

Für die meisten deiner Freunde bist du eher Frankie. Die gute Seele, die man gern um sich hat und der man die Traurigkeit nicht wirklich ansieht. Du bist Leichtigkeit und Verliebtsein ins Leben. Wenn du über dieses, oder jedes redest, wenn du dich verlierst in Geschichten und laut über die Witze anderer kicherst, gackerst, schreist. Du bist Hände ganz fest drücken und Freunde zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange geben.
Du bist immer nah, immer dicht dran, weil du’s so am liebsten magst, weil’s sich so immer anfühlt als würde dein Herz nicht alleine schlagen.
15 Ingameposts | 22.06.2025, 13:33
Militär Navarre
gespielt von Katja
31 Jahre
Reiter
Die Haltung gerade, den Kopf erhoben. Gehört sich so für einen Trevalion. Christian ist Stolz eben diesen Namen zu tragen. Ein Name, der auch gewisse Erwartungen mit sich bringt. Damit, dass er nicht der älteste Sohn ist, war schon früh klar, wie seine Zukunft aussehen würde. Der Reiterquadrant war nie eine Möglichkeit, sondern einfach eine gegebene Tatsache, die er aber auch nie groß hinterfragt hat oder damit gehadert hat. Die frühe Vorbereitung prägte den Charakter des Trevalions, Disziplin, der Wunsch sich zu messen und nicht nur gut - sondern besser zu sein, für ihn ganz normal. Eine gewisse Charakterstärke, eine gewisse Ausstrahlung, dem Namen keine Schande machen.

Christian ist zielstrebig und scheut sich auch nicht davor, seine Wünsche sehr konsequent durchzusetzen. Versagen ist einfach keine Option und so ist es kaum verwunderlich, dass er die Schmach, beim Dreschen ohne eine Drachenbindung zurückzukehren, nicht so stehen lassen konnte. Nur eine Woche später wurde ein Name mehr auf die Liste der Todesfälle gesetzt und Cair entschied sich dazu, Christians Entschlossenheit mit der Bindung zu ihr zu honorieren. Ein schlechtes Gewissen? Fragt man Christian danach, bekommt man von ihm wohl nur ein Schulterzucken. Offenbar war der frisch gebundene Reiter ja nicht stark genug gewesen, sonst hätte er ihn nicht töten können. Emotional stößt man bei Christian vor allem zunächst einmal auf eine kühle Distanz, begleitet von einer gewissen Herablassung und Arroganz. Unkontrollierte Gefühlsausbrüche sind bei ihm eher selten, seine Wut eher schneidend kalt und berechnend. Er ist überlegt und eher ein Kopfmensch, Entscheidungen trifft er bewusst und überdenkt die Konsequenzen, ehe er handelt. Impulsivität sieht er eher fast als Schwäche an. So ist es wohl kaum verwunderlich, dass er bei sich selbst häufig erste Impulse unterdrückt. Seine kontrollierte Art, die häufig kalt wirkt, mag vorherrschend sein und täuscht doch hin und wieder. Nicht immer lassen sich Gefühle in klare Bahnen und Vorstellungen pressen, egal ob es die eigenen oder andere sind. Zu lang aufgestaut kann es passieren, dass die auferlegte Kontrolle verloren geht und vor allem Wut sich entlädt. Passend zu seiner Siegelkraft Eismanipulation kalt und rücksichtslos.

So kalt er aber eben auch wirken mag, es definitiv sogar bevorzugt so wahrgenommen zu werden, ist das nicht alles, was seinen Charakter ausmacht. Familie ist für ihn nicht nur der Name und so sehr eine gewisse Berechnung immer eine Rolle spielt, ist die Bindung nicht nur Pflichtbewusstsein. Mag das Verhältnis zu seinen Brüdern zwar vor allem von einem gewissen Konkurrenzdenken geprägt sein, sind sie eben trotzdem wichtig und es ist mehr als reine Loyalität, die ihn an sie prägen. Und dann ist da natürlich auch noch seine Zwillingsschwester Calanthe. Wo er Dunkelheit und Kälte ist, ist sie Licht und Wärme. Wo er den für ihn geplanten Pfaden folgt, hat sie diese verlassen und geht ihren eigenen Weg. Manchmal beneidet er sie für diese Freiheit, die sie sich einfach genommen hat, manchmal versteht er nicht, wie sie sich so sehr von der Familie abwenden konnte und selbst auf Distanz zu ihr zu gehen, fällt ihm schwerer, als er es zugeben mag und er macht es weniger konsequent, als er es sollte. Auch wenn er es nicht offen ausspricht, ist er für sie froh, dass sie den Schritt gemacht hat, weil er sie gut genug kennt, um zu wissen, dass sie so ihr Glitzern behalten kann. Vielleicht ein wenig paradox, wenn man betrachtet, wie er in allgemeinen eher der Sicht seiner Familie folgt, dass Frauen nichts bei den Reitern zu suchen haben, sie schwächer sind und ihren Wert anders nutzen sollten - wichtige Verbindungen durch Ehen schaffen und sich darauf konzentrieren, als ihr Leben zu riskieren. Man sollte meinen, dass er schon genug Frauen begegnet ist, die dieser Meinung widersprechen… zumal da auch noch diese eine Frau ist, bei der er immer droht von dem Weg abzukommen, den er eigentlich eingeschlagen hat.
15 Ingameposts | 23.04.2025, 18:01
Militär Navarre
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Wenn man den Beginn deines Lebens betrachtet, hätte man wohl nie geglaubt, dass du auch nur annähernd so weit kommen würdest, wie du es bis jetzt geschafft hast. Deine Mutter war eine Frau die sich immer nur an den nächsten Mann hing, um irgendwie über die Runden zu kommen und es war wohl kaum verwunderlich, dass dabei auch Kinder entstanden. Neben dir gibt es noch deinen älteren Halbbruder Jacoby, der wohl der Einzige war, der sich wirklich um dein Wohlbefinden gekümmert hat. Dein leiblicher Vater war ein Reiter, der sich mit deiner Mutter ein paar Mal vergnügt hatte und der auch von dir wusste. Ein wenig finanziell hatte er deine Mutter unterstützt, mehr aber auch nicht. Somit hast du die ersten fünfzehn Jahre deines Lebens mit deiner Mutter und deinem Halbbruder verbracht, wobei du dich immer an deinem Bruder orientiert hast. Er war für dich dein sicherer Hafen dem du gefolgt bist und bei dem du dich wohl gefühlt hast.

