Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Jella
22 Jahre
Reiterin
Auf deinem Schreibtisch steht eine verzierte hölzerne Box. Du glaubst die Form deiner Finger im Muster zu erkennen, über das du immer und immer wieder gestrichen hast. Es ist das Einzige, was du aus dem Leben davor behalten hast. Konntest nicht dabei zusehen, wie das Feuer sie dir nimmt. Kannst heute nur schwer dabei zusehen, wie sich die Ballerina aus der Box erhebt, wenn du den Deckel öffnest. Diese Box ist klein, klein genug, dass du sie in den Rucksack gesteckt hast, den du wie alle Kinder der Rebellion über das Viadukt tragen musstest. Du hättest dir als junges Mädchen niemals vorstellen können, dass du die Entscheidung, die keine war, selbst mit Wahl getroffen hättest. Du hättest dich nicht in Schwarz, sondern in rosafarbenem Tüll gesehen. Da ist ein leichtes Zittern in deinen Fingern, als du vorsichtig den Deckel anhebst und dabei zusiehst, wie die Figur sich hebt. Du hast nicht gemerkt, dass du den Atem anhältst, aber dort ist ein Automatismus in der Art und Weise wie du nach der kleinen Kurbel greifst und sie zwei Mal drehst. Musik ertönt. Und irgendwie bist du gleichzeitig zwei Versionen von dir selbst, während dein Blick sich auf die schmale Figur legt.

Yvora Cosgrave. Warst fünf Jahre, als du dich auf dem harten Polster eines viel zu großen Stuhls nach vorne gebeugt hast, um zwischen den großen Gestalten vor dir hindurch zur Bühne sehen zu können. Hast den Atem angehalten, als sich die Ballerina auf der Bühne vom Boden abstieß und in die Lüfte erhob. Du warst dir sicher, du hast in deinem Leben nie mehr etwas so Elegantes gesehen. Dein Blick hing auf jeder Bewegung der Tänzerinnen und Tänzer. In deinem Herz wuchs der Wunsch zu sein wie sie. Damals dachtest du sie wären frei. Damals dachtest du, jemand der so schön und elegant und von dem Publikum bewundert ist, kann nicht gefangen sein. Als du es nach dem Auftritt deiner Mutter sagtest, sah sie nur irritiert auf dich herab. Das sei nicht deine Rolle. Deine Aufgabe sei nicht auf Bühnen zu glänzen, sondern neben ihnen nicht negativ aufzufallen. Aber sie sahen in deinem Interesse eine Möglichkeit deine Energie umzuleiten, also bezahlten sie dir Stunden. Die Lehrerin presste dich in eine Form. Ihr Blick glitt abschätzig über deine zu kurzen Beine. Monierte, wenn du zu viel gegessen hattest. Deine Eltern nannten es eine Freizeitbeschäftigung und deine Lehrerin murmelte etwas von hoffnungslos. Also wurde dein Wunsch stumm, aber er starb nicht. Du hieltst in der Mitte deines Herzens fest, flüstertest ihn erst Jahre später noch einmal deinem besten Freund zu, als ihr auf der Wiese vor seinem Haus in den Himmel seht. Er ist der erste, der an dich glaubt. Er ist der, der deinen nächsten Geburtstag mit der Musikbox vor dir steht. Tränen steigen dir in die Augen und du schluckst die herunter. Du versteckst die Box in deinem Zimmer, sowie du deinen Traum versteckst. Aber er bleibt. Als deine Welt in Flammen aufgeht, ist es die Box, nach der du als erstes greifst. Dein Traum stirbt leise, während der Rest Aretias laut in Trümmer auseinanderbricht. Und trotzdem hältst du dich an dem Holz fest. Nicht am Traum, aber an der Erinnerung.

Yvora Varkaz. In dem Haus, in welches du ziehen musst, hallt Lachen von den Wänden. Es ist warm und du verstehst es nicht. Du verstehst nicht, warum der Blick, der sich auf dich legt, nicht von dem Hass getragen wird, der Ruinen zurückgelassen hat. Hass, der in dem Blick deiner Eltern schwamm, wann immer sie vom Rest des Landes gesprochen haben. Du weißt, dass deine Eltern dich nicht gehasst haben, aber in der Stille eures Hauses warst du eher lästig als erwünscht. Deine Meinung war nicht wichtig, ihre aber schon. Die Erinnerungen – sie brennen auf deiner Haut, wann immer du den Blick senkst, aber die Varkaz‘ tun’s nicht. Sie sehen in dein Gesicht nicht auf die schwarzen Linien. Und irgendwann erkennst du, dass sie versuchen dich zu sehen, anstatt dem, was du nicht sein darfst. Brauchst drei Monate, um das erste Mal mitzulachen, als am Tisch jemand einen Witz machst. Brauchst sechs Monate, um anstatt der Höflichkeitsfloskeln etwas zu sagen, was dir durch den Kopf geht und was du sonst immer zurückgehalten hast. Und trotzdem hältst du den Atem an, nachdem du’s getan hast, weil du Angst hast, dass Stille ausbricht. Tut’s nicht. Du lernst mit ihnen zu reden. Lernst all das, was du beobachtest hast, auch selbst kennen. Irgendwann fühlt’s sich fast an, als wärst du Teil davon und der Traum in deinem Herzen wird ein anderer. Erzählst ihnen von deinem alten Traum und bekommst wieder Ballettstunden. Und du merkst, dass es nie ums Tanzen ging, sondern immer nur darum, dass jemand hinsieht. Dich sieht, anstatt nur an dir vorbei. Ist irgendwann kein falscher Stolz mehr, der deine Schultern durchstreckt, sondern echter. Ist Wärme, die durch deinen Blick wandert, wie es Schälchen beim Essen tun. Alle anderen haben am Tag der Rebellion etwas verloren und du? Du hast etwas gewonnen, was in dein Herz einzieht und von einem Traum spricht, den du nie wusstest, dass du ihn hattest. Du hast vielleicht keine Wahl, wenn’s darum geht, dass du nach deinem 20. Geburtstag über das Viadukt musst. Aber du hast eine Wahl, als sie dich fragen, ob du auch ganz offiziell Teil der Familie sein willst. Du hast eine Wahl, als sie fragen, was dir Spaß macht. Du hast eine Wahl. Und du würdest dich immer wieder für die Varkaz entscheiden.

