Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
gespielt von telfi
23 Jahre
Reiterin
Ich bin ein bisschen lernbehindert.
Vielleicht auch sonst nicht ganz richtig im Kopf.
Zumindest rede ich mir das ein, wenn all die Buchstaben zu einem klebrigen Brei werden und mein Herz beginnt zu rasen. «Miss Veyra, lesen Sie doch vor» - Schweissausbrüche: Und ich sehe aufs Blatt runter: «Inf..Infr…fanti» - «Infanteristen» - «Klappe, weiss ich doch!» Ich werde wütend, verschränke die Arme und lese stagnierend und blass weiter. Jeder weitere Buchstabe wird wütender. Ich bin keine Analphabetin. Ich kann einfach keine Buchstaben, keine Sätze. Ich hasse Bücher so sehr. Und Briefe. Briefe schreiben hasse ich noch mehr: kommt da ein p hin oder ein b? Gross oder Klein, Doppel-ss oder ein z? Die Lektion ist um und ich schubse den grinsenden Typen neben mir, bevor ich aus dem Saal stürme. «Die Dicke schafft das Gauntlet niemals», teile ich aus, weil es einfacher ist als einzustecken. Sie hört mich und duckt sich, während meine Kollegin mir mit einem lauten Lachen zustimmt und mein Herz noch immer rast wegen all der Buchstaben. Ich sehe zu einem anderen Freund. Vor einer Woche hat er seine Freundin betrogen – natürlich ist sie Schuld – sage ich mir. Ich bin loyal, gehe mit auch wenn meine Freunde im Unrecht sind. Das ist Freundschaft oder?
Freundschaft und Familie.
Nur Freundschaft.
Denn Familie ist nicht immer einfach, ist nicht immer fair. 'Winzling du denkst zu viel', meine Lehrer haben immer gesagt, dass ich zu wenig denke. Dabei rauscht mein Kopf manchmal richtig. Solange bis ich einen Kurzschluss habe. Ich setze mich auf die Wiese, packe Papier und Stift aus, anstatt mir Notizen zur Lektion vorher aufzuschreiben, kritzle ich den Lehrer in einer schlechten Karikatur in mein Heft und zeichne ihm ein paar zu grosse Nippel. Meine Freunde lachen, ich lache und während diese sich wieder dem Stoff zuwenden, der sie durch die Prüfung bringt, starre ich in den Himmel. Ich schlage das Buch auf, wenn mir später niemand zusieht. Will mir nicht die Blösse geben. Bin irgendwie falsch. Jeder weiss das, aber ich will das nicht.
8 Ingameposts | 25.05.2026, 20:14
Basgiath War College
gespielt von Jani
22 Jahre
Reiter
Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Bin zumindest nicht mehr einfach nur Kallias, wie ich es zu Schulzeiten war. Werd‘ nicht mehr für den Klassenclown gehalten, auch wenn ich mich immer wieder aufs Neue in Situationen manövriere, in denen man die Augen über mich verdreht, in denen sich die Mundwinkel nach oben heben. Situationen, die mich überfordern, weil ich mich nicht richtig auszudrücken weiß. Weil ich mit allem, was ich fühle, nicht immer zurechtkomme. Vielleicht versuch‘ ich zu sehr an etwas festzuhalten, was es nicht mehr gibt: an mir selbst. Erkenn‘ nicht nur in meinem Spiegelbild die Veränderungen der letzten Jahren, sondern auch in meinen Ängsten und Gedanken. In der Hoffnungslosigkeit, die mir an manchen Tagen anhaftet. Meistens ist das, was man bekommt, das, was man sieht und in meinem Fall ist das Erste, was einem auffällt, das Schwarz meiner Kleidung. Es macht mich offensichtlich zu einem Reiter, bedenkt man mein Alter und die Tatsache, dass mein Blick nicht selten ins Leere geht, weil ich im Inneren Diskussionen mit einem Drachen führe, den ich eigentlich nie hatte haben wollen. Gibt unzählige Kinder, die es anders gesehen haben; die darin Stärke, Kraft und Ruhm vermutet haben. Deren Traum es gewesen ist, meine Zukunft zu haben. Ich dagegen – ich hab‘ mir immer ein anderes Leben gewünscht. Inzwischen für uns beide, vermutlich. Aber ich kann auch das Rebellionsmal auf meiner Haut nicht ignorieren. Kann’s nicht einfach abwaschen, kann die Erinnerungen nicht einfach verlieren und überschreiben. Mit glücklicheren Momenten übermalen. Die Schlacht um Aretia hat mir den Boden unter den Füßen genommen, mich in Wasser gestoßen und mich nach Luft ringend zurückgelassen. Sie hat mich verändert und zu etwas gemacht, woran ich mich noch immer nicht gewöhnt habe. Würd‘ ich’s zugeben, wäre es vielleicht mein Tod. Eine Schwäche, die ich mir nicht mehr erlauben darf. Zweifel, die nur die wenigsten nachvollziehen können. Deswegen schreib‘ ich sie auf. In unzähligen Briefen, in Zeichnungen und Notizen. Damit ich mich an Tagen daran festhalten kann, an denen es sich anfühlt, als würde alles über mir zusammenbrechen.

Vielleicht wäre es leichter, wenn ich zumindest dem Gerede um mich herum entgehen könnte. Den Worten anderer ausweichen könnte, weil sie immer schon zu viel Macht über mich gehabt haben. Ihre Meinungen, ihr Geflüster. Die Angst, andere zu enttäuschen. Zuerst war’s nur ein Rauschen, wie Wind, der durch Blätter fährt. Dann kamen die Stimmen, übereinandergelegt, als hätte jemand dutzende Gespräche gleichzeitig aufgedreht. Schritte. Das Klirren von Metall. Das Knarren eines Stuhls. Es war alles dort, alles auf einmal in meinen Ohren, in meinen Gedanken, in meinem Kopf. Urteile und Einschätzungen, die ich nicht hören wollte und um die ich nicht gebeten habe. Seither ist Stille für mich fremd, auch wenn man denken sollte, dass andere in Anbetracht meiner Siegelkraft der Schallsuche verstummen würden. Stattdessen scheinen sie mir ihre Gedanken geradewegs ins Gesicht schreien zu wollen; Sohn von Verrätern genannt zu werden, ist dabei wohl noch eine der netteren Aussagen. Anfangs hat’s mich verletzt. Anfangs hab‘ ich mich gefragt, wieso man so über mich redet, ohne mich zu kennen. Dass ich niemanden verraten habe. Dass meine Eltern loyal waren. Inzwischen schaff‘ ich es immer besser, es auszublenden – die Geräusche, das Geflüster, die Zweifel. Vermutlich für mein eigenes Wohl, aber vielleicht auch für das der anderen Kadett:innen. Für die, die keinen Hehl aus ihrer Abneigung machen. Denn ich bin wütend. Ich bin nicht mehr wie damals, nicht mehr nur Kallias. Und auch wenn’s mir früher fremd gewesen ist, so versteh‘ ich’s jetzt. Wut und Hass und der Wunsch nach Rache. Vielleicht nicht für meine Familie, nicht für meine Heimat, aber für die Ungerechtigkeit und Grausamkeit, die dem allen zugrunde liegt.
11 Ingameposts | 23.12.2025, 20:34
Basgiath War College
gespielt von Lys
22 Jahre
Reiterin
Leya spielt die Melodie, die sie niemandem zu sagen wagt, während Let den Takt dazu schlägt – ein dumpfes Grollen auf dem Stein, das verspricht: Wer dieses Lied stört, wird das Ende des Tages nicht erleben.