Nach fünfzehn Jahren war deinem Vater eingefallen, dass er ja noch ein Kind hatte. Neben deinem großen Halbbruder hast du noch zwei jüngere Halbschwestern väterlicherseits. Für deinen Vater war klar, dass du ein Reiter werden würdest, für dich eigentlich nicht so. Es war nicht dein Traum von klein auf eines Tages Drachenreiter zu werden, da du auch gar nicht die Voraussetzungen hattest so ganz ohne Training, Vorbereitung oder dergleichen. Somit hattest du dich eigentlich in Gedanken dem Quadranten der Infanterie angeschlossen, aber dein Vater hatte andere Pläne. Da deine Mutter immer weniger dazu in der Lage war euch zu versorgen, hatte dein Vater dich zu sich genommen, um dich zu formen und dich auf den Reiterquadranten vorzubereiten. Mit aller Härte und Strenge die er aufbringen konnte. Du warst kein Kind für ihn, du warst ein Lehmklumpen den er zu einem Soldaten ausbildete und das mit aller Macht die ihm zur Verfügung stand. Fünf Jahre wurdest du von deinem Vater trainiert und auf den Reiterquadranten vorbereitet. Fünf Jahre in denen du deine Kindheit hinter dir lassen und erwachsen werden musstest, ob du wolltest oder nicht. Doch die fünf Jahre haben dich geprägt, haben dich stärker gemacht und dafür gesorgt, dass du sogar glaubtest, dass du es schaffen könntest. Dass du bereit warst, stark genug ein Reiter zu werden und deinen Vater stolz zu machen. Außerdem warst du gespannt darauf, ob dein Bruder, der ein Jahr vor dir in den Reiterquadranten eingetreten war, noch am Leben war und sogar einen Drachen hatte.

Sehr zu deiner Freude lebte dein Bruder noch und hatte einen Drachen gebunden. Dein Bruder schien ebenso froh zu sein, dass du noch am Leben warst und den Viadukt überquert hattest. Anfangs schien er aber nicht aus der Rolle des großen Bruders zu kommen und öfters dafür zu sorgen, dass du nicht ernst genommen wurdest, weil er sich immer vor dich stellte. Du hattest ihm mehrmals verbal und schließlich auch nicht mehr verbal deutlich gemacht, dass du deinen eigenen Weg gehen musstest, um ernst genommen zu werden, um als Reiter Erfolg zu haben. Irgendwann sah dein Bruder es ein und ihr wart auf Augenhöhe. Eine ganze Weile, bis du dich weiter entwickelt hast und immer weiter voran gekommen bist durch deine Qualitäten. Du warst dafür gemacht zu führen und genau deshalb warst du auch als Junior Staffel- und als Senior Schwarmführer. Deine Siegelkraft machte dir etwas Probleme am Anfang, genauso wie dein Drache, der alles andere als freundlich oder erheiternd war. Aber mit der Zeit hast du gelernt mit beidem umzugehen und daran zu wachsen.

Du wurdest zu einem exzellenten Reiter und Soldaten. Hast Befehle befolgt und dich bewiesen. Immer und immer wieder. Du hast eine Frau gefunden und ihr habt einen Sohn bekommen. Was warst du stolz auf deinen Nachwuchs und dir war klar, du würdest ihn eines Tages vorbereiten. Nicht zwingend darauf ein Reiter zu sein und auch nicht mit den Methoden die dein Vater benutzt hat - aber du würdest ihn vorbereiten sich durchzusetzen und stark zu sein. Doch so weit sollte es nicht kommen. Deine Familie wurde dir entrissen, auf grausame Art und Weise. Du kamst zu spät um sie zu retten und ihr Verlust hat eine tiefe Kerbe in deinem Herzen hinterlassen. Noch heute trägst du die Kette deiner Frau bei dir, sowie den kleinen Drachen aus Holz den du für deinen Sohn geschnitzt hattest. Erinnerungen die schwerer wiegen als ein Drache. Erinnerungen die dich in ein tiefes Loch gerissen haben, welches du emotional nie verlassen hast. Aber du hast weiter funktioniert. Als Reiter, als Soldat. Nach einem verheerenden Angriff und der Zerstörung des Außenpostens wurdest du nach Keldavi versetzt und befördert, bekamst die Staffelführung. Stolz machte sich in dir breit, gleichzeitig gab es neben deinem Bruder und deiner Mutter niemanden mehr groß, mit dem du das teilen konntest. Doch lange solltest du nicht in Keldavi sein, ehe der nächste Schlag dich zu Boden riss - im wahrsten Sinne des Wortes. Von einem Greifenschwarm - eigentlich eine Beleidigung. Du bist gestürzt, von deinem Drachen. Du hast gesehen, wie dein Drache schlingerte und zu Boden ging. Doch ihr habt überlebt. Schwer verletzt und nicht wissend, ob man euch durch bringt, aber es gelang. Ein Heilmacher rettete euch vor dem sicheren Tod. Doch die Narben am Körper und der Seele waren erneut tief. Ihr habt euch erholt, seid an euren alten Stützpunkt in Chakir zurück gekehrt und habt euch erneut hoch gekämpft. Ihr beide. Ein Team. Unzertrennlich. Selbst nicht durch ein Greifenschwarm. Eine Ehre war es für dich, als du schließlich zur Schwarmführung befördert wurdest, nachdem du dich erneut bewiesen hast. Gezeigt hast, dass du bereit bist bis zum Letzten zu kämpfen, für dein Königreich. Denn so arg viel mehr war dir nicht mehr geblieben. Du machst weiter. Jeden Tag. Mittlerweile ist das Lächeln auf deinen Zügen längst erstorben. Deine ganze Haltung distanziert, kalt und dennoch bist du für andere da, wenn es drauf ankommt. Besonders für deine Staffel, deinen Schwarm, deinen Bruder und, auch wenn es oftmals nicht so wirkt, deine Mutter. Trotz allem ist sie ja dennoch deine Mutter und hat ihr Möglichstes getan, was leider nicht viel war.
20 Ingameposts | 17.05.2025, 20:15
Militär Navarre
gespielt von Alex
29 Jahre
Heilkundige
Die geborene Rhexis verschlug es nach ihrem Studium im Heilerquadranten ausgerechnet nach Keldavi und heiratete dort – ihr Vater würde sagen – überstürzt einen Drachenreiter. Lyra baute sich am Rand der Welt ein kleines aber feines Leben auf, das seit letztem Jahr ein wenig am bröckeln ist... Die Entscheidung sich als Notfallmedizinerin in den Dienst ihres Landes zu stellen bereut sie zwar nicht und doch denkt sie seit letzten Winter öfters darüber nach, den rauen Stützpunkt und ihre Staffel zu verlassen. Was sie aufhält weiß sie selbst nicht so genau. Vielleicht ist es ihre Loyalität den Kameraden gegenüber? Wenn sie auch keine Kämpferin ist, hat sie sich ihre Daseinsberechtigung im Schwingenschwarm doch hart erarbeitet. Hier in Keldavi gibt's nämlich immer Verletzungen zu behandeln und oft zu wenig ausgebildete Hände dafür. Hier fühlt sie sich gebraucht und angekommen... auch wenn sie dafür manchmal das Gefühl hat, andere wichtige Dinge zu verpassen.
Ihr Mann starb bei einem Patrouillenflug – Details bekam sie als Angehörige natürlich keine mitgeteilt. Übrig blieb ihr da nur die Trauer. Anfangs kam sie kaum aus ihrer Kammer. Und schließlich verlor sie sich die letzten Monate einfach in ihrem Alltag und der Arbeit. Lyra lacht jetzt weniger, hat ein wenig an Fröhlichkeit verloren und der Wunsch sich einfach ein bisschen näher nach Pylcaster verlegen zu lassen glimmt auch immer mal wieder bei ihr auf.
Doch dann fällt ihr wieder ein, dass sie das Leben am Stützpunkt selbst gewählt hat. Sie kümmert sich gern, versorgt Verletzte und Kranke – weil das für sie sinnstiftend und wichtig erscheint! Und vielleicht auch weil... weil sie sich dann irgendwie ihrer Mutter nah fühlt, dessen letzten Jahre durch Krankheit geprägt waren. Vielleicht war das auch der Grund, dass Lyra ihren scharfen Verstand dazu nutzte und dem Heilerquadranten beitrat.
In ihrer Freizeit liest sie gern ein Buch, oft auch Fachbücher um immer auf den aktuellsten Stand der Heiler zu sein oder aber um sich einfach ein wenig weiterzubilden! Es kann nicht schaden neue Dinge für ihre Tätigkeit zu erlernen. An ihren Aufgaben zu wachsen, das macht ihr eigentlich viel Freude. Als sie frisch ausgebildet am Stützpunkt ankam, wurde ihr schließlich nichts geschenkt, sie wurde regelrecht ins kalte Wasser geschubst.