Deswegen glaubst du, du kannst dich nur gegen dein vorheriges Leben entscheiden. Du kannst nicht beides sein. Und doch bist du’s. Träumerin und Tänzerin und Reiterin. Kind der Rebellion und doch keines. Deine Finger finden den Deckel der hölzernen Box und legen sich genau an die Stelle, an der sie schon etliche Male gelegen haben. Das ist deine Erinnerung. Das bist du. Du lässt die Ballerina verschwinden und spürst ein Hauch von Sehnsucht. Nicht nach dir, sondern nach dem Traum, der weg ist und dem Menschen, der daran geglaubt hat, dass du ihn erreichen könntest.
12 Ingameposts | 23.12.2025, 20:34
Basgiath War College
gespielt von Lena
42 Jahre
Reiterin
"I miss you in waves, and tonight I'm drowning. I can’t wait to feel the raindrops on my skin again. Soon. I hope that day will be soon.“ Letter to „Mimi“; May 630
Ich
bin nicht allein, nicht wirklich, und doch fühle ich mich oftmals einsam. Höre das Lachen meiner Kinder, sehe wie mein Ehemann draußen mit ihnen spielt, ebenfalls lacht, so unbeschwert – doch mein Herz ist von diesem Anblick nicht erfüllt. Nicht vollends. Wird es nie sein, solange er mein Geheimnis ist. Ich liebe meine Kinder, alle drei, und in gewissem Maße liebe ich vielleicht auch meinen Ehemann und unser gemeinsames Leben. Wir haben es gut, auch ohne im großen Prunk zu leben, wie man es von einer Herzogstochter erwarten könnte. Was mir einst wie mein letzter Ausweg erschienen war, sollte eine meiner besten Entscheidungen werden: Ich bin Drachenreiterin, gut in dem was ich tue. So sehr, dass ich sogar ans BWC berufen wurde, einen Lehrstuhl bekleide. Ich glaube auch, dass ich eine gute Mutter bin. Möchte es meinen Kindern schöner machen, als es mir in meinem eigenen Elternhaus ergangen ist. Biete Liebe und Möglichkeiten, Geborgenheit und Freude, die hoffentlich darüber hinweg täuschen konnte, dass ich aktiven Wehrdienst leiste und in der Vergangenheit auch mal verletzt heimgekehrt bin. Ich wage nicht zu behaupten, dass ich eine gute Ehefrau bin. Sicherlich nicht nach dem Standard meiner Eltern (dann hätte ich schließlich Schriftgelehrte werden sollen, Hausfrau und Mutter), aber selbst Loial wäre wohl erbost. Habe ihn nicht geliebt und geehrt als wir geheiratet haben und auch nicht danach. Bin ihm untreu, ganz leise und heimlich und doch schon über zwanzig Jahre lang. Fühle mich nur mit ihm als wäre ich gänzlich ich selbst, als wäre ein Teil von mit immer bei ihm, genauso wie zwei Teile von ihm immer bei mir sind. Ich sehe ihn in dem Schalk im Blick meines Sohnes und in dem Lächeln meiner Tochter. Ich lebe mit dem schlechten Gewissen ihnen allen gegenüber. Meinen Kindern, die nicht wissen, wer ihr leiblicher Vater ist. Meinem Ehemann, der sie alle liebt wie seine eigenen und nicht ahnt, dass ich jemand anderes liebe. Und ihm, weil ich uns zu diesem Unglück verdammt habe und ihn doch nicht gehen lassen kann.

Zu was für einem Menschen macht mich das? Ich bin nicht jemand, die sich nimmt, was sie will. Außer ihm. Nur das, was mir zusteht, was sich gut anfühlt also er. Weiß was gut und recht ist und bin mir bewusst, dass ich aus diesem Muster falle. Aber ich bin mehr als dieses Geheimnis, dieser Betrug an meiner Familie.

did you know, that Avaina...
  • die jüngste Tochter der Herzogsfamilie von Deaconshire ist
  • immerzu leise vor sich hin singt (und in der heimischen Küche auch tanzt als würde niemand zusehen)
  • einen kleinen Garten hat und in der Pflege Ruhe und Entspannung findet?
  • den Regen liebt? An manchen Tagen stellt sie sich freiwillig in die Nässe, weil sie sich Mirek dann näher fühlt.
  • ihre Briefe immer an Mimi adressiert? Das erweckt den Anschein, dass sie einer alten Freundin schreibt (und nicht ihrer Affäre).
1 Ingameposts | 27.07.2026, 18:15
Militär Navarre
gespielt von Jani
20 Jahre
Reiterin
Ich hab’ noch immer nicht gepackt. Seh‘ auf den leeren Rucksack vor mir und frag‘ mich, wie mein Leben dort hineinpassen soll. Wovon ich mich trennen muss, um es über’s Viadukt zu schaffen und ob’s überhaupt wichtig ist – weil nichts davon verschwinden wird. Meine Eltern werden mein Zimmer nicht ausradieren, als hätte es mich nie gegeben. Sie werden meine Tagebücher der letzten Jahre nicht im Winter nutzen, um den Kamin damit zu entzünden. Überall im Haus verteilt hängen noch immer Bilder, die ich gemalt habe, als ich gerade so einen Stift habe halten können. In deren Ecke unsäuberlich Juno steht, als gäb‘ es noch andere (semi-begabte) Künstler in meiner Familie. Ich brauch‘ nichts von den Dingen vor mir wirklich – die Bücher über Drachen sind zu schwer, sie verändern meine Balance zu sehr, als dass es Sinn ergeben würde, sie tatsächlich mitzunehmen. Das sonnengelbe Kleid, was ich gerade erst zum Geburtstag bekommen habe, werd‘ ich dort nicht tragen können. Selbst die Dolche werden mir keine große Hilfe sein: bei den meisten von ihnen handelt es sich sowieso um Trainings-Klingen. Hinterlassen nicht mehr als Kratzer auf der Haut. Bin mir sicher: ich hab‘ bereits das vierte Mal alles neu sortiert. Dinge eingepackt, um sie anschließend wieder heraus zu räumen. Frag‘ mich langsam, warum ich nicht meine beste Freundin gefragt habe, was sie für wichtig hält. Weswegen ich nicht dabei gesessen habe, als bereits letztes Jahr für den Quadranten der Reitenden gepackt worden ist. Vermutlich bin ich zu aufgeregt gewesen. Kann mich an den Tag nur noch lückenhaft erinnern, nur noch daran, wie fest ich ihn gehalten habe, bevor er sich endgültig verabschiedet hat. Und wie sicher ich mir gewesen bin, dass wir uns in diesem Jahr wiedersehen würden.

