Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.

Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft.

Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt.

Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
4 Ingameposts | 17.12.2025, 07:17
Militär Navarre
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Der Weg des Reiters ist der einzig Richtige in dieser Familie für einen Mann. Alles andere wird nicht geduldet. - Schon früh lerntest du, dass du als Mann den Weg des Reiters gehen musst, ohne Wenn und Aber. Zumindest, wenn du in deiner Familie dein Ansehen und Respekt behalten wolltest. Deine ältere Schwester würde in den Heilerquadranten gehen, Menschen helfen. Während du von deinem Großvater und Vater dazu ausgebildet wurdest, eine tödliche Waffe zu sein. Reue, Gnade oder Mitgefühl gab es nicht - das gehörte in ihren Augen in die Welt der Frauen, immerhin waren sie sowieso das schwächere Geschlecht. Das hast du dein Leben lang gelernt und auch selbst verinnerlicht - und das größtenteils bis zum heutigen Tag. Auch wenn du deine Schwester ein Versprechen gegeben hast, auf deine Nichte Acht zu geben, kommst du da nicht immer aus deiner Haut, dass du dein Leben lang gelernt hast, dass Frauen bei den Reitern nichts zu suchen haben.

Du hast in jungen Jahren mitbekommen, dass das Dasein als Reiter auch Schattenseiten mit sich zog. Schattenseiten, die kein Reiter erleben wollte und du hast es hautnah mitbekommen, als der Drache deines Großvaters beschlossen hatte, dass er das Band lösen würde, aufgrund der Tatsache, dass sein Reiter zu alt für den aktiven Dienst war und der Drache noch zu jung, um schon zurück zu treten. Du hast mitbekommen, wie dein Großvater langsam den Verstand verlor und immer schlimmer wurde, was es für dich nicht einfacher machte an der Tradition Reiter zu werden festzuhalten. Hätte es diese nicht gegeben, hättest du den Weg vielleicht auch überdacht und einen anderen gewählt. Aber es gab keinen anderen, nicht für dich. Also bist du am Tag der Einberufung dennoch über den Viadukt gegangen und hast schließlich das Reiterschwarz angelegt. Tatsächlich hast du bei deinem eigenen Dreschen den Drachen deines Großvaters gesehen, wärst du lebensmüde genug gewesen, hättest du ihn wohl auch angesprochen - aber du wusstest, dass das am Ende eh nichts geändert hätte. Es hätte nicht ungeschehen gemacht, dass dein Großvater verrückt geworden ist.

Zu deiner Enttäuschung hat dich kein Drache direkt gewählt beim Dreschen, sodass die Wut über dieses Versagen dafür sorgte, dass du mehrere frisch gebundene Rookies getötet hast. Nicht einmal zwingend mit der Hoffnung, dass dich dann doch noch ein Drache binden würde. Offenbar hast du dennoch damit die Aufmerksamkeit eines Drachens bekommen, er zuvor keinen passenden Anwärter gefunden hatte. Somit wurdest du doch noch gebunden, von einem orangenen Drachen, der dein Temperament wiederspiegelt. Nicht unbedingt die beste Kombination, würde wohl so manch einer behaupten. Schon bevor du nach Basgiath gegangen bist und deine Siegelkraft nach der Bindung deines Drachen manifestiert hast, hattest du eine extreme Faszination für Feuer. Hast nicht selten eines zu Hause - nicht im Haus, sondern draußen - gelegt, um es zu beobachten. Hin und wieder, hast du dir dabei auch Verletzungen zugezogen, sodass du ein paar Brandnarben an deinen Händen und Unterarmen hast. Das hat sich nach dem Manifestieren deiner Siegelkraft noch vermehrt, da du Feuer nun kontrollieren und beschwören kannst.
13 Ingameposts | 15.09.2025, 15:34
Militär Navarre
gespielt von Jella
27 Jahre
Fliegerin
Mein Blick gleitet über die Akte zwischen uns. Akte 349 steht oben, in klaren dicken Lettern darunter mein Name. Rowena Averan. Niemand hat notiert, dass man mich im engeren Kreis nur Wren nennt oder wer meine Familie eigentlich ist. Es gibt nur die Benennung der Akte und meinen Namen. Ich hebe den Blick von dem Umschlag zum Gesicht mir gegenüber. Ich weiß nicht, was alles in der Akte steht, aber ich bin mir sicher ich werde zumindest Teile heute herausfinden. Also lächle ich freundlich, bin froh, dass ich meine langen Haare heute morgen zurückgebunden habe und meine Uniform frisch gebügelt ist. Professionell, aber nicht einschüchternd ist der Eindruck den ich machen will. Ich will ernstgenommen werden, auch wenn ich weiß, dass ich auf den ersten Blick nicht aussehe, als wäre ich zur Fliegerin geboren. Ich bin schmal, zierlich, trotz mittlerweile jahrelangem Training nicht wirklich muskulös. Ich strecke meine Schultern durch und warte. Warte darauf, dass man mich zu irgendetwas befragt, aber man bietet mir nur Kaffee an. Ich nehme das warme Getränk an, auch wenn es wohl kaum etwas gegen meine Anspannung tun wird. „Leutnant Averan, wir wollen heute über ihre Stationierung sprechen“, beginnt die Frau mir gegenüber mit einem Lächeln. Meine Stationierung. „Wir wissen, dass Sie eigentlich einen anderen Wunsch eingereicht hatten.“ Es stimmt, dass ich eigentlich gerne an die Grenze zu den Ödlanden gegangen wäre. Ich bin schließlich Fliegerin geworden, um unser Land zu beschützen und so schwierig unser Verhältnis zu Navarre auch ist, empfinde ich die Veneni derzeit als größere Bedrohung. „Wie ist es Ihnen seit Ihrem Abschluss ergangen?“ Ich blinzle. Ich habe nicht um dieses Gespräch gebeten, also kann es nur ein Versuch sein, Mitarbeiterinnenführung zu betreiben. „Ich gehe dorthin, wo ich gebraucht werde.“ Professionell und respektvoll. „Und in meiner Schwadron und auf dem Schiff ist meine Gabe recht nützlich.“ Ich bin nicht mehr ganz so frisch. Ich bin 27 Jahre und weiß langsam deutlicher, was ich will. Beispielsweise meinen Kameradinnen und Kameraden eine echte Hilfe zu sein. Sie haben mich nie anders behandelt. Wir wissen alle, dass sie es könnten.

