Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Jani
23 Jahre
Reiter
Der Tod ist nichts Schlimmes, Yiannis. Malek wird mich mit offenen Armen empfangen und irgendwann werden wir uns wiedersehen.“ Seine Mutter sprach leise, lehnte ihre Stirn bei den Worten an seine. Ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen. Sie war nie ängstlich gewesen – nicht in seiner Kindheit, wo sie seine Vorliebe fürs Klettern mit einem Stirnrunzeln hingenommen hatte und auch nicht im Anblick ihres Ablebens. Sie hatten sich darauf vorbereiten können, auf diesen Tag und diese letzten Stunden. Es zu erleben war dennoch etwas anderes. Sein Herz schien langsamer zu schlagen, die Welt war dabei stehen zu bleiben. Nicht für alle, aber für ihn. Er wusste, dass es nicht fair war, sie zu verlieren. Dass sein Vater nicht die Kraft haben würde, weiterzumachen. Schon jetzt musste er ihn an den meisten Abenden in den Tavernen der Stadt ausfindig machen. „Sei nicht wütend.“ Er wünschte, er hätte das bedingungslose Vertrauen seiner Mutter in die Götter geerbt. Aber so war er nie gewesen – zu hitzköpfig, zu temperamentvoll, zu eigensinnig hatte er nie jemand anderen als sich selbst zur Verantwortung ziehen können. Töricht, würde sein Vater ihn später nennen. Nutzlos. Worte, die sich wie Gift in seine Gedanken nisteten und ihn an seinem Vorhaben zweifeln ließen, mehr aus sich zu machen. Dabei hatte es nicht viel gebraucht, um es wahr werden zu lassen. Eine Prise Mut, eine gewisse Vorbereitung und eine einzige Person, die sich die Mühe gemacht hatte, ihn tatsächlich zu sehen. An ihn zu glauben.

Reiter zu werden war keine Entscheidung gewesen, die er leichtfertig getroffen hatte. Es war kein Geheimnis, wie tödlich die Ausbildung war. Wie gefährlich jede einzelne Prüfung. Womit er dennoch nicht gerechnet hatte, war die Veränderung, die ein Ort wie Basgiath mit sich bringen würde – in seinem ersten Jahr war es darum gegangen, zu überleben. Darum, Freunde sterben zu sehen. Zu lernen, Verluste mit nicht mehr als einem Nicken hinzunehmen und weiterzumachen. Sich von seinen Gefühlen zu distanzieren und zu funktionieren. Doch es war sein zweites Jahr gewesen, welches letztlich dafür gesorgt hatte, dass er sich endgültig von seinem alten Ich löste – von dem Jungen, der er einst in Lewellen gewesen war. Der Hoffnung empfunden und zumindest in Teilen das Gute in Menschen vermutet hatte.
31 Ingameposts | 09.02.2025, 14:36
Basgiath War College
gespielt von Jella
30 Jahre
Reiterin
An deinen Fingern klebt Farbe. In einem anderen Leben wärst du Künstlerin geworden und hättest dich voll und ganz den Leinwänden verschrieben, die sich auch heute in jedem Raum stapeln, den du bewohnst. So lange zumindest bis du sie dem Feuer übergibst, weil kein Platz mehr da ist. Weil du nicht mehr sehen kannst, was du erschaffen hast, wenn es dich zu sehr an deine eigenen Gefühle oder Unzulänglichkeiten erinnert. Was andere in Worten formen, hast du schon immer in der Malerei verarbeitet. An den Tagen, an denen du keine Leinwand zur Hand hattest, musste ein Bleistift auf Papier reichen. Dein Inneres nach außen zu tragen und ihm Form sowie Farbe zu geben, war für dich schon immer die beste Ausflucht. Deswegen teilst du deine Kunst nicht. Du hältst sie nah bei dir, dort wo auch dein Herz klopft. Ein Stück von ihm findet sich in der Farbe, deren Überreste sich so oft noch an deinen Händen finden, wenn du sie nicht loswerden musst. In deinem Berufsalltag ist kein Platz für diese Farbe, selbst wenn sie sich von Schwarz absetzen würde oder gerade weil sie in der Lage dazu wäre. Wann immer du deine Uniform trägst – und das tust du die meiste Zeit deines letzten Lebensjahrzehnts – malst du aus dir ein anderes Bild. Dann bist du Reiterin mit durchgestreckten Schultern und erhobenen Kopf. Dann findest du in deiner Umgebung nicht länger nur das Schöne, sondern Misstrauen, Gefahren, Hinweise. Es ist dein Erbe und doch ist’s das auch nicht. Dein Vater wollte nicht, dass du in seine Fußstapfen trittst und sorgte damit dafür, dass du’s wolltest. Es ihm beweisen, irgendwann nur noch dir selbst, mittlerweile nur noch Malek, indem du jeden weiteren Tag überlebst.

In einem anderen Leben wärst du nicht nur Künstlerin geworden, sondern hättest die Gänge, in denen deine Mutter aufgewachsen ist, vielleicht deine eigenen genannt. Aber du standest immer einen Schritt davon weg – von der Vorstellung einer richtigen Familie. Du weißt, dass niemand darüber das Gesicht verzogen hat, dass du ein uneheliches Kind bist, lediglich darüber dass du ihr uneheliches Kind bist. Sie hatte so viele Möglichkeiten und hat doch keine genutzt. Sagen sie. Und du? Du fragst was aus ihr geworden wäre, hätte es dich nicht gegeben. Du fragst dich, was aus dir geworden wäre, wäre dein Vater ein anderer, unverheirateter, vielleicht adeliger Mann gewesen. Du misstraust der Liebe, seitdem du klein bist, schließlich hast du den Schmerz gesehen, den sie hinterlassen kann. Kennst ihn mittlerweile selbst und hast deine Vorsätze mit einem gebrochenen Herz erneuert. Du willst auf deinen eigenen zwei Füßen stehen. Du willst –

