Charakterliste
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gespielt von Maj
19 Jahre
Sonstige
Fürstentochter war für Iarla Selqir immer nur ein Flüstern, das nicht an ihr Ohr dringen sollte. Man murmelte es hinter hervorgehaltener Hand und mit einer gewissen Unsicherheit, ob ihr eigener Vater – und Herr von Draukhan – ihr heute wohlgesonnen war oder es bevorzugte, sein jüngstes Kind nicht zur Kenntnis zu nehmen. Mittlerweile aber ist jener Vater tot, ist jene Stadt gefallen, in der Iarla geboren und aufgewachsen ist. Wer heute ihren Titel flüstert, der erinnert sich an ihre Herkunft, an ihre Abstammung und weiß auch: Nichts könnte von geringerer Bedeutung sein. Jetzt, wo Draukhan gefallen ist. Jetzt, wo man die Trümmer der Stadt nur noch ausschlachtet, statt einen Wiederaufbau in Betracht zu ziehen. Jetzt, wo auch in den umliegenden Orten Menschen ihr Hab und Gut packen und versuchen, mehr Abstand zwischen sich und die Ostgrenze Poromiels zu bringen.
Iarla ist bloß eine von ihnen. Ein Flüchtlingskind, das sich im Lager außerhalb von Mirik noch herumtreibt und offensichtlich darauf wartet, dass das Militär für sie und ihresgleichen endlich eine Lösung findet. Das darauf wartet, dass die Verletzungen der letzten ausgeheilt sind – ehe die ersten von ihnen an Entbehrung und Winter sterben. Dass sie mit ihren 19 Jahren mehr junge Frau als Kind ist, sieht man auch Iarla nicht mehr an. Zu dünn der Körper, zu groß die blauen Augen, die zwar nicht von der Welt, aber doch vom Krieg und den menschlichen Abgründen schon zu viel gesehen haben. Und die weiterhin weit geöffnet bleiben. Iarla sieht hin, beobachtet – und passt sich an Situationen an, statt zu erwarten, dass sich etwas oder jemand ihr anpasst. Das eigene Elternhaus war diesbezüglich eine gute Lehre. ‚Prinzessin‘ und ‚jemandem übergeordnet‘ war sie nie. Stattdessen galt sie mancher Tage als Mörderin ihrer eigenen Mutter, tat besser daran, im Hintergrund zu verschwinden und sich mit den Bediensteten und deren Kindern zu solidarisieren. Kein Wunder, dass sie sich unter ‚den einfachen Menschen‘, unter den ‚Zurückgelassenen‘ der Flüchtlinge jetzt wohlfühlt – und für sie gar Verantwortung übernehmen würde, könnte sie dies in irgendeiner Hinsicht. Doch sie kämpft mit der eigenen psychischen Belastbarkeit. Es fehlen Macht und Einfluss. Es fehlt die Idee von einem Ziel, für dessen Verwirklichung Iarla Kreativität und Improvisationstalent ansonsten einsetzen würde.
17 Ingameposts | 17.04.2025, 13:46
Zivil Poromiel
gespielt von Maj
40 Jahre
Reiterin
Violaine Ishabel Canmor - Sternschnuppe des Südgeschwaders.
Bis vor fünf Jahren war sie Stern: Trotz einer ungewöhnlichen und teils einschränkenden Siegelkraft hat Violaine Karriere gemacht. Mühelos. Früh wurde sie Staffelführerin ihrer Einheit in Zyrfall. Fast genauso früh übernahm sie die Verantwortung für den gesamten Schwarm, der sich damals auch über Sumerton und Athebyne verteilte. Vielleicht zu früh, sagen manche. Aber wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Und genau deswegen ist sie dem Südgeschwader heute schnuppe: Nach der Niederschlagung der Rebellion hat man Laine degradiert und aus übertriebener Vorsicht ans andere Ende des Landes versetzt. In Huwen klappern ihr jetzt (un)regelmäßig die Zähne. Den Rang Leutnant Colonel hat man ihr noch zugestanden, aber eingesetzt wird sie als einfache Soldatin in der Küstenwache zwischen Winterstürmen und Eiseinbrüchen. Aber mit Violaine kann man dergleichen ja machen. Es fließt zu wenig (falscher) Stolz durch ihre Adern, um verletzt auf den Verlust von Rang und Verantwortung zu reagieren. Und vielleicht waren diese Konsequenzen nach der Rebellion auch gerechtfertigt. Immerhin hatte Violaine nichts bemerkt - oder einfach nur nichts gemeldet? Immerhin war sie von den Ereignissen ebenso überrascht worden wie andere. Immerhin hatte auch sie der Rebellion nichts Besseres entgegenzusetzen als… eine verbrannte Stadt und hingerichtete Familien. Immerhin war der Süden danach nicht mehr der gleiche und viele ihrer Freunde tot, deren Kinder auseinandergerissen und in alle Winde verstreut. Immerhin waren die Fragen naheliegend, wie das hatte passieren können und warum ausgerechnet Laine überlebt hatte. Für Selbstgeißelung könnte man es halten, dass Violaine in den fünf Jahren seither nie auch nur einen Versetzungsantrag gestellt hat - und verkennt sie damit. Von der Siegelkraft bis zu Charakterzügen und Verhaltensweisen ist ein Vergleich Violaines mit einem Delfin absolut gerechtfertigt. Sie hat die gleiche, unerschütterliche Freundlichkeit. Wirkt auf andere, als ruhe da immer wenigstens ein sachtes Lächeln in ihren Mundwinkeln - meistens mehr. Übermütig, fast verspielt ist sie. Energiegeladen genug, dass alles, was sie anfasst, mühelos erscheint und sie oftmals die richtigen Worte für andere findet. Ganz so, als helfe ihre Siegelkraft ihr, nicht nur den körperlichen Zustand ihres Gegenübers zu verstehen. Mit der gleichen Leichtigkeit steht Violaine im Mittelpunkt - und macht sich nichts daraus. Gelernt hat Laine zwar, sich gegen sechs ältere Geschwister durchzusetzen, ist aber auch mit deren absolutem Rückhalt vertraut. Es ist die eigene Familie, die Violaine eine bemerkenswerte Resilienz schon in die Wiege gelegt hat. Mit dieser einher gingen Möglichkeiten, alles zu werden, statt der Erwartung, in familiäre Fußstapfen zu treten. Ansässig in Geata Amari und Calldyr Stadt gehört Laines Familie zu den erfolgreichsten Kaufmannsfamilien des Landes. Nebenbei machen sie sich einen Namen im Militär, wenn auch Violaines eigener - aufgrund der abgebrochenen Karriere - kaum noch ins Gewicht fällt.