Cataleya ist eine junge Frau, die wie eine perfekt geschmiedete Klinge wirkt: glänzend, scharf und unnahbar. Doch blickt man genauer hin, erkennt man, dass diese Klinge aus dem Metall eines zerbrochenen Zuhauses geschmiedet wurde. Nach außen hin gibt Cataleya die stoische Kriegerin. Ihr Training ist tadellos, ihre Disziplin eisern. Sie bewegt sich mit einer kontrollierten Grazie durch das Basgiath War College, die signalisiert: „Komm mir nicht zu nahe.“ Sie ist höflich, wenn es sein muss, aber ihre Sätze sind kurz und nach dem Motto: Nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Sie ist diejenige, die im Training nie jammert, aber auch diejenige, die nach einem Sieg niemandem die Hand schüttelt.
Tief im Inneren ist Cataleya immer noch das 16-jährige Mädchen, das zusehen musste, wie ihre Welt in Flammen aufging. Ihre Loyalität ist ihre größte Stärke und gleichzeitig ihre größte Wunde. Dass sie ihre Adoptivfamilie liebt, empfindet sie als Verrat an ihrem Blut, was zu einer ständigen inneren Unruhe führt. Ihr Schutzmechanismus ist die Isolation. Sie glaubt aufrichtig, dass Einsamkeit sie vor dem nächsten Schmerz bewahren wird, denn wer niemanden an sich heran lässt, der kann auch niemanden verlieren. Ob an den Galgen oder an den Krieg ist dabei fast egal.
Früher – vor der Rebellion – war sie sehr empatisch und eher zurückhaltend. Das ist sie heute zwar nicht mehr, aber was sie nach wie vor mitgenommen hat aus dieser Zeit ist, dass sie Menschen gut lesen kann. Sie weiß häufig, was ihr Gegenüber fühlt, auch wenn sie es ignoriert.
Wenig beruhigt Leya so sehr, wie Musik. Seit Kindesbeinen an spielt sie Flöte und konnte ihre eigene Flöte – eines der wenigen Besitztümer, die sie von vor der Rebellion behalten durfte – mit über den Viadukt tragen. Allein in ihrem Zimmer leise Flöte zu spielen, bringt ihr ein kleines Stück Sicherheit zurück.
Ihre Lieblingstageszeit ist die sogenannte blaue Stunde, die Zeit kurz vor dem Morgengrauen, wenn alles im Quadranten still ist und sie kurz das Gefühl hat, niemandem irgendwas beweisen zu müssen.
So sehr, wie sie komplexe Strategien mag und wenig mehr liebt als das Gefühl, wenn ein Plan aufgeht, so sehr hasst sie es, wenn sie jemand wegen ihrer Herkunft bemitleidet. Eine unnötige Erinnerung an ihren Schmerz ist das und sie versucht in einem solchen Fall so schnell wie möglich das Gespräch zu verlassen.
Gewinnen ist ihr, entgegen ihrer Ausstrahlung, wichtig und dass dies in ihrer Staffel bisher nicht von großem Erfolg gekrönt war, fuchst sie in Wahrheit auch wenn sie das nicht zeigt. Auch deswegen findet sie laute, prahlende Kadetten anstrengend. Sie sieht in ihnen meist nur zukünftige Namen auf der Liste.
So wie ihr Drache als nervöse Geste die schwere Keule am Ende ihres Schwanzes auf den Boden wippt, so spielt Leya in nervösen Momenten mit ihren Fingern. Ein leichtes Trommeln, manchmal ein Flötengriff. Selten merkt sie diese Geste selbst.
Generell sind Cataleya und Let ein gutes Team und je länger Leya mit ihrem Drachen zutun hat, desto eher versteht sie, warum sie sie gebunden hat. Beide sind eher taktischer Natur, beide lieben komplexe Planungen und logische Herangehensweisen und nicht selten sind sie sich im Kern der Sache einig und nur im Weg dorthin nicht. Richtig streiten – wie es andere Kadetten mit ihren Drachen tun – tun Leya und Let nur sehr selten. Sie haben Phasen, in denen sie gar nicht miteinander sprechen und Phasen, wo in Leyas Kopf kaum Platz für etwas anderes bleibt.
Let ist das einzige Wesen, vor dem Leya jemals Flöte gespielt hat. Zumindest seit sie 16 ist.

Einige Zitate von Cataleya:
„Hör auf zu tippen, Let. Dein Schwanz vibriert durch meine Stiefelsohlen. Und ja, ich bin auch genervt.“
„Wer zu viel fühlt, stirbt zu früh. Ich plane, sehr alt zu werden.“
„Nenn es nicht Freundschaft. Nenn es eine strategische Allianz mit begrenzter Laufzeit.“
„Ja, ich weiß, dass er mich ansieht. Nein, er ist kein Zielobjekt. Noch nicht.“


Einige Zitate von Let
„Dein Herz klopft wie das eines Kaninchens, kleine Reiterin. Willst du mir immer noch erzählen, dass du keine Angst vor der Prüfung hast?“
„Wenn du diesen Jungen noch länger anstarrst, werde ich ihn fressen, nur damit wir endlich weiterfliegen können.“

4 Ingameposts | 28.04.2026, 18:19
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Schriftgelehrte
heldenreise
[ˈhɛldn̩ˌʀaɪ̯zə] Substantiv
Erzählstruktur verschiedener literarischer Genres, bei welcher der Protagonist in ein Abenteuer zieht, sich gegen Gegner und Gefahren behauptet und innerlich verändert an den Ursprungsort zurückkehrt

i. Die bekannte Welt

Ein leeres Stück Pergament – es ist gleichzeitig aufregend und beängstigend. Noch ist nichts geschrieben und du kannst entscheiden, wo es hingeht. Aber was, wenn du dich für die falsche Richtung entscheidest?
Dann streichst du’s durch und fängst von vorne an.

Andere sagen ein Buch aufzuschlagen, einer leeren Seite zu begegnen ist wie zu einer ersten Verabredung zu gehen. Aufregend, weil du nicht weißt, was dich erwartet. Weil die Geschichte, die du liest oder schreibst, dich magisch in eine andere Welt ziehen kann – oder wie eine schlechte Verabredung enttäuscht. Du findest es ist ein bisschen wie in den Tag hineinzuleben. Jeder Tag ist eine neue Seite, die du füllen kannst. Jedes unbeschriebene Stück Pergament eine Möglichkeit etwas Neues zu erfinden.

Eine leere Seite liegt vor dir und du verspürst das erste Mal in deinen Kindheitstagen das Bedürfnis sie zu befüllen. Du siehst lange nur das Potenzial, spürst keine Sorge. Der Perfektionismus kommt erst später. Als junges Mädchen schreibst du einfach. Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebucheinträge. Du versuchst in Worten festzuhalten, was du fühlst, was du siehst, was du erlebst. Es dauert Jahre, bis du realisierst, dass du auch etwas anderes willst. Du willst Geschichten erzählen. Und weil du von Liebe umgeben aufgewachsen bist, wird Liebe dein Thema. Dir geht’s um eine Welt, in der man sich nicht einsam fühlen muss. Dir geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen. Dir geht’s um Träume, die sich in deinem kindlich romantisch verklärten Herzen festigen und dich bis heute nicht ganz loslassen. Du träumst nicht von Heldengeschichten, aber von Menschen, die über sich hinauswachsen. Während andere davon träumen auf Drachen den Himmel zu erklimmen, träumst du auf Seiten. Es wundert niemanden, dass du zu den Schriftgelehrten gehst. Es wird niemanden wundern, wenn du nach deinem Wehrdienst in eine andere Normalität zurückkehrst. In Geschichten bringt Krieg Menschen oft zusammen, aber in der Realität wirkt’s auf dich, als treibt er sie auseinander. Dein Herz bejaht. So oder so: du bist dir sicher, Krieg verändert Menschen, ebenso wie’s Geschichten tun.