und kannst doch heute nicht mehr genau sagen, was genau. Das Schwarz ist’s nicht, auch wenn du deinen Beruf mit derselben Sorgfalt ausführst, mit dem du ihn ergriffen hast. Es ist nicht deine Bestimmung, glaubst du. Aber welche es ist, hast du noch nicht gefunden. Du hast Zeit, sagt dein Drache. Und vielleicht ist’s auch nicht ganz so leicht, herauszufinden, was man will, wenn man einen Weg bereits zu weit gegangen ist. Du weißt du kannst dem Reitersein nicht den Rücken kehren, aber du weißt auch, es ist nicht alles. Nicht alles, was du brauchst. Nicht alles, was du willst. Die Magie hat’s dir noch deutlicher gemacht. Die Astralebene ist mehr nur als ein Ort, den du für deine Arbeit nutzen kannst. Sie ist mehr, an den Stellen wo du dich weniger fühlst. Sie ist die Zuflucht, die du in der Kunst findest, aber auch anders. Drohst dieser Tage oft dich in ihr zu verlieren, weil du dich abseits der Blicke dort wohler fühlst. Dabei ist verschwinden schon seit Jugendtagen nicht mehr das, was du willst. Was dann? Haderst immer und immer wieder mit den Fragen, wenn du in Farben eintauchst. In die der Astralebene, deren Schönheit und Besonderheit du bisher nie ganz richtig festhalten konntest, und in die, mit denen du versucht Gefühlen eine Form zu geben. Dir fällt’s immer noch leichter zu wissen, was du nicht willst. Aber vielleicht findest du auch noch heraus, was du willst.
6 Ingameposts | 11.11.2025, 19:39
Militär Navarre
gespielt von Keks
55 Jahre
Diplomat
Manche werden geboren, um zu herrschen und andere, um beherrscht zu werden. Atharion Fendyr ist einer von jenen, die geboren wurden, um beherrscht zu werden. Durch seine Adern und durch die seiner Familie fließt kein herrschaftliches Blut. Sie waren nie Könige, keine Herzoge, nicht einmal einem simplen Adelsgeschlecht, dem seine Familie entsprungen ist. Obwohl sie durchaus ein gewisses Ansehen und auch Reichtum besaßen und noch immer besitzen, waren sie eben nie die Adeligen. Ein Teil des einfachen Volkes, nicht mehr und nicht weniger.
Zwar machte Atharion Karriere am Königshof, doch es ging ihm niemals um die Mehrung seiner eigenen Macht dort. Seinem König ist er loyal ergeben und schon lange einer von dessen wichtigsten Vertrauten, wenn es um das Wissen um die Veneni geht. Er hütet diese Geheimnisse und seine Loyalität gegenüber dem König blieb auch, als Atharion und seine Frau Shahar vor fünf Jahren mit Tyrrendor belehnt wurden und er sich seitdem Herzog nennt. Für ihn ganz und gar kein sozialer Aufstieg, denn diesen hatte er niemals angestrebt und vielleicht war dies auch der Grund, dass ihm und seiner Frau diese Aufgabe zugeteilt wurde. Es ist ihre gemeinsame Aufgabe, die aufflammenden Glutnester der Rebellion zu ersticken, seine ist es, Geheimnisse zu hüten, die er nicht einmal mit seiner geliebten Frau teilen kann.
Er wollte nie herrschen, genauso wenig wie er mit den Entscheidungen anderer regieren wollte. Auch wenn seine Loyalität ungebrochen seinem König gehört und er die Geheimnisse niemals verraten würde - nicht einmal seiner Frau gegenüber - würde sich der 55 Jährige ein ‘normales’ Leben wünschen.
Seine Karriere war ihm niemals so wichtig wie seine Frau und seine Kinder, die für ihn das größte Glück im Leben sind. Der eigentlich freundliche und warmherzige Mann wäre lieber einfach nur ein Vater für seine Kinder, als ein Herzog.
Noch ist seine Loyalität trotz allem ungebrochen, aber manche Schatten lassen einen nie mehr ganz los.
15 Ingameposts | 31.03.2025, 17:32
Zivil Navarre
gespielt von Jella
35 Jahre
Schriftgelehrte
Wann immer meine Finger über Papier streifen, erinnere ich mich an das erste Buch, welches meine Eltern mir in die Hände legten. An die erste Geschichte, die mich aus meiner eigenen in die eines Anderen katapultierte. Mittlerweile habe ich so viele von ihnen gelesen, dass ich an manche nicht mehr erinnere. Aber ich erinnere mich immer wieder gern an das Gefühl, welches den Beginn eines Buches begleitet. Ein aufregendes Kennenlernen, die Frage, ob man bleiben will oder wieder gehen. Die besten Geschichten lassen einen an ihrem Ende wünschen, dass man sie von neu beginnen könnte. Das Leben besitzt dieses Privileg nicht. Ich kann meines nicht von vorne beginnen, kann die erste Seite nicht ausradieren und die ersten Worte neu setzen. In jeder Variante meines Lebens bleibe ich Odette Ganasdir, zweites Kind meiner Eltern, auch wenn auf der einen Seite nun schon eine ganze Weile eine Leerstelle klafft. Diese Leerstelle ist unwiderruflich Teil meiner Geschichte, aber gehört zu einem späteren Lebensabschnitt. Gehört nicht an den Anfang, auch wenn ich weiß, dass ein Rätsel zu Beginn auch Spannung aufbauen kann. Ich enttäusche nicht gern, aber ich zweifle, dass meine Memorien besonders spannend sein werden, falls sie irgendjemand irgendwann liest. Und doch habe ich zu viel Zeit mit Geschichten und unserer Geschichte verbracht, um nicht zu wissen, dass sich an den leisen Leben die Realität einer Gesellschaft meist besser ablesen lässt, als an denen von Helden. Ich bin keine, habe mich damals nicht wie mein Vater und mein älterer Bruder für den Reiterquadranten entschieden, sondern bin meiner Mutter in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt. Das leise Leben zwischen Papier und Worten war für mich verlockender als die Weite des Himmels. Mittlerweile kenne ich genügend Menschen, die sich anders entschieden habe, weiß nicht länger, ob ich mich anders entscheiden würde, wenn ich die Entscheidung heute nochmal träfe. Ich wäre dennoch keine gute Reiterin geworden. Als junges Mädchen habe ich Drachen für Magie gehalten. Inzwischen weiß ich, dass auch Magie in manchen Fällen nicht genug ist. Dass all jene Siegelkräfte, die ich seit meinem Wehrdienst protokolliere, ihre Trägerinnen und Träger auch nicht zwangsläufig retten. Am Ende entscheiden die Götter und wir können nur hoffen, dass wir genügend Tage haben, um ihnen einen Wert zu geben.

