Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Lini
43 Jahre
Reiter
Eine Enttäuschung - als etwas Anderes wurdest du nie von deinen Eltern betitelt. Immerhin hast du nie ihrem Bild entsprochen, wie sie sich ihren Erstgeborenen vorstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass du nicht der Erstgeborene bist, sondern einen älteren Bruder hattest. Allerdings starb dieser in jungen Jahren und war der Liebling deiner Eltern gewesen. Hatten sie doch alle Hoffnung in ihn gesetzt und daran, dass er das Familienunternehmen eines Tages übernehmen und noch erfolgreicher machen würde. Deiner Familie mangelte es nie an etwas, dir auch nicht – zumindest vom finanziellen und materiellen Aspekt aus. Was ein liebevoller Umgang zu Hause anging oder ein familiäres Umfeld, davon konntest du nur träumen. Deine Eltern hingen zu sehr an dem Verlust deines Bruders und interessierten sich zu wenig für dich. Du hattest gehofft, dass es besser wird, wenn du dich dazu entscheidest Reiter zu werden. Immerhin hatten sie eine hohe Meinung von Reitern. Sie glaubten nicht daran, dass du das schaffen könntest, stellten dir aber dennoch die besten Lehrer zur Verfügung. Somit wurdest du früh darauf vorbereitet den Viadukt zu überqueren und dich auf den Rücken eines Drachen zu schwingen. Vielleicht hast du dir das auch alles etwas zu leicht vorgestellt. Leichter auf jeden Fall, als es am Ende war.

Die Ausbildung war alles andere als einfach, du hast öfters als du zählen kannst fast dein Leben verloren. Nicht unbedingt immer durch Fremdverschulden, sondern öfters auch, weil du deine eigenen Fähigkeiten überschätzt hast. Aber entgegen der Meinung deiner Eltern hast du einen Drachen gebunden und die Ausbildung überstanden. Hat das ihre Meinung über dich geändert? Nein. Nicht wirklich. Also hast du irgendwann aufgegeben nach ihrer Anerkennung zu streben und bist deinen eigenen Weg gegangen. Hast dich immer seltener zu Hause blicken lassen und irgendwie dein Leben gelebt. Deine Siegelkraft bereitete dir damals wie heute so ihre Problemchen und hat dich nicht selten fast zum Ausbrennen gebracht, weil du zu viel Energie gespeichert hast. Dein Drache warnt dich davor auch nicht, lässt dir immer und immer weiter Magie zukommen, ganz gleich, ob es dich dein Leben kostet oder nicht. Wärst nicht der erste Reiter der dabei drauf geht und auch nicht der Letzte.

Mittlerweile bist du nur noch ein Schatten deiner Selbst, was auch daran liegt, dass du vor Jahren einen Unfall hattest. Ein Unfall, der nicht nur dein Leben veränderte, sondern im Umkehrschluss jemand Anderes das Leben kostete. Nicht wegen dem Unfall per se, sondern, weil du selbst verschwiegen hast, dass du bis heute Schmerzen hast und eingeschränkt bist. Hätte ein Heilmacher sicher easy beheben können damals, aber dafür warst du dir zu stolz – immerhin haben deine Eltern dir auch immer gesagt, dass man andere nicht um Hilfe bittet, wenn es irgendwie anders geht. Bis heute hast du Schmerzen in deinem rechten Bein und betäubst die Schmerzen gerne mit Alkohol – und manchmal auch anderen Substanzen. Bist eigentlich noch diensttauglich und irgendwie auch nicht, sodass man dich in den Innendienst versetzt hat. Bis zu dem Zwischenfall bei dem jemand ums Leben kam, hast du deine Verletzung verheimlicht. Mittlerweile geht dies nicht mehr, da du eben von deinem Vorgesetzten in den Innendienst versetzt wurdest und deine Staffel zumindest auch grob Bescheid weis.
1 Ingameposts | 31.08.2026, 19:40
Militär Navarre
gespielt von Jani
21 Jahre
Reiterin
Hattest fünf Jahre Zeit, dich an dein Spiegelbild zu gewöhnen und erkennst doch nur noch wenig von dem Mädchen, das du einst gewesen bist. Deine Sommersprossen verblassen inzwischen im Winter, weil das warme Klima deiner Heimatstadt nicht bis nach Morraine reicht. Nicht, dass von dieser viel übrig geblieben ist - Aretia hat genauso gebrannt wie deine Familie es getan hat. Und selbst wenn du die Geschehnisse vergessen wollen würdest, könntest du es doch nicht. Dein Blick fällt automatisch auf deinen Hals herab, fährt über deine blasse Haut, von der sich das Mal der Gezeichneten nur umso stärker abhebt. Brauchst deinen Pullover nicht ausziehen, um zu wissen, dass sich die schwarzen Linien über deinen gesamten Unterarm ziehen. Bis hin zu deiner Handfläche. Für alle sichtbar ist der Verrat, den deine Familie begangen hat und für den du mit deiner Freiheit bezahlen musst. Kannst nicht sein, wer du bist. Kannst nicht machen, was du willst. Sondern bist umgeben von einem Ort, der dir Angst macht. Trägst eine Farbe, die sich fremd anfühlt. Reiterschwarz hast du stets nur an deiner Mutter, an deinem Bruder gesehen. Hast dir nie vorgestellt, dass sich deine langen rotblonden Haaren - die du sowieso nur noch in deinem Zimmer offen trägst - jemals von der Uniform abheben würden. Aber die Wahl über deine Zukunft wurde dir genommen. Genauso wie sie dir gern dein Leben genommen hätten; bist dir fast sicher, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass so viele von euch das Viadukt, das Dreschen überleben würden. Dass sich so viele Drachen dafür entscheiden würden, Kinder von Verrätern zu binden. Warst vielleicht selbst davon überrascht, als die Stimme in deinem Kopf aufgetaucht ist und dich von einer Kadettin zu einer Reiterin gemacht hat. Inzwischen weißt du, dass es reines Glück ist - gebunden zu werden, einen weiteren Tag zu erleben. Es ist das, was du seit der Rebellion jeden Tag tust: überleben statt leben. Mal mit mehr, mal mit weniger Schmerzen, doch immer mit dem Gedanken daran, nicht aufzugeben.