Du magst Struktur, du magst Sicherheit. Deswegen wäre es einfach dem Weg deines Nachnamens zu folgen und die familiäre Pferdezucht zu übernehmen. Aber du magst es mehr die Freiheit zu haben, dich auch manchmal gar nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was dich umgibt. Du lernst, dass du nicht nur schreiben kannst, was du fühlst, sondern auch das, was du dir vorstellst. Du flüchtest für kurze Zeiten in fiktive Welten – und hoffst, vielleicht auch anderen einen Zufluchtsort geben zu können. Wenn man dich fragt, warum du schreibst, dann sagst du: gegen die Einsamkeit und für die Hoffnung. Für andere, aber auch für dich. Du bist gleichzeitig Ana Arcadi (dein Autorinnen-Pseudonym) und Siana Idraca. In deiner Welt sind sie ein- und dieselbe. In beiden siehst du keine Heldinnen. Du schreibst Charaktereigenschaften von dir in deine Bücher, Erinnerungen, aber nie wirklich dich. Du willst keine KriegsHeldin sein, nur die Hauptperson deines eigenen Lebens. (Manchmal weißt du noch nicht ganz, wie das aussehen soll.) Du willst Geschichten erzählen, aber nicht alle von ihnen auch wirklich erleben.

Ein leeres Stück Pergament – du bindest es an die bereits vollgeschriebenen Seiten und setzt die Feder an.

18 Ingameposts | 28.06.2026, 10:46
Basgiath War College
gespielt von Rieke
48 Jahre
Reiter
Glücklicherweise verändern sich Menschen in ihrem Leben und entwickeln sich weiter; sind nicht mehr so, wie zu ihrer Jugend oder gar Kindertagen. Die meisten jedenfalls. Heute ist Drystan besonnener, ausgeglichener. Als mittleres Kind von 7 schuf er sich schnell den Ruf, dass er um Aufmerksamkeit kämpfte. Selbst dann, wenn er daran nicht zu kurz kam. Er wollte auffallen, egal wie. Sicher, nicht immer war das positiv. Er konnte gemein zu seinen Geschwistern sein, sie ärgern, aber es ging nie über Geschwisterstreitigkeiten hinaus. Es wurde nie zu viel, weil notfalls doch mal die Eltern oder die älteren Geschwister einschritten. Es war okay. Es gab dennoch nie die Bedenken, er könne seine Familie nicht ebenso sehr schätzen, wie es alle anderen taten. Denn bei den Canmors steht Familie seit jeher an erster Stelle. Eine Philosophie, die auch Drys verinnerlichte.
Mit der Pubertät und den Anstrengungen, als erster des Familienzweigs dem Reiterquadranten beizutreten, kamen auch die Veränderungen. Man wurde erwachsener, vernünftiger, verantwortungsbewusster. Noch immer schienen die Momente durch, in denen man über die Stränge schlug, einen Kommentar zu viel brachte oder sich einen Spaß mit den anderen erlaubte, den nicht jeder so lustig fand. So ist er auch heute noch. Aber er ist in seine Rolle und seine Verantwortungen hineingewachsen. Er braucht die Aufmerksamkeit nicht mehr, wenn er sie sich nicht erarbeitet hat. Vermutlich ist es heute angenehmer mit ihm als damals. Wobei es wohl ganz darauf ankommt, wen man fragt.

Seit nunmehr 25 Jahren ist er an einen Drachen gebunden, Reiter, hat sein Ziel erreicht und versucht doch immer wieder, seine eigenen Grenzen zu überschreiten, besser zu werden. Nicht nur in seinen Fähigkeiten, in seinen Eigenschaften. Er weiß, dass er es nicht beeinflussen kann, ob jemand ihn als Vorbild ansieht, aber wenn ja, dann möchte er ein gutes sein. Immerhin ist er Vater, Onkel, Bruder, Kamerad, Staffelführer. Er macht das Beste aus dieser Verantwortung, überdenkt seine Entscheidungen viel mehr, als es damals je der Fall gewesen wäre. Aber er hat klare Prioritäten. Seine Familie steht an erster Stelle. Dann seine Kameraden. Dann das Königreich. Sagt er nur nicht so. Und er sorgt sich. Beinahe täglich. Weil er die Geschehnisse in Aretia erlebt hat. Weil er Kinder hat, die in dieser Welt aufwachsen und ihren Weg finden sollen. Weil ihm die Neulinge zugeteilt wurden, für die er sich mehr als nur verantwortlich fühlt.

