Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Charakterliste
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiterin
Ich hab nie an Sagen oder Mythen geglaubt. Auch nicht als kleines Mädchen. Wollte keine mutige Kriegerin in einem Kampf sein; keine Flieger und Feinde von außerhalb des Königreichs besiegen. Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht, wer ich sein wollte. War Tochter, Schwester. Das hat mir gereicht. War nicht allein, hatte Freundin und Konkurrenz in einem. Wenn man einer kindlichen Einstellung folgte. Kannte immer Regeln und Strukturen. Hab das alles für normal und selbstverständlich genommen. Habe eben nie hinterfragt, ob man all das auch verlieren kann.
Kann man.
Auf einen Tag folgten Monate und alles war anders. Plötzlich hab ich die Dinge nicht mehr als selbstverständlich betrachtet, weil es wirkte, als würde alles fehlen. Da war keine Struktur mehr, keine Logik im Hintergrund. Von einem Tag auf den anderen war alles, was ich kannte, nur noch die Version, die ich als Mädchen kannte. Obwohl ich noch immer eines war. Eines, auf dem Erwartungen ruhten. Aber wenn ich meine Eltern ansah, hab ich Liebe gesehen. Habe neben leisen Zweifeln Zuversicht gesehen. Hätte mir fast gewünscht ich hätte an Legenden geglaubt. Hätte aber auch nicht gewusst, ob ich dann die sein wollte, die sie niederschreibt, oder Teil des Kampfes wäre.

Glaube ich habe es nie in Worte gefasst, aber meine Welt hat sich mit der Zeit wieder aufgebaut. Strukturen kamen wieder, Routinen, aber auch neue Regeln und neue Gesichter. Würde nicht behaupten, dass ich schneller erwachsen geworden bin als andere. Habe dennoch den Schutz meiner Familie gespürt. Mit Schutz kommt Sicherheit, Vertrauen. Sie haben mir vertraut, dass ich eine Entscheidung treffen kann, also habe ich ihnen vertraut, dass sie die Grundlagen dafür geschafft haben. Dann habe ich mehr Leuten vertraut und kann heute voller Zuversicht sagen, dass ich mich erst nach meinem Umzug nach Blenanchor wirklich sicher gefühlt habe. Nicht, weil niemand mir etwas antun könnte, sondern weil sich das Gefühl von Sicherheit so vielseitig gestaltet hat: Ein Ort, ehrliche Worte, Menschen. Meine Familie ist kleiner geworden und dann gewachsen, auf eine Art, die ich nicht erwartet habe. Und sie wird es weiterhin.
Den Gedanken mag ich irgendwie sogar. Glaube ich mag es so, weil ich es selbst entscheiden konnte. Zwischen all den Veränderungen. Hätte nein sagen können. Er auch. War uns bewusst. Vielleicht wären meine Eltern enttäuscht gewesen. Hab es damals nicht erkannt. Dass sie auch Sicherheit für mich wollten. Hatten gerade ihre Tochter verloren. War ein Versuch von Erwachsenen, Vätern, eine Freundschaft auf die nächste Generation auszubreiten, als sie ihre Kinder einander vorstellten. Ein Vorschlag, eine Idee. Die Entscheidung lag bei uns. Heißt aber nicht, dass wir das nicht ernst nehmen.

Hätte ich an die Legenden geglaubt, die ich meiner Tochter erzählt habe, hätte ich gesagt, dass ich jetzt Kriegerin – Soldat, Reiterin – werden will, damit sie die sein kann, die sich um nichts sorgen muss. Und das stimmt. Sie wurde mein Grund, nicht aufzugeben. Hätte das niemals gedacht. Mutter zu sein, ist mir nicht zugeflogen. Im Gegenteil, wollte es lange nicht wahrhaben. Wollte nicht die Ausnahme sein, warten, zusehen. Wurde es doch. Wehrdienst verschoben. Bin älter als die meisten Rookies. Aber das bringt mir keine Vorteile. Muss genau so bestehen, wie sie alle.
Werde ich. Ist mein Plan. Wenn es bedeutet zu bluten, blute ich. Wenn es bedeutet Ängsten zu begegnen, muss ich das wohl. Wollte nie die Heldin aus den Geschichten werden. Vielleicht lag’s auch nur daran, dass Helden so oft Reiter waren. Wollte zwar auch lange keine Reiterin werden, aber jetzt schon. Wie mein Vater vor mir; anstatt meiner älteren Schwester; wie jene, die zu meiner Familie wurden, zu meinem Gefühl von Sicherheit. Damit ich dieses Gefühl für andere werden kann.
22 Ingameposts | 09.06.2026, 08:10
Basgiath War College
gespielt von telfi
23 Jahre
Reiterin
Ich bin ein bisschen lernbehindert.
Vielleicht auch sonst nicht ganz richtig im Kopf.
Zumindest rede ich mir das ein, wenn all die Buchstaben zu einem klebrigen Brei werden und mein Herz beginnt zu rasen. «Miss Veyra, lesen Sie doch vor» - Schweissausbrüche: Und ich sehe aufs Blatt runter: «Inf..Infr…fanti» - «Infanteristen» - «Klappe, weiss ich doch!» Ich werde wütend, verschränke die Arme und lese stagnierend und blass weiter. Jeder weitere Buchstabe wird wütender. Ich bin keine Analphabetin. Ich kann einfach keine Buchstaben, keine Sätze. Ich hasse Bücher so sehr. Und Briefe. Briefe schreiben hasse ich noch mehr: kommt da ein p hin oder ein b? Gross oder Klein, Doppel-ss oder ein z? Die Lektion ist um und ich schubse den grinsenden Typen neben mir, bevor ich aus dem Saal stürme. «Die Dicke schafft das Gauntlet niemals», teile ich aus, weil es einfacher ist als einzustecken. Sie hört mich und duckt sich, während meine Kollegin mir mit einem lauten Lachen zustimmt und mein Herz noch immer rast wegen all der Buchstaben. Ich sehe zu einem anderen Freund. Vor einer Woche hat er seine Freundin betrogen – natürlich ist sie Schuld – sage ich mir. Ich bin loyal, gehe mit auch wenn meine Freunde im Unrecht sind. Das ist Freundschaft oder?
Freundschaft und Familie.
Nur Freundschaft.
Denn Familie ist nicht immer einfach, ist nicht immer fair. 'Winzling du denkst zu viel', meine Lehrer haben immer gesagt, dass ich zu wenig denke. Dabei rauscht mein Kopf manchmal richtig. Solange bis ich einen Kurzschluss habe. Ich setze mich auf die Wiese, packe Papier und Stift aus, anstatt mir Notizen zur Lektion vorher aufzuschreiben, kritzle ich den Lehrer in einer schlechten Karikatur in mein Heft und zeichne ihm ein paar zu grosse Nippel. Meine Freunde lachen, ich lache und während diese sich wieder dem Stoff zuwenden, der sie durch die Prüfung bringt, starre ich in den Himmel. Ich schlage das Buch auf, wenn mir später niemand zusieht. Will mir nicht die Blösse geben. Bin irgendwie falsch. Jeder weiss das, aber ich will das nicht.
17 Ingameposts | 25.05.2026, 20:14
Basgiath War College
gespielt von Jella
35 Jahre
Reiterin
Akt I: Szene I – Exposition
– Urdelyn, ein Herrenhaus – die Bibliothek.
Eine junge dunkelhaarige Frau (17) schiebt sich hinter einem Vorhang hervor und tritt vor ein Gemälde über einem Kaminsims, eine kleine Öllampe in ihren Händen, weil der Raum ansonsten dunkel bleibt. Die Bücher um sie herum wirken alt und wertvoll, aber sie würdigt sie nur eines beiläufigen Blickes.
DARCIE (flüsternd)
Sieht aus wie eine künstlerische Nasenverbesserung.

