Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Lini
41 Jahre
Reiter
Geboren und aufgewachsen in einer traditionsreichen Familie die bisher nur aus Reitern bestand. Somit war dein Weg schon lange vorbestimmt, ob du es wolltest oder nicht. Für dich gab es keine andere Option, als eines Tages das Basgiath War College und den Reiterquadranten zu besuchen. Ob du es überleben würdest oder nicht, das stand in den Sternen. Deine Eltern haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister, kaum, dass ihr richtig laufen konntet, gelernt habt, was es bedeutet ein Reiter zu werden. Besonders mit deiner Zwillingsschwester hattest du einen Trainingspartner der dir ebenbürtig war, wahrscheinlich auch deshalb, weil ihr euch einfach sehr ähnlich wart. Entgegen der Erwartung der Familie war dein kleiner Bruder anders, deshalb bist du vielleicht auch nie so ganz mit ihm warm geworden. Bevor du deinen Weg zum College angetreten bist, hast du eine Frau kennen gelernt, ein paar Jahre älter, aber ihr habt euch sofort verstanden. Nur dumm, dass sie schwanger wurde, du allerdings ins College musstest. So hast du die ersten Jahre deiner Tochter verpasst. Vielleicht war sie auch der Hauptantrieb, wieso du alles dafür getan hast um das College zu überleben - nachdem der Tod deiner Schwester auf dem Viadukt dich stark getroffen hatte. Dennoch hast du es nicht nach außen gezeigt. Man hat dich doch dein ganzes Leben auch gelehrt, dass Schwäche nicht geduldet wurde, ganz besonders nicht von Drachen. Vielleicht warst du beim Dreschen kurz ernüchtert, als einer der kleinsten Drachen in der Runde sich an dich gebunden hat. Allerdings warst du irgendwie auch überrascht, weil die Schuppen des Drachens in einem gefährlichen Orange schimmerten. Aber der Moment der Ernüchterung hielt nur kurz an, denn mittlerweile bist du überzeugt, dass Myra und du ein perfektes Team bildet und ihre Wahl genau richtig war.

Nach deiner Ausbildung hast du versucht den Spagat zwischen Familie und Beruf hinzubekommen. Du hast die Mutter deiner Tochter geheiratet und man könnte glatt meinen, ihr wart eine kleine, glückliche Familie - nur wusstest du nicht, dass deine Frau ein Geheimnis in sich trägt, wovon sie irgendwann eurer Tochter berichten würde. Vielleicht hast du mehr Stolz als Angst verspürt, als deine Tochter offenbarte, dass sie in deine Fußstapfen treten und auch eines Tages Reiterin werden wollte. Dennoch hattest du auch Angst. Nicht, weil du nicht in die Fähigkeiten deiner Tochter vertraust, sondern, weil du weist, wie gefährlich der Reiterquadrant ist. Wie gefährlich die anderen Kadetten sein können. Dennoch hast du nicht versucht ihr etwas auszureden. Du hast es akzeptiert und sie vorbereitet als sie alt genug war. Vorher durfte sie einfach Kind sein, ihre Kindheit genießen und einfach alle Erfahrungen sammeln, die man als Kind sammeln konnte. Es ist irgendwie wohl kaum verwunderlich, dass deine Tochter so sehr nach dir kommt. Die Sturheit hat sie dir nicht gestohlen, genauso wenig den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen. Dennoch erkennst du in ihr auch so viel von deiner Frau. Heute noch mehr als früher.

Schicksalsschläge prägen dein Leben, wohl nicht ungewohnt in dieser Welt und dennoch nicht leicht zu bewältigen. Nachdem deine Zwillingsschwester den Tod auf dem Viadukt fand, starb deine Frau vor fünf Jahren bei der Rebellion von Tyrrendor. Nicht, weil sie daran beteiligt gewesen wäre, zumindest bist du davon ausgegangen, sondern, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ein Schlag der deine Tochter Yevhen und dich schwer getroffen hat. Aber du musstest weiter machen, durftest dir nicht viel anmerken lassen. Die Rebellion hat überall tiefe Spuren und Narben hinterlassen. Am Ende hat es deine Tochter und dich enger zusammen geschweißt, hat dich aber auch verschlossener und ernster werden lassen. Noch mehr als vorher sowieso schon. Es gibt allerdings auch seltene Momente in denen du lachen kannst und sogar eine richtig humorvolle und witzige Seite an den Tag legst. Seine Tochter ist wohl eine der wenigsten Menschen, neben deinem Drachen, die auch die liebevollere und fürsorglichere Seite zu Gesicht bekommen haben. Auch deshalb, weil er eben besonders vor Myra nichts verstecken kann und die Drachendame durchaus auch emphatisch sein kann, wenn sie es will.

Mittlerweile hat dein Weg dich als Lehrer an das Basgiath War College zurück geführt, auch wenn deine Zeit hier wohl begrenzt scheint. Das liegt daran, weil deine Drachendame an einen anderen Drachen gebunden ist und dieser sich letztes Jahr an eine Rookie, dazu noch eine Gezeichnete, gebunden hat. Das Erste was du der Rothaarigen verdeutlicht hast, war die Tatsache, dass ihr trotz des nun vorhandenen Bandes nichts in den Gedanken des Anderen zu suchen habt. Deine Abneigung gegenüber Gezeichneten bekommt wohl vor allem sie zu spüren, auch wenn du als Lehrer nicht ungerecht bist. Nur eben sehr streng und fordernd, immerhin bildest du hier die nächsten Drachenreiter für das navarrische Militär aus. Für die Sicherheit aller in Navarre.
13 Ingameposts | 02.04.2025, 08:12
Militär Navarre
gespielt von Jella
24 Jahre
Diplomatin
Lady Decadence's Society Papers
EXTRAORDINARY PEOPLE, EXTRAORDINARY NEWS
Man munkelt, dass Fräulein Treasa Bhailis fest entschlossen sei, sich baldmöglichst zu vermählen — weniger aus Liebe, vielmehr aus dem dringenden Wunsch, dem Makel ihres Nachnamens und der finanziellen Schieflage der Familie zu entkommen. Doch, meine Lieben, wer könnte es ihr verdenken? Schließlich heißt es die weichen Kissen, auf denen Miss Bhailis einst ruhte, seien inzwischen etwas dünner gefüllt. Es scheint also naheliegend darin einen Beweggrund für ihren Umzug ins Zentrum des Landes, also Callydr Stadt, zu sehen. Natürlich behauptet die Betroffene selbst, sie strebe keineswegs die Flucht vor ihrem Namen an — lediglich einen Wechsel ihrer üblichen Szenerie, auch des Berufswegen willen.

Sie sagen‘s hinter vorgehaltener Hand. Das macht es nicht wahr, aber auch nicht zur Lüge. Mein ganzes Leben präsentiert mich auf einem Silbertablett und ich hätte doch gern, es wäre Gold. Also stimmt im Grunde, was sie über mich sagen: ich will mehr als das Leben mir derzeit bietet. Wollte es schon immer, vielleicht sogar, seitdem ich vor mehr als vierundzwanzig Jahren ins Leben meiner Eltern kam. Treasa Orla Rhosyn Bhailis – ich kam mit der Anzahl an Namen wohl noch gut weg, wenn man sich im Adel ansonsten so umguckt. Unsere Linie geht auf viele andere Namen zurück und doch war Ahnenforschung abseits meiner beruflichen Verpflichtungen nie etwas, was mich wirklich interessiert hat. Mich hat nur interessiert, wozu es uns gemacht hat. Die weichen Kissen, in die ich mich sinken lassen konnte, das gute Essen, welches mich jeden Tag erwartete. Der ein oder andere würd’s sicherlich das gute Leben nennen. Ich nenne es wie es ist: Luxus. Das niemals endende Privileg eines Lebens ohne Geldsorgen. Man sagt, man denkt erst über Geld nach, wenn man keines mehr hat – und ich kann’s aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist kein Leben, welches ich mir ausgesucht hätte. Keine Wendung, die ich in meine Geschichte geschrieben hätte. Die bösen Zungen nennen es oberflächlich, aber ich weiß eben was ich will und es ist nicht den Rest meiner Zeit mit harter Arbeit zu verschwenden, um mir einen akzeptablen Lebensstandard zu sichern. Wer auch immer sagt, dass Geld nicht alles ist, hat entweder zu viel davon oder hatte nie genug davon. Seien wir ehrlich, es ist sehr vieles.

