Charakterliste
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gespielt von Lini
27 Jahre
Sonstige
Halt den Kopf gerade! Lächele! Sitz´ aufrecht! Steh´ nicht so krumm da! - Du kennst die Mantras in- und auswendig, die du dein Leben lang gehört hast, als du gelernt hast, wie du dich als Lady zu verhalten hast. Als jemand, der in den Adel geboren wurde und sich dementsprechend zu verhalten hat. Nie lässt du die Maske bröckeln. Nie lässt du durchblicken, wie es in dir aussieht und was du gerne tun würdest. Du hast gelernt zu folgen und nicht zu führen. Nicht aus deinem goldenen Käfig ausbrechen zu wollen, den man dir fein säuberlich aufgebaut und dir als etwas Gutes verkauft hat. Du hast daran geglaubt, glaubst es heute immer noch - immerhin fehlt es dir ja nicht wirklich an etwas. Man kann nichts vermissen, was man nicht kennt. Du hast ein bisschen etwas Anderes kennen gelernt, als du deinen Wehrdienst absolviert hast, fernab der heimligen Routine und Kontrolle - aber das hat dennoch nicht dafür gesorgt, dass dir etwas fehlt. Eher im Gegenteil, du fandest es erschreckend wie frei und vor allem ungezügelt und unerzogen manche deiner Mitkadetten doch waren. Somit warst du froh, als du nach deiner Ausbildung als Schriftgelehrte wieder an den heimischen Hof zurückkehren und dein gewohntes Leben absolvieren konntest.
Wenn man dich sieht, sieht man immer die perfekte Haltung, das perfekte leichte angedeutete Lächeln, eine melodische Stimme, die nie zu laut wird oder gar Widerworte in sich hat. Du bist das perfekte Ebenbild einer adligen Frau und weißt, dass du deine Pflichten zu erfüllen hast. Auch, nachdem das Ansehen deiner Familie bröckelt, weil sie falsch investiert haben und du nun dafür herhalten musst, das Ansehen durch eine lukrative Eheschließung wieder herzustellen oder zumindest ein wenig zu polieren. Eigentlich hätte deine ältere Schwester den Mann heiraten sollen, aber sie entschied sich dagegen und auch gegen die Familie. Ein Verrat, den du ihr durchaus krumm nimmst - aber du lässt es dir nicht anmerken. Du bleibst standhaft, lächelst und erträgst es, dass du einen Fremden heiraten sollst. Für die Familie tust du das, vor allem für deine jüngere Schwester, weil sie sonst die Ehe eingehen müsste. Denn eigentlich, ganz tief in dir drin weißt du, dass dein Herz eigentlich jemand anderen gehört. Jemand, den deine Familie nie akzeptieren würde und somit hat es das auch offenkundig nie deine Lippen verlassen. Für deine Familie bist du bereit den Ruf deines Herzens zu ignorieren und deine Pflicht zu erfüllen. So wie es sich in deinen Augen gehört. Dennoch kannst selbst du nicht den Unterton verbergen, wenn du deiner Schwester schreibst und ihr von der anstehenden Hochzeit berichtest. Sie vielleicht sogar etwas darum beneidest, dass sie vielleicht die Möglichkeit hat eine Ehe aus Liebe einzugehen.
2 Ingameposts | 19.11.2025, 10:33
Zivil Navarre
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
7 Ingameposts | 24.08.2025, 19:31
Militär Navarre
gespielt von Lini
51 Jahre
Reiter
Ich werde Navarre auf dem Rücken eines Drachens beschützen! Ein Satz der nicht deine Lippen verlassen hatte in deiner Kindheit, sondern die deines großen Bruders. Es war sein Traum eines Tages Drachenreiter zu werden, du hattest dir über deine Zukunft noch keine Gedanken gemacht. Drachen fandest du immer… furchteinflößend. Besonders, als du mal einen gigantischen Drachen mit dunkelbraunen - fast schwarzen - Schuppen gesehen hast, der knapp über deinen Kopf hinweg flog. Der Schwertschwanz größer als du selbst. Dennoch fandest du sie auch faszinierend. Dir war noch nicht bewusst, dass dir dieser Drache nochmal begegnen würde. Einige Jahre später. Denn nachdem deine Eltern und schlussendlich auch dein großer Bruder gestorben war, warst du allein auf der Welt - allein in einer Pflegefamilie, de dich nur als Geldquelle sah und sich nicht kümmerte - und du hattest den Entschluss gefasst den Traum deines Bruders weiter zu leben: Drachenreiter zu werden. Niemand hatte dich darauf vorbereitet wie hart die Ausbildung sein würde. Niemand hatte dir das Kämpfen beigebracht. Du kanntest Kämpfe von deinem Überleben auf der Straße mit deinem Bruder und schließlich alleine, aber richtiges Kämpfen war dir fremd. Somit warst du zu Beginn deiner Ausbildung auch einer der schlechtesten Kadetten, dennoch hattest du dich durch gebissen. Denn an Ehrgeiz und dem Willen zu überleben hatte es dir noch nie gemangelt. Genauso wenig an Wut darüber, dass man dir deine ganze Familie genommen hatte und du alleine warst. Deine Wut spiegelte sich in deinen Kämpfen wieder, weshalb du auch - besonders gegen trainierte Kadetten - eher nicht so eine gute Figur machtest.
Eher durch ein Wunder überlebtest du bis zur Präsentation und da sahst du einen dir bekannten Drachen wieder - oder zumindest warst du dir relativ sicher sie zu erkennen. Als könntest du so eine gewaltige Gestalt vergessen. Dann kam das Dreschen und du machtest dich auf die Suche nach ihr. Nicht, weil du glaubtest, dass sie dich binden würde, sondern, weil du sie in Gänze sehen wolltest. Sie hatte dich fasziniert. Du fandest sie. Auf einer Lichtung, nicht zu übersehen mit ihrer gewaltigen Gestalt. Reckte den Kopf in die Luft und beachtete dich offensichtlich nicht, während du fasziniert den Drachen ansahst. Als ihr Schwertschwanz auf dich zugerast kam, hast du mit deinem Leben abgeschlossen, aber du hast einen Drachen von ganz nah gesehen und es hat etwas in dir verändert. Doch der Angriff war nicht dir bestimmt sondern einem Kadetten hinter dir der dich angreifen wollte. »Du musst aufmerksamer werden.«, raunte eine weibliche Stimme durch deinen Kopf. »Steig schon auf.« Nochmal diese Stimme, nachdem du unsicher warst, ob die Stimme von ihr kam. Du musstest dich abmühen das erste Mal auf ihren Rücken zu klettern und kaum warst du oben, durchflutete dich ein Gefühl. Ein Gefühl, dass du kein kleines Licht mehr warst. »Halt dich fest.« Und es ging los. Der Start eines neuen Abschnittes. Als du das erste Mal mit Sìth durch die Lüfte flogst. Du dachtest an deinen Bruder, der dieses unglaubliche Gefühl niemals erleben würde. »Lass die Vergangenheit hinter dir. Deine Zukunft wartet.« Sìth‘ Stimme wurde dir so vertraut wie deine eigene. Sie war Familie für dich - zumindest von deiner Seite aus, wusstest du doch, dass Drachen diese Form der Bindung nicht mit Menschen eingehen. Lange hat es gedauert, bis deine Siegelkraft sich manifestiert hatte. Du hattest fast schon Angst, dass das gar nicht passieren und die Magie dich umbringen würde. Deine Siegelkraft gab dir die Fähigkeit den Ausgang von Kämpfen und Schlachten zu sehen und kaum hattest du sie manifestiert, hattest du noch mehr Ehrgeiz entwickelt, besser zu werden. Stärker. Gefürchteter. Und genau das wurdest du mit den Jahren. Du hast gelernt deine Siegelkraft und die Magie die Sìth dir zuteil werden ließ zu perfektionieren und zu verstehen. Du wurdest besser, mit jeder Vision die sich dir bot und die dir half zu verstehen, Kämpfe zu deinen Gunsten zu lenken. So weit, dass man mittlerweile munkelt, dass du nicht zu töten seist, weil du jeden Kampf und Handlung vorher siehst. So präzise ist deine Siegelkraft nicht, aber du lässt andere gerne im Glauben und nach all den Jahren bist du auch gut darin geworden Dinge deutlich öfters korrekt zu interpretieren und die Puzzleteile der Visionen zusammen zu fügen, als es früher der Fall gewesen war. Nach deinen anfänglichen Schwierigkeiten in den Reihen der Reiter, wurdest du mit dem Manifestieren deiner Siegelkraft zu einem effizienten und tödlichen Gegner. Durch deine Frau, lerntest du dich in gehobenen Kreisen zu bewegen, deine Stärken noch besser einzusetzen und dir einen Namen zu machen, sodass du in recht kurzer