24 Ingameposts | 23.06.2025, 20:08
Militär Navarre
gespielt von telfi
22 Jahre
Reiter
Wenn ein Sturm aufzieht und der Wind beginnt an der Kleidung zu zerren, der Himmel sich zusammenzieht und die Wolken nur brechen um heulend zu platzen, dann steht Raigan nicht weit weg. Inmitten davon fühlt er sich wohl, wenn er von einer Richtung zur anderen gezerrt wird und die Stürme eigentlich nur manches Mal sein inneres Chaos mimen.
Raigan ist der Sohn eines Drachenreiters und einer Heilerin. Der Drache seines Vaters ist ihm so vertraut, wie ein Familienmitglied, obwohl keinerlei sprachlicher Austausch passiert ist. Der Respekt und die Liebe vor und für Drachen, damit ist er aufgewachsen. Schon als kleiner Junge hat er mit den Händen am Fenster die Wesen in der Luft beobachtet. Eine Zeit lang sass noch seine Schwester neben ihm, die eine ähnliche Begeisterung für sie hegte. Aber nicht nur Drachenwissen war es, was Raigans Intelligenz und Wissensdurst bereits von Kindsbeinen an begleitet hat. Auch seiner Mutter sah er schon immer gerne über die Schulter, begleitete sie nach draussen, roch an den Tinkturen und Salben, die sie anmischte und fragte meistens etwas zu viel, als zu wenig. Ray ist wie ein Schwamm, ein Nimmersatt was Lernen angeht. Er schaufelt es in sich, als wäre er ausgehungert und findet sich danach manchmal etwas zu übersättigt vor. Sein Kopf versuchte schon immer ihn in einer Art Duell zu schlagen. Raigan hat schon früh gemerkt, dass Bewegung dagegen hilft, das Auspowern, das Entlangwandern und Überschreiten seiner physischen Grenzen. Er klettert und rennt, schwimmt und turnt. Erst, wenn er fast nicht mehr zu Atem kommt, wird sein Kopf manchmal ruhiger. Raigan hat als kleiner Junge seine Schwester verloren und fragt sich noch heute manchmal, wenn nicht, ob sie beide als Drachenreiter geendet wären oder er doch seiner Mutter nachgeeifert hätte. Manche tragen Verluste mit sich, wie eine stählerne Haut, als würde es sie abhärten. Aber in Wahrheit stumpft es sie nur ab. Raigan trägt seine Gefühle im Gesicht, sie spiegeln sich in seinen Augen, der Art, wie er die Schultern manchmal hochzieht oder, wie er Luft holt. Das macht ihn nicht zu einem schlechteren Staffelführer, sondern zu einem verständnisvolleren. Er ist ein Romantiker, wie seine Mutter. Er wird sein Herz wahrscheinlich nur einmal verlieren und das glaubt er bereits getan zu haben. Mit seiner Kameradin Wynne verbindet ihn mehr als nur Vergangenheit. Er sieht die Zukunft. Fraglich ist nur, ob sie es auch tut. Und auch das hält ihn manchmal wach. Darüber kann er mit seinem Vater sprechen, aber sobald er das Gesicht verzieht kickt der Instinkt gerade zu viel geteilt zu haben. Bree, die Drachendame, die ihn gewählt hat, kennt ihn schon länger als bloss vom Marsch nach dem Gauntlet. Raigan hat sie bereits als Kind beobachtet, damals noch mit einem anderen Reiter. Ihre Wahl hat bestimmt dazu beigetragen. Seine nicht, denn Menschen wählen nicht wirklich. Dennoch fühlt er sich ihr dadurch noch einmal näher, vielleicht auch weil sie die gemeinsame Erinnerung an ein kleines Mädchen haben.