Was an dem Gerücht ist also wahr? Die Tatsache, dass ich heiraten würde, um mir diesen Lebensstandard zu ermöglichen. Nicht aber der Teil, indem ich es tue, um meinem Nachnamen zu entfliehen. Ich mag nicht der Überzeugung sein, dass alle Presse gute Presse ist – ansonsten wäre unsere familiär-finanzielle Situation eine Andere – aber es wird immer jemanden geben, der redet. Neid ist aus meiner Sicht eine natürliche Eigenschaft des Menschen. Vor allem, wenn man sich ansonsten im Leben langweilt. Nicht, dass ich dazu tendiere. Mein Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist auch einer von Sorglosigkeit und Lebenslust. Ich lebe gerne und ausgiebig. Und ich habe keinerlei Problem damit, wenn man sich hinter meinem Rücken darüber den Mund fusselig redet. Darin sehe ich in der Tat nichts anderes als Neid und diesen als Kompliment. Dass man sich ohnehin darüber wundert, dass daddy’s little princess mittlerweile ihre Heimat Baridmeth gegen die Hauptstadt getauscht hat, sorgt für weiteren Gesprächsstoff. Ich fürchte ich bin in diesem Sinne einfach spannender als die Meisten. Und auch wenn ich grundsätzlich nicht gerne arbeite – wer auch immer das tut, sollte sich vorsorglich mit seiner Psyche beschäftigen, finde ich – hätte es mich beruflich schlechter treffen können. Als diplomatische Assistentin verkehre ich immerhin noch in einflussreichen Kreisen. Nur den Hang zum Leben als Workaholic sollte man den meisten von ihnen abtrainieren. Oder ihnen einmal die schönen guten Seiten zeigen. Leider erlaubt mein derzeitiges Wohnarrangement keine ausschweifenden Partys mehr, aber ich bin mir sicher, ich werde sie wieder organisieren können. Idealerweise in der nahen Zukunft. Oder der näheren.

Unter den wohlmeinenden Kreisen kursiert eine weitere, köstliche Behauptung: Fräulein Bhailis, so heißt es, habe in ihrem Leben noch kein einziges Buch gelesen. Ob diese Unterstellung zutrifft, sei dahingestellt. Was man jedoch mit Gewissheit sagen kann: Treasa Bhailis versteht es, mit Erwartungen zu spielen wie andere Damen das Pianoforte. Sollte das Gerücht also nicht stimmen, dann darf man sich wohl fragen, wer hier wen liest. Die Bücher Fräulein Bhailis — oder Treasa Bhailis ihre Mitmenschen?

Zugegeben spiele ich auch gerne etwas mit dem Klischee, welches man in mir sieht. Deswegen stören mich die meisten Gerüchte nicht, solange sie mich betreffen. Geht es indes um meine Familie oder die Menschen, die mir etwas bedeuten, steuere ich meist dagegen. So gut es eben geht. Oder sorge dafür, dass die Aufmerksamkeit einfach wieder auf mich fällt. Meine berufliche Position wird oft meinem Namen zugewiesen, weil die meisten nicht glauben, dass ich tatsächlich überdurchschnittlich gute Noten im Schriftgelehrten-Quadranten vorweisen konnte. Wenn man tut als wäre man dumm, wird man unterschätzt. Wenn man unterschätzt wird, kann man andere grundsätzlich deutlich besser manipulieren. Es funktioniert sicherlich heutzutage nicht mehr ganz so gut wie damals – aber es funktioniert durchaus. Ich gehöre nicht zu jener Sorte Mensch, die zu edelmütig ist, die Welt zu ihrem Gefallen zu biegen. Also dementsprechend auch manches Wertesystem. Wir leben nur einmal. Warum also haben wir nicht einfach ein bisschen Spaß mit der ganzen Sache?

5 Ingameposts | 24.08.2025, 19:31
Zivil Navarre
gespielt von Berrie
49 Jahre
Reiterin
Du lebst in Strukturen, in Richtlinien, Maßgaben, Leitplanken. Sie ordnen dein Leben, deine Worte und deine Entscheidungen, dein Denken, dein Handeln und dein ganzes Sein. Sind die kleinen Details, die du suchst. Die Details, auf die es ankommt. Die ausschlaggebend sind, dass dein Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Bist ein Buch mit sieben Siegeln, machst keinen Hehl aus den Werten, die dich leiten. Loyalität ist dein Synonym, ist der Motor für alle deine Taten und der Weg, den du gehst, ganz gleich, welche Kosten er verursacht. Du glaubst so fest an dein Ideal, trotz oder gerade wegen deines Wissens. Dass du heute stehst, wo du stehst - und bist, wer du bist, hast du dir zu verdanken. Hast es dir erarbeitet, all das Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten. War kein göttergegebenes Privileg, keine seit Jahrhunderten andauernde Verpflichtung der Königsfamilie gegenüber, die dein Pflichtgefühl nähren würde. Gibt keine lange Ahnenreihe, deren stolze Schöpfe die aus Büchern entgegenrecken, gibt keine von Hause ausgeübte Indoktrination, die dich geformt hätte. Du hast deinen Weg selbst gewählt, Stein um Stein selbst gesetzt, jedes Hindernis überwunden, jeden Zweifel hinter dir gelassen. Geblieben ist eine Form von dir, mit der du selbst am wenigsten gerechnet hättest. Geblieben ist die Frau, deren Moral dehnbar ist. Eine Frage der Situation und Auslegung, aber kein festes Konzept, das Einfluss auf deine Entscheidungen hat.

Die Orden an deinem Revers werfen schimmernd bunte Farben, wenn die Sonne sich in ihnen bricht. Hast eine Menge davon, eine Vielzahl, die dich stolz machen sollte. Sie markieren dich als Mitglied des Nordgeschwaders, als ihre Geschwaderführerin. Kleine Zahlen, Buchstaben und Symbole, die deine Historie von über zwanzig Jahren im navarrianischen Militär bezeugen. Ein stetiges Mahnmal für all deine Taten im Dienste der Krone - im Dienste der Sicherheit deines Landes. Sie zeichnen ein Bild in Farben und Facetten, doch ohne Schattierung. Ohne das, was dich zu der Person macht, die diese Orden tragen darf. Keiner zeigt die Anzahl der Menschen, die durch deine Hand oder dein Wort ihr Leben gegeben haben. Keiner zeigt die Verantwortung, die du trägst, immer dann, wenn du deine Finger vorsichtig an fremder Menschen Schläfen legst und die warme Magie durch deine Fingerspitzen wabern spürst. Keiner zeigt die Schuld, die du über Jahrzehnte angehäuft hast. Sie alle zeigen nur das Beste von dir, während du nur im Innern mit dem Schlimmsten kämpfen musst.