Lyra ist ein Mensch den man auf anhieb eigentlich sympathisch findet. Sie eckt selten an und ist immer auf Kompromisse und Einigung aus. Mit den meisten Menschen kommt sie problemlos zurecht, selbst wenn sie nicht die gleichen Ansichten vertreten. Sie kann gut zuhören, teilt bei Bedarf ihre Meinung und verteilt Ratschläge. Auch wenn sie Konflikten an sich lieber aus dem Weg geht, wenn ihr etwas nicht passt, dann ist sie durchaus dazu in der Lage für sich und andere einzustehen. Sie ist nicht direkt schüchtern oder weniger mutig... nur eben ein wenig introvertierter. Sie hat nicht das Bedürfnis besonders hervorzustechen oder sich anderen aufzudrängen. Dafür kann sie eine starke Schulter sein, an die man sich lehnt, wenn man einfach nur Unterstützung sucht.
2 Ingameposts | 13.11.2025, 10:03
Militär Navarre
gespielt von Lini
23 Jahre
Reiter
Müde Augen blicken dir aus dem Spiegel entgegen. Müde Augen, die nie dafür bestimmt waren, in diesem Teil des Basgiath War Colleges zu sein und dennoch hast du es irgendwie geschafft sogar bis zum 3. Jahr zu überleben. Du warst nie bestimmt dafür, ein Kämpfer zu werden, sondern ein Heiler. Du hattest dich darauf vorbereitet und von deiner Mom gelernt, wie man Anderen helfen und ihre Leiden lindern konnte. Du hattest so vieles darüber gelernt, wie man heilte, aber nie darüber, wie man kämpfte und tötete. Das musstest du alles selbst erlernen, wenn du nicht sterben wolltest. Ohne je etwas damit zu tun gehabt zu haben, wurdest du durch die Rebellion gezeichnet, an der deine Eltern beteiligt gewesen waren. Ohne es zu wollen, musstest du bei der Hinrichtung deiner Eltern und deines Bruders zusehen. Bilder die sich in dein Gedächtnis eingebrannt hatten. Ohne es zu wollen, wurdest du von deinen Geschwistern getrennt und ihr musstet die Jahre bis zum Basgiath War College alleine überstehen, da ihr nicht einmal Kontakt miteinander haben durftet.

Dein Weg führte dich zu einer Herzogfamilie in Elsum. Weit weg von deinem zu Hause und in eine fremde Familie, die dich nicht wollte, aber aus Regimtreue aufgenommen hatte. Du hattest versucht dich irgendwie einzufinden, ihnen zu helfen und keine Last darzustellen. Allerdings war deine bloße Existenz für sie eine Last. Deshalb wurdest du mehr wie ein Diener behandelt, als wie ein Pflegekind, womit du dich abgefunden hattest. Allerdings wolltest du dich nicht damit abfinden, dass du wegen den Vergehen anderer sterben solltest in einem Quadranten dem du nie beitreten wolltest. Aber du hast versucht dich darauf weitestgehend vorzubereiten, so gut es irgendwie ging. Im Geheimen hattest du die Gerätschaften der Tochter des Hauses benutzt, die sich selbst auf den Reiterquadranten vorbereitet hatte. Somit konntest du dich zumindest etwas darauf vorbereiten, nicht sofort zu sterben, kaum, dass du deinen ersten Fuß auf den Viadukt gesetzt hattest.

Vermutlich hatte man dir nicht zugetraut, dass du überleben würdest, dass du sogar so lange überleben würdest. Nach dem Viadukt hast du sogar irgendwie den Gauntlet geschafft, wobei dabei wohl mehr Glück reingespielt hatte. In dem Übungen warst du nämlich immer kläglich gescheitert, bis du es dann doch geschafft hattest. Bei der Präsentation ist dir ein grüner Drache sofort ins Auge gesprungen. Die blassgrünen Schuppen hättest du wohl überall erkannt, denn es war der Drache deines Vaters, der offenbar wieder bereit war sich neu zu binden. Gespannt hattest du beobachtet, wen er wohl binden würde, bis er schlussendlich beim Dreschen vor dir stand und dir offenbarte, dass er dich erwählt hatte. Überraschung hatte dich durchflutet und tatsächlich etwas Hoffnung, dass du doch das Ganze überleben könntest, jetzt, wo sich ein Drache für dich entschieden hatte.