Zeit die Karriereleiter des Militärs nach oben geklettert bist. Du hast dich als Anführer bewiesen, als Führungsperson und als einer der loyalsten Personen des Königreiches gegenüber dem Königshaus. Die größte Ehre und Erfüllung deiner Loyalität folgte als du im Sommer 626 n.V. vom König zum Commanding General befördert wurdest. Stolz machte sich in deiner Brust breit und du wusstest, dass es nicht nur dein Stolz war, sondern auch Sìth‘, die mindestens genauso stolz darüber war wie du selbst. Du hast diese Aufgabe mit der gleichen Entschlossenheit angetreten wie seit dem Tag, als du den Viadukt überquert hattest. Mit Härte und ohne Gnade bekleidest du die Position, triffst harte Entscheidungen. Eine der härtesten sollte dich 628 n.V. erwarten, als du - nach Monaten der unklaren Visionen und Fetzen derer - notwendiges Militär mobilisiert hast, um Aretia dem Erdboden gleich zu machen, genauso wie die Rebellion, kaum als sich das Bild für dich klar ergab und den Verrat offenbarte. Dies war auch der Grund wieso die öffentliche Hinrichtung der noch lebenden Verantwortlichen durch geführt wurde. Du und das Königshaus haben die Verschonung der minderjährigen Kinder der Rebellen als Gnade verkauft und gleichzeitig wurden sie gezwungen dem Reiterquadranten beizutreten. Vielleicht auch mit ein wenig Hoffnung, dass es sowieso nicht alle schaffen würden - nicht nur auf dem Viadukt oder Gauntlet, sondern auch, weil genügend Kadetten im College waren, die Verluste aufgrund ihrer Eltern hatten erleiden müssen.
9 Ingameposts | 21.07.2025, 11:19
Militär Navarre
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Wenn man den Beginn deines Lebens betrachtet, hätte man wohl nie geglaubt, dass du auch nur annähernd so weit kommen würdest, wie du es bis jetzt geschafft hast. Deine Mutter war eine Frau die sich immer nur an den nächsten Mann hing, um irgendwie über die Runden zu kommen und es war wohl kaum verwunderlich, dass dabei auch Kinder entstanden. Neben dir gibt es noch deinen älteren Halbbruder Jacoby, der wohl der Einzige war, der sich wirklich um dein Wohlbefinden gekümmert hat. Dein leiblicher Vater war ein Reiter, der sich mit deiner Mutter ein paar Mal vergnügt hatte und der auch von dir wusste. Ein wenig finanziell hatte er deine Mutter unterstützt, mehr aber auch nicht. Somit hast du die ersten fünfzehn Jahre deines Lebens mit deiner Mutter und deinem Halbbruder verbracht, wobei du dich immer an deinem Bruder orientiert hast. Er war für dich dein sicherer Hafen dem du gefolgt bist und bei dem du dich wohl gefühlt hast.
Nach fünfzehn Jahren war deinem Vater eingefallen, dass er ja noch ein Kind hatte. Neben deinem großen Halbbruder hast du noch zwei jüngere Halbschwestern väterlicherseits. Für deinen Vater war klar, dass du ein Reiter werden würdest, für dich eigentlich nicht so. Es war nicht dein Traum von klein auf eines Tages Drachenreiter zu werden, da du auch gar nicht die Voraussetzungen hattest so ganz ohne Training, Vorbereitung oder dergleichen. Somit hattest du dich eigentlich in Gedanken dem Quadranten der Infanterie angeschlossen, aber dein Vater hatte andere Pläne. Da deine Mutter immer weniger dazu in der Lage war euch zu versorgen, hatte dein Vater dich zu sich genommen, um dich zu formen und dich auf den Reiterquadranten vorzubereiten. Mit aller Härte und Strenge die er aufbringen konnte. Du warst kein Kind für ihn, du warst ein Lehmklumpen den er zu einem Soldaten ausbildete und das mit aller Macht die ihm zur Verfügung stand. Fünf Jahre wurdest du von deinem Vater trainiert und auf den Reiterquadranten vorbereitet. Fünf Jahre in denen du deine Kindheit hinter dir lassen und erwachsen werden musstest, ob du wolltest oder nicht. Doch die fünf Jahre haben dich geprägt, haben dich stärker gemacht und dafür gesorgt, dass du sogar glaubtest, dass du es schaffen könntest. Dass du bereit warst, stark genug ein Reiter zu werden und deinen Vater stolz zu machen. Außerdem warst du gespannt darauf, ob dein Bruder, der ein Jahr vor dir in den Reiterquadranten eingetreten war, noch am Leben war und sogar einen Drachen hatte. Sehr zu deiner Freude lebte dein Bruder noch und hatte einen Drachen gebunden. Dein Bruder schien ebenso froh zu sein, dass du noch am Leben warst und den Viadukt überquert hattest. Anfangs schien er aber nicht aus der Rolle des großen Bruders zu kommen und öfters dafür zu sorgen, dass du nicht ernst genommen wurdest, weil er sich immer vor dich stellte. Du hattest ihm mehrmals verbal und schließlich auch nicht mehr verbal deutlich gemacht, dass du deinen eigenen Weg gehen musstest, um ernst genommen zu werden, um als Reiter Erfolg zu haben. Irgendwann sah dein Bruder es ein und ihr wart auf Augenhöhe. Eine ganze Weile, bis du dich weiter entwickelt hast und immer weiter voran gekommen bist durch deine Qualitäten. Du warst dafür gemacht zu führen und genau deshalb warst du auch als Junior Staffel- und als Senior Schwarmführer. Deine Siegelkraft machte dir etwas Probleme am Anfang, genauso wie dein Drache, der alles andere als freundlich oder erheiternd war. Aber mit der Zeit hast du gelernt mit beidem umzugehen und daran zu wachsen. Du wurdest zu einem exzellenten Reiter und Soldaten. Hast Befehle befolgt und dich bewiesen. Immer und immer wieder. Du hast eine Frau gefunden und ihr habt einen Sohn bekommen. Was warst du stolz auf deinen Nachwuchs und dir war klar, du würdest ihn eines Tages vorbereiten. Nicht zwingend darauf ein Reiter zu sein und auch nicht mit den Methoden die dein Vater benutzt hat - aber du würdest ihn vorbereiten sich durchzusetzen und stark zu sein. Doch so weit sollte es nicht kommen. Deine Familie wurde dir entrissen, auf grausame Art und Weise. Du kamst zu spät um sie zu retten und ihr Verlust hat eine tiefe Kerbe in deinem Herzen hinterlassen. Noch heute trägst du die Kette deiner Frau bei dir, sowie den kleinen Drachen aus Holz den du für deinen Sohn geschnitzt hattest. Erinnerungen die schwerer wiegen als ein Drache. Erinnerungen die dich in ein tiefes Loch gerissen haben, welches du emotional nie verlassen hast. Aber du hast weiter funktioniert. Als Reiter, als Soldat. Nach einem verheerenden Angriff und der Zerstörung des Außenpostens wurdest du nach Keldavi versetzt und befördert, bekamst die Staffelführung. Stolz machte sich in dir breit, gleichzeitig gab es neben deinem Bruder und deiner Mutter niemanden mehr groß, mit dem du das teilen konntest. Doch lange solltest du nicht in Keldavi sein, ehe der nächste Schlag dich zu Boden riss - im wahrsten Sinne des Wortes. Von einem Greifenschwarm - eigentlich eine Beleidigung. Du bist gestürzt, von deinem Drachen. Du hast gesehen, wie dein Drache schlingerte und zu Boden ging. Doch ihr habt überlebt. Schwer verletzt und nicht wissend, ob man euch durch bringt, aber es gelang. Ein Heilmacher rettete euch vor dem sicheren Tod. Doch die Narben am Körper und der Seele waren erneut tief. Ihr habt euch erholt, seid an euren alten Stützpunkt in Chakir zurück gekehrt und habt euch erneut hoch gekämpft. Ihr beide. Ein Team. Unzertrennlich. Selbst nicht durch ein Greifenschwarm. Eine Ehre war es für dich, als du schließlich zur Schwarmführung befördert wurdest, nachdem du dich erneut bewiesen hast. Gezeigt hast, dass du bereit bist bis zum Letzten zu kämpfen, für dein Königreich. Denn so arg viel mehr war dir nicht mehr geblieben. Du machst weiter. Jeden Tag. Mittlerweile ist das Lächeln auf deinen Zügen längst erstorben. Deine ganze Haltung distanziert, kalt und dennoch bist du für andere da, wenn es drauf ankommt. Besonders für deine Staffel, deinen Schwarm, deinen Bruder und, auch wenn es oftmals nicht so wirkt, deine Mutter. Trotz allem ist sie ja dennoch deine Mutter und hat ihr Möglichstes getan, was leider nicht viel war.