Du glaubst an den Wert all der Taten und daran, dass es sich irgendwann einmal lohnen wird. Bist fest verankert im System, das dich als leitende Hand auserkoren hat. Du kennst all die Geheimnisse, all die verschleierten Wahrheiten und geschwärzten Dokumente. Kennst die Schwierigkeiten und Herausforderungen, womit das schwächelnde Konstrukt zu kämpfen hat, kennst die Feinde von innen und von außen. War eine einfache Rechnung, die es brauchte, um zu erkennen, wohin dein Pendel würde schlagen müssen, um nicht mehr als das Überleben eines Reiches sicherzustellen. Sicherheit gegen Grausamkeit - du bist bereit, diesen Handel zu tragen und zu schützen, wo immer es nötig ist. Bist bereit, deinen Teil beizutragen und, wenn nötig, selbst Hand anzulegen. Generationen haben vor dir ihr Bestes gegeben, ihr Land und all die Menschen, die ihnen untergeben sind, vor dem Untergang zu bewahren. Du reihst dich in diese Pflicht ein, hast sie für dich angenommen und akzeptiert, bis heute nur einige wenige Male hinterfragt und doch den richtigen Pfad gewählt.
146 Ingameposts | 28.01.2025, 17:54
Militär Navarre
gespielt von Jani
23 Jahre
Reiter
Der Tod ist nichts Schlimmes, Yiannis. Malek wird mich mit offenen Armen empfangen und irgendwann werden wir uns wiedersehen.“ Seine Mutter sprach leise, lehnte ihre Stirn bei den Worten an seine. Ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen. Sie war nie ängstlich gewesen – nicht in seiner Kindheit, wo sie seine Vorliebe fürs Klettern mit einem Stirnrunzeln hingenommen hatte und auch nicht im Anblick ihres Ablebens. Sie hatten sich darauf vorbereiten können, auf diesen Tag und diese letzten Stunden. Es zu erleben war dennoch etwas anderes. Sein Herz schien langsamer zu schlagen, die Welt war dabei stehen zu bleiben. Nicht für alle, aber für ihn. Er wusste, dass es nicht fair war, sie zu verlieren. Dass sein Vater nicht die Kraft haben würde, weiterzumachen. Schon jetzt musste er ihn an den meisten Abenden in den Tavernen der Stadt ausfindig machen. „Sei nicht wütend.“ Er wünschte, er hätte das bedingungslose Vertrauen seiner Mutter in die Götter geerbt. Aber so war er nie gewesen – zu hitzköpfig, zu temperamentvoll, zu eigensinnig hatte er nie jemand anderen als sich selbst zur Verantwortung ziehen können. Töricht, würde sein Vater ihn später nennen. Nutzlos. Worte, die sich wie Gift in seine Gedanken nisteten und ihn an seinem Vorhaben zweifeln ließen, mehr aus sich zu machen. Dabei hatte es nicht viel gebraucht, um es wahr werden zu lassen. Eine Prise Mut, eine gewisse Vorbereitung und eine einzige Person, die sich die Mühe gemacht hatte, ihn tatsächlich zu sehen. An ihn zu glauben.

Reiter zu werden war keine Entscheidung gewesen, die er leichtfertig getroffen hatte. Es war kein Geheimnis, wie tödlich die Ausbildung war. Wie gefährlich jede einzelne Prüfung. Womit er dennoch nicht gerechnet hatte, war die Veränderung, die ein Ort wie Basgiath mit sich bringen würde – in seinem ersten Jahr war es darum gegangen, zu überleben. Darum, Freunde sterben zu sehen. Zu lernen, Verluste mit nicht mehr als einem Nicken hinzunehmen und weiterzumachen. Sich von seinen Gefühlen zu distanzieren und zu funktionieren. Doch es war sein zweites Jahr gewesen, welches letztlich dafür gesorgt hatte, dass er sich endgültig von seinem alten Ich löste – von dem Jungen, der er einst in Lewellen gewesen war. Der Hoffnung empfunden und zumindest in Teilen das Gute in Menschen vermutet hatte.
30 Ingameposts | 09.02.2025, 14:36
Basgiath War College
gespielt von Jella
30 Jahre
Flieger
Auf den ersten Blick mehr Muskel als Hirn, mag es die meisten Menschen durchaus überraschen, dass Faebien Cailbhin schon lange die schmale Grenze zwischen beidem wandelt. Immer schon ein Mann eher wenigerer Worte, sind es eben jene eigentlich, die ihn am meisten erfüllen. In einem anderen Leben wäre er vielleicht Schriftsteller geworden, in diesem aber wurde er Soldat aus voller Überzeugung. Der Nationalstolz und das Heimatgefühl sind ihm ebenso ins Wesen eingebacken, wie dass die Fliegeridentität zur familiären Tradition gehört. Die Fußstapfen seines Vaters erscheinen Faeb, wie die meisten ihn nennen, noch heute immens, aber es hat ihn trotzdem nicht davon abgehalten, seinem Beispiel folgen zu wollen und sich dem Kampf gegen die Veneni zu verschreiben. Die Ausnahme in seinem Nacheifern bildet die Lautstärke, welche die restlichen Mitglieder seiner Familie in den meisten Fällen auszeichnet – diese ist nur in seinem Lachen zu finden, welches manchmal etwas zu laut durch Lokalitäten hallt. Ruhe hat er sich eher antrainiert, als dass es seinem Charakter entspricht. Lediglich, wenn seine Aufmerksamkeit auf einem Buch oder er auf dem Rücken seines Greifens sitzt, kann er sich vollkommen auf etwas fokussieren. Ansonsten wandern seine Gedanken, sowie seine Gabe, also die Fähigkeit der Beziehungsidentifikation ihm im Alltag eher zum Automatismus geworden ist, als dass er sie bewusst abruft. Sie hat seine Tendenz alles und jeden in Kategorien, auch die bürgerlichen, verpacken zu wollen nur verstärkt. Faebien mag seine Welt zwar nicht schwarz-weiß, aber je klarere Verhältnisse er schaffen kann, desto wohler fühlt er sich. Auch deswegen hört man das Wörtchen vielleicht nur selten von seinen Lippen, er sagt lieber ja oder nein, als sich der Unsicherheit auszusetzen.

Den Jungen vom Land hat er nur in seinen immer wechselnden Wohnorten hinter sich gelassen, ein gewisser Drang nach Weite ist ihm erhalten geblieben. Eben jene findet er entweder in der Luft oder aber in den Büchern, die sich in der Regel auch in seinem Zimmer neben seinem Bett stapeln, weil er immer zu viele davon besitzt und doch alle lesen will. Böse Zungen behaupten, er hat diese nur, um nicht zum Hau-Drauf-Klischee zu werden, aber in seiner kleinen Bibliothek wird jedes Buch gelesen, annotiert und sich überlegt, ob man nicht vielleicht selbst mal einen Roman schreiben will. Der Traum ist zu klein und farblos im Gegensatz zu dem Krieg, in welchem sie leben, aber er schlägt seit geraumer Zeit leise Töne in seinem Inneren. Es ist eben jene Art, die ihn in zwischenmenschlichen Beziehungen meist von lockeren Bekannten in enge Freundschaften springen lässt. Menschen sind ihm wichtig, das Wohl der Unschuldigen ein Anliegen und soziale Gefüge – trotz ihrer Komplexität – immer eine spannende Analyse wert. Dennoch liegt ihm unbeeinflusstes Urvertrauen nicht mehr, auch weil er um die Schattierungen von Meinungen innerhalb des Konfliktes weiß. Das Reden überlässt er gern den Anderen, sieht sich selbst meist eher im Hintergrund, vielleicht doch auch auf den zweiten Blick mehr als Muskel anstatt als Redner, dabei wäre er in der Lage beides zu sein.

