Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Berrie
33 Jahre
Sonstige
Die Uhr schlägt Mitternacht; doch du bist wach. Bist’s nie nicht, bist immer da, immer auf, die Lider schwer; doch du bist wach. Schatten tanzen an den Wänden deiner kleinen Wohnung, sparsam ist sie, bietet Bett und Tisch, Stuhl und Bad, doch mehr nicht. Mehr nicht. Kaum persönlich, kaum Zuhause, nur ein Ort zum Schlafen Aufhalten. Kein Zuhause, kein wirkliches, kaum Bilder auf den Tischen, keine an den Wänden, Kerzen, die abgebrannt sind, Wachs, das auf dem Boden klebt. Leere Teller, Essensreste, Kleidung auf dem Boden, ein Schuh im Flur, einer im Schlafzimmer, fehlt nur der Sock an der Gardinenstange. Das Chaos in deinem Inneren spiegelt sich nach außen, würdest gerne schreien, schreien, SCHREIEN, doch kannst nicht. Stattdessen nur Stille, die deine Lippen zu einer schrägen Grimasse verziehen lässt, was irgendwann vielleicht ein Lächeln hätte werden können.
Wo ist der Junge hin, der du gewesen bist? Tot. Wo ist die Loyalität hin, die dich dein Leben lang aufrecht gehalten hat? Tot. Zusammen mit tausend und mehr Seelen. Sinnlos. Sinnlos. So – sinnlos. Macht dich wütend. Und du willst wieder SCHREIEN, doch du kannst nicht. Stattdessen schließt du die Tür deines Wandschranks. Ein doppelter Boden, eine herausnehmbare Rückwand. Dahinter: Blätter. Fetzen. Papiere. Rote Fäden. Reimst dir seit Jahren immer mehr zusammen, teilweise mit Hilfe, teilweise ohne. Bist schon hundertmal falsch abgebogen, bevor die Wahrheit dich ereilt hat. Du denkst und denkst und zerdenkst. Besonders jetzt, besonders nachts. Wenn du schlafen solltest. Aber nicht kannst. Nie kannst. Denn die Uhr schlägt Mitternacht; doch du bist wach.

Du zählst einen Geist, zwei Geister, drei Geister. Sie verfolgen dich, sind deine Geißel. Hast nichts tun können. Zu weit weg. Nur ein einfacher Soldat. Unwissend. Gibt mehr Argumente für als gegen dich, doch du liest sie anders. Als wär die Schrift, die vor dir liegt, gar nicht echt. Als könntest du die Buchstaben einfach anders anordnen. Hast alles hinter dir gelassen. Erst deine Familie. Dein Zuhause. Dann deine Aufgabe. Deine Zukunft. Nur noch Scherben vor dir und du trittst willentlich rein. Wie ein Mahnmal. Narben an deinen Füßen, Narben auf deinem Herzen. Schaffst es nicht in die Heimat. Nicht nachhause. Wo ist das eigentlich? Hast Mauern um dich errichtet, so hoch, dass nicht mal du drüberschauen kannst. Ist dunkel hinter deinen Mauern. Geradezu immer Nacht. Ist bequem hier. Ein Geist, zwei Geister, drei Geister als Gesellschaft. Sie beschweren sich nicht über den Zyniker, zu dem du geworden bist. Sind immer da, wo sonst nichts (mehr) da ist. Briefe deiner Familie? Stapeln sich unbeantwortet. Bist gut darin geworden, allein zu sein; mit deinen Geistern. Bist gut darin geworden, immerzu alle Zelte abzubrechen. Dich einzulassen auf Neues. Dein Leben zu riskieren für die Sicherheit anderer. Richtig und falsch. Riskierst dein Leben buchstäblich für die Unversehrtheit derer, die du begleitest. Postkutschen, Handelskarawanen. Manchmal auch nur kleine Güter. Briefe, Korrespondenzen, Päckchen. Als besseren Postboten kann man dich bezeichnen. So tief gefallen, vom vielversprechenden Soldaten. Doch während du reitest, so schnell wie der Wind, während du kämpfst, mit allem was du hast, während du sicherst, was in deiner Verantwortung liegt, ist es ein anderes, ein höhere Ideal. Für die Sicherheit derer, die sich nicht selbst sichern können. Hilfe für die, die sich nicht selbst helfen können. Bist viel, viel zu weit weg von ihnen und hast trotzdem jeden Tag die ein, zwei, drei Geister im Gepäck.
5 Ingameposts | 26.11.2025, 14:43
Zivil Navarre
gespielt von telfi
22 Jahre
Reiter
Wenn ein Sturm aufzieht und der Wind beginnt an der Kleidung zu zerren, der Himmel sich zusammenzieht und die Wolken nur brechen um heulend zu platzen, dann steht Raigan nicht weit weg. Inmitten davon fühlt er sich wohl, wenn er von einer Richtung zur anderen gezerrt wird und die Stürme eigentlich nur manches Mal sein inneres Chaos mimen.
Raigan ist der Sohn eines Drachenreiters und einer Heilerin. Der Drache seines Vaters ist ihm so vertraut, wie ein Familienmitglied, obwohl keinerlei sprachlicher Austausch passiert ist. Der Respekt und die Liebe vor und für Drachen, damit ist er aufgewachsen. Schon als kleiner Junge hat er mit den Händen am Fenster die Wesen in der Luft beobachtet. Eine Zeit lang sass noch seine Schwester neben ihm, die eine ähnliche Begeisterung für sie hegte. Aber nicht nur Drachenwissen war es, was Raigans Intelligenz und Wissensdurst bereits von Kindsbeinen an begleitet hat. Auch seiner Mutter sah er schon immer gerne über die Schulter, begleitete sie nach draussen, roch an den Tinkturen und Salben, die sie anmischte und fragte meistens etwas zu viel, als zu wenig. Ray ist wie ein Schwamm, ein Nimmersatt was Lernen angeht. Er schaufelt es in sich, als wäre er ausgehungert und findet sich danach manchmal etwas zu übersättigt vor. Sein Kopf versuchte schon immer ihn in einer Art Duell zu schlagen. Raigan hat schon früh gemerkt, dass Bewegung dagegen hilft, das Auspowern, das Entlangwandern und Überschreiten seiner physischen Grenzen. Er klettert und rennt, schwimmt und turnt. Erst, wenn er fast nicht mehr zu Atem kommt, wird sein Kopf manchmal ruhiger.
Raigan hat als kleiner Junge seine Schwester verloren und fragt sich noch heute manchmal, wenn nicht, ob sie beide als Drachenreiter geendet wären oder er doch seiner Mutter nachgeeifert hätte. Manche tragen Verluste mit sich, wie eine stählerne Haut, als würde es sie abhärten. Aber in Wahrheit stumpft es sie nur ab. Raigan trägt seine Gefühle im Gesicht, sie spiegeln sich in seinen Augen, der Art, wie er die Schultern manchmal hochzieht oder, wie er Luft holt. Das macht ihn nicht zu einem schlechteren Staffelführer, sondern zu einem verständnisvolleren.
Er ist ein Romantiker, wie seine Mutter. Er wird sein Herz wahrscheinlich nur einmal verlieren und das glaubt er bereits getan zu haben. Mit seiner Kameradin Wynne verbindet ihn mehr als nur Vergangenheit. Er sieht die Zukunft. Fraglich ist nur, ob sie es auch tut. Und auch das hält ihn manchmal wach. Darüber kann er mit seinem Vater sprechen, aber sobald er das Gesicht verzieht kickt der Instinkt gerade zu viel geteilt zu haben.
Bree, die Drachendame, die ihn gewählt hat, kennt ihn schon länger als bloss vom Marsch nach dem Gauntlet. Raigan hat sie bereits als Kind beobachtet, damals noch mit einem anderen Reiter. Ihre Wahl hat bestimmt dazu beigetragen. Seine nicht, denn Menschen wählen nicht wirklich. Dennoch fühlt er sich ihr dadurch noch einmal näher, vielleicht auch weil sie die gemeinsame Erinnerung an ein kleines Mädchen haben.

