Charakterliste
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gespielt von Lena
21 Jahre
Heilkundige
Ein helles Lachen, rosige Wangen und ein Blick voller Neugier und Lebensfreude – so oder so ähnlich könnte der erste Eindruck ausfallen. Emeline, die von den meisten aber schlicht Emmy genannt wird und sich auch so vorstellt, ist eher so Typ Sonnenschein. Das liegt in ihrer Natur, da muss sie sich gar nicht groß anstrengen. Scheint stets gut gelaunt, würde es ihr auch ohnehin niemals einfallen ihre schlechte Laune nach außen zu tragen und gar an wem anderes auszulassen. Die können da schließlich nichts für. Also, meistens. Unter den Heilenden ist Emmy in ihrem zweiten Jahr bereits in fachlicher Theorie ein Stück voraus, weil sie das Glück hatte bei ihrer Familie Wissen aufzusaugen und sogar vor dem BWC praktische Erfahrungen zu sammeln – allerdings muss sie noch lernen ihr Wissen auch kundzutun und anzuwenden, ohne sich dabei beispielsweise in einer Notfallsituation selbst in Gefahr zu bringen. Ja, genau: Durchsetzen kann sie sich noch nicht so gut und ist mitunter auch ziemlich schüchtern. Gerade Gezeichnete (und Drachen) bringen sie oftmals noch aus dem Tritt, das nervt sie sogar selbst. Ganz sicher will sie keine Last für ihre Staffel darstellen! Schließlich ist es ihr immerzu daran gelegen, dass sich Personen in ihrer Gegenwart wohl fühlen und nicht gar genervt von ihr sind.
⊹ I had a bad habit of missing lovers pastWenn Emmy nicht gerade auf der Krankenstation arbeitet oder im Lernen versinkt hält sie sich gern in der Natur auf oder macht es sich mit einem Buch gemütlich. Sie ist eine kleine Tagträumerin, versinkt nicht nur in Geschichten, sondern auch in ihren eigenen Gedanken. Kleine was wäre wenn Szenarien, die nicht selten etwas mit hübschen Männern zu tun haben. Wer kann es ihr verübeln, der Anblick trainierender Reiter lässt ihr Herz ebenso schnell schlagen wie jede Cardio Einheit. Kann hormonell vermutlich auch gar nichts dafür, dass sie immerzu errötet und nervös wird, wann immer jemand in der Nähe ist den sie mag. Vielleicht ist sie leicht zu beeindrucken, eine kleine Romantikerin, die in ihrem Kopf aus einem netten Gespräch, dem Lächeln, direkt eine große Liebesgeschichte strickt. ⊹ You had to make your own sunshine, but now the sky is opaliteEmmy mag keine auffällige Person sein, sie ist aber gewiss aufmerksam. Ist gut darin den Raum zu lesen, weiß wann sie sich aus dem Staub machen sollte und wann helfende Worte angebracht wären. Generell fühlt sie sich dann wohl, wenn es ihrem Umfeld gut geht. Stellt das eigene Wohl gern mal zurück, kümmert sich erst um andere. Heilerin durch und durch könnte man sagen, ist auch ihre Berufung, da ist sie sich sicher. ⊹ This is just a temporary speed bump, failure brings you freedom and I can bring you loveManchmal kommt da die Frage in Emmy auf, ob sie nicht zu langweilig ist. Vergleicht sich mit anderen, die mutiger und lauter sind, mehr Platz einnehmen, augenscheinlich mehr Ecken und Kanten haben als sie selbst. Manchmal wäre sie gern mutiger. Würde auch gern Abenteuer entdecken, einfach weil es sich bei anderen so spannend anhört. Sie sich vorstellt, wie lebendig man sich wohl fühlt, wenn man sich von den eigenen Ängsten nicht einschränken lässt. Emmy kann da nicht mitreden, stellt wohl eher das brave Vorzeigemädchen dar. Ihre Eltern wohl eher darüber besorgt, wie sehr sie manchmal mit dem Kopf in den Wolken ist und nicht ob sie pünktlich wieder zuhause ist – denn das ist sie ganz gewiss.
4 Ingameposts | 28.04.2026, 12:41
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Schriftgelehrte
heldenreise
[ˈhɛldn̩ˌʀaɪ̯zə] Substantiv Erzählstruktur verschiedener literarischer Genres, bei welcher der Protagonist in ein Abenteuer zieht, sich gegen Gegner und Gefahren behauptet und innerlich verändert an den Ursprungsort zurückkehrt i. Die bekannte Welt
Ein leeres Stück Pergament – es ist gleichzeitig aufregend und beängstigend. Noch ist nichts geschrieben und du kannst entscheiden, wo es hingeht. Aber was, wenn du dich für die falsche Richtung entscheidest? Andere sagen ein Buch aufzuschlagen, einer leeren Seite zu begegnen ist wie zu einer ersten Verabredung zu gehen. Aufregend, weil du nicht weißt, was dich erwartet. Weil die Geschichte, die du liest oder schreibst, dich magisch in eine andere Welt ziehen kann – oder wie eine schlechte Verabredung enttäuscht. Du findest es ist ein bisschen wie in den Tag hineinzuleben. Jeder Tag ist eine neue Seite, die du füllen kannst. Jedes unbeschriebene Stück Pergament eine Möglichkeit etwas Neues zu erfinden. Eine leere Seite liegt vor dir und du verspürst das erste Mal in deinen Kindheitstagen das Bedürfnis sie zu befüllen. Du siehst lange nur das Potenzial, spürst keine Sorge. Der Perfektionismus kommt erst später. Als junges Mädchen schreibst du einfach. Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebucheinträge. Du versuchst in Worten festzuhalten, was du fühlst, was du siehst, was du erlebst. Es dauert Jahre, bis du realisierst, dass du auch etwas anderes willst. Du willst Geschichten erzählen. Und weil du von Liebe umgeben aufgewachsen bist, wird Liebe dein Thema. Dir geht’s um eine Welt, in der man sich nicht einsam fühlen muss. Dir geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen. Dir geht’s um Träume, die sich in deinem kindlich romantisch verklärten Herzen festigen und dich bis heute nicht ganz loslassen. Du träumst nicht von Heldengeschichten, aber von Menschen, die über sich hinauswachsen. Während andere davon träumen auf Drachen den Himmel zu erklimmen, träumst du auf Seiten. Es wundert niemanden, dass du zu den Schriftgelehrten gehst. Es wird niemanden wundern, wenn du nach deinem Wehrdienst in eine andere Normalität zurückkehrst. In Geschichten bringt Krieg Menschen oft zusammen, aber in der Realität wirkt’s auf dich, als treibt er sie auseinander. Du magst Struktur, du magst Sicherheit. Deswegen wäre es einfach dem Weg deines Nachnamens zu folgen und die familiäre Pferdezucht zu übernehmen. Aber du magst es mehr die Freiheit zu haben, dich auch manchmal gar nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was dich umgibt. Du lernst, dass du nicht nur schreiben kannst, was du fühlst, sondern auch das, was du dir vorstellst. Du flüchtest für kurze Zeiten in fiktive Welten – und hoffst, vielleicht auch anderen einen Zufluchtsort geben zu können. Wenn man dich fragt, warum du schreibst, dann sagst du: gegen die Einsamkeit und für die Hoffnung. Für andere, aber auch für dich. Du bist gleichzeitig Ana Arcadi (dein Autorinnen-Pseudonym) und Siana Idraca. In deiner Welt sind sie ein- und dieselbe. In beiden siehst du keine Heldinnen. Du schreibst Charaktereigenschaften von dir in deine Bücher, Erinnerungen, aber nie wirklich dich. Du willst keine Ein leeres Stück Pergament – du bindest es an die bereits vollgeschriebenen Seiten und setzt die Feder an.