8 Ingameposts | 23.05.2025, 19:54
Basgiath War College
gespielt von Luxi
28 Jahre
Reiterin
Freiheit. Ein Gefühl, das du noch nie intensiver als auf dem Rücken deines Flügelfreundes empfunden hast. Dort oben in schwindelerregenden Höhen, in denen ihr halsbrecherische Manöver fliegt und deine behandschuhten Finger durch den feuchten kalten Nebel fahren, der dir ebenso ins Gesicht peitscht. Mit Dral zu fliegen verschafft dir oft einen seltsamen Frieden, weil du dich gänzlich darauf einlassen kannst. Deine menschlichen Ängste und Sorgen wirken in den Minuten unbeschwerten Fliegens, wie Dral sie oftmals grollend beschreibt, nichtig und klein, geradezu unbedeutend. Dort oben am Firmament fühlst du dich manchmal mehr zu Hause als in deinem Zimmer aus Kindheitstagen. Fliegen. Manöver üben. Strategisch in Erscheinung treten, um unter den Bewohnern Lewellens ebenso Respekt einzufordern wie Schrecken zu verbreiten. Deinen Alltag nach dem Besgiath War College hattest du dir eigentlich ganz anders ausgemalt. An die Front wolltest du, militärische Karriere machen - so wie dein vermeintlicher namenloser Vater. Stattdessen sitzt du schon seit ein paar Jahren in Lewellen fest. Einem mitunter nicht zu unterschätzenden Brandkessel an Unruhe seitdem Aretia gefallen ist und doch kein Vergleich zum Ostgeschwader, die die „richtigen“ Schlachten führen. Wenigstens hattest du genug Zeit, um dich mit der Situation abzufinden. Wohl auch zu einem Großteil deinem Flügelfreund Dral zu verdanken, der dir oftmals auch gar nicht genug Ruhephasen gibt, um deine Gedanken gen ‘was wäre, wenn’ schweifen zu lassen. Viel zu tun und zu lernen hast du noch, wenn es nach ihm geht. Das sein wohl irgendwo gut gemeinter Tatendrang, seine Strategie, dich immer und immer wieder spontan ins kalte Wasser (
7 Ingameposts | 23.03.2025, 19:35
Militär Navarre
gespielt von Berrie
52 Jahre
Flieger
Macht ist Pflicht – Freiheit ist Verantwortlichkeit. Schwer wiegen die Worte auf deinen Schultern, zeichnen sich ab durch Kreise und Kringel, geschmiedet im Feuer, versiegelt und eingenäht in deine Uniform. Ist Teil deiner Identität, Teil deines ganzen Seins und doch stellst du dir nicht heute, nicht gestern, das erste Mal die Frage danach, Wer du bist – abseits des Namens, des Rangs, der Blicke und Worte, die dich bestenfalls nur streifen, schlimmstenfalls öffentlich tangieren. Nach den Sternen zu greifen und eines Tages mehr zu sein als ein weiterer Name auf unzählig vielen Listen; das war das Geschenk, das man dir machen wollte, als du in die Reihen der Aerandors geboren wurdest. Eines, nach dem du nie gefragt, das du aber ohne jeden Zweifel damals und für immer angenommen und akzeptiert hast. Helle Punkte am Firmament führen dich, sind dir Kompass in allen unsteten Zeiten, die über dich hereinbrechen. Werden begleitet von Ideen, Illusionen und Irrungen, die deine Umgebung in gleißend bunte Farben hüllen; die dir eine Vorstellung davon geben, was es – was andere – brauchen, wollen, wünschen. Du weißt, was sie antreibt, was die tiefliegende Motivation und der Wunsch ist, der sie alle durch die Tage trägt. Hattest stets ein Auge für deine Umgebung, lang, bevor du die Magie als Teil deines Lebens akzeptiert hast. Hat sich ergänzt zu strategischem Geschick, zu einem mittelmäßig angeborenen, aber unter harter Arbeit geformten Intellekt, der dir heute in jeder Lebenslage beisteht. Erfahrungen haben dich geformt und zu dem Mann gemacht, der du bist. Die guten, aber nicht zuletzt die schlechten, haben dich gestärkt, haben dir den Weg geebnet, den insbesondere dein Vater dir vorgedacht hatte, gleich, welche Ambition Du eigentlich gehabt hättest. Am Ende führten sie alle zu einem Ergebnis: einem neuen Wort, neuen Kreisen und Kringeln, im Feuer geschmiedet und als Aufnäher deinem Flugleder zu entnehmen: der Stern markiert dich als Commanding General, als Oberbefehlshaber – und als womöglich beste und schlechteste Entscheidung, die man in unruhigen Zeiten wie diesen hätte treffen können. Hast über Jahre genauso viele Unterstützer:innen wie Kritiker:innen deiner Person gesammelt, nicht nur den Kampf im Gefecht gesucht, sondern längst in der Politik gefunden. Kriege werden nicht an der Front entschieden; diese Lehre hast du ziehen müssen, lang bevor dein neues Abzeichen seinen Weg zu dir gefunden hat. Kriege ziehen sich durch jede Gesellschaftsschicht, finden ihre Anhänger im Volk, ihre Finanziers in der Mitte und Oberschicht, werden diskutiert und debattiert von Menschen, die kein Schwert und Schild führen. Krieg, so weißt du, ist so viel mehr als Blut, Stahl und Schweiß.Du hast (d)ein Leben gegeben, viele, ja, unzählige Male. Minuten, Stunden, Wochen, Monate und Jahre getränkt in deiner Aufopferung, in deinem schier unermesslichen Willen, deinen Dienst zu leisten. Warst nie nur bloßer Fußsoldat, so wenig du dir darauf einbildest. Zu laut, zu schwer der Einfluss eines Mannes, der noch heute seine Finger nach dir streckt. Zu wenig hast du Erwartungen entsprochen, zu viel hast du verhandelt, statt in blinder Wut und übereifrigem Stolz um dich zu schlagen. Ein halbes Jahrhundert war dir ein besserer Lehrmeister. Einer, der dir dazu verholfen hat, nicht nur zu überleben. Nicht nur aus jedem Kampf, der die Esben Mountains erfasst, lebend, sondern besser zurückzukehren. Keinen Fehler zweimal zu begehen. Bist weit entfernt von perfekt, noch weiter von einem Ideal, das man deiner Rolle so gerne auf den Leib schneidern würde. Du irrst, scheiterst, versagst, zweifelst, glaubst und glaubst doch nicht. Bist so menschlich, nahbar. Vielleicht ist es das, was dich letztlich dorthin geführt hat, wo du nie dachtest, zu stehen. Weit über den Fußstapfen, den missbilligenden Worten und Gesten, dem Gefühl von Unzulänglichkeit, das nicht nur, aber dort besonders laut, aus deinen eigenen Reihen entspringt. Vielleicht ist es dein Menschsein, das dieses Land in unmenschlichen Zeiten braucht. Vielleicht wirst du scheitern, stürzen, in deinem eigenen Blut an deinen Idealen ersticken.