18 Ingameposts | 23.05.2025, 20:54
Basgiath War College
gespielt von Jella
32 Jahre
Reiter
01. Oktober 633
Wer bin ich? Wer bin ich? Ich weiß es nicht. Die längste Zeit meines Lebens war ich Fyon Eadhan, großer Bruder von drei kleinen Geschwistern. Bin immer noch der Größte, wenn’s um Körpergröße geht. Aber nicht mehr, wenn’s darum geht, was ich ihnen bedeute. Heute bin ich großer Bruder von zweien. Zwei, nicht drei. Und ich glaube ich bin auch keine Bezugsperson mehr. Nicht wie früher. Früher habe ich den großen leeren Schatten meines Vaters gesehen und habe mich gestreckt, um ihn zu füllen. Ich habe meine Arme ausgebreitet und aufgefangen, was ich auffangen konnte. Ich war Kind und war Erwachsener. Ich war Kind und war’s für sie doch nicht. War der, der immer da sein wollte und irgendwann doch ins College musste. Aber damals habe ich noch geglaubt, ich würde das Richtige tun. Ich würde nicht nur den Schatten, sondern auch die anderen Leerstellen für sie füllen. Wollte Vorbild sein. Und wollte, dass sie sich entscheiden können, als ich die dunklen grünen Sachen nach meinem Weg übers Viadukt gegen Reiterschwarz getauscht habe. Das war keine Momententscheidung – war nie der Typ dafür, wenn’s um Wichtige ging. Im Kleinen tu’s ich manchmal noch heute: da verlass ich mich auf mein Bauchgefühl. Da lass ich mich leiten, wenn’s nichts zerstören kann. Aber wenn es um das Große geht. Um die richtig wichtigen Entscheidungen, dann verlass ich mich auf meinen Denkapparat. War damals aber keiner von denen, von denen man sich Großes erhofft hat, wenn ich ehrlich bin. Es hat sich mehr angefühlt, als würd’s mir in den Schoß fallen. Der schwarze Drache, das Heilmachen. Das Besonderssein, von dem ich eigentlich immer noch denke, ich bin’s nicht. Nicht besonders herausragend. Ich bin an meinen Aufgaben gewachsen. An dem, was die Magie aus mir gemacht hat. Und ich hab‘ mich darauf stoßen lassen, von der Präsenz in meinen Gedanken, dass die Siegelkraft schon irgendwie passt.

Früher wollte ich immer alles reparieren. Dinge wie das liebste Spielzeug meiner kleinen Schwester, aber auch schwere Herzen, wenn mein Vater wieder gegangen ist. Wollte es leichter machen, anstatt schwerer. Ich glaube das will ich immer noch. Aber an manchen Tagen fühle ich mich heute selbst so schwer, dass ich nichts mehr nehmen oder geben kann. Heute kann ich mich selbst nicht reparieren. Fällt mir leichter heute Fremden zu helfen, meiner Aufgabe in meiner Staffel nachzugehen, als mich den deutlichen Spuren der letzten Jahre in meiner Familie zu stellen. Dort sind die Erinnerungen lauter. Und die Schuldgefühle. Fühl mich schlecht, wenn ich erst auf den vierten Brief antworte. Fühl mich schlecht, wenn ich ihnen nicht geben kann, was sie von mir wollen. Ich bin nicht mehr Fyon, der gute Freund. Bin für viele nur noch Fyon, der nie zurückschreibt. Nicht am Stützpunkt, weil das mein Alltag ist. Weil ich in den Strukturen bin, was ich sein muss. Ich bin ein Reiter, der weitermacht. Es gibt keine andere Möglichkeit. Also grinse ich, scherze manchmal, rede nicht drüber und fühl’s doch. Irgendjemand hat gesagt, es wird leichter. Find’s nur leichter mich davon abzulenken, nicht damit umzugehen. Wär vielleicht wirklich leichter, wenn meine Magie auch an mir selbst funktionieren würde. Tut sie nicht. Würde sich sicherlich auch anfühlen wie Verrat. Wer bin ich? Ich bin immer noch Fyon Eadhan. Aber ich bin’s auch nicht mehr. Nicht mehr die Version, die ich war, bevor sie gestorben ist.

Fyon Eadhan. Reiter. Heilmacher. Großer Bruder. Irgendwann werde ich alles davon wieder besser sein. Irgendwann weiß ich wieder, wie ich letzteres sein kann. Bis dahin bin ich die Worte auf dem Papier und erinnere mich daran, wie an so viel anderes.
28 Ingameposts | 22.06.2025, 12:46
Militär Navarre
gespielt von Josi
32 Jahre
Flieger
Die Schiffsglocke schlägt fünf. Zeit das Stundenglas ein weiteres Mal zu drehen. Der diensthabende Wachposten tut's, wie ich aus dem Augenwinkel seh, auch wenn das Tageslicht bisher nur dämmert. Neben mir steckt Paidi noch mal seinen Schnabel unter einen Flügel, die Tage auf dem Schiff beginnen früh, die Abläufe hier sind mir vertraut, so wie das Geräusch der schlagenden Wellen gegen den Rumpf der Darakor und das leichte Schaukeln meiner Hängematte.