Ich war und bin in meinem Leben vieles, was mir Wert gibt. Schwester, Tochter, Freundin, Schriftgelehrte. Meine Stationen malen einen Bogen, zeichnen nicht nur einen Lebenslauf, sondern auch ein Leben. An manchen Tagen scheint es mir schier unmöglich, dass ich so erwachsen geworden bin. An anderen fällt es mir schwer mein jetziges Leben mit meinen Jugendträumen zu vereinen. Ich komme aus einer Militärfamilie und wollte doch eigentlich einen anderen Weg gehen. Irgendwo in meinen Aufzeichnungen findet sich noch eine zarte Zeichnung einer anderen Möglichkeit. Eines Hauses, gefüllt mit romantisierten Träumen, die ich lange nicht mehr in meine Nächte und noch weniger in meine Tage gelassen habe. Ich verstehe derweil, warum man Menschen als hoffnungslose Romantiker bezeichnet, bin selbst hoffnungslos geworden in diesem Belang. Ich habe geliebt und verloren. Manches Mal vielleicht auch mich selbst. Aber wenigstens mich habe ich am Ende immer wieder gefunden. Ich bin geblieben in den Zusammenhängen aus Worten, im Dienst unseres Landes. Ich schreibe anderer Leute Geschichten häufiger auf als meine. Warum ich es mit letzterem nun doch beginne? Weil ich an meinen dunkelsten Tag Hoffnung in einer Geschichte gefunden habe. Weil ich hoffe, dass meine Geschichte das vielleicht für jemand anderen sein kann. Und weil ich am Ende meines Lebens vielleicht doch darauf hoffe, nicht nur Wert zu geben, sondern auch irgendwie wert zu sein. Etwas geschaffen zu haben, was bleibt, wenn ich das letzte Mal meine Augen schließe. Ich werde die Zeit nicht überdauern, womöglich in diesem Krieg nicht einmal die ganze Länge meines Lebens auskosten können, aber meine Worte könnten es. Wenn ich eines gelernt habe, dann das Worte eine Magie besitzen, dem nichts anderes in dieser Welt gleichkommt. Mögen diese Wenigen dich dort erreichen, wo du bist. Mögen sie dich zum Lächeln bringen. Oder langweilen. Hauptsache ist, sie entlocken dir eine Reaktion.
17 Ingameposts | 28.03.2025, 21:59
Militär Navarre
gespielt von Josi
22 Jahre
Reiter
Wohin gehen die Sterne, dann, wenn es so hell ist, dass man sie nicht mehr sehen kann?, habe ich meine große Schwester gefragt, als ich vielleicht vier, oder fünf Jahre alt war. Sie gehen nirgendwo hin, sie sind immer da, auch wenn du sie gerade nicht sehen kannst, so wie ich. Das war ihre Antwort und ihre Stimme klingt noch immer in meinen Gedanken nach. Heute weiß ich, es war eine Lüge, wenigstens ein bisschen. Die Sterne sind noch da, aber sie ist es nicht mehr. Endgültig. Sie verbrannte, am 1. July 628 nach der Vereinigung von Navarre nach der Schlacht von Aretia, hingerichtet zusammen mit unserer Mutter und ich werde diesen letzten Blick in ihre Augen nie vergessen, das Geräusch ihres Schreies, an welchen ich mich meine zu erinnern, auch wenn man sagt Drachenfeuer sei zu heiß dafür, es ginge zu schnell. Sie war die Reiterin von uns, sie wollte hoch hinaus und in die weite Welt, zu den Sternen, über das Meer... ich wollte eigentlich immer nur zu Hause sein, in den vertrauten Straßen von Aretia. Wäre die Rebellion nicht gewesen... ich weiß, es ist ein mühseliger Gedanke, ein nutzloser vielleicht. Ich hätte trotzdem nicht immer da sein können, wegen der Wehrpflicht und jetzt, existiert es nicht mehr so, wie es damals war... aber wenn... ja, wenn... ich wäre vermutlich noch immer dort, würde die Einkäufe unserer Nachbarin in ihr Haus tragen, die mir schon als kleiner Junge steinalt vorgekommen war und deren Falten noch tiefer wurden, wenn sie dankbar lächelte. Ich würde den Ausblick genießen, wenn man in die umgebenden Berge wanderte und auf die Stadt herunter blickte, die frische Luft, das eiskalte Wasser der Bergseen, den Geruch, wenn es regnete, die Stille, wenn der erste Schnee fiel. Ich würde den leicht resignierten Blick meiner Mutter mit einem entschuldigenden Schulterzucken erwidern, den sie mir zugeworfen hat, wenn ich mal wieder eine kleine Katze, einen verletzten Vogel, das kaputte Spielzeug eines anderen Kindes nach Hause und sie mir helfen musste, beim gesund pflegen, beim reparieren... Zum Einberufungstag wäre ich in den Heilerdquadranten gegangen, hätte gelernt, meine Pflicht getan und wäre nach Hause zurück gekehrt. Ich wäre noch immer der kleine Bruder einer mutigen großen Schwester. Aber es gab die Rebellion. Ich bin heute nicht dabei Heilkunst zu erlernen, sondern als Gezeichneter in den Reiterquadranten gekommen. Gezeichnet... als würde das Muster, dass sich meinen rechten Arm hinauf zieht, irgendetwas von mir Beschreiben, als könnte es so einfach zeigen, was passiert ist, was sich verändert hat, was mich... gezeichnet hat, verändert. Die Chance auf ein anderes Leben, die Chance an einem anderen Tag zu sterben. Naja... es gab einige und ich bin noch da. Es wird weitere geben, hier, im Reiterquadranten, der sich inzwischen gar nicht mehr so fremd anfühlt, wie am ersten Tag, ein bisschen Schrecken verloren hat. Ich bin in meinem ersten Jahr als Rookie nicht gestorben, auch wenn kein Drache mich binden wollte. Nun eben ein zweites Mal. Zumindest jetzt noch, ist ein bisschen Familie hier und von vielen Fremden, sind ein paar zu Freunden geworden. Es ist nicht alles so schwarz, wie die Uniformen, ich bin immerhin nicht der Schlechteste, stärker als ich es zu Beginn war, auch hier gibt es Berge, ich lerne Nützliches und selbst in den dunklen Nächten, sind auch hier die Sterne.“
112 Ingameposts | 23.03.2025, 12:00
Basgiath War College
gespielt von Katja
56 Jahre
Reiter
I am not perfect and I don't claim to be.