Die Illusion vor dir verblasst, nimmt dir den Blick auf dich selbst vielleicht im richtigen Moment, um nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, was deine Eltern wohl zu der Frau sagen würden, die du geworden bist. Um dich selbst nicht fragen zu müssen, ob sie stolz auf dich wären oder traurig über die Tatsache, dass dein Lachen nur noch selten laut erklingt. Dass deine Worte immer öfter auf deiner Zunge verbleiben, statt gedankenlos über deine Lippen zu fallen, wie es früher der Fall gewesen ist. Deine Sorglosigkeit hast du verloren, aber dafür hast du etwas anderes dazu gewonnen: einen kritischen Blick, einen starken Willen. Vielleicht sogar eine gewisse Furchtlosigkeit, die man als reine Verzweiflung erkennen könnte, würdest du Menschen nah genug an dich heranlassen. Denn auch, wenn du deine Gedanken zurückhältst, bedeutet es nicht, dass du nichts zu sagen hättest. Genau genommen hast du sogar Sorge, nicht mehr enden zu können, wenn du erst einmal beginnst – wenn du aufhören würdest, still zu sein und das weiterführen könntest, womit deine Eltern angefangen haben. Wahrheiten nicht mehr hinter deinem Trotz oder deinem Sarkasmus verbergen müsstest; immerhin wurdest du bereits als Verräterin markiert. Eine zu sein, fällt dir daher nicht einmal sonderlich schwer.
58 Ingameposts | 23.03.2025, 14:42
Basgiath War College
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
„Ich fall vielleicht hin, aber ich bleib nicht liegen.“ Galt damals einer Gegnerin auf der Matte, die sie zu Fall gebracht hatte und sich ihrem Sieg sicher glaubte. Sie stand auf und sorgte dafür, dass der Kampf anders ausging. Hinfallen und aufstehen – immer und immer wieder. Imogen Lovren hat das Aufgeben nie so richtig gelernt, auch wenn sie mittlerweile weiß, wann es im Trainingsszenario besser ist, eine Niederlage einzustecken. Als Sohn eines Reiters war das Schwarz, welches sie heute trägt, schon früh Teil ihres Lebens. Dabei war der Weg, den sie ging, nicht einmal unbedingt für sie vorgesehen. Sie hatte die Wahl und entschied sich doch für den Reiterquadranten. Für die Gefahr, für das Hinfallen und Aufstehen. Für die Herausforderung, die es ihr brachte. Dafür, dass sie den Weg ihres Vaters in aller erster Linie anders bestreiten wollte. Er war kein Vorbild, auch wenn sie sich nie davon freisprechen konnte, ihm in zu vielen Dingen zu ähneln. Die Folge des Lebens, welches sie geführt und welches sie sich ausgesucht hat, ist eine Härte gegenüber Gefühlen, die sie nur schwer ablegen kann. Ist in Imogens Selbstverständnis alles gut und in Ordnung, selbst wenn es sich emotional nicht so anfühlt. Man steht eben auch dann wieder auf, wenn man eigentlich lieber liegen bleiben möchte, weil man der Alternative keinen Raum gibt. Der lovrensche Optimismus ist in dieser Linie trockener Sarkasmus, kein wahrer Hoffnungsschimmer und sie lebt ihn. Seit Jahren.

Stein im Äußeren, Stein im Inneren, weil jeder Schutz auch bedeutet, dass von der anderen Seite ebenso nichts durchkommt.

Ihr Ehrgeiz macht sie zu einer passablen Reiterin, deren Beförderung zum Captain ihr auch erste Verantwortung zuspielt. Es ist andere als eben jene, die sie im College hatte, auch wenn‘s schon immer irgendwie um’s Überleben anderer ging. Staffelführung, dann Geschwaderführung. Sie kann sich dem Gefühl von Stolz nicht entziehen, was auf Beförderungen folgte und auch immer noch folgt. Dabei geht’s heute auch um ihr Überleben. Das Leben als Drachenreiterin ist kürzer als das anderer. Das Leben ist trotzdem gut gelebt, wenn man vor allem die positiven Dinge in den Fokus schiebt. Ihre mangelnde Empathie macht sie zu keiner schlechten Freundin, schließlich bedeuten ihr Menschen etwas. Es macht sie nur nicht so feinfühlig für die kleinsten Regungen. Das kann auch gut sein. Weil’s ihr erlaubt über die spitze Zunge ihres Drachens hinwegzusehen. Kann auch gut sein, weil sie dadurch nicht jeden zwingt, über das zu reden, was beschäftigt. Und das tut sie selbst auch nicht gern. Aufstehen und weitermachen ist einfacher, wenn man’s nicht zerdenkt. Wenn sie es doch mal tut, dann wird alles seziert. Aufgeben ist auch in Bezug auf Menschen für sie keine richtige Option. Es gibt nur einen, von dem hat sie sich losgesagt, auch wenn sie seinen Nachnamen noch trägt. Und ja, sie fällt noch heute manchmal hin. Aber liegen geblieben ist sie bisher nicht.
20 Ingameposts | 22.04.2025, 17:11
Militär Navarre
gespielt von Miri
30 Jahre
Reiterin
Frankenstein


Dein Lachen ist ganz laut, wird begleitet von 'nem Augenrollen. Spinner, murmelst du tonlos. In Basgiath machen sie noch Witze darüber, dass man dich nicht provozieren soll, das Monster wecken. Den Kraken, den Drachen, da gibt’s eintausend Witze drüber und du rollst immer mit den Augen. Das sagen sie, weil du eigentlich nie aus der Haut fährst und weil sie denken, dass wenn du’s tust, dass die Explosion dann riesig sein muss.
Stimmt auch.
Du kannst aus der Haut fahren, richtig wütend werden. Zuschlagen, am liebsten mit der Faust. Wobei dir ein Tritt auch immer gut gefällt (wenn du ihn austeilst). Ist die Sache mit dem unterschätzt werden, die dir nicht passt. Kannst von dir behaupten bisher jeden eines besseren belehrt zu haben, der dich unterschätzt hat. Musst im Training einmal zu oft hören, dass es schön wäre, wenn dein Ehrgeiz immer gleich gigantisch wäre und nicht noch ein bisschen größer, wenn man dich provoziert. Aber da lachst du schon wieder; egal.
Zu klein, zu friedfertig, zu lieb — von wegen.

Du bist all das.
Vor allem lieb(evoll). Hindert dich nicht dran das andere auch mit zu bringen, du bist schließlich nicht ohne Grund Reiterin geworden.
Aber und das aber ist hier besonders groß,
aber du bist auch die Sorte Reiterin, die man gern zeigt. Das nette Gesicht, die freundliche Ader, jemand die schon mehr Vertrauen ausstrahlt als ein Drache das normalerweise tut. Dir fällt’s leicht auf Menschen zuzugehen, sie in dein Herz und in deine Arme zu schließen. Kannst da sein, zu hören. Immer wieder geben, geben, geben ohne davon müde zu werden. Bist Hüterin von Geheimnissen und Sorgen. Bist diejenige, die man aufsucht, wenn’s schwer um’s Herz wird, weil es sich immer ein bisschen anfühlt wie nach Hause kommen, wenn du anfängst zu lächeln. Weil du’s leicht machst.

Dein Vater würde sagen, dass du da ganz nach deiner Mutter kommst, Francis. Mit aufgestützten Armen, eine richtige Macherin, ein richtiges Stehaufmännchen und dabei aber immer das Wohle anderer im Kopf. Du wirst rot, wenn du das hörst. Macherin, ein Wort worüber du gerne die Augen rollst. Doch manchmal wenn du die Schürze trägst, ein bisschen Mehl im Gesicht, so herzlich über dich selber lachst, dann siehst du sogar aus wie sie. Und darüber rollst du nie mit den Augen.