23 Ingameposts | 17.05.2025, 20:15
Militär Navarre
gespielt von Josi
35 Jahre
Reiter
Träumer. Ein Leben in einem Wort, ein Mensch, beschrieben, erkannt in seinem tiefsten Herzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gemalt in sanften, hellen Farben und leisen Tönen. Seine Träume waren so klein und doch für ihn das Größte, die schönste Vorstellung und doch zu viel verlangt um in Erfüllung zu gehen. Träume, noch immer vorhanden und doch tief vergraben. Träume, still und leise in seinem Herzen, in seinen Nächten, nicht im Schlaf, aber im Wachsein, wenn er den Blick in einer klaren Nacht auf die Sterne richtet, den hellen, vollen Mond und sich fragt, ob andere Augen auch in dieses sanfte Licht blicken. Träume, die Wünschen, Sehnsüchten gleichen, aber nicht Hoffnungen, weil die lange begraben sind. Die Vorstellung an ein wunderschönes Leben in einem kleinen Haus am Meer an der Küste des arktischen Ozeans. Ein kleines Haus, voller Bücher, voller Lachen, voller Sonnenschein, in seinen Träumen in denen er das grelle Licht des Tages noch zu ertragen vermochte, die Wärme nicht zu viel war, sondern gerade genug. Träume von ihr, mit ihr, von einem gemeinsamen Leben. Träume, die Visionen gewichen sind.Vergangenheit in die es kein zurück zu geben scheint, ausgeträumt. Farben die verblassen, Töne die verklingen, tief eingeschlossen im Inneren, begraben. Kühl die Gegenwart, erfüllt von Pflicht und Dienst und selbstgewählter Einsamkeit, weil die Zukunft nichts mehr zeichnet als den Tod. Dunkler Schleier, der sich über jedes Gesicht legt in das er blickt, Visionen von schwarz und weiß und rot, der Lärm von Schlachten und Schreien und das Wehklagen jener, die am Ende zurückbleiben. Zu selten, zu wenig Frieden, zu selten hohes Alter und sanftes Einschlafen, zu viel Schmerz, zu viel Gewalt. Ungleichgewicht, in den Visionen, im Herzen, welches sucht sich zu verschließen, verstecke, festzuhalten, was ihm aus den Händen gleitet. Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Vermissen. Sehnen. Weil jeder glücklich werden kann, aber nicht alle. Nie Alle. Nicht er. Vielleicht sie. Er hofft, sie. So lange nicht gesehen, außer in jeder Nacht, in wenigen Träumen, in zu vielen Visionen. Nie vergessen. Nie einen Tag nicht an sie gedacht, nie einen Tag sich selbst nicht verflucht und jeden einzelnen Gott dazu, trotzdem fast zu beten versucht, für diese eine Gnade, ihren Tod nicht mehr sehen zu müssen. Bereut, einen Anderen so viele Jahre hinterfragt zu haben. Geblieben, eingebrannt, das Bild der toten Augen seiner Mutter, die Tränen seiner Schwester, die Frage nach dem Warum. Warum? Die Frage nach dem Wie. Wie? Wer? Die Frage wer es getan hat und eine Ahnung, aber nie eine Antwort, nie ein Beweis. Ein ungeklärter Tod, diese Fragen unbeantwortet, diese Erlösung nie gefunden, nur andere Antworten bekommen auf zu viele Fragen die er nie gestellt hat. Zu viele Tode, die er nie hätte sehen wollen und doch nicht weg sehen kann. Kein Träumer mehr. Seher. Kein Gelehrter mehr, kein Künstler mehr, kein Schreiber, Reiter. Kein pastellbunt. Schwarz.
16 Ingameposts | 12.04.2025, 12:32
Militär Navarre
gespielt von Lini
23 Jahre
Reiter
Müde Augen blicken dir aus dem Spiegel entgegen. Müde Augen, die nie dafür bestimmt waren, in diesem Teil des Basgiath War Colleges zu sein und dennoch hast du es irgendwie geschafft sogar bis zum 3. Jahr zu überleben. Du warst nie bestimmt dafür, ein Kämpfer zu werden, sondern ein Heiler. Du hattest dich darauf vorbereitet und von deiner Mom gelernt, wie man Anderen helfen und ihre Leiden lindern konnte. Du hattest so vieles darüber gelernt, wie man heilte, aber nie darüber, wie man kämpfte und tötete. Das musstest du alles selbst erlernen, wenn du nicht sterben wolltest. Ohne je etwas damit zu tun gehabt zu haben, wurdest du durch die Rebellion gezeichnet, an der deine Eltern beteiligt gewesen waren. Ohne es zu wollen, musstest du bei der Hinrichtung deiner Eltern und deines Bruders zusehen. Bilder die sich in dein Gedächtnis eingebrannt hatten. Ohne es zu wollen, wurdest du von deinen Geschwistern getrennt und ihr musstet die Jahre bis zum Basgiath War College alleine überstehen, da ihr nicht einmal Kontakt miteinander haben durftet.
Dein Weg führte dich zu einer Herzogfamilie in Elsum. Weit weg von deinem zu Hause und in eine fremde Familie, die dich nicht wollte, aber aus Regimtreue aufgenommen hatte. Du hattest versucht dich irgendwie einzufinden, ihnen zu helfen und keine Last darzustellen. Allerdings war deine bloße Existenz für sie eine Last. Deshalb wurdest du mehr wie ein Diener behandelt, als wie ein Pflegekind, womit du dich abgefunden hattest. Allerdings wolltest du dich nicht damit abfinden, dass du wegen den Vergehen anderer sterben solltest in einem Quadranten dem du nie beitreten wolltest. Aber du hast versucht dich darauf weitestgehend vorzubereiten, so gut es irgendwie ging. Im Geheimen hattest du die Gerätschaften der Tochter des Hauses benutzt, die sich selbst auf den Reiterquadranten vorbereitet hatte. Somit konntest du dich zumindest etwas darauf vorbereiten, nicht sofort zu sterben, kaum, dass du deinen ersten Fuß auf den Viadukt gesetzt hattest. Vermutlich hatte man dir nicht zugetraut, dass du überleben würdest, dass du sogar so lange überleben würdest. Nach dem Viadukt hast du sogar irgendwie den Gauntlet geschafft, wobei dabei wohl mehr Glück reingespielt hatte. In dem Übungen warst du nämlich immer kläglich gescheitert, bis du es dann doch geschafft hattest. Bei der Präsentation ist dir ein grüner Drache sofort ins Auge gesprungen. Die blassgrünen Schuppen hättest du wohl überall erkannt, denn es war der Drache deines Vaters, der offenbar wieder bereit war sich neu zu binden. Gespannt hattest du beobachtet, wen er wohl binden würde, bis er schlussendlich beim Dreschen vor dir stand und dir offenbarte, dass er dich erwählt hatte. Überraschung hatte dich durchflutet und tatsächlich etwas Hoffnung, dass du doch das Ganze überleben könntest, jetzt, wo sich ein Drache für dich entschieden hatte. Die Bindung zu Vark gab dir eine Menge Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu überleben, stärker zu werden und nicht nur als Prügelknabe zu fungieren. Erst nach dem Dreschen hattest du dich mehr und mehr mit anderen Gezeichneten beschäftigt und am Ende deines ersten Jahres weihte dein Drache dich in alles ein. Das Wissen machte dir Angst und zugleich sorgte es dafür, dass du ein Sinn darin gesehen hattest weiter zu machen und, dass deine Eltern und dein Bruder nicht umsonst gestorben waren. Mittlerweile bist du selbst in der Rebellion verwoben, sogar im Schmuggel involviert und vielleicht fühlst du dich zum ersten Mal zugehörig. Auch wenn es bedeutete, dass du vor deinen engsten Personen Geheimnisse wahren musstest, um sie zu schützen.