Bin mir immer noch sicher – dass er auf der anderen Seite auf uns warten wird und wir den Abend damit verbringen werden, uns gegenseitig zu erzählen, was wir im Leben des anderen verpasst haben. Zusammengekuschelt mit Nia, irgendwelche Süßigkeiten in uns hineinstopfend. Süßigkeiten. Mein Blick gleitet zu meinem Nachttisch, hab‘ die Schublade geöffnet, bevor ich weiter darüber nachdenken kann und zieh‘ die Ausbeute unseres letzten Markttages hervor. Bon-Bons. Schokolade. Kekse. Wir sind bisher nicht dazu gekommen, sie zu essen – aber ich weiß, dass wir so bald nicht mehr die Möglichkeit dazu haben werden. Weiß, dass wir sie vielleicht brauchen werden. Um die Laune zu heben, um nervös auf der Lakritze herum zu kauen (auch, wenn sie außer mir niemand zu mögen scheint). Bin froh, dass mir meine Mutter nicht über meine Schulter schaut, denn sie würde die Augen dabei verdrehen, würde sie sehen, dass ein Drittel meines Rucksackes ausgerechnet mit Konfekten und Pralinen gefüllt ist. Sie würd‘ einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie sehen würde, dass ich den restlichen Platz nutz‘, um die kleine Märchensammlung einzupacken, die ich Jesper geschenkt habe, kurz nachdem er hier angekommen ist. Damit er etwas anderes zu lesen hatte als die Geschichte Navarres. Damit er mich kennenlernen konnte, weil’s mein Lieblingsbuch gewesen ist und weil er sich damals dafür entschuldigt hat, dass er’s zurücklassen musste. Bin mir sicher, selbst wenn der Herzinfarkt sie ins Grab gebracht hätte, hätt‘ sie noch Zeit, um sich dort umzudrehen, würd‘ sie von oben herab auf mich blicken und die Kristalle bemerken, die nicht mehr an meiner Decke hängen und das Licht im Raum verstreuen, sondern die geradewegs – und als Letztes – in den Rucksack wandern. Ich brauch‘ nicht mehr – etwas für Nia, etwas für Jesper, etwas für mich. So wie’s die letzten Jahre auch gewesen ist. So wie’s die nächsten Monate sein wird.
20 Ingameposts | 02.05.2025, 19:39
Basgiath War College
gespielt von Moni
23 Jahre
Reiter
Dein Leben war anders verlaufen als du es dir vorgestellt hattest, deine Mutter, eine berühmte Drachenreiterin, wurde abgeschlachtet im Kampf und du wusstest nicht was der Grund dahinter war, wer für den Tod verantwortlich war. Dir blieb nur noch dein Vater, ein Schriftgelehrter und ein ehrenvoller Mann, der sich immer gewünscht hatte, dass du in seine Fußstapfen treten würdest. Doch das kam nicht so, es kam komplett anders. Du warst gerade mal zehn Jahre alt als deine Mutter starb und seitdem hattest du dir geschworen, Rache zu nehmen, an demjenigen, der für ihren Tod verantwortlich gewesen war. Deswegen wurdest du Drachenreiter, um sie zu ehren und immer mit ihr verbunden zu sein. Du warst ein junger, anerkannter Drachenreiter, und arbeitetest dich auch von einer Position zur nächsten hoch, bis du mittlerweile Geschwaderführer bist. Deine Rolle in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so hattest du aber keine Ahnung von den Veneni, bisher konntest du nichts darüber erfahren, man ließ dich im Dunkeln.
Du warst jemand, auf den man sich verlassen konnte, gleichzeitig aber auch ein Kerl, der gerne seinen Spaß hatte, mit verschiedenen Frauen schlief, und sich nicht auf eine Person alleine konzentrierte. Ob doch noch die Eine für dich kommen würde? Da warst du dir gar nicht so sicher. Du warst von dir selbst eingenommen, und deine große Liebe warst und würdest immer du bleiben. Das was dich geprägt hatte, das war natürlich nicht nur der Tod deiner Mutter, sondern auch der eines Freundes, der mit dir im gleichen Jahr angefangen hatte. Es war grausam, und es hatte dich verändert. Einen Menschen zu verlieren, war für dich nicht leicht. Doch es härtete dich gleichzeitig auch ab, das bedeutete, dass du besser damit umgehen konntest.
Du warst nie um einen kleinen Scherz oder Witz verlegen, hattest großen Humor, und manchmal eben auch auf die Kosten anderer. Du verbrachtest dein Leben gerne damit, andere aufzuziehen und sich einen Spaß draus zu machen. Du warst dir sicher, dass du mal ein großartiger Drachenreiter werden würdest, was du vermutlich schon warst. Die Menschen, die dir wichtig waren, für die standest du immer ein. Und Ungerechtigkeiten fandest du nicht fair, deswegen nahmst du manchmal auch die Rolle des Beschützers ein, vor allem für diejenigen, mit denen du engeren Kontakt hattest.
20 Ingameposts | 06.11.2025, 11:18
Basgiath War College
gespielt von alice
28 Jahre
Reiter
So schwer ist das nicht: Ruairí — du wiederholst dich eigentlich nur ungern, hier tust du’s immerhin ein bis drei Mal bevor dir der Kragen platzt. Ruairí, das reimt sich auf jury, nicht! Rory, halt wie brewery ohne b, schalt dein scheiß Hirn ein (den letzten Teil denkst du dir immerhin nur, meistens). Und oh, da glaubt mal wieder jemand, er ist zum ersten Mal ganz besonders witzig und nennt dich Brory — macht er nur einmal, na, außer er mag wie sich deine Faust in seinem Gesicht anfühlt (ja, das soll vorgekommen sein). Du hast ihn vorgewarnt, so ist es nicht, aber Papa hat schon vor zwanzig Jahren zu dir gesagt: wer nicht hören will, muss fühlen.
Und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. (Aber du kannst ihn auch Kew nennen!)

Du kannst hören.
Du liebst fühlen.
Gern immer ein bisschen am Limit. Du kratzt an Grenzen, weil du Ketten (die dich halten) gerne sprengst — du willst dich frei fühlen und das tust du immer mehr (und nein, für dich widerspricht sich das nicht mit dieser lebenslangen Militär-Sache). Dein Überlebenswille ist so tief in dir verankert, dass man feine Antennen haben muss um ihn zu erkennen.
Auf den ersten Blick bist du witzig, laut, kess, erweckst den Eindruck als würdest du die meisten Dinge nicht sehr ernst nehmen und als würde dir das meiste eher leicht fallen, weil du’s leicht leicht aussehen lässt (und du bist neugierig und steckst deine Nase gern in Dinge, die dich eigentlich nichts angehen; zumindest dann, wenn du Drama witterst und das tust du wie ein Bluthund). Dich kontrollieren? Schwierig (in privatem Kontext, du kannst schon Befehlen folgen und diese Dinge machen). Deine Siegelkraft ist Sturmmanipulation, das sagt 'ne Menge über dich aus.
Bist ein perfekt abgestimmter Cocktail aus resting bitch face, flirty smirky, sehr trainiertem Arsch in enger Hose, 'nem Schulterzucken und pretend i don’t see, statt mit Kirsche am Spieß getoppt mit einer guten Prise fake it till you make it.
Hat geklappt. Du hast es gefaked, dann hast du’s gemaked.
Papa wäre stolz auf — nein, wir fangen nicht mit den Lügen an, Papa ist nicht stolz auf dich, Papa hätte dich bei deinem einzigen Besuch nach dem College am liebsten im Meer ersoffen und’s nur nicht gemacht, weil der große Rote in deinem Rücken ausreichend Eindruck hinterlassen hat. Er ist wütend, weil du nicht zurück nach Haus und auf sein Boot kommen wirst, du bist wütend weil er dein Leben lang wütend mit dir war. Apfel, Stamm, schon klar.

Aber egal.
Wie gesagt: du hast es gemaked und heut sprichst du einfach nicht mehr viel über deine Vergangenheit und wenn doch, dann lässt du gekonnt Dinge weg oder schmückst sie aus.
Die Gosse hört man dir aber bis heute an, dein Sprachgebrauch ist direkt und ungefiltert, Bastard ist dabei noch das Netteste, was du jemanden nennst, der dir eigentlich gar nichts getan hat. Die fehlende Grundbildung hast du dafür besser gelernt zu überspielen. Oh, und was noch geblieben ist, wenn man die ganze Kindheit und die ganze Jugend schuftet, aber nicht satt ins Bett geht (und Mama hat’s ja auch nie gegeben):
ein Hunger nach mehr, der sich nicht stillen lässt.
Und damit ist nicht nur Essen gemeint, eigentlich ist damit mittlerweile am wenigsten Essen gemeint, aber alles andere und jemand hat obendrein noch wenig Achtung vor dem, was anderen gehört (mit Ausnahmen) — ein Kombination, die dich in jedem anderen Leben fast schon dazu zwingen würde Schwarz und Leder und eine i don’t give a fuck Einstellung zu tragen, wenn das nicht eh dein Alltag wär.
451 Ingameposts | 01.04.2026, 08:39
Militär Navarre
gespielt von Sarah
22 Jahre
Reiter
Mir wackeln die Knie. Meine Hände suchen Halt, finden jedoch nur Leere. Und dann kommt der Wind, zerrt an mir, möchte mich in die Tiefe ziehen und mir vielleicht das Leid ersparen, das mich auf der anderen Seite erwartet. Ich spüre hinter mir die nächste Person. Ebenfalls gezwungen, diesen Weg zu gehen? Oder freiwillig an diesem Ort? Unverständlich für mich. Vor mir ein sicherer Gang über das Viadukt - mein Blick also auf diese Person gerichtet, während sich meine Beine vorsichtig in Bewegung setzen. Meine Gedanken rasen, fragen, wer überhaupt eine Nachricht bekommen würde, wenn ich hier sterbe. Laine? Laine! Sie hat es auch geschafft. Genauso wie meine Mutter, die Laine zu meiner Patentante gemacht hat. Entschlossenheit in meinem Blick, die meine Muskeln zwar nicht erreicht, mich aber über diesen schmalen Pfad führt. Ich bin nicht stolz darauf, dass meine Knie auf der anderen Seite nachgeben. Ich sofort Blicke auf mich ziehe, die in mir den Schwächling identifizieren, der ich wohl bin. Ein Sohn von Verrätern obendrein, wenn sie mein Rebellionsmal sehen.