Du lässt deinen Blick über die Pinselstriche wandern. Ahnst anhand der Unterschrift, die sich am unteren Rahmenrand befindet, dass das Bild nicht günstig gewesen ist und findest doch keinen großen Gefallen an der Darstellung. Es ist die Silhouette im Hintergrund, die dich angezogen hat. In deiner Heimatstadt gibt es üblicherweise keine Drachen. Das heißt nicht, dass du noch nie einen gesehen hast, aber es war immer in der Ferne. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum du dich irgendwann dazu entscheidest Reiterin werden zu wollen. Warum der Wunsch in den träumerischen Ecken deines Herzens Flügel bekommt. Weil du Jahre hattest, dir ein Bild von dem Leben auf den geschuppten Wesen auszumalen, aber keinen Vergleich mit der Realität hattest. Du hattest nur Erlebnisse wie das hier: Ein Gemälde eines Mannes, der Reiter geworden und offenkundig damit zum Familienstolz geworden ist. Und die Entscheidung einer Freundin.

Du hingegen –
Deine Familie besteht aus zwei Menschen: dir und deinem Vater. Deinen Bruder lernst du erst Jahre später kennen. Und auch wenn du glaubst, dass dein Vater dich liebt, weißt du nicht, ob er jemals so etwas wie stolz auf dich sein kann. Er ist überfordert und du? Du willst mehr. Ein großes Haus wie dieses, in welches du eingebrochen durch das offene Gartentor hereingeschlichen bist. Du willst das Glitzern in deinen eigenen Augen, anstatt in denen, die dir von dem übertriebenen Gemälde entgegenblicken.

DARCIE (leise)
Was ein Angeber.

Du drehst dich von dem Bild weg und glaubst doch, dass seine Augen dir folgen. Also hebst du deine Hand und wirfst ihm über die Schulter einen Luftkuss zu. Schadet schließlich nicht, sich ein paar Freunde in hohen Plätzen zu suchen. Du wirst sein Gesicht trotzdem wieder vergessen, bis du das Haus verlassen hast. Es geht dir zwar um mehr, aber nicht wirklich um Macht und Einfluss. Du bist hier, weil das Adrenalin dir das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Weil du dir vorstellen kannst, dass alles hier dir gehört. Du willst ein Haus wie dieses, weil du glaubst, du könntest es mit Wärme und all deinen liebsten Freundinnen füllen. Du bist unabhängig, du fühlst dich frei. Selbst dann, wenn du es nicht bist.

Fehlt also nur, dass du den Kopf auch wirklich in die Wolken stecken kannst.

Akt III: Szene IX
– Athebyne, in den Wolken.
Ein Drache stößt sich vom grauen Boden in die Lüfte. Die Umgebung sieht auf wie ein Flugfeld, ein Stützpunkt befindet sich im Hintergrund. Berge umgeben alles. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Gestalt auf seinem Rücken. Eine schwarzgekleidete Reiterin (29), DARCIE lacht auf. Das Geräusch wird vom Rauschen des Windes übertönt.
Du steigst auf. Nicht in den Rängen, welches das Militär als Erfolgsgarant ansieht – sie bedeuten dir nichts –, sondern in die Lüfte, die dir eine Art von Heimat geworden sind. Du steigst auf. In den Altersstufen, die dir etwas von Lebensweisheiten und Erfahrungen sagen wollen und doch hörst du nicht hin. Du lernst, aber du hältst Erwachsensein weitestgehend immer noch für einen Trick, dir deinen Unvernunft Spaß zu nehmen. Und eines, das ist dir geblieben: Du biegst dir deine Welt so, wie sie dir gefällt. Du hast viele Erfahrungen gesammelt und kannst doch heute nicht mehr immer genau sagen, welche Traum und welche Erinnerung sind. Und für dich spielt es auch keine wirkliche Rolle. Was ist die Wahrheit, wenn nicht einfach nur eine Perspektive? Deswegen nimmst du’s mit ihr auch nie ganz so genau. Nicht weil du’s böse meinst, sondern weil du ihren Wert nicht verstehst.

Dein Drache dreht eine Schraube und du bist versucht loszulassen. Du tust es fast – aber hebst schließlich nur deine Arme. Der Wind brennt dir in den Augen, weil du deine Flugbrille noch nicht runtergezogen hast, aber du lächelst. Dein Herz bleibt stehen, als ihr fallt. Nur einen Moment. Nur eine Sekunde.

DARCIE (lachend)
Das ist und bleibt das beste Gefühl!

In deiner einer Erinnerung ziehen Gewitterwolken über euch auf. Du blinzelst und die Sonne scheint wieder. Das Lächeln auf deinen Lippen bleibt. Ist schließlich alles nur eine Frage der Perspektive. Und deine hat sich mit jeder Nutzung deiner Siegelkraft, der Retrokognition um die anderer erweitert. Heute sind’s deine Geschichten genauso wie ihre. Der Überzeugung folgst du zumindest meistens.
7 Ingameposts | 18.04.2026, 22:12
Militär Navarre
gespielt von Josi
23 Jahre
Reiter
Zu jammern hat das Leben noch nie besser gemacht. Das ist zumindest meine Meinung, eine Situation wird nicht besser, vermeidbarer, weniger schwer oder nervig nur weil man sich beklagt, aber man kann selbst besser werden, wenn man einfach die Zähne zusammenbeißt, durchzieht und kämpft. Vielleicht macht mich diese Ansicht zu einem herzlosen Arsch und dass ich mich beinahe wahllos herumhure zu einer treulosen Bitch, aber dafür weiß man bei mir immer, woran man ist. Ehrlichkeit ist auch eine Stärke.

Dubhláin Drymos, der x-te Reiter in unzähligen Generationen einer Familie, die sich dem navarrianischen Militär verschrieben hat. Wie sie sehe auch ich es als Ehre an, mich lebenslang zu verpflichten. Wahrscheinlich geh ich dabei irgendwann drauf, aber noch ist das nicht passiert und nur, weil man irgendwann sterben wird, muss man es ja niemandem leicht machen. Mir hilft es, keine Angst zu haben, um mich in dieser Welt zu behaupten und ich hab's mit meiner Einstellung immerhin bis zum Geschwaderführer des 3. Geschwaders gebracht. Ja, ich bin stolz drauf, auch wenn diese Verantwortung für Andere mich manches Mal mehr herausfordert, als die Kämpfe auf der Sparringmatte. Es fordert mich, meine persönliche Meinung zu manchem Individuum hinten anzustellen und überfordert mich manchmal, fair zu sein. Ich achte den Kodex und die Rangordnung, aber nicht unbedingt... Freundlichkeit. Die sieht so oft nach Schwäche aus. Ich bin im politischen Kontext überaus loyal, der Krone und dem Land gegenüber und wähle im Privaten sorgfältig, wem ich mich verpflichte. Meiner Familie. Meinem Drachen. Meinen Freunden.