19 Ingameposts | 23.04.2025, 16:33
Basgiath War College
gespielt von Lini
41 Jahre
Reiter
Geboren und aufgewachsen in einer traditionsreichen Familie die bisher nur aus Reitern bestand. Somit war dein Weg schon lange vorbestimmt, ob du es wolltest oder nicht. Für dich gab es keine andere Option, als eines Tages das Basgiath War College und den Reiterquadranten zu besuchen. Ob du es überleben würdest oder nicht, das stand in den Sternen. Deine Eltern haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister, kaum, dass ihr richtig laufen konntet, gelernt habt, was es bedeutet ein Reiter zu werden. Besonders mit deiner Zwillingsschwester hattest du einen Trainingspartner der dir ebenbürtig war, wahrscheinlich auch deshalb, weil ihr euch einfach sehr ähnlich wart. Entgegen der Erwartung der Familie war dein kleiner Bruder anders, deshalb bist du vielleicht auch nie so ganz mit ihm warm geworden. Bevor du deinen Weg zum College angetreten bist, hast du eine Frau kennen gelernt, ein paar Jahre älter, aber ihr habt euch sofort verstanden. Nur dumm, dass sie schwanger wurde, du allerdings ins College musstest. So hast du die ersten Jahre deiner Tochter verpasst. Vielleicht war sie auch der Hauptantrieb, wieso du alles dafür getan hast um das College zu überleben - nachdem der Tod deiner Schwester auf dem Viadukt dich stark getroffen hatte. Dennoch hast du es nicht nach außen gezeigt. Man hat dich doch dein ganzes Leben auch gelehrt, dass Schwäche nicht geduldet wurde, ganz besonders nicht von Drachen. Vielleicht warst du beim Dreschen kurz ernüchtert, als einer der kleinsten Drachen in der Runde sich an dich gebunden hat. Allerdings warst du irgendwie auch überrascht, weil die Schuppen des Drachens in einem gefährlichen Orange schimmerten. Aber der Moment der Ernüchterung hielt nur kurz an, denn mittlerweile bist du überzeugt, dass Myra und du ein perfektes Team bildet und ihre Wahl genau richtig war.
Nach deiner Ausbildung hast du versucht den Spagat zwischen Familie und Beruf hinzubekommen. Du hast die Mutter deiner Tochter geheiratet und man könnte glatt meinen, ihr wart eine kleine, glückliche Familie - nur wusstest du nicht, dass deine Frau ein Geheimnis in sich trägt, wovon sie irgendwann eurer Tochter berichten würde. Vielleicht hast du mehr Stolz als Angst verspürt, als deine Tochter offenbarte, dass sie in deine Fußstapfen treten und auch eines Tages Reiterin werden wollte. Dennoch hattest du auch Angst. Nicht, weil du nicht in die Fähigkeiten deiner Tochter vertraust, sondern, weil du weist, wie gefährlich der Reiterquadrant ist. Wie gefährlich die anderen Kadetten sein können. Dennoch hast du nicht versucht ihr etwas auszureden. Du hast es akzeptiert und sie vorbereitet als sie alt genug war. Vorher durfte sie einfach Kind sein, ihre Kindheit genießen und einfach alle Erfahrungen sammeln, die man als Kind sammeln konnte. Es ist irgendwie wohl kaum verwunderlich, dass deine Tochter so sehr nach dir kommt. Die Sturheit hat sie dir nicht gestohlen, genauso wenig den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen. Dennoch erkennst du in ihr auch so viel von deiner Frau. Heute noch mehr als früher. Schicksalsschläge prägen dein Leben, wohl nicht ungewohnt in dieser Welt und dennoch nicht leicht zu bewältigen. Nachdem deine Zwillingsschwester den Tod auf dem Viadukt fand, starb deine Frau vor fünf Jahren bei der Rebellion von Tyrrendor. Nicht, weil sie daran beteiligt gewesen wäre, zumindest bist du davon ausgegangen, sondern, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ein Schlag der deine Tochter Yevhen und dich schwer getroffen hat. Aber du musstest weiter machen, durftest dir nicht viel anmerken lassen. Die Rebellion hat überall tiefe Spuren und Narben hinterlassen. Am Ende hat es deine Tochter und dich enger zusammen geschweißt, hat dich aber auch verschlossener und ernster werden lassen. Noch mehr als vorher sowieso schon. Es gibt allerdings auch seltene Momente in denen du lachen kannst und sogar eine richtig humorvolle und witzige Seite an den Tag legst. Seine Tochter ist wohl eine der wenigsten Menschen, neben deinem Drachen, die auch die liebevollere und fürsorglichere Seite zu Gesicht bekommen haben. Auch deshalb, weil er eben besonders vor Myra nichts verstecken kann und die Drachendame durchaus auch emphatisch sein kann, wenn sie es will. Mittlerweile hat dein Weg dich als Lehrer an das Basgiath War College zurück geführt, auch wenn deine Zeit hier wohl begrenzt scheint. Das liegt daran, weil deine Drachendame an einen anderen Drachen gebunden ist und dieser sich letztes Jahr an eine Rookie, dazu noch eine Gezeichnete, gebunden hat. Das Erste was du der Rothaarigen verdeutlicht hast, war die Tatsache, dass ihr trotz des nun vorhandenen Bandes nichts in den Gedanken des Anderen zu suchen habt. Deine Abneigung gegenüber Gezeichneten bekommt wohl vor allem sie zu spüren, auch wenn du als Lehrer nicht ungerecht bist. Nur eben sehr streng und fordernd, immerhin bildest du hier die nächsten Drachenreiter für das navarrische Militär aus. Für die Sicherheit aller in Navarre.