Die Bindung zu Vark gab dir eine Menge Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu überleben, stärker zu werden und nicht nur als Prügelknabe zu fungieren. Erst nach dem Dreschen hattest du dich mehr und mehr mit anderen Gezeichneten beschäftigt und am Ende deines ersten Jahres weihte dein Drache dich in alles ein. Das Wissen machte dir Angst und zugleich sorgte es dafür, dass du ein Sinn darin gesehen hattest weiter zu machen und, dass deine Eltern und dein Bruder nicht umsonst gestorben waren. Mittlerweile bist du selbst in der Rebellion verwoben, sogar im Schmuggel involviert und vielleicht fühlst du dich zum ersten Mal zugehörig. Auch wenn es bedeutete, dass du vor deinen engsten Personen Geheimnisse wahren musstest, um sie zu schützen.
18 Ingameposts | 23.04.2025, 16:33
Basgiath War College
gespielt von Miri
28 Jahre
Flieger
„Lächel‘ doch mal.“ Deine Mutter rollt mit den Augen, sagt dir später, dass du dir aus den Worten deiner Großmutter nichts machen sollst und du nickst bloß. Zuckst mit den Schultern. Schon okay.

Du machst dir nichts draus.
Nicht aus diesem dummen Spruch, nicht aus allen die noch folgen. Aus denen, die Abstand halten, weil dein Gesicht genau das ausstrahlt. Macht‘s dir nichts aus voreiligen Schlüssen und dem Abstand, der sich auftut. Ist nicht deine Welt, nicht das, nicht der oberflächliche Small Talk, nicht der ganze Scheiß den‘s normalerweise braucht um herauszufinden, ob man sich sympathisch findet.
Nett.
(Hast du gehört — ich glaube — er soll ja —) Schulterzucken, Schulterzucken.

Schaffst es beim Training ein bisschen mehr zu geben, ein bisschen offener zu sein. Dann wenn das Thema und der Raum festgesetzt sind, die Linien klar verständlich. Alles davon ab, das fällt dir meistens schwerer. Hältst dich dann zurück, lässt andere eher den Raum einnehmen, andere die‘s besser können, laut, lustig, oder weich(er) zu sein.
Zuhören ist leicht — im Vergleich. Kannst gut das offene Ohr geben und musst selber einmal zu oft hören, dass du ein toller Zuhörer bist. Dass es dir schwer fällt im richtigen Moment zu gehen oder reinzugrätschen, da fragt niemand nach (und du wüsstest auch nicht wie du‘s erklären solltest). Verstehen ist das eine, das erklären das andere. Fühlen das eine, das ausdrücken — was ganz anderes. Behältst das meist alles lieber nur für dich.
Du sparst dir die Worte. Oft (Schulterzucken). Wenn du den Mund aufmachst, dann ist es ehrlich, direkt raus, ungefiltert. Damit muss man umgehen können. Mit dir.

Bist die Ruhe selbst.
Der Blick ist meist klar, fokussiert. Wirkt so als würde dir nichts entgehen und als könnte dich nichts wirklich umhauen, nichts überraschen. Bringst 'ne wahnsinnige Ruhe in den Raum rein.

Unbeirrt,
(stur, dickköpfig),
manchmal.