Die Haare und der Bart grau. Auf dem Gesicht, Narben die geblieben sind. Von Kämpfen zeugen, aber auch ein paar Furchen, die das Alter gezeichnet hat. Man sieht Draven an, dass er gelebt, gelitten, geliebt und gekämpft hat. Draven ist kein Mensch, der sich großartig verstellt. Er steht zu seinen Fehlern und er weiß, dass er einige davon besitzt. Er ist weit weg davon perfekt zu sein, aber er hat auch nicht den Anspruch es zu sein. Eigentlich kann er sich einfach zu den glücklichen Menschen zählen, die zufrieden sind, mit dem was sie sind. Er versucht nicht krampfhaft über sich herauszuwachsen oder jemand anderes zu sein als er ist. Das heißt nicht, dass er nicht bereit ist sich zu verändern, aber nur wenn es echt ist… er tut nicht nur so.

Er unterteilt die Welt nicht in schwarz und weiß. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es unzählige Facetten und so kann man auch nicht einfach über einen Menschen urteilen und er nimmt sich selten das Recht dazu heraus. Es sind Taten, die man beurteilen kann, das Handeln. Schlussendlich bestimmen diese wer man ist. Draven versucht aus seinen Fehlern zu lernen, er versucht falsche Entscheidungen nicht ein zweites Mal zu treffen. Mag er ja in seiner Jugend häufig kopf- und sorgenlos gewesen sein, bedenkt er heutzutage die Konsequenzen seiner Entscheidungen und Taten. Trägt er schließlich auch Verantwortung. Für sich, für die Leute die unter ihm stehen und ganz ohne Frage immer auch für seine Familie und Jenen, die ihm am Herzen liegen.

Ehrlichkeit ist Draven wichtig. Er ist simpel gestrickt und seine Emotionen eben so wie sie sind. Wenn er liebt – dann liebt er. Wenn er hasst – dann hasst er. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt seine ehrliche Meinung. Das passt nicht immer allen, aber wenn jemand damit nicht umgehen kann, ist ihm das egal. Er muss sich nicht beweisen und er hat nicht den Drang dazu, sich bei allen beliebt zu machen. Er hat seine Ecken und Kanten und damit muss man eben zurecht kommen, oder man lässt es bleiben. Eigentlich ist er immer noch der Rebell, der er schon in seiner Jugend war. Er neigt dazu gegen Vorschriften und Regeln zu protestieren, er ist freiheitsliebend und in seinen Ansichten eingeschränkt zu sein stößt ihm auf. Auch wenn er das heutzutage sehr viel besser kann, als zu seiner Jugend und wenn es sein muss, dann tut er es auch. Manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. Aber er kann Protest auch mal runterschlucken.

Draven würde sich nie als wirklich guten, aufopferungsvollen Menschen bezeichnen. Er weiß, dass er durchaus auch egoistisch handeln kann. Er bedenkt seine eigenen Vorteile – oder besser gesagt – die Vorteile für die Menschen, die ihm wichtig sind. Er setzt entsprechend seine Prioritäten. Aber er ist auch kein schlechter Mensch. Mittlerweile sieht er das Leben eher aus dem Blickwinkel: ‚Leben und leben lassen.‘
10 Ingameposts | 17.05.2025, 18:22
Militär Navarre
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
Es gibt viele Rollen, die ich in diesem Leben schon füllen durfte. Rebellin war vielleicht die Netteste, Verstoßene die Tragischste. Gibt viele Schubladen, in die man mich stecken kann – Träumerin, Kämpferin, Enttäuschung, Eigenbrötlerin, Närrin – und doch nur einen Namen, den ich seit Geburt trage: Calanthe Ann Trevalion. Trage ihn noch, auch wenn meine Familie ihn mir am liebsten entziehen würde. Dabei bin ich für die meisten ohnehin einfach Cal, nicht die Frau, die von ihrer Familie verstoßen wurde. Ist der letzte rebellische Akt, dass ich den Nachnamen nicht ablege, dessen andere Träger von mir nichts mehr wissen wollen. Ist der letzte rebellische Akt, dass der Name, den ich trage, nicht mit den Werten gefüllt wird, die er fordert. Es gibt viele Bezeichnungen, die auf mich zutreffen, aber genauso viele, die es nicht tun. Ich wollte nie Hausfrau werden, nicht die Unterstützung sein, die zuhause wartet. Ich wollte raus aus den Zwängen, die mich hielten und bin doch in anderen neuen gelandet. Sie sehen besser aus, aber sind doch Zwänge. Das Schwarz, welches meine Gestalt seit mehr als einem Jahrzehnt die meiste Zeit kleidet ist mir zu farblos. Ist mir zu langweilig, als dass ich meinen Kleiderschrank nur damit füllen will. Ich bin Reiterin geworden, weil das keiner aus meinem näheren Umfeld wollte. Weil das leise „ich zeig’s dir“ schon immer in mein Herz eingraviert war und seinen Rhythmus bestimmt hat. Ich zeig’s dir, aber nicht immer in Schwarz, weil’s mir zu dunkel ist. Ich zeig’s dir, indem ich Jahr für Jahr überlebe, in dem ich das tue, was Frauen in meiner Familie nie tun sollten. Ich bin eigenständig, dabei war ich immer ein Teil von Zwei, bin ein Teil von Zwei, weil mein Zwilling an einem anderen Außenposten genau das tut, was von ihm erwartet wird. Hurra Doppelmoral! Feiert den einen, verstoßt den anderen. In meiner Familie war schon immer alles eine Frage des Geschlechts und ich hatte das Falsche. Dabei habe ich genau das Richtige, mag die filigranen Schwünge von Glitzer auf meinen Augenlidern, mag Frausein, auch wenn ich meiner Familie schon immer zu stürmisch darin war. Aus mir ist kein Sturm geworden, könnt vielleicht irgendwann dank meines Drachens und meiner Siegelkraft Sonnenstürme produzieren und bin doch nie so weit gekommen. Ich nutze Licht, aber nicht stürmisch. Nutz es magisch, weil es durch meine Hände fließt. Ich nutze Licht gegen die Schatten meines eigenen Lebens. Nutze es, um andere zu blenden. Könnte es nutzen, um zu verletzen und doch hat meine Stationierung es fast nie benötigt.