14 Ingameposts | 02.04.2025, 08:12
Militär Navarre
gespielt von Jella
32 Jahre
Reiterin
Die Absätze ihrer Stiefel knirschten auf dem steinernen Boden, als sie ihre Beine überschlug. Kühle blaue Augen wanderten beinah teilnahmslos über das karge Innere des Raumes, in den man sie verfrachtet hatte. Es war ein Verhörraum, darüber täuschte auch das Gebäck und der Tee vor ihr auf dem Tisch nicht hinweg. „Virginia Zevanyr?“ Erst der Klang ihres Namens ließ sie ihren Kopf in Richtung der Tür drehen, obgleich sie die Bewegung in ihrer Seite bereits zuvor bemerkt hatte. Ihre Gleichgültigkeit konnte auch als Arroganz verstanden werden, aber es war ihr einerlei. Angst war schon seit Jahrzehnten kein Teil mehr ihres Sprachgebrauchs und umso weniger Teil ihres Lebens. Oder ihrer sieben Leben, wenn man der Nachrede Glauben schenkte, mit welcher man behauptete, sie hätte wie eine schwarze Katze mehr als eins. „Anwesend“, klang trocken von ihren Lippen, während der Deut eines herausfordernden Funkelns in ihre Augen zog. Das eisige Blau täuschte nur äußerlich über die Hitzigkeit ihres Wesens hinweg. Einem Bekannten hätte sie ihren Spitznamen angeboten. Schließlich nannten sie die meisten Menschen Gin, nicht Virginia. Sie war eher das Brennen den Rachen hinunter als die hilflose Jungfer. Ihre lackierten Fingernägel schoben sich über den Tisch, sie machte den Anschein einen der Kekse essen zu wollen, während ihre neuerliche Gesellschaft sich auf der anderen Seite auf einem Stuhl niederließ. Man hatte sich nicht die Mühe gemacht seinen Rang zu verstecken, also wollte man ihr damit etwas sagen. Sie hingegen konnte kaum Interesse für seinen Rang aufbringen, als sie sein nichtssagendes Gesicht musterte. Es ging ihr nur darum, was sie erreichen konnte und weswegen sie hier war. Man wollte sie zur Maßregelung versetzen und sie hatte nicht vor ohne zusätzliche Informationen in ihre neue Einheit zu gehen. Dabei spielte der Mann vor ihr keine große Rolle, nur was er ihr geben konnte. Virginia würde ihr Gegenüber vermutlich vergessen, sowie die wenigsten Menschen ihr den Wert begreiflich machten, sich an sie zu erinnern. „Wo sehen Sie sich in vier Jahren?“ Das Heben ihrer Braue signalisierte, was nicht über ihre Lippen fand: Irritation ob der Zeitverschwendung. Mit 32 Jahren würde sie solchen Befragungen sicherlich genauso überdrüssig sein, wie sie es heute war. Aber der Umstand ihrer Zuordnung sollte sich verändern, also wies sie ihn nicht darauf hin, dass sie keinerlei Interesse an dieser Form von Gedankenspiel hatte und lehnte sich mit einem Lächeln auf rot bemalten Lippen nach vorne. Lieblich hätten es andere genannt, wäre da nicht das gefährliche Glitzern in ihren Augen. „Ich würde hoffen, in vier Jahren nicht nur auf eine Beförderung sondern auch auf einen gewissen guten Ruf zurückblicken zu können.“ Dass die Einheit, in die man sie stecken wollte sich bereits einen aufgebaut hatte, täuschte kaum darüber hinweg, dass sie eigentlich als Auffangbecken für schwierige Fälle galt. Für eben jene, die ihren bisherigen Führungskräften zu wenigen Gehorsam bewiesen hatten. Virginia wusste, dass eine Versetzung dorthin entweder bedeutete man ging drauf oder man arbeitete sich zurück in die Gnaden des Systems. Vielleicht hätte ihr das Angst machen sollen, aber das tat es nicht. Malek das Feuer auszupusten schien süchtig zu machen. Ihre Finger trommelten leicht auf den Tisch vor ihr. Ihr wurde langweilig. „Sie trugen nicht immer den Nachnamen Zevanyr?“ Beinah hätte sie die Augen verdreht, ihre Selbstkontrolle wurde dünn. „Nein, ich habe erst in meiner Zeit am College erfahren, dass meine Mutter eine Zevanyr ist“, sollte ihr als Erklärung reichen. „Aber machen Sie sich keine Sorgen, ich vereine das Beste aus Zevanyr und meinem kargen Aufwachsen.“ Schließlich hatte sie das Kinderheim Dinge gelehrt, die sie in den militärischen Rängen hatte brauchen können: Eigenständigkeit, Widerstandsfähigkeit, Überleben. Sie war kein Familienmensch, nicht im klassischen Sinne. Aber eine Zevanyr zu sein? Das hatte Vorteile, schließlich sah die den Respekt, den ihr Nachname ihr auch in dieser Situation einbrachte. Den Ruf, den ihr Nachname ihr gab, ohne, dass sie ihn ein ganzes Leben getragen hatte. Dabei hatte sie sich nie darauf ausgeruht. Der Einfluss des Familiennamens war erst spät in ihrem Leben eingezogen, aber sie hatte sich dem Stand nur allzu gern bedient. Es nutzte ihr. Und sie war sich noch nie zu fein gewesen, das zu nutzen, was man ihr gab. Niemand der Schlau war, kämpfte fair. Ihr neuer Nachname half ihr leider nur auch nicht aus dieser Situation. Ganz im Gegenteil sie konnte das Missfallen ihrer Familie bereits erahnen. „Können wir uns vielleicht aufs Wesentliche konzentrieren?“ Wer sie war, was sie konnte, kein philosophisches Gerede. Ihr Gegenüber verzog das Gesicht. „Wir müssen Sie kennenlernen, Miss Zevanyr.“ Nein, sie mussten sie aushorchen und nach ihren Schwächen forsten. Ein Seufzen verließ ihre Lippen, als sie ein paar Brösel des Kekses aus ihrer Hand auf den Tisch regnen ließ. Es war wohl nicht genug, dass man für sein Land sein Leben riskieren würde, man musste auch noch beweisen, dass man überhaupt das vorläufige Überleben wert war. „Im Sparring würde mir dieses Gespräch zwar deutlich mehr Spaß machen, aber es ist wohl kein Wunschkonzert.“ Offenkundig nicht, schließlich verzog ihr Gegenüber einmal mehr die Lippen. Nun, die Verteilung seiner Muskeln wies darauf hin, dass er schon ein paar Jahre im Innendienst verbrachte. Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem leichten Lächeln. Sie sah ihm an, wie sich das Bild in seinen Gedanken langsam zusammensetzte. Wie er über ihr aufgeräumtes Äußeres hinwegsah und die Schatten sah, die sie in die Außenwelt entlud. „Fragen Sie, was Sie fragen müssen.“ Sie garantierte nur nicht, dass sie gerne antworten würde. Aber ob er lebend diesen Raum verließ, entschied nicht er. Das entschied das Schicksal, auch wenn Thornak ihre Hände nicht führen konnte. Ihr Schicksal war ihre Impulsivität und wie lange sie diese unter Kontrolle hatte.
34 Ingameposts | 09.02.2025, 14:34
Militär Navarre
gespielt von Lini
23 Jahre
Flieger
Seine Hochwohlgeboren Thamir Yazqhar, Erbgraf von Esmaryel - Eine Anrede, die du weder magst, noch eigentlich wirklich etwas bedeutet. Zumindest für dich. Klar weißt du, dass sowohl dein Vater als auch deine Geschwister – naja und du – diesen Titel habt, aber in der Erbfolge viel zu weit hinten seid, um irgendetwas wirklich zu erben. Von daher schenkst du dem Titel auch keine große Beachtung. Er ist nicht du und du bist nicht der Titel. Du bist – wie dein Vater – den Fliegern beigetreten und das ist auch das, was dir liegt. Es liegt dir dich in Militärstrukturen einzufügen und ebenso, zu führen. Du bist gut darin, anderen zu helfen, sie zu führen. Sowohl mit Witz, aber auch mit Strenge, wenn es sein muss. Du weißt genau, was sowohl im militärischen als auch im familiären Kreis von dir erwartet wird und du versuchst es immer allem und jedem recht zu machen – verlierst dabei aber nicht deine Integrität und vor allem deine Stimme, die du für dich und andere, vor allem Schwächere einsetzt. Gerade durch deine Familie hast du gelernt wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung füreinander ist, genau das münzt du auch auf dein Schwadron, welches für dich wie eine zweite Familie geworden ist.