Manchmal kommt er noch durch: Der übermütige Drys, der seine Ausbildung begonnen hat – und schon damals jede Woche einen Brief an eines seiner Geschwister geschrieben hat, damit niemand zu kurz kam nach dem ersten Jahr – und keinen Scham empfindet für einige Entscheidungen. Es ist kein Geheimnis, dass seine Ehe seit Jahren mehr als kompliziert ist. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass er seiner Frau dennoch absolut treu ist. Weil er sie liebt. Noch genau so wie damals. Manche Menschen können nur einfach nicht beieinander sein, ohne sich zu schaden. Weiß er. Aber niemals würde er sie deshalb aus seiner Familie streichen. Sie und seine Kinder sind seine Familie. Und er könnte nicht stolzer auf die leichtsinnige Entscheidung von damals sein.
Drystan hat viele schlimme Dinge erlebt. Er hat Verluste betrauert. Er denkt heute noch oft an jene, die er verloren hat. Aber er bereut den Weg, den er gegangen ist nicht.
15 Ingameposts | 17.06.2025, 18:35
Militär Navarre
gespielt von Maj
41 Jahre
Reiterin
Fast in einem Atemzug mit dem König Navarres und seinem Commanding General dürfte Shahar Fendyr, geb. Cavall, genannt werden, wenn die Rebellen im Reich versuchen, ihre Feinde persönlich aufzuzählen. Vor nicht ganz fünf Jahren und im Anschluss an die niedergeschlagene Rebellion wurden ihr Mann und sie mit Tyrrendor belehnt, so dass sie in der zivilen Welt nun mit dem Ehrentitel Herzogin anzusprechen ist. Was nach Krönchen, gesellschaftlichen Events und schönen Kleidern klingt, ist tatsächlich aber ein rauer, grausamer Alltag. Zum fünften Mal jährt sich dieses Jahr die erfolgreiche Niederschlagung der Rebellion, aber die Trümmer, die man in Tyrrendor dabei hinterlassen hat, schwelen noch. Manche physisch wirklich, manche nur psychisch in der Seele der Einwohner. Die 100 Anführerfamilien habe man hingerichtet, heißt es in der offiziellen Berichterstattung, danach, wie viele der unteren Schichten auch nur enttarnt wurden, fragt niemand – der nicht vor Ort ist. Von einer niedergebrannten Hauptstadt weiß man, schweigt aber ebenso über zivile Opfer, wie über staatliche Institutionen und Unterlagen, die im Feuer zu Grunde gingen. Die Folgen eines Bürgerkriegs und womöglich immer wieder aufflammende Glutnester einer Rebellion zu beseitigen, ist zu Shahars Lebensinhalt geworden, die dergleichen nicht diplomatisch, sondern blutig vom Rücken eines Drachen erledigt.
Zum Militär zu gehen, für Land und Krone zu kämpfen und die Einwohner Navarres zu beschützen, hatte Shahar mal gewollt. Als Ehre hatte die jüngere Tochter der Adelsfamilie Cavall es gesehen und sich mit jeder Menge Ideale auf den Weg über den Viadukt in den Reiterquadranten gemacht, die geradezu ritterlich und edelmütig genannt werden konnten. Die letzten fünf Jahre haben davon jedoch fast alles zerstört und die Priorität von ‚es soll Menschen gut gehen‘ auf ‚sie sollen Ruhe halten‘ verlagert. Aufgrund ihrer Zuständigkeit für mehrere Staffeln des Südgeschwaders, die in Lewellen und Nymrith stationiert sind, scheint sie machtvolle Militärpositionen inne zu haben, doch die Hälfte aller Macht und aller Orden, die man Shahar seit Ende der Rebellion angeheftet hat, sind lediglich schöner Schein: Die Provinz Tyrrendor sollte möglichst nah an den König heranrücken und gezeigt werden, wie viel Vertrauen auch in die neue herzogliche Führung gesetzt wurde. Shahar ist ein Stückweit personifizierte Propaganda, die mit Verantwortung, Arbeit und Leid zwar konfrontiert wird, in deren Hintergrund aber noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Diese bestehen ebenso aus offiziellen Beratern und guten Stellvertretern, wie auch Mitglieder der königlichen Verschwörung, deren Lügen auch Shahar auf den Leim geht: Auch sie glaubt, dass es bei der Rebellion in Tyrrendor um einen reinen Aufstand gegen den König, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht ging. Darum, dass Tyrrendor den anderen Einwohnern Navarres die Unterstützung verweigern wollte, auf die man doch so dringend angewiesen ist; in Persona ebenso wie dadurch, dass Tyrrendor die Kornkammer des Reichs ist. Nichts weiß sie über die Veneni und alles, was damit noch zusammenhängt.
Und selbst wenn sie es wüsste… Shahars Loyalität gegenüber der Königsfamilie ist in den letzten Jahren zwar gesunken, da sie sich mit den Problemen in Tyrrendor allein gelassen fühlt, doch sie würde nicht so weit gehen, dieser Königsfamilie und ihrem eigenen Land in den Rücken zu fallen. – Die Rebellion (oder ihre Reste, wie sie glaubt) sind definitiv auch Shahars persönliche Feinde. Dieser, nicht der Krone, lastet sie jeden Tod der letzten Jahre innerhalb von Tyrrendor an. Und jeden Moment, in dem ihre eigenen Kinder sie in den letzten Jahren zwar gesehen, mit ihr am gleichen Ort gelebt haben, gleichzeitig aber doch nichts von ihrer Mutter hatten.
31 Ingameposts | 09.02.2025, 17:16
Militär Navarre
gespielt von telfi
50 Jahre
Reiterin
Ist das etwa Weisheit, die in den hellblauen Augen aufblitzt? - wahrscheinlich nicht. Es ist eher der Schalk, der nur allzu oft in ihrem Blick mitwirkt und darauf hindeutet, das nicht alles, was sie sagt bitterernst gemeint ist. Eowyns Stimme bleibt ohne Zweifel in Erinnerung. Nicht prägnant und vordergründig, wie die Worte eines Vorgesetzten, die mit Angst und Gehorsam verbunden ist. Eowyn ist keine begnadete Sängerin oder trägt Gedicht vor, aber ihr Wortlaut ist butterweich, begleitet von Wärme, wenn gebraucht und scharf, wenn sie Anweisungen gibt. Ein Singsang, der an manchen Tagen wie das begleitete Rauschen einer ruhigen See klingt. An anderen Tosend, wie die Wellen, die am Gestein brechen. Eine ihrer Freundinnen hat einmal gesagt, dass ihre Stimme nach Heimat klingt, egal wo auch immer dieses Zuhause gerade ist. Vielleicht sind es aber nicht nur ihre Worte die wirken, sondern auch ihr Auftreten. Eowyn kann Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Sie hat aber auch die Aura von jemandem, der sofort in einen anderen Zustand umschwenken kann.
Gib ihr den Anlass wütend zu sein und du bereust deine Bemühungen darum.
In gewissen Charakterzügen entdeckt man die Verwandtschaft zu ihrem Bruder – wenn nicht die strahlend blauen Augen schon genug Indiz sind. Eowyn ist ehrlich. Eowyn hat kein Problem damit non-ladylike den Mund aufzumachen. Und Eowyn ist bereit viele ihrer Grenzen hinter sich zu lassen, um Problemen und schwierigen Aufgaben zu begegnen. Sie kann ohne Mühe drei Dinge an positiven Eigenschaften für die meisten Leute aufzählen, die sie kennt und ihr was bedeuten. Ihr im Grunde genommen sehr gutes Herz ist weich und zerfliesst an manchen Tagen, wenn sie sich zu einer Babykatze oder einem Ferkel runterneigt. Die Frau hat sich schon immer den Leuten angenommen, die Hilfe brauchen. Sie hat Streuner in das kleine Haus ihrer Familie gebracht, eine viel zu emotionale Bindung zu einem Huhn mit Neun aufgebracht und noch wochenlang ihre Mutter an der Nase herumgeführt, als sie keine Eier mehr gelegt hat. In all den Schwärmen, in denen sie bereits gedient hat, hat sie immer die Aufgabe übernommen Neuen einen sicheren Hafen zu bieten. Das Militär hat sie an manchen Tagen zwar hart werden lassen, vergessen lassen, dass in ihr als Mensch auch noch Mitgefühl stecken müsste. Diese doch so prägende Eigenschaft konnte man aber nie gänzlich ausmerzen. Eowyn kann mittlerweile besser als in jungen Jahren noch schwierige Entscheidungen fällen, gänzlich an ihr vorbei gehen sie dennoch nicht ganz. Resilienz geht nicht einher mit dem Verleugnen der Dinge, die man tut und gewillt ist zu tun. Man lässt die Gefühle zu, die sie einen durchleben lassen – das ist ihr Weg.
42 Ingameposts | 30.03.2025, 15:40
Militär Navarre
gespielt von Jella
22 Jahre
Heilkundiger

Hypothese #12Blonde haben mehr Spaß.

Status: Ergebnis bisher uneindeutig, Versuch wird fortgeführt

Selbstversuch von 630 – 633.1

Du bist eine solide Mischung aus Honigkuchenpferd, Waschbär und Duracell-Hase. Sagst du selbst mit deinem Kopf leicht schief gelegt, einem Grübchen in den Wangen, einem Grinsen auf den Lippen und einem verboten gutaussehendem Funkeln in deinen Augen. Zweifelsohne gehörst du zur privilegierten Sorte Mensch; hast zwei drei liebende Eltern, zwei süße Geschwister, eine wundervolle Tante als Vorbild und die Möglichkeit deinen Weg selbst auszusuchen und zu bestreiten. Trägst vielleicht nicht den Familiennamen der Herzogsfamilie Deaconshire so wie's deine Mutter einst getan hat, aber du spürst die Verbindung trotzdem, nur anders. Hast keine Nachteile aus dem Adel; kannst den Fußstapfen deiner Mutter folgen, weil sie einen Weg bereitet hat – und gehst doch auch einen anderen. Fühlst Sicherheit in zwischenmenschlichen Gefügen, weil du sie als Junge immer hattest – und doch auch diesen Drang nach mehr. (Du bist in der Nähe des Militärs auch immer mit dem sicheren Wissen aufgewachsen, dass das Leben verdammt kurz sein kann.) Du versuchst die Schwere der Welt leicht zu tragen. (Vielleicht weil du nicht so viel an deiner eigenen Haut erleben musstest.) Du siehst das Gute, du hebst selbst im Winter den Kopf gen Sonne. Du lachst, grinst, tanzt, flirtest. Du siehst das Leben als Versuch an. Und was braucht jeder gute Versuch?