Ich habe mit meinem Weg über’s Viadukt von Abenteuern geträumt, von Heldentum und hab die Erwartungen doch an den Steilküsten meines letzten Außenpostens zerschellen sehen. Es gab viel Zeit zum Üben, gab viel Zeit für Einsamkeit und doch keine mehr. War damals ein Teil von Zwei, bin es heute wieder, aber anders. Das, was man mir und meinem Zwillingsbruder nachgesagt hat, ist, was mein Drache und ich wirklich leben: Ein telepathischer Bund. Nie wieder ohneeinander. Ich halt mich dran fest, weil das meine neue Familie ist. Weil das ist, worauf ich mich verlassen kann, genauso wie auf die Spur von Glitzer auf meinen Augenlidern. Bin irgendwann neben Träumerin, Rebellin, Enttäuschung, auch im Herzen Reiterin geworden. Ich fühl mich frei, wenn ich auf einem schuppigen Rücken durch die Lüfte segle. Fühle mich frei, wenn Magie durch meine Adern fließt. Es ist schön und ich fühl‘ mich dabei so unfassbar lebendig. Leben ist das Einzige, was ich immer wollte. Leben zu meinen Bedingungen. Leben so gut es geht, so lange ich kann. Leben, leben, leben. Bis zum letzten Atemzug, den ich irgendwann in hoffentlich weit entfernter Zukunft machen werde. Ich hab‘ die Fesseln abgelegt, die mich dran hindern wollten und keine neuen gefunden. Lebe, auch ohne Heldentum, vielleicht sogar besser ohne. Ich mag die Taverne, hinter deren Theke ich mich in Nymrith manche freie Stunde befinde. Mag das Chaos der neuen Hauptstadt Tyrrendors, auch wenn’s Trümmer eines Kampfes sind, aus der sie gewachsen ist. Bin Rebellin, aber war’s nicht in dem Fall, nur im kleinen familiären Umfeld. Trage Schwarz und mir steht’s gut, aber das Licht steht mir noch besser. Ich habe in meinem Leben schon viele Schubladen aufgezogen und Rollen ausprobiert, aber bin vor allem Cal. Ich, bis zum Ende und vor allem im Tanz dazwischen. Ich zeig’s dir. Zeig dir, wie man tanzt, wenn du willst.
15 Ingameposts | 14.04.2025, 08:42
Militär Navarre
gespielt von Jani
29 Jahre
Reiterin
Du bist nicht wie die Nacht. Bringst keine Dunkelheit, die alles zu verschlucken droht. Du bist die Ruhe des Morgens, das sanfte Licht, das den Himmel nach und nach einfärbt. Sprichst leise, weil du weißt, dass Lautstärke keine Wahrheit bringt. Und du glaubst; nicht aus Naivität, sondern trotz allem, was du erlebt hat. Trotz unsichtbarer Narben auf deiner Haut, in deinem Herz. Trotz Kälte, die dich manchmal durchzieht wie ein Nebel. Glaubst, dass die Wärme dich nie gänzlich verlassen hat. Dass sie zurückkehren wird. Vielleicht wie deine Erinnerungen. Vielleicht ergibt das Mosaik, welches du dein Gedächtnis nennst, irgendwann wieder Sinn für dich. Und falls nicht, dann suchst du weiter: nach Antworten, nach dir selbst, nach dem, was dich zufrieden macht. Hast nie das Gefühl gehabt, es gefunden zu haben. Wolltest nie mehr erreichen, sondern immer nur glücklich sein. Erfahrungen sammeln. Gefühle erleben. Brauchst keinen Nervenkitzel, brauchst keine Herausforderungen – nur jemanden, der’s erkennt. Der dich versteht. Brauchst keine Bühne, nur einen Raum, in dem du sein kannst. Mit allem, was du nicht in Worte fassen kannst. Mit den Gegensätzen, von denen du weißt, dass sie sich in dir vereinen. Sanft und wild. Leise und laut. Schwach und stark. Ängstlich und mutig. Die Verluste, die du erlitten hast. Die Verletzungen, die den Lauf deines Lebens verändert haben – du bist an ihnen gewachsen, selbst wenn du zerbrochen scheinst. Vertraust deiner eigenen Stimme nicht mehr in dem Ausmaß, in dem du es einst getan hast. Hinterfragst deine Instinkte. Wirst verfolgt von den Schmerzen, der Unsicherheit. Und da ist Frust in dir; Druck, den du dir selbst auferlegst, weil du das Gefühl hast, stehenzubleiben. Keine Fortschritte zu erzielen. Gehst drei Schritte vor, vier zurück. Kannst die Geduld, die du anderen gegenüber aufbringst, in diesem Fall nur schwer auf dich selbst übertragen. Und wenn deine Gedanken kreisen, dann hörst du die Stimme deines besten Freundes wie ein Echo in dir widerhallen. Morgen wird’s leichter, Byrne. Und wenn nicht morgen, dann irgendwann anders. Es sind die kleinen Dinge, an denen du dich festhältst. Die dir Hoffnungen geben. Das Licht, das durch Blätter fällt. Der erste Schnee des Jahres. Der Geruch von Regen in der Luft und das Gefühl der Tropfen auf deiner Haut. Als würden sie die Zweifel wegwaschen können, die inzwischen ein Teil von dir sind und was übrig bleibt, ist dein Lächeln. Dein Wille. Deine Entschlossenheit.
11 Ingameposts | 19.07.2025, 08:38
Militär Navarre
gespielt von Jani
21 Jahre
Reiter
Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Bin zumindest nicht mehr einfach nur Kallias, wie ich es zu Schulzeiten war. Werd‘ nicht mehr für den Klassenclown gehalten, auch wenn ich mich immer wieder aufs Neue in Situationen manövriere, in denen man die Augen über mich verdreht, in denen sich die Mundwinkel nach oben heben. Situationen, die mich überfordern, weil ich mich nicht richtig auszudrücken weiß. Weil ich mit allem, was ich fühle, nicht immer zurechtkomme. Vielleicht versuch‘ ich zu sehr an etwas festzuhalten, was es nicht mehr gibt: an mir selbst. Erkenn‘ nicht nur in meinem Spiegelbild die Veränderungen der letzten Jahren, sondern auch in meinen Ängsten und Gedanken. In der Hoffnungslosigkeit, die mir an manchen Tagen anhaftet. Meistens ist das, was man bekommt, das, was man sieht und in meinem Fall ist das Erste, was einem auffällt, das Schwarz meiner Kleidung. Es macht mich offensichtlich zu einem Reiter, bedenkt man mein Alter und die Tatsache, dass mein Blick nicht selten ins Leere geht, weil ich im Inneren Diskussionen mit einem Drachen führe, den ich eigentlich nie hatte haben wollen. Gibt unzählige Kinder, die es anders gesehen haben; die darin Stärke, Kraft und Ruhm vermutet haben. Deren Traum es gewesen ist, meine Zukunft zu haben. Ich dagegen – ich hab‘ mir immer ein anderes Leben gewünscht. Inzwischen für uns beide, vermutlich. Aber ich kann auch das Rebellionsmal auf meiner Haut nicht ignorieren. Kann’s nicht einfach abwaschen, kann die Erinnerungen nicht einfach verlieren und überschreiben. Mit glücklicheren Momenten übermalen. Die Schlacht um Aretia hat mir den Boden unter den Füßen genommen, mich in Wasser gestoßen und mich nach Luft ringend zurückgelassen. Sie hat mich verändert und zu etwas gemacht, woran ich mich noch immer nicht gewöhnt habe. Würd‘ ich’s zugeben, wäre es vielleicht mein Tod. Eine Schwäche, die ich mir nicht mehr erlauben darf. Zweifel, die nur die wenigsten nachvollziehen können. Deswegen schreib‘ ich sie auf. In unzähligen Briefen, in Zeichnungen und Notizen. Damit ich mich an Tagen daran festhalten kann, an denen es sich anfühlt, als würde alles über mir zusammenbrechen.