Für dich war schon früh klar, dass du zu den Fliegern gehen würdest. Du wolltest beschützen, Verantwortung übernehmen und ganz zu schweigen davon, wie cool man bitte aussieht, wenn man auf einem Greifen sitzt. Abgesehen davon, magst du Greifen sehr, immerhin hast du schon von klein auf engen Kontakt mit dem Greifen deines Vaters gehabt. Du durftest ihn streicheln, knuddeln und dein Vater ist sogar schon mal einen Rundflug mit dir auf Malior geflogen. Spätestens nach diesem Rundflug hättest du wohl sowieso entschieden Flieger zu werden. Somit hast du auch fernab von der schulischen Bildung und Lehrern, auch Kampfunterricht bekommen. Deine Eltern wollten, dass du bestmöglich auf den Quintanten der Flieger und dein späteres Leben als Flieger vorbereitet bist. Neben den Fähigkeiten als Flieger hast du auch schon früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Nicht zwingend als Vorbereitung, sondern eher, weil du sowohl für deine Mutter als auch deine Schwestern da sein wolltest, wenn dein Vater unterwegs war. Besonders bei deiner Schwester Julissa hast du schon früh viel Verantwortung übernommen. Deiner Mutter unter die Arme gegriffen und auf deine Schwester aufgepasst. Sie war – oder eher ist noch immer – krank und hat eine Unverträglichkeit, weshalb ihr da genau schauen musstest. Als ihr im Teenager- und Jugendlichenalter wart, bist du mit ihr auf Partys gegangen, hast auf sie aufgepasst und sie beschützt. Das sahst du als deine Pflicht und Aufgabe als großer Bruder an. Vielleicht war es auch ein Stück weit Freiheit für dich, als du nach Cliffsbane gegangen bist, um deinen Weg als Flieger zu gehen, weil du eben nicht ständig in Alarmbereitschaft wegen deiner Schwester warst. Du konntest deinen Weg gehen und dich entfalten – auch wenn du den Beschützerinstinkt nie abgelegt hast und auch nie ablegen willst. Denn eigentlich bist du gerne für andere da, passt gerne auf andere auf – aber es ist ein Unterschied, ob es deine Entscheidung ist oder du das Gefühl hast, dass du es musst, auch wenn deine Eltern es nie direkt von dir gefordert haben. In Cliffsbane hast du dir schnell einen gewissen Freundeskreis aufgebaut. Gerade deine besonnene und oft gut gelaunte Art kommt gut an. Du weißt, wann es darauf ankommt ernst zu sein und zu bleiben. Du hast bewiesen, dass du das Zeug zum Anführen hast, weshalb du auch in deinem Seniorjahr zur Schwadronsführung ernannt wurdest. Stolz hast du deinen Eltern davon erzählt und dir vorgenommen noch besser auf dein Schwadron aufzupassen.
10 Ingameposts | 21.08.2025, 13:06
Cliffsbane Akademie
gespielt von Maj
49 Jahre
Reiter
Sie platzt aus allen Nähten, die Akte, auf der mit Raoul Devi eigentlich ein sehr kurzer Name steht. Und genauso kurz und eindeutig hätte die dazugehörige Biographie auch sein sollen: Aufgewachsen im Südwesten von Tyrrendor fällte Raoul die Entscheidung, Reiter zu werden, früh – und im Kontrast zu seiner so feingliedrigen, fast künstlerischen Berufsausbildung. Es gab eine Partnerin, die diese Entscheidung mittragen konnte – und ihm nach dem College auch ans andere Ende des Landes gefolgt ist. Hochzeit, gemeinsames Kind. Hand in Hand hätten Schritte in Raouls Karriere und dem Leben seiner Tochter gehen sollen – aufwärts.
Psychologische Beurteilungen? Sie hätten zu Beförderungen dazu gehören sollen – statt sich darauf zu beziehen, inwiefern Raoul eine grundsätzliche Dienst(un)tauglichkeit attestiert werden könnte. Aber genau das findet sich in seiner Akte. Darin eingeschlossen die Frage, wie versehentlich oder absichtlich Raoul bereit ist, seine Siegelkraft gegen die eigenen Leute einzusetzen? Denn Siegelkräfte… der allgemeinen Vorstellung nach folgen sie der Kontrolle ihres Anwenders. Sie sind gerichtet – und wenn dann Reiter unter ihnen sterben, kann es nur eins sein: Die Schuld des Anwenders – in Raouls Fall allerdings nicht auch die Absicht. Die Gravitationsverzerrung ist bis heute eine Herausforderung für ihn, weil die Kraft genau das nicht ist: Kontrollierbar und zielgerichtet einzusetzen. Stattdessen ‚frisst‘ sie auch ihre eigenen Anwender, was gleichermaßen bezüglich Raouls körperlicher Leistungen gilt, wie es Einfluss auf seine Psyche nimmt. Schuld ist prägend darunter. Den verschuldeten Tod eigener Leute: Raoul hat ihn nicht verwunden. Dass er es war, der seine Familie im Stich gelassen hat: Raoul hat noch immer ein schlechtes Gewissen dafür; hat eine eindeutig gescheiterte Ehe – und kämpft nach Kräften darum, wenigstens eine gute Beziehung zu seiner Tochter (zurück)zuerlangen. Kämpft darum, seinen eigenen Leuten Führung und Schutz anzubieten – was sie manchmal gar vor ihm nötig hätten. Raoul ist ständig im Modus Befehlshaber, erteilt Anweisungen und bekommt Bericht erstattet. Über alles, wohl verstanden al-les. Die Ehe mag gescheitert sein, die Siegelkraft so unberechenbar, dass es allen lieber ist, wenn Raoul sie nicht einsetzt – doch alles andere… versucht Raoul, unter Kontrolle zu halten. Zu beherrschen. Auch das steht in den psychologischen Beurteilungen, die ihn nicht nur für diensttauglich befunden haben, sondern es auch für vertretbar hielten, ihn zum Staffelführer zu ernennen. Doch nicht die Tendenz, dies unbedingt richtig machen zu wollen, hat ihm die Beförderung mit Anfang 40 doch noch eingetragen, sondern der Unfall eines anderen. Der Umstand, dass in Keldavi vor sieben Jahren eine Einheit vollkommen neu zusammengestellt wurde und sich die Möglichkeit ergab, eine Einheit damit vertraut zu machen, mit – statt gegen – Raouls Siegelkraft zu agieren; und damit mehr Räuber als Soldaten aufzuhalten, die sich hier über die Grenze schlagen, morden und gar Menschen rauben – aber nach Cygnisen nicht verfolgt werden dürfen.
11 Ingameposts | 20.05.2025, 14:57
Militär Navarre
gespielt von Moni
28 Jahre
Fliegerin
Leises Rascheln, der Duft des Meeres, die angenehme Luft, das Gefühl der Freiheit, das alles hatte dich geprägt, du warst ein Mensch, der das Meer liebte, der auch dort aufgewachsen war. Für dich gab es nichts besseres, als dort zu sein, einfach das Gefühl zu genießen, dass es dir gab. Du konntest nicht anders, du wolltest gerne noch sehr viel mehr davon. Es war von vorneherein klar, dass du eine Fliegerin werden würdest, denn deine Eltern waren es ja schließlich auch. Doch irgendwann, du warst gerade auf der Cliffsbane Academy, da kamen deine Eltern ums Leben. Das Gefühl und der Verlust, hatte dich durchaus verändert, du konntest nichts fühlen, da war so viel was auf einmal auf dich einprasselte. Du wolltest wissen, wer sie ermordet hatte, wer dir sowas angetan hatte. Deine Gedanken sprangen im Dreieck und du warst dir nicht sicher was du damit anstellen solltest. Es hatte dich verändert, und auch gleichzeitig geprägt. Der Verlust war eine Sache, die dich sehr beeinflusst hatte, die dich in einen Menschen verwandelt hatte, der damit umgehen konnte. Auch wenn du nicht damit umgehen wolltest. Du wolltest deine Eltern zurück. Und über die Jahre wuchs vor allem ein Gedanke: Rache. Und immer wieder dachtest du daran, wolltest mehr darüber herausfinden was ihnen passiert war. Du warst dir nicht sicher, ob du es konntest. Du wusstest es nicht. Schon seit Jahren forschtest du danach, aber konntest nichts herausfinden.