Ich überlebe Basgiath. Irgendwie. Bisher. Die Entschlossenheit, die ich auf dem Viadukt gespürt habe, hat mich nicht komplett verlassen, wenngleich die Zweifel ständige Begleiter in meinem Leben sind. Ich überlebe Basgiath. Aber nicht allein. Verdanke mein Überleben anderen Personen, denen ich mich heute verpflichteter denn je fühle. Ich will nicht sterben. Nicht an diesem Ort und noch weniger nachdem Loga in mein Leben getreten ist, mir das Gefühl gegeben hat, doch nicht falsch an diesem Ort zu sein. Ich überlebe Basgiath! Wegen ihr. Durch sie. Durch die Siegelkraft, die mir erstmals das Gefühl gibt, in einem Feld wirklich Macht zu haben. Es ist ein harter Kampf, auf allen Ebenen, aber mittlerweile habe ich ihn angenommen. Beiße mich irgendwie durch, auch wenn es weiterhin schwer ist. Aber: Ich überlebe Basgiath.

Und dann? Ich erlaube es mir nicht, an die Zukunft zu denken. Muss mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, um meine Ausbildung zu überstehen. Um meine Staffel zu überstehen und die Anfeindungen in den eigenen Reihen, die ständige Begleiter sind. Während ich gleichzeitig mehr verstehe. Verstehe, warum meine Eltern den Weg der Rebellion eingeschlagen haben. Ob sie stolz darauf wären, dass ich zwar nicht offen rebelliere, aber einen anderen Weg eingeschlagen habe, um zu helfen? Auch wenn ich die Tragweite noch nicht ganz begreifen kann. Meine Gründe vielleicht andere waren, als die meiner Eltern. Ihr Idealismus, etwas zu veränderen, während ich doch vor allem das Gefühl habe, dass ich mich revanchieren muss für die Hilfe, die mich überhaupt in das letzte Ausbildungsjahr gebracht hat. Ich werde es niemals erfahren. Keine Frage, auf die die Zukunft eine Antwort geben wird. Eine Zukunft, an die ich nicht denken darf. Und – wenn ich ehrlich mit mir selbst bin – nicht denken will.
9 Ingameposts | 30.03.2026, 18:58
Basgiath War College
gespielt von Rieke
28 Jahre
Fliegerin
Dieses Lächeln ist echt, selbst wenn der ein oder andere behauptet, es müsse doch aufgesetzt sein. Niemand hätte so viele Gründe, immer gut gelaunt zu sein. Nicht im Militär. Niemand könnte glücklich über die Kämpfe sein. Manchmal haben diese Leute Recht. Tegan ist nicht froh über die Kämpfe oder die Verluste, aber sie sucht sich die kleinen Dinge im Alltag, die es wert sind, zu lächeln. Und dann, an anderen Tagen, braucht sie keinen Grund. Schon früher war sie die, die fröhlich war. Die, die immer bereit war, den ersten Schritt zu machen, Fremde anzusprechen oder einfach eine Hand zu reichen. Der Optimismus hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet und sie zehrt von ihm, beinahe jeden Tag. Nicht auf diese verzweifelte Art – nicht mehr, aber diese Zeiten hatte es gegeben – sondern so, als wäre es ein Teil ihres Wesens. Also doch, sie kann so viele Gründe haben, zu lächeln und es wäre echt, weil sie sich die Gründe suchte, notfalls einredete. Immerhin machte es die Welt auch nicht zu einem besseren Ort, wenn man den traurigen Momenten mehr Bedeutung gab als den wirklich schönen.
Sicher, sie weiß aus Erfahrung, welche traurigen Erlebnisse sie nicht noch einmal erleben wollte, welche sich nicht wiederholen sollten. Aber ihre Herangehensweise ist dann doch eher, sich auf das zu konzentrieren, was man erreichen will, nicht das, was man verhindern will. Denn dann kann man die Zielgerade sehen, einen Erfolg feiern, statt bis zu seinem Todestag zu hoffen, dass das Schlechte nicht doch noch eintritt.

Manch einer mag sie belächeln, den Kopf schütteln, wenn man sieht, mit was für einer Leichtigkeit in ihrem Gang sie sich bewegt. Als gäbe es keine Gefahren auf dieser Welt. Dabei ist sie sich dessen mehr als bewusst. Aber dann sollte man sie doch belächeln, unterschätzen. Tegan nutzt den Eindruck, den sie erwecken kann, zu ihrem Vorteil. Die Kleine, die irgendwie so offenherzig war, dass sie sicher irgendwann damit aufs Gesicht fallen würde. Was hinter ihren Augen passierte, lernten die Meisten nach der ersten Auseinandersetzung. Dass sie sich Strategien zurechtlegt und durch gezielte Bewegungen den körperlichen Nachteil oft ausgleichen kann. Ja, für Kämpfe ist sie bereit. Dafür wurde sie ausgebildet. Dafür hat sie echtes Interesse. Aber wenn man auf derselben Seite steht, sieht sie über das erste Mal Unterschätzen hinweg, reicht wieder eine Hand, hilft einem zurück auf die Beine. Das Lächeln im Gesicht.