19 Ingameposts | 28.06.2026, 10:46
Basgiath War College
gespielt von Jani
30 Jahre
Flieger
Du bist dein ganzes Leben davon umgeben gewesen; vom Meer. Hast dich im Hafen herumgetrieben, bist durch die Gassen gewandert und hast dich nicht nur einmal auf eines der Schiffe geschlichen. Bist in der Hektik untergegangen, hast dich in ihr versteckt und bist immer froh darum gewesen, nicht gesehen zu werden. Dieses Gefühl hat sich weitergetragen, bis in die Schule: wo du auf einmal realisiert hast, was dich von den anderen Kindern unterschieden hat. Deine Schulsachen in einem gebrauchten Zustand, die Ärmel deines Pullovers zu kurz für deine Arme. Deine Hose mehr als nur einmal geflickt und genäht, weil sie dir ständig beim Spielen kaputt gegangen ist. Deine Mutter, sie hat es mit einem leisen Seufzen hingenommen, obwohl bereits damals Sorgenfalten auf ihrer Stirn gewesen sind; du bist nur zu jung gewesen, um es zu realisieren. Um es zu deuten. Hast erwachsen(er) werden müssen, um zu verstehen – die Streitereien zuhause, die Trennung deiner Eltern, die Jahre der Armut, die hinter dir und zeitgleich vor dir gelegen haben. Wie ein Kreislauf, der nicht zu durchbrechen war. Wie das Gesetz des Wassers, das der Ebbe und Flut, das immer wiederkehrend ist. Aber du – du hast dir vorgenommen, einen Weg herauszufinden. Ein besseren Leben zu ermöglichen, für dich und deine Familie. Es ist maßgeblich für die Entscheidungen gewesen, die du getroffen hast. Die dich an diesen Punkt in deinem Leben geführt haben; zurück zum Meer. Nicht nach Malkam – deiner Heimatstadt – sondern nach Draithus. Es gibt verschiedene Gründe dafür, sich für ein Leben im aktiven Dienst zu entscheiden, die Freiheiten der Selbstbestimmtheit aufzugeben: deiner ist immer die Sicherheit gewesen, die diese Arbeit dir versprochen hat. Die Tatsache, dass du dich nur an die Regeln zu halten hast, um nicht entlassen zu werden. Und durch die Bindung deines Greifens ist es beinahe unmöglich geworden. Poromiel braucht Flieger. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und das ist vielleicht das Einzige, wovor du dich nie gefürchtet hast – wonach du insgeheim gestrebt hast. Verantwortung. Unterstützung. Hilfe. Willst der Fels in der Brandung für deine Kameraden und Freunde sein. Willst anders sein, als dein leiblicher Vater es ist. Nicht die Augen verschließen vor Wahrheiten. Nicht die Geduld verlieren. Nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. Nicht weglaufen, wenn die Situationen schwer sind. Es fällt dir nicht immer leicht: manchmal bist du nun einmal der Sohn deiner Eltern. Unfähig, auszusprechen, was dich belastet. Abwehrend, bevor du dich selbst zu verletzlich machst. Ablenkend, wenn sich das Thema zu stark in Richtung deiner Vergangenheit bewegt. Schämst dich nicht (mehr) für die Verhältnisse, in denen du aufgewachsen bist, weil du weißt: Geld ist nebensächlich. Auf die Familie kommt’s an. Auf die Menschen, die man in sein Leben lässt. Auf das Vertrauen, das man aufbaut. Aber dir fällts leichter, zu lachen und dich anzupassen, statt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Willst dich nicht mehr wie damals verstecken, aber brauchst die Augen anderer noch immer nicht auf dir; vielleicht weil’s dich zu sehr daran erinnert, wie es in deiner Schulzeit gewesen ist. Weil du dich automatisch fragst, was sie reden und ob’s mit dir zutun hat. Diese Unsicherheit – du wirst sie vermutlich niemals gänzlich abschütteln können, auch wenn du inzwischen anders bist. Auch wenn du inzwischen weißt, wer du bist.
24 Ingameposts | 03.06.2025, 17:37
Militär Poromiel
gespielt von Jella
23 Jahre
Reiterin
Dein ganzes Leben scheint dir von anderen Händen und Köpfen vorherbestimmt und als dritte Tochter des Herzogs von Luceras wundert es vielleicht auch nicht, dass du zeitweise mehr als Währung gehandelt wurdest anstatt als Mensch, der du eigentlich bist. Mit gerade einmal sieben Jahren wurdest du einem Prinzen versprochen und erwartet, dass du das toll findest. So richtig verstanden warum, hast du in jungen Jahren nicht, sondern nur dein komplettes Leben umkrempeln müssen, um von deinem Zuhause an den königlichen Hof, zu ziehen. Fortan warst du oft auf dich allein gestellt, nicht wirklich natürlich, weil immer irgendjemand auf dich aufgepasst hat, aber emotional gesehen warst du trotzdem irgendwie die Außenseiterin – schließlich war dein Name Esper Cyra Terrell schon Anzeichen genug, dass du noch nicht ganz in die Reihen der Thalors gehörst. Die ersten Jahre hast du dich trotzdem bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, geschwiegen, gelächelt, brav genickt und alle Etiketten befolgt, die man dir mit den ersten Worten eingetrichtert hat. So richtig wohlgefühlt hast du dich damit nie, aber du kanntest kein anderes Leben, also wie hättest du auch wissen sollen, dass es auch etwas anderes geben kann?