Mit den Jahren wuchs dementsprechend auch die Resignation, irgendwann konntest du nicht anders, als dich damit abzufinden. Dein Hass auf den Mörder deiner Eltern wurde immer stärker, aber gleichzeitig auch die Tatsache, dass du es nicht mehr rückgängig machen konntest. Du hattest eine große Klappe, und es steckte auch viel dahinter. Auch wenn du relativ klein warst, so konntest du doch sehr aufmüpfig sein. Das Gefühl der Einsamkeit schlich sich immer wieder an dich heran und du konntest es nicht verbergen, dass du doch das Gefühl hattest, dass diese dich einholte. Das wolltest du allerdings nicht, nein, du wolltest viel lieber, jemanden an deiner Seite haben. Doch du warst nie richtig verliebt, hattest einfach keine Zeit und die Motivation dafür. Deswegen warst du ganz zufrieden. Du hattest dennoch gerne Menschen um dich, denn du warst eine offene und lustige Gesellschaft. Wenn du abends alleine in deinem Bett lagst, dann schweiften die Gedanken immer wieder zurück zu deinem Verlust. Doch es kam noch schlimmer, du warst 26 Jahre alt, da kam deine beste Freundin bei einem Einsatz ums Leben. Es zerstörte dich innerlich, und du konntest nicht anders, als das Schicksal und die ganze Welt zu verfluchen. Dadurch hatten sich bei dir auch Bindungsängste sowie Verlustängste entwickelt, die du nicht ganz ausschalten konntest. Und auch wenn alles um dich herum nur noch schwarz-weiß war, warst du eine Kämpferin. Eine, die mit ihrem Greif die Welt verändern wollte. Eine, die mehr Einfluss haben wollte, und die nicht anders konnte, als das zu machen, was sie am besten konnte: überleben und kämpfen.
2 Ingameposts | 23.12.2025, 15:54
Militär Poromiel
gespielt von alice
50 Jahre
Reiter
Das Lagerfeuer knistert, die Nacht ist schwarz und wolkenverhangen, aber das stört dich nicht — euch, euch stört das nicht. Drei Tage konntest du dir frei nehmen um einer Tradition zu folgen, die du neu in deine Familie gebracht hast. Eine Woche bevor’s nach Basgiath geht, geht’s nach mal nach draußen, zelten. Etwas, das dir heilig ist und immer heilig war: Zeit mit deinen Kindern. Du hättest noch mehr davon haben können (sowohl Kinder als auch Zeit). Nach dem ersten hast du damals nur im Scherz gesagt, dass du ‘ne ganze Staffel haben willst. Drei ist dafür nicht genug aber für euch als Familie war’s perfekt.
Sowieso. Dein Leben ist nach außen hin perfekt. Deine Frau ist unheimlich liebevoll, ein wunderschöner Mensch, von innen und außen, liebt und hegt und pflegt dich und die Kinder wie’s besser nicht geht. Du hast ein gutes, ein glückliches Leben gelebt, lebst es immer noch — auch wenn zwischen Alltag und Routine manches doch zur Gewohnheit wird. Du gibst dir Mühe, dass es das nicht tut. Du nimmst deine Arbeit ernst, schon immer und auch wenn du nicht (wirklich) loyal hinter deiner Frau stehst, hinter deinem Königreich tust du das schon. Du beherrscht deine Siegelkraft verdammt gut und du kannst führen, auch wenn du das nie mehr als bis zum 1. Offizier verfolgt hast — das hat dir gereicht. Darüber hinaus?! Du lachst viel, gerne, laut, du spielst Karten, du wettest dann und wann und manchmal gewinnst du, du tanzt jeden Jungspund an die Wand, dein Hüftschwung ist wirklich legendär, deine Kinder sind tolle Personen geworden, du liebst sie und sie lieben dich und deine Frau vergöttert dich und du solltest deine Frau lieben, aber die liebst du nicht — upsi. Oder anders: du liebst sie schon, irgendwie, und du liebst das was ihr habt (die Kinder) aber dein Herz, das will immer nur was anderes. Dass du dich vor zweiundzwanzig Jahren in einen Mann verliebst, der frisch ausgebildet in deiner Staffel stationiert wird, kommt für dich wie ein Gewitter bei bestem Sonnenschein; ungeplant, unvorhergesehen. Und das bleibt. Du stößt ihn so oft weg, Fehler, die du gemacht hast und die sich nicht wiederholen dürfen. Aber Liebe kann nicht falsch sein, oder? Du willst deine Frau nicht verletzen, niemals, nie die Menschen, die dir wichtig sind und doch, doch, doch baust du dein Konstrukt aus Lügen über die Jahre immer höher und der Mann, den du liebst, wird der Onkel deiner Kinder und ihr tauscht verstohlene Küsse, heimlich, in der Küche während sie die drei zu Bett bringt (und was du nicht sicher weiß, ist: sie weiß es und sie liebt dich genug um dich zu lassen). Du weißt, dass das falsch ist. Du hasst, dass du es trotzdem tust. Manchmal wünscht du dir, dass du drei Mal anders abgebogen wärst und dann, wiederum, wenn du bei den Kindern bist oder er bei dir ist, fühlt sich alles ziemlich richtig an. Wie hat er’s genannt? Du bist sein Schicksal. Und vielleicht ist er auch deins.
17 Ingameposts | 12.05.2025, 17:39
Militär Navarre
gespielt von alice
22 Jahre
Reiter
Du solltest das Feuer fürchten.
Erst geht deine Heimat in Flammen auf. Dann deine Eltern; und mit ihnen alles, woran du dein Leben lang geglaubt hast. Auf den Schmerz folgt Traurigkeit, folgt Wut, folgt Sorge um deine Geschwister — du tobst drei Tage lang, am Vierten wachst du auf, schüttelst deinen verbissenen Trotz wie Staub von den Schultern und lächelst in die Gesichter der Menschen, die dich aufgenommen haben. Oh, du bist dankbar, so unsagbar dankbar (nicht). Für alles (eher für nix). Für jedes Training (dafür wirklich), für gemeinsame Ausflüge (ätzend), für alle sitzen jeden Abend zusammen und spielen Karten (du hasst das), für die Extra-Einheiten Geschichtsunterricht, die nur du bekommst, weil sie deinen Kopf geradebiegen möchten (du bist zu stur dafür), für Gesichter, die du kennenlernst, alles königstreue Menschen (alle dumm, alles Verräter, alles Lügner (so wie du)), für einen Garten voll mit Blumen (manchmal pisst du ins Rosenbeet), für eine Kerze auf deinem Geburtstagskuchen, weil’s der erste Geburtstag in einem neuen, besseren Leben ist (du pustet sie aus und wünscht dir, dass sie am Kuchenstück verrecken). Ooh, und du bist wirklich so unfassbar dankbar — für deine Eltern, die der Wahrheit ins Auge gesehen und dir deinen Blick dafür geöffnet haben. Für alles andere?! An dem Tag, als du mit federleichtem Gepäck über den Viadukt läufst, lässt du diesen erzwungenen Teil deiner Geschichte hinter dir. Dein Lächeln zum Abschied ist gespielt. Dein „bald sehen wir uns wieder“ klingt wie der Wunsch eines Jungen, der bekehrt wurde, jetzt glücklich ist; es klingt nicht nach der Drohung, die du damit wirklich meinst: wenn wir uns wiedersehen, brenn ich erst euren Garten nieder, dann euer Haus, dann euch und mit euch alles, woran ich keinen Augenblick geglaubt hab. Du kannst das gut: so tun als ob. Du lügst. Du passt dich an, weil du’s musstest und weil du am Leben hängst, weil du eben nicht aufgehört hast an das zu glauben, was deine Eltern dich von Kindestagen an haben glauben lassen wollen. Die ersten Wochen im Quadranten waren hart, kein Wunder, dass du lieber unter, na, deinesgleichen bist, da, wo du Freunde (wieder)gefunden hast, ein paar wenige Menschen, die sich dein sparsames Vertrauen geangelt haben, einer, der dein Herz hält. Dass unter deiner Haut und hinter deiner Stirn Rache tiefe Löcher frisst, das sieht man dir nicht an. Ja, du kannst die Ellenbogen und wenn’s sein muss auch die Fäuste zeigen, aber du lachst auch gern, du bist charmant, mit dir kann man Spaß haben, du hilfst den gezeichneten Rookies auf der Matte und im Training, denn darin bist du gut. Außerhalb vom Sparring versuchst du dich zurück zu halten, du kannst schweigen, wenn du willst, sonst hast du ein lockeres, loses Mundwerk, trägst dein Herz auf der Zunge, aber die Zunge, die ist scharf und deine Zähne sind das auch. Du beißt, passt man nicht auf. Und, ooh, du siehst verdammt gut aus, das weißt du, dafür müsst du nicht tun als ob. Und apropos, so tun als ob: dein Drache kann das auch. Was genau das heißt? Mhm. —
101 Ingameposts | 02.04.2025, 19:37
Basgiath War College
gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist laut. Da, hier, wo’s laut sein darf. Frei. Rollst mit den Augen, immer noch lachend. Hast Blicke bei denen, die dir Geschichten so erzählen, dass sie lebendig werden. Immer zwei offene Ohren und den Mund, die Lippen, Kinnlade, ein Stück runter. Eine Frage, noch eine, zwei, drei. Kannst nie genug wissen, nie genug haben. Die Neugierde, die hinter den aufmerksamen Blicken steckt, die’s schließlich nie gestillt. Manchmal da fällt es dir richtig leicht die richtigen Fragen zu stellen, an den richtigen Orten zu sein, da zu sein. Dann ist dieses: ein guter Freund sein, so leicht als wär das alles was du bist. Obwohl du oft genug das Gegenteil davon bist, das Gegenteil von leicht, das Gegenteil von gut.