Für die meisten deiner Freunde bist du eher Frankie. Die gute Seele, die man gern um sich hat und der man die Traurigkeit nicht wirklich ansieht. Du bist Leichtigkeit und Verliebtsein ins Leben. Wenn du über dieses, oder jedes redest, wenn du dich verlierst in Geschichten und laut über die Witze anderer kicherst, gackerst, schreist. Du bist Hände ganz fest drücken und Freunde zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange geben.
Du bist immer nah, immer dicht dran, weil du’s so am liebsten magst, weil’s sich so immer anfühlt als würde dein Herz nicht alleine schlagen.
26 Ingameposts | 22.06.2025, 14:33
Militär Navarre
gespielt von Maj
25 Jahre
Reiterin
Eine Prinzessin des reichsten Herzogtums von Navarre. Reiterin. Direkt nach Ende der Ausbildung der ersten Staffel des Flammenschwarms im Nordgeschwader zugeordnet. Eine Siegelkraft, die als ‚geheim‘ klassifiziert wird und somit besonders wertvoll sein muss. Eine Alltagsaufgabe, aufgrund derer sie sich im Machtzentrum des Königreichs bewegt.
Betrachtet man diese Details, so wirkt es, als hätten die Götter Josiane Calthyr, Prinzessin von Calldyr, übermäßig reich beschenkt. Es ist bloß sie selbst, die sich nicht als einen Liebling der Götter wahrnimmt, sondern sich fragt, welche Buße für frühere Fehler sie offenbar tut. Laut käme dergleichen jedoch nie über ihre Lippen. Josiane weiß sich zu benehmen, ist Höflichkeit, Eleganz und vornehme Zurückhaltung. Vor allem aber ist sie noch immer deutlicher Prinzessin als Reiterin, denn die elterliche Erziehung bietet Josiane mehr Orientierung und Rückhalt. Es ist leicht, die eigene Unsicherheit hinter dem zu verstecken, was Josiane als gesellschaftlich angemessen kennengelernt hat.
Dazu zählt, sich ihre eigenen Unsicherheiten nicht anmerken zu lassen.
Und derer hat Josiane viele.
Ein Teil dieser Unsicherheiten gilt Josianes familiärer Situation: In den letzten fünf Jahren ihren Vater und ihren Bruder verloren zu haben, hinterlässt schon für sich genommen Spuren in der Seele einer jungen Frau, die ohnehin empfindsam ist. Doch aus Josianes Sicht hängt auch die Sicherheit und Zukunft eines ganzen Herzogtums an der Stabilität seiner Herrscherfamilie. Und die ist mit einem 13jährigen Herzog vergleichsweise unsicher, ist in den letzten Jahren ausgedünnt worden und braucht viel Zusammenhalt. Diesen kann Josiane als Reiterin jedoch nur eingeschränkt bieten – und damit gehört diese Entscheidung, Reiterin zu werden, zu – womöglich – vielen, bei denen Josiane sich fragt, wie falsch sie sind.
In schlechten Momenten ist es gar ihre gesamte Existenz, die Josiane in Frage stellt und als falsch empfindet. Es fängt damit an, dass sie auffällig – teils unangenehm – groß ist für eine Frau. Setzt sich darin fort, dass Josiane zu sanftmütig für eine Reiterin ist und aus ihrer Siegelkraft mehr Qual als Nutzen entsteht. Das gilt für ihr Umfeld und sie selbst gleichermaßen, so wenige auch darüber informiert sind, dass Josiane Gedankenleserin ist. Die entsprechende Lüge lastet Josiane schwer auf der Seele und sorgt dafür, dass sie emotional um so mehr an Freunden und Familie hängt. Dazu spaziert sie nicht mühelos durch die Gedanken andrer, sondern muss Arbeit darin investieren. Dazu gehört auch, mit permanenten Kopfschmerzen zu leben.
Zu lächeln.
Selten nur begegnet Prinzessin Josiane einem mit anderen Gesichtsausdruck und mittlerweile oft in der Gesellschaft ihres Schwagers. Für Kronprinz Daelan übernimmt sie Aufgaben einer persönlichen Assistentin, ist auf vielen Besprechungen und Veranstaltungen unmittelbar an seiner Seite. Mehr Gefühle als durch tausend Worte kann sie durch dieses Lächeln ausdrücken - und verliert doch nie, anderen das Gefühl eines aus dem Nest gefallenen Vogels zu vermitteln, den man beschützen will.
30 Ingameposts | 15.05.2025, 07:23
Militär Navarre
gespielt von Moni
21 Jahre
Reiter
Verblassende Erinnerungen, Gedanken an einen Moment, der so tragisch war, dass er dir immer noch schwer auf dem Herzen lastet. Immer wieder musst du daran denken, was deinen Eltern passiert ist. Die Gedanken die an diesen Tag zurück gehen, sind immer präsent, sie sind ein Teil von dir und es schmerzt ungemein, wenn du daran denken musst. Du hasst alles daran, und du weißt nicht wie du das verkraften kannst. Es zerreißt dich von innen, es nimmt jeden Zentimeter von dir auf. Deine Eltern zu verlieren ist ein hartes Stück, und du kämpfst jeden Tag damit, musst nach vorne schauen. Die Regentropfen klopfen an dein Fenster, du schaust nach draußen. Wenn es regnet, erdet es dich irgendwie, es gibt dir Kraft, es ist eine Beruhigung. Und wenn sie ans Fenster prasseln kannst du besser schlafen, kannst besser damit umgehen. Du fühlst dich besser, ein kleines Stück jedenfalls. Du hast aber immer noch deine jüngere Schwester, sie ist dein Anker, der Mensch der dir alles bedeutet und ohne den du nicht mehr leben kannst. Ohne sie wärst du verloren, ohne sie könntest du nicht weiter machen. Denn du bist dir sicher, dass es keinen Weg gäbe. Sie ist die einzige, deren Meinung dich interessiert. Mal abgesehen von deinen Freunden die du hast. Aber besonders auf ihre Meinung legst du einen Wert. Sie ist dir unheimlich wichtig, und du wüsstest nicht was du ohne sie machen würdest.

Du hast Schwierigkeiten dich in die militärische Struktur einzufinden. Immer mal wieder sind da Probleme, die du nicht beschreiben kannst. Dinge, die dir den Kopf zerbrechen. Jetzt bist du Reiter und da führt kein Weg dran vorbei, das musst du wohl akzeptieren, ob du willst oder nicht. Du bist gezeichnet, du weißt mehr als du eigentlich wissen solltest, und du denkst immer wieder daran, was es bedeutet, wenn man einen großen Verlust verzeichnet.