Die Leichtigkeit, die Offenheit, die Zuversicht; all das hat sie schon immer ausgezeichnet. Viel mehr noch, als das laute Auftreten, das schiefe Singen, das Fehlen von Schamgefühl in ihrer Kindheit. Weil sie diese Fähigkeit in sich trug, den Menschen einfach zu vertrauen. Bis es irgendwann nicht mehr so war. Heute gleicht Tegan wohl mehr denn je ihrer kindlichen Version und diesen Umstand schreibt sie ihrer Gabe des Wahrheitssagens zu. Sie geht durch die Welt und erkennt besser als manch andere, wem sie vertrauen kann, was die Wahrheit ist, was Halbwahrheiten sind und wo sie deshalb doch Vorsicht walten lassen muss. Die Gabe war wie ein Rettungsring, aber eben auch nur ein Hilfsmittel, auf das man sich verlässt. Auch Tegans angeborene Empathie trägt ihren Teil dazu bei. Denn ihre Gabe hat Grenzen. Sprachbarrieren, Halbwahrheiten. Oder eben jene, die um die Gabe wissen und gelernt haben, ihre Worte in kleinen Wahrheiten zu verpacken, ohne die größeren Lügen dahinter überhaupt erst auf den Tisch zu bringen. Ein Zusammenspiel aus Neugier oder dem Wunsch nach Sicherheit und dem angeborenen Vertrauen, dem Wunsch, ein paar Leute nicht hinterfragen zu müssen.
26 Ingameposts | 26.04.2025, 21:17
Militär Poromiel
gespielt von Maj
19 Jahre
Sonstige
Fürstentochter war für Iarla Selqir immer nur ein Flüstern, das nicht an ihr Ohr dringen sollte. Man murmelte es hinter hervorgehaltener Hand und mit einer gewissen Unsicherheit, ob ihr eigener Vater – und Herr von Draukhan – ihr heute wohlgesonnen war oder es bevorzugte, sein jüngstes Kind nicht zur Kenntnis zu nehmen. Mittlerweile aber ist jener Vater tot, ist jene Stadt gefallen, in der Iarla geboren und aufgewachsen ist. Wer heute ihren Titel flüstert, der erinnert sich an ihre Herkunft, an ihre Abstammung und weiß auch: Nichts könnte von geringerer Bedeutung sein. Jetzt, wo Draukhan gefallen ist. Jetzt, wo man die Trümmer der Stadt nur noch ausschlachtet, statt einen Wiederaufbau in Betracht zu ziehen. Jetzt, wo auch in den umliegenden Orten Menschen ihr Hab und Gut packen und versuchen, mehr Abstand zwischen sich und die Ostgrenze Poromiels zu bringen.
Iarla ist bloß eine von ihnen.
Ein Flüchtlingskind, das sich im Lager außerhalb von Mirik noch herumtreibt und offensichtlich darauf wartet, dass das Militär für sie und ihresgleichen endlich eine Lösung findet. Das darauf wartet, dass die Verletzungen der letzten ausgeheilt sind – ehe die ersten von ihnen an Entbehrung und Winter sterben. Dass sie mit ihren 19 Jahren mehr junge Frau als Kind ist, sieht man auch Iarla nicht mehr an. Zu dünn der Körper, zu groß die blauen Augen, die zwar nicht von der Welt, aber doch vom Krieg und den menschlichen Abgründen schon zu viel gesehen haben.
Und die weiterhin weit geöffnet bleiben.
Iarla sieht hin, beobachtet – und passt sich an Situationen an, statt zu erwarten, dass sich etwas oder jemand ihr anpasst. Das eigene Elternhaus war diesbezüglich eine gute Lehre. ‚Prinzessin‘ und ‚jemandem übergeordnet‘ war sie nie. Stattdessen galt sie mancher Tage als Mörderin ihrer eigenen Mutter, tat besser daran, im Hintergrund zu verschwinden und sich mit den Bediensteten und deren Kindern zu solidarisieren.
Kein Wunder, dass sie sich unter ‚den einfachen Menschen‘, unter den ‚Zurückgelassenen‘ der Flüchtlinge jetzt wohlfühlt – und für sie gar Verantwortung übernehmen würde, könnte sie dies in irgendeiner Hinsicht. Doch sie kämpft mit der eigenen psychischen Belastbarkeit. Es fehlen Macht und Einfluss. Es fehlt die Idee von einem Ziel, für dessen Verwirklichung Iarla Kreativität und Improvisationstalent ansonsten einsetzen würde.
25 Ingameposts | 17.04.2025, 14:46
Zivil Poromiel
gespielt von Jella
35 Jahre
Reiterin
Akt I: Szene I – Exposition
– Urdelyn, ein Herrenhaus – die Bibliothek.
Eine junge dunkelhaarige Frau (17) schiebt sich hinter einem Vorhang hervor und tritt vor ein Gemälde über einem Kaminsims, eine kleine Öllampe in ihren Händen, weil der Raum ansonsten dunkel bleibt. Die Bücher um sie herum wirken alt und wertvoll, aber sie würdigt sie nur eines beiläufigen Blickes.
DARCIE (flüsternd)
Sieht aus wie eine künstlerische Nasenverbesserung.

Du lässt deinen Blick über die Pinselstriche wandern. Ahnst anhand der Unterschrift, die sich am unteren Rahmenrand befindet, dass das Bild nicht günstig gewesen ist und findest doch keinen großen Gefallen an der Darstellung. Es ist die Silhouette im Hintergrund, die dich angezogen hat. In deiner Heimatstadt gibt es üblicherweise keine Drachen. Das heißt nicht, dass du noch nie einen gesehen hast, aber es war immer in der Ferne. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum du dich irgendwann dazu entscheidest Reiterin werden zu wollen. Warum der Wunsch in den träumerischen Ecken deines Herzens Flügel bekommt. Weil du Jahre hattest, dir ein Bild von dem Leben auf den geschuppten Wesen auszumalen, aber keinen Vergleich mit der Realität hattest. Du hattest nur Erlebnisse wie das hier: Ein Gemälde eines Mannes, der Reiter geworden und offenkundig damit zum Familienstolz geworden ist. Und die Entscheidung einer Freundin.

Du hingegen –
Deine Familie besteht aus zwei Menschen: dir und deinem Vater. Deinen Bruder lernst du erst Jahre später kennen. Und auch wenn du glaubst, dass dein Vater dich liebt, weißt du nicht, ob er jemals so etwas wie stolz auf dich sein kann. Er ist überfordert und du? Du willst mehr. Ein großes Haus wie dieses, in welches du eingebrochen durch das offene Gartentor hereingeschlichen bist. Du willst das Glitzern in deinen eigenen Augen, anstatt in denen, die dir von dem übertriebenen Gemälde entgegenblicken.

DARCIE (leise)
Was ein Angeber.

Du drehst dich von dem Bild weg und glaubst doch, dass seine Augen dir folgen. Also hebst du deine Hand und wirfst ihm über die Schulter einen Luftkuss zu. Schadet schließlich nicht, sich ein paar Freunde in hohen Plätzen zu suchen. Du wirst sein Gesicht trotzdem wieder vergessen, bis du das Haus verlassen hast. Es geht dir zwar um mehr, aber nicht wirklich um Macht und Einfluss. Du bist hier, weil das Adrenalin dir das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Weil du dir vorstellen kannst, dass alles hier dir gehört. Du willst ein Haus wie dieses, weil du glaubst, du könntest es mit Wärme und all deinen liebsten Freundinnen füllen. Du bist unabhängig, du fühlst dich frei. Selbst dann, wenn du es nicht bist.

Fehlt also nur, dass du den Kopf auch wirklich in die Wolken stecken kannst.

Akt III: Szene IX
– Athebyne, in den Wolken.
Ein Drache stößt sich vom grauen Boden in die Lüfte. Die Umgebung sieht auf wie ein Flugfeld, ein Stützpunkt befindet sich im Hintergrund. Berge umgeben alles. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Gestalt auf seinem Rücken. Eine schwarzgekleidete Reiterin (29), DARCIE lacht auf. Das Geräusch wird vom Rauschen des Windes übertönt.
Du steigst auf. Nicht in den Rängen, welches das Militär als Erfolgsgarant ansieht – sie bedeuten dir nichts –, sondern in die Lüfte, die dir eine Art von Heimat geworden sind. Du steigst auf. In den Altersstufen, die dir etwas von Lebensweisheiten und Erfahrungen sagen wollen und doch hörst du nicht hin. Du lernst, aber du hältst Erwachsensein weitestgehend immer noch für einen Trick, dir deinen Unvernunft Spaß zu nehmen. Und eines, das ist dir geblieben: Du biegst dir deine Welt so, wie sie dir gefällt. Du hast viele Erfahrungen gesammelt und kannst doch heute nicht mehr immer genau sagen, welche Traum und welche Erinnerung sind. Und für dich spielt es auch keine wirkliche Rolle. Was ist die Wahrheit, wenn nicht einfach nur eine Perspektive? Deswegen nimmst du’s mit ihr auch nie ganz so genau. Nicht weil du’s böse meinst, sondern weil du ihren Wert nicht verstehst.