Dass du in den Reiterquadranten gehen solltest oder vielleicht auch durftest, war der verzweifelte Versuch deiner Mutter, deine Verlobung zu beschleunigen. Aber im Gegensatz zu anderen Versuchen an deinen Strippen zu ziehen, fandest du diesen irgendwie verlockend. Reiterin klang nach mehr als nur die Verlobte eines Prinzen zu sein und das Risiko etwas Neues, was du in deinem Leben bisher nie eingehen durftest. Man konnte sich natürlich nicht sicher sein, dass du überlebst, aber die Tatsache, dass dein Verlobter keine Anzeichen machte dich zeitnah zu heiraten, war deiner Mutter ein solcher Dorn im Auge, dass sie das Risiko deines Todes für eine frühere Hochzeit eingehen wollte. Und du? Du denkst mittlerweile selten an deine potenzielle Hochzeit, sondern konzentrierst dich lieber auf dein letztes Jahr in der Ausbildung. Die Spiele deiner Mutter spielst du nur noch mit, wenn du glaubst, dass darauf ein bisschen Ruhe folgt. Bist im College aber auch unabhängig von all dem zu einer verantwortungsvollen Führungsperson, genau genommen Schwarmführerin geworden und hast deine Defizite aufgearbeitet. Erstaunlicherweise fällt dir das Zuschlagen deutlich weniger schwer, als man es dir im ersten Jahr nachgesagt hat. Mittlerweile glaubt auch niemand mehr, dass du deine adeligen Finger nicht schmutzig machen willst, weil den meisten dein Ehrgeiz aufgefallen ist. Warst ja schon immer irgendwie anpassungsfähig, weil man dir das abverlangt hat. Vielleicht hilft es aber in den letzten Jahren auch, dass dein Drache in regelmäßigen Abstand vorschlägt, deine Mutter zu fressen. Ist schließlich im Notfall immer eine gute Alternative, für die Hinterhand – und würdest du selbstredend nie wirklich durchziehen. Im Grunde ist deine Loyalität deiner Familie gegenüber immer noch stark genug, dass du nicht wirklich mit ihnen brechen würdest. Aber noch musst du das ja auch nicht. Generell ist Loyalität für dich aber auch ein Thema, deine Mitmenschen sind dir wichtig und auch dein Einfluss darauf, was mit ihnen passiert. Die diplomatischen Bewegungen, die du vom Hof kennst, helfen dir auch in Basgiath weiter, auch wenn die meisten Spielchen doch etwas einfacher zu erkennen und direkter sind, als es in der Politik je sein würde. Dir fiel das Zuhören früher immer leichter als das Mitreden, aber mittlerweile hast du so etwas wie einen Mittelweg gefunden. Die Strenge, mit der du aufgezogen wurdest, findet sich in abgewandelter Form auch in deinem Verhalten wieder, ist aber nicht unfair, weil du weißt, wie ätzend es sein kann, wenn man kein Mitspracherecht hat. Generell gehst du keiner guten Diskussion aus dem Weg, auch nicht auf der Matte, auch wenn dir Worte in den meisten Fällen doch noch lieber sind als Fäuste. Du magst das Gefühl trotzdem, dass du dich wehren kannst und deine Muskeln dich deutlich besser tragen, als es noch vor drei Jahren der Fall war. Stimmt zwar, dass du nicht weißt, ob Zeke dich irgendwann vielleicht doch heiraten will, auch wenn ihr mittlerweile Freunde seid, aber irgendwie spielt es gerade auch gar nicht so eine große Rolle für dich. Gibt Wichtigeres da draußen, als eine Ehe, auch wenn deine Mutter das wohl anders sieht.
28 Ingameposts | 09.02.2025, 15:31
Basgiath War College
gespielt von Mimi
21 Jahre
Reiterin
Fayah Shiobhan Nixon ist ein Einzelkind - zumindest wuchs sie 22 Jahre in diesem Wissen auf. Geboren und aufgewachsen im Küstendorf Penrith wurde sie von einer Schankfrau und einem Fischer erzogen. Dass Calvin nicht ihr leiblicher Vater war wusste Fay - wie man sie meist nennt - schon immer, dennoch war er der Mann, der ihr seit ihrem zweiten Lebensjahr Liebe, Geborgenheit und allerlei Wissen über die Fischerei beibrachte. Daher war sein Verlust, als sein Fischerboot in einen starken Sturm geriet und dabei kenterte enorm schmerzlich für die damals Dreizehnjährige, deren Augen selbst so blau sind wie die See. So hatte Calvin sie immer beschrieben. Er war von ihren Eltern immer der Besonnenere, Ruhigere, während ihre Mum Elaine aufgeweckt, gesellig und fröhlich war. Mit ihr verband sie ein sehr enges Band, und eindeutig hat Fay ihre Sturköpfigkeit von ihrer Mutter geerbt. Oder den Drang zur Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt, denn nach dem Tod ihres Dads gab es nur noch die beiden Frauen. Ihre Mutter verlor sie bei einem Brand in der Schenke, in der Elaine arbeitete. Ein betrunkener Mann hatte während eines Streits mit einem Anderen eine Laterne unbemerkt umgerissen und dabei die Schenke in Brand gesetzt. Das Feuer hatte sich zu schnell verbreitet und Elaine eingeschlossen. Als wäre das nicht schon tragisch genug geschah genau das zu Beginn von Fays Rookie-Zeit in Basgiath. So wurde also ihre Freude darüber, endlich ihre Mum wieder zu sehen und ihr zu schreiben damit zerstört, dass man ihr ihre Todesnachricht überbrachte. Nicht einmal verabschieden hatte sie sich können, etwas, was sich die Reiterin, die mittlerweile als Junior im 1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel ihre Ausbildung im Basgiath War College absolviert, bis heute nicht verzeiht. Ihre Mum war nie glücklich darüber gewesen, dass ihre Tochter Reiterin werden wollte. Ob es sie an den Mann erinnerte, der ebenfalls Reiter gewesen war und mit dem sie Fay gezeugt hatte? Mehr als das weiß sie selbst nicht über ihren Erzeuger, einen Namen hatte ihre Mutter nie genannt.
In ihrer ist sie jemand, der sich wünscht, dass dort mehr Zusammenhalt herrscht und wird dafür von nicht wenigen Leuten belächelt und nicht ernst genommen. Ansonsten versucht Fay tapfer, ihre Mutter und ihren Vater stolz zu machen und der Mensch zu bleiben, zu dem sie erzogen wurde. Dass das nicht immer klappt und Fay öfter ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann wurmt sie sehr, dennoch will sie sich nicht von dem College zu einer gefühllosen Kampfmaschine ohne Skrupel verbiegen lassen und immerhin das klappt bisher ganz gut! Auch dafür wird sie belächelt und als weich bezeichnet, doch das ist ihr tatsächlich egal. Sie träumt eben davon, dass sie als Reiter etwas bewirken und die Welt sicherer und besser machen können und sie glaubt auch an die große Liebe, die sie aber bisher noch nicht getroffen hat. Allein fühlt sie sich dadurch aber nicht, immerhin hat sie sich an Thara gebunden, die alte Drachendame, die für Fay Mutter, Großmutter und beste Freundin in einem ist. Zumindest, was Strenge angeht. Thara tritt Fay regelmäßig mental in den Arsch, erinnert sie gern daran, dass sie keine Jammertante gebunden hat und bestärkt Fayah darin, ihre Grenzen immer wieder zu erweitern. Gegenseitige Liebe? Naja, vermutlich ist das zu hoch gegriffen, doch Fay liebt Thara, ganz gleich, dass Thara ihre Reiterin manchmal lediglich toleriert, manchmal unheimlich lästig findet und doch mehr und mehr auch eine nette Seite von sich zeigt. Immerhin ist die Grüne nicht das Monster, welche andere ihrer Art durchaus sein können.