Vielleicht wäre es leichter, wenn ich zumindest dem Gerede um mich herum entgehen könnte. Den Worten anderer ausweichen könnte, weil sie immer schon zu viel Macht über mich gehabt haben. Ihre Meinungen, ihr Geflüster. Die Angst, andere zu enttäuschen. Zuerst war’s nur ein Rauschen, wie Wind, der durch Blätter fährt. Dann kamen die Stimmen, übereinandergelegt, als hätte jemand dutzende Gespräche gleichzeitig aufgedreht. Schritte. Das Klirren von Metall. Das Knarren eines Stuhls. Es war alles dort, alles auf einmal in meinen Ohren, in meinen Gedanken, in meinem Kopf. Urteile und Einschätzungen, die ich nicht hören wollte und um die ich nicht gebeten habe. Seither ist Stille für mich fremd, auch wenn man denken sollte, dass andere in Anbetracht meiner Siegelkraft der Schallsuche verstummen würden. Stattdessen scheinen sie mir ihre Gedanken geradewegs ins Gesicht schreien zu wollen; Sohn von Verrätern genannt zu werden, ist dabei wohl noch eine der netteren Aussagen. Anfangs hat’s mich verletzt. Anfangs hab‘ ich mich gefragt, wieso man so über mich redet, ohne mich zu kennen. Dass ich niemanden verraten habe. Dass meine Eltern loyal waren. Inzwischen schaff‘ ich es immer besser, es auszublenden – die Geräusche, das Geflüster, die Zweifel. Vermutlich für mein eigenes Wohl, aber vielleicht auch für das der anderen Kadett:innen. Für die, die keinen Hehl aus ihrer Abneigung machen. Denn ich bin wütend. Ich bin nicht mehr wie damals, nicht mehr nur Kallias. Und auch wenn’s mir früher fremd gewesen ist, so versteh‘ ich’s jetzt. Wut und Hass und der Wunsch nach Rache. Vielleicht nicht für meine Familie, nicht für meine Heimat, aber für die Ungerechtigkeit und Grausamkeit, die dem allen zugrunde liegt.
4 Ingameposts | 23.12.2025, 19:34
Basgiath War College
gespielt von Lena
34 Jahre
Reiter
Wenn nicht gerade ein freches Grinsen auf den Lippen, dann aber zumindest ein amüsiertes Funkeln im Blick. Auch wenn Elior sich im beruflichen Kontext nahezu ausnahmslos professionell zeigt, ist er insgeheim doch eine Frohnatur und gern zu Scherzen aufgelegt. Das Leben ist schließlich viel zu kurz, um Trübsal zu blasen, oder nicht? Nun, Elior kann auch beides - Freude verspüren und in ruhigen Momenten in sich kehren.

Nachdem seine Verlobte vor vier Jahren bei einem Unfall verstab und er mit ihr auch das gemeinsame, ungeborene Kind verlor, hat Elior ein Stück seines Strahlens eingebüßt. Die Trauer liegt ihm nach wie vor wie ein Schatten im Blick, beeinträchtigt ihn aber zumindest im beruflichen Umfeld nicht mehr. Privat jedoch zeigt er sich noch sprunghafter und unverbindlicher im Hinblick auf seine Liebschaften, lässt auch seine Freunde und Familie nicht mehr vollumfänglich an seinen Gedanken teilhaben. In gewisser Hinsicht gibt er sich die Schuld für den Tod seiner Verlobten, schlicht weil er nicht vor Ort gewesen ist, um ihr zur Seite zu eilen - das trägt er sich selbst nach. Seinen Kameraden würde er diese Gedanken sofort aus dem Kopf schlagen, aber bei sich selbst? Er geht mich sich selbst hart ins Gericht.
Seine eigenen Emotionen überfordern ihn oftmals, weshalb er die Gewohnheit hat solcherlei Gefühle und damit verbundene Gedanken gern zur Seite zu schieben. Im Training oder bei der nächsten Joggingrunde den Kopf frei zu bekommen. Bloß nicht über das sprechen, was ihm im Kopf umher geht. Das macht einsam, wenn er ehrlich zu sich wäre, weil er sich kaum jemandem wirklich anvertraut. Und Einsamkeit ist etwas, mit dem er nicht besonders gut umgehen kann. Das merkt man ihm nicht an, dem lebensfrohen und humorvollen Kerl, der lockere Scherze wie ein Schutzschild vor sich trägt.