33 Ingameposts | 08.02.2025, 14:11
Militär Poromiel
gespielt von Motte
40 Jahre
Sonstige
Es liegt Nebel über Aretia. Was einst die Spuren von Drachenfeuer waren, ist heute das Ergebnis magischer Manipulation. Denn jene Schwaden, die Aretia bei jedem Wetter unter einer schützenden Decke der Anonymität verbergen, sind nicht etwa organischer Natur. Nein, sie sind menschengemacht, finden ihren Ursprung in einer Separatistin, die selbst in den Reihen der Rebellen mit einer gewissen Skepsis bedacht wird. Anahera Nergal? Rückkehrerin aus Poromiel? Verräterin aus den eigenen Reihen? Zur Flucht verpflichtet, weil sie zu viel wusste, zu investiert war, zu sehr an ihrer Loyalität festhielt. Heute spricht Ana nicht länger gerne über jene Verbissenheit, mit welcher sie Braden bereits zu Schulzeiten nacheifert, die sie sich früher noch rühmend auf die persönliche Fahne schrieb und oftmals sogar verbissen gegenüber anderen verteidigte. Was aus einer vermeintlich harmlosen Schwärmerei entstand, ist mit den Jahren zu einer kompromisslosen Loyalität und dann, so schwer jene Akzeptanz auch sein mag, zu einem persönlichen Untergang geworden. Und wenn man Ana heute fragt, so mag sie den Königsneffen zwar noch immer lieben, gleichzeitig ist sie jedoch auch längst von ihrer jugendlichen Naivität befreit. Braden und ihre gesamte, ehemalige Staffel sind für die Drachenreiterin verloren, treiben hinter den eisernen Pfeilern einer erbarmungslosen Realität, die mit nicht viel weniger als Verbitterung zurückblicken lässt. Ein gescheiterter Traum, ein vielleicht sogar fehlplatziertes Vertrauen. Was bleibt ist eine Existenz in Anonymität und Einsamkeit. In Erinnerungen, Existenzlosigkeit und Selbstzweifeln. In den Ruinen einer Stadt, die in Ana nicht nur bittere Furcht auslösen, sondern gleichzeitig auch an ihre bislang gut versteckte Empathie appellieren. Was hat sie einst dazu bewegt, Drachenreiterin werden zu wollen? Der Glaube an eine bessere Zukunft, einen schöneren Morgen. Was hält sie heute davon ab, für genau diesen zu kämpfen? Ana weiß es nicht, tut sich schwer damit, die Antwort zwischen den wankenden Träumen einer ganz und gar nicht glamourösen Rebellion zu finden.
6 Ingameposts | 25.08.2025, 19:38
Zivil Navarre
gespielt von Maj
39 Jahre
Artillerist
Sind wir Menschen, weil wir in die Sterne schauen, oder schauen wir in die Sterne, weil wir Menschen sind?
Es sind Fragen wie diese, die des Nachts über die Lippen von Kiéran Seravell fließen, kommt man in die Situation, ihn bei seiner Lieblingstätigkeit zu erleben: Irgendwo im Freien den Blick zu den Sternen zu erheben. Es ist ihr Stand aus dem heraus Kiéran seine eigene Position und Richtung ermitteln kann – jedoch bloß in tatsächlich geographischer Hinsicht. Spiritualität liegt Kiéran zwar nicht vollkommen fern, doch vor allem sind es Philosophie und Wissenschaft, die ihn interessieren. Die Fragen nach einem Wie oder einem Warum treiben ihn von klein auf an. Und immer schien sein privates Umfeld zu wenig Antworten und zu wenig Möglichkeiten zu bieten. In die elterlichen Fußstapfen ist Kiéran daher nicht getreten, sondern hat sich auch über den Wehrdienst hinaus dem Militär verpflichtet. Als Artillerist mit einem Schwerpunkt in Konstruktion und Entwicklung ist er seit gut 15 Jahren in der Hauptstadt Krovlas stationiert. Hier in Draithus war er vor allem im Schiffsbau tätig, war nicht nur mit deren grundsätzlichem Aufbau beschäftigt, sondern auch mit Elementen der Innenausstattung und Bewaffnung. Die Situation einer gut ausgestatteten Werft und hinreichend großen Deadlines hat für Kiéran jedoch längst ihren Reiz verloren. Es sind größere Herausforderungen, nach denen er strebt und denen er ab jetzt als Captain der Artillerie auf der Darakor begegnen wird. Verantwortung für die anderen Besatzungsmitglieder seines Quintanten trägt er damit ebenso, wie für die schwimmende Heimat der gesamten Crew. Kurzfristiges Handeln unter mangelnden Ressourcen wird dadurch Teil seines neuen Alltags und es ist ein Lächeln, mit dem Kiéran solchen Stresssituationen entgegen sieht. Und das wohl selbst in den Momenten auf seinen Lippen oder in seiner Stimme liegen wird. Ruhig – aber bestimmt – zu bleiben, liegt Kiéran. Und womöglich sind es die Nächte unter Sternen, die ihm die Kraft dafür geben. Auf dem Meer, ohne Lichtverschmutzung, kann die Aussicht darauf schließlich nur besser werden; auch wenn Kiéran gar keine Antwort auf die angeblich schwerere Frage sucht: Schauen die Sterne denn zurück?