Bin seit Jahren hier stationiert, aber es ist nicht nur der Außenposten meines Dienstes, ist mein zu Hause geworden, nicht mein Schiff, aber meine Heimat. Mehr als alles zuvor. Von der Darakor sagt mehr über mich aus, als der Nachname meines Vaters Szatari, den ich noch immer trage, auch wenn's ihn nicht mehr gibt. Oder vielleicht doch, wer weiß das schon, ich weiß nur, dass er weg ist. So wie ich weiß, dass meine Mutter irgendwo in der Hauptstadt ist, vielleicht noch mit ihrem 7. Ehemann, vielleicht im Versuch den 8. in der königlichen Familie zu finden.

Spielt kaum eine Rolle, nicht mehr, hat mir lang genug im Weg gestanden. Das schlechte Gefühl und ich mir selbst. Das nirgendwo dazu gehören, bis ich meinen Platz endlich gefunden hab. Hab das gehofft, dass mit dem Flieger werden auch ein Platz für mich kommt, der passt. Dass ich nicht nur die Gesellschaft eines Greifen finde, für immer, sondern auch die von Kameraden. Hab was besseres gefunden. Familie.

Nicht die, die ich selbst gegründet hab. Vielleicht irgendwann. Sondern die, in die ich aufgenommen wurde, von jenen die schon vor mir hier waren, so wie wir jeden aufnehmen, der dazu kommt. Denk trotzdem darüber nach, über Familie. Vor allem seit dem sie hier ist. Die Frau, an die ich denke, wenn man mich fragt, wen ich schön finde oder nach wem ich mich sehne, wenn ich alleine einschlafe.

Ist immer sie, war immer sie. Junia. So wie's immer ich bin, der bei Sonnenaufgang als erstes in die Wellen springt um zu schwimmen, um richtig wach zu werden, an jedem neuen Tag, egal bei welchem Wetter. Dann das Frühstück, mach's gern, wenn die Anderen endlich alle aus ihren Kojen gekrochen sind und die die Nachtschicht hatten noch was mit essen bevor sie schlafen gehen.

Bin dankbar für jeden neuen Tag, den das Meer uns erleben lässt. Bin neugierig, wohin die Winde uns morgen tragen. Auf zu fremden, unbekannten Orten, macht mir nichts aus. Ist überall ein bisschen zu Hause, mit diesem Schiff und dieser Mannschaft, mit unseren Greifen und unseren Freunden. Und mit ihr. Nach so vielen Jahren endlich mit ihr, nach getaner Arbeit irgendwo an Deck sitzen, bis die Sonne unter gegangen ist, als tät sie's nur für uns.
16 Ingameposts | 18.07.2025, 20:46
Militär Poromiel
gespielt von Miri
35 Jahre
Reiter
Heimaturlaub.

Mama legt ihre Hand auf deine, das hat sie schon gemacht als du noch klein warst, immer dann, wenn sie glaubte, dass du was ausbrütest. Du lächelst, sagst: alles gut, du Herz und stehst auf, streichst ihr über den Kopf. Ein Kuss auf ihr Haar bevor sie zu Bett geht. Gefahr abgewendet. Das kannst du gut. Deeskalieren. Manchmal gewaltsam.

Eine Eigenschaft, die sie schon zu Schulzeiten an dir schätzen, selbst dann, wenn du zwei raufende Rookies mit Schatten voneinander reißt. Dann, wenn du in taktischen Besprechungen zeigst, was dir dein Vater alles beigebracht hat, dann wenn du weißt: besser nachgeben und abnicken als in den Sturm fliegen. Innerlich brodelnd. Sicher, aber das Lächeln, das bleibt, kämpft sich tapfer auf deine Züge (alles gut).

Niemand ist dabei, wenn du später doch noch irgendwas gegen die Wand wirfst, wenn du fluchst, schreist, Schatten den Raum fluten, bis alles, alles, alles raus ist. Dann ist nicht alles gut, aber es ist kurz besser.

Leben.

Du bist charmant, lustig. Du sitzt mit den anderen zusammen, Schulter an Schulter. Spielst Karten und hast die Würfel in der Hand, du bist ein guter Verlierer, dann, wenn es um nichts geht. Der Ehrgeiz, der hinter deiner Stirn lauert, in morgendlichen Laufrunden steckt, der ist es der dich eigentlich bestimmt. Die Illusion, dass das nach der Schulzeit aufhört ist — dünn. Ambitionen bedeuten etwas anderes, wenn es darum geht das Land zu schützen, die Menschen zu schützen. Dein Antrieb so persönlich, so nah wie er nur sein könnte. Du kennst Verlust. Niemand fragt: was würden Sie tun um ihre Heimat zu schützen, weil die Antwort so sehr in dir brennt, dass kein Platz für fragen ist. Alles, du würdest alles tun.
Du erklärst, zeigst, übst. In der Schule verbringst du mehr Zeit mit denen, die sich schwer tun, nicht das selbe hatten wie du. Da fließt die Zeit rein. Dein Vater wird später sagen, dass das gut war, eine schöne Idee um andere auf dich aufmerksam zu machen, sehen zu lassen wie gut und wichtig du für Navarre sein kannst. Er kommt nicht auf die Idee, dass du dich wirklich für andere interessierst, dass es dir gut tut zu helfen und dein Brustkorb vor Stolz schmerzt, wenn du siehst wie andere besser werden.

Du nimmst das Lob trotzdem, die Anerkennung. Das Wissen, dass dein Name irgendetwas bedeutet, nicht nur in Verbindung mit deinem Vater, sondern auch mit dir. Mama ist stolz, wenn du erzählst wo du eingeladen bist, was die Staffel leistet von der du ein Teil bist, wenn du erzählen kannst, dass es Menschen gibt, die an deine Zukunft glauben.

Man muss schon sehr genau hinsehen um in all dem die bittere Note zu entdecken. Wie sehr er in all dem drin steckt. Dem Wunsch anderen das zu geben, was er nie haben konnte, besser zu sein weil er’s gewollt hatte, anderen den Schmerz zu ersparen den du kennst. Alles für das kleine Bild in deiner Fliegerjacke, das niemand sieht.

Fliegen.

Deine Trauer findet einen gegenüber in ihrer.
Wie eine Melodie, die aus deiner Leerstelle klingt und irgendwo hinter den Schuppen widerhallt. Da ist ein Verständnis füreinander, eine eigene Sprache, ein Empfinden, wie du es sonst nicht hast. Es ist besser, weit Oben in der Luft und es ist besser, wenn du dich konzentrierst, Muskeln angespannt. Dann denkst du selten an den der nicht ist. Nicht so wie Zuhause, oder Nachts in deinen Träumen, wo er überall ist, ist, ist. Dein Name in seiner Stimme klingt. Du hast keine Sprache dafür finden müssen, weil da einfach Verständnis ist.