Gewalt ist für Faebien immer Mittel zum, nie reiner Selbstzweck. Wenn seine Emotionen überkochen, bringt er sie zum Papier oder rennt sie sich aus dem System, sie an anderen auszulassen, liegt dem auf geselligen Miteinander ausgelegten Charakter näher als der offene persönliche Konflikt. Er mag abstrakte Probleme lieber als eigene und seine Freunde werden ihn eher als Stehaufmännchen beschreiben, als dass man ihn je jammern hört. Das emotionale Treiben im eigenen Inneren wird meist rationalisiert, in Gesprächen mit Logik seziert und erst in der Folge in aller Intensität verstanden. Soll heißen, spricht man ihn auf sein Innenleben an, antwortet er durchaus ehrlich, er würde es nur zumeist nicht von selbst auf den Tisch bringen. Auch in diesem Belang macht er sich lieber zum Zuhörer. Sicherlich verpasst er dadurch das ein oder andere Mal den Moment, sich selbst durch andere hinterfragen zu lassen, aber in den wenigsten Fällen begegnet er dort einer Frist, die ihm das Umdenken schlussendlich unmöglich macht. Sein Hang zur Rationalisierung macht ihm auch im romantischen Sinne manchmal etwas schwer von Begriff und dementsprechend trottelig. Grundsätzlich hat er seine Unsicherheiten aber einmal abgelegt, zeigt er seine Zuneigung auch gern in körperlicher Nähe. Übrigens auch bei Freunden, weswegen das manchmal missverstanden werden kann.
23 Ingameposts | 09.02.2025, 14:31
Militär Poromiel
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
6 Ingameposts | 24.08.2025, 19:31
Militär Navarre
gespielt von Rieke
48 Jahre
Reiter
Glücklicherweise verändern sich Menschen in ihrem Leben und entwickeln sich weiter; sind nicht mehr so, wie zu ihrer Jugend oder gar Kindertagen. Die meisten jedenfalls. Heute ist Drystan besonnener, ausgeglichener. Als mittleres Kind von 7 schuf er sich schnell den Ruf, dass er um Aufmerksamkeit kämpfte. Selbst dann, wenn er daran nicht zu kurz kam. Er wollte auffallen, egal wie. Sicher, nicht immer war das positiv. Er konnte gemein zu seinen Geschwistern sein, sie ärgern, aber es ging nie über Geschwisterstreitigkeiten hinaus. Es wurde nie zu viel, weil notfalls doch mal die Eltern oder die älteren Geschwister einschritten. Es war okay. Es gab dennoch nie die Bedenken, er könne seine Familie nicht ebenso sehr schätzen, wie es alle anderen taten. Denn bei den Canmors steht Familie seit jeher an erster Stelle. Eine Philosophie, die auch Drys verinnerlichte.
Mit der Pubertät und den Anstrengungen, als erster des Familienzweigs dem Reiterquadranten beizutreten, kamen auch die Veränderungen. Man wurde erwachsener, vernünftiger, verantwortungsbewusster. Noch immer schienen die Momente durch, in denen man über die Stränge schlug, einen Kommentar zu viel brachte oder sich einen Spaß mit den anderen erlaubte, den nicht jeder so lustig fand. So ist er auch heute noch. Aber er ist in seine Rolle und seine Verantwortungen hineingewachsen. Er braucht die Aufmerksamkeit nicht mehr, wenn er sie sich nicht erarbeitet hat. Vermutlich ist es heute angenehmer mit ihm als damals. Wobei es wohl ganz darauf ankommt, wen man fragt.

Seit nunmehr 25 Jahren ist er an einen Drachen gebunden, Reiter, hat sein Ziel erreicht und versucht doch immer wieder, seine eigenen Grenzen zu überschreiten, besser zu werden. Nicht nur in seinen Fähigkeiten, in seinen Eigenschaften. Er weiß, dass er es nicht beeinflussen kann, ob jemand ihn als Vorbild ansieht, aber wenn ja, dann möchte er ein gutes sein. Immerhin ist er Vater, Onkel, Bruder, Kamerad, Staffelführer. Er macht das Beste aus dieser Verantwortung, überdenkt seine Entscheidungen viel mehr, als es damals je der Fall gewesen wäre. Aber er hat klare Prioritäten. Seine Familie steht an erster Stelle. Dann seine Kameraden. Dann das Königreich. Sagt er nur nicht so. Und er sorgt sich. Beinahe täglich. Weil er die Geschehnisse in Aretia erlebt hat. Weil er Kinder hat, die in dieser Welt aufwachsen und ihren Weg finden sollen. Weil ihm die Neulinge zugeteilt wurden, für die er sich mehr als nur verantwortlich fühlt.

Manchmal kommt er noch durch: Der übermütige Drys, der seine Ausbildung begonnen hat – und schon damals jede Woche einen Brief an eines seiner Geschwister geschrieben hat, damit niemand zu kurz kam nach dem ersten Jahr – und keinen Scham empfindet für einige Entscheidungen. Es ist kein Geheimnis, dass seine Ehe seit Jahren mehr als kompliziert ist. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass er seiner Frau dennoch absolut treu ist. Weil er sie liebt. Noch genau so wie damals. Manche Menschen können nur einfach nicht beieinander sein, ohne sich zu schaden. Weiß er. Aber niemals würde er sie deshalb aus seiner Familie streichen. Sie und seine Kinder sind seine Familie. Und er könnte nicht stolzer auf die leichtsinnige Entscheidung von damals sein.
Drystan hat viele schlimme Dinge erlebt. Er hat Verluste betrauert. Er denkt heute noch oft an jene, die er verloren hat. Aber er bereut den Weg, den er gegangen ist nicht.
7 Ingameposts | 17.06.2025, 17:35
Militär Navarre
gespielt von Josi
50 Jahre
Heilkundige
Das Leben – ein Tanz auf dem Drahtseil, dünn, manches Mal ein bisschen wackelig, gespannt über dem unendlichen Abgrund voller Möglichkeiten. Ein Abenteuer, wenn man es denn wagt, welches nicht nur Schrecken und Gefahren birgt, sondern auch eine fantastische, atemraubende Aussicht und das wahre Glück. Da ist kein Sicherungsseil im Leben, kein Netz, kein doppelter Boden, aber da ist jene Hand, jenes im Gleichtakt schlagende Herz, dass einen die Angst vor allem Unbekannten vergessen lässt. Mit großen Hoffnungen, bunten Träumen und offenem Herzen hat Maylin ihr Abenteuer begonnen und selten ein Risiko gescheut, so lange klar war sie ging es an der Seite ihres Mannes ein. Manchmal war da das Gefühl, beinahe zu fallen, alles verloren zu haben, aber Aufgeben kam nie in Frage. Lebenswille und Liebe ungebrochen gibt es doch immer eine zweite Chance, die es zu suchen gilt, immer etwas, dass man nicht gehen lassen kann, festhalten muss, etwas für das es sich lohnt, weiter zu machen und darauf zu vertrauen, dass am Ende alles gut wird.

Geboren wurde die Blonde mit den wohlklingenden Vornamen Maylin Alyona Neaynin in die altehrwürdige Elsumer Adelsfamilie Bhailis. 50 Jahre später ist von ihrem kindlichen Glauben an Wunder und Märchen nur noch die Liebe geblieben, an der sie unbeirrt festhält. Adelig und reich zu sein bescherte ihr eine Kindheit voller Traditionen und Regeln in der es ihr nie an etwas fehlte, außer vielleicht an Freiheit. Diese fand sie, als sich mit ihrer Ehe ihr Nachname zu Sayre änderte, und Draven ihr ein Leben frei von Einschränkungen und dafür voller Abenteuer schenkte. Das Streben nach Geld und Luxus liegt ihr heute so fern wie die Motivation an gesellschaftlichen großen Feierlichkeiten teilzunehmen. Ballkleider und seidene Schühchen tauschte sie schon vor vielen Jahren gegen die hellblaue Uniform des Heilerquadranten und hat sich darin auch mehr selbst gefunden, als in jedem Schmuckstück oder besticktem Stoff. Im militärischen Dienst hat sie mehr gearbeitet, aber auch mehr erlebt, als sie es je zu träumen gewagt hätte und ja, auch mehr verloren als es in einem behüteteren Leben vielleicht der Fall gewesen wäre. Aus dem verträumten Mädchen ist eine pragmatische Frau geworden, die was die Traditionen ihrer Familie angeht, nur an der Liebe und Loyalität zu ihrem Heimatland festgehalten hat. Ansonsten ist ihr Leben nicht mehr bestimmt von altem Adel und steifen Anstand, sondern Familiensinn und Wärme.