5 Ingameposts | 30.08.2025, 19:32
Militär Poromiel
gespielt von Maj
49 Jahre
Reiter
Sie platzt aus allen Nähten, die Akte, auf der mit Raoul Devi eigentlich ein sehr kurzer Name steht. Und genauso kurz und eindeutig hätte die dazugehörige Biographie auch sein sollen: Aufgewachsen im Südwesten von Tyrrendor fällte Raoul die Entscheidung, Reiter zu werden, früh – und im Kontrast zu seiner so feingliedrigen, fast künstlerischen Berufsausbildung. Es gab eine Partnerin, die diese Entscheidung mittragen konnte – und ihm nach dem College auch ans andere Ende des Landes gefolgt ist. Hochzeit, gemeinsames Kind. Hand in Hand hätten Schritte in Raouls Karriere und dem Leben seiner Tochter gehen sollen – aufwärts.
Psychologische Beurteilungen? Sie hätten zu Beförderungen dazu gehören sollen – statt sich darauf zu beziehen, inwiefern Raoul eine grundsätzliche Dienst(un)tauglichkeit attestiert werden könnte. Aber genau das findet sich in seiner Akte. Darin eingeschlossen die Frage, wie versehentlich oder absichtlich Raoul bereit ist, seine Siegelkraft gegen die eigenen Leute einzusetzen? Denn Siegelkräfte… der allgemeinen Vorstellung nach folgen sie der Kontrolle ihres Anwenders. Sie sind gerichtet – und wenn dann Reiter unter ihnen sterben, kann es nur eins sein: Die Schuld des Anwenders – in Raouls Fall allerdings nicht auch die Absicht. Die Gravitationsverzerrung ist bis heute eine Herausforderung für ihn, weil die Kraft genau das nicht ist: Kontrollierbar und zielgerichtet einzusetzen. Stattdessen ‚frisst‘ sie auch ihre eigenen Anwender, was gleichermaßen bezüglich Raouls körperlicher Leistungen gilt, wie es Einfluss auf seine Psyche nimmt. Schuld ist prägend darunter. Den verschuldeten Tod eigener Leute: Raoul hat ihn nicht verwunden. Dass er es war, der seine Familie im Stich gelassen hat: Raoul hat noch immer ein schlechtes Gewissen dafür; hat eine eindeutig gescheiterte Ehe – und kämpft nach Kräften darum, wenigstens eine gute Beziehung zu seiner Tochter (zurück)zuerlangen. Kämpft darum, seinen eigenen Leuten Führung und Schutz anzubieten – was sie manchmal gar vor ihm nötig hätten. Raoul ist ständig im Modus Befehlshaber, erteilt Anweisungen und bekommt Bericht erstattet. Über alles, wohl verstanden al-les. Die Ehe mag gescheitert sein, die Siegelkraft so unberechenbar, dass es allen lieber ist, wenn Raoul sie nicht einsetzt – doch alles andere… versucht Raoul, unter Kontrolle zu halten. Zu beherrschen. Auch das steht in den psychologischen Beurteilungen, die ihn nicht nur für diensttauglich befunden haben, sondern es auch für vertretbar hielten, ihn zum Staffelführer zu ernennen. Doch nicht die Tendenz, dies unbedingt richtig machen zu wollen, hat ihm die Beförderung mit Anfang 40 doch noch eingetragen, sondern der Unfall eines anderen. Der Umstand, dass in Keldavi vor sieben Jahren eine Einheit vollkommen neu zusammengestellt wurde und sich die Möglichkeit ergab, eine Einheit damit vertraut zu machen, mit – statt gegen – Raouls Siegelkraft zu agieren; und damit mehr Räuber als Soldaten aufzuhalten, die sich hier über die Grenze schlagen, morden und gar Menschen rauben – aber nach Cygnisen nicht verfolgt werden dürfen.
10 Ingameposts | 20.05.2025, 14:57
Militär Navarre
gespielt von Berrie
35 Jahre
Reiter
Gibt nur wenige Regeln im Umgang mit Drachen. Dreh' dich nicht weg, lauf nicht davon, senke den Blick - und bete zu den Göttern, dass sie dich nicht trotzdem bei lebendigem Leib verbrutzeln. Vor über zehn Jahren hast du all diese Regeln live und in Farbe gelebt, hast am Basgiath War College zwei Mal das erste Jahr durchlebt, nachdem beim ersten Mal offenbar keiner der bindungswilligen Drachen dein Potenzial erkannt hat (O-Ton). War zunächst ein herber Schicksalsschlag für dich, war für dich immer klar, dass du ein verdammt guter Reiter werden würdest. Dass du immer eher ein Händchen für Drachen hast, die nicht deine sind, war vielleicht ausschlaggebend, vielleicht auch nicht. Hat ja aber schließlich doch dazu geführt, dass dein Leben nicht so trostlos wurde, wie angenommen. Neben deiner körperlichen Fitness war dein Köpfchen eigentlich schon immer deine stärkste Waffe. Wärst damals schon von Anfang an gut bei den Heilkundigen untergebracht gewesen, aber Menschen heilmachen war irgendwie nicht dein Ding. Drachen hingegen ... Vor 'nem Jahrzehnt hat man dich dafür belächelt, sogar ganz offen über dich gelacht. Heute flattern Briefe in deine Gemächer, Befehle und Bitten gleichermaßen, die dich durch das ganze Königreich führen, um fremder Leute Drachen zu behandeln. Manchmal wirst du der Drachenflüsterer genannt; bist der, der eine Bindung zu ihnen aufbauen kann, ohne sich zu (erneut) binden. Der Respekt von denen bekommt, die keinen Respekt vor sich selbst haben. Bist somit rastlos, nirgends wirklich heimisch, nie länger an einem Ort. Obwohl du dein Engagement in deiner Staffel in Samara ernst nimmst, ist deine Anwesenheitsquote nicht selten sporadisch. Bist häufig da, wo du eigentlich gar nicht sein wolltest: an Außenposten, irgendwo nahe der Grenze. Dort, wo man dich gesehen hat, kurz, nachdem die große Blaue mit dem Dolchschwanz dich gebunden und für Raunen und Aufsehen gesorgt hat. Bist auch ein ausgemachter Glückspilz: erst gar nicht gebunden werden und dann von einer der seltenen blauen, die man sich besser nicht zum Feind macht. In der Hinsicht passt ihr wirklich ausgezeichnet zueinander. Wenn du schon sonst nur selten jemanden wirklich als ‘an deiner Seite stehend’ bezeichnen kannst, bist du dir bei ihr so sicher, wie bei niemandem sonst. Dann allerdings nicht in der Front Row zu stehen und ihren Dolchschwanz in die gefiederte Brust zu kurz geratener Löwe-Adler-Mischungen zu bohren, hat überraschend nicht für Wohlwollen gesorgt. Da stehst du nun also, machst irgendwie nie das, was man von dir erwartet. Brichst mit althergebrachten Traditionen und über Jahrhunderte hinweg übermittelten Wissen. Bist experimentierfreudig, denn nur, weil was die letzten 6 Jahrhunderte geklappt hat, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass man das nun auch so beibehalten muss. Findest du. Sonst niemand. Ist dir aber auch egal.