Ist was deine Mutter in den Wahnsinn treibt. Weil‘s ihr schwerfällt das zu verstehen und weil du nicht die Zähne auseinander kriegst um es ihr leichter zu machen. Nicht bis du allein bist, nicht bis es alles als Wut nach oben blubbert und zu stundenlangem Training wird. Zum Schreien im Dunklen raus auf‘s Meer bis der Druck sich weniger anfühlt. Bis sich das Schulterzucken wieder authentisch anfühlt. Es ist nichts. Und es ist wieder das kleine Regengesicht und der dicke Wolkenvorhang und bloß nicht drüber reden.
Schon okay.
29 Ingameposts | 02.06.2025, 16:31
Militär Poromiel
gespielt von Josi
56 Jahre
Reiter
Was stimmt mit ihm nicht? Dem Trevalion, der sich einfach weigert, sich wie einer zu benehmen. Kein geschliffenes Benehmen, kein tadellos höflicher Tonfall, kein politischer Ehrgeiz, keine kalte Perfektion, einzig das Ego trägt er wie alle Vertreter seiner Familie vor sich her. Rhys nutzt die Vorteile, die es ihm bringt sich adelig, Bruder eines Grafen nennen zu können, durchtritt die Türen die es ihm öffnet und fliegt doch nicht allzu selten durch eben jene hochkant wieder hinaus. In 56 Lebensjahren gibt es kaum einen Skandal, den man ihm nicht nachsagen kann. Trunkenheit, Schlägerei, Affären. Die Feierlichkeiten auf denen man dem Exzess nachgegeben hat, unzählbar, die Frauen mit denen man eine schöne Nacht verbracht hat, ebenso, nur die Namen an die er sich noch erinnern kann, die kann Rhys vermutlich an einer Hand abzählen (und vergibt als Alternative sich die richtigen zu merken, nur zu gern von Herzen kommende Spitznamen an die schöne Damenwelt). Da war nie viel was Bedeutung hatte, außer das Hier und Jetzt, der Moment, das volle Gefühl von Leben und Ignorieren aller Konsequenzen. Seine spontanen Entscheidungen sind oftmals nicht die besten oder vernünftigsten und trotzdem prägt eine gewisse Sprunghaftigkeit sein Wesen, Entscheidungen, die geändert werden, Prioritäten, die sich verschieben, Emotionen die umschlagen wie das Wetter. Das Glück ist mit den Dummen, sagt man, dabei ist er es nicht, nicht grundsätzlich. Gehört sicher nicht zu den großen Denkern, tut es einfach nicht so gern, aber ist nicht auf den Kopf gefallen auch wenn er lieber damit durch die Wand rennt, statt die Tür zu nehmen. Er weiß um seine vielen Fehler und trägt sie heut wie eine Rüstung, unter der ihm keiner etwas anhaben kann. Rhys schafft's trotzdem sich selbst regelmäßig zu überschätzen und dann aufs Neue zu scheitern, ein bisschen mehr Enttäuschung zu sammeln, die er mit sich herum trägt. Das Gefühl nicht in die Familie von Geburt zu passen, tut lange nicht mehr so weh wie früher. Sie passen eben auch nicht zu ihm, die Meisten, nicht alle. Dafür hat er Andere gefunden, die das tun. Freunde, Familie, Drachen. Ist Reiter, wie er alles macht in seinem Leben, mit ganzem Herzen, allen Emotionen und viel Kampfgeist. Hat im Dienst für sein Heimatland eine Sache gefunden, der er sich bereitwillig unterordnen und verschreiben kann, auch wenn's privat noch so viele unerfüllte Träume gibt, unerreichbar sind sie schließlich ebenso. Hat er früher hauptsächlich getrunken um seinen Vater zu verärgern, um zu provozieren und auszufallen und manchmal auch einfach aus Langeweile, ist der Alkohol heute eine willkommene Betäubung seiner Ängste und Zweifel, ein Mittel zur Beruhigung und Erdung, von dem er prinzipiell weiß, dass er ihm zu oft nachgibt und es wissentlich doch trotzdem tut.
15 Ingameposts | 15.05.2025, 19:39
Militär Navarre
gespielt von Maj
48 Jahre
Alchemistin
Glitzer – oder das Funkeln von Edelsteinen – ziert ihre Fingernägel, ihren Hals (um den die Besitzkennzeichnung OY liegt), ihre Augenlider und die Stickerei auf einem Kleid, das höchstwahrscheinlich ihr eigenes Monatsgehalt übersteigt. Deutlich erkennbar ist, dass Parisa Yazqhar, geb. Bellaïd, nicht nur Ehefrau eines Erbgrafen von Esmaryel (Krovla) ist, sondern auch selbst mit einem goldenen Besteckservice geboren wurde. Freiwillig ausgeschlagen hat sie es jedoch, das weitverzweigte Bankhaus der Bellaïds zu erben, um mit dem arrangierten Ehemann seinen Traum zu leben.
Fliegerbraut ist sie geworden und hat ihrem Mann gar gewünscht, an der Ostgrenze stationiert zu werden, wo sie zwar über Jahre um sein Leben gebangt hat, aber sicher wusste: Er tötet keine Menschen – während sie in Alban damit beschäftigt ist, genau solche Menschenleben zu retten. Nach einem Wehrdienst bei den Alchemisten hat Parisa sich zwar für den Schwerpunkt Heilung und Regeneration entschieden, ihre Ausbildung aber im zivilen Bereich gemacht. Allgemeinheilerin ist sie heute und ausschlaggebend dafür war das Schicksal ihrer ältesten Tochter. Es steht weder ein lang gehegter Traum dahinter, noch ein altruistischer Wunsch, Menschen zu helfen.
Statt Mitleid sind von Parisa auch eher effiziente Anweisungen und elitäres Gehabe zu erwarten. Sie weiß, was (körperliche) Schmerzen sind oder wie es sich anfühlt, Schwierigkeiten allein durchstehen zu müssen. Zum Eindruck, kalt und egozentrisch zu wirken, zuckt sie mit den Schultern. Ihre absolute Loyalität gilt schließlich nur ihrer Kernfamilie, bestehend aus ihrer Jugendliebe und vier Kindern, die ihr wichtiger nicht sein könnten – und für die sie die Zähne darüber zusammenbeißt, als einzige dieser Familie nicht zum Adel zu zählen.
Stattdessen einen ebenso abweichenden, wie niedrigeren Militärrang zu haben als ihr Mann, ist gesellschaftlich unproblematisch für den Ersten Leutnant Yazqhar. Seit gut zwei Jahren gehört Parisa nicht bloß wieder zum Militär, sondern hat sich auch mit Erfolg um eine Stelle in Cliffsbane beworben. Hier leitet sie die Abteilung für Allgemeinheilkunde, ist einerseits glücklich, die ganze Familie am gleichen Ort zu haben, und macht sich andererseits mehr Sorgen als zuvor. Sorgen, dass ihr Ältester sich nach dem letzten Jahr bewusst an einen gefährlichen Einsatzort lässt, um seinem eigenen Beschützerinstinkt Rechnung zu tragen. Sorgen, dass die falsche Ernährung (gedacht für eine Gruppe, nicht für Individuen) ihre älteste Tochter umbringen könnte. Sorgen, dass ihr Mann für Aufklärungsarbeiten in Richtung Ödlande geschickt wird, statt als Lehrer vor Ort zu bleiben. Sorgen, dass…
…sie zukünftig deutlich mehr Haarfärbemittel benötigen wird.
26 Ingameposts | 18.08.2025, 09:23
Militär Poromiel
gespielt von Alex
21 Jahre
Fliegerin
Vellas Eintritt in den Flieger-Quintanten der Cliffsbane-Akademie war mehr als das Erfüllen eines Kindheitstraums – es war ein Versprechen. Eine bewusst Entscheidung, ihre Heimat in der Zukunft verteidigen zu können, selbst wenn der Weg dorthin steinig und einsam sein würde. Für sie war diese Entscheidung ein ehrenvoller Schritt, doch zugleich ein stiller Aufstand: ein erstes kraftvolles Flügelschlagen in Richtung Selbstbestimmung, gegen den Willen ihrer Mutter.
Mit ihrer ungestümen, burschikosen Art war Vella seit jeher das Gegenstück zu ihrer Halbschwester Alanna – elegant, gefällig, wie gemacht für das Rollenbild, das ihre Mutter für ihre Töchter vorgesehen hatte. Vella hingegen war laut, lebhaft, und damit stets ein wenig „zu viel“ für die Vorstellung einer gehorsamen Tochter. So wuchs sie in einem inneren Zwiespalt auf – hin- und hergerissen zwischen dem Verlangen nach mütterlicher Liebe und dem Drang, sich selbst treu zu bleiben. Oft entschied sie sich für Harmonie statt Ehrlichkeit, lächelte, wo sie lieber widersprochen hätte, und hielt Wahrheiten zurück, die ihr längst auf der Zunge brannten.
Und dennoch – geliebt wurde sie. Auch wenn diese Liebe manchmal den bitteren Beigeschmack einer starren Form trug, in die man sie zu pressen versuchte. Anders als ihre Halbschwester Gwynethia, die um jedes Fünkchen Aufmerksamkeit kämpfen musste, hatte Vella es in mancher Hinsicht leichter.
Nun jedoch, seit dem Beginn ihrer Ausbildung, ist es stiller geworden zwischen ihr und ihrer Familie. Ein einziger Brief erreichte sie – trotz all der Nachrichten, die sie selbst nach Hause schickte. Sie weiß, dass sie die richtige Wahl getroffen hat. Sie hat ihren Bund mit Bran fürs Leben geschlossen, ein Versprechen gegeben – und es fühlt sich noch immer richtig an!
Vielleicht mag sie nicht zu den glänzendsten Kadettinnen zählen, bis sie mit allen mithalten kann wartet noch ein kleiner Weg auf sie. Tag für Tag arbeitet sie hart daran, den Anforderungen gerecht zu werden. Doch eines weiß Vella ganz genau: Fliegerin zu werden, lernt man vor allem mit dem Herzen!

Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich wirklich frei und mit jedem Tag der vergeht, passt sie besser hier her. Manchmal ertappt sie sich noch, wie sie sich zugunsten anderer zurücknimmt, manchmal muss sie noch lernen zu widersprechen und für sich einzugestehen, wenn man ihr Unrecht tut oder sie kleinhalten will, doch alte Gewohnheiten sterben bekanntlich nur sehr langsam.
7 Ingameposts | 08.07.2025, 21:36
Cliffsbane Akademie
gespielt von Alex
34 Jahre
Reiterin
Déisi ist nicht von ausfallender Erscheinung. Weder durch ihr Äußeres noch durch laute Worte oder demonstrative Stärke. Sie wirkt auf Fremde meist unauffällig, beinahe austauschbar, eine Tatsache, die sie sich einerseits gern zu nutze macht, um unterm Radar zu fliegen, aber auch in der Vergangenheit schon dazu führte, unterschätzt zu werden. Dabei ist sie charakterlich eher eine kleine Naturgewalt: Unberechenbar.

Die Dhorvalds sind eine einfache sowie militärisch geprägte Familie aus der Provinz Calldyr. Für Déisi gab es im Einberufungsalter daher nur zwei Möglichkeiten: Infanterie oder Reiterquadrant. Sie wählte letzteres und erwies sich nicht als Enttäuschung: An ihrer Seite kämpft seither ihr brauner Drache Sthar – erdverbunden, ausdauernd und von einer stillen Wachsamkeit geprägt. Gemeinsam gehörten sie bis vor kurzem dem Ostgeschwader (Klauenschwarm, 2. Staffel) an. Ein Angriff im Sommer 633 brachte ihr sonst so geordnetes Leben durcheinander – bei einem Angriff in Sumerton verlor sie nicht nur zwei Kameraden sondern erfuhr auch die Wahrheit über die Venini. Aufgrund ihres Wissens über die Existenz der Veneni sollten vermeintlich sämtliche überlebende Staffelmitglieder beseitigt werden. Kein Heldentod. Keine Wahrheit. Gemeinsam mit den anderen Überlebenden des Angriffs floh die Dunkelhaarige zunächst nach Poromiel – in Navarre gilt sie jedoch als Tod: Offiziell gefallen. Ausgelöscht. Auch wenn es ihr schwerfiel über die Lügen und den Verrat hinweg zu sehen, entschied sich Déisi gemeinsam mit Sthar dafür ihre Heimat nicht gänzlich zu verlassen, während viele ihrer Staffelmitglieder dem Militär in Poromiel anschlossen, klärte Déisi sich bereit beim Wiederaufbau von Aretia zu helfen.

Doch dieser jüngste Stillstand macht sie nervös. Zu lange an einem Ort, zu lange ohne wirkliches Ziel – das lässt ihre innere Unruhe wachsen und verstärkt das Gefühl, gefangen zu sein. Ihre aktuelle Situation empfindet sie als zutiefst belastend, nicht nur, dass sie den Großteil der anderen Überlebenden der zweiten Staffel vermisst, sie hat auch das Gefühl, ihre Prinzipen verraten zu haben. Déisi war immer schon ein Geflecht aus Leidenschaft und Idealismus, das nun tiefe Risse bekommen hat. Sie wollte immer das Richtige tun, glaubte an Pflicht, Moral und Verantwortung. Heute zweifelt sie daran, ob sie überhaupt noch weiß, was „richtig“ bedeutet.
0 Ingameposts | 17.11.2025, 09:00
Militär Navarre
gespielt von Jella
23 Jahre
Reiterin
Dein ganzes Leben scheint dir von anderen Händen und Köpfen vorherbestimmt und als dritte Tochter des Herzogs von Luceras wundert es vielleicht auch nicht, dass du zeitweise mehr als Währung gehandelt wurdest anstatt als Mensch, der du eigentlich bist. Mit gerade einmal sieben Jahren wurdest du einem Prinzen versprochen und erwartet, dass du das toll findest. So richtig verstanden warum, hast du in jungen Jahren nicht, sondern nur dein komplettes Leben umkrempeln müssen, um von deinem Zuhause an den königlichen Hof, zu ziehen. Fortan warst du oft auf dich allein gestellt, nicht wirklich natürlich, weil immer irgendjemand auf dich aufgepasst hat, aber emotional gesehen warst du trotzdem irgendwie die Außenseiterin – schließlich war dein Name Esper Cyra Terrell schon Anzeichen genug, dass du noch nicht ganz in die Reihen der Thalors gehörst. Die ersten Jahre hast du dich trotzdem bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, geschwiegen, gelächelt, brav genickt und alle Etiketten befolgt, die man dir mit den ersten Worten eingetrichtert hat. So richtig wohlgefühlt hast du dich damit nie, aber du kanntest kein anderes Leben, also wie hättest du auch wissen sollen, dass es auch etwas anderes geben kann?

Dass du in den Reiterquadranten gehen solltest oder vielleicht auch durftest, war der verzweifelte Versuch deiner Mutter, deine Verlobung zu beschleunigen. Aber im Gegensatz zu anderen Versuchen an deinen Strippen zu ziehen, fandest du diesen irgendwie verlockend. Reiterin klang nach mehr als nur die Verlobte eines Prinzen zu sein und das Risiko etwas Neues, was du in deinem Leben bisher nie eingehen durftest. Man konnte sich natürlich nicht sicher sein, dass du überlebst, aber die Tatsache, dass dein Verlobter keine Anzeichen machte dich zeitnah zu heiraten, war deiner Mutter ein solcher Dorn im Auge, dass sie das Risiko deines Todes für eine frühere Hochzeit eingehen wollte. Und du? Du denkst mittlerweile selten an deine potenzielle Hochzeit, sondern konzentrierst dich lieber auf dein letztes Jahr in der Ausbildung. Die Spiele deiner Mutter spielst du nur noch mit, wenn du glaubst, dass darauf ein bisschen Ruhe folgt. Bist im College aber auch unabhängig von all dem zu einer verantwortungsvollen Führungsperson, genau genommen Schwarmführerin geworden und hast deine Defizite aufgearbeitet. Erstaunlicherweise fällt dir das Zuschlagen deutlich weniger schwer, als man es dir im ersten Jahr nachgesagt hat. Mittlerweile glaubt auch niemand mehr, dass du deine adeligen Finger nicht schmutzig machen willst, weil den meisten dein Ehrgeiz aufgefallen ist. Warst ja schon immer irgendwie anpassungsfähig, weil man dir das abverlangt hat. Vielleicht hilft es aber in den letzten Jahren auch, dass dein Drache in regelmäßigen Abstand vorschlägt, deine Mutter zu fressen. Ist schließlich im Notfall immer eine gute Alternative, für die Hinterhand – und würdest du selbstredend nie wirklich durchziehen. Im Grunde ist deine Loyalität deiner Familie gegenüber immer noch stark genug, dass du nicht wirklich mit ihnen brechen würdest. Aber noch musst du das ja auch nicht. Generell ist Loyalität für dich aber auch ein Thema, deine Mitmenschen sind dir wichtig und auch dein Einfluss darauf, was mit ihnen passiert.