Wenn es um dich geht, du hast eine große Klappe und nimmst kein Blatt vor den Mund, du kannst manchmal sehr aufbrausend und aufmüpfig sein. Die Angst, dass dir oder deiner Schwester mal hier was passieren könnte, die ist immer da, die nimmt dich ein, und verblasst niemals. Wenn du mal zu viel riskierst, dann zuckst du einfach nur mit den Schultern. Denn du bist vollkommen risikobereit. Was wäre das Leben ohne ein wenig Adrenalin, das durch deine Adern schießt? Manchmal redest du unglaublich viel, oft wie ein Wasserfall und dann bist du meistens unaufhaltsam. Du liebst die Natur und die Wälder, das alles was es mit sich bringt. Immer wieder musst du daran denken wie schön es dort ist. Und mit deinem Drachen würdest du überall hinfliegen, wenn das möglich wäre. Du willst einfach nur frei sein, das ist dein Traum. Aber du wirst immer zum Militär gehören. Und irgendwann akzeptierst du vermutlich auch diese Tatsache.
7 Ingameposts | 30.04.2026, 09:07
Basgiath War College
gespielt von Moni
22 Jahre
Reiterin
Der Regen prasselt leise an dein Fenster, es fühlt sich an als wäre es eine Nachricht, eine die an dich gerichtet ist, die du nicht ignorieren kannst. Eine Nachricht bei der du dich fragst, ob es ein Gruß sein könnte. Vielleicht der deiner Eltern? Wer weiß. Du bist eine Gezeichnete, gezwungen dazu dem Reiterquadranten beizutreten, und wenn du genauer überlegst, hast du alles daran gehasst. Der Moment als du deine Eltern verloren hast, weil sie Rebellen waren, war der Moment, als man dich gebrochen hatte. Es war so ein Schmerz, der sich in dir kanalisiert hatte, den du kaum ausschalten konntest. Und dann denkst du auch heute noch daran, kannst es nicht hinter dir lassen, bist eher besonders geplagt und geprägt von diesen Schatten, die dich immer wieder heimsuchen.

Hal ist deine Partnerin, dein Drache, ohne sie, hättest du die Jahre auf dem Basgiath nie überstanden. Und sie hat dich auch dazu gebracht, dass alles ein wenig weniger zu hassen. Wenn sie nicht wäre, wärst du vermutlich schon längst vollkommen aufgeschmissen. Aber sie hat dich an einen Punkt gebracht, wo du realisiert hast, dass es gar nicht so schlecht ist eine Reiterin zu sein. Deine Fähigkeit ist die Pflanzenmanipulation, was kein Wunder ist, da du dich schon immer zu der Natur hingezogen gefühlt hattest. Kein Wunder, denn du kommst ja aus einem Ort, der am Meer ist. Du liebst das Rauschen der Wellen, die Freiheit, die dieser Ort ausstrahlt und die Momente, an denen du dich einfach nur sicher und richtig fühlst. Auch wenn dein Zuhause dich schmerzlichst immer daran erinnern wird, was du wirklich verloren hast.

Du bist eher von einer zurückhaltenden Natur, ziehst dich zurück und schnitzt deine kleinen Holzfiguren, das ist es was dir am meisten Spaß bereitet. Deine Freunde wählst du mit Bedacht, aber du bist niemand, der richtig auf andere zugeht, es ist einfacher wenn das jemand anders übernimmt. Du bist keine Kampfmaschine, du übst dich aber auch nicht in Zurückhaltung, denn wenn es einmal klar ist, dass du kämpfen musst, dann hältst du dich nicht zurück. Manchmal kannst du ein wenig melancholisch sein, was vermutlich daran liegt, dass du deine Eltern vermisst.

Als du erfahren hast, dass Hal an eine andere Drachin gebunden war, und das ausgerechnet dein Professor Zarek war, wusstest du nicht wie du damit umgehen solltest. Doch irgendwas an ihm, ist anziehend, und du kannst es nicht ignorieren. Nur dürfest du das niemals zulassen, denn solche Beziehungen sind verboten.
7 Ingameposts | 03.04.2026, 17:21
Basgiath War College
gespielt von Jani
23 Jahre
Reiter
Der Tod ist nichts Schlimmes, Yiannis. Malek wird mich mit offenen Armen empfangen und irgendwann werden wir uns wiedersehen.“ Seine Mutter sprach leise, lehnte ihre Stirn bei den Worten an seine. Ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen. Sie war nie ängstlich gewesen – nicht in seiner Kindheit, wo sie seine Vorliebe fürs Klettern mit einem Stirnrunzeln hingenommen hatte und auch nicht im Anblick ihres Ablebens. Sie hatten sich darauf vorbereiten können, auf diesen Tag und diese letzten Stunden. Es zu erleben war dennoch etwas anderes. Sein Herz schien langsamer zu schlagen, die Welt war dabei stehen zu bleiben. Nicht für alle, aber für ihn. Er wusste, dass es nicht fair war, sie zu verlieren. Dass sein Vater nicht die Kraft haben würde, weiterzumachen. Schon jetzt musste er ihn an den meisten Abenden in den Tavernen der Stadt ausfindig machen. „Sei nicht wütend.“ Er wünschte, er hätte das bedingungslose Vertrauen seiner Mutter in die Götter geerbt. Aber so war er nie gewesen – zu hitzköpfig, zu temperamentvoll, zu eigensinnig hatte er nie jemand anderen als sich selbst zur Verantwortung ziehen können. Töricht, würde sein Vater ihn später nennen. Nutzlos. Worte, die sich wie Gift in seine Gedanken nisteten und ihn an seinem Vorhaben zweifeln ließen, mehr aus sich zu machen. Dabei hatte es nicht viel gebraucht, um es wahr werden zu lassen. Eine Prise Mut, eine gewisse Vorbereitung und eine einzige Person, die sich die Mühe gemacht hatte, ihn tatsächlich zu sehen. An ihn zu glauben.

Reiter zu werden war keine Entscheidung gewesen, die er leichtfertig getroffen hatte. Es war kein Geheimnis, wie tödlich die Ausbildung war. Wie gefährlich jede einzelne Prüfung. Womit er dennoch nicht gerechnet hatte, war die Veränderung, die ein Ort wie Basgiath mit sich bringen würde – in seinem ersten Jahr war es darum gegangen, zu überleben. Darum, Freunde sterben zu sehen. Zu lernen, Verluste mit nicht mehr als einem Nicken hinzunehmen und weiterzumachen. Sich von seinen Gefühlen zu distanzieren und zu funktionieren. Doch es war sein zweites Jahr gewesen, welches letztlich dafür gesorgt hatte, dass er sich endgültig von seinem alten Ich löste – von dem Jungen, der er einst in Lewellen gewesen war. Der Hoffnung empfunden und zumindest in Teilen das Gute in Menschen vermutet hatte.
34 Ingameposts | 09.02.2025, 15:36
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Eine von vielen. War ich schon immer und wollt‘ auch nie was anderes sein. Eine von vielen Frauen, die den Namen Plorvis mit Stolz tragen. Mein Nachname hat mir das Reiterschwarz in die Wiege gelegt, aber ich hätte genauso gut Schmiedin werden können. Oder alles andere. Ich war es, die den bereits bereiteten Pfaden folgen wollte. Das war kein Zwang, nur Tradition, nur Familienehre und ein bisschen Träumerei. Ich wollte schon als junges Mädchen fliegen. Ich habe die majestätischen Wesen gesehen und konnt‘ mir nichts anderes vorstellen, als ihnen begegnen zu wollen. Wollte wissen, ob ich ihrer Magie würdig bin. Wynne Kara Plorvis war für mich schon immer mehr als nur ein Name. Ich glaub‘ zwar nicht an Götter, aber ich fühl mich von meiner Familie gesegnet. Ich habe vielleicht keine Stürme als meine Siegelkraft manifestiert, aber fühl mich wild, wenn ich auf dem Rücken meines Drachens die Lüfte erklimme. Muss grinsen, weil es sich nach Freiheit anfühlt, selbst wenn mein Drache mich für lange Zeit ans Militär bindet. Ich bin eine Plorvis, nicht nur im Namen, sondern auch im Gefühl, mit dem ich das Erbe meiner Vorfahren trage. Wir sind alle entschlossen, sie und ich. Und wir reichen uns auch die Hände oder die Waffen.