Sie ist diejenige, die sich nie Sorgen darum macht, dass die Schatten zu viel sein könnten, die echten, die unechten. Die mit dem gehässigen Lachen und die Gedanken ausspricht, die du hinter dem Lächeln, dem alles gut, versteckst.
406 Ingameposts | 26.03.2025, 21:40
Militär Navarre
gespielt von Berrie
42 Jahre
Reiter
Du warst vier, als du das erste Mal deine Sachen gepackt, deine Heimat verlassen hast. Sieben, als Aufbruch nicht mehr ein einmaliges Ereignis für dich darstellte. Zwölf, als du endlich realisiert hattest: Beständigkeit ist kein Muster, das sich in dein Leben einweben würde. Stattdessen sind da viele lose Fäden, die in alle Richtungen zeigen, von überall aus an dir ziehen. Warst frisch zwanzig, als du das erste Mal die Schere genommen und für dich entschieden hast. Einen Lebensweg gewählt hast, der konträr zu allem steht, was du die letzten Jahre über erlebt und kennengelernt hast. Reiter stand lange Zeit nicht auf deiner Wunschliste. Wurde nicht in sauberen schwarzen Buchstaben verewigt, direkt neben all den anderen Gedanken und Gefühlen, die du täglich dokumentiert hast. Mit deinem Schritt in die Selbstständigkeit hast du sie alle verworfen, hinter dir gelassen. Den Ballast nicht in den kleinen, schwarzen Rucksack geladen, der dich über den Viadukt und in ein neues Leben begleitete. Heute hast du dir, so sagt man, das Beste erhalten. Vereinst deine Vergangenheit mit deiner Zukunft, bist Diplomat wie du Soldat bist; kennst das Leben an herzoglichen, adeligen Höfen, wie das an der Grenze, im Inland und überall dort, wo man dich die letzten Jahre gebraucht hatte. Wofür war dabei schon immer ein hartnäckiges Leitmotiv. Einfach folgen, blind, ist nicht deine Art. Aufgaben auf herkömmliche Art und Weise lösen, dem Lehrbuch folgen – passt nicht zu dir. Doch aber passt du ausgezeichnet zu anderen. Kannst dich auf nahezu jede Situation, Konversation, Konfrontation einstellen, kannst mitspielen und sein, wer du sein musst. Sagen, zeigen, geben, was nötig ist, weil es das ist, was du als Kind bereits hast lernen müssen. Fäden aufnehmen. Netze spinnen. Ironie des Schicksals, dass dir diese Fähigkeit so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass sie sich auch in deiner Magie widerspiegelt. Dass es gerade diese Fähigkeit ist, die dich eigentlich zum Schriftgelehrten prädestiniert hatte – und dir nun schon seit Jahren Aufgaben beschert, die du bei den Göttern nie in Erwägung gezogen hättest. Stadtwache klingt in etwa so langweilig wie Innendienst, königliche Leibgarde schon ein bisschen besser. Mentor aber; nun, das harmoniert schon deutlich mehr mit deinem Gemüt. Bist geduldig, resilient, frust- und fehlertolerant. Und, ach ja, dann ist da ja noch besagte Magie und der Kreis, der sich schließt: die Fäden, die du spinnst, sind nie berechnend, nie auf deinen Vorteil bedacht, nie dazu gedacht, zu kontrollieren. Und doch tust du genau das, wenn du’s tun musst. Wenn sie dazu dienen, Kontrolle in eine unkontrollierbare Umgebung zu bringen. Konzentriert webst du die Netze, die sich in schimmrigem Silber um jene empfindsame Stelle legen, die Mensch und magischen Gefährten eint. Jene eine Stelle, die sie verbindet. Du umgarnst sie, buchstäblich, hältst sie fest, schirmst ab. Trennst, was nicht getrennt werden sollte und zahlst jedes Mal den Preis dafür. Für dein Land. Für deinen König. Für die Geheimnisse, die du nie hattest haben wollen, nun aber hütest wie einen Schatz. Du sprichst nicht gern von Schicksal, von Vorbestimmung. Willst deine Fäden gerne selbst in der Hand halten, selbst entscheiden, wann du wieder nach der Schere greifst und doch – fühlt es sich seit Jahren nicht mehr danach an. Fremdgesteuert, fremdbestimmt und trotzdem stets bemüht, du selbst zu bleiben.
19 Ingameposts | 03.04.2025, 10:05
Militär Navarre
gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.

Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft.

Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt.

Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
3 Ingameposts | 17.12.2025, 07:17
Militär Navarre
gespielt von Lini
36 Jahre
Sonstige
Dein Leben war nie dazu bestimmt den Weg als Reiter einzuschlagen oder wahrscheinlich eher um diesen Weg zu überleben. Doch für dich war es schon früh klar, dass du diesen Weg gehen willst, um andere zu beschützen. Vor allem, nachdem du schon dein ganzes Leben mitbekommen hast, wie Menschen in deinem Umfeld bei Überfällen getötet werden. Einfach so. Als waren die Leben komplett irrelevant und nicht existent. Also hast du dich dazu entschlossen Menschen beschützen zu wollen und am besten konntest du dies auf dem Rücken eines Drachen - zumindest nach deiner Auffassung. Deine Familie war nicht begeistert von deinem Plan. Sie versuchten dich zu überreden dich einem anderen Quadranten anzuschließen. Immer und immer wieder hörtest du, dass du den Reiterquadranten nicht überleben würdest. Vielleicht hatten sie recht, aber du wolltest es versuchen. Also hast du angefangen dich vorzubereiten. Deine Familie konnte dir dabei nicht helfen, wurde doch nie einer aus diesen Reihen zum Reiter. Du wärst der Erste - solltest du es schaffen. Also hattest du dich mehr als nur bemüht und angestrengt. Alles was du hattest, hast du rein gesteckt, um dich vorzubereiten. Wahrscheinlich warst du dennoch weit hinter den Kadetten die von ihren Familien darauf vorbereitet worden waren. Trotzdem hast du den Weg zum Basgiath War College angetreten und trotzdem hast du dich dem Reiterquadranten angeschlossen. Der Viadukt war noch dein geringstes Problem, weil du Gleichgewicht viel trainiert hattest - so gut es eben ging in deinem Heimatdorf und deinen begrenzten Mitteln. Der Gaunlet hatte dir mehr zu schaffen gemacht und du warst lange Zeit hinter den anderen Kadetten von den Leistungen. Dennoch hattest du weiter gekämpft und auch den Gauntlet schließlich überwunden, ebenso wie deine erste Präsentation und das erste Dreschen. Aber kein Drache hatte dich in deinem ersten Jahr gebunden. Also musstest du es erneut versuchen im zweiten Jahr. Ob du Angst hattest, als ein imposanter, gigantischer und furchteinflößender roter Skorpionschwanz direkt vor einen anderen Kadetten verbrannte? Ziemlich. Ob du weiter gemacht hattest? Sowas von! Beim zweiten Dreschen wurdest du schließlich von eben jenem roten Skorpionschwanz gebunden, der sich dir als Smash vorstellte. Mühsam konntest du auf seinen Rücken klettern und dich in den Sitz begeben ehe er abhob. Das war wohl mitunter das unbeschreiblichste Gefühl überhaupt für dich. Es war wohl Smash zu verdanken, dass er dich im Sitz hielt und du nicht direkt den Tod bei deinem ersten Flug fandest und ihr schlussendlich am Flugfeld gelandet seid. Man sollte meinen, dass die Gefahren mit einem Drachen weniger werden sollten. Allerdings fanden andere ungebundene Kadetten, dass du Smash nicht verdient hattest und man hatte versucht dich zu töten. Smash warnte dich und einer der Kadetten war der Erste den du getötet hattest. Den anderen hattest du schwer verwundet, ehe der Dritte sich verzog. Deine Verletzungen waren zwar auch nicht ohne, aber die Heilkundigen bekamen dich wieder hin. Das Band zwischen Smash und dir wurde stärker mit jedem Moment den ihr zusammen überstanden hattet. Jeder Kampf hatte euch näher zusammen geschweißt und ihr wurdet zu einem eingeschworenen Team. Ein gefährliches Duo welches es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die navarrische Bevölkerung vor allem zu beschützen - wobei Smash‘ Gründe wohl eher hauptsächlich darauf lagen die Drachen und das Vale zu schützen, während die Menschen eher an zweiter Stelle standen. Außer vielleicht sein Reiter, den er nicht nur einmal beschützt hatte.