Die diplomatischen Bewegungen, die du vom Hof kennst, helfen dir auch in Basgiath weiter, auch wenn die meisten Spielchen doch etwas einfacher zu erkennen und direkter sind, als es in der Politik je sein würde. Dir fiel das Zuhören früher immer leichter als das Mitreden, aber mittlerweile hast du so etwas wie einen Mittelweg gefunden. Die Strenge, mit der du aufgezogen wurdest, findet sich in abgewandelter Form auch in deinem Verhalten wieder, ist aber nicht unfair, weil du weißt, wie ätzend es sein kann, wenn man kein Mitspracherecht hat. Generell gehst du keiner guten Diskussion aus dem Weg, auch nicht auf der Matte, auch wenn dir Worte in den meisten Fällen doch noch lieber sind als Fäuste. Du magst das Gefühl trotzdem, dass du dich wehren kannst und deine Muskeln dich deutlich besser tragen, als es noch vor drei Jahren der Fall war. Stimmt zwar, dass du nicht weißt, ob Zeke dich irgendwann vielleicht doch heiraten will, auch wenn ihr mittlerweile Freunde seid, aber irgendwie spielt es gerade auch gar nicht so eine große Rolle für dich. Gibt Wichtigeres da draußen, als eine Ehe, auch wenn deine Mutter das wohl anders sieht.
22 Ingameposts | 09.02.2025, 14:31
Basgiath War College
gespielt von telfi
32 Jahre
Fliegerin
Einatmen. Ausatmen.
Meine Arme auf der Reling.
Mein Kinn auf meinen Händen.
Ich spüre das Holz warm unter meinen Fingerspitzen.
Die Luft schmeckt salzig, die Wellen schlagen gegens Schiff und bringen mich zum wanken.
Aber da sind starke Arme, die sich um meine Mitte drängen, sein warmer Atem in meinem Nacken, seine Lippen an meinem Ohr. Küsse entlang meines Halses, ich mache ihm Platz.
Ich bekomme nicht genug.
Einatmen. Ausatmen. Alles für ihn. Ich bin ein kitschiges Mädchen. Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Aber meine Geschichte hat an einem anderen Ort, als auf diesem Schiff angefangen. Aufgewachsen zwischen Silberbesteck und vielen Regeln, Normen und Traditionen, die nicht meine bleiben sollten, habe ich irgendwann den Absprung geschafft. Ich bin die Tochter eines reichen Mannes, einer eleganten Dame, die Schwester eines ausgezeichneten Fliegers und ich hätte die Partnerin eines Mannes werden sollen, der mich vielleicht auf Händen getragen hätte. Ich habe eine andere Abzweigung genommen, mich schliesslich in den Bootsjungen verliebt. Ich bin an ihm und mit ihm gewachsen.
Aber ich bin auch alleine älter geworden, habe mich weiterentwickelt und bin irgendwann zu dem Menschen geworden, der heute vor dir steht. Ich bin nicht vollkommen und ich habe viele Fehler. Ich bin weder die Grösste, noch die Stärkste, noch die Geschickteste, noch die Fähigste all der Leute, die sich auf der Welt tummeln und vor allem auf diesem Schiff. Ich glaube ich bin am unteren Ende der Hirarchie, wenn man vielleicht irgendwann jemanden über die Planke laufen lässt, dann mich. Oder? Ich könnte etwas mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten haben. Aber, wenn ich mir die Menschen in dieser Mannschaft so anschaue, dann empfinden die meisten davon das Meer als ihre Heimat, ihr Zuhause. Ich nicht. Ich habe kein Zuhause, nicht eines, das an einen Ort gebunden ist, sondern vielleicht an einen Menschen. Und vielleicht ist das Meer irgendwann deswegen so wütend auf mich, dass es mich einfach verschluckt und nicht mehr ausspuckt. Oder mein Mensch ist irgendwann nicht mehr... und dann wohin gehöre ich? Ich gehöre nicht mehr zu meinen Eltern. Ich gehöre auch nicht an die Grenze und zu den anderen Stationen, die ich alle hinter mir gelassen habe, um auf dieses Schiff zu kommen. Habe ich hier eine Familie gefunden, derer ich mich würdig erweise? Ich fühle manchmal etwas zu viel und weiss nicht wohin mit diesen Gefühlen, dann werde ich wütend, weil in meinem Kopf die Rädchen plötzlich nur noch auf Wiederholung schalten. Ich fühle aber auch mit vielen, mit allen eigentlich. Vielleicht macht mich das zu einem unikaten kleinen Teilchen in diesem Puzzle an Menschen auf dem Schiff. Und vielleicht verschluckt mich darum das Meer noch nicht.
9 Ingameposts | 15.07.2025, 16:33
Militär Poromiel
gespielt von Miri
45 Jahre
Reiter
Dir fällt es leicht — ruhig zu sein, gelassen. Tiefenentspannt, wenn du willst. Braucht meistens schon ein bisschen mehr damit du aus der Haut fährst, damit sich in deinem Gesicht ein bisschen mehr abzeichnet als das leichte Schmunzeln. Es scheint als könnte die Welt um dich herum untergehen, alles an Katastrophen passieren, die Ruhe würdest du nicht verlieren. Ein Schulterzucken (ist was?). Coolness, wie die Kinder sagen. Die Kinder, ha, seine, nicht deine. Es ist leicht der coole Onkel zu sein, der zwei, drei Kinder auf den Armen trägt als wär’s nichts. Der für jede Dummheit zu haben ist und Geschichten erzählt, die sie mit großen Augen verfolgen. Vom Leben auf dem Hof, deinem Vater mit den Tieren, den vielen Geschwistern und Cousins. Alles ist dann immer schön, aufregend. Nie schwer, weil vor Kinderohren muss es nicht schwer sein.