Eine von vielen war ich auch, als ich übers Viadukt getreten bin. Eine von weniger bin ich als Junior. Nicht alle von uns haben überlebt. Nicht alle von uns werden das nächste Jahr überleben. Aber ich rede mir ein, die um mich herum, die müssen. Ich bin zu viel Teamplayer, um nicht auch eine gewisse Verantwortung zu spüren, dafür zu sorgen. Kann die Kontrolle schlecht abgeben, aber muss es jetzt auch weniger, mit den Abzeichen auf meinem Arm. Staffelführung mit gerade einmal 21 Jahren. Das stand damals auf der Liste von meinen Zielen. Ich hab‘s erreicht und trage die Verantwortung doch nicht leichtfertig. Leben sind von meiner Leistung abhängig. Aber ich kann auch Entscheidungen treffen, anstatt sie nur hinzunehmen. Ich bin Soldatin, doch mit dem selbstständigen Denken konnt‘ ich trotzdem nie aufhören. Fällt mir also leichter, wenn ich auch ein bisschen mitreden kann.

Meine Siegelkraft hingegen bereitet mir wortwörtlich Kopfzerbrechen. Mit dem Hammer in meiner Hand fühle ich mich sicher, mit dem Flegel kann ich gut umgehen, aber die Magie? Manche Tage frage ich mich, ob sie aus all den Widerworten rührt, die ich über meine zwei Jahrzehnte Leben gegeben habe. Meinungsstärke ließ mich häufiger diskutieren als aufgeben. Ich mach‘s auch heute noch gern. Die Magie anderer zurückzuwerfen indes ist mehr Herausforderung als Berufung. Ich lern‘s, weil‘s mein Überleben sichert. Bin eigentlich kein guter Spiegel, aber sehe Potenzial. Auch mein eigenes. Und ich lerne gern, selbst wenn‘s hart ist. Bin nicht gut darin aufzugeben, weder Menschen noch Aufgaben. Ich bin mir sicher, deswegen bin ich, wo ich bin. Deswegen bin ich, wer ich bin.
20 Ingameposts | 26.05.2025, 20:36
Basgiath War College
gespielt von Miri
28 Jahre
Flieger
„Lächel‘ doch mal.“ Deine Mutter rollt mit den Augen, sagt dir später, dass du dir aus den Worten deiner Großmutter nichts machen sollst und du nickst bloß. Zuckst mit den Schultern. Schon okay.

Du machst dir nichts draus.
Nicht aus diesem dummen Spruch, nicht aus allen die noch folgen. Aus denen, die Abstand halten, weil dein Gesicht genau das ausstrahlt. Macht‘s dir nichts aus voreiligen Schlüssen und dem Abstand, der sich auftut. Ist nicht deine Welt, nicht das, nicht der oberflächliche Small Talk, nicht der ganze Scheiß den‘s normalerweise braucht um herauszufinden, ob man sich sympathisch findet.
Nett.
(Hast du gehört — ich glaube — er soll ja —) Schulterzucken, Schulterzucken.

Schaffst es beim Training ein bisschen mehr zu geben, ein bisschen offener zu sein. Dann wenn das Thema und der Raum festgesetzt sind, die Linien klar verständlich. Alles davon ab, das fällt dir meistens schwerer. Hältst dich dann zurück, lässt andere eher den Raum einnehmen, andere die‘s besser können, laut, lustig, oder weich(er) zu sein.
Zuhören ist leicht — im Vergleich. Kannst gut das offene Ohr geben und musst selber einmal zu oft hören, dass du ein toller Zuhörer bist. Dass es dir schwer fällt im richtigen Moment zu gehen oder reinzugrätschen, da fragt niemand nach (und du wüsstest auch nicht wie du‘s erklären solltest). Verstehen ist das eine, das erklären das andere. Fühlen das eine, das ausdrücken — was ganz anderes. Behältst das meist alles lieber nur für dich.
Du sparst dir die Worte. Oft (Schulterzucken). Wenn du den Mund aufmachst, dann ist es ehrlich, direkt raus, ungefiltert. Damit muss man umgehen können. Mit dir.

Bist die Ruhe selbst.
Der Blick ist meist klar, fokussiert. Wirkt so als würde dir nichts entgehen und als könnte dich nichts wirklich umhauen, nichts überraschen. Bringst 'ne wahnsinnige Ruhe in den Raum rein.

Unbeirrt,
(stur, dickköpfig),
manchmal.