Dann kam der 27. August des Jahres 633 n.V. und der Angriff der Veneni und Wyvern, was das Leben von Kastiel wurde komplett über den Haufen geworfen hatte. Unfreiwillig wurde er Teil eines Staatsgeheimnisses und es glich wohl eher einem Wunder, dass er und - bis auf zwei arme Seelen die Malek übergeben wurden - seine Staffel lebendig aus dieser Sache herauskamen. Doch damit war das Grauen nicht vorbei und die Staffel musste eine folgenschwere Entscheidung treffen, als eher durch Zufall ein Gespräch belauscht wurde und man davon ausging, dass sie getötet werden sollten aufgrund dieses Wissens welches sie durch den Angriff erhalten hatten. Sie flogen über die Grenze nach Poromiel und von dort an führte der Weg sie in eine ungewisse Zukunft. Doch für Kastiel gab es auch einen Funken Hoffnung. Hoffnung darauf seine verschwundene Familie zu finden. Seine Schwester, seine Nichte und sein Neffe wurden nach Poromiel verschleppt bei einem Angriff vor rund drei Monaten. Trotz der Tatsache, dass er nun fernab seiner Heimat in Poromiel, genauer gesagt in Cygnisen nach ihnen suchen kann, gibt ihm ein Stück davon zurück, was er in den letzten sieben Wochen zu verloren geglaubt hatte. Immer an seiner Seite sein Drache Smash, der ihn seit der Bindung immer begleitet hatte und es auch weiterhin würde. Egal wohin der Weg sie noch führen würde.
14 Ingameposts | 17.04.2025, 14:29
Zivil Poromiel
gespielt von Miri
24 Jahre
Reiter
Du hast eine Kramschublade.
Da, hinter deiner Stirn. Was Mama ihr Nähkästchen nennt, das ist dein Kopf, oder eher dein Brustkorb? Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jeder Eindruck und jeder Impuls, alles geht immer erstmal in die Kramschublade. Hinter deiner Stirn stapeln sich Erinnerungen und Momente in denen du immer was sagen, machen, sein wolltest, aber meistens nur eins gemacht hast: geschwiegen. Geschwiegen und das Erlebte gut verstaut. Luftdicht, kugelsicher, da wo’s niemand erreichen kann, da wo’s nicht weh tut. In der Theorie. So eine Schublade ist praktisch, wenn man dazu neigt über alles zehntausend Mal nachzudenken, aber nie drüber zu sprechen. Im Gegensatz zum Nähkästchen deiner Mutter, kommt man an das Fach hinter deiner Stirn nämlich wirklich schwer ran.

Es brauch meistens mehr.
Mehr von allem um die eine Reaktion zu entlocken. Menschen müssen dir wirklich nah sein, wirklich wichtig, oder — dir wirklich auf den Sack gehen. Mit Wut ist es leichter, weil’s sich freier anfühlt. Unverbindlicher. Fragst dich manchmal, wann genau aus dir der Mensch geworden ist, der lieber drei hässliche als eine schöne Sache betont. Warum du dich versteckst hinter Dingen, die dich aufregen oder über die du mit den Augen rollen kannst.

Früher war’s so tun als sei man für alles zu cool. Rin ist zu cool um hier und da mitzumachen, Rin ist zu cool um sich darum zu kümmern was andere über ihn denken, Rin ist zu cool um Hilfe anzunehmen, der schafft das schon allein. Was genau? Alles, irgendwie. Hast zwischen dir und der Welt 'ne menge Abstand aufgebaut, Distanz. Ist leicht, wenn einem alles so egal ist — selbst wenn einem eigentlich gar nichts egal ist.
Problem ist: du bist nicht mehr fünfzehn und mit dem Kopf durch die Wand. Sondern du bist jetzt Mitte Zwanzig und hast keine Ahnung, wie du aus deiner eigenen Haut kommst. An die Schublade ran und — raus mit dem Scheiß, alles ausmisten. Rin ist jetzt nicht mehr zu cool für irgendwas, der ist zu stolz um nach Hilfe zu fragen, Rin hat zu viel Angst davor was die anderen über ihn denken, Rin hat zu oft Nein gesagt um noch irgendwo gefragt zu werden, ob er mit kann, dabei sein kann.

Und es fühlt sich gar nicht cool an.
Es fühlt sich scheiß einsam an.

Aber um daran was zu ändern, müsstest du wissen wie man aus seiner eigenen Haut kommt. Weniger Abstand, weniger Schweigen, weniger Augenrollen, vielleicht ein klein bisschen weniger: egal. Und vielleicht endlich mal ehrlich sein. Ein bisschen mehr, oder wie war das?
10 Ingameposts | 28.09.2025, 09:17
Militär Navarre
gespielt von Maj
34 Jahre
Schriftgelehrter
Vizekommandeur von Samara… mit einem Blick auf die militärisch-biographischen Daten erstaunt, dass Domacrydhan Nergal diesen Rang und Titel trägt. Ist er mit 34 Jahren doch recht jung für diesen Posten. Ist er als Schriftgelehrter doch nicht die typische Wahl in einem System, das in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Drachenreiter in Führungspositionen kennt. Standortkommandeure sind oft genug stille Posten, die – so notwendig sie sind – wenig Aufmerksamkeit erregen.
Doch es gibt zwei Gründe, aus denen heraus Domacrydhan aus dieser Stille ausbricht.