Diese spürt man selbst in der Familienwohneinheit die sie im Stützpunkt Samara mit ihrem Mann bewohnt. Es ist nicht nur ein Schlafplatz, sondern ihr Heim. Großen Luxus sucht man hier vergebens, dafür ist die Wohnung voller Blumen, hell eingerichtet und mit der Anwesenheit eines roten Katers namens Constantin auch nie wirklich still. Das Zentrum ihrer Welt ist ihre kleine Familie, das Glück und Glücklichsein ihres Sohnes, der inzwischen Basgiath besucht um Reiter zu werden. Ihre Gedanken und Sorgen weilen oft bei ihm und sie ist durchaus froh, wenn sein letztes Jahr überstanden ist, auch wenn sie weiß, das dass Leben als Reiter auch danach gefährlich bleibt, schließlich ist sie seit beinahe 30 Jahren mit einem, beinahe zwei von ihnen Verheiratet. Dass sie sich mit ihrem Mann auch auf ein Paar gebundener Drachen und damit auch den zweiten Reiter eingelassen hat, hat sie schon im Laufe ihres ersten Ehejahres verstanden, aber wahrscheinlich wäre sie am besten Freund ihres Mannes auch ohne die Drachen nicht vorbei gekommen, die irgendwie auch zur ihrem Leben gehören. Sicher nicht im familiären Sinne, schließlich hat May auch nach 30 Jahren im Schatten dieser gefährlichen Wesen noch den größten Respekt und Bewunderung, aber weniger der oft so verbreitete instinktiven Angst.
0 Ingameposts | 11.01.2026, 20:43
Militär Navarre
gespielt von Jella
50 Jahre
Reiterin
Nicht jede Macht schlummert in starken Körpern. Manch wahre Stärke schlummert in der Verbindung, die man seit Jahren zum eigenen Drachen pflegt, in der Siegelkraft, die aus der Bindung entstanden ist und in dem Kopf, der auf schmalen Schultern sitzt. Myrrin lebt seit jeher mehrere Leben: das der Erforschung von Magie, speziell von Runen, eben jenes im Revolutionsrat und das andere als Lehrerin eben gerade an jener der Schule, die sie damals selbst kaum überlebt hat. In den Reihen der Reiterinnen und Reiter wurde sie stets aufgrund ihrer körperlichen Schwäche belächelt, hatte Glück überhaupt bis zum Dreschen zu kommen. Mittlerweile unterschätzt man sie weniger und doch ist da immer dieser Blick, der deuten lässt, dass manch einer glaubt, ohne ihre Drachen wäre sie nichts. Die schmale beinah zerbrechlich wirkende Frau hat gelernt solche Blicke durch ihre vier Jahrzehnte Lebenserfahrung auszublenden, ebenso wie sie sich mit ihren eigenen körperlichen Defiziten mittlerweile zu arrangieren weiß. Ihre maßgeschneiderten Flugleder lassen sie innerhalb ihrer Formation kaum noch auffallen, ihr Wissen über Magie macht sie nicht nur zu einer begnadeten Lehrerin, sondern auch zu einer ernstzunehmenden Gegnerin. Der Kampf ist ihr mittlerweile in ihr Innerstes gewebt, befeuert den rhythmischen Klang ihres Herzens und einen eisernen Willen. Zwei Mal musste Myrr in ihrem Leben etwas aufgeben, in beiden Fällen waren es andere Menschen und doch tut sie sich generell schwer mit dem Konzept, hält auch heute noch an stillen Wünschen fest, obwohl man sie hätte längst über den Haufen werfen können oder auch müssen. Es ist dieser nicht zu brechende Kampfgeist, der sie immer weitertreibt, selbst die schwersten Wunden und auch ihre bisherige Zeit an der Front überleben ließ. Dabei ist nicht zu verleugnen, dass sie über die Jahre Dinge verloren hat, Freunde, Vertraute, ihre eigene innere Wärme begraben unter einem Berg von Distanz, die sie zu den meisten Menschen in ihrer Umgebung hält, um in ihrem Doppelleben nicht aufzufliegen. Professionell ist das Adjektiv mit dem Meisten sie in ihrem beruflichen Kontext beschreiben, dabei glaubt sich Myrrin manchmal eher eine Hülle ihrer eigentlichen moralischen Kernwerte, eine Maske so lange zurechtgenäht bis kaum noch zu erkennen ist, wer eigentlich darunter steckt. Diese Ambivalenz ist für sie ein erprobtes und doch auch zuweilen einsames Konstrukt, einem die sie mit ihren magischen Studien entgeht, verbinden diese doch ihre beiden Welten.

Magische Beschwörungen sind für sie zum Alltag geworden, die Grenzen ihrer eigenen Energiereserven und jene ihres Drachen auszutesten, erfordert ein Feingefühl, mit der sie den meisten Aufgaben begegnet. Dabei scheut sie keineswegs ihre Siegelkraft des Energieentzugs gegen andere zu verwenden, weiß wohl aber um die Gefahren, die mit diesem komplexen Spiel einhergingen. Als Kind noch in dem Glauben, die Veneni seien nicht mehr als schaurige Geschichten, die man in ihrer Heimatprovinz Tyrrendor erzählte, folgerte das plötzliche Verschwinden ihrer Eltern und der Brief, den sie ihr in das kleine geheime lose Brett geschoben hatten, ein Wissen, welches sie fortan als Geheimnis durch die Welt tragen sollte. Ihr bis zu dem Verschwinden ihrer Eltern gelehrtes Wissen über Runenmagie sowie ein paar Bücher aus dem Familienerben blieb ein Weiteres. Beide sollten den Grundstein für ein Leben dominiert von Unausgesprochenem bilden, wissen doch bis heute selbst die wenigsten ihrer Vertrauten von der Tochter, die sie schon vor ihrem Wehrdienst bekam und in dem Wunsch ihr und sich selbst ein besseres Leben zu bieten, abgab. Jeglicher Versuch sie in den letzten Jahrzehnten zu finden und eventuell doch ein Verhältnis aufzubauen indes scheiterte.

Ihre Familie knöpft sich daher seit geraumer Zeit nicht aus Blutbanden sondern rein über denselben ideellen Anspruch, den der Revolutionsrat verfolgt. Ihr engster Vertrauter ist seit Jahren ihr Drache. Es erscheint nicht selten wie ein einsames Leben, ist der Rat doch nicht oft an einem Ort zu finden und sie unter ihnen am Ehesten sie selbst. Der kluge Kopf, der sie teils etwas zu verbissen werden lässt, wenn sie erst einmal Leidenschaft entwickelt hat, der unerschütterliche Glaube daran, dass die Wahrheit am Ende siegen muss und der Bezug zur Gemeinschaft und Menschlichkeit, die ihr im Grunde eigentlich so wichtig sind. Es gab immer wieder Zweifel über die Jahre, aber keiner war stark genug, um sie von ihrem Weg abzubringen, weil die Revolution mittlerweile stark an ihren Lebenssinn gebunden ist. Myrrin will eine bessere Welt, eine freie Welt, unabhängig der Bedingungen. Es lässt sie manch moralische Grenze, die sie sich vor Jahren gesetzt hat, überschreiten, Menschen manipulieren, in dem Glauben nur das Beste für sie zu tun oder der Erwartung, andersherum würde es genauso geschehen. Es hat sie verändert, ihre eigentliche Wärme ebenso gedrosselt wie abseits der Magie ausgelebte Kreativität. Der Gedanke, dass sie in einem danach wieder weicher werden kann, ist über die Jahre hinweg leise geworden und vielleicht, ganz vielleicht, liegt es auch daran, dass sie nicht mehr sicher ist, ob sie an eines glaubt.
23 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Militär Navarre
gespielt von alice
24 Jahre
Reiter
Du sitzt auf einem Pulverfass wie andere im Schaukelstuhl — lässig und entspannt zurückgelehnt, am liebsten mit ‘ner schönen Tasse Kaffee (Milch und Zucker, bitte). Fehlen nur noch warme, weiche Pantoffeln (zum nächsten Geburtstag?! ich mein, du rockst eh jedes Outfit) und ein gutes Buch (oh, schwierig, du liest halt nicht so gern) und du würdest deinem Großvater echte Konkurrenz machen.
Nur, dass dein Pulverfass ein riesiger, orangener Drache ist und obendrein bist du das auch selber;
das Pulverfass, nicht der Drache.