20 Ingameposts | 23.03.2025, 14:55
Basgiath War College
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Der Weg des Reiters ist der einzig Richtige in dieser Familie für einen Mann. Alles andere wird nicht geduldet. - Schon früh lerntest du, dass du als Mann den Weg des Reiters gehen musst, ohne Wenn und Aber. Zumindest, wenn du in deiner Familie dein Ansehen und Respekt behalten wolltest. Deine ältere Schwester würde in den Heilerquadranten gehen, Menschen helfen. Während du von deinem Großvater und Vater dazu ausgebildet wurdest, eine tödliche Waffe zu sein. Reue, Gnade oder Mitgefühl gab es nicht - das gehörte in ihren Augen in die Welt der Frauen, immerhin waren sie sowieso das schwächere Geschlecht. Das hast du dein Leben lang gelernt und auch selbst verinnerlicht - und das größtenteils bis zum heutigen Tag. Auch wenn du deine Schwester ein Versprechen gegeben hast, auf deine Nichte Acht zu geben, kommst du da nicht immer aus deiner Haut, dass du dein Leben lang gelernt hast, dass Frauen bei den Reitern nichts zu suchen haben.
Du hast in jungen Jahren mitbekommen, dass das Dasein als Reiter auch Schattenseiten mit sich zog. Schattenseiten, die kein Reiter erleben wollte und du hast es hautnah mitbekommen, als der Drache deines Großvaters beschlossen hatte, dass er das Band lösen würde, aufgrund der Tatsache, dass sein Reiter zu alt für den aktiven Dienst war und der Drache noch zu jung, um schon zurück zu treten. Du hast mitbekommen, wie dein Großvater langsam den Verstand verlor und immer schlimmer wurde, was es für dich nicht einfacher machte an der Tradition Reiter zu werden festzuhalten. Hätte es diese nicht gegeben, hättest du den Weg vielleicht auch überdacht und einen anderen gewählt. Aber es gab keinen anderen, nicht für dich. Also bist du am Tag der Einberufung dennoch über den Viadukt gegangen und hast schließlich das Reiterschwarz angelegt. Tatsächlich hast du bei deinem eigenen Dreschen den Drachen deines Großvaters gesehen, wärst du lebensmüde genug gewesen, hättest du ihn wohl auch angesprochen - aber du wusstest, dass das am Ende eh nichts geändert hätte. Es hätte nicht ungeschehen gemacht, dass dein Großvater verrückt geworden ist. Zu deiner Enttäuschung hat dich kein Drache direkt gewählt beim Dreschen, sodass die Wut über dieses Versagen dafür sorgte, dass du mehrere frisch gebundene Rookies getötet hast. Nicht einmal zwingend mit der Hoffnung, dass dich dann doch noch ein Drache binden würde. Offenbar hast du dennoch damit die Aufmerksamkeit eines Drachens bekommen, er zuvor keinen passenden Anwärter gefunden hatte. Somit wurdest du doch noch gebunden, von einem orangenen Drachen, der dein Temperament wiederspiegelt. Nicht unbedingt die beste Kombination, würde wohl so manch einer behaupten. Schon bevor du nach Basgiath gegangen bist und deine Siegelkraft nach der Bindung deines Drachen manifestiert hast, hattest du eine extreme Faszination für Feuer. Hast nicht selten eines zu Hause - nicht im Haus, sondern draußen - gelegt, um es zu beobachten. Hin und wieder, hast du dir dabei auch Verletzungen zugezogen, sodass du ein paar Brandnarben an deinen Händen und Unterarmen hast. Das hat sich nach dem Manifestieren deiner Siegelkraft noch vermehrt, da du Feuer nun kontrollieren und beschwören kannst.
13 Ingameposts | 15.09.2025, 15:34
Militär Navarre
gespielt von Jani
30 Jahre
Reiter
„Komm wieder rein, Taron.“ Die Stimme deiner Mutter dringt kaum hörbar durch das Prasseln des Regens zu dir. Drehst den Kopf nur langsam in ihre Richtung, vielleicht weil du im ersten Moment glaubst, es dir eingebildet zu haben. Aber sie steht da: am Zugang zur Mauer, den Stoff ihrer Jacke vor ihrer Brust zusammenhaltend, um sich zumindest ein wenig vor dem Sturm zu schützen, der vom Meer heraufgezogen ist. Die Steine unter dir sind rutschig, deine Kleidung durchnässt, aber dich stört’s nicht. Im Gegenteil; du magst es. Die Ruhe, die dadurch entsteht. Dass deine Schritte im Wind verloren gehen und niemand bemerkt hat, wohin du verschwunden bist. Weder dein Bruder noch dein Vater. „Ich sollte üben.“ Es ist nur die halbe Wahrheit, eigentlich müsstest du gerade am Schreibtisch sitzen und die Geschichte des Königreiches durchgehen, aber die Alternative erschien dir für deine Zukunft hilfreicher. Kannst den Ausdruck im Gesicht deiner Mutter nicht deuten, dafür ist sie ist zu weit von dir entfernt. In Sicherheit, während du auf den Mauern balancierst und dich dazu zwingst, nicht nach unten zu sehen. Deinen Blick vorne zu behalten. Es ist ein weiter Fall, wenn du das Gleichgewicht verlierst. Wenn du ausrutscht und dadurch Malek begegnest. Dein Bruder hat dir davon erzählt, als er das erste Mal mit eurem Vater hier gewesen ist, um zu trainieren. Dass er ihn auf die Brüstung klettern ließ und ihn dabei beobachtete, wie er einen Fuß vor den anderen gesetzt hat. Du bist danach einige Male mit ihnen hier gewesen; hast jedes Mal den Atem angehalten, wenn er kurz ins Wanken geraten ist und sich wieder fangen musste. Damals dachtest du: ich werd‘ fallen. Aber seitdem sind zwei Jahre vergangenen. Du bist noch immer ein Kind, aber langsam verschwimmen die letzten deiner kindlichen Züge. Du wirst größer, stärker, koordinierter. Und du realisierst langsam, worauf du bereits dein gesamtes Leben vorbereitet worden bist. „Ich komm‘ gleich rein, Ma.“ Sie schüttelt den Kopf. Eine Bewegung, die du allein aus dem Augenwinkel heraus erkennst. „Jetzt.“ Normalerweise ist sie geduldig mit euch, sanft. Aber gerade klingt sie bestimmt, als würde sie abwägen, ob sie dich von der Mauer herunterholen muss, damit du gehorchst. Ist nicht das erste Mal, dass du dir denkst, dass sie anders ist. Anders als dein Vater, anders als dein Bruder, anders als du. An ihr ist nie etwas kalt, sie hat sich immer die Zeit genommen, dir Dinge zu erklären. Sie ist ruhig, nicht impulsiv, nicht unvorhersehbar. Deswegen verstehst du nicht, warum sie gerade verärgert erscheint: denn sie wird sich genauso wie du damit abfinden müssen, dass einer deiner Füße stets über der Schwelle zum Tod stehen wird. Streckst deine Arme bei der nächsten Böe aus, um nicht mitgerissen werden und für einen Augenblick glaubst du, dass es sich so vielleicht anfühlt, auf dem Rücken eines Drachens zu stehen; wild und unberechenbar und frei.