Leicht, alles so verdammt leicht.
Es ist einfach sich im Chaos Zuhause zu fühlen, wenn man zwischen so vielen Menschen aufwächst, dass man manchmal nicht weiß wo man beginnt und der andere aufhört. Findest Gesicht um Gesicht, Freund an Freund, die du dichter und dichter lässt als würde es sich dann wieder anfühlen wie inmitten deiner Geschwister zu stehen. Es hilft ständig in einer Staffel zu sein, die wie Familie sein soll. Und es hilft Teil einer Familie zu sein, die eigentlich nicht deine Familie sein sollte (oder?). Egal. Nicht drüber nachdenken.
Obwohl du’s tust.
Immer, ständig.
Der Kopf, der rotiert.
Auch wenn du’s gut überspielst.

Du bist zwei breite Arme, die jedes Problem nehmen, hochheben, zerdrücken. Warst Six, für deine Familie und wirst es für die neue wieder, der Spitzname kommt von selbst, wie ein Bumerang zu dir zurück. Sechs Leute, die du gleichzeitig bezwingen könntest. Sechs Jahre in denen du nie das Wort: Nein benutzt hast. Sechs Sekunden, die du brauchst um auf deinen Drachen aufzusteigen, Sechs Minuten um jeden deiner Staffel zum Lachen zu bringen — die Sprüche sind endlos; das bist alles du.

Du bist beim Armdrücken gewinnen und lachen. Immer im Nahkampf, immer nah dran. Die zwei kurzen Äxte über Kreuz auf dem Rücken, weil es leicht ist. Leicht ist groß zu sein und ein bisschen finster zu gucken, was von Außen schnell alles erledigt. Dass es da Drinnen eher weich und ruhig ist, dafür muss man dich besser kennen. Besser für die Wärme und den Tierfreund, der jedem Vogel einen Namen gibt, mehr Hühner als Familie kennt und Eichhörnchen entdeckt, wo andere nur wackelndes Geäst sehen. Würdest dich nie als weich bezeichnen, nie als sanft, weil sich das Leben immer ganz anders angefühlt hat, ganz andere Worte dafür gefunden hat. Für die familiäre Liebe, die du kennst und so gerne weitergibst, für die Wärme, die da in dir schlummert, für die hoffnungsvollen Gedanken, die da hinter dem Stirnrunzeln hausen.

Bist gerne mitten drin, ganz vorne dabei, das ist da wo man dich kennt, wo man dich sieht, wo man dich — erwartet. Nicht still, sondern laut. Nicht so sehr in deinem Zimmer, heimlich, mit den Büchern und den Notizen über alles mögliche, die bei ausgedachten Geschichten anfangen wo du dir die Charaktere aufschreibst damit du sie dir besser merken kannst und irgendwo bei Manövern für Flüge und Kämpfe enden. Liebst die Seifenopern und das Drama, das du manchmal zwischen den Zeilen findest. Vielleicht, weil du selber als der andere Mann inmitten einer Ehe so viel eigenes Drama hast, dass das erfundene dir irgendwie gut tut. Und du liebst ihn, das Gesicht, das all das kennt und der nie ganz dir gehört.
11 Ingameposts | 14.05.2025, 18:38
Militär Navarre
gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist laut. Da, hier, wo’s laut sein darf. Frei. Rollst mit den Augen, immer noch lachend. Hast Blicke bei denen, die dir Geschichten so erzählen, dass sie lebendig werden. Immer zwei offene Ohren und den Mund, die Lippen, Kinnlade, ein Stück runter. Eine Frage, noch eine, zwei, drei. Kannst nie genug wissen, nie genug haben. Die Neugierde, die hinter den aufmerksamen Blicken steckt, die’s schließlich nie gestillt. Manchmal da fällt es dir richtig leicht die richtigen Fragen zu stellen, an den richtigen Orten zu sein, da zu sein. Dann ist dieses: ein guter Freund sein, so leicht als wär das alles was du bist. Obwohl du oft genug das Gegenteil davon bist, das Gegenteil von leicht, das Gegenteil von gut.

Die Ruhe, die Stille, das Abwarten. Sturm, der unter deinem Brustkorb tobt und nur die Miene, die nach Außen nichts durchscheinen lässt. Bist kontrolliert, gefasst, nachdenklich. Lieber zwei Worte zu spät, als überhaupt etwas sagen, weil du deine Zeit brauchst um Entscheidungen zu treffen mit denen du dich wohl fühlst. Du willst nichts falsch machen. Sei es bei den einfachen Dingen, oder den großen. Deine Mutter sagt, dass du hättest dem Brot beim Backen zusehen können, weil ihr in eurer Ruhe, dem stillen aufgehen, so gleicht.

Da sind Geheimnisse, Dinge, die du nicht sagst, nur denkst, still trägst, die sich mit wenigen, mit beinahe niemanden und dann mit niemanden teilen lassen. Gewicht, das auf deinen Schultern sitzt. Verantwortung, der du nie ausweichst, auch wenn du nicht danach gefragt hast, weil du immer ja sagen, immer helfen würdest. Nicht, dass du es zugibst, das Weiche oft versuchst zu verstecken, aber’s ist da. In den kleinen Gesten, die so nebensächlich wirken, dass sie’s niemals wirklich sind. Du bist der zum Anlehnen, wo die Tür immer offen steht, wo man nicht nachfragen muss, wenn man aus Albträumen aufwacht und wo nächtelang gesprochen werden kann, weil man weiß, dass du dem Zuhören nicht müde wirst. Noch einen Ratschlag mehr geben kannst. Mehr geben willst. Du hältst, hältst fest und bist der doppelte Boden, das sichere Netz, immer offene Arme, die bereit sind zum Fangen.

Man muss an den ganzen offensichtlichen Dingen schon vorbei sehen wollen, um die Tränen, das Zerbrechliche zu sehen. Da wo der Schmerz sitzt, bist du so fürchterlich still, dass da beinahe gar nichts ist. Hast früher so gern gesprochen, über den Mann der du sein wolltest und verlierst heute so wenig Worte über den Mann der du bist. Nicht über die Frage, ob sie stolz wären. Deine Mutter, dein Vater. Stolz über den Reiter zu dem du Herangewachsen bist. Stolz über die Stürme, denen du trotzt und liebevoll zu den Unruhen in dir selbst. Wüsstest gern, ob sie Angst hätten, weil du Teil von etwas Großem bist, ob sie dich noch wieder erkennen würden, oder ob du schon so lange schweigst, dass da nichts mehr zu erkennen ist.

Hast Angst was ist, wenn niemand dich mehr erkennt.
12 Ingameposts | 01.05.2025, 11:06
Militär Navarre

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