Korrekt: Experimente.

Hörst eine Behauptung und hast in vielen Fällen automatisch den Drang sie zu überprüfen. (Hörst in vielen Aussagen eine Herausforderung, selbst wenn da keine ist.) Du denkst in Kategorien, aber lässt dich selbst ungern nur von einer definieren. Blondinen haben mehr Spaß? Du färbst dir ohne groß darüber nachzudenken die Haare blond und nimmst dir vor es zu überprüfen. (Doof nur, dass du auch vorher schon Spaß hattest und die anderen Lebensumstände keine guten Vergleichswerte liefert; falscher Versuchsansatz, naja.) Eine These ist schließlich nur so gut wie ihre Belege. Du sammelst Belege und Erfahrungen. Du nimmst das Leben und vor allem dich selbst nicht zu ernst. Riod fast wie der Krawall oder eher ein Feuerwerk der schlechten Ideen; aber vor allem: (gute) Stimmung. Das Leben ist zu kurz für Miesepetrigkeit. Ist Blond dementsprechend nicht auch einfach nur ein Lebensgefühl? (Du versuchst es zu ergründen, indem du es rauswachsen lässt.) Die wenigsten hinterfragen dein sonniges Gemüt und die Energie, du tust’s die meiste Zeit auch nicht. Du magst es, der zu sein, an den man sich wendet, wenn man eine gute Zeit haben will. Würdest du dir wünschen, dass es manchmal mehr werden würde? Sicherlich, ist ja generell dein Ansatz. Dennoch forcierst du’s nicht. Jede:r hat seine Grenzen.2 Dass du zu den Heilkundigen gegangen bist, als mit deinem ganzen Kampftraining, bei den Reitern oder der Infanterie anzustehen, hat einen simplen Grund und der ist weder Höhenangst (auch wenn das ein weitverbreitetes Gerücht ist, welches du nicht korrigierst) noch reine Nächstenliebe (auch wenn du grundsätzlich schon alle Menschen magst und allen Gutes wünschst, außer Arschlöcher halt). Du hast ein kleines Helfersyndrom und die tragische perfekte Motivation in deiner Vergangenheit. Deiner kranken Schwester geht’s heute zwar besser, aber die Sorge ist geblieben und der Wunsch zu verstehen. (Man könnte meinen deine Experimente haben auch damit zu tun.) Du witzelst, dass du vielleicht eine Naturgewalt bist, aber eben doch kein Typ für die reine Gewalt. Und das hellblau passt auch eh besser zu deinen Augen. Hast viel von deiner Tante gelernt und bist nicht so dämlich wie dich dein ein oder anderes Experiment vielleicht wirken lässt. Du bist eben nur gewillt auch mal dumm auszusehen, weil was schiefläuft. Alles ist eine Erfahrung.

1  Kontrollgruppe: eigene Erinnerung an sich selbst als Brünetter + neuer Kontrollzeitraum seit 633 als Brünetter.

2 Deine ist, dass du dich nicht aufdrängen willst. Liebe entsteht oder sie entsteht nicht. (Hat dir trotzdem schon das ein oder andere Mal dein kleines Herzchen angebrochen.)


0 Ingameposts | 01.08.2026, 17:30
Basgiath War College
gespielt von Berrie
20 Jahre
Reiterin
Dein Pendel schlägt aus; nach links und nach rechts. Dein Pendel schlägt an; an Wände, Decken und Böden. Bist Gefangene deiner Emotionen. Irgendwann waren es Träume, vielleicht die Form von Ideal, die dir heute schmerzlich fehlt, die dich und die Entscheidungen, die du getroffen hast, geleitet haben. Heute ist es Wut. Wut, so unfassbar viel Wut, die in dir brodelt, die ihren Siedepunkt noch längst nicht erreicht hat und doch schon alles um sich zu zerreißen droht. In deinen Augen lodert’s, weil sie der Spiegel (d)einer Seele sind und wer nur einen müden Blick auf dich zu werfen wagt, wird schwerlich merken, dass hinter der gut gepflegten Feindseligkeit das Mädchen steckt, das du einst gewesen bist – oder hättest werden können, hätte das Schicksal dir nicht übel mitgespielt. Glaube ist dir in jeder Facette seiner Möglichkeit abhanden gekommen, verlor sich irgendwo zwischen den unterdrückten Schreien deiner Eltern, dem Geruch von Schwefel und verbranntem Fleisch und der Erkenntnis, dass du trotz aller Parolen und Allüren doch keine Ahnung von dieser Welt hast. Nicht davon, was es bedeutet, Teil von ihr – oder etwas Größerem – zu sein. Nicht davon, was es bedeutet, Opfer zu bringen. Du weißt nicht, was sie für dich bereithält, bist geprägt vom vorwiegend negativen Eindruck und der ständigen Erwartung des nahenden Todes. Die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, auf von dir für dich gewählte Pflichten und Möglichkeiten, hast du mit den Kleidern abgestriffen, in die man dich gehüllt hat, bevor du Zeugin deines eigenen Scheiterhaufens wurdest. Hast sie abgelegt, als die Kutsche die Stadtgrenze Lewellens passiert hat. Mehr als tausend Striche hast du in das Holz geritzt und die Tage gezählt. Freiheit wirst du irgendwann finden, dessen bist du dir sicher. Vielleicht auf dem Rücken eines Drachen, vielleicht auf dem Grund des Brennofens, der deine Überreste Malek übergeben wird. Jetzt jedoch ist jeder Gedanke an das, was du hattest – oder hättest haben können – nur eins: grausam. Setzt sich trotz aller Bemühungen, dich davor zu verschließen und jede Trauer in noch mehr Wut umzumünzen, in jede noch so kleine Ritze deines Bewusstseins. Die Gefühle, sie prasseln auf dich ein, hast die Kontrolle längst verloren; vielleicht nie gehabt. Ertrinkst in ihnen, bist deine eigene Geisel, gegeißelt durch ein Leben, das du dir nicht gesucht hast. Durch Entscheidungen, die du nicht getroffen hast. Und immer, wenn du daran denkst, dann schlägt dein Pendel in dir an und du die Faust in die nächste Wand.
22 Ingameposts | 23.03.2025, 16:25
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Den Kopf eigentlich schon immer in Büchern oder in den Wolken, flüchtete sich Ivelle Nyra Kinnaird stets gern in fremde Welten, wo die eigene doch teils so düster erschien. Ein gewisser Hang zu Eskapismus ist ihr geblieben, eine Liebe für Bücher ebenfalls, aber ein Teil ihrer Träume hat sich schon vor geraumer Zeit in ihre Realität verlagert. Sie mag ein oder zehn Märchen zu viel gelesen haben, die sie lange ein „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ als erreichbares Ziel ansehen ließen. Diese Romantisierung musste sich aufgrund ein bisschen Enttäuschung verflüchtigen, schließlich kann sie die Überzeugung, dass es nicht das Ende sein kann, wenn’s nicht glücklich ist, anhand unterschiedlicher Erlebnisse ihrer letzten Lebensjahre problemlos widerlegen. An den Glauben, dass Liebe eine magische Kraft inneruht, indes klammert sie sich mit einem dieser eisernen Griffe, welche die Fingerknöchel blasser hervortreten lassen. Schließlich ist es eben diese Liebe, die sie von ihrem lange Jahre gereiften Plan ihren Dienst als Schriftgelehrte zu verbringen, zur Entscheidung bewogen hat, sowie ihre Jugendliebe Reiterin werden zu wollen. Ein Jahr Vorbereitung schien kaum genug, um die eher belesene als sportliche junge Frau über das Viadukt und durch die darauffolgenden Gauntletprüfung zu bringen, aber sie überraschte wohl viele damit, dass sie selbst die Präsentation überlebte und sich schließlich beim Dreschen sogar ein Drache für sie entschied. Aus einem metaphorischen ‚Mit dem Kopf in den Wolken‘ ist also auch eine Tatsächlichkeit geworden. Ihre körperlichen Schwächen haben sich über das erste Jahr verringert, ihre Stärken liegen aber nach wie vor in der Theorie. Belesen ist sie also weiterhin, dass gleich beide Gründe, dass sie Reiterin werden wollte, ebenfalls durch das College wandeln, hat sie jedoch nicht gänzlich bis zum Ende durchdacht.