Du bist immer noch am Balancieren; nicht mehr über Baumstämme, Mauern oder Viadukte, sondern durchs Leben. Lehnst dich mal mehr in die eine, dann in die andere Richtung. Fast so als könntest du dich nicht entscheiden, wer du sein willst. Wer du bist. Manchmal bist du arrogant; hebst das Kinn an, wenn man dir zu nahe kommt. Lässt andere den Abstand spüren, den du brauchst, um die Kontrolle zu behalten. Dann gibt’s Momente, in denen du lachst. Laut und unbeständig und irgendwie ansteckend. Ist wie ein Riss im Mauerwerk, kaum sichtbar, aber beweisend, dass dahinter mehr steckt. Etwas, das dein Vater als weich bezeichnen würde, was du inzwischen aber auch als Stärke erkennst. Dein Kreis ist nicht mehr so klein wie damals zu Ausbildungszeiten; du hast Menschen, denen du vertraust und die eine Seite von dir zu sehen bekommen, die nach außen schwer mit dem Rest in Verbindung zu bringen ist. Mit der Kälte und der Grausamkeit. Die Seite, in der du dich beinahe instinktiv vor sie stellst. Unabhängig davon ob’s bedeutet, am anderen Ende einer Klinge zu stehen. Es ist dein größtes Geheimnis, dass du im Inneren genau weißt, wer du bist. Dass du gelernt hast, dich zu verstecken. Anzupassen. An jeden Raum, an jede Begegnung, an jede Erwartung. Selektierst, wer welche Version von dir sehen darf. Wechselst Masken und fragst dich trotz allem, ob du dich mit der Zeit nicht vielleicht doch in einer von ihnen verlieren könntest.
13 Ingameposts | 11.11.2025, 20:33
Militär Navarre
gespielt von Jella
30 Jahre
Flieger
Auf den ersten Blick mehr Muskel als Hirn, mag es die meisten Menschen durchaus überraschen, dass Faebien Cailbhin schon lange die schmale Grenze zwischen beidem wandelt. Immer schon ein Mann eher wenigerer Worte, sind es eben jene eigentlich, die ihn am meisten erfüllen. In einem anderen Leben wäre er vielleicht Schriftsteller geworden, in diesem aber wurde er Soldat aus voller Überzeugung. Der Nationalstolz und das Heimatgefühl sind ihm ebenso ins Wesen eingebacken, wie dass die Fliegeridentität zur familiären Tradition gehört. Die Fußstapfen seines Vaters erscheinen Faeb, wie die meisten ihn nennen, noch heute immens, aber es hat ihn trotzdem nicht davon abgehalten, seinem Beispiel folgen zu wollen und sich dem Kampf gegen die Veneni zu verschreiben. Die Ausnahme in seinem Nacheifern bildet die Lautstärke, welche die restlichen Mitglieder seiner Familie in den meisten Fällen auszeichnet – diese ist nur in seinem Lachen zu finden, welches manchmal etwas zu laut durch Lokalitäten hallt. Ruhe hat er sich eher antrainiert, als dass es seinem Charakter entspricht. Lediglich, wenn seine Aufmerksamkeit auf einem Buch oder er auf dem Rücken seines Greifens sitzt, kann er sich vollkommen auf etwas fokussieren. Ansonsten wandern seine Gedanken, sowie seine Gabe, also die Fähigkeit der Beziehungsidentifikation ihm im Alltag eher zum Automatismus geworden ist, als dass er sie bewusst abruft. Sie hat seine Tendenz alles und jeden in Kategorien, auch die bürgerlichen, verpacken zu wollen nur verstärkt. Faebien mag seine Welt zwar nicht schwarz-weiß, aber je klarere Verhältnisse er schaffen kann, desto wohler fühlt er sich. Auch deswegen hört man das Wörtchen vielleicht nur selten von seinen Lippen, er sagt lieber ja oder nein, als sich der Unsicherheit auszusetzen.
Den Jungen vom Land hat er nur in seinen immer wechselnden Wohnorten hinter sich gelassen, ein gewisser Drang nach Weite ist ihm erhalten geblieben. Eben jene findet er entweder in der Luft oder aber in den Büchern, die sich in der Regel auch in seinem Zimmer neben seinem Bett stapeln, weil er immer zu viele davon besitzt und doch alle lesen will. Böse Zungen behaupten, er hat diese nur, um nicht zum Hau-Drauf-Klischee zu werden, aber in seiner kleinen Bibliothek wird jedes Buch gelesen, annotiert und sich überlegt, ob man nicht vielleicht selbst mal einen Roman schreiben will. Der Traum ist zu klein und farblos im Gegensatz zu dem Krieg, in welchem sie leben, aber er schlägt seit geraumer Zeit leise Töne in seinem Inneren. Es ist eben jene Art, die ihn in zwischenmenschlichen Beziehungen meist von lockeren Bekannten in enge Freundschaften springen lässt. Menschen sind ihm wichtig, das Wohl der Unschuldigen ein Anliegen und soziale Gefüge – trotz ihrer Komplexität – immer eine spannende Analyse wert. Dennoch liegt ihm unbeeinflusstes Urvertrauen nicht mehr, auch weil er um die Schattierungen von Meinungen innerhalb des Konfliktes weiß. Das Reden überlässt er gern den Anderen, sieht sich selbst meist eher im Hintergrund, vielleicht doch auch auf den zweiten Blick mehr als Muskel anstatt als Redner, dabei wäre er in der Lage beides zu sein. Gewalt ist für Faebien immer Mittel zum, nie reiner Selbstzweck. Wenn seine Emotionen überkochen, bringt er sie zum Papier oder rennt sie sich aus dem System, sie an anderen auszulassen, liegt dem auf geselligen Miteinander ausgelegten Charakter näher als der offene persönliche Konflikt. Er mag abstrakte Probleme lieber als eigene und seine Freunde werden ihn eher als Stehaufmännchen beschreiben, als dass man ihn je jammern hört. Das emotionale Treiben im eigenen Inneren wird meist rationalisiert, in Gesprächen mit Logik seziert und erst in der Folge in aller Intensität verstanden. Soll heißen, spricht man ihn auf sein Innenleben an, antwortet er durchaus ehrlich, er würde es nur zumeist nicht von selbst auf den Tisch bringen. Auch in diesem Belang macht er sich lieber zum Zuhörer. Sicherlich verpasst er dadurch das ein oder andere Mal den Moment, sich selbst durch andere hinterfragen zu lassen, aber in den wenigsten Fällen begegnet er dort einer Frist, die ihm das Umdenken schlussendlich unmöglich macht. Sein Hang zur Rationalisierung macht ihm auch im romantischen Sinne manchmal etwas schwer von Begriff und dementsprechend trottelig. Grundsätzlich hat er seine Unsicherheiten aber einmal abgelegt, zeigt er seine Zuneigung auch gern in körperlicher Nähe. Übrigens auch bei Freunden, weswegen das manchmal missverstanden werden kann.