Der eine Grund liegt in seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Es ist nicht zu übersehen, dass Domacrydhan einen adeligen, vermögenden Hintergrund hat (und seine Familie es nicht auf dem Status Quo belassen möchte). Er liebt Luxus und ist daran gewöhnt, dass Menschen ihm zur Verfügung stehen. Diese betrachtet und behandelt Domacrydhan oftmals nicht ausgehend von ihrer Persönlichkeit, sondern von dem Ziel, das es zu erreichen gilt. Das macht ihn auf persönlicher Ebene kalt und manchmal gar schwer zu ertragen, wenn Provokation sein Ansatz ist, mehr Leistung heraufzubeschwören. Aus militärischer Sicht macht es ihn effizient und geeignet dafür, stellvertretend einen Standort zu organisieren und in das Wissen um die Veneniexistenz eingeweiht zu sein.
Zwei Geschwister und ein (selbstgewähltes) Zuhause haben das Leben und der Krieg ihm bereits genommen und auch Teile seines Hörvermögens und Gleichgewichtssinns eingefordert. Dass er sich von letzterem nicht einschränken lassen will, hat seine Risikobereitschaft in körperlicher und… moralischer Hinsicht erhöht. Was offiziell nur durch den Besitz eines Bordells auffällt, reicht weit tiefer in die Kriminalität hinein. Dass sich ersteres – seit seinem 6. Lebensjahr in unterschiedlicher Frequenz – wiederholt, hat Domacrydhans Umgang mit Menschen definiert. Er wahrt gleichermaßen erhöhte Distanz und begegnet vielem gleichgültig und nimmt Menschen und ihre emotionale Verbindung zueinander ausgesprochen wichtig.

Der andere Grund liegt in dem Standort, für den Domacrydhan stellvertretende Verantwortung trägt: Fast alle Reiter einer Staffel sind durch einen poromischen Angriff ums Leben gekommen. Dass der eigene Einsatz von Sumerton ausging, spielt nur geringfügig eine Rolle, denn für die Öffentlichkeit es ist Samara, wo nun eine Staffel neu aufgebaut und konzipiert wird. Für die militärische Führung ist es Samara, von wo aus jene Reiter desertiert sind, die offiziell als tot gelten. Das ist ein Unglück samt einer möglichen Sicherheitslücke, für die Domacrydhan zwar nicht zur Verantwortung gezogen wird – aber doch beweisen sollte: Es wird keine Wiederholung geben.
17 Ingameposts | 31.03.2025, 21:51
Militär Navarre
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Der Weg des Reiters ist der einzig Richtige in dieser Familie für einen Mann. Alles andere wird nicht geduldet. - Schon früh lerntest du, dass du als Mann den Weg des Reiters gehen musst, ohne Wenn und Aber. Zumindest, wenn du in deiner Familie dein Ansehen und Respekt behalten wolltest. Deine ältere Schwester würde in den Heilerquadranten gehen, Menschen helfen. Während du von deinem Großvater und Vater dazu ausgebildet wurdest, eine tödliche Waffe zu sein. Reue, Gnade oder Mitgefühl gab es nicht - das gehörte in ihren Augen in die Welt der Frauen, immerhin waren sie sowieso das schwächere Geschlecht. Das hast du dein Leben lang gelernt und auch selbst verinnerlicht - und das größtenteils bis zum heutigen Tag. Auch wenn du deine Schwester ein Versprechen gegeben hast, auf deine Nichte Acht zu geben, kommst du da nicht immer aus deiner Haut, dass du dein Leben lang gelernt hast, dass Frauen bei den Reitern nichts zu suchen haben.

Du hast in jungen Jahren mitbekommen, dass das Dasein als Reiter auch Schattenseiten mit sich zog. Schattenseiten, die kein Reiter erleben wollte und du hast es hautnah mitbekommen, als der Drache deines Großvaters beschlossen hatte, dass er das Band lösen würde, aufgrund der Tatsache, dass sein Reiter zu alt für den aktiven Dienst war und der Drache noch zu jung, um schon zurück zu treten. Du hast mitbekommen, wie dein Großvater langsam den Verstand verlor und immer schlimmer wurde, was es für dich nicht einfacher machte an der Tradition Reiter zu werden festzuhalten. Hätte es diese nicht gegeben, hättest du den Weg vielleicht auch überdacht und einen anderen gewählt. Aber es gab keinen anderen, nicht für dich. Also bist du am Tag der Einberufung dennoch über den Viadukt gegangen und hast schließlich das Reiterschwarz angelegt. Tatsächlich hast du bei deinem eigenen Dreschen den Drachen deines Großvaters gesehen, wärst du lebensmüde genug gewesen, hättest du ihn wohl auch angesprochen - aber du wusstest, dass das am Ende eh nichts geändert hätte. Es hätte nicht ungeschehen gemacht, dass dein Großvater verrückt geworden ist.

Zu deiner Enttäuschung hat dich kein Drache direkt gewählt beim Dreschen, sodass die Wut über dieses Versagen dafür sorgte, dass du mehrere frisch gebundene Rookies getötet hast. Nicht einmal zwingend mit der Hoffnung, dass dich dann doch noch ein Drache binden würde. Offenbar hast du dennoch damit die Aufmerksamkeit eines Drachens bekommen, er zuvor keinen passenden Anwärter gefunden hatte. Somit wurdest du doch noch gebunden, von einem orangenen Drachen, der dein Temperament wiederspiegelt. Nicht unbedingt die beste Kombination, würde wohl so manch einer behaupten. Schon bevor du nach Basgiath gegangen bist und deine Siegelkraft nach der Bindung deines Drachen manifestiert hast, hattest du eine extreme Faszination für Feuer. Hast nicht selten eines zu Hause - nicht im Haus, sondern draußen - gelegt, um es zu beobachten. Hin und wieder, hast du dir dabei auch Verletzungen zugezogen, sodass du ein paar Brandnarben an deinen Händen und Unterarmen hast. Das hat sich nach dem Manifestieren deiner Siegelkraft noch vermehrt, da du Feuer nun kontrollieren und beschwören kannst.
12 Ingameposts | 15.09.2025, 15:34
Militär Navarre
gespielt von alice
41 Jahre
Reiter
Du bist da.
Egal, ob’s ein guter Rat mitten in der Nacht ist, eine helfende Hand (einerlei wobei), 'ne Schulter zum anlehnen oder zum dran ausweinen, ein aufmunterndes Lächeln, ein schlechter oder wahlweise ein wirklich guter Scherz, gemeinsam irgendwas kaputt machen (nicht, weil du das brauchst, aber weil du genau weißt, dass das anderen manchmal hilft), schweigen, aber trotzdem zusammen weil alleine sein grade schwer ist, ein Besuch in der Spelunke, auf deine Kosten, kein Problem. Ein aufmunternder Blick, manchmal nur ein Zwinkern.
Du bist das Stück Heimat, das verloren geht, wenn man im Krieg an der Front steht und trotzdem, du versuchst genau das für die um dich herum zu sein. Gibst dir Mühe, jeden, der neu an deinen Stützpunkt kommt, zu empfangen und den Einstieg, Umstieg, Umzug so leicht und entspannt wie möglich zu machen. Bist guter Freund und Ansprechpartner, immer ein offenes Ohr, Fels in der Brandung, auf dich ist Verlass, weil du willst, dass es das ist und weil du weißt, wie unsicher und unbeständig euer Leben eh schon ist (und wie schnell’s vorbei sein kann).
Merkst dir kleine Dinge und Details, die Lieblingsblumen deiner Staffelkameradin (für eine kleine Vase vor ihrem Zimmer in der Kaserne) und die Leibspeise des Leutnants, der noch so verdammt jung ist aber nicht im Traum daran denkt, zu zeigen, dass er Angst vor langen Nächten an der Grenze hat — manchmal hilft Kartoffelbrei.