Dein Drache dreht eine Schraube und du bist versucht loszulassen. Du tust es fast – aber hebst schließlich nur deine Arme. Der Wind brennt dir in den Augen, weil du deine Flugbrille noch nicht runtergezogen hast, aber du lächelst. Dein Herz bleibt stehen, als ihr fallt. Nur einen Moment. Nur eine Sekunde.

DARCIE (lachend)
Das ist und bleibt das beste Gefühl!

In deiner einer Erinnerung ziehen Gewitterwolken über euch auf. Du blinzelst und die Sonne scheint wieder. Das Lächeln auf deinen Lippen bleibt. Ist schließlich alles nur eine Frage der Perspektive. Und deine hat sich mit jeder Nutzung deiner Siegelkraft, der Retrokognition um die anderer erweitert. Heute sind’s deine Geschichten genauso wie ihre. Der Überzeugung folgst du zumindest meistens.
6 Ingameposts | 18.04.2026, 22:12
Militär Navarre
gespielt von Sarah
36 Jahre
Reiter
Ein wenig müde wirkt er schon irgendwie. Wie er eigentlich immer eher im Hintergrund steht, sich eigentlich immer irgendwo anlehnt, als ob es zu anstrengend ist, sich aufrecht zu halten. Fast schon düster wirkt er dann in seiner schwarzen Reiteruniform, an der metallene Gegenstände aufblitzen. Da fällt sofort der Ohrring im linken Ohr auf, der je nach Situation ein kleines Schwert, eine Axt oder einfach nur ein simpler Ring ist. Ständige Begleiter seit seinem zweiten Jahr am Basgiath War College, nachdem er Wege gesucht hatte, um sich seiner Siegelkraft der Metallmanipulation noch verbundener zu fühlen. Doch der Schein des düsteren, melancholischen Reiters trügt. Eigentlich könnte Fer kaum weiter davon entfernt sein, er weiß jedoch, in welchen Situationen er in den Hintergrund gehört und eine beobachtende und gehorsame Rolle einzunehmen hat.

Der gelernte Schmied hat sich gegen den traditionellen Weg seiner Familie entschieden. Kein weiteres Ausbauen des Schmiedeunternehmens der Mulconrys in Adruil, das dort hohes Ansehen genießt. Stattdessen der erste werden, der ein Reiter im navarrischen Militär wird. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat, selbst wenn sein Leben durch sie gefährlicher geworden ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat Fearghal seine Lebensfreude nie verloren. Was auf den ersten Blick müde und melancholisch wirkt, kann an manchen Tagen auch einfach Zeugnis einer durchlebten Nacht sein, in der Fer einmal mehr Ablenkung gesucht hat. Ablenkung von einer Person, die seit seiner Jugend irgendwie immer da war und immer wieder eine Lücke hinterlassen hat, die Fearghal schon immer zu ignorieren und füllen versuchte. Mit unverbindlichen Liebschaften, aber vor allem mit Freundschaften, die er so gut es ihm seine militärische Zugehörigkeit erlaubt, zu pflegen versucht.

Der 36-jährige hat keine Ambitionen, im Militär weiter aufzusteigen. Seine Position als Leutnant genügt ihm, vor allem, nachdem er nach der Schlacht von Aretia gesehen hat, wie Entscheidungen von oben oder ein Hinterfragen dieser innerhalb der eigenen Staffel , auch persönliche Beziehungen zerreißen können. Vielleicht ist es ein stückweit Feigheit, solchen Entscheidungen aus dem Weg zu gehen, aber Fer fühlt sich in dieser Position wohler. Ob ihm das in Zukunft auch gelingen wird, alles aus der rationalen, wenig hinterfragenden Position zu betrachten, muss sich noch zeigen. Gerade mit dem Wechsel des Mannes in seine Staffel, der in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder beharrlich daran gearbeitet hat, sich in sein Herz zu schleichen, um dann doch wieder eine kleine weitere Narbe zu schlagen, an denen auch Fearghal selbst seinen Anteil hat. Was das mit ihm machen wird? Daran möchte Fer am liebsten nicht denken und doch ist es ihm klar, dass er sich damit auseinandersetzen muss. Entscheidungen treffen … ugh.
16 Ingameposts | 03.02.2026, 18:50
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
29 Jahre
Fliegerin
Deine Kindheit war schön gewesen, obwohl du an einem Stützpunkt aufgewachsen bist. Schon immer wohnte deine Familie dort, deine Vorfahren haben sogar beim Aufbau geholfen. Natürlich gibt es deutlich bessere Orte, an denen man leben kann, was halt kein Stützpunkt ist. Dadurch dass deine Familie Schutzgeld an den Khar’vash's gezahlt hatte, brauchtet ihr nicht wirklich Angst zu haben. Sie sorgten für Recht und Ordnung. Ein Nachteil war schon immer, dass dort sehr wenige Familien lebten, also hattest du auch nie viele Kinder, mit denen du spielen konntest. Zum Glück hast du aber in deiner Heimat deinen besten Freund Calyon getroffen. Ja, er war anders als die anderen Kinder, doch dir war es egal und es hat zwar am Anfang etwas gedauert, bis ihr so wirklich richtig beste Freunde wurde.

Natürlich hast du dir oft Gedanken, um deine Zukunft gemacht, doch großartig einen Plan hattest du zuerst nicht gehabt. Außer dass du gerne irgendwie den Menschen helfen möchtest. Danach war es dein Wunsch gewesen, viel zu reisen, aber leider ist die Welt da draußen gefährlich, weswegen du dies nicht getan hast. Der Wunsch ist noch da, nur auf später verschoben. Zudem hast du im Altern von 21 Jahren deine Ausbildung zur Fliegerin gestartet. Außerdem kannst du so die Menschen beschützen, die dir wichtig sind. Das hat für dich hohe Prioritäten. Großartiges Training für die Ausbildung hattest du nicht gehabt, deine Eltern besaßen dafür zu wenig Geld und sie selber hatten damit auch keine Erfahrung gehabt. Zumindest hast du versucht die Flieger in eurem Dorf zu beobachten und so dir irgendwas zu merken, worauf du achten musst und wie sich bei einem Training verhalten. Klar lernt man dadurch nur sehr wenig, aber ist besser als gar nicht. Dabei hast du die Bücher dazu viel gelesen und dir etwas Theorie angeeignet, also so gut es halt ging. So bist du nicht als ein totaler Noob an der Clifffsbane Akademie angekommen.