Aktuell priorisiert Elior seine Karriere Ambitionen vor einem privaten Glück. Fokussiert sich auf seine Arbeit, die Strategie und seine Fähigkeiten, was ihn ein bisschen distanziert wirken lassen könnte - gerade wenn er im Fokus-Modus ist neigt er dazu abweisend zu reagieren.
Elior begegnet Fremden mit Höflichkeit, aber auch einer gesunden Portion Vorsicht. Nicht in sofern, dass man ihm Angst unterstellen könnte, auf keinen Fall. Sein Auftreten zeugt von Selbstbewusstsein und einer gewissen Dominanz, die er auch durchaus einsetzt, um sein Gegenüber aus der Reserve zu locken. Eine Reaktion auf sein Auftreten sagt ihm schon das ein oder andere über den Charakter. Er ist sich selbst bewusst, weiß um seine Fehler und Makel genauso wie seine Stärken und Fertigkeiten. Es kratzt nicht an seinem Ego, wenn er anderen den Vortritt lässt, weil sie in gewissen Aufgabenbereichen und Fähigkeiten schlicht besser geeignet sind als er - schließlich ist es im beruflichen Kontext wichtig die richtige Entscheidung für ein bestmögliches Ergebnis zu treffen.

Wusstest du, dass Elior…
  • bisexuell ist? Wobei er sich schon eher mit Frauen aufhält, da er jeden Mann an seinem besten Freund misst (und diese jedes Mal verlieren)
  • mit Anfang 20 noch eine Halbschwester bekommen hat? Virginia ist nur zwei Jahre jünger als er, trat aber erst viel später in sein Leben. Elior versucht die Zeit gut zu machen und meldet sich regelmäßig bei ihr - vielleicht sogar öfters als bei seiner eigenen Mutter, aber psst!
  • Seine Loyalität nicht bei der Krone, sondern gegenüber der Herzogsfamilie Anderoth (Morraine) liegt? Da diese aber auch eng mit der Krone verwoben sind, passt seine Ausrichtung dennoch.
  • Keine Erdbeeren mehr mag? Erinnert ihn zu sehr an seine verstorbene Verlobte.
  • Von engen Freunden auch Lio genannt wird?
  • An freien Tagen gern mit einem Buch in der Natur sitzt und die Stille sucht? Alternativ sitzt er auch gern auf Dächern und beobachtet die Umgebung und Menschen.
2 Ingameposts | 02.02.2026, 15:22
Militär Navarre
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiter
Man munkelt, ob er eigentlich schon immer so war; denkt, der Verlust seiner Familie hätte ihn so distanziert werden lassen, so zynisch, schwarzmalerisch. Weil man sich eben kaum vorstellen konnte, dass ein Junge mit 14 oder 15 Jahren bereits so wäre. Nur war Fin eben genau das. Wirkte schon immer desinteressiert und als würde er dem Leben nicht viel abverlangen, nicht viel erwarten und noch weniger anstreben. Dabei sah er einfach nie ein Problem damit, ein einfaches Leben zu führen, ohne unnötige Strapazen oder Risiken, die einem jeden Tag das Leben kosten könnten. Noch nie hatte er verstanden, was andere daran so reizte oder wieso ihnen manche Angelegenheiten so wichtig waren. Bei ihm waren das die wenigsten Dinge.

Dabei könnte man meinen, ausgerechnet er müsste es verstehen, wo seine Eltern doch zuhause beinahe täglich Predigten für ihn hielten, dass er alt genug wäre, sich zu beteiligen und die Rebellion ernst zu nehmen. Dass sie notwendig war. Etwas, was Fin nicht einmal unbedingt bestreiten würde. Den Sinn dahinter sah er, die Logik. Da war nur kein Reiz, sich all dem anzuschließen und sein Leben zu riskieren. Wieso das, was man hatte, noch bewusst verkürzen wollen? Vor allem, wo es ihn doch gar nicht schlecht erwischt hatte. Eltern – auch wenn sein Dad nur sein Stiefvater war, doch wo zog man eigentlich den Unterschied? Klar, man stritt sich mal, aber er wurde immer anerkannt, hatte sogar als Kleinkind dessen Nachnamen bekommen – eine jüngere Schwester, ein Haus in einem kleinen Dorf. Es hätte alles friedlich sein können. Kein Drama, kein Stress, kein Grund, sich zu engagieren.

Desinteressiert. Direkt in seiner Meinung, aber dennoch nicht bereit, sich auf Diskussionen einzulassen. Sollte man ihn doch feige oder naiv nennen, wenn er Befehlen folgte, selbst wenn er etwas anders sah. War das denn sein Leben wert? Er hasste den Moment, als ihm klar wurde, dass er Reiter werden musste – es zumindest versuchen – mehr, als den Moment, in dem er der Hinrichtung seiner Eltern zusah. Für seine Psyche sprach das sicher für den einen oder anderen Außenstehenden Bände, doch das war eben genau das Risiko, von dem seine Mutter immer gesprochen hatte. Und sie hat verloren. Jetzt war er dran im Spiel. Aber er wollte gewinnen. Und gewinnen hieß überleben. Selbst wenn es ein endloser Kreis wäre, weil er eigentlich nie gewinnen würde, wenn er doch nie Reiter hatte werden wollen. Aber dem ganzen vorsätzlich ein Ende machen? Vielleicht war er doch feige. Aber wer hatte keine Angst zu sterben? Nur Idioten, seiner Meinung nach.

Wie schnell sowas gehen könnte, ruft ihm das Mal an seinem linken Arm täglich ins Gedächtnis. Ein Leben, dass er nicht vorgesehen hatte, das er aber auch nicht einfach beenden konnte, weil sein Kopf sagte, aus Prinzip müsste er den Leuten jetzt zeigen, dass es nicht so leicht war. Dabei war der Tod unvermeidlich. Eine Art, die nicht bei jedem gut ankommt. Glücklicherweise war es nie sein Ziel, bei allen beliebt zu sein. Er überlebte, einen Tag nach dem anderen. ‘Ja, Sir’, ‘Nein, Sir’, Unterricht und Trainings. Wirklich nichts, was er sich ausgesucht hätte, aber so sah es seit nunmehr über zwei Jahren aus.
56 Ingameposts | 10.04.2025, 18:03
Basgiath War College
gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.

Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft.

Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt.

Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
2 Ingameposts | 17.12.2025, 06:17
Militär Navarre
gespielt von Sarah
36 Jahre
Reiter
Ein wenig müde wirkt er schon irgendwie. Wie er eigentlich immer eher im Hintergrund steht, sich eigentlich immer irgendwo anlehnt, als ob es zu anstrengend ist, sich aufrecht zu halten. Fast schon düster wirkt er dann in seiner schwarzen Reiteruniform, an der metallene Gegenstände aufblitzen. Da fällt sofort der Ohrring im linken Ohr auf, der je nach Situation ein kleines Schwert, eine Axt oder einfach nur ein simpler Ring ist. Ständige Begleiter seit seinem zweiten Jahr am Basgiath War College, nachdem er Wege gesucht hatte, um sich seiner Siegelkraft der Metallmanipulation noch verbundener zu fühlen. Doch der Schein des düsteren, melancholischen Reiters trügt. Eigentlich könnte Fer kaum weiter davon entfernt sein, er weiß jedoch, in welchen Situationen er in den Hintergrund gehört und eine beobachtende und gehorsame Rolle einzunehmen hat.

Der gelernte Schmied hat sich gegen den traditionellen Weg seiner Familie entschieden. Kein weiteres Ausbauen des Schmiedeunternehmens der Mulconrys in Adruil, das dort hohes Ansehen genießt. Stattdessen der erste werden, der ein Reiter im navarrischen Militär wird. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat, selbst wenn sein Leben durch sie gefährlicher geworden ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat Fearghal seine Lebensfreude nie verloren. Was auf den ersten Blick müde und melancholisch wirkt, kann an manchen Tagen auch einfach Zeugnis einer durchlebten Nacht sein, in der Fer einmal mehr Ablenkung gesucht hat. Ablenkung von einer Person, die seit seiner Jugend irgendwie immer da war und immer wieder eine Lücke hinterlassen hat, die Fearghal schon immer zu ignorieren und füllen versuchte. Mit unverbindlichen Liebschaften, aber vor allem mit Freundschaften, die er so gut es ihm seine militärische Zugehörigkeit erlaubt, zu pflegen versucht.

Der 36-jährige hat keine Ambitionen, im Militär weiter aufzusteigen. Seine Position als Leutnant genügt ihm, vor allem, nachdem er nach der Schlacht von Aretia gesehen hat, wie Entscheidungen von oben oder ein Hinterfragen dieser innerhalb der eigenen Staffel , auch persönliche Beziehungen zerreißen können. Vielleicht ist es ein stückweit Feigheit, solchen Entscheidungen aus dem Weg zu gehen, aber Fer fühlt sich in dieser Position wohler. Ob ihm das in Zukunft auch gelingen wird, alles aus der rationalen, wenig hinterfragenden Position zu betrachten, muss sich noch zeigen. Gerade mit dem Wechsel des Mannes in seine Staffel, der in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder beharrlich daran gearbeitet hat, sich in sein Herz zu schleichen, um dann doch wieder eine kleine weitere Narbe zu schlagen, an denen auch Fearghal selbst seinen Anteil hat. Was das mit ihm machen wird? Daran möchte Fer am liebsten nicht denken und doch ist es ihm klar, dass er sich damit auseinandersetzen muss. Entscheidungen treffen … ugh.
3 Ingameposts | 03.02.2026, 17:50
Militär Navarre
gespielt von Paula
23 Jahre
Reiterin
1 Ingameposts | 23.12.2025, 14:45
Basgiath War College
gespielt von Maj
19 Jahre
Sonstige
Fürstentochter war für Iarla Selqir immer nur ein Flüstern, das nicht an ihr Ohr dringen sollte. Man murmelte es hinter hervorgehaltener Hand und mit einer gewissen Unsicherheit, ob ihr eigener Vater – und Herr von Draukhan – ihr heute wohlgesonnen war oder es bevorzugte, sein jüngstes Kind nicht zur Kenntnis zu nehmen. Mittlerweile aber ist jener Vater tot, ist jene Stadt gefallen, in der Iarla geboren und aufgewachsen ist. Wer heute ihren Titel flüstert, der erinnert sich an ihre Herkunft, an ihre Abstammung und weiß auch: Nichts könnte von geringerer Bedeutung sein. Jetzt, wo Draukhan gefallen ist. Jetzt, wo man die Trümmer der Stadt nur noch ausschlachtet, statt einen Wiederaufbau in Betracht zu ziehen. Jetzt, wo auch in den umliegenden Orten Menschen ihr Hab und Gut packen und versuchen, mehr Abstand zwischen sich und die Ostgrenze Poromiels zu bringen.
Iarla ist bloß eine von ihnen.
Ein Flüchtlingskind, das sich im Lager außerhalb von Mirik noch herumtreibt und offensichtlich darauf wartet, dass das Militär für sie und ihresgleichen endlich eine Lösung findet. Das darauf wartet, dass die Verletzungen der letzten ausgeheilt sind – ehe die ersten von ihnen an Entbehrung und Winter sterben. Dass sie mit ihren 19 Jahren mehr junge Frau als Kind ist, sieht man auch Iarla nicht mehr an. Zu dünn der Körper, zu groß die blauen Augen, die zwar nicht von der Welt, aber doch vom Krieg und den menschlichen Abgründen schon zu viel gesehen haben.
Und die weiterhin weit geöffnet bleiben.
Iarla sieht hin, beobachtet – und passt sich an Situationen an, statt zu erwarten, dass sich etwas oder jemand ihr anpasst. Das eigene Elternhaus war diesbezüglich eine gute Lehre. ‚Prinzessin‘ und ‚jemandem übergeordnet‘ war sie nie. Stattdessen galt sie mancher Tage als Mörderin ihrer eigenen Mutter, tat besser daran, im Hintergrund zu verschwinden und sich mit den Bediensteten und deren Kindern zu solidarisieren.
Kein Wunder, dass sie sich unter ‚den einfachen Menschen‘, unter den ‚Zurückgelassenen‘ der Flüchtlinge jetzt wohlfühlt – und für sie gar Verantwortung übernehmen würde, könnte sie dies in irgendeiner Hinsicht. Doch sie kämpft mit der eigenen psychischen Belastbarkeit. Es fehlen Macht und Einfluss. Es fehlt die Idee von einem Ziel, für dessen Verwirklichung Iarla Kreativität und Improvisationstalent ansonsten einsetzen würde.
20 Ingameposts | 17.04.2025, 13:46
Zivil Poromiel

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