Auf ganz besondere Weise meiner Tochter, die in Blenanchor bei meiner Familie aufwächst und die... erstaunlich wenig leisten muss, damit ich stolz auf sie bin, nur wachsen, am Leben bleiben, bis ich sie wieder besuchen kann, dann nach meinem Seniorjahr. Ich erwähne sie vielleicht nicht oft, weil mir viel zu bewusst ist, dass sie mein Schwachpunkt ist, aber damit, dass ihre Mutter, meine Verlobte, nun als Rookie das Jahr begonnen hat, ist eine gewisse Verbundenheit kaum zu übersehen. Wir sind kein Liebespaar, kein Happy Ever After, aber wir sind ein Team, Verbündete über eine körperliche Anziehung hinaus.

Das ist einfach, andere Beziehungen sind emotional schwierig. Oder vielleicht ist emotional einfach ein bisschen schwierig. Mein Bruder ist meine engste Bezugsperson und doch ist unser Verhältnis gerade angespannt. Ich würd's gern ändern, aber hab noch nicht geblickt wie. Genauso wie ich meine Siegelkraft noch lange nicht vollkommen verstanden habe. Im Gegensatz zu anderen scheitere ich nicht an einer zu großen inneren Abwehr, anderen Menschen weh zu tun, wir leiden alle Schmerzen auf die eine oder andere Art... aber mir mangelt es an Kontrolle und das hat sich schon als Problem erwiesen, dann... wenn es die falsche Person trifft, im falschen Moment, unkontrolliert.
60 Ingameposts | 21.05.2026, 17:08
Basgiath War College
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiter
Man munkelt, ob er eigentlich schon immer so war; denkt, der Verlust seiner Familie hätte ihn so distanziert werden lassen, so zynisch, schwarzmalerisch. Weil man sich eben kaum vorstellen konnte, dass ein Junge mit 14 oder 15 Jahren bereits so wäre. Nur war Fin eben genau das. Wirkte schon immer desinteressiert und als würde er dem Leben nicht viel abverlangen, nicht viel erwarten und noch weniger anstreben. Dabei sah er einfach nie ein Problem damit, ein einfaches Leben zu führen, ohne unnötige Strapazen oder Risiken, die einem jeden Tag das Leben kosten könnten. Noch nie hatte er verstanden, was andere daran so reizte oder wieso ihnen manche Angelegenheiten so wichtig waren. Bei ihm waren das die wenigsten Dinge.

Dabei könnte man meinen, ausgerechnet er müsste es verstehen, wo seine Eltern doch zuhause beinahe täglich Predigten für ihn hielten, dass er alt genug wäre, sich zu beteiligen und die Rebellion ernst zu nehmen. Dass sie notwendig war. Etwas, was Fin nicht einmal unbedingt bestreiten würde. Den Sinn dahinter sah er, die Logik. Da war nur kein Reiz, sich all dem anzuschließen und sein Leben zu riskieren. Wieso das, was man hatte, noch bewusst verkürzen wollen? Vor allem, wo es ihn doch gar nicht schlecht erwischt hatte. Eltern – auch wenn sein Dad nur sein Stiefvater war, doch wo zog man eigentlich den Unterschied? Klar, man stritt sich mal, aber er wurde immer anerkannt, hatte sogar als Kleinkind dessen Nachnamen bekommen – eine jüngere Schwester, ein Haus in einem kleinen Dorf. Es hätte alles friedlich sein können. Kein Drama, kein Stress, kein Grund, sich zu engagieren.

Desinteressiert. Direkt in seiner Meinung, aber dennoch nicht bereit, sich auf Diskussionen einzulassen. Sollte man ihn doch feige oder naiv nennen, wenn er Befehlen folgte, selbst wenn er etwas anders sah. War das denn sein Leben wert? Er hasste den Moment, als ihm klar wurde, dass er Reiter werden musste – es zumindest versuchen – mehr, als den Moment, in dem er der Hinrichtung seiner Eltern zusah. Für seine Psyche sprach das sicher für den einen oder anderen Außenstehenden Bände, doch das war eben genau das Risiko, von dem seine Mutter immer gesprochen hatte. Und sie hat verloren. Jetzt war er dran im Spiel. Aber er wollte gewinnen. Und gewinnen hieß überleben. Selbst wenn es ein endloser Kreis wäre, weil er eigentlich nie gewinnen würde, wenn er doch nie Reiter hatte werden wollen. Aber dem ganzen vorsätzlich ein Ende machen? Vielleicht war er doch feige. Aber wer hatte keine Angst zu sterben? Nur Idioten, seiner Meinung nach.

Wie schnell sowas gehen könnte, ruft ihm das Mal an seinem linken Arm täglich ins Gedächtnis. Ein Leben, dass er nicht vorgesehen hatte, das er aber auch nicht einfach beenden konnte, weil sein Kopf sagte, aus Prinzip müsste er den Leuten jetzt zeigen, dass es nicht so leicht war. Dabei war der Tod unvermeidlich. Eine Art, die nicht bei jedem gut ankommt. Glücklicherweise war es nie sein Ziel, bei allen beliebt zu sein. Er überlebte, einen Tag nach dem anderen. ‘Ja, Sir’, ‘Nein, Sir’, Unterricht und Trainings. Wirklich nichts, was er sich ausgesucht hätte, aber so sah es seit nunmehr über zwei Jahren aus.
69 Ingameposts | 10.04.2025, 19:03
Basgiath War College
gespielt von Katja
22 Jahre
Reiter
Lange ist mein Leben ziemlich normal verlaufen. War einfach nur ein Junge, hab mich für viel interessiert, wusste nur noch nicht so richtig wohin mit meinem Leben. Aber das war ein Problem für später. Ist einfach es zusammenzufassen. Bis dann alles anders wurde.


Jetzt finden mich viele seltsam. Ist wohl auch komisch. Der Typ der nicht spricht. Habs seit dem nicht mehr. Vielleicht fehlten mir damals einfach die Worte. Wusste nicht wie ich mein Entsetzen ausdrücken sollte. Wie ich begreifen, verstehen sollte was genau passiert ist. Wie soll man in Worte fassen, dass man gesehen hat, wie die eigenen Eltern sterben. Auf diese Art.

Also hab ich geschwiegen.