Schnell hast du dich da eingelernt, das Training fiel dir leicht, die Zeit dort verflog schnell. Deine Gabe Telekinese fiel dir am Anfang schwer einzusetzen, doch mit viel Übung hast du es dann mit der Zeit geschafft. Nach deiner Ausbildung wurdest du zum Handelsaußenposten nach Resson geschickt. Da konntest du gut an Erfahrung sammeln, neue Kontakte knüpfen und es fühlte sich ein bisschen wie ein zu Hause an. So konnte man auch gut an Erfahrungen austauschen, denn einige sind schon länger von der Akademie weg.
Du hast jedoch eigentlich versucht, dich nach Mirik versetzen zu lassen. Somit hast du schon ein paar Versetzungsanträge eingereicht. Du wolltest lieber bei deinem besten Freund Calyon sein und seiner Freundin, die damals noch lebte und auch deine beste Freundin war. Es hatte aber sehr lange nicht geklappt, da andere vor dir dahin versetzt worden sind. Seit kurzem bist du nun jedoch da, man hatte dein Versetzungsantrag eingewilligt.
5 Ingameposts | 13.12.2025, 12:58
Militär Poromiel
gespielt von Lini
29 Jahre
Flieger
Wenn man dich so betrachtet und auch deine Art, hätte man wohl nie geglaubt, dass du aus einer Militärfamilie stammst und, dass dein Weg dich ebenfalls ins Militär führt. Du bist das jüngste von drei Kindern in der Familie und hast noch zwei ältere Schwestern. Du diskutierst gerne und hinterfragst alles, was es nur zu hinterfragen geht. Nicht selten hat diese Art deine Familie schon in den Wahnsinn getrieben. Aber du machst das nicht um sie in den Wahnsinn zu treiben, du willst verstehen, bestenfalls willst du alles verstehen und wissen was es auf dieser Welt gibt. Deine Neugierde und dein Wissensdurst sind schier unendlich und du merkst sehr oft, dass alle anderen in deinem Umfeld schnell an ihre intellektuellen Fähigkeiten kommen, wenn sie sich mit dir unterhalten. Nicht selten beleidigst du andere als dumm, manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Du weist, dass du eigentlich derjenige bist, der nicht normal ist, der weit über dem Durchschnitt liegt. Dennoch entzieht es sich oft deinem Verständnis, wieso man die einfachsten Sachen nicht wissen kann. Nur sind sie eben meistens nur für dich einfach und für andere nicht.

Durch deine militärische Vorausbildung zu Hause hattest du es an der Cliffbane Academy zumindest einfacher dich durch den Unterricht zu bewegen. Wieso du dich für den Quintant der Flieger entschieden hast, kannst du wohl auch nicht so direkt beantworten. Vielleicht, weil deine Schwestern beide ebenfalls dort waren und du ihnen gefolgt bist oder, weil du Greifen magst oder oder. Möglichkeiten gibt es viele und du hättest dir zumindest gewünscht, dass deine Gabe nicht durch Berührung funktioniert. Denn Berührungen sind dir meist zu wider, vor allem mit fremden Personen. Bei vertrauten Personen ist es meist eher unangenehm, zumindest, wenn du nicht damit gerechnet hast. Es kommt sogar ganz selten vor, dass du von dir aus Nähe suchst, aber das lässt sich im Jahr wohl an einer Hand abzählen. Es gibt wenige Menschen die dir wichtig sind und darunter fällt wohl auch das Schwadron in dem du seit knapp fünf Jahren zugeteilt bist. Sie sind eine Art Zweitfamilie für dich geworden, auch wenn du dennoch eher immer der Sonderling bist der am Rand steht und beobachtet.

Du warst noch nie besonders redselig oder gesellig gewesen, aber der Tod deiner Partnerin vor gut drei Jahren hat dich verschlossener werden lassen. Manchmal, wenn alles ruhig um dich herum wird und deine Gedanken die Möglichkeit bekommen abzudriften, denkst du noch an den Angriff von vor drei Jahren. An ihren Gesichtsausdruck, der dich nachts noch schlechter schlafen lässt als sowieso schon. Personen die dich nicht gut kennen, werden wohl kaum eine Veränderung in deinem Verhalten wahrnehmen, aber Personen die enger mit dir zu tun haben, merken, dass du weniger redest, dass du dich noch weniger anderen öffnest emotional als vorher. Der Schmerz über ihren Verlust und die Grausamkeit ihres Todes sitzt immer noch tief, vielleicht auch deshalb, weil du seitdem kaum mit jemanden darüber gesprochen hast und einfach weitermachst, irgendwie.
16 Ingameposts | 01.05.2025, 14:21
Militär Poromiel
gespielt von Lini
31 Jahre
Reiter
Manche Leben sind schon vorbestimmt, bevor sie überhaupt angefangen haben. Nicht unbedingt, welchen Weg du gehen wirst - sondern an wessen Seite du diesen Weg gehst, war schon lange vorbestimmt. Für dich war es irrelevant, ob dein bester Freund ein Prinz oder ein Bauer war. Für deine Eltern war es natürlich ein Segen, dass der Prinz und du relativ gleich alt wart und somit standen die Chancen gut, dass ihr euch anfreunden würdet. Dein Leben spielte sich schon von klein auf am königlichen Hof in Calldyr Stadt ab. Du lerntest die Gepflogenheiten, alle Dinge die man wissen musste und gleichzeitig wurdest du darauf vorbereitet, dass du als Schwert und Schild den Prinzen beschützen würdest. Eine Aufgabe in die du hinein gewachsen bist und die deine höchste Pflicht darstellte. Für dich war klar, wo Zeke hinging, würdest du folgen und auf ihn aufpassen - im Zweifel dich vor ihn stellen und dein eigenes Leben opfern, um seines zu retten.

Eigentlich hättet ihr gemeinsam zur Infanterie gehen sollen, danach zurück an den königlichen Hof kehren und euch nicht euer Leben lang für das Militär verpflichten. Aber Zeke hatte andere Pläne und deine Pläne änderten sich mit. Für dich war es weniger ein Zwang, du hast es gerne gemacht - weil Zeke dir eben auch so am Herzen lag. Du warst schon immer ein Mensch der für andere durch die Hölle gehen würde, die ihm wichtig waren. Also seid ihr über den Viadukt gelaufen und habt dadurch euer Schicksal besiegelt Drachenreiter zu werden. Du wusstest nicht, was Zeke dazu getrieben hatte, aber es war auch egal, immerhin warst du bestens darauf vorbereitet auch körperliche Anstrengungen zu bewältigen. Somit war es kaum überraschend, dass du in Basgiath zu den Besten gehörtest und auch keine Probleme hattest, Zeke mit deinen Fäusten zu verteidigen - oder andere Personen die dir wichtig waren. Neben deiner Pflicht den Prinzen zu beschützen, hast du es dir aber auch in Basgiath gut gehen lassen - immerhin könnte als Reiter jeder Tag der Letzte sein?