27 Ingameposts | 09.02.2025, 15:31
Militär Poromiel
gespielt von Maj
21 Jahre
Reiterin
Mit ihren 21 Jahren ist Yevhen Vryndor die Blaupause einer (angehenden) Drachenreiterin. In ihrem Juniorjahr am Basgiath War College hat man ihr das Abzeichen der Staffelführung für die 3. Staffel des Klauenschwarms im 1. Geschwader angeheftet – und ihr damit die Herausforderung gestellt, aus einer Gruppe von Einzelkämpfern im Idealfall eine Einheit zu formen; und ansonsten wenigstens fähige Drachenreiter, die das College überleben und sich anschließend auf eine andere Militäreinheit einlassen können. Ob sie gezeichnet sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Denn wer sei sie, den Befehl des Commanding Generals zu ignorieren, der sich eindeutig für eine Ausbildung des Rebellennachwuchses ausgesprochen hat?
Oder wer sei – nein, ist sie eigentlich überhaupt? Das ist eine Frage, die sich eigentlich nie gestellt hat. Vorgezeichnet seit ihrer Geburt war Yevhens Weg stattdessen. Hineingeboren in eine Reiterfamilie, mit einem Vater als konkretem Vorbild, der mittlerweile Lehrer am BWC ist, und der Unterstützung eines ganzen Stützpunkts gab es nichts anderes als den Wunsch, ebenfalls Reiterin zu werden. – Und anschließend zu desertieren und Poromiel mindestens diesen Drachen und im besten Fall auch Waffen und Informationen übergeben zu können? Manche ermunternden Sätze ihrer Mutter hallen in Yevhens Erinnerung jedenfalls mit genau jener Intention wider – und es gibt keine Möglichkeit mehr, sie zu fragen. Dass ihre Mutter poromische Späherin war, hat Yevhen erst zu spät erfahren. Vier Jahre war ihre Mutter damals schon tot. Sie ist umgekommen in einer Rebellion, die Yevhens Vater mit Gezeichneten hadern lässt, während sie selbst weiß: Sie kann froh sein, nur Halbwaise zu sein und lediglich das Drachenmal auf ihrer Haut zu tragen. Oder wäre sie ebenfalls hingerichtet worden? Das ist eine der unbeantworteten Fragen, denen Yevhen sich nicht stellt. Sie versteht sich bestens darauf, diese nach hinten zu schieben und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was sie kann: Angehende Drachenreiterin und Führungskraft zu sein, die (außer sich selbst) niemanden zurücklässt; die Herausforderungen nie unterschätzt, nie den Fokus verliert – oder ohnehin (fast) alles zu nüchtern-ernst nimmt. Wer ihr nachsagt, eines Tages Commanding General zu werden, meint das jedoch nicht unbedingt als Kompliment.
24 Ingameposts | 20.04.2025, 12:46
Basgiath War College
gespielt von Maj
39 Jahre
Artillerist
Sind wir Menschen, weil wir in die Sterne schauen, oder schauen wir in die Sterne, weil wir Menschen sind?
Es sind Fragen wie diese, die des Nachts über die Lippen von Kiéran Seravell fließen, kommt man in die Situation, ihn bei seiner Lieblingstätigkeit zu erleben: Irgendwo im Freien den Blick zu den Sternen zu erheben. Es ist ihr Stand aus dem heraus Kiéran seine eigene Position und Richtung ermitteln kann – jedoch bloß in tatsächlich geographischer Hinsicht. Spiritualität liegt Kiéran zwar nicht vollkommen fern, doch vor allem sind es Philosophie und Wissenschaft, die ihn interessieren. Die Fragen nach einem Wie oder einem Warum treiben ihn von klein auf an. Und immer schien sein privates Umfeld zu wenig Antworten und zu wenig Möglichkeiten zu bieten. In die elterlichen Fußstapfen ist Kiéran daher nicht getreten, sondern hat sich auch über den Wehrdienst hinaus dem Militär verpflichtet. Als Artillerist mit einem Schwerpunkt in Konstruktion und Entwicklung ist er seit gut 15 Jahren in der Hauptstadt Krovlas stationiert. Hier in Draithus war er vor allem im Schiffsbau tätig, war nicht nur mit deren grundsätzlichem Aufbau beschäftigt, sondern auch mit Elementen der Innenausstattung und Bewaffnung. Die Situation einer gut ausgestatteten Werft und hinreichend großen Deadlines hat für Kiéran jedoch längst ihren Reiz verloren. Es sind größere Herausforderungen, nach denen er strebt und denen er ab jetzt als Captain der Artillerie auf der Darakor begegnen wird. Verantwortung für die anderen Besatzungsmitglieder seines Quintanten trägt er damit ebenso, wie für die schwimmende Heimat der gesamten Crew. Kurzfristiges Handeln unter mangelnden Ressourcen wird dadurch Teil seines neuen Alltags und es ist ein Lächeln, mit dem Kiéran solchen Stresssituationen entgegen sieht. Und das wohl selbst in den Momenten auf seinen Lippen oder in seiner Stimme liegen wird. Ruhig – aber bestimmt – zu bleiben, liegt Kiéran. Und womöglich sind es die Nächte unter Sternen, die ihm die Kraft dafür geben. Auf dem Meer, ohne Lichtverschmutzung, kann die Aussicht darauf schließlich nur besser werden; auch wenn Kiéran gar keine Antwort auf die angeblich schwerere Frage sucht: Schauen die Sterne denn zurück?
9 Ingameposts | 30.08.2025, 20:32
Militär Poromiel
gespielt von Maj
48 Jahre
Alchemistin
Glitzer – oder das Funkeln von Edelsteinen – ziert ihre Fingernägel, ihren Hals (um den die Besitzkennzeichnung OY liegt), ihre Augenlider und die Stickerei auf einem Kleid, das höchstwahrscheinlich ihr eigenes Monatsgehalt übersteigt. Deutlich erkennbar ist, dass Parisa Yazqhar, geb. Bellaïd, nicht nur Ehefrau eines Erbgrafen von Esmaryel (Krovla) ist, sondern auch selbst mit einem goldenen Besteckservice geboren wurde. Freiwillig ausgeschlagen hat sie es jedoch, das weitverzweigte Bankhaus der Bellaïds zu erben, um mit dem arrangierten Ehemann seinen Traum zu leben.