Die Ruhe, die Stille, das Abwarten. Sturm, der unter deinem Brustkorb tobt und nur die Miene, die nach Außen nichts durchscheinen lässt. Bist kontrolliert, gefasst, nachdenklich. Lieber zwei Worte zu spät, als überhaupt etwas sagen, weil du deine Zeit brauchst um Entscheidungen zu treffen mit denen du dich wohl fühlst. Du willst nichts falsch machen. Sei es bei den einfachen Dingen, oder den großen. Deine Mutter sagt, dass du hättest dem Brot beim Backen zusehen können, weil ihr in eurer Ruhe, dem stillen aufgehen, so gleicht. Da sind Geheimnisse, Dinge, die du nicht sagst, nur denkst, still trägst, die sich mit wenigen, mit beinahe niemanden und dann mit niemanden teilen lassen. Gewicht, das auf deinen Schultern sitzt. Verantwortung, der du nie ausweichst, auch wenn du nicht danach gefragt hast, weil du immer ja sagen, immer helfen würdest. Nicht, dass du es zugibst, das Weiche oft versuchst zu verstecken, aber’s ist da. In den kleinen Gesten, die so nebensächlich wirken, dass sie’s niemals wirklich sind. Du bist der zum Anlehnen, wo die Tür immer offen steht, wo man nicht nachfragen muss, wenn man aus Albträumen aufwacht und wo nächtelang gesprochen werden kann, weil man weiß, dass du dem Zuhören nicht müde wirst. Noch einen Ratschlag mehr geben kannst. Mehr geben willst. Du hältst, hältst fest und bist der doppelte Boden, das sichere Netz, immer offene Arme, die bereit sind zum Fangen. Man muss an den ganzen offensichtlichen Dingen schon vorbei sehen wollen, um die Tränen, das Zerbrechliche zu sehen. Da wo der Schmerz sitzt, bist du so fürchterlich still, dass da beinahe gar nichts ist. Hast früher so gern gesprochen, über den Mann der du sein wolltest und verlierst heute so wenig Worte über den Mann der du bist. Nicht über die Frage, ob sie stolz wären. Deine Mutter, dein Vater. Stolz über den Reiter zu dem du Herangewachsen bist. Stolz über die Stürme, denen du trotzt und liebevoll zu den Unruhen in dir selbst. Wüsstest gern, ob sie Angst hätten, weil du Teil von etwas Großem bist, ob sie dich noch wieder erkennen würden, oder ob du schon so lange schweigst, dass da nichts mehr zu erkennen ist.
14 Ingameposts | 01.05.2025, 11:06
Militär Navarre
gespielt von alice
30 Jahre
Reiterin
Es donnert.
Regen peitscht dir ins Gesicht. Blitze zucken links von dir, rechts von dir, über dir. Deine Hand rutscht über spiegelglatte Schuppen, aber du kennst jeden Dorn, jeden Stachel, jedes Horn. Könntest blind über den Rücken deines Drachen tanzen (aber nicht wenn um euch so ein heftiger Sturm tobt; oder: dann nur, wenn’s unbedingt sein muss, wenn’s gar nicht anders geht). Das hier fühlt sich wie Freiheit an. Der Wind zieht an dir, will euch trennen, will ihn nach hinten drücken, niederreißen, aber er legt die Flügel an und du kannst sein düsteres Lachen bis in die hinterste Ecke deines Schädels spuken hören — er liebt dieses Wetter mindestens so sehr wie du (und wie du ihn). Statt im Sturzflug nach unten zieht’s ihn nach oben, nie weg von der Gefahr, sondern immer mitten rein (ihr seid euch echt so gleich), direkt ins Herz aus pechschwarzen Wolken, Donnergrollen und der puren Energie, die euch so sehr vertraut ist, weil sie auch unter deiner Haut sitzt. Zwei Herzschläge, die inne halten, ihr amtet nicht, aber ihr tut’s im Einklang — kurz ist alles so dunkel, dass du nichts mehr siehst, dann bricht er durch die Wolkendecke und es ist vorbei. Jetzt heult der Sturm unter und ohne euch. Du lässt dich nach hinten fallen, Blick in den Himmel. Wenn ihn die Sonne berührt und er noch regennass ist, dann wirken seine sehr, sehr blassen, extrem hellbraunen Schuppen fast als wär er weiß; kein Wunder, dass man ihn Ghost nennt. Und, weil ich den Tod bring. Du nickst; und deswegen. Und weil er in jedem Sturm genau das ist: ein Geist, taucht ganz plötzlich unter, über, hinter dir auf, im grau-schwarz-Mix von Gewitterwolken erst schwer zu sehen, doch dann, wenn ein Blitz direkt neben ihm aufzuckt, dann wirklich beinah weiß. Ihr bringt den Tod zusammen. Wenn’s nach dir geht, dann könntest du ewig mit ihm da oben bleiben. Ist nicht so, als würdest du die Verantwortung scheuen, die unten auf dich wartet (das tust du nie, deine Schultern sind schmal, zierlich, aber sie tragen viel), nicht so, als ob du die Abwesenheit anderer Menschen gut finden würdest (nicht generell, im Gegenteil, du magst Nähe, eine kleine Berührung hier, eine zufällige Hand an einem Arm dort), ist nicht so, als ob du nein sagen würdest, zu einem gemeinsamen Abend mit Freunden, einem vollen Krug Bier (nie zu Zeit, die du nicht allein verbringen musst) und es ist nicht so, als wüsstest du nicht, dass dich spätestens die drei kleinen Herzchen auf vier Pfoten zurück nach unten ziehen würden (und die Blumen, die niemand gießt, wenn du’s nicht tust) — aber hier oben fühlt sich alles andere kurz klein und unbedeutend an (nicht so wie sonst), und zwischendurch genießt du das. Nur kurz: einatmen, ausatmen, frei atmen. Alles ist so leicht wie du’s andere gern denken lässt und wie du’s wirklich gern hast. Du musst nicht an die Lügen denken, die dir wie Zucker über die Lippen kommen (weil eine Rebellion eben das mitbringt: lügen — und wer würde diesem Augenaufschlag nicht jede Lüge glauben?), nicht an deine Eltern, die du endlich wieder besuchen willst (weil du nicht weiß, wie lang’s noch geht), oh und nicht an den Mann, der sich wie’n Parasit zwischen deine Rippen schiebt (auch, wenn du das noch gar nicht siehst) — nein, hier oben ist’s nur du und Ghost. Und manchmal reicht das einfach aus.
21 Ingameposts | 30.04.2025, 09:24
Militär Navarre
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