10 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Militär Navarre
gespielt von Josi
43 Jahre
Diplomat
Dass Diplomat nur seine Berufsbezeichnung ist, hat bisher weder seine Eltern, noch Brüder noch Freunde geschafft Leif so richtig klar zu machen. Seine neutrale Grundeinstellung lebt er sowohl im privaten wie im beruflichen Leben beinahe instinktiv und vor allem konstant aus. Es ist schwer ihn aus der Reserve zu locken, es ist schwer eine wirklich spontane Reaktion von ihm zu erlangen. Der absolute Kopfmensch trifft selten eine emotionale Entscheidung und findet sich dabei selbst auch vollkommen vernünftig. Seinen Verstand hat er schließlich, um ihn auch zu benutzen, nur der Spaß bleibt dabei manchmal auf der Strecke. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, wobei böse Zungen behaupten es gäbe einfach Keines in seinem Leben. Arbeitet er zu viel? Mit Sicherheit. Bereitwillig schlägt er sich die Nächte um die Ohren und priorisiert die Erledigung der Dinge die ihm aufgetragen werden stets hoch. Er hat gelernt mit wenigen Stunden Schlaf auszukommen und er kann auch im Alltag nicht ganz damit aufhören, Vor- und Nachteile oder mögliche Folgen seiner Handlungen abzuwägen. Ja, er denkt zu viel, hat aber eben auch gelernt, dass Fühlen sich manchmal schwieriger gestaltet, als planen, abwägen und logikbasiert entscheiden. Eine Mitschuld an der gescheiterten Ehe gibt er sich genau so wie der Ex-Frau. Seine Arbeit war vielleicht immer ein bisschen zu wichtig, besonders in den letzten fünf Jahren, aber Tyrrendor liegt ihm nun einmal am Herzen. Die alte Heimat nur noch Schutt und Asche, das Elternhaus nicht mehr existent, wie könnte er sich nicht dafür einsetzen, dass es der Gegend in der er lebt nicht langsam wieder besser geht? Das Herz, nämlich durchaus vorhanden, gebrochen als er erfahren hat, dass sein Kind eben genau das nicht ist. Seins. Der endgültige Bruch in der Beziehung, die nun schon zwei Jahre zurück liegt, das Herz? Geheilt, vielleicht nicht beim ersten Blick auf die wohl wundervollste Frau die ihm jemals begegnet ist, aber es hat auch nicht furchtbar lange gedauert. Fasziniert war er von Beginn an, von ihrer Wärme, ihrem Lachen, ihrem Glitzer, ihrer Lebensfreude. Sie lockt ihn aus der Reserve, bringt seine Selbstbeherrschung ins Schwanken, bringt ihn zum Lachen, an jedem Tag in ihrer Nähe. Calanthe gibt ihm ein Gefühl von zu Hause, wie er es beinahe vergessen hatte, dass es existieren kann und mit jedem Blick in türkiesblaue Augen ist die Welt in Ordnung, auch wenn sie es um ihn Herum nicht immer ist. Es ist herausfordernd, die politische Lage im tyrrischen Herzogtum und manchmal ist es ermüdend, nach fünf Jahren noch immer viele offene Punkte, aber wenig Verbesserung zu sehen, dann, wenn man hinter die Kulissen schaut, nicht die geschönten öffentlichen Nachrichten. Den alten Freund der so unerwartet zum Herzog wurde weiter zu unterstützen, helfen den Frieden zu sichern, wieder aufzubauen was kaputt ging, das sind die großen, fernen Ziele in seinem Leben. Die Kleinen, beinhalten Cal jeden Tag zu sehen, manche Gewohnheit hinter sich zu lassen, genießen, dass dieses Leben doch noch so viel mehr als Arbeit zu bieten hat, dass ihm mehr als eine Sache viel bedeuten kann. Sie passen nicht zusammen, sagen vielleicht manche und es fühlt sich doch genau passend an.
15 Ingameposts | 20.04.2025, 10:39
Zivil Navarre
gespielt von Katja
23 Jahre
Reiter
Rian Eodhan weiß, dass es einige gibt, die ihm aus dem Weg gehen. Puscht hier und da durchaus auch sein Ego. Ist doch gut, wenn man respektiert wird. Jetzt vielleicht fraglich, wie man Respekt definiert, aber darüber macht er sich keine Gedanken. Mit seinem Ego hat er nämlich kein Problem, vermutlich auch ein Grund warum er durchaus Risikobereit ist. Hier und da ist vielleicht sein Temperament auch etwas problematisch. Impulsiv, wie er ist, kann es schon mal sein, dass er ein bisschen die Beherrschung verliert, wenn man ihm dumm kommt, kann schon mal blöd ausgehen. Wie blöd kommt noch darauf an, ob er einen prinzipiell mag und respektiert oder nicht. Sein Maß an Selbstbeherrschung ist sehr darauf abgestimmt. Gezeichnete haben es grundsätzlich schwer mit ihm, die verachtet er nämlich, steht ihnen misstrauisch gegenüber und – weil es das einfachste ist – lädt ihnen einfach Mal mit die Verantwortung auf, dass seine Schwester in Aretia bei der Niederschlagung der Rebellion auf Seiten des Königreichs ums Leben gekommen ist. Reiter zu werden hat er spätestens damals beschlossen - dem Regime zu dienen, mit zu verhindern das so etwas noch einmal vorkommt. Er steht hinter dem Königreich, macht aus seiner Treue auch kein Geheimnis, verachtet die ein wenig, die dem zu kritisch gegenüber stehen und lässt es die Jenigen auch merken. Sein Ehrgeiz und Motivation hat auch dazu geführt, dass er 1. Offizier seiner Staffel ist. Prinzipiell unterstützt er die Mitglieder dieser auch – nur Gezeichnete haben es auch hier nicht unbedingt leicht mit ihm, haben aber immerhin auch den Vorteil, dass er ihnen nicht wirklich etwas kann. An die Regeln und die Struktur des Militärs hält er sich nämlich.
Vor Herausforderungen schreckt er nicht zurück, er ist eher der, der gerne Herausfordert und seine Überlegenheit beweist, kann dabei aber nicht so wirklich gut damit umgehen, wenn er daran scheitert und verliert. Nimmt er persönlich und kann einen danach noch weniger ausstehen. Als wirklich bösartig würde ihn vermutlich trotzdem nicht jeder bezeichnen, weil er eben auch anders sein kann. Kommt eben sehr darauf an, wer ihm gegenüber steht. Freunde und Menschen, die ihm wichtig sind, bekommen durchaus auch ein gewisses Maß an Loyalität. Er mag zwar im allgemeinen sich selbst nicht ganz zu vergessen, macht aber für diejenigen Abstriche und kann ein guter Freund sein. Denen deckt er auch den Rücken, ist für sie da und Unterstützt sie.
10 Ingameposts | 17.06.2025, 20:18
Basgiath War College
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch. Hast getötet, tust es heut noch. Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
6 Ingameposts | 21.04.2025, 11:09
Militär Navarre
gespielt von Paula
23 Jahre
Reiterin
0 Ingameposts | 23.12.2025, 14:45
Basgiath War College
gespielt von Maj
41 Jahre
Reiterin
Fast in einem Atemzug mit dem König Navarres und seinem Commanding General dürfte Shahar Fendyr, geb. Cavall, genannt werden, wenn die Rebellen im Reich versuchen, ihre Feinde persönlich aufzuzählen. Vor nicht ganz fünf Jahren und im Anschluss an die niedergeschlagene Rebellion wurden ihr Mann und sie mit Tyrrendor belehnt, so dass sie in der zivilen Welt nun mit dem Ehrentitel Herzogin anzusprechen ist. Was nach Krönchen, gesellschaftlichen Events und schönen Kleidern klingt, ist tatsächlich aber ein rauer, grausamer Alltag. Zum fünften Mal jährt sich dieses Jahr die erfolgreiche Niederschlagung der Rebellion, aber die Trümmer, die man in Tyrrendor dabei hinterlassen hat, schwelen noch. Manche physisch wirklich, manche nur psychisch in der Seele der Einwohner. Die 100 Anführerfamilien habe man hingerichtet, heißt es in der offiziellen Berichterstattung, danach, wie viele der unteren Schichten auch nur enttarnt wurden, fragt niemand – der nicht vor Ort ist. Von einer niedergebrannten Hauptstadt weiß man, schweigt aber ebenso über zivile Opfer, wie über staatliche Institutionen und Unterlagen, die im Feuer zu Grunde gingen. Die Folgen eines Bürgerkriegs und womöglich immer wieder aufflammende Glutnester einer Rebellion zu beseitigen, ist zu Shahars Lebensinhalt geworden, die dergleichen nicht diplomatisch, sondern blutig vom Rücken eines Drachen erledigt.
Zum Militär zu gehen, für Land und Krone zu kämpfen und die Einwohner Navarres zu beschützen, hatte Shahar mal gewollt. Als Ehre hatte die jüngere Tochter der Adelsfamilie Cavall es gesehen und sich mit jeder Menge Ideale auf den Weg über den Viadukt in den Reiterquadranten gemacht, die geradezu ritterlich und edelmütig genannt werden konnten. Die letzten fünf Jahre haben davon jedoch fast alles zerstört und die Priorität von ‚es soll Menschen gut gehen‘ auf ‚sie sollen Ruhe halten‘ verlagert. Aufgrund ihrer Zuständigkeit für mehrere Staffeln des Südgeschwaders, die in Lewellen und Nymrith stationiert sind, scheint sie machtvolle Militärpositionen inne zu haben, doch die Hälfte aller Macht und aller Orden, die man Shahar seit Ende der Rebellion angeheftet hat, sind lediglich schöner Schein: Die Provinz Tyrrendor sollte möglichst nah an den König heranrücken und gezeigt werden, wie viel Vertrauen auch in die neue herzogliche Führung gesetzt wurde. Shahar ist ein Stückweit personifizierte Propaganda, die mit Verantwortung, Arbeit und Leid zwar konfrontiert wird, in deren Hintergrund aber noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Diese bestehen ebenso aus offiziellen Beratern und guten Stellvertretern, wie auch Mitglieder der königlichen Verschwörung, deren Lügen auch Shahar auf den Leim geht: Auch sie glaubt, dass es bei der Rebellion in Tyrrendor um einen reinen Aufstand gegen den König, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht ging. Darum, dass Tyrrendor den anderen Einwohnern Navarres die Unterstützung verweigern wollte, auf die man doch so dringend angewiesen ist; in Persona ebenso wie dadurch, dass Tyrrendor die Kornkammer des Reichs ist. Nichts weiß sie über die Veneni und alles, was damit noch zusammenhängt. Und selbst wenn sie es wüsste… Shahars Loyalität gegenüber der Königsfamilie ist in den letzten Jahren zwar gesunken, da sie sich mit den Problemen in Tyrrendor allein gelassen fühlt, doch sie würde nicht so weit gehen, dieser Königsfamilie und ihrem eigenen Land in den Rücken zu fallen. – Die Rebellion (oder ihre Reste, wie sie glaubt) sind definitiv auch Shahars persönliche Feinde. Dieser, nicht der Krone, lastet sie jeden Tod der letzten Jahre innerhalb von Tyrrendor an. Und jeden Moment, in dem ihre eigenen Kinder sie in den letzten Jahren zwar gesehen, mit ihr am gleichen Ort gelebt haben, gleichzeitig aber doch nichts von ihrer Mutter hatten.
25 Ingameposts | 09.02.2025, 16:16
Militär Navarre
gespielt von Josi
22 Jahre
Reiterin
Der Name Fallon ist im militärischen Kontext kein unbekannter, taucht er doch in der Historie immer mal wieder auf einflussreichen Posten auf. Es gab sogar einmal einen Commanding General, vor mehr als hundert Jahren. Ich lernte meinen Urgroßvater noch kennen und er betonte das immer sehr gern. Zusammen mit der Hoffnung, dass wir vielleicht auch den Nächsten CG stellen, doch diese Hoffnung starb mit meinem Vater und in gewisser Weise auch ein Stück von meinem Stolz. Ein Name ist letztendlich nur das. Ein Name. Keine Garantie auf Erfolg, kein Lohn, keine Vereinfachung im Leben, manchmal eher Fluch als Segen, wenn es ein bekannter ist... aber am Ende... nur ein Name. Ich könnte meine Verwandtschaft zu zwei weiteren großen Namen zur Sprache bringen, Ambour, ebenfalls eher militärisch geprägt, Canmor mit eher wirtschaftlichem Einfluss, aber ich ziehe es vor, über meine Verwandten zu sprechen, weil ich sie liebe, nicht weil sie einflussreiche Namen haben. Ich liebe sie und ich liebe es, zu beiden Seiten so große Familien zu haben, mich zu so vielen Menschen zugehörig zu fühlen. Ich habe vielleicht keine Geschwister, aber ich habe Cousins und Cousinen und beinahe unzählige Onkel und Tanten und ich habe meinen Vater verloren, aber ich musste mich nie allein fühlen.
Mein vollständiger Name? Lyla Fallon. Senior Jahrgang am Basgiath War College, Schwarmführerin im 1. Geschwader Klauenschwarm, Mitglied in der 2. Staffel in eben jenem, 22 Jahre alt, oder jung, wie man es nimmt, Siegelkraft Schwächenidentifikation. Ich wuchs auf Grund der Berufe meiner Eltern und den weitverzweigten schon erwähnten Familien an diversen Orten im Königreich Navarre auf und wollte schon immer Reiterin werden. Vielleicht werde ich eines Tages die nächste Commanding General, die den Namen Fallon trägt, ich halte es weder für unbedingt realistisch, noch gänzlich unmöglich, aber ich war schon immer überzeugt davon, dass man Träume haben darf, gar irgendwie muss, um im Leben irgendetwas zu erreichen. Wenn man immer nur im hier und jetzt bleibt, auf der Stelle tritt, wohin soll einen das schließlich bringen? Also träume ich, manchmal von großen Dingen, manchmal nur von Kleinigkeiten. Es hat mir im Leben nie an etwas gefehlt, man kann wohl sagen ich bin ziemlich privilegiert aufgewachsen, aber ich habe trotzdem gelernt, mich auch an kleinen Dingen zu erfreuen und im Grunde nichts als selbstverständlich zu erachten. Es hat nicht einmal bis zu dem Moment gedauert, an dem ich entscheiden musste, welche wenigen Sachen ich in meinen Rucksack packe um sie mit über das Viadukt zu nehmen. Was drin war? Spielt im Grunde keine Rolle. Sachen die mir heute nicht mehr passen. Nicht weil ich noch viel gewachsen bin, aber weil ich mich hier verändert habe, so wie es alle sagen. Ich war schon immer eher vernünftig, wenig übermütig, eher realistisch, wenig weltfremd, in den vergangenen zwei Jahren bin ich eher noch bodenständiger geworden, ruhiger, vielleicht überlegter, bin eher Taktikerin als Macherin, glänze vor allem in den theoretischen Fächern und ich trage bereitwillig Verantwortung. Auch die, die man mir als Schwarmführung erst in diesem Jahr anvertraut hat. Ich mag die Herausforderung, weil ich selbst herausfinden will, was ich noch schaffen kann, wie weit wachsen, ich komm mir noch nicht fertig vor und glaube daran, da muss noch mehr sein.
11 Ingameposts | 31.05.2025, 16:44
Basgiath War College
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