Fliegerbraut ist sie geworden und hat ihrem Mann gar gewünscht, an der Ostgrenze stationiert zu werden, wo sie zwar über Jahre um sein Leben gebangt hat, aber sicher wusste: Er tötet keine Menschen – während sie in Alban damit beschäftigt ist, genau solche Menschenleben zu retten. Nach einem Wehrdienst bei den Alchemisten hat Parisa sich zwar für den Schwerpunkt Heilung und Regeneration entschieden, ihre Ausbildung aber im zivilen Bereich gemacht. Allgemeinheilerin ist sie heute und ausschlaggebend dafür war das Schicksal ihrer ältesten Tochter. Es steht weder ein lang gehegter Traum dahinter, noch ein altruistischer Wunsch, Menschen zu helfen. Statt Mitleid sind von Parisa auch eher effiziente Anweisungen und elitäres Gehabe zu erwarten. Sie weiß, was (körperliche) Schmerzen sind oder wie es sich anfühlt, Schwierigkeiten allein durchstehen zu müssen. Zum Eindruck, kalt und egozentrisch zu wirken, zuckt sie mit den Schultern. Ihre absolute Loyalität gilt schließlich nur ihrer Kernfamilie, bestehend aus ihrer Jugendliebe und vier Kindern, die ihr wichtiger nicht sein könnten – und für die sie die Zähne darüber zusammenbeißt, als einzige dieser Familie nicht zum Adel zu zählen. Stattdessen einen ebenso abweichenden, wie niedrigeren Militärrang zu haben als ihr Mann, ist gesellschaftlich unproblematisch für den Ersten Leutnant Yazqhar. Seit gut zwei Jahren gehört Parisa nicht bloß wieder zum Militär, sondern hat sich auch mit Erfolg um eine Stelle in Cliffsbane beworben. Hier leitet sie die Abteilung für Allgemeinheilkunde, ist einerseits glücklich, die ganze Familie am gleichen Ort zu haben, und macht sich andererseits mehr Sorgen als zuvor. Sorgen, dass ihr Ältester sich nach dem letzten Jahr bewusst an einen gefährlichen Einsatzort lässt, um seinem eigenen Beschützerinstinkt Rechnung zu tragen. Sorgen, dass die falsche Ernährung (gedacht für eine Gruppe, nicht für Individuen) ihre älteste Tochter umbringen könnte. Sorgen, dass ihr Mann für Aufklärungsarbeiten in Richtung Ödlande geschickt wird, statt als Lehrer vor Ort zu bleiben. Sorgen, dass… …sie zukünftig deutlich mehr Haarfärbemittel benötigen wird.
31 Ingameposts | 18.08.2025, 10:23
Militär Poromiel
gespielt von Jella
28 Jahre
Reiter
In einem anderen Leben hätte aus Laertes Marcaigh ein Goldjunge werden können, in diesem aber war er immer mindestens eine offiziell geschlossene Ehe von dem goldenen Löffel entfernt. Glücklicherweise hat sich dieser Umstand nie auf sein sonniges Gemüt ausgewirkt. Als unehelicher – und tragischerweise einziger – Sohn des Herzogs von Morraine wuchs mit seiner Mutter abseits des adeligen Hofes auf und ist mittlerweile auch ganz froh darüber, dass er sich die Zwänge und Eitelkeiten des Adels ersparen konnte. Die Beziehung zu seinem Vater quasi nicht-existent, war die zu seiner Mutter immer warm und von einem Zusammenhalt gezeichnet, die sich auch durch sein bis heute geselliges Wesen zieht. Einsamkeit ist Laertes immer noch zuwider, eine Tatsache, die ihn seine Gedanken nur selten von seinem Drachen abschirmen lässt, schließlich ist eine nette Folge der telepathischen Verbindung auch, dass man im Grunde nie allein ist. Dass er den Weg zum Drachenreiter einschlagen würde, war nicht nur seine eigene Entscheidung, sondern auch ein Wunsch seines Vaters, der in einer strahlenden Militärkarriere die Möglichkeit sah, seinen Sohn in der eigenen Gesellschaft noch nachträglich zu etablieren. So bekam der Junge, dessen Blick am liebsten auf dem Horizont lag und dessen Füßen regelmäßig im salzigen Meerwasser steckten, doch noch ein wenig das teils angeborene Privileg zu spüren.
Die Idylle seiner Kindheit währte also nur ein paar Jahre, wohl aber lange genug, um seine ungestüme Art zu fixieren. War er früher vor allem deswegen auffällig, weil er sich jeder Herausforderung mit einem lauten Lachen stellte, so greifen seine inneren Stürme heute weitaus tiefer. Laertes Launen gleichen manchmal den Gezeiten des Meeres oder eben jenem Unwetter, welches seine Siegelkraft ihn mittlerweile zu Teilen beherrschen lässt. Die Jahre im Dienst sowie die Zeit im College haben ihm Dunkelheit gebracht, die seine laute Art manchmal einzudämpfen weiß, manches Mal aber genau das Gegenteil folgert und ihn mit Witzen und Humor über die Schatten hinwegtäuschen lassen will. Sein bleibender Optimismus wirkt manchmal mehr wie ein Zwang, als noch ein reines charakterliches Erbe seiner Mutter und doch hängt er daran fest, dass besser werden muss, was noch nicht gut ist. Diese Auffassung lässt ihn häufiger über seinen eigenen inneren Tumult hinwegsehen, aber es gibt ohnehin auch nur wenige Menschen in seinem Leben, denen es gelingt, ihn dazu zu bringen, über seine Gefühle, vor allem die Negativen, zu sprechen. Von einem Leben gezeichnet, in welchem auch Geldmangel das ein oder andere Mal eine Rolle spielte – schließlich war seine Mutter alleinerziehend – war Loyalität schon früh ein Anker in seinem Leben und eben jener Hang dazu, sich anderen Menschen zu verpflichten, macht ihn wohl dieser Tage immer noch zu einem guten Soldaten. Kameraden zu verlieren ist eine Konsequenz ihres gemeinsamen Dienstes, der Schutz des Landes und vor allem der Menschen, die er liebt, ist ihm dabei jedoch sein größtes Anliegen. Auch deswegen mag es auf den ersten Blick wundern, dass er mit seinem Staffelführer desertiert ist. Blickt man aber auf die genaueren Umstände, folgt es seiner Logik, schließlich sieht er in der neu erkannten Bedrohung eine viel größere Gefahr für seine eigentliche Heimat. Dieser Hang im Großen und Ganzen das Richtige tun zu wollen, ließ Laertes sogar seine große Liebe, also seine Verlobte, sowie seine kleine Schwester zurück und in dem Glauben lassen, dass er gestorben sei. Die Hoffnung, dass sie sich wieder sehen, treibt ihn trotzdem weiterhin an.