Dein Lachen ist viel wärmer als Sonnenschein und du lachst gerne, du lachst viel. Wenn man dich nicht kennt, dann denkt man nicht im Traum daran, dass unter sieben Schichten Herzlichkeit und Wärme ein tiefer, schwarzer Abgrund klafft, aus dem du selbst nur schwer wieder nach oben gekommen bist (aber du bist es); bist Kämpfer, nur meistens mehr für alle anderen. Willst die Menschen in deiner Nähe glücklich sehen. Dass du dich deinem eigenen Glück dabei selber in den Weg stellst, das ist dir bewusst. Aber egal. Du lächelst das weg — egal.
Schleifst lieber scharfe Kanten anderer rund(er), lieber noch eine schlaflose Nacht, nicht für dich oder wegen dir, sondern weil jemand anderes dich braucht — alles, bloß um dich nicht damit auseinander zu setzen, dass das Herz in deiner Brust seit kurzem manchmal stärker schlägt.
34 Ingameposts | 14.04.2025, 14:42
Militär Navarre
gespielt von Vera
23 Jahre
Reiter
Drei Schritte.
Drei Schritte vorwärts und Rune Valerius spürt, wie sich alles in ihm anspannt, noch bevor die Tore von Basgiath überhaupt vor ihm aufragen. Er atmet ein. Atmet aus. Langsam. Kontrolliert. Zumindest versucht er es.

Angst empfindet er schon lange nicht mehr. Oder vielleicht hat er einfach vergessen, wie sie sich anfühlt. In Samara lernt man früh, dass Schwäche etwas ist, das andere gegen dich verwenden. Rune lernt es früher als die meisten. Mit sieben Jahren steht er dort, wo seine Mutter gedacht wird, obwohl nichts von ihr geblieben ist, und begreift zum ersten Mal, dass die Welt nichts Sanftes an sich hat. Dass Menschen verschwinden können und dabei etwas mitnehmen, das nie wieder zurückkommt. Danach wird alles härter. Das Haus. Die Stimme seines Vaters. Seine eigene Art zu denken.

Wo andere Kinder Trost finden, lernt Rune zu schweigen.
Wo andere fallen dürfen, lernt er aufzustehen, bevor jemand merkt, dass es weh tut.

Sein Vater formt ihn mit harter Hand zu etwas, das überlebt. Nicht zu einem guten Menschen. Nicht zu jemandem, der lieben oder vertrauen kann. Sondern zu jemandem, der kämpfen kann, wenn es nötig wird. Und nötig wird es ständig. Rune wächst mit Wut in den Knochen auf. Laut, brennend, zerstörerisch. Sie sitzt unter seiner Haut wie etwas Lebendiges. Früher schreit er, schlägt um sich, zerstört alles, was ihm in die Finger kommt. Später wird die Wut leiser. Gefährlicher. Kontrollierter.

Aber verschwinden tut sie nie.

Ein falscher Blick reicht manchmal aus.
Ein dummer Kommentar.
Zu viel Nähe.
Zu viele Gefühle.

Dann kippt etwas in ihm.

Rune ist nicht freundlich. Nicht geduldig. Und definitiv nicht einfach. Ein Arschloch zu sein fällt ihm leichter, als Menschen an sich heranzulassen. Distanz ist sicher. Distanz bedeutet Kontrolle. Also stößt er andere weg, bevor sie überhaupt die Chance bekommen, ihm wichtig zu werden. Im Kampf funktioniert das hervorragend.
Im Leben weniger. Blut schreckt ihn nicht ab. Schmerz auch nicht. Gebrochene Knochen kann man richten. Platzwunden nähen. Für körperliche Verletzungen gibt es Lösungen. Für das Chaos in seinem Kopf dagegen nicht. Denn egal wie sehr Rune versucht alles von sich wegzuschieben — nichts verschwindet wirklich.

Schlaf kommt selten.
Und wenn doch, bringt er Gesichter mit sich, die Rune längst hätte vergessen sollen. Tote. Verlorene. Menschen, die sich in seinem Kopf festsetzen wie Splitter unter der Haut. Vielleicht ist das der Grund, warum ihn nichts wirklich kalt lässt. Egal wie sehr er versucht alles wegzudrücken, egal wie oft er sich einredet, dass ihm Menschen egal sind — am Ende bleibt immer irgendetwas zurück. Schuld. Wut. Dieses scheiß Gefühl, dass alles, was ihm zu nah kommt, irgendwann kaputt geht. Und Rune kennt nur zwei Möglichkeiten damit umzugehen:
Zuschlagen oder verschwinden.

Meistens tut er beides.

Er ist nicht gut darin, zu bleiben. Nicht gut darin, Menschen zu vertrauen oder sich selbst unter Kontrolle zu halten. Rune ist eine tickende Zeitbombe in Menschengestalt und jeder in seiner Nähe merkt das früher oder später.

Vor allem er selbst.
4 Ingameposts | 05.05.2026, 18:01
Basgiath War College
gespielt von Miri
22 Jahre
Reiter
„Welcher ist der Echte?“

Die Illusion ist — täuschend echt. Das sind deine Grübchen, deine Nasenspitze, das dumme Grinsen. Original und Kopie, die in lautes Gelächter ausbrechen. Dann ist der Moment vorbei. Leichtigkeit.

Die gibt’s auch in langen Umarmungen. In der Geste in der du wie selbstverständlich einen Arm um andere legst, beim Gehen in den selben Schritt fällst. Neugieriger Blick, offene Ohren. Du hörst dir die Sorgen anderer an, bist der Erste, der sich mit aufregt, mit den Augen rollt; mitfühlst. Passiert wie von selbst. „Ganz links fällt gleich in Ohnmacht.“ Das Lachen fühlt sich gut an, warm, die bösen Blicke von der Seite lassen dich die Hände heben, nicht entschuldigend, nicht wirklich. Irgendwo weiter vorne ermahnt euch jemand das Dreschen nicht zu unterschätzen. Der nächste Witz liegt schon auf deiner Zunge, aber du sprichst ihn nicht aus. Gibt’s wirklich irgendwen der die Chance von 'nem Drachen flambiert zu werden unterschätzt?

Du überholst ihn beim morgendlichen laufen, nur um 'nen Moment lang rückwärts vor ihm zu rennen, breites Grinsen im Gesicht. Selbstgefällig. Unbesiegbar nuschelst du und wenn du auf dem feuchten Gras ins Stolpern gerätst, ist’s Drachen Lachen beinahe am lautesten.

Schnippser gegen deine Stirn als du beim Lesen einschläfst, von einer Zukunft ohne Kämpfe träumst. Von Sonne im Gesicht und nie wieder wanken, nie wieder straucheln müssen. Träumst von der Kindheit in der deine größte Sorge war, dass deine Freunde irgendwann nicht mehr deine Freunde sein wollen, oder Eltern sich doch noch zu gut an die vereinbarte Schlafenszeit erinnern. Träumst von 'nem Leben, das so leicht wirkt wie du —

(Welcher ist der Echte?)

Als dir auf der Matte jemand: Verräter ins Ohr nuschelt und du einmal mehr zuschlägst als du wolltest, solltest. Die Kapitulation überhört, vergessen, schlägst nur zu, nochmal, nochmal. Da gibt’s nichts zum drüber hinweg lächeln. Kein täuschendes Lachen, kein nichts. Starrst nur den ganzen Abend auf deine Hände, fühlst das Brennen bis runter auf die Knochen. Ist sein Gesicht, das du dir einprägst, jedes von denen, jeden beschissenen Namen, der sich in dir stapelt als könnte es das Loch stopfen, das man dort reingerissen hat als über deine Familie gerichtet wurde.

Du holst zittrig Luft während’s schon dunkel wird. Die letzten eintreffen, aber nicht das Gesicht nachdem du Ausschau hältst. Die andere Seite, die ist merkwürdig, ungewöhnlich still. Ihr dürft das Dreschen nicht unterschätzen. Und er hätt’s nicht gemacht, hätte nie — er’s nicht wie du, er ist so ernst, so überlegt, so — durchdacht in allem was er tut.
Und dann kommt er nicht zurück. Du ziehst, zerrst an dem Band; sag’s mir. Er kommt nicht zurück. Der Junge mit dem Grinsen, das an deins erinnert, mit dem viel zu weichen Herz, mit der Angst auf den Schultern, der Unsicherheit. Ein Streit unter Kadetten, sie kommen beide nicht zurück. Aber der andere ist dir egal.
Und du wütest.
Schreist,
brichst ein Stück für deinen Bruder, der nie Reiter sein wollte und für’s Leben, das ihm keine Wahl lässt.

Freunde.
Freunde, die dich halten. Und die Sorge darum sie zu verlieren.
Wirst verbissener, ehrgeiziger, entschlossener. Noch einen Schritt weiter.

Die Illusion flackert, bricht, das Bild von Zuhause, das es nicht mehr gibt, die Menschen, die da nicht mehr sind. Wischt dir Tränen unwirsch aus dem Gesicht; weiter, der Schwere zum Trotz.
86 Ingameposts | 03.04.2025, 06:52
Basgiath War College
gespielt von Miri
23 Jahre
Reiter
»you say the whole world's ending,
honey, it already did.«


Da bist du.
Immer nur du, du, du, du, du.
Da ist wenig Platz für andere Dinge, wenig Platz für andere. Bist Meister darin alle auf Abstand zu halten, während du dich selbst immer mehr in dir zurückziehst. Stille und Einsamkeit, weil du immer einen Schritt zurück machst und gleichzeitig alles von dir drückst, schubst, was auch nur einen Blick in deine Richtung wirft. Hast dich nie gefragt, ob du die Stille wirklich magst, sie war — einfach da (Sprachlosigkeit, oft, Unbeholfenheit, öfter). Das sind Spitzen, die deinen Mund verlassen, immer mit dem Ziel andere zu verletzen. Hauptsache selbst keine Fläche lassen, selbst nicht stattfinden müssen. Kennst Loyalität, wenn es um Befehlsketten geht, aus militärischen Strukturen, kennst es nicht, wenn es um jemanden anderen geht.
Freunde, Gruppen, Zusammenhalt. Hochgezogene Augenbraue.
(Wie bitte?)

Körper immer unter Storm, angespannt. Zusammenzucken, wenn dir jemand zu nah kommt, nicht berührt werden wollen, nie, nicht wirklich und wenn doch eher aggressiv reagieren, weil man nichts zu verlieren hat, weil alles ganz egal ist. Schulterzucken, wenn du jemanden anrempelst, das Problem bei anderen suchen, leicht.
Musst nicht spielen das Arschloch zu sein, du bist einfach —
Versteckst deine Unsicherheiten so gut hinter all dem, dass sie kaum jemand bemerkt. Ist schwer neben dem ehrgeizigen Training, dem leicht gehobenen Kinn, der beinahe immer gehobenen Hand im Unterricht, nicht zu glauben, dass dir alles zufällt. Alles leicht fällt. Die reichen Eltern, der vermeintlich gute Name, der große grüne Drache. Alles perfekt, alles gut.
Toll eine Siegelkraft zu haben, die so wichtig für’s Land ist — oder?
Angstschweiß, zitternde Hände, schnelles ein und ausatmen.
Toll.

Wie dunkel es wird, in dir und um dich herum, das bleibt bei dir. Sind wenige mit denen du die Stille wirklich genießen, aushalten kannst. Wo du wirklich hinhörst und nicht mit einer Lüge antwortest, keine Fallen stellst. Aber selbst da machst du den Mund nicht wirklich auf, kriegst die Worte und Fragen nicht ausgesprochen. Schiebst die Wutausbrüche immer auf Andere. Deren Unfähigkeit, dem was dich da stört. Nicht darauf wie wenig du mit Kritik umgehen kannst, wie der Druck dich zermürbt, wie’s alles drückt und stört und kein richtiges Ventil findet. Kennst es nicht anders.

Du, du, du, du — aber wer soll das überhaupt sein?
Scheiße.
15 Ingameposts | 06.07.2025, 18:25
Basgiath War College

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