Ob es überraschend war, dass ein Roter dich gebunden hat? Eigentlich nicht. Auch, wenn du ruhig und kontrolliert wirken kannst, so bist du doch auch temperamentvoll und es ist noch weniger eine Überraschung, dass du die Sturmmanipulation als Siegelkraft entwickelt hast. Für Oro bist du der erste Reiter und zusammen seid ihr mehr als nur eine Naturgewalt, die sich selten bis gar nicht unter Kontrolle bringen lässt, wenn ihr es nicht wollt. Nach der Ausbildung wurden Zeke und du natürlich an einen gemeinsamen Stützpunkt versetzt, gemeinsam in eine Staffel natürlich. Auch heute noch achtest du auf deinen besten Freund, deckst ihn, wenn er mal wieder verschwindet - selbst wenn du nicht weist, was er eigentlich immer treibt. Du gehst davon aus, dass er gute Gründe hat es nicht zu sagen - bist aber trotzdem eigentlich schon sehr neugierig, was Zeke da eigentlich immer anstellt.
4 Ingameposts | 30.03.2026, 06:17
Militär Navarre
gespielt von Josi
41 Jahre
Reiter
„Jacoby... Mercer“... Verwirrung zeichnete den Blick zweier Männer. Der eine war beim ersten Wort sichtlich irritiert, der andere bei der Aussprache des zweiten kurz ins Stocken geraten. Bei Mercy dauerte es nur einen Sekundenbruchteil, weil er schließlich prinzipiell schon wusste, dass das nun einmal sein Vorname war, auch wenn er ihn seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gehört hatte. Einfach niemand nannte ihn so, nicht einmal mehr seine eigene Mutter, so selten er auch mit ihr zu tun haben mochte. Er stellte sich nicht damit vor, wenn er jemanden kennen lernte, außer man fragte ihn explizit danach und er fühlte sich jedes bescheidene Mal nur begrenzt angesprochen, aber es war sein fucking Vorname. Der letzte Mensch, der ihn regelmäßig verwendet hatte, war sein Vater gewesen und genau an diesem Aspekt, hing vermutlich der andere Mann gedanklich, der kurz in seiner Akte blätterte und das Blatt mit persönlichen Daten kritisch musterte. Irgendwo darin würde stehen, dass er der Sohn des Herzog von Luceras war und die Tatsache, dass er ganz offensichtlich nicht den Nachnamen Terrell trug, reichte wohl aus um ihn als Bastard zu brandmarken. Tja. Sein Vater war tot, spielte also nicht mehr wirklich eine Rolle. Seine Stiefmutter würde seine Existenz sicher am liebsten vergessen, außer er war ihr gerade nützlich. Die spielte also auch nicht wirklich eine Rolle, aber da waren seine Schwestern und die waren wichtig. Das Wörtchen halb hatte für Mercy keinerlei Bedeutung, außer vielleicht bei dem Jüngsten, dem Halbbruder zu dem das Verhältnis nicht ganz so eng war, aber wenn man mal ehrlich war und das war er generell eher zu oft als zu selten, hatten sie auch nichts gemeinsam. Anders sah es da bei der Familie mütterlicherseits aus, ebenfalls ein Halbbruder, ebenfalls jünger als er selbst. Familienstand? Mercy zog eine Augenbraue hoch, ein ganz kleines bisschen genervt. Ledig, nannte man das wohl offiziell, auch wenn es in seiner Vergangenheit jemanden gegeben hatte. Nur hatte das wirklich nicht funktioniert und noch heute ließ man ihn mit ihr besser nicht allzu lange in einem Raum allein. Vielleicht gab es sonst Tote, oder sie hatten mal wieder Sex. Kinder? Ein Sohn, von dem er schon immer gewusst hatte aus eben jener verkorksten Beziehung und dann das, was einem bei seinem Lebensstil in der Vergangenheit vielleicht nicht wirklich überraschte. Eine Tochter, von der er erst kürzlich erfahren hatte. Eine Tochter, die er sich nun bemühte kennen zu lernen. Und weiter? Mercy mochte es mal so ausdrücken: bisher hatte sich sonst noch niemand bei ihm mit der Behauptung gemeldet, er wäre noch mal Vater. Mit seinen 41 Jahren war er immerhin auch noch nicht raus aus diesem Spiel, auch wenn Familiengründung nicht unbedingt in sein aktuelles Lebensmodell zu passen schien, die Gefahr zu sterben war zu präsent, beinahe jeden Tag. Als Reiter in einer Staffel, die manchmal nur halb im Spaß Selbstmordkommando genannt wurde, war ja nicht unbedingt gesagt, dass er mal ein alter Mann wurde. Die Vorstellung war für Mercy aber auch selbst eher unvorstellbar, alt sein, eingeschränkt in Stärke und Beweglichkeit, hilfsbedürftig vielleicht sogar. Für den eigenständigen, selbstbewussten Mann war das kein erstrebenswertes Ziel. Dann lieber der Tod, vielleicht ruhmreich. Er hatte eh schon mehr erreicht, als er in seiner Jugend mal erwartet hatte. Verdammt viel mehr. Er war höher gekommen, als in den dreckigen Straßen von Blenanchor, gewagt hatte zu hoffen. Bis auf den Rücken eines Drachen und über die Wolken. Gleichsam hatte er weniger zu Verlieren als Menschen aus intakteren Sozialgefügen, weil die Welt sich auch ohne ihn weiter drehte, die Menschen die ihm am Herzen lagen, ohne ihn Leben, vor allem Überleben konnten. Nicht unbedingt wichtig zu sein war manchmal auch ein Vorteil, als Soldat, als jemand für den der Kampf zählte, manchmal mehr als der Sieg und das ihm das Überleben anderer manchmal wichtiger war, als das eigene, grenzte vielleicht ein bisschen an Wahnsinn, aber es waren schon immer eher Menschen gewesen, mehr als Dinge, für die er lebte.
98 Ingameposts | 09.02.2025, 15:22
Militär Navarre
gespielt von Berrie
36 Jahre
Infanterist
Du gehst. Gehst einen Schritt nach dem anderen. Nimmst die Hürden, siehst sie auf dich zukommen, sie rollen wie die meterhohen Wellen eines Meers, das du nicht gesehen hast, auf dich zu. Du überwindest sie, als seien sie nur eins: Illusionen in deinem Kopf. Der Glaube an dich geht weiter als Hoffnung, ist Teil von dir. Verankert in jedem Zentimeter, in deinem Geist, in deinem Körper, in deinem Selbst. Glaubst daran, dass du dieses Leben leben kannst, dass du jede Schwierigkeit meistern kannst, gleich, was sie dich kostet. Der Preis war hoch, hätte dich zaudern lassen können. Aufgeben lassen können. Mit einem Fuß über der Klippe, hast du die Schlucht vor dir gesehen. Aussichtslos, endlos weit und so tief, dass du den Grund nicht erkennen konntest. Du hast dich ihr gestellt; dieser Herausforderung. Und tust es noch. Jeden einzelnen Tag.

Du fällst. Die Realität stellt sich dir entgegen, kein Schwert, kein Hammer, keine Axt konnte dir helfen, den Gegner zu bezwingen, der in deinem Kopf sitzt. Spürst noch immer die Schmerzen, sie pulsieren, genau dort, wo einst ein Teil von dir war, der heute fehlt. Eine Hand zur Faust geballt, ringst du sie nieder, die Dämonen. Die Qual, die dich einholt, wenn die Wolken sich dicht über dem Himmel verschließen. Das Ziehen und Zurren, das Pochen. Du bist unvollständig – und bist es nicht. Nie gewesen, für immer gezeichnet. Stolperst, verlierst dein Gleichgewicht, die Waage in dir gerät aus dem Lot, doch wo anfangen, wo beginnen mit dem Kampf gegen den eigenen Körper? Du gibst nicht auf, nie, bist ein Kämpfer, beißt die Zähne zusammen, spürst das Leder in deinem Kiefer, das den letzten Schrei schluckt. Wenn du träumst, träumst du vom Laufen.

Du rennst. Gegen deine eigenen Grenzen an, gegen die Mauern, die sich vor dir aufbauen. Überwindest täglich neue, als Pendant zu Träumen, die du auch ohne Schlaf leben willst. Glaubst an den Grund, für den du morgens aufstehst, glaubst an den Wert, den Freiheit besitzt. Kein Verlust groß genug, der Ziele und Ideale aus drei Jahrzehnten zerstreuen könnten. Bist nicht gebrochen, nicht zerbrochen, nicht daran, dass du nicht mehr ganz, nur noch halb bist, nicht an den Blicken, nicht an den Zweifeln, nicht an all den schweren Worten. Du lebst für deinen Dienst, lebst für die Person, die du bist, für den Wert, den du bringen kannst. Weiter, weiter, immer weiter treibt es dich. Muss dich mehr kosten als ein Bein, um dich zu verlieren.
6 Ingameposts | 22.09.2025, 07:57
Militär Navarre

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