Deine Zündschnur ist manchmal kurz, manchmal lang, manchmal kriegt man dich gar nicht angezündet, manchmal reicht ein Funke fünf Meilen weit entfernt. Heißt nicht, dass du Probleme gleich mit Fäusten klären musst. Du bist eitel genug um dir nach Möglichkeit nicht jeden Tag ein blaues Auge einzufangen und du bist locker genug, um nicht alles direkt super duper ernst zu nehmen. Aber wen du gefressen hast, den hast du gefressen; vermutlich für immer. Keine Frage, du bist nachtragend as fuck und du bist definitiv kein Köter, rennst niemandem hinterher (na, oder fast niemandem) und das betonst du gerne. Was du dafür aber umso lieber tust: über jeden lästern sprechen.
Trägst das Herz auf der Zunge, erst reden, dann denken, aber leider auch: erst machen, dann überlegen. Gehst mit dem Kopf durch die Wand, hinterlässt nicht jeden, aber vielleicht jeden dritten Tag ein kleines Chaos, ‘ne Schneise der Verwüstung (im übertragenen Sinn und nicht unbedingt im Bezug auf den Dienst), aber immerhin bist du ein guter Freund, du bist nur eklig zu Leuten, die du nicht leiden kannst — gern auch hinter deren Rücken.
Handelst dir immer mal wieder kleine Strafdienste ein, weil du die Klappe nicht halten kannst, ziehst dir den Hals aber auch (so gut wie) immer wieder aus richtig üblen Schlingen. Dein Baby-Face ist definitiv einer deiner hottesten Benefits: große, helle Augen, lange, dunkle Wimpern, so blass, dass man die roten Bäckchen am liebsten dreimal kneifen will (in einer anderen Welt würd dein Gesicht Werbung für korean skincare, Armani-Parfums oder Matcha Pulver machen) — aber da wären wir bei einer ganz, ganz wichtigen Sache angekommen: Baby-Face. Baby.
Du bist Baby.
Du bist kein Baby, aber du bist Baby. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Hast den Spitznamen (als Baby, ha) von deinen großen Brüdern bekommen (die dachten, die ärgern dich, wenn sie dich für immer so nennen, aber du hast den Spieß gedreht, Baby ist keine Beleidigung, Baby ist eine Institution, so nämlich) und irgendwie trägst du den Namen mit dir, egal wohin du gehst.
Klar, gibt Dinge, die vielleicht cooler klingen, Leutnant Stark, Ehre! aber ganz ehrlich, Baby Stark oder Leutnant Baby?! Das crazy,.
5 Ingameposts | 23.10.2025, 20:46
Militär Navarre
gespielt von alice
23 Jahre
Reiter
Vaelor (Vaelor, [ˈvaːlɔr], abgl. valor, n.)
bed. Tapferkeit, Heldenmut oder auch Mut, Beherztheit, Kampfesmut
Name einer einst höchst angesehenen Militärfamilie, die über mehrere Jahrhunderte hinweg hohe Rän —

Ganz ehrlich? Scheiß drauf.
Du weißt, was dein Name bedeutet. Du kennst deine Geschichte. Du weißt, dass dein Urgroßvater viel zu früh gefallen ist und dass weder Name noch Rang noch Siegelkraft noch irgendwas den Sturz abgefedert hat. Der Fluch (schon klar, es ist nicht wirklich ein Fluch, aber’s wirkt wie einer), der seitdem auf deiner Familie liegt, hat in dir seinen Endgegner gefunden. So sagt und will es zumindest dein Vater und so ist es auch.

Du bist der geborene Anführer, du ordnest dich unter (solange du musst), strebst gleichzeitig nach oben; immer noch ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, bisschen schneller, bisschen besser, ein bisschen härter (vor allem deine Schläge, vor allem deine Schwerthand, vor allem du). Du denkst voraus, kannst gut zusammenhalten und hast diese Präsenz, die es braucht: man hört dir zu. Bist scharfsinnig, hast deutliche (nicht komplett utopische) Ziele vor Augen, kannst dich gut ausdrücken und Verantwortung übernehmen, für dich und für andere, du führst mit harter, klarer Hand und scheust nicht vor Entscheidungen, auch wenn die manchmal hässlich sind (und du, du bist das auch (im übertragenen Sinn!)).
Du weißt, wo dein Platz ist und du weißt, wo dein Platz in Zukunft sein soll; deine Siegelkraft ist dein direktes 5*-Ticket an die Front (yes!) — und du lässt dir die Butter sprichwörtlich nicht vom Brot nehmen, real kann sie wer anders haben; Butter schmeckt dir nicht.

Wo wir beim Thema wären: vieles schmeckt dir nicht und damit mein ich nicht nur das Essen auf dem Tisch.
Deine Familie hat ‘ne klare Haltung zum Königreich, zur Rebellion — du auch. Als hättest du da selbst etwas verloren, als wärst du dabei gewesen. Schwachsinn — oder irgendwie auch nicht Schwachsinn, weil Narga, das Biest das dein Drache ist, sehr wohl dort war und weil sie dort sehr viel verloren hat und, oh (oder eher: oh, oh!) es passt verdammt viel Hass und Rachewunsch in diese 8,15 Meter große, blutrote Schuppengewalt. Zusammen seid ihr ein Paar, dem man auf Fluren oder Flugfeldern lieber aus dem Weg geht (wenn man nicht zu deinem Schwarm gehört); dir zumindest dann, wenn du ‘nen schlechten Tag hast und Narga, naja, Narga hat nie gute Tage.

Wobei man schon sagen muss, seit du in Führungsposition bist, hältst du dich etwas zurück.
Nicht, dass du Konfrontationen scheust, im Gegenteil, aber du rempelst vielleicht nur noch jeden dritten Rookie, der dumm im Weg steht, im Vorbeigehen an, statt jeden einzelnen doppelt und du achtest (schon lange) darauf, dass man dir deine Haltung im Bezug auf Gezeichnete (und die meisten anderen) nicht an der Nasenspitze abliest. Zahlt sich aus, immerhin sitzt du in "deinem" Geschwader ausgerechnet direkt unter einem von denen. Am Ende aber: kein Problem. Du magst die wenigsten hier genug als dass es auffallen würde, wen du am meisten scheiße findest.
Dennoch: Arschloch hat man dir schon seit deiner dritten Herausforderung und deinem Counter, der auf 2 gestiegen ist, nicht mehr offen hinterhergerufen — oder, naja, zumindest nicht ohne blutige Nase.

Oh und dann wär da noch dieser unfassbar immense Druck (der manchmal ein Ventil braucht), fast vergessen.
Du sollst ja deine Familie nach jahrelanger Talfahrt wieder auf’s alte Treppchen bringen. Die Vaelor-Krone hast du schon poliert als du manifestiert hast, bist das beste, was deiner Familie (und deinem Vater) hätte passieren können, lebst jetzt seine Träume und deine eigenen, die fallen hinten runter, die hat’s eh nie gegeben.