Es nicht versucht und seit dem einfach keine Worte mehr gefunden. War einfach am Anfang einfach nicht darüber zu reden. Keine Fragen zu beantworten. Ich weiß um die Gründe der Rebellion. War damals alt genug um genug mitzubekommen, dass meine Eltern Geheimnisse hatten und hab Fragen gestellt. Erst haben sie diese abgewiegelt, wollten mich schützen, aber als ich nicht aufgehört hab, haben sie es mir erklärt. Haben mir ihre Ansichten erklärt, von den Veneni erzählt und mich zu einem gewissen Grad einbezogen.

Dann hab ich gesehen was mit denen passiert ist, die es wussten. War dabei, als es jenen den Tod brachte. Vielleicht wars auch mit die Angst, die mir die Worte nahm. Worte können nichts rückgängig machen. Können keine Toten zurückbringen. Worte geben Wahrheit Form und Wahrheit bringt Schwierigkeiten. Absurd, dass ausgerechnet ich das sag? Wo Wahrheitssagen meine Siegelkraft ist? Vielleicht deswegen auch besonders passend.

Ich kenn die Wahrheit, teil sie aber mit niemanden, der nicht davon weiß. Muss nicht noch wem das Gewicht auf die Schultern legen. Nicht noch jemanden in Gefahr bringen. Nicht zu sprechen, macht es einfacher, ich sag halt einfach nichts.

Hier ein Nicken. Da ein Kopfschütteln.
Ist geblieben.
Ist dabei geblieben.
Jetzt ist es normal. Für mich.

Hab Zettel und Stift. Hab meine Mimik. Hab meine Hände. Meine Tattoos. Mir reichts. Wem’s nicht reicht. Nun. Einen Mittelfinger versteht jeder, oder? Kann mich verständlich machen.
Hier kennen mich die meisten nur so. Haben mich nie Reden gehört. Bin nicht hier um etwas zu beweisen. Bin hier, weil ich es muss. Wollte nie Reiter werden. Aber ich wollte auch nicht sterben. Ich will leben und wenn das der Weg ist, lerne ich eben gut darin zu werden. Also mach ich das beste draus. Hab akzeptiert, dass ich Reiter werde. Werds überleben und mich hier nicht ganz verlieren. Bin immer noch ein Typ mit dem man lachen kann. Hab vielleicht trockenen Humor. Mag Sarkasmus. Aber weiß, bin eigentlich ein liebenswerter Kerl. Jemand der einem die Hand hinhält. Niemand der einem in den Rücken fällt. Vertraue nicht jedem sofort, aber bin niemand der einen sofort fallen lässt, wenns unbequem wird. Wer sich meine Loyalität verdient hat, verliert sie auch nicht so schnell …

svg credit: SVG Repo
13 Ingameposts | 16.06.2026, 17:52
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Den Kopf eigentlich schon immer in Büchern oder in den Wolken, flüchtete sich Ivelle Nyra Kinnaird stets gern in fremde Welten, wo die eigene doch teils so düster erschien. Ein gewisser Hang zu Eskapismus ist ihr geblieben, eine Liebe für Bücher ebenfalls, aber ein Teil ihrer Träume hat sich schon vor geraumer Zeit in ihre Realität verlagert. Sie mag ein oder zehn Märchen zu viel gelesen haben, die sie lange ein „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ als erreichbares Ziel ansehen ließen. Diese Romantisierung musste sich aufgrund ein bisschen Enttäuschung verflüchtigen, schließlich kann sie die Überzeugung, dass es nicht das Ende sein kann, wenn’s nicht glücklich ist, anhand unterschiedlicher Erlebnisse ihrer letzten Lebensjahre problemlos widerlegen. An den Glauben, dass Liebe eine magische Kraft inneruht, indes klammert sie sich mit einem dieser eisernen Griffe, welche die Fingerknöchel blasser hervortreten lassen. Schließlich ist es eben diese Liebe, die sie von ihrem lange Jahre gereiften Plan ihren Dienst als Schriftgelehrte zu verbringen, zur Entscheidung bewogen hat, sowie ihre Jugendliebe Reiterin werden zu wollen. Ein Jahr Vorbereitung schien kaum genug, um die eher belesene als sportliche junge Frau über das Viadukt und durch die darauffolgenden Gauntletprüfung zu bringen, aber sie überraschte wohl viele damit, dass sie selbst die Präsentation überlebte und sich schließlich beim Dreschen sogar ein Drache für sie entschied. Aus einem metaphorischen ‚Mit dem Kopf in den Wolken‘ ist also auch eine Tatsächlichkeit geworden. Ihre körperlichen Schwächen haben sich über das erste Jahr verringert, ihre Stärken liegen aber nach wie vor in der Theorie. Belesen ist sie also weiterhin, dass gleich beide Gründe, dass sie Reiterin werden wollte, ebenfalls durch das College wandeln, hat sie jedoch nicht gänzlich bis zum Ende durchdacht.

Den Traum einer lebenslangen Beziehung mit ihrer Jugendliebe, ließ sie die von ihren Eltern – eigentlich Adoptiveltern, aber sie hat sie schon vor langer Zeit als ihre Familie angenommen – angestrebte Verlobung als unmöglich ansehen und durch die Bindung mit einem Drachen auf genügend Eigenständigkeit hoffen, ihr zu entgehen. Dass ihre Jugendliebe die Distanz wahrt, obwohl sie manchmal nur ein paar Schritte trennen – schließlich ist er auch Reiter geworden – lässt sie manchmal an ihrer Rolle der hoffnungslosen Romantikerin zweifeln. Cillian Beolan als potenziellen Ehemann zu sehen, kommt irgendwie trotzdem nicht so recht in Frage. Vielleicht folgerten gerade diese Unsicherheiten ihre Siegelkraft, die ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt. Nicht nur, dass Vorausseher selten sind, ihre prophetischen Träume sind auch noch höchst schwierig einzuordnen. Meist sieht Ivelle nur die kleinsten Details einer Szenerie und kann häufig, wenn überhaupt, erst in Momenten, wo sie ihnen tatsächlich begegnet, einordnen, was sie bedeuten. Dabei hilft manchmal jemandem aus ihrer Staffel vielleicht erst mit dem rechten Fuß loszulaufen oder den Schuh neu zu binden oder ein gewisses Essen nicht zu wählen. Es sind Kleinigkeiten, die großen Visionen blieben bisher aus, aber hilfreich kann die ein oder andere sicherlich sein. Für jemanden, der derart viel tagträumt, vielleicht auch eine Form von Ironie des Schicksals, in ihren Träumen nun tatsächlich möglichen Realitäten zu begegnen und noch mehr, dass sich diese Prophezeiungen zuletzt nicht mehr nur auf ihre Träume beschränken.