Ist was deine Mutter in den Wahnsinn treibt. Weil‘s ihr schwerfällt das zu verstehen und weil du nicht die Zähne auseinander kriegst um es ihr leichter zu machen. Nicht bis du allein bist, nicht bis es alles als Wut nach oben blubbert und zu stundenlangem Training wird. Zum Schreien im Dunklen raus auf‘s Meer bis der Druck sich weniger anfühlt. Bis sich das Schulterzucken wieder authentisch anfühlt. Es ist nichts. Und es ist wieder das kleine Regengesicht und der dicke Wolkenvorhang und bloß nicht drüber reden.
Schon okay.
48 Ingameposts | 02.06.2025, 17:31
Militär Poromiel
gespielt von Jani
39 Jahre
Reiter
Gute Geschichten bürgen oftmals eine gewisse Tragik, eine Prise Humor und eine Ebene des Verständnisses. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, ist es einfach, Worte zu finden, um Feinheiten zu vermitteln. Einen anderen Ton einzuschlagen und Revolutionen zu lenken. In seinem Leben hat es schon immer zwei Möglichkeiten gegeben: den einfachen Weg mit dem Kopf durch die Wand oder den langwierigen, in dem es von Nöten ist, Pläne zu schmieden und Samen zu sähen. Eigentlich ein stiller Charakter ist die Bedeutung von Worten Riven schon immer bewusst gewesen – vielleicht durch seine Mutter, die ihm von früh an beibrachte, sie zu hinterfragen und einen eigenen Sinn in ihnen zu finden. Oder durch seinen Vater, der ihn lehrte, wann ein Scherz angebracht ist und wann man den Mund besser zu halten hat. Vielleicht lag es aber auch an all den Befragungen, denen er beigewohnt hatte. Den Erinnerungen, die er auf Befehle hin hatte löschen müssen und die den Meldungen der Führungsebene widersprachen. Venini und Wyvern – in seiner Kindheit nicht mehr als düstere Märchenwesen und heute die reale Gefahr für die Menschen des Kontinents. Er hatte anerkennen müssen, dass es ein Meisterwerk war: die Verbreitung der Lügen, das Verwischen der Grenzen und die Unsichtbarkeit der Intrigen, sind sie doch tief in den Alltag verwurzelt. Es hat eine gewisse Faszination in ihm geweckt, ein Spiel entfacht, in welchem Wissen vielleicht mehr wert ist als reine Kampfstärke. Wobei seiner Meinung nach das eine durch das andere bedingt wird: denn in den meisten Fällen geht Loyalität einher mit Vertrauen. Und wenn man erst einmal die Personen im navarrianischen Militär erkannt hat, die Zweifel haben, ist es kein Kunstwerk mehr, die Wahrheit zu nutzen, um sie von dem Vorhaben der Revolution zu überzeugen.

Riven hat sich selbst nie als Ratsmitglied gesehen – wurde gewissermaßen in die Rolle gedrängt. Manche sagen aufgrund seiner Erfahrung, manche begründen es in seiner Rhetorik, doch für ihn geht es damit einher, dass er als einer von Wenigen unbemerkt überlebt hatte. Kein Teil der Schlacht von Aretia gewesen war und die reine Zerstörungswut erst im Nachhinein vor Augen geführt bekommen hatte. Es hatte etwas in ihm verändert: der Anblick seiner verbrannten Heimatstadt. Menschen unter den Trümmern. Die Hinrichtung seiner Freunde. Die Scheu vor Verantwortung hatte etwas anderem Platz gemacht – dem Wunsch danach, dass nichts umsonst gewesen war. Dass die Bewegung nicht endgültig zerschlagen worden war. Da war Wut in ihm gewesen. Hass. Aber auch Unverständnis: schließlich liegt der wahre Feind nicht in Poromiel. Nicht einmal in Navarre, auch wenn es sich manchmal danach anfühlt.
34 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von Minnie
33 Jahre
Fliegerin
Brisca Dornval. Ein Name, den man sich in Cygnisen merkt – nicht wegen Lautstärke oder Glanz, sondern wegen Wirkung. Deine Schritte hallen leiser als die meisten, aber niemals planlos. Niemand ist so berechenbar – und darum auch so gefährlich. Du hast dich gemeinsam mit deinen besten Freundinnen auf deine aktuelle Position im Cygnischen Machtgefüge seit Kindheitstagen vorbereitet und bist die Einzige von euch, die auch wirklich dort angekommen ist, wo man dich immer gesehen hat: an der Seite der neuen Herzogin, als ihre Leibgardistin. Du gehörst dorthin. Du funktionierst. Du wirst gebraucht.

Du siehst dich selbst als kontrollierte, rationale und vor allem vernünftige Person. Du handelst rein aus Pflichtgefühl, Loyalität und strategischem Denken. Es fällt dir leicht, den Überblick zu behalten, nicht nur über Informationen und Pläne, sondern auch über Menschen. Du erkennst Muster, Dynamiken, Spannungen – und weißt, wo du ansetzen musst, um Dinge zu stabilisieren oder zu verschieben. Dabei hilft dir deine Gabe: die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen zu beeinflussen. Sie wirkt selten wie Magie, sondern eher wie Instinkt, wie tiefes Verständnis. Du kannst emotionale Netzwerke wie Karten lesen – und neu zeichnen.

Während des cygnischen Putschs hast du sie geschärft – ohne Zögern, ohne unnötige Worte. Manche nannten es kühle Entschlossenheit. Du nanntest es Verantwortung. Du hast dafür gesorgt, dass der Umbruch nicht im Blut erstickt ist. Hast Menschen nicht überredet, sondern gelenkt – sanft, gezielt, dahin, wo ihre Loyalität gebraucht wurde. Manipulation im Großen, zum Wohle des Ganzen. Zum Schutz deiner Herzogin, sagst du dir. Aber je näher dir jemand steht, desto gefährlicher wird es. Denn du könntest, wenn du wolltest – und manchmal willst du – nicht nur Verbindungen beeinflussen, sondern ihre Form verändern. Gefühle lenken, Nähe erzeugen, Distanz verstärken.

Dabei schlummern unter deiner Oberfläche Emotionen, die du verdrängst oder nicht zulässt. Die Angst vor Verlust, die Sehnsucht nach Anerkennung, nach echter Nähe. Du kannst dir so einen Luxus nicht leisten, glaubst du – nicht in deiner Position, nicht mit deiner Verantwortung. Du willst das Beste für dein Land, aber auch für deine Familie, für deine Freundinnen. Es ist ein ständiger Spagat zwischen deinem Pflichtgefühl und deinem Bedürfnis nach Verbundenheit, zwischen strategischer Klarheit und einem tief(vergraben)en Wunsch nach Harmonie – politisch wie emotional. Du bist seit jeher die goldene Mitte. Der Klebstoff, der das zerbrechliche Konstrukt zusammenhält – bei deinen Geschwistern ebenso wie bei deinen Freundinnen. Dabei hat dich nie jemand gefragt, ob du das eigentlich willst. Und du hast dir selbst auch nie erlaubt, es zu hinterfragen. Du führst diesen stillen Kampf, ohne zu wissen, ob er wirklich im Sinne aller ist. In politischen und militärischen Situationen hast du gelernt, dich selbst zurückzunehmen – für das große Ganze. Doch langsam, Stück für Stück, beginnst du zu begreifen: Wenn du dich selbst immer nur hinten anstellst, bleibt irgendwann nichts mehr von dir übrig.
7 Ingameposts | 24.10.2025, 21:50
Militär Poromiel
gespielt von Jella
22 Jahre
Heilkundiger

Hypothese #12Blonde haben mehr Spaß.