Ob du manchmal einsam bist?!
Niemals. Du hast ja deine Staffel und deinen überaus netten (nicht) und sozialverträglichen (doppelt nicht) Drachen. Und Freunde. Wenige. Aber das reicht.

(Und jeder Tag fühlt sich so an, wie Biss für Biss das eigene Herz zu fressen.)
10 Ingameposts | 29.06.2025, 15:39
Basgiath War College
gespielt von alice
23 Jahre
Reiterin
„Du siehst aus wie deine Mutter.“ — ja, das weißt du.
Das hast du schon so oft gehört. Immer, eigentlich. Jedes Mal, wenn deine Oma zu Besuch kommt, immer, wenn’s mal wieder alte Familienfreunde schaffen, nach Wochen, Monaten oder Jahren in Montserrat vorbei zu sehen. Selbst der eine, uralte Heiler in Basgiath hat’s gesagt, als du zum ersten Mal mit einer angeknacksten Rippe und einer aufgeplatzten Lippe bei ihm auf einer Liege sitzt. Dann hat er dir erzählt, dass sie eine seiner Lieblinge war, so eine sanfte Seele und so eine liebevolle und nette Frau und dann sagt dir dieser Mann, der dich eigentlich gar nicht kennt, dass er das auch in dir sieht.
Und er hat Recht.
Du bist deiner Mutter nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten. Es sind nicht bloß ihre Augen, ihre Haare, ihre Wangenknochen, ihr süßes Lächeln, die helle Porzellanhaut und die zierliche Statur. Es ist noch mehr: du hast auch ihre Empathie bekommen und das hohe Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Du hast die gleiche, sanfte Seele und ein ähnliches, zartes Gemüt. Manchmal hängt dein Kopf zwischen Wolken und Sternen fest, aber wenn’s drauf an kommt, bist du da. Immer. Ganz. Wach.

Ja, vielleicht liegt dir Theorie nicht besonders gut. In praktischen Fächern bist du schon während der Schulzeit besser als in Mathe und Geschichte. Du bist kreativ, die kannst backen und kochen und du malst für dein Leben gerne, du bist gern draußen und barfuß und, ja, du bist vielleicht auch eine Träumerin, dann und wann. Du liest gern, findest dich in Buchzeilen wieder — oder gehst darin verloren. Du schreibst gern Briefe. Du magst Sommer lieber als den Winter weil du nicht gerne frierst, du magst Tiere und bist der Meinung, dass sie’s Leben genauso verdient haben wie du selbst. Du bist süß, niedlich, auf den ersten Blick nicht so ein furchteinflößender oder furchtloser Drachenreiter, wie’s die meisten anderen sind. Du bist — anders, ja, vielleicht, aber deswegen nicht schlechter in deiner Arbeit. Dein Drache denkt für dich mit und du vertraust ihm, aber an deiner Siegelkraft hast du von dir aus immer hart und immer viel gearbeitet, tust du auch heute noch, willst noch viel lernen. Oh, und du schießt mit einer Armbrust verdammt zielsicher, auch (oder eher: besonders) auf bewegte Ziele. Liegt vielleicht daran, dass du ein ganz natürliches Gefühl dafür hast, Situationen zu lesen und, ja, nächste kleine Schritte vorherzusehen. Das hilft dir im Kampf, vor allem im Einsatz deiner Gegenmagie.
Aber darüber hinaus?! Würdest du kein Schwarz tragen, dann würde man dich auf den ersten Blick ganz sicher den Heilern zuordnen. So wie deine Mutter.
Da zeigt’s sich: auch, wenn du ihr so ähnlich bist, bist du am Ende doch ganz anders. Du reitest einen Drachen und das sagt doch schon alles, oder!? Und jetzt, an diesem neuen Ort an dem niemand deine Mutter kennt, hast du zum ersten Mal die Chance nur Aella (oder Aelly) zu sein und nicht "die Tochter von" und nicht "du siehst so aus wie sie", nein — hier siehst du nur aus wie du. Ein Blatt Papier auf dem nicht schon ein anderer Name über deinem eigenen steht.

Und das ist neu und aufregend und spannend.
(Oh und manchmal vielleicht ein kleines bisschen beängstigend.)
9 Ingameposts | 23.05.2025, 17:25
Militär Navarre
gespielt von alice
50 Jahre
Reiter
Das Lagerfeuer knistert, die Nacht ist schwarz und wolkenverhangen, aber das stört dich nicht — euch, euch stört das nicht. Drei Tage konntest du dir frei nehmen um einer Tradition zu folgen, die du neu in deine Familie gebracht hast. Eine Woche bevor’s nach Basgiath geht, geht’s nach mal nach draußen, zelten. Etwas, das dir heilig ist und immer heilig war: Zeit mit deinen Kindern. Du hättest noch mehr davon haben können (sowohl Kinder als auch Zeit). Nach dem ersten hast du damals nur im Scherz gesagt, dass du ‘ne ganze Staffel haben willst. Drei ist dafür nicht genug aber für euch als Familie war’s perfekt.
Sowieso. Dein Leben ist nach außen hin perfekt. Deine Frau ist unheimlich liebevoll, ein wunderschöner Mensch, von innen und außen, liebt und hegt und pflegt dich und die Kinder wie’s besser nicht geht. Du hast ein gutes, ein glückliches Leben gelebt, lebst es immer noch — auch wenn zwischen Alltag und Routine manches doch zur Gewohnheit wird. Du gibst dir Mühe, dass es das nicht tut. Du nimmst deine Arbeit ernst, schon immer und auch wenn du nicht (wirklich) loyal hinter deiner Frau stehst, hinter deinem Königreich tust du das schon. Du beherrscht deine Siegelkraft verdammt gut und du kannst führen, auch wenn du das nie mehr als bis zum 1. Offizier verfolgt hast — das hat dir gereicht.
Darüber hinaus?!
Du lachst viel, gerne, laut, du spielst Karten, du wettest dann und wann und manchmal gewinnst du, du tanzt jeden Jungspund an die Wand, dein Hüftschwung ist wirklich legendär, deine Kinder sind tolle Personen geworden, du liebst sie und sie lieben dich und deine Frau vergöttert dich und du solltest deine Frau lieben, aber die liebst du nicht — upsi.
Oder anders: du liebst sie schon, irgendwie, und du liebst das was ihr habt (die Kinder) aber dein Herz, das will immer nur was anderes.

Dass du dich vor zweiundzwanzig Jahren in einen Mann verliebst, der frisch ausgebildet in deiner Staffel stationiert wird, kommt für dich wie ein Gewitter bei bestem Sonnenschein; ungeplant, unvorhergesehen. Und das bleibt.
Du stößt ihn so oft weg, Fehler, die du gemacht hast und die sich nicht wiederholen dürfen. Aber Liebe kann nicht falsch sein, oder? Du willst deine Frau nicht verletzen, niemals, nie die Menschen, die dir wichtig sind und doch, doch, doch baust du dein Konstrukt aus Lügen über die Jahre immer höher und der Mann, den du liebst, wird der Onkel deiner Kinder und ihr tauscht verstohlene Küsse, heimlich, in der Küche während sie die drei zu Bett bringt (und was du nicht sicher weiß, ist: sie weiß es und sie liebt dich genug um dich zu lassen).