Ivelle erscheint manch einem sicherlich immer noch etwas zu zart und sanft, aber die letzten Monate und das letzte Jahr haben sie durchaus etwas härter werden lassen. Sie ist mehr so naiv zu glauben, dass alle ihr etwas Gutes wollen, erliegt wohl aber dem IrrGlauben, dass das Gute am Ende stärker sein muss. Hilfsbereitschaft bedeutet ihr viel, Streit eher weniger, aber in Momenten, in denen sie früher geschwiegen hätte, ergreift sie nun auch einmal bestimmt Partei. Nicht nur für andere, sondern auch sich selbst. Mit ein bisschen mehr Schatten innerhalb der Welt und auch in ihrem Charakter hat sie sich arrangiert. List, um des überlisten willen, ist ihr aber immer noch genauso zuwider, wie andere auszunutzen, so hilfreich es sicherlich in ihrem neuen Leben auch manchmal wäre. Ihr Herz indes hat sich etwas mehr verschlossen und Vorsicht ist mit dem ein oder anderen Verrat einhergegangen, aber dem zum Trotz würde sie immer noch lieber weitere Freundschaften schließen, als sich Feinde zu machen. Ivelle wird gerne gemocht und lernt gerade erst, damit umzugehen, wenn Menschen es nicht tun.
51 Ingameposts | 29.01.2025, 18:07
Basgiath War College
gespielt von Maj
29 Jahre
Fliegerin
Hübsch aufreizend ist sie in ihrem Abendkleid, die Prinzessin von Caldrith. Sie ist die Tochter eines Fürsten aus dem Norden von Poromiel, aus Cygnisen – und stammt damit aus einem Landstrich, der von Zivilisation nur vage etwas gehört hat und in dem man sich auf Adel und Erblinien nur wenig verlassen kann. Doch wer als Familie nach Generationen noch immer nicht entmachtet oder ermordet wurde, hält es offenbar für an der Zeit, nach Einfluss jenseits der eigenen Grenzen zu streben. Dass man ausgerechnet Sathia Valdriksri fa Caldrith für diese Aufgabe ausgewählt und an den Königshof nach Suniva entsandt hat, scheint eine fragwürdige Entscheidung zu sein. Oder ist sie doch das Zivilisierteste, was Caldrith zu bieten hat?
Auf jeden Fall aber ist ihr Adelstitel hoch genug, um ihr selbst eine Einladung zu königlichen Empfängen und Ausflügen zukommen zu lassen. Hoch genug, um ihren Namen auf die Gästeliste zu setzen, statt sie unter das Personal zu mischen – und doch arbeitet Sathia auf solchen Veranstaltungen wie jeglichen Freizeitvergnügen der königlichen Familie und meint damit nicht, dass sie daran arbeitet, ein familiäres Kontaktnetzwerk zu spinnen. Als Teil der königlichen Leibgarde ist sie stattdessen anwesend und trägt die Kleidung so, dass sie Bewegungsfreiheit ermöglicht und Optionen bietet, Waffen bei sich zu tragen.
Vor etwa einem halben Jahr ist Sathia von der Ostküste in die poromische Hauptstadt versetzt worden. Man hat sie nicht gefragt, sondern dazu abkommandiert, mindestens für eine Weile ihren Dienst in unmittelbarer Nähe zur Königsfamilie zu leisten. Entschieden hat sie sich dafür, sich dauerhaft dem Militär zu verpflichten. Also muss sie damit leben, herumgeschoben zu werden wie ein Bauer auf dem Schachbrett.

Das aber kennt Sathia aus ihrem Elternhaus kaum anders. Opportunismus und die stete Bereitschaft, Pläne zu ändern und versprochene Loyalitäten über den Haufen zu werden, sind kennzeichnend für die Familie Caldrith und notwendig in Cygnisen, um Macht und Einfluss zu behalten. Dass man sich dabei auch gegen eigene Familienmitglieder wendet, ist keine Seltenheit – und Sathia ist ein Opfer gescheiterter Pläne.
Ursprünglich hatte ihre Familie sie als zentrale Figur in einem Putsch und als Begründerin einer neuen Herzogslinie gehandelt. Doch nachdem der dazugehörige Verlobte starb, verfolgte Familie Caldrith ihre Machtinteressen ohne Sathia.
Halb verstoßen, halb verloren und depressiv ohne Identität und Ziele für das eigene Leben war der nachträgliche Wehrdienst nicht Sathias Plan B, sondern eine Notlösung, um einen Platz im Leben zu haben. Diesen für wenige Jahre an der poromischen Ostgrenze zu finden (kaum jemand wird in der direkten Auseinandersetzung mit Veneni alt), hatte sie sich vorstellen können.
Sie hat sich wieder gefangen, auch wenn die Versetzung nach Suniva die Unsicherheit über ihren Platz im Leben wieder an die Oberfläche geholt hat.

Im Alltag ist Sathia nichts dergleichen Anzumerken und auch ihre militärische Akte bietet andere Erklärungen für den verspäteten Wehrdienst. Sie strotz vor Selbstbewusstsein, streift regelmäßig die Grenzen zu purer Provokation und verströmt dabei so viel positive Energie, dass es schwer ist, gegen sie zu sein.
46 Ingameposts | 23.03.2025, 18:36
Militär Poromiel
gespielt von Jasmin
26 Jahre
Reiterin
Du hattest eine schöne Kindheit. Es ging dir gut und deine Eltern waren gute Menschen. Sie kümmerten sich stets gut um dich. Selbst als sie sich trennten, gab es keinen Streit zwischen ihnen darüber, wer dich bekommt oder wie oft der andere Elternteil dich sehen darf. Sie handelten wie Erwachsene und dass sie im Guten auseinandergegangen waren, machte alles natürlich leichter. Natürlich war es für dich am Anfang trotzdem schwer, dass deine Eltern getrennt waren. Eigentlich bleibt man doch bis zum Ende seines Lebens zusammen, sobald man verheiratet ist und/oder ein Kind bekommt. Ja, damals dachtest du noch so naiv, schließlich kanntest du es nur aus den Büchern, die dir deine Eltern abends vorgelesen hatten. Dort trennten sich die Eltern nie voneinander, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nun gut, die Trennung deiner Eltern belehrte dich eines Besseren und irgendwann verstandest du auch, dass das Leben nun mal nicht so ist wie in den Büchern. Mit der Zeit fandest du die Trennung deiner Eltern auch nicht mehr schlimm. Klar, du hättest es besser gefunden, wenn sie wieder zusammengekommen wären, aber lieber so, als wenn sie sich irgendwann nur noch gestritten hätten.
Am Anfang hast du bei deiner Mutter gelebt, doch sie war damit überfordert, allein für alles zu sorgen und sich gleichzeitig um dich und sich selbst zu kümmern. Das Haus sah oft chaotisch aus und aufgeräumt wurde meistens nur dann, wenn Besuch kam. Nach außen schaffte sie es allerdings gut, sich nichts anmerken zu lassen. Es ging dir bei ihr nicht wirklich schlecht, immerhin sorgte sie dafür, dass du in der Regel etwas zu essen bekamst. Nur bei neuen Klamotten und dem regelmäßigen Saubermachen hing sie oft hinterher. Hätte dein Vater dich nicht regelmäßig besucht, hättest du nur selten frische Kleidung bekommen, kaum gebadet und dauerhaft in einem dreckigen Haus gelebt.
Im Jahr 614 sah deine Mutter es schließlich ein und überwand sich, deinen Vater um Hilfe zu bitten. Sie erzählte ihm alles und gestand, dass sie einfach nicht mehr konnte. Bei dem Gespräch warst du nicht dabei, doch am Ende nahm er dich mit zu sich. Bei ihm ging es dir deutlich besser. Wenn er mit seinem Drachen unterwegs war, sorgte er trotzdem dafür, dass du nicht alleine bliebst. Dir fehlte es an nichts mehr. Du genossest eine gute schulische Ausbildung und er half dir dabei, dich auf das Basgiath War College vorzubereiten.
Dank des Trainings fiel es dir im Gegensatz zu vielen anderen Kadetten deutlich leichter, dort mitzuhalten. Klar, auch dir bereitete der Viadukt Schwierigkeiten und du hattest Angst, dabei zu sterben. Die größte Schwierigkeit war allerdings deine Siegelkraft. Du hattest die Fähigkeit des Energieentzugs erhalten und diese verlangte einem psychisch viel ab. Und dann passierte genau das, wovor du am meisten Angst hattest: Du hast bei einer Herausforderung mit einem anderen Kadetten getötet. Du entzogst ihm zu viel Energie und man konnte ihn nicht mehr retten. Das verfolgt dich bis heute. Damals dauerte es lange, bis du überhaupt wieder imstande warst, deine Siegelkraft zu benutzen. Seitdem hast du niemanden mehr aus Versehen getötet und auch heute gehörst du noch lange nicht zu den Besten. Aber das Wichtigste für dich ist, dass du deine Kräfte unter Kontrolle hast. Nach dem BWC bist du direkt nach Baridmeth gekommen. Einerseits wärst du lieber an einem actionreicheren Standort gelandet, andererseits bist du auch froh darüber, nicht an einem wirklich gefährlichen Ort stationiert zu sein. Im Moment liegt dein Fokus darauf, stärker zu werden und vorbereitet zu sein, falls Baridmeth angegriffen werden sollte. Bis dahin trainierst du weiter und genießt nebenbei dein Leben. Immerhin bist du noch jung und Single und der Standort bietet einiges an Möglichkeiten. An jemanden binden möchtest du dich ohnehin erstmal nicht. Man weiß schließlich nie, was die Zukunft noch bringt und Liebe ist eben nicht so, wie sie in Büchern oft beschrieben wird.
3 Ingameposts | 21.04.2026, 22:37
Militär Navarre
gespielt von Sarah
33 Jahre
Heilkundiger
„Er wird in meine Fußstapfen treten. Und wenn die Zeit so weit ist, wird er nach Kestow kommen. Doch bis dahin darf er nicht ahnen, was meine eigentliche Arbeit ist. Was seine Arbeit sein wird.“