Status: Ergebnis bisher uneindeutig, Versuch wird fortgeführt

Selbstversuch von 630 – 633.1

Du bist eine solide Mischung aus Honigkuchenpferd, Waschbär und Duracell-Hase. Sagst du selbst mit deinem Kopf leicht schief gelegt, einem Grübchen in den Wangen, einem Grinsen auf den Lippen und einem verboten gutaussehendem Funkeln in deinen Augen. Zweifelsohne gehörst du zur privilegierten Sorte Mensch; hast zwei drei liebende Eltern, zwei süße Geschwister, eine wundervolle Tante als Vorbild und die Möglichkeit deinen Weg selbst auszusuchen und zu bestreiten. Trägst vielleicht nicht den Familiennamen der Herzogsfamilie Deaconshire so wie's deine Mutter einst getan hat, aber du spürst die Verbindung trotzdem, nur anders. Hast keine Nachteile aus dem Adel; kannst den Fußstapfen deiner Mutter folgen, weil sie einen Weg bereitet hat – und gehst doch auch einen anderen. Fühlst Sicherheit in zwischenmenschlichen Gefügen, weil du sie als Junge immer hattest – und doch auch diesen Drang nach mehr. (Du bist in der Nähe des Militärs auch immer mit dem sicheren Wissen aufgewachsen, dass das Leben verdammt kurz sein kann.) Du versuchst die Schwere der Welt leicht zu tragen. (Vielleicht weil du nicht so viel an deiner eigenen Haut erleben musstest.) Du siehst das Gute, du hebst selbst im Winter den Kopf gen Sonne. Du lachst, grinst, tanzt, flirtest. Du siehst das Leben als Versuch an. Und was braucht jeder gute Versuch?

Korrekt: Experimente.

Hörst eine Behauptung und hast in vielen Fällen automatisch den Drang sie zu überprüfen. (Hörst in vielen Aussagen eine Herausforderung, selbst wenn da keine ist.) Du denkst in Kategorien, aber lässt dich selbst ungern nur von einer definieren. Blondinen haben mehr Spaß? Du färbst dir ohne groß darüber nachzudenken die Haare blond und nimmst dir vor es zu überprüfen. (Doof nur, dass du auch vorher schon Spaß hattest und die anderen Lebensumstände keine guten Vergleichswerte liefert; falscher Versuchsansatz, naja.) Eine These ist schließlich nur so gut wie ihre Belege. Du sammelst Belege und Erfahrungen. Du nimmst das Leben und vor allem dich selbst nicht zu ernst. Riod fast wie der Krawall oder eher ein Feuerwerk der schlechten Ideen; aber vor allem: (gute) Stimmung. Das Leben ist zu kurz für Miesepetrigkeit. Ist Blond dementsprechend nicht auch einfach nur ein Lebensgefühl? (Du versuchst es zu ergründen, indem du es rauswachsen lässt.) Die wenigsten hinterfragen dein sonniges Gemüt und die Energie, du tust’s die meiste Zeit auch nicht. Du magst es, der zu sein, an den man sich wendet, wenn man eine gute Zeit haben will. Würdest du dir wünschen, dass es manchmal mehr werden würde? Sicherlich, ist ja generell dein Ansatz. Dennoch forcierst du’s nicht. Jede:r hat seine Grenzen.2 Dass du zu den Heilkundigen gegangen bist, als mit deinem ganzen Kampftraining, bei den Reitern oder der Infanterie anzustehen, hat einen simplen Grund und der ist weder Höhenangst (auch wenn das ein weitverbreitetes Gerücht ist, welches du nicht korrigierst) noch reine Nächstenliebe (auch wenn du grundsätzlich schon alle Menschen magst und allen Gutes wünschst, außer Arschlöcher halt). Du hast ein kleines Helfersyndrom und die tragische perfekte Motivation in deiner Vergangenheit. Deiner kranken Schwester geht’s heute zwar besser, aber die Sorge ist geblieben und der Wunsch zu verstehen. (Man könnte meinen deine Experimente haben auch damit zu tun.) Du witzelst, dass du vielleicht eine Naturgewalt bist, aber eben doch kein Typ für die reine Gewalt. Und das hellblau passt auch eh besser zu deinen Augen. Hast viel von deiner Tante gelernt und bist nicht so dämlich wie dich dein ein oder anderes Experiment vielleicht wirken lässt. Du bist eben nur gewillt auch mal dumm auszusehen, weil was schiefläuft. Alles ist eine Erfahrung.

1  Kontrollgruppe: eigene Erinnerung an sich selbst als Brünetter + neuer Kontrollzeitraum seit 633 als Brünetter.

2 Deine ist, dass du dich nicht aufdrängen willst. Liebe entsteht oder sie entsteht nicht. (Hat dir trotzdem schon das ein oder andere Mal dein kleines Herzchen angebrochen.)


1 Ingameposts | 01.08.2026, 17:30
Basgiath War College
gespielt von Lini
23 Jahre
Flieger
Seine Hochwohlgeboren Thamir Yazqhar, Erbgraf von Esmaryel - Eine Anrede, die du weder magst, noch eigentlich wirklich etwas bedeutet. Zumindest für dich. Klar weißt du, dass sowohl dein Vater als auch deine Geschwister – naja und du – diesen Titel habt, aber in der Erbfolge viel zu weit hinten seid, um irgendetwas wirklich zu erben. Von daher schenkst du dem Titel auch keine große Beachtung. Er ist nicht du und du bist nicht der Titel. Du bist – wie dein Vater – den Fliegern beigetreten und das ist auch das, was dir liegt. Es liegt dir dich in Militärstrukturen einzufügen und ebenso, zu führen. Du bist gut darin, anderen zu helfen, sie zu führen. Sowohl mit Witz, aber auch mit Strenge, wenn es sein muss. Du weißt genau, was sowohl im militärischen als auch im familiären Kreis von dir erwartet wird und du versuchst es immer allem und jedem recht zu machen – verlierst dabei aber nicht deine Integrität und vor allem deine Stimme, die du für dich und andere, vor allem Schwächere einsetzt. Gerade durch deine Familie hast du gelernt wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung füreinander ist, genau das münzt du auch auf dein Schwadron, welches für dich wie eine zweite Familie geworden ist.

Für dich war schon früh klar, dass du zu den Fliegern gehen würdest. Du wolltest beschützen, Verantwortung übernehmen und ganz zu schweigen davon, wie cool man bitte aussieht, wenn man auf einem Greifen sitzt. Abgesehen davon, magst du Greifen sehr, immerhin hast du schon von klein auf engen Kontakt mit dem Greifen deines Vaters gehabt. Du durftest ihn streicheln, knuddeln und dein Vater ist sogar schon mal einen Rundflug mit dir auf Malior geflogen. Spätestens nach diesem Rundflug hättest du wohl sowieso entschieden Flieger zu werden. Somit hast du auch fernab von der schulischen Bildung und Lehrern, auch Kampfunterricht bekommen. Deine Eltern wollten, dass du bestmöglich auf den Quintanten der Flieger und dein späteres Leben als Flieger vorbereitet bist. Neben den Fähigkeiten als Flieger hast du auch schon früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Nicht zwingend als Vorbereitung, sondern eher, weil du sowohl für deine Mutter als auch deine Schwestern da sein wolltest, wenn dein Vater unterwegs war. Besonders bei deiner Schwester Julissa hast du schon früh viel Verantwortung übernommen. Deiner Mutter unter die Arme gegriffen und auf deine Schwester aufgepasst. Sie war – oder eher ist noch immer – krank und hat eine Unverträglichkeit, weshalb ihr da genau schauen musstest. Als ihr im Teenager- und Jugendlichenalter wart, bist du mit ihr auf Partys gegangen, hast auf sie aufgepasst und sie beschützt. Das sahst du als deine Pflicht und Aufgabe als großer Bruder an.