29 Ingameposts | 09.02.2025, 15:33
Militär Poromiel
gespielt von Jani
28 Jahre
Gelehrte
Auch wenn es ihr vorherbestimmt erschien, hat sich Eithne als zweitgeborene Tochter des Herzogs von Luceras nie vollkommen wohl mit dem höfischen Leben gefühlt. Wie gefangen in einem Gefängnis aus goldenen Mauern, stets unter den wertenden Blicken der Gesellschaft, hat sie das Spiel der Macht und Intrigen nie gänzlich nachvollziehen können. Ihre Geschwister dagegen hatten früh gelernt, es zu meistern. Die herrschenden Kämpfe zu durchschauen, während sie die friedliche Abgeschiedenheit der Gärten den Abenden umgeben von schillernden Kleidern und fadenscheinigen Unterhaltungen vorgezogen hatte. Die Natur – samt ihrer seltenen Pflanzen, der heilenden Wirkung ihrer Kräuter – wurde schnell ihr Zufluchtsort. Sorgte für eine Faszination, die sie dazu brachte, ihr Leben weiterzudenken als dass, was ihre Mutter für sie vorgesehen hatte. Vermutlich war es ein Schock für ihre Familie gewesen, von ihrem Begehren zu erfahren, sich zur Heilkundigen an der Militärakademie weiterbilden lassen zu wollen – stand es im Gegensatz zu ihrem sanftmütigen und träumerischen Charakter. Eithne fiel es schon immer leicht, die Stimmung ihrer Umgebung wahrzunehmen. Zu spüren, was andere empfanden. Und es führte dazu, dass sie es als ihre Verantwortung ansah, Frieden in ihrer Familie zu stiften. Streitereien zu schlichten, harsche Worte zu mildern und die Rolle der stillen Schlichterin einzunehmen. Diplomatie war ihr genauso mit in die Wiege gelegt worden, auch wenn ihre Worte nicht selten als nichtig abgetan wurden – zu laut waren ihre Geschwister im Vergleich zu ihr. Zu stark in ihren Meinungen, die sie manchmal die Rationale verlieren ließen.
Die vermeintliche Unabhängigkeit, die ihre Ausbildung ihr beschert hatte, hatte auch ihre Schattenseiten mit sich gebracht. Hatte dazu geführt, einen Teil ihrer Naivität in Anbetracht des Krieges abzulegen. Ihre Perspektive vielleicht nicht gänzlich zu verlieren, aber sie zumindest zu überdenken und zu erkennen, dass die Welt nicht so einfach war, wie sie sie sich in ihrer Kindheit vorgestellt hatte. Unter ihrer sanften Oberfläche fand sich ein eiserner Wille, eine gewisse Sturheit, die nur wenige zu erkennen vermocht hatten. Eine Hartnäckigkeit, die unumstößlich war, sobald sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. Letzterem ist geschuldet, dass sie in Anbetracht der Nachricht über den Tod ihres Verlobten nicht gänzlich den Verstand verloren hatte, war mit ihm auch ihr eigenes Glück gestorben. Dass sie seine Habseligkeiten verbrennen hatte können, ohne zusammen zu brechen. Und dass sie sich auf einer Reise wiederfand, vor der sie sich vielleicht mehr fürchtete, als vor dem Tod selbst.
21 Ingameposts | 09.02.2025, 15:38
Zivil Navarre
gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.
Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft. Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt. Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
3 Ingameposts | 17.12.2025, 07:17
Militär Navarre
gespielt von Josi
43 Jahre
Diplomat
Dass Diplomat nur seine Berufsbezeichnung ist, hat bisher weder seine Eltern, noch Brüder noch Freunde geschafft Leif so richtig klar zu machen. Seine neutrale Grundeinstellung lebt er sowohl im privaten wie im beruflichen Leben beinahe instinktiv und vor allem konstant aus. Es ist schwer ihn aus der Reserve zu locken, es ist schwer eine wirklich spontane Reaktion von ihm zu erlangen. Der absolute Kopfmensch trifft selten eine emotionale Entscheidung und findet sich dabei selbst auch vollkommen vernünftig. Seinen Verstand hat er schließlich, um ihn auch zu benutzen, nur der Spaß bleibt dabei manchmal auf der Strecke. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, wobei böse Zungen behaupten es gäbe einfach Keines in seinem Leben. Arbeitet er zu viel? Mit Sicherheit. Bereitwillig schlägt er sich die Nächte um die Ohren und priorisiert die Erledigung der Dinge die ihm aufgetragen werden stets hoch. Er hat gelernt mit wenigen Stunden Schlaf auszukommen und er kann auch im Alltag nicht ganz damit aufhören, Vor- und Nachteile oder mögliche Folgen seiner Handlungen abzuwägen. Ja, er denkt zu viel, hat aber eben auch gelernt, dass Fühlen sich manchmal schwieriger gestaltet, als planen, abwägen und logikbasiert entscheiden. Eine Mitschuld an der gescheiterten Ehe gibt er sich genau so wie der Ex-Frau. Seine Arbeit war vielleicht immer ein bisschen zu wichtig, besonders in den letzten fünf Jahren, aber Tyrrendor liegt ihm nun einmal am Herzen. Die alte Heimat nur noch Schutt und Asche, das Elternhaus nicht mehr existent, wie könnte er sich nicht dafür einsetzen, dass es der Gegend in der er lebt nicht langsam wieder besser geht? Das Herz, nämlich durchaus vorhanden, gebrochen als er erfahren hat, dass sein Kind eben genau das nicht ist. Seins. Der endgültige Bruch in der Beziehung, die nun schon zwei Jahre zurück liegt, das Herz? Geheilt, vielleicht nicht beim ersten Blick auf die wohl wundervollste Frau die ihm jemals begegnet ist, aber es hat auch nicht furchtbar lange gedauert. Fasziniert war er von Beginn an, von ihrer Wärme, ihrem Lachen, ihrem Glitzer, ihrer Lebensfreude. Sie lockt ihn aus der Reserve, bringt seine Selbstbeherrschung ins Schwanken, bringt ihn zum Lachen, an jedem Tag in ihrer Nähe. Calanthe gibt ihm ein Gefühl von zu Hause, wie er es beinahe vergessen hatte, dass es existieren kann und mit jedem Blick in türkiesblaue Augen ist die Welt in Ordnung, auch wenn sie es um ihn Herum nicht immer ist. Es ist herausfordernd, die politische Lage im tyrrischen Herzogtum und manchmal ist es ermüdend, nach fünf Jahren noch immer viele offene Punkte, aber wenig Verbesserung zu sehen, dann, wenn man hinter die Kulissen schaut, nicht die geschönten öffentlichen Nachrichten. Den alten Freund der so unerwartet zum Herzog wurde weiter zu unterstützen, helfen den Frieden zu sichern, wieder aufzubauen was kaputt ging, das sind die großen, fernen Ziele in seinem Leben. Die Kleinen, beinhalten Cal jeden Tag zu sehen, manche Gewohnheit hinter sich zu lassen, genießen, dass dieses Leben doch noch so viel mehr als Arbeit zu bieten hat, dass ihm mehr als eine Sache viel bedeuten kann. Sie passen nicht zusammen, sagen vielleicht manche und es fühlt sich doch genau passend an.
23 Ingameposts | 20.04.2025, 11:39
Zivil Navarre
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