Den Traum einer lebenslangen Beziehung mit ihrer Jugendliebe, ließ sie die von ihren Eltern – eigentlich Adoptiveltern, aber sie hat sie schon vor langer Zeit als ihre Familie angenommen – angestrebte Verlobung als unmöglich ansehen und durch die Bindung mit einem Drachen auf genügend Eigenständigkeit hoffen, ihr zu entgehen. Dass ihre Jugendliebe die Distanz wahrt, obwohl sie manchmal nur ein paar Schritte trennen – schließlich ist er auch Reiter geworden – lässt sie manchmal an ihrer Rolle der hoffnungslosen Romantikerin zweifeln. Cillian Beolan als potenziellen Ehemann zu sehen, kommt irgendwie trotzdem nicht so recht in Frage. Vielleicht folgerten gerade diese Unsicherheiten ihre Siegelkraft, die ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt. Nicht nur, dass Vorausseher selten sind, ihre prophetischen Träume sind auch noch höchst schwierig einzuordnen. Meist sieht Ivelle nur die kleinsten Details einer Szenerie und kann häufig, wenn überhaupt, erst in Momenten, wo sie ihnen tatsächlich begegnet, einordnen, was sie bedeuten. Dabei hilft manchmal jemandem aus ihrer Staffel vielleicht erst mit dem rechten Fuß loszulaufen oder den Schuh neu zu binden oder ein gewisses Essen nicht zu wählen. Es sind Kleinigkeiten, die großen Visionen blieben bisher aus, aber hilfreich kann die ein oder andere sicherlich sein. Für jemanden, der derart viel tagträumt, vielleicht auch eine Form von Ironie des Schicksals, in ihren Träumen nun tatsächlich möglichen Realitäten zu begegnen und noch mehr, dass sich diese Prophezeiungen zuletzt nicht mehr nur auf ihre Träume beschränken.

Ivelle erscheint manch einem sicherlich immer noch etwas zu zart und sanft, aber die letzten Monate und das letzte Jahr haben sie durchaus etwas härter werden lassen. Sie ist mehr so naiv zu glauben, dass alle ihr etwas Gutes wollen, erliegt wohl aber dem IrrGlauben, dass das Gute am Ende stärker sein muss. Hilfsbereitschaft bedeutet ihr viel, Streit eher weniger, aber in Momenten, in denen sie früher geschwiegen hätte, ergreift sie nun auch einmal bestimmt Partei. Nicht nur für andere, sondern auch sich selbst. Mit ein bisschen mehr Schatten innerhalb der Welt und auch in ihrem Charakter hat sie sich arrangiert. List, um des überlisten willen, ist ihr aber immer noch genauso zuwider, wie andere auszunutzen, so hilfreich es sicherlich in ihrem neuen Leben auch manchmal wäre. Ihr Herz indes hat sich etwas mehr verschlossen und Vorsicht ist mit dem ein oder anderen Verrat einhergegangen, aber dem zum Trotz würde sie immer noch lieber weitere Freundschaften schließen, als sich Feinde zu machen. Ivelle wird gerne gemocht und lernt gerade erst, damit umzugehen, wenn Menschen es nicht tun.
49 Ingameposts | 29.01.2025, 18:07
Basgiath War College
gespielt von Jella
33 Jahre
Reiter
Eis, so spät es auch in Form seiner Kraft in seiner Tatsächlichkeit Teil seines Lebens geworden ist, war in seinen vorrangigen Eigenschaften schon früh Teil von Kian Seaghas Leben. Kälte, Härte und Unnachgiebigkeit waren und sind grundlegende Eigenschaften, die ihm familiär und auch mitsamt seiner Erziehung in die Wiege gelegt wurden. Dass ihn diese vollends verinnerlichten Grundanker heute kaum zum massentauglichen Helden machen, sondern wohl eher in seiner Charakteristik als Bösewicht einzuordnen wäre, lässt ihn gewohnt kalt – sicherlich auch, weil er seinen Drang nach Heldentum in der gräulichen Schattierung seiner beruflichen Aufgaben verloren hat. Das Richtige zu tun ist für ihn nicht länger gleichbedeutend damit auch etwas Gutes zu tun, schließlich sind moralische Grenzen nicht nur dehnbar, sondern auch im Sinne eines großen Ganzen zu missachten. Glücklicherweise ist es dabei nicht Kians eigene Aufgabe vorzugeben, was diese Sinnhaftigkeit ist, schließlich wurde die Sinnfrage schon mit seinen ersten Atemzügen für ihn beantwortet. Der Ausdauernde, was sein Name übersetzt bedeutet, ist in erster Linie dem Militär verpflichtet und somit dem, was dieses zum Wohle seines Landes von ihm fordert. Wohl möglich, dass ein System keine Familie ersetzen kann und doch sind es Außenposten und militärische Strukturen, die ihm so familiär geworden sind, dass ein Hinterfragen dieser schon einer existenziellen Sinnfrage nahekäme. In allererster Linie und dem Kern seines Wesens ist Kian Soldat, scheut nicht davor zurück sich die Hände schmutzig zu machen und hat schon vor geraumer Zeit gelernt sein Gewissen auszuschalten. Was andere als monströs betiteln, ist in seinen Augen notwendig – der Glaube, dass der Stärkere gewinnt, unabhängig davon in welcher Disziplin, in seinem Leben integral. Der ihm dadurch eigene Ehrgeiz sorgt dafür, dass Freundschaften in seinem Alltag eher rar sind und sich zumeist im beruflichen Kontext bewegen, dabei ist seine Loyalität denen gegenüber, die in seiner Staffel sind oder darüber hinaus Bedeutung in seinem Leben gewonnen haben, immens. Dahingehend war ihm sein Schicksal zumindest gnädig, hat eben diese Loyalität ihm im Rahmen seines Berufs glücklicherweise bisher keinen inneren Konflikt beschert. Eben jene, die Gefühlsebene, ist Kian trotz seiner durchaus gewachsenen Lebenserfahrung dennoch häufig noch ein Rätsel, weil seine eigenen Verhaltensmuster eher auf Instinkten und Gedanken basieren, eine gewisse Akzeptanz und Verständnis aber gerade aufgrund seiner zweiten Siegelkraft gewachsen. Die mildere Form des Gedankenlesens manifestierte sich aufgrund der Tatsache, dass der Drache seines Großvaters sich beim Dreschen für ihn entschied und damit nicht nur die Gesetze des Empyreans missachtete, sondern ihn mit einer zusätzlichen Macht bedachte. Eben jene hätte eigentlich sein Todesurteil sein sollen und macht ihn umso mehr dem Militär verbunden, welches ihn nutzt anstatt ihn zu töten, wenngleich die Wirkung seiner Kraft auch stark von den Denkmustern und der Offenheit seines Gegenübers abhängt sowie er sich über ihre Funktionsweisen auch deswegen nur mit wenigen austauschen kann, weil seine zweite Siegelkraft hochklassifiziert ist, also geheim gehalten wird.