„Und Ihre Eltern?“ Ich schweige, aber spüre wie die Anspannung unweigerlich in meine Kiefer zieht. „Die sind weiterhin in Draithus, dementsprechend muss ich für Besuche nicht allzu viele Urlaubstage opfern.“ Ahne, dass das nicht das ist, was sie wissen wollte. Es ist kein Geheimnis, dass die Averans bisher keine Fliegerinnen und Flieger hervorgebracht haben. Zumindest keine, deren Namen man behalten hat. Meine Familie ist bekannt für ihren Großgrund vor Draithus und in ganz Krovla. Einflussreiche Händler nennen sie uns, aber ich könnte auch einfach sagen, ich gehöre nicht mehr dazu. Mein Nachname erscheint mir seit geraumer Zeit nicht besonders hilfreich für die Wege, die ich gehen möchte. Wege, die sich nicht so leicht gehen lassen, wenn der eigene Nachname in die wichtigen Handelsabkommen mit Navarre verwickelt ist. Wenn der Einfluss bis in die Politik reicht und schlussendlich wohl auch dafür gesorgt hat, dass ich auf dem Schiff gelandet bin, anstatt an der anderen Grenze. „Sehr hilfreich, die Familie so nah zu haben.“ Ich verstehe nicht wirklich, was das zur Sache tut, aber ich nicke lediglich. Hilfreich, aber auch erdrückend. Ich liebe meine Eltern, aber wär‘ ihrem Geschäft gern schon vollends entwachsen. Ich würde ihren Einfluss gern ablegen, auch wenn ich weiß, dass er ein Privileg ist. Bin trotzdem zu oft Averan und nicht Wren. In meiner Schwadron ist’s anders. Da sehen mich die Meisten einfach nur als Soldatin. „Ich bin gerne auf See.“ Mein Versuch das Thema wieder umzulenken. Auf das Wasser, welches mich fasziniert. Auf die Weiten, die mich anderes vergessen lassen. „Und ich lerne auch die Grenzen der Telepathie auszutesten.“ Bis nach Draithus reicht man Radius lange nicht, wenn wir weit rausgefahren sind. Aber auf andere Schiffe. Oder an die Küste, wenn wir uns nähern. Es ist praktisch, auch wenn es sich an manchen Tagen noch immer seltsam anfühlt, telepathische Verbindungen mit anderen aufzubauen. Mein Gegenüber schlägt die Akte auf und notiert etwas. Ich lächle wieder, als sich der Blick zurück zu mir hebt.
29 Ingameposts | 02.06.2025, 19:39
Militär Poromiel
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiter
[…] Und Feuer loderte in allen Kaminen. Die Erfindungen eines Einzelnen ermöglichten ihn warme Bäder und fließendes Wasser. Also gingen sie nicht mehr in den Tempel. Amari sah auf die Menschen des Dorfes und wartete. Aber als der Tempel nach und nach zerfiel, erschien sie dem Erfinder. „Ich habe euch all das gegeben und ihr dankt mir mit Vergessen.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner wandten weiterhin ihre Gesichter ab und sich ihren Tagen hin. Der Tempel wurde unbetretbar. Nach mehr als einem Jahrzehnt begannen die Ernten rar zu werden. Die Feuer wurden klein. Die Schutzsiegel waren längst an den Türen zerbrochen. „Sie hat uns verflucht“, schrie ein Bewohner erbost, eine verzweifelt, als auch andere Teile des Dorfes auseinanderfielen. Aber Amari hörte nicht mehr zu, weil sie zuvor nicht gehört worden war.

Ausschnitt aus Sagen der Götter, eine Sammlung

Glaube war für dich schon immer ein Konstrukt, dabei zieht er sich durch deine Familiengeschichte wie das Militär, mit dem ihr so eng verwoben seid. Ein Drymos, der glaubt vielleicht nicht zwangsläufig an die Götter – auch wenn es viele von euch tun – aber er glaubt an die Familienehre. An die Tradition, durch die ihr euch bewegt. Manchmal ist’s ein Hamsterrad, in dem ihr gefangen seid. Du bist in einer Reihe von gestrafften Schultern und Uniformen aufgewachsen. Dein Leben war nie bestimmt vom Wunsch nach Weltfrieden, sondern immer vom Gelingen im Krieg. Gäb’s noch Helden, wenn es keine Kriege mehr gäbe? Hast dir die Frage nie gestellt, weil du es dir nicht vorstellen kannst. In deiner Vorstellung gibt es nur den kleinen Frieden. Warmes frisches Brot, welches ihr auf dem großen Tisch teilt, der Geruch von Marmelade, Tee und das Lachen deiner Familie. Du bist ein Rädchen im System, welches du mit dir trägst. Du glaubst daran. Jeder Schritt, den du gehst, dient auch ein bisschen deinem Land. Deiner Familienbürde genauso wie -ehre. Also ist dir dein Weg klar. Du bereitest dich für eine lebenslange Verpflichtung im Militär vor. Sie steht außer Frage. Die einzige Frage, auf die du erst in Kindheitstagen eine Antwort findest, ist in welchen Quadranten du gehst. Liest vielleicht in diesen Jahren zu viele Geschichten über Helden. Vielleicht wolltest du aber auch immer die Welt von oben sehen. Es spielt keine Rolle, als dir einmal klar ist, dass du zu den Reitern willst, kommt keine andere Möglichkeit mehr in Frage.

Du lernst, du kämpfst, du lernst, du kämpfst. Freizeit ist ein Gut, welches du dir nur geplant, erlaubst. Du willst nicht besser sein, um damit anzugeben, sondern weil du glaubst, dass du’s sein musst. Als beste Version deiner selbst bist du am nützlichsten. Deine Leistung bestimmt zum größten Teil deinen Selbstwert. Deswegen verinnerlichst du jeden Ablauf, jede Regel, alles, was dich vorbereitet und zu einem guten Soldaten machst. Du bist vorbereitet, als du vor dem Viadukt in der Schlange stehst. Du hast alles Wissen deiner Familie in dich aufgesogen, hast mitgenommen, was du konntest, und bist daran gewachsen. (Bist in deiner Jugend erstaunlich hochgewachsen und hast auch deine Statur als weiteres Zeichen dafür gesehen, dass du genau dorthin gehörst.)

Worauf du dich nicht vorbereiten konntest, ist der Fluch, der auf dir liegt dein Scheitern. Du nennst es so, auch wenn’s sicherlich eine Menge Stimmen gibt, die es anders nennen würden. Der Wille der Drache erscheint dir willkürlicher, als selbst eben jener der Götter, den du aus Geschichten kennst. Beim ersten Dreschen bist du der letzte, der aus dem Wald zurückkommst. Und kurz wär‘ dir lieber, du müsstest nicht. Aber dein eiserner Wille verbietet dir aufzugeben. Du wechselst nicht sofort den Quadranten, auch wenn man es dir anbietet. Du fängst nochmal von vorne an. Du glaubst daran, dass du’s beim zweiten Mal schaffen musst, schließlich hast du alles getan, was du tun konntest. Nur die Drachen, die interessiert es nicht. Du wirst wieder nicht gebunden. Und es ist wirklich nur deine Ehre, die dich wieder aus dem Wald treten lässt. Hast dich nie gefragt, was du machst, wenn das passiert. Für dich gab es keinen Plan B, nur Plan A. Aber du kannst nichts sagen, als man dich schließlich zur Infanterie schickt. Als du Schwarz gegen Blau tauschen musst. Es macht etwas mit dir. Nichts Gutes. Du siehst überall nur, woran du gescheitert bist. Glaubst an manchen Tagen andere Menschen würden sagen, die Götter hätten dich verflucht. Doch du glaubst immer noch nicht an sie. Glaubst nur gerade auch nicht mehr an dich. Wie kann man auf dem Papier der perfekte Soldat sein und dennoch nicht gewählt werden? Du hast keine Antwort auf die Frage. Hast nur etliche weitere, seitdem du nicht mehr dort bist, wo du sein willst.

Wer bist du, wenn du nicht das sein kannst, was du sein willst?
Verloren.
(Aber irgendwann findet er dich doch. Dein Drache. Es dauert nur noch ein bisschen.)
25 Ingameposts | 28.05.2026, 16:23
Basgiath War College
gespielt von Moni
00 Jahre
Heilkundige
1 Ingameposts | Gestern, 11:43
Militär Navarre
gespielt von Moni
23 Jahre
Reiter
Dein Leben war anders verlaufen als du es dir vorgestellt hattest, deine Mutter, eine berühmte Drachenreiterin, wurde abgeschlachtet im Kampf und du wusstest nicht was der Grund dahinter war, wer für den Tod verantwortlich war. Dir blieb nur noch dein Vater, ein Schriftgelehrter und ein ehrenvoller Mann, der sich immer gewünscht hatte, dass du in seine Fußstapfen treten würdest. Doch das kam nicht so, es kam komplett anders. Du warst gerade mal zehn Jahre alt als deine Mutter starb und seitdem hattest du dir geschworen, Rache zu nehmen, an demjenigen, der für ihren Tod verantwortlich gewesen war. Deswegen wurdest du Drachenreiter, um sie zu ehren und immer mit ihr verbunden zu sein. Du warst ein junger, anerkannter Drachenreiter, und arbeitetest dich auch von einer Position zur nächsten hoch, bis du mittlerweile Geschwaderführer bist. Deine Rolle in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so hattest du aber keine Ahnung von den Veneni, bisher konntest du nichts darüber erfahren, man ließ dich im Dunkeln.
Du warst jemand, auf den man sich verlassen konnte, gleichzeitig aber auch ein Kerl, der gerne seinen Spaß hatte, mit verschiedenen Frauen schlief, und sich nicht auf eine Person alleine konzentrierte. Ob doch noch die Eine für dich kommen würde? Da warst du dir gar nicht so sicher. Du warst von dir selbst eingenommen, und deine große Liebe warst und würdest immer du bleiben. Das was dich geprägt hatte, das war natürlich nicht nur der Tod deiner Mutter, sondern auch der eines Freundes, der mit dir im gleichen Jahr angefangen hatte. Es war grausam, und es hatte dich verändert. Einen Menschen zu verlieren, war für dich nicht leicht. Doch es härtete dich gleichzeitig auch ab, das bedeutete, dass du besser damit umgehen konntest.
Du warst nie um einen kleinen Scherz oder Witz verlegen, hattest großen Humor, und manchmal eben auch auf die Kosten anderer. Du verbrachtest dein Leben gerne damit, andere aufzuziehen und sich einen Spaß draus zu machen. Du warst dir sicher, dass du mal ein großartiger Drachenreiter werden würdest, was du vermutlich schon warst. Die Menschen, die dir wichtig waren, für die standest du immer ein. Und Ungerechtigkeiten fandest du nicht fair, deswegen nahmst du manchmal auch die Rolle des Beschützers ein, vor allem für diejenigen, mit denen du engeren Kontakt hattest.
28 Ingameposts | 06.11.2025, 11:18
Basgiath War College
gespielt von Jani
22 Jahre
Reiter
Dein Leben verläuft in Tagen. In guten, schlechten, sehr schlechten, sehr guten. Du zählst sie; nicht laut, nicht leise. Bewusst, unbewusst. Es ist dein innerer Rhythmus geworden. Etwas, was sich am Morgen zwischen deine Gedanken schiebt. Manchmal ist’s nicht mehr als ein Gefühl. Manchmal ist’s eine einzige Zahl in deinem Kopf. Manchmal korrigierst du dich am Abend selbst. Am Anfang dachtest du, es verflüchtigt sich. Dachtest, es würde vergehen. Inzwischen bist du bei über drei Jahren, vier Monaten und dreizehn Tagen des Zählens. Es gibt dir Kontrolle, zumindest redest du es dir ein. Als würde die Zeit etwas reparieren, was unweigerlich in dir kaputt gegangen ist. Als müsstest du etwas festhalten, was andernfalls verschwinden könnte. Wärst du vollkommen ehrlich, dann würdest du es nicht zählen nennen, sondern erinnern. Bereuen. Vermissen. Du hast versucht aufzuhören. Mehr als einmal. Hast dir gesagt, dass es keinen Sinn ergibt; dass du dich nicht an Bruchstücke klammern kannst, die nur in der Vergangenheit existieren. Dass du nicht zurück zu den Momenten kannst, in denen du glücklich gewesen bist. In denen sich dein Leben leicht angefühlt hat. Wenn du’s tust, merkst du, dass diese Version von dir nicht mehr existiert. Du hast dich verändert. Dein Verlust hat’s getan. Und vielleicht stimmt’s, vielleicht hast du dadurch auch etwas über dich selbst gelernt. Dir fällt's nur schwer, es zu sehen. Siehst die Fehler, die du gemacht hast. Und weißt doch nicht, ob du dir selbst vergeben kannst. Hast gelernt, dich nicht nur deinen Problemen sondern auch deinen Gefühlen zu stellen. Und spürst doch manchmal noch den Drang, wegzulaufen. Bist geworden, worauf du ihr hingearbeitet habt: Reiter. Und als du vom Viadukt in die Zitadelle gesprungen bist, hast du dich gefragt, ob er stolz auf dich wäre. Oder ob er’s in Anbetracht deiner Entscheidungen nicht mehr sein könnte. Ob’s überhaupt einen Unterschied macht. Oder ob’s dir nicht um die gehen sollte, die leben. Um deine Mutter, deren Schicksal es nicht ist, auch noch ihren Sohn betrauern zu müssen. Um deinen besten Freund, der keine Sekunde später seinen Arm um deine Schultern legt. Um sie, deren Meinung dir vielleicht noch immer am Wichtigsten wäre.

Du bist kein Schauspieler. Wenn dich etwas beschäftigt, dann sieht man’s in deinem Blick. Den Kopf wertend zur Seite geneigt, die Augenbraue gehoben, der Mundwinkel am Zucken. Manche behaupten, es sei ein schmaler Grad zwischen Liebe und Hass, aber bei dir ist’s eindeutig: wenn du umgeben von Leuten bist, denen du vertraust, sind deine Züge weich. Das Braun deiner Augen warm. Dein Lachen laut. Vielleicht wirkt’s auf Fremde anders. Vielleicht sehen sie zuerst die Spannung in deiner Haltung. Hören deine knappen Antworten, wenn dich nicht interessiert, worum’s geht. Du nimmst nicht viel Rücksicht; versuchst anderen nicht das Gefühl zu geben, sie wären willkommen, wenn sie’s nicht sind. Und zu einem gewissen Teil ist’s das, was du willst: die Distanz, die automatisch daraus resultiert. Die Distanz, die dich in den letzten Monaten vor noch mehr Leid beschützt hat. Manchmal fällst du zurück in die Leere. Weißt, was du eigentlich fühlen solltest; Freude, Wut, Trauer. Stattdessen findest du nichts. Und du fragst dich, ob’s ein Scherz der Götter ist, dass du’s dir einmal gewünscht hast und sie’s dir gewährt haben.
23 Ingameposts | 28.06.2026, 22:17
Basgiath War College
gespielt von Moni
22 Jahre
Reiterin
Der Regen prasselt leise an dein Fenster, es fühlt sich an als wäre es eine Nachricht, eine die an dich gerichtet ist, die du nicht ignorieren kannst. Eine Nachricht bei der du dich fragst, ob es ein Gruß sein könnte. Vielleicht der deiner Eltern? Wer weiß. Du bist eine Gezeichnete, gezwungen dazu dem Reiterquadranten beizutreten, und wenn du genauer überlegst, hast du alles daran gehasst. Der Moment als du deine Eltern verloren hast, weil sie Rebellen waren, war der Moment, als man dich gebrochen hatte. Es war so ein Schmerz, der sich in dir kanalisiert hatte, den du kaum ausschalten konntest. Und dann denkst du auch heute noch daran, kannst es nicht hinter dir lassen, bist eher besonders geplagt und geprägt von diesen Schatten, die dich immer wieder heimsuchen.

Hal ist deine Partnerin, dein Drache, ohne sie, hättest du die Jahre auf dem Basgiath nie überstanden. Und sie hat dich auch dazu gebracht, dass alles ein wenig weniger zu hassen. Wenn sie nicht wäre, wärst du vermutlich schon längst vollkommen aufgeschmissen. Aber sie hat dich an einen Punkt gebracht, wo du realisiert hast, dass es gar nicht so schlecht ist eine Reiterin zu sein. Deine Fähigkeit ist die Pflanzenmanipulation, was kein Wunder ist, da du dich schon immer zu der Natur hingezogen gefühlt hattest. Kein Wunder, denn du kommst ja aus einem Ort, der am Meer ist. Du liebst das Rauschen der Wellen, die Freiheit, die dieser Ort ausstrahlt und die Momente, an denen du dich einfach nur sicher und richtig fühlst. Auch wenn dein Zuhause dich schmerzlichst immer daran erinnern wird, was du wirklich verloren hast.

Du bist eher von einer zurückhaltenden Natur, ziehst dich zurück und schnitzt deine kleinen Holzfiguren, das ist es was dir am meisten Spaß bereitet. Deine Freunde wählst du mit Bedacht, aber du bist niemand, der richtig auf andere zugeht, es ist einfacher wenn das jemand anders übernimmt. Du bist keine Kampfmaschine, du übst dich aber auch nicht in Zurückhaltung, denn wenn es einmal klar ist, dass du kämpfen musst, dann hältst du dich nicht zurück. Manchmal kannst du ein wenig melancholisch sein, was vermutlich daran liegt, dass du deine Eltern vermisst.

Als du erfahren hast, dass Hal an eine andere Drachin gebunden war, und das ausgerechnet dein Professor Zarek war, wusstest du nicht wie du damit umgehen solltest. Doch irgendwas an ihm, ist anziehend, und du kannst es nicht ignorieren. Nur dürfest du das niemals zulassen, denn solche Beziehungen sind verboten.
9 Ingameposts | 03.04.2026, 17:21
Basgiath War College
gespielt von alice
28 Jahre
Reiter
So schwer ist das nicht: Ruairí — du wiederholst dich eigentlich nur ungern, hier tust du’s immerhin ein bis drei Mal bevor dir der Kragen platzt. Ruairí, das reimt sich auf jury, nicht! Rory, halt wie brewery ohne b, schalt dein scheiß Hirn ein (den letzten Teil denkst du dir immerhin nur, meistens). Und oh, da glaubt mal wieder jemand, er ist zum ersten Mal ganz besonders witzig und nennt dich Brory — macht er nur einmal, na, außer er mag wie sich deine Faust in seinem Gesicht anfühlt (ja, das soll vorgekommen sein). Du hast ihn vorgewarnt, so ist es nicht, aber Papa hat schon vor zwanzig Jahren zu dir gesagt: wer nicht hören will, muss fühlen.
Und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. (Aber du kannst ihn auch Kew nennen!)

Du kannst hören.
Du liebst fühlen.
Gern immer ein bisschen am Limit. Du kratzt an Grenzen, weil du Ketten (die dich halten) gerne sprengst — du willst dich frei fühlen und das tust du immer mehr (und nein, für dich widerspricht sich das nicht mit dieser lebenslangen Militär-Sache). Dein Überlebenswille ist so tief in dir verankert, dass man feine Antennen haben muss um ihn zu erkennen.
Auf den ersten Blick bist du witzig, laut, kess, erweckst den Eindruck als würdest du die meisten Dinge nicht sehr ernst nehmen und als würde dir das meiste eher leicht fallen, weil du’s leicht leicht aussehen lässt (und du bist neugierig und steckst deine Nase gern in Dinge, die dich eigentlich nichts angehen; zumindest dann, wenn du Drama witterst und das tust du wie ein Bluthund). Dich kontrollieren? Schwierig (in privatem Kontext, du kannst schon Befehlen folgen und diese Dinge machen). Deine Siegelkraft ist Sturmmanipulation, das sagt 'ne Menge über dich aus.
Bist ein perfekt abgestimmter Cocktail aus resting bitch face, flirty smirky, sehr trainiertem Arsch in enger Hose, 'nem Schulterzucken und pretend i don’t see, statt mit Kirsche am Spieß getoppt mit einer guten Prise fake it till you make it.
Hat geklappt. Du hast es gefaked, dann hast du’s gemaked.
Papa wäre stolz auf — nein, wir fangen nicht mit den Lügen an, Papa ist nicht stolz auf dich, Papa hätte dich bei deinem einzigen Besuch nach dem College am liebsten im Meer ersoffen und’s nur nicht gemacht, weil der große Rote in deinem Rücken ausreichend Eindruck hinterlassen hat. Er ist wütend, weil du nicht zurück nach Haus und auf sein Boot kommen wirst, du bist wütend weil er dein Leben lang wütend mit dir war. Apfel, Stamm, schon klar.

Aber egal.
Wie gesagt: du hast es gemaked und heut sprichst du einfach nicht mehr viel über deine Vergangenheit und wenn doch, dann lässt du gekonnt Dinge weg oder schmückst sie aus.
Die Gosse hört man dir aber bis heute an, dein Sprachgebrauch ist direkt und ungefiltert, Bastard ist dabei noch das Netteste, was du jemanden nennst, der dir eigentlich gar nichts getan hat. Die fehlende Grundbildung hast du dafür besser gelernt zu überspielen. Oh, und was noch geblieben ist, wenn man die ganze Kindheit und die ganze Jugend schuftet, aber nicht satt ins Bett geht (und Mama hat’s ja auch nie gegeben):
ein Hunger nach mehr, der sich nicht stillen lässt.
Und damit ist nicht nur Essen gemeint, eigentlich ist damit mittlerweile am wenigsten Essen gemeint, aber alles andere und jemand hat obendrein noch wenig Achtung vor dem, was anderen gehört (mit Ausnahmen) — ein Kombination, die dich in jedem anderen Leben fast schon dazu zwingen würde Schwarz und Leder und eine i don’t give a fuck Einstellung zu tragen, wenn das nicht eh dein Alltag wär.
550 Ingameposts | 01.04.2026, 08:39
Militär Navarre
gespielt von Moni
28 Jahre
Fliegerin
Leises Rascheln, der Duft des Meeres, die angenehme Luft, das Gefühl der Freiheit, das alles hatte dich geprägt, du warst ein Mensch, der das Meer liebte, der auch dort aufgewachsen war. Für dich gab es nichts besseres, als dort zu sein, einfach das Gefühl zu genießen, dass es dir gab. Du konntest nicht anders, du wolltest gerne noch sehr viel mehr davon. Es war von vorneherein klar, dass du eine Fliegerin werden würdest, denn deine Eltern waren es ja schließlich auch. Doch irgendwann, du warst gerade auf der Cliffsbane Academy, da kamen deine Eltern ums Leben. Das Gefühl und der Verlust, hatte dich durchaus verändert, du konntest nichts fühlen, da war so viel was auf einmal auf dich einprasselte. Du wolltest wissen, wer sie ermordet hatte, wer dir sowas angetan hatte. Deine Gedanken sprangen im Dreieck und du warst dir nicht sicher was du damit anstellen solltest. Es hatte dich verändert, und auch gleichzeitig geprägt. Der Verlust war eine Sache, die dich sehr beeinflusst hatte, die dich in einen Menschen verwandelt hatte, der damit umgehen konnte. Auch wenn du nicht damit umgehen wolltest. Du wolltest deine Eltern zurück. Und über die Jahre wuchs vor allem ein Gedanke: Rache. Und immer wieder dachtest du daran, wolltest mehr darüber herausfinden was ihnen passiert war. Du warst dir nicht sicher, ob du es konntest. Du wusstest es nicht. Schon seit Jahren forschtest du danach, aber konntest nichts herausfinden.
Mit den Jahren wuchs dementsprechend auch die Resignation, irgendwann konntest du nicht anders, als dich damit abzufinden. Dein Hass auf den Mörder deiner Eltern wurde immer stärker, aber gleichzeitig auch die Tatsache, dass du es nicht mehr rückgängig machen konntest.

Du hattest eine große Klappe, und es steckte auch viel dahinter. Auch wenn du relativ klein warst, so konntest du doch sehr aufmüpfig sein. Das Gefühl der Einsamkeit schlich sich immer wieder an dich heran und du konntest es nicht verbergen, dass du doch das Gefühl hattest, dass diese dich einholte. Das wolltest du allerdings nicht, nein, du wolltest viel lieber, jemanden an deiner Seite haben. Doch du warst nie richtig verliebt, hattest einfach keine Zeit und die Motivation dafür. Deswegen warst du ganz zufrieden. Du hattest dennoch gerne Menschen um dich, denn du warst eine offene und lustige Gesellschaft. Wenn du abends alleine in deinem Bett lagst, dann schweiften die Gedanken immer wieder zurück zu deinem Verlust. Doch es kam noch schlimmer, du warst 26 Jahre alt, da kam deine beste Freundin bei einem Einsatz ums Leben. Es zerstörte dich innerlich, und du konntest nicht anders, als das Schicksal und die ganze Welt zu verfluchen. Dadurch hatten sich bei dir auch Bindungsängste sowie Verlustängste entwickelt, die du nicht ganz ausschalten konntest. Und auch wenn alles um dich herum nur noch schwarz-weiß war, warst du eine Kämpferin. Eine, die mit ihrem Greif die Welt verändern wollte. Eine, die mehr Einfluss haben wollte, und die nicht anders konnte, als das zu machen, was sie am besten konnte: überleben und kämpfen.
16 Ingameposts | 23.12.2025, 16:54
Militär Poromiel
gespielt von Miri
36 Jahre
Reiter
Vier Schritte Sicherheitsabstand.

Es fühlt sich an, als wäre zwischen dir



und dem Rest der Welt immer vier Schritte Abstand. Dabei und — irgendwie auch nicht. Der vermeintliche Schutzschild den du dir selber aufgebaut hast, entpuppt sich wieder und wieder als Glasglocke. Dicke Wand zwischen dir und dem Rest der Welt. Siehst alles was da ist, nur die Luft hier Drinnen, die ist immer die Selbe.

Jemand lacht, aber es klingt weit weg.

Dass du mitlachst ist — selten. Dass du scherzt beinahe noch seltener. Brauchst mit Menschen immer noch einen (oder vier) Moment(e) länger. Dein Blick immer erstmal skeptisch, kritisch. Abwartend, weil da überall Gefahr lauert, zumindest in deiner Welt. Vermeintliche Bedrohungen. Jeder Witz könnte auch eine Spitze sein, jede gereichte Hand auch ein Messer halten. Ist dein Vater, der da in deinem Hinterkopf sitzt, die Augenbrauen für dich zusammenzieht, wenn du es nicht schon wie von alleine tust. Skeptisch. Abwartend. Immer noch 'nen Meter entfernt. Sicherheitsabstand, da ist er wieder. Schwer zu erklären, die Wut, den Frust, die Angst, die da mitschwingt. Schwer mehr zu sein als pampige Antworten, Drohungen, Aggressivität. Der Geduldsfaden so dünn, dass immer irgendetwas am reißen ist. Du, meistens. Drückst alles so weit runter, das Wort Passivität, was alles zustopft, bis hier und da etwas gewaltsam hochschießt.

Eins, ausfallend werden.
Zwei, zuschlagen.
Drei, Abstand gewinnen.
Vier, Reue.


Dabei könntest du mehr. Mehr als funktionieren, mehr als immer die selben Abläufe. Mehr als den selben kleinen Kreis am Rande der Kuppel, die Schrittanzahl auswendig gelernt. Außerhalb der Komfortzone? Dafür müsste man Komfort erstmal kennen. Ist nicht so, dass du’s nicht auch gern anders hättest. Manchmal. Nicht die dreitausend Stöcke im Arsch und ganz sicher nicht hinterher nochmal drüber nachdenken, wie etwas wirklich gemeint war. Sind immer zwei Optionen, das alte, oder was neues wagen, ausprobieren, doch weitergehen als gedacht. Und dann nur der eine Sekundenbruchteil bis du wieder beim immer gleichen bist. Den vier Schritten Abstand, der Distanz, die du nicht überwinden willst kannst.
567 Ingameposts | 01.04.2026, 09:29
Militär Navarre
gespielt von telfi
23 Jahre
Reiterin
Ich bin ein bisschen lernbehindert.
Vielleicht auch sonst nicht ganz richtig im Kopf.
Zumindest rede ich mir das ein, wenn all die Buchstaben zu einem klebrigen Brei werden und mein Herz beginnt zu rasen. «Miss Veyra, lesen Sie doch vor» - Schweissausbrüche: Und ich sehe aufs Blatt runter: «Inf..Infr…fanti» - «Infanteristen» - «Klappe, weiss ich doch!» Ich werde wütend, verschränke die Arme und lese stagnierend und blass weiter. Jeder weitere Buchstabe wird wütender. Ich bin keine Analphabetin. Ich kann einfach keine Buchstaben, keine Sätze. Ich hasse Bücher so sehr. Und Briefe. Briefe schreiben hasse ich noch mehr: kommt da ein p hin oder ein b? Gross oder Klein, Doppel-ss oder ein z? Die Lektion ist um und ich schubse den grinsenden Typen neben mir, bevor ich aus dem Saal stürme. «Die Dicke schafft das Gauntlet niemals», teile ich aus, weil es einfacher ist als einzustecken. Sie hört mich und duckt sich, während meine Kollegin mir mit einem lauten Lachen zustimmt und mein Herz noch immer rast wegen all der Buchstaben. Ich sehe zu einem anderen Freund. Vor einer Woche hat er seine Freundin betrogen – natürlich ist sie Schuld – sage ich mir. Ich bin loyal, gehe mit auch wenn meine Freunde im Unrecht sind. Das ist Freundschaft oder?
Freundschaft und Familie.
Nur Freundschaft.
Denn Familie ist nicht immer einfach, ist nicht immer fair. 'Winzling du denkst zu viel', meine Lehrer haben immer gesagt, dass ich zu wenig denke. Dabei rauscht mein Kopf manchmal richtig. Solange bis ich einen Kurzschluss habe. Ich setze mich auf die Wiese, packe Papier und Stift aus, anstatt mir Notizen zur Lektion vorher aufzuschreiben, kritzle ich den Lehrer in einer schlechten Karikatur in mein Heft und zeichne ihm ein paar zu grosse Nippel. Meine Freunde lachen, ich lache und während diese sich wieder dem Stoff zuwenden, der sie durch die Prüfung bringt, starre ich in den Himmel. Ich schlage das Buch auf, wenn mir später niemand zusieht. Will mir nicht die Blösse geben. Bin irgendwie falsch. Jeder weiss das, aber ich will das nicht.
23 Ingameposts | 25.05.2026, 20:14
Basgiath War College
gespielt von Jani
30 Jahre
Flieger
Du bist dein ganzes Leben davon umgeben gewesen; vom Meer. Hast dich im Hafen herumgetrieben, bist durch die Gassen gewandert und hast dich nicht nur einmal auf eines der Schiffe geschlichen. Bist in der Hektik untergegangen, hast dich in ihr versteckt und bist immer froh darum gewesen, nicht gesehen zu werden. Dieses Gefühl hat sich weitergetragen, bis in die Schule: wo du auf einmal realisiert hast, was dich von den anderen Kindern unterschieden hat. Deine Schulsachen in einem gebrauchten Zustand, die Ärmel deines Pullovers zu kurz für deine Arme. Deine Hose mehr als nur einmal geflickt und genäht, weil sie dir ständig beim Spielen kaputt gegangen ist. Deine Mutter, sie hat es mit einem leisen Seufzen hingenommen, obwohl bereits damals Sorgenfalten auf ihrer Stirn gewesen sind; du bist nur zu jung gewesen, um es zu realisieren. Um es zu deuten. Hast erwachsen(er) werden müssen, um zu verstehen – die Streitereien zuhause, die Trennung deiner Eltern, die Jahre der Armut, die hinter dir und zeitgleich vor dir gelegen haben. Wie ein Kreislauf, der nicht zu durchbrechen war. Wie das Gesetz des Wassers, das der Ebbe und Flut, das immer wiederkehrend ist. Aber du – du hast dir vorgenommen, einen Weg herauszufinden. Ein besseren Leben zu ermöglichen, für dich und deine Familie. Es ist maßgeblich für die Entscheidungen gewesen, die du getroffen hast. Die dich an diesen Punkt in deinem Leben geführt haben; zurück zum Meer. Nicht nach Malkam – deiner Heimatstadt – sondern nach Draithus. Es gibt verschiedene Gründe dafür, sich für ein Leben im aktiven Dienst zu entscheiden, die Freiheiten der Selbstbestimmtheit aufzugeben: deiner ist immer die Sicherheit gewesen, die diese Arbeit dir versprochen hat. Die Tatsache, dass du dich nur an die Regeln zu halten hast, um nicht entlassen zu werden. Und durch die Bindung deines Greifens ist es beinahe unmöglich geworden. Poromiel braucht Flieger. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und das ist vielleicht das Einzige, wovor du dich nie gefürchtet hast – wonach du insgeheim gestrebt hast. Verantwortung. Unterstützung. Hilfe. Willst der Fels in der Brandung für deine Kameraden und Freunde sein. Willst anders sein, als dein leiblicher Vater es ist. Nicht die Augen verschließen vor Wahrheiten. Nicht die Geduld verlieren. Nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. Nicht weglaufen, wenn die Situationen schwer sind. Es fällt dir nicht immer leicht: manchmal bist du nun einmal der Sohn deiner Eltern. Unfähig, auszusprechen, was dich belastet. Abwehrend, bevor du dich selbst zu verletzlich machst. Ablenkend, wenn sich das Thema zu stark in Richtung deiner Vergangenheit bewegt. Schämst dich nicht (mehr) für die Verhältnisse, in denen du aufgewachsen bist, weil du weißt: Geld ist nebensächlich. Auf die Familie kommt’s an. Auf die Menschen, die man in sein Leben lässt. Auf das Vertrauen, das man aufbaut. Aber dir fällts leichter, zu lachen und dich anzupassen, statt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Willst dich nicht mehr wie damals verstecken, aber brauchst die Augen anderer noch immer nicht auf dir; vielleicht weil’s dich zu sehr daran erinnert, wie es in deiner Schulzeit gewesen ist. Weil du dich automatisch fragst, was sie reden und ob’s mit dir zutun hat. Diese Unsicherheit – du wirst sie vermutlich niemals gänzlich abschütteln können, auch wenn du inzwischen anders bist. Auch wenn du inzwischen weißt, wer du bist.
26 Ingameposts | 03.06.2025, 17:37
Militär Poromiel
gespielt von
35 Jahre
Reiter
0 Ingameposts | 27.10.2026, 23:47
Militär Navarre
gespielt von Jella
21 Jahre
Schriftgelehrte
heldenreise
[ˈhɛldn̩ˌʀaɪ̯zə] Substantiv
Erzählstruktur verschiedener literarischer Genres, bei welcher der Protagonist in ein Abenteuer zieht, sich gegen Gegner und Gefahren behauptet und innerlich verändert an den Ursprungsort zurückkehrt

i. Die bekannte Welt

Ein leeres Stück Pergament – es ist gleichzeitig aufregend und beängstigend. Noch ist nichts geschrieben und du kannst entscheiden, wo es hingeht. Aber was, wenn du dich für die falsche Richtung entscheidest?
Dann streichst du’s durch und fängst von vorne an.

Andere sagen ein Buch aufzuschlagen, einer leeren Seite zu begegnen ist wie zu einer ersten Verabredung zu gehen. Aufregend, weil du nicht weißt, was dich erwartet. Weil die Geschichte, die du liest oder schreibst, dich magisch in eine andere Welt ziehen kann – oder wie eine schlechte Verabredung enttäuscht. Du findest es ist ein bisschen wie in den Tag hineinzuleben. Jeder Tag ist eine neue Seite, die du füllen kannst. Jedes unbeschriebene Stück Pergament eine Möglichkeit etwas Neues zu erfinden.

Eine leere Seite liegt vor dir und du verspürst das erste Mal in deinen Kindheitstagen das Bedürfnis sie zu befüllen. Du siehst lange nur das Potenzial, spürst keine Sorge. Der Perfektionismus kommt erst später. Als junges Mädchen schreibst du einfach. Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebucheinträge. Du versuchst in Worten festzuhalten, was du fühlst, was du siehst, was du erlebst. Es dauert Jahre, bis du realisierst, dass du auch etwas anderes willst. Du willst Geschichten erzählen. Und weil du von Liebe umgeben aufgewachsen bist, wird Liebe dein Thema. Dir geht’s um eine Welt, in der man sich nicht einsam fühlen muss. Dir geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen. Dir geht’s um Träume, die sich in deinem kindlich romantisch verklärten Herzen festigen und dich bis heute nicht ganz loslassen. Du träumst nicht von Heldengeschichten, aber von Menschen, die über sich hinauswachsen. Während andere davon träumen auf Drachen den Himmel zu erklimmen, träumst du auf Seiten. Es wundert niemanden, dass du zu den Schriftgelehrten gehst. Es wird niemanden wundern, wenn du nach deinem Wehrdienst in eine andere Normalität zurückkehrst. In Geschichten bringt Krieg Menschen oft zusammen, aber in der Realität wirkt’s auf dich, als treibt er sie auseinander. Dein Herz bejaht. So oder so: du bist dir sicher, Krieg verändert Menschen, ebenso wie’s Geschichten tun.

Du magst Struktur, du magst Sicherheit. Deswegen wäre es einfach dem Weg deines Nachnamens zu folgen und die familiäre Pferdezucht zu übernehmen. Aber du magst es mehr die Freiheit zu haben, dich auch manchmal gar nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was dich umgibt. Du lernst, dass du nicht nur schreiben kannst, was du fühlst, sondern auch das, was du dir vorstellst. Du flüchtest für kurze Zeiten in fiktive Welten – und hoffst, vielleicht auch anderen einen Zufluchtsort geben zu können. Wenn man dich fragt, warum du schreibst, dann sagst du: gegen die Einsamkeit und für die Hoffnung. Für andere, aber auch für dich. Du bist gleichzeitig Ana Arcadi (dein Autorinnen-Pseudonym) und Siana Idraca. In deiner Welt sind sie ein- und dieselbe. In beiden siehst du keine Heldinnen. Du schreibst Charaktereigenschaften von dir in deine Bücher, Erinnerungen, aber nie wirklich dich. Du willst keine KriegsHeldin sein, nur die Hauptperson deines eigenen Lebens. (Manchmal weißt du noch nicht ganz, wie das aussehen soll.) Du willst Geschichten erzählen, aber nicht alle von ihnen auch wirklich erleben.

Ein leeres Stück Pergament – du bindest es an die bereits vollgeschriebenen Seiten und setzt die Feder an.

21 Ingameposts | 28.06.2026, 10:46
Basgiath War College

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