- aus den persönlichen Notizen von Conors Vater, F. Byrne


Es ist eine dunkle Zukunft, die ihm drohte. Noch dunkler als sie sich schon in seinem Jugendalter abgezeichnet hatte. Conor, der erzwungene Heilkundige. Der, der am Einberufungstag mit einer Mischung aus Wut und Sehnsucht zu den Gleichaltrigen schaute, die den Weg über das Viadukt antraten. Während sein eigener Weg in den Heilerquadranten führte, so wie es seine Familie von ihm erwartete. Oder eher: Sein Vater von ihm erwartete. Conor entschied sich an diesem Tag für den Weg der familiären Verpflichtungen und gegen das, was er selbst wollte. Etwas, das sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Vielleicht ist es das, was Conor manchmal so wütend erscheinen lässt. Unausgeglichen würde man vielleicht sagen, obwohl er eigentlich mittlerweile mit seinem Leben in seiner Staffel zufrieden ist. Aber es kommen die Momente. Immer noch nach all den Jahren. Momente, in denen er beobachtet, wie Drachen in die Lüfte steigen und er sich fragt, wie es gewesen wäre, wenn er doch diesen Weg eingeschlagen hätte. Es wäre mühseliger gewesen. Gefährlicher. Dessen ist er sich bewusst. Aber er hat sich arrangiert mit diesem Leben als Heilkundiger, hätte sich eine Tätigkeit außerhalb des Militärdienstes jedoch nicht vorstellen können. Ein Heilkundiger außerhalb der militärischen Laufbahn zu werden kam für ihn nie in Frage. Auch wenn er nach all den Verletzungen und Traumata, die er gesehen hat, Kolleginnen und Kollegen verstehen kann, die den Militärdienst verlassen haben. Conor blieb jedoch und ist sich sicher, dass er von diesem Pfad nicht mehr abweichen wird. Dass sein Vater geplant hatte, ihn in die Forschung zu bringen und ihn mehr in die Geheimnisse des navarrischen Königreichs einzubinden, ahnt er nicht. Der Verlust seines Vaters hat jedoch etwas verändert in seinem Leben. Er ist der älteste Sohn der Familie Byrne. Seine Mutter in Lotrotum, weiterhin in ihrem Betrieb arbeitend, seine Schwestern in Calldyr und Basgiath. Weit verstreut und trotzdem fühlt er sich verantwortlich für sie. Während er sich gleichzeitig vor der Frage sieht, ob mit dem Verschwinden seines Vaters auch sein eigenes Leben verändert wird. Er ist kein kalter Mensch, auch wenn er gerne so tut. Aber da flatterte neben der Sorge um seinen Vater doch etwas wie Hoffnung in seiner Brust, als er vom Verschwinden des älteren Byrnes erfahren hat. Eine Hoffnung, mit der er jedoch nichts anzufangen weiß. Zu sehr ist er es gewohnt, in den vorgegeben Bahnen und Strukturen zu leben.

Wusstest du, dass …
… er immer ein Buch dabei hat und eigentlich in jeder Situation die Ruhe hat, zu lesen?
… er auch auf den Spitznamen Con hört, es aber bevorzugt Conor genannt zu werden?
… er im Herzen ein Romantiker ist, das aber niemals zugeben würde?
… er Höhen hasst (vielleicht also ganz gut, dass er kein Reiter wurde)?
… er mit der Dunkelheit der Wintermonate nicht gut zurechtkommt und den Frühling jedes Jahr aufs Neue kaum erwarten kann?