Die mangelnde Wärme seines Wesens und seiner Kindheit vermag sein Drache Kani nur dahingehend auszugleichen, dass sie Feuer spukt, ein wohl dahingehend interessanter Widerspruch, dass man Kian in den allerseltensten Fällen ansehen wird, dass er für etwas wahrlich und vollends brennt und auch seine erste Siegelkraft, die Eismanipulation das kühle Blau seiner Augen unterstreicht. Die wahre Wärme findet sich in erster Linie in seiner vor geraumer Zeit geschlossenen Ehe, so aber weitestgehend hinter verschlossenen Türen. Seine Ehefrau, eine Schriftgelehrte, ist sicherlich die Person, die sich am besten in den Weiten seiner Innenwelt auskennt und somit auch seine sanfteren sowie hitzigen Seiten kennt. Eine gewisse Furcht, dass man sie irgendwann gegen ihn verwenden könnte, lässt ihn manche Grenze deutlicher ziehen. Als begnadeter Gegner im Faustkampf glaubt er sie aber im Notfall verteidigen zu können. Seine Fähigkeiten in diesem Stil sieht er als Erbe seines Onkels, seine Entschlossenheit als das Erbe seiner Mutter. Zu letzteren ist das Verhältnis dabei kaum enger als zu seiner Geschwaderführerin, auch wenn sie beide als Koryphäen des navarrianischen Militärs gelten. Ein Ziel, welches auch Kian anstrebt, dabei sind ihm die militärischen Würden im Grunde weniger wichtig als das Ansehen, welches mit ihnen einhergeht. Anhand diesem mögen manche Geschichtsbücher im Sinne der Verschwörung vielleicht doch zum Helden erhöhen, welche Geschichte das Land für ihn abschließend schreibt, muss jedoch wohl noch entschieden werden.
25 Ingameposts | 09.02.2025, 15:33
Militär Navarre
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.


Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
23 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Eine von vielen. War ich schon immer und wollt‘ auch nie was anderes sein. Eine von vielen Frauen, die den Namen Plorvis mit Stolz tragen. Mein Nachname hat mir das Reiterschwarz in die Wiege gelegt, aber ich hätte genauso gut Schmiedin werden können. Oder alles andere. Ich war es, die den bereits bereiteten Pfaden folgen wollte. Das war kein Zwang, nur Tradition, nur Familienehre und ein bisschen Träumerei. Ich wollte schon als junges Mädchen fliegen. Ich habe die majestätischen Wesen gesehen und konnt‘ mir nichts anderes vorstellen, als ihnen begegnen zu wollen. Wollte wissen, ob ich ihrer Magie würdig bin. Wynne Kara Plorvis war für mich schon immer mehr als nur ein Name. Ich glaub‘ zwar nicht an Götter, aber ich fühl mich von meiner Familie gesegnet. Ich habe vielleicht keine Stürme als meine Siegelkraft manifestiert, aber fühl mich wild, wenn ich auf dem Rücken meines Drachens die Lüfte erklimme. Muss grinsen, weil es sich nach Freiheit anfühlt, selbst wenn mein Drache mich für lange Zeit ans Militär bindet. Ich bin eine Plorvis, nicht nur im Namen, sondern auch im Gefühl, mit dem ich das Erbe meiner Vorfahren trage. Wir sind alle entschlossen, sie und ich. Und wir reichen uns auch die Hände oder die Waffen.

Eine von vielen war ich auch, als ich übers Viadukt getreten bin. Eine von weniger bin ich als Junior. Nicht alle von uns haben überlebt. Nicht alle von uns werden das nächste Jahr überleben. Aber ich rede mir ein, die um mich herum, die müssen. Ich bin zu viel Teamplayer, um nicht auch eine gewisse Verantwortung zu spüren, dafür zu sorgen. Kann die Kontrolle schlecht abgeben, aber muss es jetzt auch weniger, mit den Abzeichen auf meinem Arm. Staffelführung mit gerade einmal 21 Jahren. Das stand damals auf der Liste von meinen Zielen. Ich hab‘s erreicht und trage die Verantwortung doch nicht leichtfertig. Leben sind von meiner Leistung abhängig. Aber ich kann auch Entscheidungen treffen, anstatt sie nur hinzunehmen. Ich bin Soldatin, doch mit dem selbstständigen Denken konnt‘ ich trotzdem nie aufhören. Fällt mir also leichter, wenn ich auch ein bisschen mitreden kann.

Meine Siegelkraft hingegen bereitet mir wortwörtlich Kopfzerbrechen. Mit dem Hammer in meiner Hand fühle ich mich sicher, mit dem Flegel kann ich gut umgehen, aber die Magie? Manche Tage frage ich mich, ob sie aus all den Widerworten rührt, die ich über meine zwei Jahrzehnte Leben gegeben habe. Meinungsstärke ließ mich häufiger diskutieren als aufgeben. Ich mach‘s auch heute noch gern. Die Magie anderer zurückzuwerfen indes ist mehr Herausforderung als Berufung. Ich lern‘s, weil‘s mein Überleben sichert. Bin eigentlich kein guter Spiegel, aber sehe Potenzial. Auch mein eigenes. Und ich lerne gern, selbst wenn‘s hart ist. Bin nicht gut darin aufzugeben, weder Menschen noch Aufgaben. Ich bin mir sicher, deswegen bin ich, wo ich bin. Deswegen bin ich, wer ich bin.
19 Ingameposts | 26.05.2025, 20:36
Basgiath War College
gespielt von Lena
34 Jahre
Reiter
Wenn nicht gerade ein freches Grinsen auf den Lippen, dann aber zumindest ein amüsiertes Funkeln im Blick. Auch wenn Elior sich im beruflichen Kontext nahezu ausnahmslos professionell zeigt, ist er insgeheim doch eine Frohnatur und gern zu Scherzen aufgelegt. Das Leben ist schließlich viel zu kurz, um Trübsal zu blasen, oder nicht? Nun, Elior kann auch beides - Freude verspüren und in ruhigen Momenten in sich kehren.