Vielleicht war es auch ein Stück weit Freiheit für dich, als du nach Cliffsbane gegangen bist, um deinen Weg als Flieger zu gehen, weil du eben nicht ständig in Alarmbereitschaft wegen deiner Schwester warst. Du konntest deinen Weg gehen und dich entfalten – auch wenn du den Beschützerinstinkt nie abgelegt hast und auch nie ablegen willst. Denn eigentlich bist du gerne für andere da, passt gerne auf andere auf – aber es ist ein Unterschied, ob es deine Entscheidung ist oder du das Gefühl hast, dass du es musst, auch wenn deine Eltern es nie direkt von dir gefordert haben. In Cliffsbane hast du dir schnell einen gewissen Freundeskreis aufgebaut. Gerade deine besonnene und oft gut gelaunte Art kommt gut an. Du weißt, wann es darauf ankommt ernst zu sein und zu bleiben. Du hast bewiesen, dass du das Zeug zum Anführen hast, weshalb du auch in deinem Seniorjahr zur Schwadronsführung ernannt wurdest. Stolz hast du deinen Eltern davon erzählt und dir vorgenommen noch besser auf dein Schwadron aufzupassen.
11 Ingameposts | 21.08.2025, 14:06
Cliffsbane Akademie
gespielt von Minnie
20 Jahre
Reiterin
Freude ist für dich schallendes Gelächter, der Geruch von Pfannkuchen und frischem Wind, der durch das geöffnete Fenster zieht. Sie kitzelt dich an der Nasenspitze wie die ersten Sonnenstrahlen am Morgen. Sie hält dich warm von innen heraus und kribbelt am ganzen Körper. Deine Hände sind selten leer, da ist immer jemand, an dem du dich festhalten kannst. Sefuya, die von Baumstamm zu Baumstamm springt. Lior, der sich mit einem Brandloch im Tisch verewigt. Osyar, der dich lachend huckepackt und im Kreis rennt. Deine Eltern, die dir sanft durch die Haare wuscheln und euch Gute-Nacht-Geschichten vorlesen, die geprägt sind von Moral und dem festen Glauben daran, dass man füreinander einsteht und sich gegenseitig unterstützt.

Trauer ist für dich Leere und Stille zugleich. Wie ein Vakuum das jeden Schrei dämpft, jede Bewegung verlangsamt und selbst die Gefühle um dich herum nur noch abgeschwächt zu dir durchlässt. Sie klingelt nicht laut in den Ohren, fühlt sich vielmehr wie Watte an, wie ein dumpfes Pochen hinter deinen Schläfen. Die Welt riecht nach Asche und altem Rauch. Das Stimmengewirr um dich herum prallt an dir ab, die Hand deiner Zwillingsschwester liegt zwar in deiner, doch ihr fehlt die Wärme – die sonst immer da war, die dich begleitet hat, seit du klein warst. Der Verlust deiner Eltern hinterlässt keinen schreienden Schmerz – sondern eine Leere, die alles dämpft. Etwas in dir ist an diesem Tag gegangen und wird nicht zurückkehren.

Wut ist für dich fast so heiß wie das Feuer, das dir deine Eltern genommen hat. Sie brennt unter deiner Haut, ohne einen Weg nach außen zu finden, anders als das Drachenmal, das sich deinen Arm hinauf und über deine Brust windet, um im Nacken zu enden. Sie riecht nach Schweiß und nach Blut, das du nicht sehen willst. Deine Muskeln spannen sich an, noch bevor du es bemerkst. Deine Hände ballen sich zu Fäusten, um wieder und immer wieder auf die gleiche Stelle einzuschlagen, die deine Pflegemutter dir vorgibt. Jeder Schlag, den du lernst, führt dir vor Augen, auf was für eine Zukunft du dich gezwungenermaßen vorbereitest. Deine Wut richtet sich nicht gegen bestimmte Personen. Sie richtet sich gegen ein System, das dir einen Weg aufzwingt, den du nie gehen wolltest, und dich glauben machen will, dass die Taten deiner Eltern falsch waren. Jeder Treffer, den du landest, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack auf deiner Zunge, weil es so gänzlich gegen das geht, was du einmal als deinen eigentlichen Weg gesehen hast – du wolltest andere heilen, nicht ihnen Schaden zufügen.

Angst ist für dich kein plötzlicher Schreck, kein Moment der Panik. Sie ist beständig. Still. Sie sitzt tief in deinem Körper. Sie zeigt sich als flacher Atem, als Spannung in den Beinen, als Impuls, stehenbleiben zu wollen, obwohl du weißt, dass das keine Option ist. Auf dem Viadukt spürst du sie wie das Gewicht des Beutels auf deinem Rücken. Sie will dich in die Knie zwingen, dich zum Anhalten oder zum Stolpern bringen, droht, dir das Gleichgewicht zu entreißen, das dich jeden Funken an Konzentration kostet. Die Möglichkeit des Fallens begleitet dich mit jedem weiteren Schritt. Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst zu versagen – deine Schwester im Stich zu lassen, die bereits auf der anderen Seite auf dich wartet. Nicht stark genug zu sein für einen Weg, den du dir nicht selbst ausgesucht hast. Und doch gehst du weiter. Schritt für Schritt. Nimmst einen nach dem anderen. Nimmst die Angst mit dir – als stetigen Begleiter auf dieser Reise. Einer Reise, die gerade erst begonnen hat und nicht mit dem erlösenden Gefühl festen Bodens endet.

Hoffnung ist für dich keine Zuversicht, kein Versprechen, dass alles wieder gut wird. Sie ist kleiner. Leiser. Sie spiegelt sich in der Tatsache, dass du noch stehst. Wieder stehst, auf festem Boden. Zeigt sich im langen Ausatmen, mit dem du sämtliche Anspannung in deinem Körper loslässt. Die Luft riecht klarer und fühlt sich kühler an. Stimmen, Schritte und die Menschen um dich herum wirken mit jedem neuen Atemzug auf dich ein. Du fühlst keinen Triumph, sondern nur Erleichterung, dass du es geschafft hast. Wohlwissend, dass das nur ein kleiner Schritt auf einem langen Weg ist, den du noch vor dir hast. In deinem Kopf formt sich ein vorsichtiger Gedanke, kaum greifbar, wie Rauch zwischen deinen Fingern. Du hast das Viadukt überwunden, den ersten Schritt in deine Zukunft als Reiterin gemacht – hin zu Sefuya, deren Traum es schon immer war, Reiterschwarz zu tragen – vielleicht wird es nicht dein neuer Traum, aber du weißt, dass du weitergehen kannst, weil du es schon bis hierhin geschafft hast.
6 Ingameposts | 20.12.2025, 17:17
Basgiath War College

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