2 Ingameposts | 21.07.2026, 18:00
Militär Navarre
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
10 Ingameposts | 24.08.2025, 20:31
Militär Navarre
gespielt von Josi
35 Jahre
Reiter
Träumer. Ein Leben in einem Wort, ein Mensch, beschrieben, erkannt in seinem tiefsten Herzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gemalt in sanften, hellen Farben und leisen Tönen. Seine Träume waren so klein und doch für ihn das Größte, die schönste Vorstellung und doch zu viel verlangt um in Erfüllung zu gehen. Träume, noch immer vorhanden und doch tief vergraben. Träume, still und leise in seinem Herzen, in seinen Nächten, nicht im Schlaf, aber im Wachsein, wenn er den Blick in einer klaren Nacht auf die Sterne richtet, den hellen, vollen Mond und sich fragt, ob andere Augen auch in dieses sanfte Licht blicken. Träume, die Wünschen, Sehnsüchten gleichen, aber nicht Hoffnungen, weil die lange begraben sind. Die Vorstellung an ein wunderschönes Leben in einem kleinen Haus am Meer an der Küste des arktischen Ozeans. Ein kleines Haus, voller Bücher, voller Lachen, voller Sonnenschein, in seinen Träumen in denen er das grelle Licht des Tages noch zu ertragen vermochte, die Wärme nicht zu viel war, sondern gerade genug. Träume von ihr, mit ihr, von einem gemeinsamen Leben. Träume, die Visionen gewichen sind.Vergangenheit in die es kein zurück zu geben scheint, ausgeträumt. Farben die verblassen, Töne die verklingen, tief eingeschlossen im Inneren, begraben. Kühl die Gegenwart, erfüllt von Pflicht und Dienst und selbstgewählter Einsamkeit, weil die Zukunft nichts mehr zeichnet als den Tod. Dunkler Schleier, der sich über jedes Gesicht legt in das er blickt, Visionen von schwarz und weiß und rot, der Lärm von Schlachten und Schreien und das Wehklagen jener, die am Ende zurückbleiben. Zu selten, zu wenig Frieden, zu selten hohes Alter und sanftes Einschlafen, zu viel Schmerz, zu viel Gewalt. Ungleichgewicht, in den Visionen, im Herzen, welches sucht sich zu verschließen, verstecke, festzuhalten, was ihm aus den Händen gleitet. Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Vermissen. Sehnen. Weil jeder glücklich werden kann, aber nicht alle. Nie Alle. Nicht er. Vielleicht sie. Er hofft, sie. So lange nicht gesehen, außer in jeder Nacht, in wenigen Träumen, in zu vielen Visionen. Nie vergessen. Nie einen Tag nicht an sie gedacht, nie einen Tag sich selbst nicht verflucht und jeden einzelnen Gott dazu, trotzdem fast zu beten versucht, für diese eine Gnade, ihren Tod nicht mehr sehen zu müssen. Bereut, einen Anderen so viele Jahre hinterfragt zu haben. Geblieben, eingebrannt, das Bild der toten Augen seiner Mutter, die Tränen seiner Schwester, die Frage nach dem Warum. Warum? Die Frage nach dem Wie. Wie? Wer? Die Frage wer es getan hat und eine Ahnung, aber nie eine Antwort, nie ein Beweis. Ein ungeklärter Tod, diese Fragen unbeantwortet, diese Erlösung nie gefunden, nur andere Antworten bekommen auf zu viele Fragen die er nie gestellt hat. Zu viele Tode, die er nie hätte sehen wollen und doch nicht weg sehen kann. Kein Träumer mehr. Seher. Kein Gelehrter mehr, kein Künstler mehr, kein Schreiber, Reiter. Kein pastellbunt. Schwarz.
26 Ingameposts | 12.04.2025, 13:32
Militär Navarre
gespielt von Moni
23 Jahre
Reiter
Dein Leben war anders verlaufen als du es dir vorgestellt hattest, deine Mutter, eine berühmte Drachenreiterin, wurde abgeschlachtet im Kampf und du wusstest nicht was der Grund dahinter war, wer für den Tod verantwortlich war. Dir blieb nur noch dein Vater, ein Schriftgelehrter und ein ehrenvoller Mann, der sich immer gewünscht hatte, dass du in seine Fußstapfen treten würdest. Doch das kam nicht so, es kam komplett anders. Du warst gerade mal zehn Jahre alt als deine Mutter starb und seitdem hattest du dir geschworen, Rache zu nehmen, an demjenigen, der für ihren Tod verantwortlich gewesen war. Deswegen wurdest du Drachenreiter, um sie zu ehren und immer mit ihr verbunden zu sein. Du warst ein junger, anerkannter Drachenreiter, und arbeitetest dich auch von einer Position zur nächsten hoch, bis du mittlerweile Geschwaderführer bist. Deine Rolle in diesem Bereich ist sehr wertvoll, so hattest du aber keine Ahnung von den Veneni, bisher konntest du nichts darüber erfahren, man ließ dich im Dunkeln.
Du warst jemand, auf den man sich verlassen konnte, gleichzeitig aber auch ein Kerl, der gerne seinen Spaß hatte, mit verschiedenen Frauen schlief, und sich nicht auf eine Person alleine konzentrierte. Ob doch noch die Eine für dich kommen würde? Da warst du dir gar nicht so sicher. Du warst von dir selbst eingenommen, und deine große Liebe warst und würdest immer du bleiben. Das was dich geprägt hatte, das war natürlich nicht nur der Tod deiner Mutter, sondern auch der eines Freundes, der mit dir im gleichen Jahr angefangen hatte. Es war grausam, und es hatte dich verändert. Einen Menschen zu verlieren, war für dich nicht leicht. Doch es härtete dich gleichzeitig auch ab, das bedeutete, dass du besser damit umgehen konntest.
Du warst nie um einen kleinen Scherz oder Witz verlegen, hattest großen Humor, und manchmal eben auch auf die Kosten anderer. Du verbrachtest dein Leben gerne damit, andere aufzuziehen und sich einen Spaß draus zu machen. Du warst dir sicher, dass du mal ein großartiger Drachenreiter werden würdest, was du vermutlich schon warst. Die Menschen, die dir wichtig waren, für die standest du immer ein. Und Ungerechtigkeiten fandest du nicht fair, deswegen nahmst du manchmal auch die Rolle des Beschützers ein, vor allem für diejenigen, mit denen du engeren Kontakt hattest.
21 Ingameposts | 06.11.2025, 11:18
Basgiath War College
gespielt von Katja
47 Jahre
Reiter
Ob es das Alter oder die Erfahrung ist, oder ob man den Glauben daran verloren hat, dass Licht einen noch erreicht. Hunter schert sich nicht mehr groß darum, was Menschen von ihm halten, oder denken. Wenn man von sich selbst im Grunde nur Schlechtes erwartet, dann kann man auch getrost darauf scheißen – pardon – was andere glauben zu wissen. Das Auftreten des Mannes wird häufig von einer gewissen Bitterkeit und Härte geprägt. Freundlichkeit sucht man grundsätzlich erst einmal lange bei ihm und seine Art ist – nett beschrieben – eher als barsch und direkt zu beschreiben. Höflichkeit betrachtet er als reine Zeitverschwendung und setzt stattdessen nachdrücklich auf schonungslose Ehrlichkeit. Dabei nimmt er selten ein Blatt vor den Mund und seine Ausdrucksweise ist häufig alles andere als Jugendfrei. Über sich selbst macht der Reiter sich keine großen Illusionen. Er teilt die Welt vor allem in Schwarz und Weiß ein, wobei er Weiß nur einen kleinen Raum gibt. Dunkelheit sieht er als vorherrschend an, um ihn herum, in ihm selbst. Seine eigene Dunkelheit, hat er angenommen und sieht in sich selbst keinen guten Menschen. Aber vielleicht ist er ein schlechter Mensch, der versucht auf der richtigen Seite zu stehen. Einer der bereit ist Grenzen zu überschreiten und vielleicht so Dinge erreichen kann, an denen andere scheitern, weil sie diese Grenzen nicht bereit sind zu durchbrechen, weil sie Angst davor haben, was es sie selbst kosten könnte. Hunter kennt diese Angst nicht, weil er glaubt, dass nicht mehr viel in ihm verloren gehen kann. Er ist bereit den Preis zu zahlen, wenn es Jene beschützt, die ihm noch etwas bedeuten, denen er Loyalität entgegenbringt. Dabei kann er schonungslos sein und ein erneutes Versagen, will und kann er sich nicht gestatten. Zu schwer wiegt die Schuld, die auf seinen Schultern liegt, als Vater versagt zu haben und die Hinrichtung seiner Tochter nicht verhindert haben zu können. Dieses Ereignis hat einen Großteil seines heutigen Charakters geprägt. Die Hilflosigkeit, die immer noch in seinen Eingeweiden wühlt, hat sich seit dem nie ganz vertreiben lassen und sich nur von dieser gewissen Wut in Griff halten lässt, die er immer mit sich rumzutragen scheint. Vorher schon. Seit dem noch mehr. Vertraut und ein willkommenes Ventil. Hunter scheint immer ein wenig angespannt zu sein und nicht selten kommt es vor, dass er die Kontrolle verliert. Ein Stück Erleichterung und für einen Moment eine Hilfe, um den Schmerz im Inneren zu vergessen. Zu den meisten pflegt er ein eher distanziertes Verhältnis und hinter diese Mauern zu kommen – ist erst einmal nicht leicht. Er ist verschlossen und abweisend. Es fällt ihm schwer, andere an sich ran zu lassen. Er weiß, dass er eher verbittert ist und nicht mehr viel Gutes sieht. Er weiß, dass er sich verändert hat, weniger lacht als früher und allem etwas Schweres anzuhaften scheint. Über sich selbst würde Hunter nicht viele positiven Eigenschaften aufzuzählen wissen. Dabei sind sie durchaus vorhanden. Ohne zu Zögern, würde er für andere sein Leben geben, vielleicht weil ihm sein eigenes nicht mehr so viel bedeutet. Denen, die ihm etwas bedeutet – die Wenigen Freunde, sein Sohn, der Rest Familie – bringt er unerschütterliche Loyalität entgegen und würde für sie immer Alles stehen und liegen lassen. Mit seiner stillen Art ist er ein guter Zuhörer und seine Ratschläge sind nicht immer schlecht, manchmal etwas derb geäußert.
47 Ingameposts | 03.03.2025, 18:57
Militär Navarre
gespielt von Miri
35 Jahre
Reiter
Heimaturlaub.