Nachdem seine Verlobte vor vier Jahren bei einem Unfall verstab und er mit ihr auch das gemeinsame, ungeborene Kind verlor, hat Elior ein Stück seines Strahlens eingebüßt. Die Trauer liegt ihm nach wie vor wie ein Schatten im Blick, beeinträchtigt ihn aber zumindest im beruflichen Umfeld nicht mehr. Privat jedoch zeigt er sich noch sprunghafter und unverbindlicher im Hinblick auf seine Liebschaften, lässt auch seine Freunde und Familie nicht mehr vollumfänglich an seinen Gedanken teilhaben. In gewisser Hinsicht gibt er sich die Schuld für den Tod seiner Verlobten, schlicht weil er nicht vor Ort gewesen ist, um ihr zur Seite zu eilen - das trägt er sich selbst nach. Seinen Kameraden würde er diese Gedanken sofort aus dem Kopf schlagen, aber bei sich selbst? Er geht mich sich selbst hart ins Gericht.
Seine eigenen Emotionen überfordern ihn oftmals, weshalb er die Gewohnheit hat solcherlei Gefühle und damit verbundene Gedanken gern zur Seite zu schieben. Im Training oder bei der nächsten Joggingrunde den Kopf frei zu bekommen. Bloß nicht über das sprechen, was ihm im Kopf umher geht. Das macht einsam, wenn er ehrlich zu sich wäre, weil er sich kaum jemandem wirklich anvertraut. Und Einsamkeit ist etwas, mit dem er nicht besonders gut umgehen kann. Das merkt man ihm nicht an, dem lebensfrohen und humorvollen Kerl, der lockere Scherze wie ein Schutzschild vor sich trägt.

Aktuell priorisiert Elior seine Karriere Ambitionen vor einem privaten Glück. Fokussiert sich auf seine Arbeit, die Strategie und seine Fähigkeiten, was ihn ein bisschen distanziert wirken lassen könnte - gerade wenn er im Fokus-Modus ist neigt er dazu abweisend zu reagieren.
Elior begegnet Fremden mit Höflichkeit, aber auch einer gesunden Portion Vorsicht. Nicht in sofern, dass man ihm Angst unterstellen könnte, auf keinen Fall. Sein Auftreten zeugt von Selbstbewusstsein und einer gewissen Dominanz, die er auch durchaus einsetzt, um sein Gegenüber aus der Reserve zu locken. Eine Reaktion auf sein Auftreten sagt ihm schon das ein oder andere über den Charakter. Er ist sich selbst bewusst, weiß um seine Fehler und Makel genauso wie seine Stärken und Fertigkeiten. Es kratzt nicht an seinem Ego, wenn er anderen den Vortritt lässt, weil sie in gewissen Aufgabenbereichen und Fähigkeiten schlicht besser geeignet sind als er - schließlich ist es im beruflichen Kontext wichtig die richtige Entscheidung für ein bestmögliches Ergebnis zu treffen.

Wusstest du, dass Elior…
  • bisexuell ist? Wobei er sich schon eher mit Frauen aufhält, da er jeden Mann an seinem besten Freund misst (und diese jedes Mal verlieren)
  • mit Anfang 20 noch eine Halbschwester bekommen hat? Virginia ist nur zwei Jahre jünger als er, trat aber erst viel später in sein Leben. Elior versucht die Zeit gut zu machen und meldet sich regelmäßig bei ihr - vielleicht sogar öfters als bei seiner eigenen Mutter, aber psst!
  • Seine Loyalität nicht bei der Krone, sondern gegenüber der Herzogsfamilie Anderoth (Morraine) liegt? Da diese aber auch eng mit der Krone verwoben sind, passt seine Ausrichtung dennoch.
  • Keine Erdbeeren mehr mag? Erinnert ihn zu sehr an seine verstorbene Verlobte.
  • Von engen Freunden auch Lio genannt wird?
  • An freien Tagen gern mit einem Buch in der Natur sitzt und die Stille sucht? Alternativ sitzt er auch gern auf Dächern und beobachtet die Umgebung und Menschen.
18 Ingameposts | 02.02.2026, 16:22
Militär Navarre
gespielt von Josi
22 Jahre
Reiter
Wohin gehen die Sterne, dann, wenn es so hell ist, dass man sie nicht mehr sehen kann?, habe ich meine große Schwester gefragt, als ich vielleicht vier, oder fünf Jahre alt war. Sie gehen nirgendwo hin, sie sind immer da, auch wenn du sie gerade nicht sehen kannst, so wie ich. Das war ihre Antwort und ihre Stimme klingt noch immer in meinen Gedanken nach. Heute weiß ich, es war eine Lüge, wenigstens ein bisschen. Die Sterne sind noch da, aber sie ist es nicht mehr. Endgültig. Sie verbrannte, am 1. July 628 nach der Vereinigung von Navarre nach der Schlacht von Aretia, hingerichtet zusammen mit unserer Mutter und ich werde diesen letzten Blick in ihre Augen nie vergessen, das Geräusch ihres Schreies, an welchen ich mich meine zu erinnern, auch wenn man sagt Drachenfeuer sei zu heiß dafür, es ginge zu schnell. Sie war die Reiterin von uns, sie wollte hoch hinaus und in die weite Welt, zu den Sternen, über das Meer... ich wollte eigentlich immer nur zu Hause sein, in den vertrauten Straßen von Aretia. Wäre die Rebellion nicht gewesen... ich weiß, es ist ein mühseliger Gedanke, ein nutzloser vielleicht. Ich hätte trotzdem nicht immer da sein können, wegen der Wehrpflicht und jetzt, existiert es nicht mehr so, wie es damals war... aber wenn... ja, wenn... ich wäre vermutlich noch immer dort, würde die Einkäufe unserer Nachbarin in ihr Haus tragen, die mir schon als kleiner Junge steinalt vorgekommen war und deren Falten noch tiefer wurden, wenn sie dankbar lächelte. Ich würde den Ausblick genießen, wenn man in die umgebenden Berge wanderte und auf die Stadt herunter blickte, die frische Luft, das eiskalte Wasser der Bergseen, den Geruch, wenn es regnete, die Stille, wenn der erste Schnee fiel. Ich würde den leicht resignierten Blick meiner Mutter mit einem entschuldigenden Schulterzucken erwidern, den sie mir zugeworfen hat, wenn ich mal wieder eine kleine Katze, einen verletzten Vogel, das kaputte Spielzeug eines anderen Kindes nach Hause und sie mir helfen musste, beim gesund pflegen, beim reparieren... Zum Einberufungstag wäre ich in den Heilerdquadranten gegangen, hätte gelernt, meine Pflicht getan und wäre nach Hause zurück gekehrt. Ich wäre noch immer der kleine Bruder einer mutigen großen Schwester. Aber es gab die Rebellion. Ich bin heute nicht dabei Heilkunst zu erlernen, sondern als Gezeichneter in den Reiterquadranten gekommen. Gezeichnet... als würde das Muster, dass sich meinen rechten Arm hinauf zieht, irgendetwas von mir Beschreiben, als könnte es so einfach zeigen, was passiert ist, was sich verändert hat, was mich... gezeichnet hat, verändert. Die Chance auf ein anderes Leben, die Chance an einem anderen Tag zu sterben. Naja... es gab einige und ich bin noch da. Es wird weitere geben, hier, im Reiterquadranten, der sich inzwischen gar nicht mehr so fremd anfühlt, wie am ersten Tag, ein bisschen Schrecken verloren hat. Ich bin in meinem ersten Jahr als Rookie nicht gestorben, auch wenn kein Drache mich binden wollte. Nun eben ein zweites Mal. Zumindest jetzt noch, ist ein bisschen Familie hier und von vielen Fremden, sind ein paar zu Freunden geworden. Es ist nicht alles so schwarz, wie die Uniformen, ich bin immerhin nicht der Schlechteste, stärker als ich es zu Beginn war, auch hier gibt es Berge, ich lerne Nützliches und selbst in den dunklen Nächten, sind auch hier die Sterne.“
135 Ingameposts | 23.03.2025, 13:00
Basgiath War College

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