Du weißt, dass das falsch ist. Du hasst, dass du es trotzdem tust. Manchmal wünscht du dir, dass du drei Mal anders abgebogen wärst und dann, wiederum, wenn du bei den Kindern bist oder er bei dir ist, fühlt sich alles ziemlich richtig an.
Wie hat er’s genannt? Du bist sein Schicksal. Und vielleicht ist er auch deins.
15 Ingameposts | 12.05.2025, 17:39
Militär Navarre
gespielt von alice
21 Jahre
Reiterin
Du bist wie eine Katze — landest immer auf den Pfoten.
Mit Krallen und Zähnen kennst du dich auch aus. Du ziehst an Haaren, du kratzt und du beißt, wenn du musst (oder willst). Deine Finger sind so flink, dass du damit früher nicht nur Brote klauen konntest, auch Münzen im Vorbeigehen aus Taschen irgendwelcher Herren, die definitiv mehr Glück in der Lebenslotterie gehabt haben, als du. Dass du deinen Vater nie kennengelernt hast, ist eine Sache, nennen wir’s: Pech (oder Glück?!). Dass deiner Mutter die Mittel gefehlt haben, ihren Kindern ‘ne warme Mahlzeit auf den Tisch zu stellen, ist doppelt Pech. Hast früh gelernt dich durchzuschlagen. Ellenbogen raus. Du bist nicht leise, du bist laut — außer dann, wenn du schnell wie der Wind durch die enge Gasse rennst, Herzschlag bis zum Hals, hier abbiegst und da über eine Mauer springst, nein, fliegst und du liebst das Gefühl. Ob du auch Drachenreiterin geworden wärst, wenn du’s nicht gemusst hättest? (Ja. Nein. Vielleicht.) Hast nie die Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Kein Platz für Träume zwischen aufgeschürften Knien und blauen Flecken, zwischen: wer spuckt am weitesten und wer lacht am hässlichsten. Dir fehlen lange Zeit gute Vorbilder, auch wenn du’s nicht zugeben willst. Dir fehlt die strenge Hand des Vaters (oder eines anderen Mannes), denken Nachbarn und du denkst: fick dich und zeigst deinen Mittelfinger. Du lässt dir deine Welt nicht erklären, lässt dir die Butter nicht vom Brot nehmen, bist Straßenköter wenn es darum geht, deine Meinung durchzusetzen.
Du bist ein Wildfang, nur fangen lässt du dich nicht.

Hätte alles besser werden können.
Erst die Exekution. Dann die neue Familie. Ein anderes Umfeld, eine andere Stadt, eine Mutter, die wirklich da ist, ein Vater, der gutes Geld nach Hause bringt (und manchmal greifst du einfach zu und niemand merkt’s — weil sie nicht damit rechnen oder weil sie die Münzen nicht vermissen, ist dir scheiß egal).
Aber nichts wird besser. Du bist wütend und traurig und allein und du wirst noch lauter, schleichst dich heimlich weg, nachts, tags, immer dann wenn man dich zwei Minuten aus den Augen lässt, dann bist du weg. Dich kann man nicht einsperren, du findest immer einen Weg. Bist lieber überall, nur nicht da, wo man dir Worte in den Mund legt, die nicht deine sind und dich in Kleider steckt, die dir nicht passen wollen. Du schlägst deiner „neuen Schwester“ ‘nen Zahn aus, weil sie schlecht über deine tote Mutter spricht. Du klaust eine goldene Uhr auf einem vollen Marktplatz und wirst zum ersten Mal erwischt. Tränendrüse rettet dich. Du bist froh, als du da weg kannst und du bist traurig (schon wieder), weil’s heißt, dass du Calanthe erstmal nicht mehr siehst. Der einzige Mensch, der dir (noch wirklich) wichtig ist.

Das Gute an Basgiath?! Du musst nicht mehr um deine warme Mahlzeit kämpfen. Das Schlechte?! Überall sind Männer, die denken, sie müssen dir die Welt erklären. Das findest du ä t z e n d und zum k o t z en . Aber du findest auch die Freundinnen, mit denen man das aushalten kann — und wenn du heut noch klaust, dann entweder Messer auf der Matte oder einfach nur zum Spaß oder den Süßkram anderer, weil’s sich mit Schokolade eben am besten lästern lässt.
28 Ingameposts | 21.04.2025, 13:31
Basgiath War College
gespielt von alice
30 Jahre
Reiterin
Es donnert.
Regen peitscht dir ins Gesicht. Blitze zucken links von dir, rechts von dir, über dir. Deine Hand rutscht über spiegelglatte Schuppen, aber du kennst jeden Dorn, jeden Stachel, jedes Horn. Könntest blind über den Rücken deines Drachen tanzen (aber nicht wenn um euch so ein heftiger Sturm tobt; oder: dann nur, wenn’s unbedingt sein muss, wenn’s gar nicht anders geht). Das hier fühlt sich wie Freiheit an. Der Wind zieht an dir, will euch trennen, will ihn nach hinten drücken, niederreißen, aber er legt die Flügel an und du kannst sein düsteres Lachen bis in die hinterste Ecke deines Schädels spuken hören — er liebt dieses Wetter mindestens so sehr wie du (und wie du ihn). Statt im Sturzflug nach unten zieht’s ihn nach oben, nie weg von der Gefahr, sondern immer mitten rein (ihr seid euch echt so gleich), direkt ins Herz aus pechschwarzen Wolken, Donnergrollen und der puren Energie, die euch so sehr vertraut ist, weil sie auch unter deiner Haut sitzt.
Zwei Herzschläge, die inne halten, ihr amtet nicht, aber ihr tut’s im Einklang — kurz ist alles so dunkel, dass du nichts mehr siehst, dann bricht er durch die Wolkendecke und es ist vorbei. Jetzt heult der Sturm unter und ohne euch.
Du lässt dich nach hinten fallen, Blick in den Himmel. Wenn ihn die Sonne berührt und er noch regennass ist, dann wirken seine sehr, sehr blassen, extrem hellbraunen Schuppen fast als wär er weiß; kein Wunder, dass man ihn Ghost nennt. Und, weil ich den Tod bring. Du nickst; und deswegen. Und weil er in jedem Sturm genau das ist: ein Geist, taucht ganz plötzlich unter, über, hinter dir auf, im grau-schwarz-Mix von Gewitterwolken erst schwer zu sehen, doch dann, wenn ein Blitz direkt neben ihm aufzuckt, dann wirklich beinah weiß.
Ihr bringt den Tod zusammen.

Wenn’s nach dir geht, dann könntest du ewig mit ihm da oben bleiben.
Ist nicht so, als würdest du die Verantwortung scheuen, die unten auf dich wartet (das tust du nie, deine Schultern sind schmal, zierlich, aber sie tragen viel), nicht so, als ob du die Abwesenheit anderer Menschen gut finden würdest (nicht generell, im Gegenteil, du magst Nähe, eine kleine Berührung hier, eine zufällige Hand an einem Arm dort), ist nicht so, als ob du nein sagen würdest, zu einem gemeinsamen Abend mit Freunden, einem vollen Krug Bier (nie zu Zeit, die du nicht allein verbringen musst) und es ist nicht so, als wüsstest du nicht, dass dich spätestens die drei kleinen Herzchen auf vier Pfoten zurück nach unten ziehen würden (und die Blumen, die niemand gießt, wenn du’s nicht tust) — aber hier oben fühlt sich alles andere kurz klein und unbedeutend an (nicht so wie sonst), und zwischendurch genießt du das.
Nur kurz: einatmen, ausatmen, frei atmen. Alles ist so leicht wie du’s andere gern denken lässt und wie du’s wirklich gern hast.
Du musst nicht an die Lügen denken, die dir wie Zucker über die Lippen kommen (weil eine Rebellion eben das mitbringt: lügen — und wer würde diesem Augenaufschlag nicht jede Lüge glauben?), nicht an deine Eltern, die du endlich wieder besuchen willst (weil du nicht weiß, wie lang’s noch geht), oh und nicht an den Mann, der sich wie’n Parasit zwischen deine Rippen schiebt (auch, wenn du das noch gar nicht siehst) — nein, hier oben ist’s nur du und Ghost. Und manchmal reicht das einfach aus.
19 Ingameposts | 30.04.2025, 09:24
Militär Navarre

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