Mama legt ihre Hand auf deine, das hat sie schon gemacht als du noch klein warst, immer dann, wenn sie glaubte, dass du was ausbrütest. Du lächelst, sagst: alles gut, du Herz und stehst auf, streichst ihr über den Kopf. Ein Kuss auf ihr Haar bevor sie zu Bett geht. Gefahr abgewendet. Das kannst du gut. Deeskalieren. Manchmal gewaltsam.

Eine Eigenschaft, die sie schon zu Schulzeiten an dir schätzen, selbst dann, wenn du zwei raufende Rookies mit Schatten voneinander reißt. Dann, wenn du in taktischen Besprechungen zeigst, was dir dein Vater alles beigebracht hat, dann wenn du weißt: besser nachgeben und abnicken als in den Sturm fliegen. Innerlich brodelnd. Sicher, aber das Lächeln, das bleibt, kämpft sich tapfer auf deine Züge (alles gut).

Niemand ist dabei, wenn du später doch noch irgendwas gegen die Wand wirfst, wenn du fluchst, schreist, Schatten den Raum fluten, bis alles, alles, alles raus ist. Dann ist nicht alles gut, aber es ist kurz besser.

Leben.

Du bist charmant, lustig. Du sitzt mit den anderen zusammen, Schulter an Schulter. Spielst Karten und hast die Würfel in der Hand, du bist ein guter Verlierer, dann, wenn es um nichts geht. Der Ehrgeiz, der hinter deiner Stirn lauert, in morgendlichen Laufrunden steckt, der ist es der dich eigentlich bestimmt. Die Illusion, dass das nach der Schulzeit aufhört ist — dünn. Ambitionen bedeuten etwas anderes, wenn es darum geht das Land zu schützen, die Menschen zu schützen. Dein Antrieb so persönlich, so nah wie er nur sein könnte. Du kennst Verlust. Niemand fragt: was würden Sie tun um ihre Heimat zu schützen, weil die Antwort so sehr in dir brennt, dass kein Platz für fragen ist. Alles, du würdest alles tun.
Du erklärst, zeigst, übst. In der Schule verbringst du mehr Zeit mit denen, die sich schwer tun, nicht das selbe hatten wie du. Da fließt die Zeit rein. Dein Vater wird später sagen, dass das gut war, eine schöne Idee um andere auf dich aufmerksam zu machen, sehen zu lassen wie gut und wichtig du für Navarre sein kannst. Er kommt nicht auf die Idee, dass du dich wirklich für andere interessierst, dass es dir gut tut zu helfen und dein Brustkorb vor Stolz schmerzt, wenn du siehst wie andere besser werden.

Du nimmst das Lob trotzdem, die Anerkennung. Das Wissen, dass dein Name irgendetwas bedeutet, nicht nur in Verbindung mit deinem Vater, sondern auch mit dir. Mama ist stolz, wenn du erzählst wo du eingeladen bist, was die Staffel leistet von der du ein Teil bist, wenn du erzählen kannst, dass es Menschen gibt, die an deine Zukunft glauben.

Man muss schon sehr genau hinsehen um in all dem die bittere Note zu entdecken. Wie sehr er in all dem drin steckt. Dem Wunsch anderen das zu geben, was er nie haben konnte, besser zu sein weil er’s gewollt hatte, anderen den Schmerz zu ersparen den du kennst. Alles für das kleine Bild in deiner Fliegerjacke, das niemand sieht.

Fliegen.

Deine Trauer findet einen gegenüber in ihrer.
Wie eine Melodie, die aus deiner Leerstelle klingt und irgendwo hinter den Schuppen widerhallt. Da ist ein Verständnis füreinander, eine eigene Sprache, ein Empfinden, wie du es sonst nicht hast. Es ist besser, weit Oben in der Luft und es ist besser, wenn du dich konzentrierst, Muskeln angespannt. Dann denkst du selten an den der nicht ist. Nicht so wie Zuhause, oder Nachts in deinen Träumen, wo er überall ist, ist, ist. Dein Name in seiner Stimme klingt. Du hast keine Sprache dafür finden müssen, weil da einfach Verständnis ist.

Sie ist diejenige, die sich nie Sorgen darum macht, dass die Schatten zu viel sein könnten, die echten, die unechten. Die mit dem gehässigen Lachen und die Gedanken ausspricht, die du hinter dem Lächeln, dem alles gut, versteckst.
433 Ingameposts | 26.03.2025, 21:40
Militär Navarre

Charakter suchen
Exakte Schreibweise: