Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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(Meine Lunge fühlt sich zu klein an, um die Luft zu halten, die ich brauche.)
Sie ist die schlauere von uns beiden; ich weiß, dass ich keinen Weg aus diesem Gespräch finden werde, der nicht irgendetwas zwischen uns zerbricht. (Ich habe Sorge, dass es ein Teil ihres Herzens sein wird.)
Der Boden unter meinen Füßen wirkt wie Glatteis, aber da Eis mein Element ist, versuche ich mir keine Sorgen zu machen.
„(...) Zeit mit dir ist nie verschwendet. Oder würdest du das über Zeit mit mir sagen?“ In meiner Stimme hängt ein Necken, als ich ihre Hand greife und sanft drücke.
Bücher sind meine Welten. Wenn ich könnte würde ich geradewegs durch das Pergament in die Fiktion steigen und meiner Realität entfliehen. (Ich tu’s gedanklich immer und immer wieder.)
Meine Augen brennen. Meine Kehle ist so eng, als ständ ich wieder im Rauch und es riecht nach Asche oder bild ich mir das nur ein?
Bin ich einmal tot? Ist das hier noch lebendig?
Vielleicht werden wir uns immerzu im Kreis drehen. Außer ich durchbrech‘ ihn.
Ich wart‘ seit Wochen darauf, dass der Funke zwischen uns endgültig erlischt. (Vergeblich, wenn’s nie mehr als einen Blick in ihre Richtung braucht, um mich zu erinnern.)
Wie können sich drei Jahre nicht verloren anfühlen, wenn er es bereut?
Ich sprech‘ nichts davon aus. Meine Wahrheiten sind nicht ihre. Und sie müssen’s nicht werden.
Aber ich weiß, dass es nichts ändert. Dass ich sie hundert Mal neu kennenlernen könnte und mich immer in sie verlieben würde.
Ich hass‘ ihn nicht, aber ich hass‘ die Gefühle, die in mir aufkeimen. (Auch die, die mich in seine Richtung ziehen. Vielleicht insbesondere die.)
Es geht nicht darum, besser dazustehen. Und vielleicht müsst ich’s genauso benennen, damit sie’s versteht. Damit sie erkennt, dass ich’s sage, weil’s auch etwas über mich preisgibt. (Sie kennt mich nicht. Aber vielleicht will ich etwas daran ändern.)
Für drei Jahre in seiner Nähe und seiner Distanz gefangen.
Der Moment der Stille gibt mir die Zeit in mein Inneres zu hören und ich spüre doch nur die erzwungene Ruhe, die mir zu eigen geworden ist. (Andere würden es vielleicht Taubheit nennen.)
Wir können keine Freunde sein, weil seine Entscheidung jeden Moment zwischen uns verfärbt.
Würd‘ gern fragen, wie sie sich’s vorstellt. Wie man Small-Talk mit der einen Person führen soll, die einen besser kennt als alle anderen. (Ich halt‘ auch das zurück.)
Er redet von Verlust und Wünschen – und in mir schlagen die Wellen einmal mehr gegen meine Selbstkontrolle. Würd‘ sagen sie bröckelt, aber habe eher das Gefühl sie ist bereits auf dem Weg gen Meeresboden.
Ihr Warum fühlt sich wie ein Messer an meinem Hals an. Schneidet genauso durch mich, wie’s eine Klinge tun würde. (Und ich vergess‘ kurz, wie man richtig atmet.)
Kann’s kaum erwarten, die Tür hinter mir zu schließen und die Anspannung zu verlieren. Ich hab‘ mich an sie gewöhnt; an den Drang alltägliche Situationen zu finden, um meine Finger nach ihr auszustrecken.
Er lächelt; und ich verspür‘ kurz den irrationalen Impuls ihn von seinem Stuhl zu schubsen und zu gehen.
(Vielleicht wär’s sicherer, nicht zu fragen. Aber ich halte in etlichen anderen Situationen das Warum? zurück, ich erlaube mir dieses hier.)
Wenn ich Malek die Hand reiche, dann nur um ihn mit in mein Unheil zu ziehen.
Den Augen, den Lippen, die nackte Brust – ja, ABKÜHLEN ist eine sehr gute Idee.
Muss an seinem nackten Oberkörper liegen, rein biologisch gesehen einfach zu erklären, was der Anblick mit meinem Hormonhaushalt macht, aber das ganze zu erleben, puuuuh, ganz andere Nummer.
(Aber nach der letzten Diskussion scheinen die meisten verstanden zu haben, dass sie mich nicht ohne sie bekommen. Und meinen Drachen nicht ohne mich.)
Mir geht’s um alles andere; um all die Erinnerungen, die sie mit sich bringt. Um all die Regeln, an die sie sich hält und ich mich nicht halten kann. Darum, dass unsere Welten nicht zueinanderpassen, selbst wenn wir’s tun.
Ich hab‘ unser ganzes Leben auf navarrianischem Boden erdacht und dort ist’s in meinen Gedanken geblieben. Nur wir sind’s nicht mehr.
Wenn ich in die Enge getrieben werde, dann bell‘ ich nicht nur. (Ich beiße auch.)
Mein Blick gleitet über ihre Züge – und auch wenn sie mir schon immer ein bisschen zu schön erschienen ist, ist’s nun als würd‘ ich das erste Mal wieder die Sonne sehen.
Bin mir sicher, dass ich nur noch deswegen am Leben bin. Aus Trotz und Wut und Stolz.
Unsicherheit und Misstrauen wächst in dieser Gesellschaft wie Unkraut. Auch ohne den Vorfall war es nur eine Frage der Zeit, bis es jeden Geist durchsetzt und Samen verstreut hätte.
Vielleicht wird das hier einfach die längste Rede Basgiaths.
Langsam blicke ich an ihr hinauf, verharre kurz an unseren Händen, die ich nicht loslasse, wenn sie nicht will. Stehe mitten im Raum, der mal mein Zuhause war. Den auch sie kennt oder zumindest kannte. In einem anderen Leben.
Hebe meine Hand, meinen Arm, den ganzen verdammten Körper in ihre Richtung, als sei’ sie der andere Pol zu meinem Magneten.
Gerade war es leicht, ihrem Versprechen glauben zu schenken. Leicht, die Stimmen in seinem Kopf zur Seite zu schieben. Es war nicht die Regel. (Meistens gewannen sie.)
Ich glaub‘ nicht an Wahrscheinlichkeiten. Ich glaub‘ nicht einmal ans Schicksal. Früher hab‘ ich an meine Eltern geglaubt. An sie und mich. Und ich tu’s auch heute noch. Nur anders. (Such‘ inzwischen in Trümmern danach.)
Ich sag‘ nicht: es lag an meiner Überforderung damit umzugehen, weil man heraushören könnte, dass ich diese überwunden hätte. (Ich hab’s nicht.) Nur das Pflaster, das hab‘ ich endgültig abgerissen.
Auch wenn sich das zwischen uns anfühlt wie die Statik, die in der Stille knistert.
Doch ich halt‘ meine Karten zurück, bevor er sieht, dass ich eigentlich kaum welche habe, um den Zug zu gewinnen.
Schüttle leicht den Kopf, als er so etwas wie Selbsteinsicht formuliert. Aller Anfang ist schwer. (Macht er wirklich den Anfang? Eigentlich haben wir geendet, bevor wir richtig angefangen haben.)
Hab die Arme verschränkt, die Leute gehen ein bisschen um uns herum, würd' am liebsten zurück gehen, in die Zitadelle, mit ihm, alles wieder normal. Ist es nicht.
Die Worte klingen hölzern, leer, so wie sich die Zitadelle ohne ihn anfühlt.
Aber mein Herz bleibt das Risiko, das ich nicht kalkulieren kann.
Es ist das erste Mal, dass ich glaube ein bisschen von ihm zu erkennen. (Es ist nicht genug.)
Ich bin mir sogar sicher, dass die Hälfte der Leute meine schlechte Laune nicht einmal in dem Ausmaß wahrgenommen haben, wie sie’s getan hat. (Es hat damit zu tun, dass sie sich auf all meine Fehler zu konzentrieren scheint.)
Mein Leben hatte immer nur einen klaren Weg, ich fühl‘ mich abseits davon orientierungslos. Also greif ich nach dem Kompass, den mir mein Familienname gegeben hat. Vielleicht bin ich dieser Tage nicht mehr zuallererst Braon, sondern Drymos.
(Ich wollt‘ an seiner Seite sein, nicht irgendwo in den niedrigen Rängen. Nicht tot.)
Ich fall‘ auseinander, wenn ich nur lange genug darüber nachdenke. 
Ich bin nicht stabil. Ich mach‘ nur den Anschein. 
Mauern brauchen Zeit und Geduld, aber letztlich kann man einen Weg um sie herumfinden.
(Vielleicht bin ich wie Motten, die ins Licht fliegen, nur um zu realisieren, dass es Feuer ist.)
Sie kennen sich nicht. (Und wir uns streng genommen auch nicht.) Ich glaub’s nur manchmal.
Und vielleicht ist weniger noch immer besser als nichts.
Früher dachte ich einmal, dass das Schwarz der Uniform die Wärme in seinen Augen nicht schmälern würde.
ich brauch‘ mehr als einen Abend Zeit, um Leute an mich heranzulassen. Außer sie, da haben Minuten gereicht.
Wir sind nicht mehr als eine Erinnerung.
Er bringt Geister mit sich, die ich längst vertrieben habe.
Sein Lächeln macht mich wütend. Ich kann nicht entscheiden, ob ich ihn schlagen oder küssen will.
Wenn sie mich ansieht, sieht sie das Schwarz meiner Uniform. Nicht den Jungen, der ich irgendwann einmal gewesen bin.
Heb‘ leicht meine Schultern, als wäre es so leicht zwischen uns. Als ständen nicht weitere hundert ungesagte Worte in dem (geringen) Abstand unserer Körper zueinander.
Ihr Leben ist leichter durch die Abmachung. Nur meines ist schwerer.
Der Grad von emotionaler Zurückhaltung zu Gefühlsblindheit ist schmal. Ich wandle ihn dieser Tage mit dem Ehrgeiz, nicht noch einmal emotional auseinanderzufallen.
Vielleicht tue ich ihm gerade einen Gefallen, doch ich mach auch keinen Schritt zurück, nur weil er einen auf mich zu macht. (Die Tage, an denen ich mich klein mache, sind vorbei.)
Dann heb‘ ich langsam meinen Blick. Kinn, Lippen, Augen. Fuck. Ich hab‘ nie verstanden, wie man sie nicht für das schönste Mädchen die schönste Frau der Welt halten kann.
Wir hatten eine Nacht zusammen; einen Abend, in denen ich ein warmes Gefühl zwischen meinen Rippen bei ihrem Anblick gespürt habe. Aber ich glaub‘, wenn die Umstände andere wären, könnte ich’s tun. Sie lieben.
Würd‘ ihr gern sagen, das der Tag lang gewesen ist. Und meine Gedanken mich nach unten ziehen.
Ich mag’s, wenn Worte um mich herumtanzen, ohne dass ich sie selbst weben muss.
Ich bin ganz bei mir und dieser Gruppe. (Aber in Gedanken bin ich doch immer wieder woanders.)
Und was macht man überhaupt mit Murmeln, versuch's mir in dem Moment bildlich vorzustellen um ihm das zu beantworten, weiß nicht wie, ob Drachen spielen, was machen Drachenkinder den ganzen Tag? Geht dich nichts an na Danke.
Wir werden immer auch ein bisschen verlieren. Im Krieg gibt es keine wahren Gewinner. Es gibt nur die, die etwas weniger verloren haben.
Er hat nur einen goldenen Käfig um mich gezogen und mir wissentlich den Schlüssel vorenthalten.
Ich kenne sein Verhalten, weil’s mir seit seiner Ankunft hier die Luft zum Atmen nimmt.
Der Gedanke hat mich für drei Sekunden wütend gemacht. (Und meine Laune für die gesamte Woche ruiniert.)
Geniess das Brennen an den Händen und wie mit den Minuten und Schneebällen das Leuchten in ihre Augen zurück kommt. Weiß, in meinen steht es auch, für ein paar Minuten regiert uns der Unsinn, wir sind nicht mehr erwachsen – aber dafür glücklich
Weiß nicht, ob mein Herz stolpert, weil ich ihn sehen will oder weil ich’s nicht will.
Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht, warum also nicht noch ein Trugbild in sie ziehen?
Vielleicht kommt’s mir deswegen ein bisschen unwirklich vor. Ein bisschen wie ein Tagtraum, das Licht sanfter als das meiner Realität.
Wir sind hier einfach gestrickt. Wenn man von der ganzen Hochverrats-Sache absieht, von den ganzen Geheimnissen mit den Drachen, die falsche Namen sagen und den zweiten Siegelkräften, wenn man das alles ausklammert, dann sind wir wirklich leicht gestrickt.
Manche Dinge hat man und manche Dinge hat man auch, aber man hat sie halt nur so halb.
Es muss hervorragend für die mentale Gesundheit sein, seinen größten Feind in der Nähe zu wissen.
Es ging nie um ein Leben. Und jetzt geht’s um das Wichtigste: um seines. 
Wir haben uns über die Jahre neue Narben zugefügt, aber die Liebe in meinem Herzen ist geblieben.
Vermutlich ist’s eine Kunst: mit so wenigen Regungen so viel Missfallen auszudrücken. Und es erheitert mich; sorgt für ein amüsiertes Schimmern in meinen Augen.
„Sie könnten es dennoch als Möglichkeit sehen, den Eindruck meiner Gesellschaft zu reevaluieren.“
Irgendwann war ich mal der Frieden zu dem Krieg, in den er zieht. Jetzt liegt das Schlachtfeld zwischen uns.
Ich will unsere Trennung nicht größer machen, als sie sein muss. (Ich musste so viel kostbare Lebenszeit für meine Heilung opfern.)
Ich warte auf den fallenden Vorhang und seh‘ doch nur ihn. Ein bisschen Wahrheit in all dem Schauspiel der Distanz, die uns bestimmt.
(Sie wirkt nicht wie jemand, der sich von Kampfskills beeindrucken lässt.) Häng‘ dem Gedanken zu lange nach und seh‘ die Faust zu spät auf meine Seite zukommen. (Fuck. Anfängerfehler.)
Ich hab‘ verlernt, wie man auftaucht. Und ihre Reaktion erinnert mich daran; erinnert mich an unser davor und unser danach und daran, dass ich nicht weiß, ob wie ich’s reparieren kann.
Zu lieben, bedeutet für mich: zu sehen. Die andere Person aber auch mich selbst. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, die man teilt. Und sie mit allem zu halten, was sie hat. Das Gute und das Schlechte.
Vielleicht war ich so oft in Loials Tempel, dass sie mich als ihren Vertreter auf Erden auserkoren hat? Ich bezweifle es; dann hätte sie mir mehr Mut an die Hand gegeben. Dann würd‘ ich mich nicht hinter einem Viadukt verstecken.
Kann‘ das Grinsen auf seinen Lippen sehen, noch bevor’s sich wirklich ausgebildet hat. (Natürlich hat er damit gerechnet.) Wir machen das schon sehr lange.
Adruil ist mein Zuhause, ich erwarte nicht, dass man’s direkt ins Herz schließt. Ich denke nicht, dass man überhaupt die Motivation dazu hat, wenn man gerade alles verloren hat. Aber ich weiß, dass der Markt am Samstag nach Zuckerwatte riecht. Von welcher Stelle im Garten aus man den besten Blick auf die Sterne hat. Und ich weiß, dass meine Eltern sich Mühe geben würden.
(Diesmal halt‘ ich mich zurück.) Warum halt‘ ich mich zurück?
Seine Handschrift allein hat irgendwann ausgereicht, um das gleiche Gefühl in mir hervorzurufen, das sein Lächeln gerade in mir auslöst. Ein sanftes Kribbeln der Aufregung und Wärme. Den Drang meine Finger nach ihm dem Brief auszustrecken und das Pergament unter ihnen zu spüren.
Es ist kein Gedanke, der mich stört; zehn Jahre Freundschaft haben ein Band zwischen uns gewoben, bei dem ich mir sicher bin, dass es hält.
Es ist vielleicht das, was ich am schwersten nachtrage. Dass er nicht nur geändert hat, wie ich ihn sehe, sondern auch wie ich Liebe in Erinnerung halte.
Ich lass‘ mich nicht rumschubsen. Ich lass mich von ihm nur am Faden zwischen uns einen Schritt zurückziehen.
Ich wohn‘ in einer Zukunft ohne ihn.
[A]ber meine Mundwinkel zucken, als könnten sie sich wieder häufiger an Lächeln erinnern.
Denk an Six und das alt werden, ganz kurz, aber trotz einer Nacht auf dem Drachenrücken (ja, bisschen Rücken) und ein bisschen weniger Schlaf, fühl ich es nicht, in diesem Moment.
Ich sollte es wissen; ich hab‘ meine Skrupellosigkeit von ihm. Ich weiß, wozu ich in der Lage bin. Ihr Herz zu brechen.
Sie weicht nicht vor mir zurück. Bleibt so nah vor mir stehen, dass es mich einmal mehr daran erinnert, dass ich zurück in ihr Leben gekommen bin. Dass ich geradewegs hineingestolpert bin und seither falle, falle, falle.
«Du hast irgendwann alle unter dir---«, meine Braue zuckt, «auf die ein oder andere Art», Ambitionen auf jeder Ebene, ob angezogen oder nicht – das war D.
Zieh’s zurück, bevor er noch auf die blöde Idee kommt, es mir abnehmen zu wollen. Ich würd’s verstehen, der glitzernde Griff ist nicht nur glitzernd (ja), sondern auch hübsch. Und mit Schönheit kenn ich mich aus – muss ja schließlich nur in den Spiegel gucken.
Der Titel ist zwar Leutnant, aber ich bin mittlerweile eher so Level: Endboss.
Keldavi ist nicht der schönste Stützpunkt – glücklicherweise ist meine neue Heimat mit meiner Ankunft vor ein paar Wochen aber merklich aufgewertet worden.
Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen größenwahnsinnig. Aber der Mensch braucht Ziele und ich bin nicht zu feige für große. Nur vielleicht tot bevor ich sie erreiche.
Es ist zu kalt zum Heulen.
Wär die Welt ganz allein unsere, würd‘ die Hälfte davon brennen und die andere wär‘ ein Eisberg und ich fänd’s perfekt.
Ein Platz blieb leer, unausgefüllt, zeichnete unter aller Anwesenden Augen tiefe Schatten, blasse Lächeln. Sie waren alle hier im Raum, aber keiner wirklich vollständig anwesend, weil die Trauer sie in eine andere Welt zog.
Wir sind Generationen von Narben und Verletzungen und Verlusten.
Der Tag ist ein Meer aus Eindrücken und ich geh’ darin unter.
Ich bin hierher gelaufen, wie ein Kind, das aus einem Albtraum hochschreckt und nach seinen Eltern sucht. Bin zu dem einen Ort, dem einen Menschen zurück wo ich wusste, dass es sicher ist.
Nicht nur die Ruinen einer Stadt sind es, die Tyrrendor heute zeichnen. Es sind die Ruinen einer Gesellschaft, die ich dort erwarte.
Ich hab‘ die gesplitterten Teile meines Herzens schon aus seiner Faust gelöst und halt‘ sie seitdem er gegangen ist selbst. 
Es ist mir egal. So wie er. So wie er’s nie sein wird.
Wir sind nichts außer die Erinnerungen, die er mit jeder weiteren Provokation verdunkelt. Wir waren mal alles.
Bin ich eine Kompassnadel, ist sie Norden.
[A]ber unsere Freundschaft, die halten wir so fest, wie unsere Hände gerade noch.
Trauer ist nicht linear. Hab’s irgendwo mal gelesen und kann’s irgendwie unterschreiben. Ist kein Berg, den man von unten wieder hochsteigt. Ist keine Strecke, die man laufen kann und dann hat man’s überwunden.
Ich sollte ihr nicht noch mehr Zeit nehmen; nicht nach all den Stunden, die ich ihr bereits genommen habe. Ich weiß, dass ich gehen sollte. Allerdings fühlt sich der Gedanke dieses Mal wie ein Fehler an.
Sie verschwindet hinter den Regalen und für einen Moment nutz‘ ich’s um mir mit meiner Hand durchs Haar zu fahren. Übers Gesicht. Um einmal tief durchzuatmen und meine Augen zu schließen. Ohne die Sorge, dass ich eine Reaktion verpassen könnte, die sie eigentlich nicht zu geben bereit ist.
Ich lass‘ sie nichts von meinen Zweifeln daran wissen. Ich sag‘ ihr nicht, dass ich nie an der Distanz hatte festhalten wollen. Nur an ihr.
Ich bin gut darin Schmerz in anderen Leuten zu erkennen und vielleicht... ist sie all die Jahre nur Braons Freundin gewesen, vielleicht verbindet uns nichts doch, er tut's, tuts immer noch, oder?.
Lass den Kopf kurz in den Nacken sinken und lass die Aufregung unter meinen Rippenflügeln kribbeln. Die Wiedersehensfreude ist wie ein besonders rasantes Flugmanöver: Wärme und Abenteuer zu gleich.
Für Reiterinnen und Reiter erreichen wir vielleicht langsam das kritische Alter, aber ich denk‘ nicht in den Toden, die mein Bruder sieht. Man vergisst so das Leben.
Hab‘ immer gewusst, dass zwischen zwei Tönen hundert andere liegen können. Dass es nur darauf ankommt, wie man’s hört.
Als wäre ich gleichzeitig in dem Moment gefangen – und stünde neben mir. Als wechsle ich in den Überlebensmodus, ohne es zu bemerken.
Die leise Anspannung zwischen uns fühlt sich an wie ein Relikt aus Zeiten, die wir beide vergessen sollten.
Das Heimweh zieht wieder an mir – und dieses Mal helfen die Bücher um mich herum nicht. Vielleicht weil sie keine Stunden Distanz zwischen mein gebrochenes Herz und mich bringen können.
1256 Tage. Ich hab‘ sie vermisst. Sie steht vor mir und ich tu’s. Vielleicht sind’s die Erinnerungen. Vielleicht ist’s mehr.
Ich kenne sie. Aber mein stolperndes Herz versucht mich darauf vorzubereiten, dass ich’s vielleicht nicht mehr tue.
(Mein Ego war noch nie schnell klein zu kriegen und wenn es doch mal einen Tiefschlag bekommt, keine Sorge, es steht schneller wieder auf als ich auf der Matte und das ist schon ziemlich schnell.)
Mein innerer Kompass dreht sich, aber mein Nordstern war schon immer das Wissen um meine Heimat. Um den Leuchtturm meiner Familie, der mir den Weg weisen wird, wenn ich mich in rauen Klippen verliere. Ich bin nicht das Mädchen mit dem gebrochenen Herzen, ich bin keine Schiffbrüchige. Nur ein bisschen.
Kann ein Tonfall eine Mischung aus beschwichtigend und genervt annehmen? Wenn nein dann hab ich diese Mischung vielleicht gerade erfunden.
Niemand, der sich sein Leben lang dem Militär verschreibt, geht mit einer intakten Seele raus.
31 Grad und er trägt mich durch die Sonne – das nenne ich mal princess-treatment – fehlt noch das Palmblatt und ich bin in einem sexy Piratenmärchen gefangen. Sein Ohrring passt zum Image, aber ich nicht zur damsel in distress.
Ich blicke ihn erwartungsvoll – vielleicht einen Ticken aufdringlich – von der Seite an. Vielleicht bin ich auch ein bisschen needy, weil mich vor einer Woche ein Typ abserviert hat – nicht, dass er das wahrscheinlich nicht schon bereuen würde.
Mitleid ist eigentlich nicht mein Ding, aber ich kann zumindest... denken dass ich das niemandem wünsche.
Diese Mauern sind ein Stückchen Erinnerung an ein anderes Ich. Ich vermiss sie.
Das Leben war unfair – es hielt nicht an, wenn etwas so Grosses und Schlimmes passierte. Es setzte sich einfach fort, eine Sekunde blieb eine Sekunde, eine Minute, eine Minute und ein Tag bestand weiterhin aus 24 schmerzvollen Stunden, die sich nach und nach anhäuften.
Also wenn Game haben Haare streicheln und Menschen den Kopf verdrehen ist, klaro. Hat er Game. Zwei Games meinetwegen, bitte.
Und was würd sein Mädchen wirklich denken, wenn sie ihm nachts hinterher läuft und sieht, dass er sich im dunklen, dunklen Wald heimlich mit zwei Granaten trifft.
Ich wüsste, was ich denken würde; hot summer, a hot, hot summer.
Hör‘ das Gemurmel, dass ich mir die zarten Finger eben nicht gern schmutzig mache – und lächle darüber, als wär ich Teil des Scherzes.
Ich bau‘ mich auseinander, such nach den Schwachstellen und setz‘ mich dann wieder zusammen. 
Es ist nicht der erste Anmachspruch, den ich in diesem Leben höre. Sicherlich ist’s einer der Schlechteren – und in mir juckt’s ihm andere Worte auf die Lippen zu schreiben.
Stattdessen bin ich dabei, meine Stirn gegen das kühle Holz des Regals zu lehnen; fordere mein Schicksal vielleicht heraus, in der Hoffnung, dass sich keines der Bücher über mir löst und mich erschlägt.
Aber ich habe zu viele Tränen für ihn vergossen, um ihm noch irgendetwas von mir zu geben.
„Wag es ja nicht, dich mit weniger zufrieden zu geben, oder dir von jemandem Einreden zu lassen du wärst weniger“, wag es ja nicht, dich klein machen zu lassen. Von niemandem.
Unsere Distanz hängt nicht nur in den Wochen und Monaten, die wir uns nicht gesehen haben, sondern auch zwischen mir – und mir. Bin nicht mehr, wer ich war, als ich ihn geliebt habe. Und ich lass‘ nicht zu, dass der Teil wieder lauter wird.
Wenn man nicht mehr richtig hinfühlt, ist's leicht Gefühle mit Logik zu verklären.
Ich fühl‘ noch, aber ich fühl anders.
Meine Gedanken sind nicht friedlich, denn in mir herrscht Krieg und auf beiden Seiten stehe ich. Kämpfe gegen mich selbst und damit dass ich vielleicht Dinge akzeptieren muss, die ich nicht akzeptieren will.
Bin ich aber ja nicht und so muss ich mich damit zufrieden geben ihn tödlich anzustarren und mir zu schwören, dass ich ihm echt die Nase brechen werde. Wenns sein muss, dann eben hinterhältig ohne Vorwarnung, wenn wir uns irgendwann einfach mal nur unterhalten. Hab da bei ihm relativ wenig moralische Bedenken – und wie gesagt. Er ist mein Bruder. Er liebt mich. Egal wie scheiße ich zu ihm bin.
Als hätt er mir mit einem Satz den Brustkorb aufgerissen, weit, weit, weit, scheiß egal wie laut die Knochen brechen und wie sehr die Rippen splittern, immer weit, weit, weiter, bis Platz genug (für ihn) ist; um sich da ein Zuhause zu bauen.
Meine Gedanken sind nicht friedlich, denn in mir herrscht Krieg und auf beiden Seiten stehe ich. Kämpfe gegen mich selbst und damit dass ich vielleicht Dinge akzeptieren muss, die ich nicht akzeptieren will. Dinge mit denen ich keinen Frieden schließen will.
Jetzt, wo jeder Tag sich wie einer zu viel angefühlt hat, weiß ich erst, was Liebe eigentlich ist.
Die Flamme der Kerze flackert, beruhigt sich wieder, als sie still steht. Ich hock mich daneben. Führe meine Hand durch die Flamme. Ist kurz als würd ich Verbindung suchen, zu jenen die irgendwo auf der anderen Seite sind. Weiß, die Grenze lässt sich nur einmal öffnen und jetzt ist’s noch nicht soweit.
Mir macht die Kälte nichts aus. Ich mag's nur nicht, wenn's in mir kalt ist.
Ich brauche Zeit. Doch offenbar brauche ich auch sie.
Ihre Wärme braucht nur ein paar Grad und daraus könnt‘ Hitze werden.
Ich lös‘ meinen Blick von ihr, als würd’s das leichter machen. Als würde es mich vergessen lassen, dass nicht mehr als ein Tisch und eine Kluft voller Reue zwischen uns ist.
Sollte mich nicht an ihr Lächeln erinnern. An ihr Lachen. Ihre Stimme. Ihre Haut. Wann immer ich’s tue, führt’s mich in den Abgrund. Führt mich von meinen glücklichsten Tagen mit ihr geradewegs zu meinen schlimmsten ohne sie.
Erstaunlicherweise wäre ich hier schon oft eigentlich gestorben. Bins aber immer noch nicht. Atme immer noch. Bin immer noch eine Nervensäge.
Für einen Moment such‘ ich nach einem Anflug von Zweifeln. Nach einem Schimmer, der mir verrät, ob’s tatsächlich das ist, was sie will oder ich mich verhört habe. Ich find‘ keinen. Nur sie.
Jedes Leben spielt auf Zeit, aber das Ticken der Uhr von meinem hört sich gerade eher an wie eine Bombe, die jeden Moment hochgehen könnte.
Wir haben keine Eile, als wir den Weg lang gehen und jeder Schritt geht in die richtige Richtung. Mit ihr, zu ihr, zu uns.
Halt mich normalerweise immer für clever, einen elenden Klugscheißer, jemand der immer eine Antwort findet. Jetzt fühl’ ich mich überfordert damit zwei immer passende Teile (ihn und sie) aneinander zu legen.
Der Abschied, den er nie hatte erleben wollen, schien so deutlich vor ihnen zu stehen. Vorbei. Ende. Und sie fragte, ob sie ein Stück gehen wollten.
Schweigen war keine Ehrlichkeit. Aber es war ihm wie der letzte Hauch von Sicherheit geschienen die er in seinem Leben gefunden hatte. So lange er schwieg, so lange hielt die Illusion an.
Wer braucht schon ein intaktes Nervenpaket.
Mein Blick spricht von dem Ort, an dem totgeglaubte Hoffnung aus einem Häufchen Asche wächst
(von mir).
Es fühlt sich nicht neu an, auch wenn alles neu daran ist. Das Necken, das Ausweichen, die Herausforderung. Mir ist’s vertraut. Und ich vertraue ihm.
Ich kenn das Gefühl nicht. Oder vielleicht doch, nur nicht so. Nicht, wenn’s so leise kommt.
Mein Blick spricht von dem Ort an dem die Hoffnung stirbt
(von mir).
Er ist mir egal. Vielleicht ist’s die größte Lüge meines Lebens.
Die Wahrscheinlichkeit ihm gegenüberzustehen war seit Beginn unseres Wehrdienstes nie Null, aber ich war mir sicher, dass er die Würfel gezinkt hat, um sie kleiner zu halten.
Ich stehe still und mein Herz setzt aus. Ich stehe still und fall‘ doch einen Moment geradewegs zurück in die Vergangenheit.
Ich habe gelernt still zu stehen. An manchen Tagen kommt’s mir vor, als würd’s mein Herz auch tun.
Die Bücher rufen mich, aber ist mein Dienst, der meine Füße an die Stelle bindet, an der ich stehe.
Alles von dem, was ich sage, sag‘ ich mehr zu mir als zu ihr. Alles von dem, was über meine Lippen kommt, ist nicht das, was ich eigentlich sagen sollte.
“Wenn’s so weit kommt, schieb’ ich ihnen ihre Dolche so tief in den Hintern, dass sie niemals wieder sitzen können, darauf kannst du Gift nehmen.”
Die Nähe zum Vale scheint seine Stimmung schneller zum Boden segeln zu lassen, als ich es tue, wenn ich loslasse.
Aber ich denk‘ nur an sie. Seh‘ nur sie.
Und mein Verstand kommt nicht hinterher. Mein Herz bemerkt’s zuerst. Sinkt, sinkt, sinkt.
Ich bin noch nicht bereit; wäre ich’s, würde mein Körper nicht auf diese Weise reagieren. Wäre ich’s, würde ich wissen, was ich zu ihr sagen würde. Aber wann immer ich mir vorstelle, ihr gegenüberzustehen, wird’s schwarz in meinen Gedanken.
Pragmatisch, zumindest solange, bis sie mir zu sehr auf den Sack ging. Also, die Truhe. Von meiner Schwester kann ich das noch nicht genau sagen.
Ich will mich nicht so fühlen; so verloren in Fragen. Hab‘ mich in meinem ganzen Leben vor keiner Antwort gefürchtet.
Die schwarzen Linien an unseren Fingern lässt’s zu sehr wehtun, um mich auf meinen wankenden Verstand konzentrieren zu können.
Aber ich könnt‘ ihn ganz getreu seiner üblichen Taktik einfach den Wachturm runterschubsen.
Zu meinem Leidwesen hat er immer noch ein überaus ansehnliches Gesicht. Vielleicht sollte ich ihn also dazu bringen, mehr zu reden. Das trägt üblicherweise dazu bei, dass ich das schnell vergesse.
Da ist er wieder, mein Stolz. Fehl am Platz in diesem Raum, aber präsent.
‹Hey, wir sind hier nicht bei Herzblatt.› — nein, wenn’s um dich geht, dann sind wir eher bei Bauer sucht Frau Drachen.
Orte wie dieser wirken für mich wie ein Portal, durch dass ich hindurchtreten kann, um fremde Welten zu erforschen. Buchhandlungen fühlen sich ein bisschen wie meine Orte an.
Nehm eine Hand voll Schnee von der Begrenzungsmauer, als wir von der Treppe runter sind und drück sie ihr ohne Vorwarnung in den Nacken. „Bisschen Abkühlung“, für ihr Gemüt, bisschen wie früher, als wir Kinder waren, darum ist auch irgendwie ein Grinsen auf meinen Lippen. Das macht der Schnee, kann nichts dafür.
Mein Pep-Talk war schon immer eher tough love.
Arelys Schicksal zeichnete so deutliche Spuren in seine Gegenwart und Vergangenheit – auch die Zukunft, alles wäre anders wäre sie noch hier.
Er ist der Spiegel dessen, was ich sein könnte.
Er ist der Spiegel dessen, was ich nie offen sein werde.
(Wütend.)
Vielleicht bin ich’s selbst, der Mauern hochzieht, über die ich kaum noch zu ihm sehen kann. Vielleicht ist’s das Schicksal, welches den Graben so sehr vertieft, dass ich nur noch Steine sehe.
Ein Jahr, in dem ich in die falsche Richtung gelaufen bin und nun anstatt auf dem Flugfeld, vor der Ruine meiner Ziele stehe.
Ich fühl‘ mich orientierungslos bis auf meinen moralischen Kompass. Die Nadel weist mir die Richtung meiner Worte, aber nichts darüber hinaus.
Meine Füße bleiben auf dem bekannten Weg der vorgegeben ist, geht nur stur gerade aus.
Sein Blick frisst sich durch Mark und Bein, schleicht sich durch alle Knochen bis in das staubige Versteck, das hinter meinen Rippen sitzt, da nistet er sich ein.
Jedes Gefühl von Vertrauen verliert sich in der Versteinerung dessen, was wir mal waren. Ist nicht mehr als bröckeliges Gestein übrig. Nur ein kleiner Schubs und jede gute Erinnerung zerspringt.
Müdes Funkeln in den Augen. Wie die erste Aussicht auf ‘nen Sonnenaufgang obwohl die Nacht noch düster ist, und kalt.
Ihre Arme sind warm um meine Mitte und mein Herz ist ruhig. Nicht still – ruhig.
Selbst wenn mir Morien und seine Schatten die fucking heebie jeebies geben.
Doch das galt für sie alle: Sie waren schon besser darin gewesen, zu lachen und unbefangen zu sein. Der Krieg, an dessen Grenze sie stationiert worden waren, war immerhin der gewesen, mit dem sie aufgewachsen waren.
„Keine Sorge, Malek hasst mich auch.“
Heidenangst.
Ich hab’s gesagt.
Nicht ein bisschen, nichts kleines.
Groß genug um Rippen zu brechen und alles dahinter zu vergiften.
Augen leuchten, der ganzen Dunkelheit zum Trotz.
Vielleicht, weil’s — weh tut. Das. Meine eigenen Worte aus meinem Mund. Die Vorstellung, dass ich das heute haben darf, nur um’s übermorgen zu verlieren.
Als hätten wir wirklich die ganze Welt in Brand gesteckt und hier in den brennenden, verkohlten Überresten, fall’ ich gegen seinen Brustkorb.

Das hier ist das danach.
Das vorher — gibt’s nicht mehr.
Nur das.
Mehr will ich nicht.
Nur — das er mich hier und jetzt kurz hält.
Sein Lachen kitzelt in meinem Nacken.
Vielleicht nimmt dieser Krieg uns alle Anteile unserer selbst. Vielleicht werde ich irgendwann an seiner Stelle stehen und aus Sorge Schmerzen werden lassen.
Vielleicht hat er mich aus seinen Gesprächen genauso wegradiert, wie aus seinem Leben. Vielleicht existier ich in seiner Vergangenheit genauso wenig wie in seiner Gegenwart.
Denke immer noch in den Wahrscheinlichkeiten ihm zu begegnen.
Heimweh – es ist mein leiser Wunsch nach einer Version von mir, die ich hier langsam vergesse.
„Mit welcher meiner unzähligen Expertisen kann ich dir dienen?“
«Ich muss mich nicht abreagieren, ich bin chill», lüge ich so offensichtlich mit bebenden Schultern – aber hier geht es auch einfach ums Prinzip, nicht um was ich brauche. Ich bin chill, ich bin chill, ich will jemanden umbringen
Glaube nämlich, dass wir trotz allem das Recht haben, nicht alles wissen zu müssen. Und die Freiheit, nicht alles wissen zu wollen.
Und ich kenn sie. Ich kenn sie zwar noch nicht richtig, richtig gut, aber irgendwie fühlt’s sich so an als würd ich sie schon länger kennen als ich’s tatsächlich tu.
Sie sieht ein bisschen aus, als wäre sie gerade in einer anderen Welt. Vertieft. Würd gern hinterher tauchen.
Weil ich sehen wollte, wie’s aussieht wenn er den Boden kennenlernt, auf dem er mein Herz zertreten hat.
Stehe im gleichen Moment fest auf meinen beiden Füßen und wanke unter der Liebe, die ich verloren habe er mir genommen hat.
Würd's ihm fast gern gleich tun, den Geschmack auf den Boden spucken, aber schluck's stattdessen runter. So wie jede Antwort auf seine Provokation.
Gleichgewicht, das ich mir im Umgang mit ihr wünsche, aber noch nicht gefunden habe.
Press‘ zwei Finger gegen meine Schläfen. Es hilft in etwa so viel wie ein Eimer Wasser gegen einen Waldbrand: überhaupt nicht.
Meine Augen fallen auf dunkles Haar, helle Haut, Gesichtszüge, die mich im wahrsten Sinne des Wortes zu verfolgen scheinen. Von allen Frauen Menschen an diesem Stützpunkt, muss ausgerechnet sie sich hierhin verirren.
Mein Grinsen hat sich gehalten. Ist ebenso lästig, provokant und langlebig, wie meine Wenigkeit.
Ich bin nicht mehr als die Fesseln, die man ihm angelegt hat – er ist mehr als der Käfig, in dem wir uns befinden.
Man könnte glauben ich sei Herzschmerz gewohnt, schließlich war vorhersehbar wohin ich mit den wachsenden Gefühlen steure. Hab‘ den Eisberg kommen sehen und doch nicht den Kurs geändert.
Weil da noch immer der Unwillen ist jemandem weh zu tun, ja ein bisschen. Vielleicht auch weil ich noch immer ein bisschen an der Frage hänge, wen er verloren hat und dass... es mir Leid tut... das war nie der Plan unserer Eltern, solches Leid.
Wenn es ihn nicht interessiert, gut es geht ihn auch nichts an und ich muss mir gerade nicht seine Wut dazu anhören, wieder einmal die Weisheit der Drachen in Frage zu stellen, dabei ist er, objektiv betrachtet, noch so ein junger Hitzkopf, dass er ganz sicher nicht Weise ist. Was da angeht passen wir gut zusammen.
Könnt sagen, dass ich ihm vertraue.
Aber das ist’s nicht.
Devotion isn’t trust.
Ich bin keine Tragödie, meine Lebensumstände sind’s vielleicht.
Wenn man mich fragt, würde ich mich äußerst gut als Prinzessin machen. Ich bräucht‘ nicht mal den Titel der Königin. Ganz bescheiden, wie ich bin.
Im Grunde ist’s schon sehr entgegenkommend, dass ich mich überhaupt auf Verabredungen mit Männern einlasse, die so weit unter meinem Level liegen, dass man sich fragen muss, ob ich an Geschmacksverirrungen leide.
Dieser Hass wächst aus Schmerz und macht die schwarzen Linien an meinem Arm noch ein bisschen dunkler.
Ich schau ihn an wie jemand der wochenlang bei den Göttern um Regen fleht und die ersten Tropfen im Gesicht spürt.
Warm, alles ist unendlich warm und’s fühlt sich an als würde es von ihm ausgehen. Könnte die Augen schließen und glauben, dass es Sommer ist. Die Augen schließen und glauben, dass wir ein bisschen zu dicht an die Sonne fliegen.
Wir haben trainiert, wir haben uns vorbereitet und wir sind keine Arschlöcher.
Hatte Glück an einem Ort, an dem Zihnal unmöglich alle Rufe hören kann.
Wollte hierher. Ist nicht, weil ich das bereue. Ist nicht, weil ich denke, ich schaffe das nicht (auch wenn’s hart wird). Ist eher so, dass es einen Unterschied macht, sich die Dinge nur vorzustellen und sie dann wirklich zu überleben.
Während sich alles um mich herum verändert hat, während ich dabei bin, mich zu verändern, ist er das Einzige, was sich nach Zuhause anfühlt. Seine Arme sind meine Heimat. Sein Lachen das Geräusch, in dem ich am liebsten existiere.
Verstehe, dass er das ernst meinte mit dem ‚nach dem Abendessen‘. Aber wenn er jetzt wirklich nur einen blöden Trainingsplan erarbeiten will, muss ich ihn umbringen.
Selbst wenn ich kein Reiter wär, wie sich fliegen anfühlt, wüsste ich mit ihr auch so.
Nichts dabei. Keine Gefahr. Eine letzte Ausnahme. Nur heute.
Da sind nur wir, ganz nah beieinander, nur wir.
Und es tut weh und ich glaub da bricht gerade noch einmal mein Herz. Hab gedacht das wäre wieder geheilt, aber dafür tut's zu weh.
Lass meinen Blick kurz demonstrativ über ihn schweifen. Versuch nicht mal die Abneigung zu verbergen. Einen Moment länger liegt er auf den schwarzen Linien. Da ist die Schuld. Da kommt die Wut. Weil ich in dem Muster les, wer fehlt. Maeve. Ihr Tod verwoben mit den Linien.
Trag eine eigene Liste mit Namen in mir rum. Nicht unbedingt, um sie Malek zu übergeben. Vielleicht um sie ihn näher zu bringen. Vielleicht das. Ist mit Wut auf Hass geschrieben. Eingebrannt in mir.
Zwei Hälften die eigentlich zusammen gehören, aber nun auseinander gerissen, jeden Moment ein bisschen mehr. Schritt um Schritt, Herzschlag um Herzschlag.
Bin sein Spiegelbild, nur die Realität ist verzerrt, zeigt ihm das, was er heute nicht sein kann. Meinen Erfolg, sein Scheitern.
Halt an dem Hass fest, der nicht ihr gilt. Der Hass der immer da ist. Mal mehr mal weniger. Gerade will er alles ausfüllen. Muss hart sein, um nicht daran zu zerbrechen. Bricht nur was anderes in mir. Nur so viel stiller.
Ich geh zwei Schritte zurück. Einen dritten. Der Distanz zwischen uns auch den Raum gebend, den sie einnimmt. Dann dreh ich mich um.

Lass das wir auf dem Boden liegen.
Es wär‘ keine Ehre mehr, wenn ich nur das bekomme, was er mir gibt. 
War in unserer Familie schon immer so: meine Mutter hat’s mal Ausgleich genannt. Ich bin der Ausgleich zu D‘, die Ruhe zu seinem Sturm. Die Ruhe zu KK’s Chaos. Ich bin die Ruhe, aber gerade ist’s eher gespenstig still.
Ich bin die Ruhe, aber gerade ist’s eher gespenstig still.
Dabei würd‘ ich Malek nicht die Hand reichen wollen, wenn ich ihre halten kann.
Vielleicht wär das der sichere Weg, von dem ich immer und immer mehr abkomme.
In mir rauscht die Leere der Möglichkeiten, die ich mit dem Wechseln meiner Uniform habe und doch kann ich an diesem Vorsatz aus unseren Briefen festhalten. Kann ein Stückchen Vergangenheit in unsere Gegenwart und in unsere Zukunft ziehen.
Ich glaube an die Götter und an mich. Kann das leise Schnauben fast hören und es ist lustig, weil ich es selten schaffe, den Grünen so weit zu reizen, dass er sich beleidigt fühlt mit seiner Geduld eines Heiligen, die er mit mir hat. Okay, ich glaube an die Götter, Ceòl und mich.
Wir alle haben einen Hang dazu, uns selbst in irgendeiner Form in unserer Siegelkraft wiederzufinden. Deswegen tragen wir sie überhaupt; es ist Komik und Tragödie zugleich. Sie bündelt, was wir am meisten brauchen und wirft’s uns geradezu ins Gesicht. Unkontrolliert und unvorhersehbar, bis man genug Kontrolle dazu gewonnen hat. Bis man’s gelernt hat. Oder sie einen tötet.
Habe fast vergessen wie es ist, wenn er vor einem steht. Nicht, weil ich ihm absolut verfallen wäre und keinen klaren Gedanken fassen könnte. Nein, weil es leichter ist, die Kleinigkeiten, die einen stören, auszublenden und die Erinnerungen positiver wirken zu lassen.
Sie nennt mich charmant. Ironie ist etwas womit ich Leben kann.
Ich darf nur keinen falschen Schritt machen. Darf meine Schritte nicht dem Schlagen meines Herzens anpassen, denn das ist ein Verräter.
Halt‘ ihre Hand fester; vielleicht mehr für mich selbst als für sie.
Mir ist Gefahr nicht fremd; nicht mehr. Nicht an diesem Ort, wo sie überall zu lauern scheint.
Das hier ist falsch. Daran ändern auch 53 Herzschläge nichts die vergangen sein mögen seit dem wir hier stehen.
Die Wahrheit ist. Und sie bleibt. Im Reiterquadranten gibt es keine dritten Chancen.
Ich fühl‘ mich leer und voll zugleich. Leer an Zielen, voll von Zweifeln. Leer an Hoffnung, voll von Resignation.
Es ist gut, dass es keine wichtigen Verluste gab. Was ist mit mir? Bin ich verloren?
Ich habe keine Wahl, weil sie für mich getroffen wurde. Und ich habe keine Antworten, weil meine Fragen sich an Wesen richten, die sie mir nicht geben werden.
Ein Valair wird nicht krank, die Krankheit wird eher — Valairt?
Aber wie fass ich’s in Worte? Zeitdruck lässt mich über die Sorgen, die Ängste springen.
Parkour.
Sheena und ich? Wir sind Granaten.
Jedes Gefühl von Vertrauen verliert sich in der Versteinerung dessen, was wir mal waren. Ist nicht mehr als bröckeliges Gestein übrig. Nur ein kleiner Schubs und jede gute Erinnerung zerspringt.
Mein Herz rauscht. Und mit ihm die Unfähigkeit auszusprechen, was ich in die Tiefe gezwungen habe. Weil’s so besser leichter ist.
Ich sollte nicht hier sein.
Ich muss hier sein.
Manchmal vergesse ich, dass ich noch hier bin. Manchmal vergesse ich, dass mich alle noch greifen können, nur meine Hand die immer ins Leere fasst.
Das ist vielleicht nicht gesundeste Art um eine enge Freundschaft zu pflegen, aber es ist die echteste Art, wie Menschen wie wir es können. Sein Holz ist aus meinem Baum, mein Holz kommt von seinem.
Was ich eigentlich sagen wollte: Mord in Calldyr Stadt. Wenn das nicht nach ‘nem neuen, dummen Buch klingt, das die ganzen hohlen Mäuse lesen können wenn sie sonst nix zu tun wissen.
Nach drücken kommt erdrücken, in der Angst fühlt sich beides für mich gleich an.
Als wär’ die Welt in Ordnung, wenn ich sie ein bisschen schneller drehen könnte.
Aber manchmal würde ich gern eine Schublade rausziehen und wissen, was für Gedanken drinstecken. In ihr. Besonders dann, wenn sie mich ansieht und ich sie dabei erwische.
Spür‘ den Stich, das Widerhallen des Schmerzes in den leeren Hallen und sag‘ doch nicht: jetzt sind wir nur noch drei, keine vier. Jetzt – bin ich ein Stückchen Lücke, neben dem riesigen Loch, welches sie gelassen hat.
Gut, dann ist das eine Sorge weniger.
Gut, damit ist und bleibt sie eine Sorge mehr
Einen Augenblick lang glaube ich Wolken schieben sich vor das Licht in ihren Augen. Einen Augenblick lang fällt sie aus der Rolle und ich – ich tu’s nicht.
Rin ist — Gott, Rin geht nicht aus meinem Kopf. Alles wär leichter, wenn er da kein Zuhause hätte.
Ich kann spüren, wie mein Herz für ihn bricht. Wie’s schwer wird, weil er diese Zweifel hat. Wie’s mich wütend macht, weil’s ungerecht ist. Wie’s sinkt, weil es etwas ist, von dem ich weiß, dass ich’s nicht reparieren kann. Streck‘ meine Hand nach seiner aus, verschränk‘ unsere Finger wieder miteinander, dann schüttle ich meinen Kopf.
Er ist — der ganze Sturm. Donner, Blitze, Windböen, die einen mitreißen. Sind seine Hände, die mich zu ihm ziehen. Mein Herz, das lauter poltert als faustdicke Hagelkörner auf Holzdächern.
Hitze kriecht in jeden meiner Winkel.
Aber’s ist nicht nur Hitze. Es ist auch Licht. Nicht gleißend hell, nicht wie in die Sonne gucken. Ist eher, als würd er mit ‘ner Laterne einen Spaziergang durch meinen Abgrund machen, mal hier hin leuchten, mal da hin leuchten und dabei all den dunklen Ecken ein bisschen Finsternis nehmen.
Sie ist der Ausbruch aus den Regeln, an die ich mich so starr halte.
Sie hat diese Wirkung auf mich und ich kann’s nicht beschreiben. Weil’s gleichzeitig der Blick die Klippen herunter ist, aber auch die Wärme des Kamins meines Zimmers zuhause.
Sie tippt mir gegen die Stirn, als würd‘ sie Morsezeichen an mein Inneres senden wollen.
Es wird dunkel, meine Schultern sind inzwischen komplett hart, spür die Verspannung aber kaum. Die innere Anspannung, die dafür nur allzu deutlich.
Mein Bild vom Norden ist gezeichnet von kalten Nächten, Bergen, Farben und Lichtern. Gezeichnet von ihm.
Vielleicht geht’s genau darum: ums Ablenken. Ums Weglaufen. Wir können’s nicht. Aber es bedeutet nicht, dass wir’s uns nicht vorstellen können.
Hätte nicht gedacht, dass in ihm eine einzige Faser Arroganz existiert. Hab mich geirrt.
Doch Drys war noch nie jemand gewesen, der in einem Garten oder auf einer Wiese mehr gesehen hatte als einen Ort zum Toben. [...] Es fühlte sich an wie ein ungefragter Instinkt eines Mannes, der seit Jahren Kindern beim Spielen zugesehen und auf sie aufgepasst hatte, während jene Kinder mögliche Gefahren nicht einzuschätzen wussten.
Die Vorstellung demnächst alle Flure dieses Stützpunktes mit dem Mann zu teilen, der mein Herz nicht nur gebrochen sondern Einzelteile davon weggeworfen hat, gibt mir unweigerlich das Gefühl, dass die Luft um mich herum dünner wird. „Fuck“
Ich brilliere in allem auch mit einem gebrochenen Herzen. 
Ich kann vielleicht nicht aus der Schwere heraus, weil sie in meinem Inneren hängt, aber ich kann für ein paar Momente in diesem Gespräch den Kopf in die Wolken halten, von denen wir vorhin noch gesprochen haben.
Die Gefühle in meiner Mitte wachsen und schrumpfen nicht mit der Menge an Menschen, die mich umgeben, sondern damit welche es sind.
Dann lacht er; er tut’s das erste Mal in meiner Anwesenheit. Und es vertreibt die Schwere in mir, obwohl ich weiß, dass sie ihn nicht verlassen wird.
Seine Haut ist warm unter meiner. Bin mir auf einmal sicher, dass ich bin, wo ich sein sollte.
Der Blick ist gespielt nachdenklich, aber so offensichtlich gespielt (ich übertreibe extra etwas), dass selbst mein Mister Stumpf aus dem Zentrum von Versteh-Nix-Stadt verstehen wird, dass ich grad nicht sehr ernst bin.
Es ist nicht so, dass ich ihr mit der Wahrheit nicht vertraue. Ich vertrau mir nur selbst nicht. Will die Kerbe in meinem Herzen nicht weiter vertiefen.
Sie lacht und auch wenn’s kurz und leise ist, tanzt das Geräusch über die dunklen Ecken meiner Seele und fragt, ob ein paar vertrieben werden wollen. Ich kann sie zum Lachen bringen.
Seine Schwere schwappt auf mein Herz.
Mir ist egal, neben welche Version ich mich gesetzt hätte. Schwer, leicht, nachdenklich, wütend, ängstlich, glücklich. Ich wünscht‘, er wäre es.
In seinem Gesicht klebt ein schiefes Grinsen, das sich warm anfühlt als würd’s versprechen, dass wir nie wieder frieren. In meinem Gesicht liegt 'ne Ruhe als müsste ich das erste Mal in über dreißig Jahren nicht kämpfen.
Was, wenn ich sie enttäusche? Was, wenn ich nicht bin, wen sie erwartet hat?
Ich bin’s ganz sicher nicht.
Mein Blick liegt bei unseren Händen, ich drück seine, ganz sacht, aber so dass er‘s merkt. Wie‘n einzelnen Herzschlag den ich zwischen seine Finger schicke.
Sie wollte eine Brücke bauen. Und wenn’s eines gibt, dem ich mir trotz allem sicher bin, dann, dass es nach all den Jahren keine Brücke zu ihr gibt, auf die ich nicht zumindest ein paar Schritte gehen würde.
Wir kennen uns. Aber wir kennen uns nicht so. Und in den letzten Tagen erkenn ich mich selbst kaum noch.
Er hatte mit seiner Funkstille Zweifel in den Garten ihrer Gedanken gesät und sie waren gewachsen.
Seine Augen lösten sich von ihren Zügen, wanderten stattdessen zu dem Licht um sie herum. Es flackerte nicht. Leuchtete beständig, kontrolliert, sicher. Beinahe trügerisch, dieses Gefühl.
Es war kein Geheimnis, welches sie vor sich selbst hütete, dass sie Stillen üblicherweise so gerne füllte, weil er viele hinterlassen hatte.
Sind Freunde gestorben? Gibt’s jemanden, den wir betrauern müssen? Den Teil von mir, der gestorben ist vielleicht?
Es ist wahr, wenn ich den Wald verlasse, aber die Wahrheit hat schon ihre Zähne in mein Herz gejagt und Blut gelassen.
Ich kenne die unterschiedlichsten Arten von Stille, aber wenige haben sich bisher so erdrückend angefühlt wie diese hier. Da ist der Tod – und das hier. Das Sterben eines Traums Ziels.
Du willst mich küssen? Danke, nein, hab keine Kapa für den Herzschmerz.
Ich weiß ziemlich viel über ihn, dafür dass wir noch nie miteinander gesprochen haben. Und für einen Augenblick glaub‘ ich, dass ich vielleicht deswegen hier bin. Um ihn daran zu erinnern, falls er’s selbst vergessen haben sollte.
Die Zukunft macht mir genau so viel Angst wie die Alpträume die kommen, wenn ich die Augen schließe.
Abgegeben bei diesen Leuten die meine Familie werden sollen meine Familie nie ersetzen können.
Ich bin einer von vielen, der Kämpfe führen wird, die viel zu groß für ihn sind. Und der Größte, ist der hier gerade: Ich gegen Mich. Ergebnis: Nur Verlierer.
Wär‘ ich ein anderer, wär ich vielleicht explodiert, aber ich implodiere nur. Schick‘ den Schmerz nach innen und innen und innen, bis er alle Lücken füllt, die meine Zweifel ihm gelassen haben.
Aber als ich losgegangen bin, hat die Sonne geschienen und ich bin der festen Überzeugung gewesen, es würde nur ein kurzer Spaziergang sein.
Meine Beine haben’s sich anders überlegt, als ich ihn an den Klippen habe sitzen sehen.
Er könnte kotzen. Sie hatten also alle wunderbar gute Laune. Mercy war ein richtiger Sonnenschein. Vidia hatte ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht (nicht) und ein Wunder brannten sie noch nicht alle.
Das Messer landet erneut irgendwo am Rand der Realität. Ich lache diesmal tatsächlich. „Heilige Scheiße.“ Ich starre auf das Holz. „Nicht schlecht. Nur noch ungefähr dreihundert Würfe bis zur Mitte.“
„Beeindruckend. Wirklich. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden gesehen, der gleichzeitig so viel trainiert und dabei so mittelmäßig bleibt.“
Fühl die Angst wie ein Loch im Bauch, die Leere, wie sie sich nach Draußen frisst.
Er, der mich küsst und
ich,
ich — der ihn
küsst.

Wir sind verloren.
(Das will ich).
Mein Herz setzt aus, stolpert, fängt an zu rasen als würde es von meiner Brust in seine springen wollen.
Atem, der seine Lippen streift. Irgendwas knistert. (Vielleicht die Zündschnur zu dem Fass voll Dynamit in meiner Brust.)
Sie tragen am schwersten. Und das ist genug. Es ist zu viel.
Irgendwas hinter meinen Rippen flattert.
Bei den Göttern, bitte, schubs mich einer vom Berg.
Ich wünschte, ich könnte es mit Malek selbst aufnehmen und ich denke auch dem Gott des Todes wäre es geraten, sich zu fürchten, denn ich bin sicher er hat's noch nie getan, sonst wäre er nicht mehr da. Der Feigling versteckt sich in den Zweifeln von Spiritualität.
Es ist ein Haus, aber noch lange kein Zuhause. Ich weiß nicht, ob es das jemals sein wird. Ich weiß nicht, ob ich dieses Gefühl noch fühlen kann, oder irgendeines. Mich umgeben die Wände leerer Räume.
Sein Blick rutscht von meinen Augen.
Runter zu meinen Lippen.

(Ich will dich nicht erstechen).
Das kommt leis, gedrückt, gepresst, rau, roh, gierig und wie ‘ne Drohung, wie ’ne Warnung (wie ein verdammtes Versprechen).
Aber er hat es nicht gesagt. Er hat es gezeigt. Und ich glaub, ich kann die Spuren seiner scheiß Fingerspitzen noch auf meinem Arm sehen. Weiß genau, wo er war, als hätt er sich unter die Haut gebrannt, geätzt.
Für meine Verhältnisse hab‘ ich lange überlegt, ob ich mich einmischen sollte. Ganze fünf Sekunden hab‘ ich durchgehalten, bevor ich mich auf der Bank zu ihnen geschoben habe.
Bin mir fast sicher, wenn man unbelehrbar in einem Wörterbuch nachschlagen würde, würde als Erklärung mein Name dort auftauchen. Und ich glaub‘ doch nicht, dass ich daran etwas ändern wollen würde.
Muss die Mühe des Schauspieles nicht eingehen, weil’s unter ihrem Blick sowieso in sich zusammenfällt.
Nirgends kann man besser untertauchen als inmitten von Menschen, unter hunderten Blicken und einer gut sitzenden Maske. Meine wackelt.
Steig mit einem Bein über der Bank auf der sie sitzt, setz mich rittlings daneben, ihr zugewandt, nah, weil's keinen was angeht, was wir reden, ja, aber auch weiß ich keine Berührungsängste hab und kein Personal Space braucht (sie wird’s schon sagen wenn sie welchen haben will).
Ich bin atemlos, weil mein Herz losrennt – und ich versuch‘ hinterherzukommen.
Heute Nacht bin ich vielleicht kein offenes Buch, aber ein paar lesbare Kapitel.
„Ist gar nicht so schlimm“, kommentiere ich den Geruch [ihren]. Sollte vielleicht eher sagen ich bin nicht so empfindlich, aber kommt doch irgendwie auf das gleiche raus? „Sind mal nachts mit einem toten Wal kollidiert, das war schlimm“ [...] aber was ich sagen wollte war ja im Grunde auch nur, sie riecht nicht wie ein toter Wal.
Kalt ist Kontrolle. Meine Züge hart. Meine Kiefer, die sich schwer aufeinander pressen. Ich kann Kontrolle(!). Bei ihr nicht.
«Ach» - JA MAN SIE HATTE SICH VERBRANNT - «ich bin hart im Nehmen», sie war tättowiert (ein einzelner Punkte, wollte er sehen?) Nein sie war gar nicht hart im Nehmen. «Das vergeht wieder»
Für mich ist sie der Sonnenaufgang, der alles in warmes Licht taucht und selbst die Lücken glitzern lässt. 
Kann Hochverrat und dabei sexy aussehen (aber das scheint uns Rebellenkindern ja irgendwie im Blut zu stecken, machste nichts).
Wenn er zwischen meinen Zeilen liest, so wie ich zwischen seine Rippen horche, dann schlägt sein Herz so laut wie meins.
Mein Kopf kribbelt so als würden hundert kleine Ameisen das Denken übernehmen, nur nicht grad erfolgreich.
Er kann seine Braue hochziehen und gucken wie er will, zur Antwort kriegt er nur ‘nen zuckenden Mundwinkel, funkelndes Blau und das schiefe Lächeln einer kleinen Bitch eines unschuldigen Engels.
Die Stille, die in mir aufzieht, ist keine Ruhe. Sie ist kein Frieden. Sie ist der Moment, bevor alles über uns zusammenbricht.
Mein Leben gehört unserem Land. Und mein Herz gehört doch ihr.
All meine Wege führen zurück zu ihr – ist eine simple Wahrheit, seitdem wir uns auch den Standort teilen. Ist meine einzige Wahrheit, als wir die Weiten der Provinzen schließlich gegen die Häuserdächer der Hauptstadt tauschen.
Ich habe mir eine stürmischere Nacht gewünscht. Eine Nacht, die mich von dem Sturm neben mir ablenkt, der dort hinter wachen Augen immer zu toben scheint. Und ich? Ich würde mich gerne von diesem Sturm mitreißen lassen.
Der Typ macht mir Kopfweh.
(Der Typ macht mir Herzschlag.)
In welche Richtung ich gehen möge. Schürze meine eigenen Lippen, als sich das schwarze Pech in mir zusammenzieht. Möchte sagen: In die, in die du gehst.
Sag's leis(er), sacht(er), sanft(er).
Schau ihn an als könnte ich dann verstehen, warum wir uns plötzlich so nah sind. Warum es sich anfühlt als würde er allein mit Blicken sieben Mauern abtragen, die alle vor mir stehen. Nur um dann mit der selben Energie Stein für Stein 'ne Brücke zwischen uns zu bauen.
Ich halt sein Handgelenk,
aber ich halt eigentlich viel mehr.

Hab für eins, zwei, drei, vier, fünf Sekunden das Gefühl, lass ich jetzt los, dann fällt er (komplett) auseinander, bricht in siebzig Teile von denen er sich sicher ist, niemand kommt und setzt sie je wieder zusammen.
Irgendwann und irgendwie hat er sich unter meine Haut geschoben, ist zwischen meine Knochen gewachsen, wie Efeu durch kaputte Mauern: leise, stetig, und plötzlich überall.
Es fühlt sich an als würde er sich kräftezehrend auf dem Bauch bis an den Riss heranpirschen. Die Finger kalkweiß vor Anstrengung um den Rand des Abgrunds geklammert. Wie er in die Dunkelheit hinter meinen Rippen blickt. Als hätte er keine Angst. Ich schon.
All meine Träume sind dunkel, wie das Loch hinter meinen Rippen, wo ich’s pfeifen hör’. Meinen Namen. Oder seinen. Ich bin mir nicht sicher.
Ich soll ihn nicht provozieren? Sagte er, in fact, und provozierte mich?!
„Ein Glück, dass keiner von uns 'ne dramatische Bitch ist.“
Er lacht. Es kribbelt unter meiner Haut.
Weil ich’s normalerweise nicht tue, weil ich nicht eine Münze in einen Brunnen werfe und mir wünsche, dass all meine Träume wahr werden, weil ich normalerweise nicht darüber nachdenke worauf ich hoffe.
Aber ich hab’s getan.
Und ich hab auf ihn gehofft.
Mein Herz schlägt so laut, dass ich glaube man müsste das Echo zwischen den Bergen wie Gewitter hören können. Es donnert, kracht. Warte nur auf die Blitze. Niemand hat mir gesagt, dass er Stürme hinter meinen Rippen heraufbeschwören kann.
Aber er kann.
Meine Wahrnehmung ist gut. Ich bin müde, nicht tot.
Schau ihn trotzdem an, obwohl das Grinsen genug Grund wäre es zu tun.
Nicht zu tun.
Es nicht zu tun, das meine ich.
Sein Grinsen ist Grund genug ihn anzusehen,
nicht anzusehen,
scheiß drauf.
Normalerweise wird in meiner «Gegenwart nicht viel gelacht, denn ich hasse Spaß.
Und lachen.
Und Kinder.
Und die Sonne.
Und das Leben.«
Bist du fertig?
«Und alles was schön ist.«

«Jetzt bin ich fertig.«


NormalerweisewirdinmeinerGegenwartnichtvielgelacht.
Alles tut weh.
Ein bisschen.
Alles ist — besser.
Ein bisschen.
And I don’t want to stab him. Yet.
Mein Herzschlag pumpt pures Gift durch meinen Körper, jeder vernünftige Gedanke wird wie in Säure zersetzt.

Ich hoffe er ist stolz auf sich.
„Zu früh gefreut.“

Weil ich offensichtlich nicht vom Drachen gefallen bin. «Du würdest eher ein Stück aus mir rausreißen als loslassen.« Nicht auszuschließen.
Ich bleib‘ vor ihr stehen. Nah. Nicht nah genug.
Truhentragebegleitung
Sie mochte es, alle um sich herum fertig zu machen und ihnen zu zeigen, wie es richtig gemacht wurde.
Mundwinkel, die wie Blitze nur anders herum nach oben schießen. ‹Metaphern lernen wir noch.›
Jeder Atemzug fühlt sich wie ‘ne Diskussion mit meinem Körper an.
Ich hab schon Glück.
Klar, bin ich weiterhin locker der Hübscheste von uns. Aber ich hab schon Glück mit diesen zwei Pappnasen, die genauso gut Kalenderfotos halbnackt mit irgendwelchen landwirtschaftlichen Geräten von sich verkaufen könnten, anstatt hier mit mir — weiß nicht, Hochverrat zu begehen oder sowas.
Aber sie wirkt nicht verletzt, sie wirkt auf seltsame Weise abwesend. Als läge ein Schatten in ihren grünen Augen, der beim nächsten Blinzeln verschwunden ist.
Es ist das fast, welches mein Herz noch ein bisschen tiefer sinken lässt. Fast. Aber nie mehr ganz.
Die Sonne ist an allen Orten gleich, aber die Sehnsucht ist an diesem Ort größer.
Man bildet sich automatisch ein Bild zu einer Person, sobald sich Geschichten um sie ranken. Und meines ist ein Flickenteppich aus Kontrasten gewesen. Schwarz und weiß. Matt und glänzend.
Ich hoff‘ sie gibt uns noch ein paar Momente. Ich hoff‘ sie löst sich, bevor ich merke, wie gern ich sie umarme.
Fühlt sich ein bisschen nach Heimat an, sie in meinen Armen zu halten, auch wenn’s lange her ist.
Wünsche – ich hab sie. Aber ich glaub‘ sie würden mir das Herz brechen. Denn wenn ich die Welt in Frieden sehen würde, wüsste ich nicht, ob ich den Krieg in unserer Realität ertragen könnte.
Sollte man ja … vielleicht nicht ganz so laut in die Welt posaunen. Das mit dem Desertieren. Nachdem eine ganze Reiterkompanie mysteriöser Weise verstorben ist an … Riesengreifen. Oder was da so für Gerüchte kursieren.
Der Ausdruck auf seinem Gesicht wird warm, sanft. Und während er redet, lass‘ ich mich kurz von dem Blau seiner Augen ablenken. Fast wie die Farbe des Meeres in Idalor.
Verrat an den Verrätern klang in ihren Gedanken bittersüß, es blieb nur die Frage an welchen.
Meine Lippen umspielt ein Lächeln, als ich vor ihn trete. Manchmal halt‘ ich’s noch immer für Einbildung. Halt‘ ihn für nicht real. Dann greif‘ ich nach seiner Hand. Spür‘ seine Wärme.
Es sollte sich nicht so leicht anfühlen, mit ihr zu reden. Zwischen ernsten Themen und Necken zu wechseln, als würden wir uns nicht erst seit einigen Minuten, sondern bereits seit Jahren kennen. Darüber mach‘ ich mir morgen Gedanken. Nicht jetzt.
Sie spricht von Gesichtern und mir fallen direkt ein bis drei, vier, fünf ein, die ich gerne auf die Zielscheiben malen würde.
Dabei bin ich wohl wirklich kein Schaf, bin höchstens scharf – da kann man ja durchaus mal durcheinander kommen.
Hab bei ihm gesessen und mir seine Vorwürfe angehört. Die Fragen. Die Ängste, die von seiner Hand in meine gesickert sind, ohne dass ich danach greifen musste.
Versuch mich dran zu erinnern wie leicht es vorhin war den Regen anzusehen und nicht ihn. Aber jetzt, jetzt fühlt’s sich an als hätte sein Bild sich so stark auf meine Netzhaut gebrannt, dass ich ihn auch zwischen den Tropfen ausmachen kann.
Weiß, sie wird immer mein Licht sein und dafür sorgen, dass ich schwarz nur auf meiner Haut trage, nicht in meiner Seele.
Sie hatte sich in ihrem ganzen Leben nie derart nach jemandem gesehnt und die Reste ihrer Sehnsucht wollten sie überwältigen, bis er sie in die Wärme seiner Arme zog.
Irgendwann wurden Erinnerungen schmaler, leiser, verloren den Wortlaut, die Stimmen, den Bass in einem Lied… Und diese Erinnerungen wurden langsam wie Staub aufgewirbelt, weil niemand über sie sprechen durfte.
Irgendwann wollte man nicht mehr die Töchter und Söhne, sondern die slutty daddys und sexy mommas.
Draussen geht die Welt im Regen unter, hier drinnen war sie schon längst begraben.
Es ist meine Entscheidung. Und ich entscheide mich für ihn. Entscheide mich immer und immer wieder für ihn.
Mein Leben ist eins von Privileg, aber es ist keines ohne Schatten. Und die meiste Zeit glaub‘ ich mich stark, nur in Bezug auf ihn ist mein Herz schwach.
Früher waren unsere Geheimnisse kleiner. Heute bestimmen sie meine ganze Welt. Komm mir nicht selten vor wie eine Festung, die immer höher wächst.
Dieses Gebäude läge sicherlich schon zumindest teilweise in Trümmern, würde ich das tun, was ich gut fände.
Er hält mich so fest wie einer, der am ersaufen ist, ‘ne Rettungsboje halten würde.
Wir sind schon lange an dem Punkt vorbei an dem sich irgendetwas noch durch tief ein- und ausatmen klären lassen würde. Weit, weit, weit dran vorbei. Mein Herzschlag pumpt pures Gift durch meinen Körper, jeder vernünftige Gedanke wird wie in Säure zersetzt.
Damit, dass er mir so nah und hier zu mir runter gekommen ist, gab’s ja gar keine Möglichkeit nicht zu sehen, was sich direkt vor meiner Nase in seinem Gesicht abgespielt hat.
Ein Feuerwerk der Fassungslosigkeit. Ne richtige Shitshow.
Ich finde, die Dinge die still im Inneren den größten Schaden anrichten, sind die schlimmsten.
Als hätten sie irgendwann und irgendwo ihre Leichtigkeit miteinander verloren.
Neve.
Neven.
Das N ist doch sowieso fast stumm. (Ist’s nicht, nicht mal ’n bisschen, aber ich bin schon immer Nytti Langstrumpf, ich mach mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt.)
Eigentlich wär jetzt der richtige Moment für die Standpauke, die ich schon unzählige Male (wenn auch nicht von ihm) gehört hab. Irgendwas Richtung: Nyte, das kannst du nicht machen (doch), Nyte, das ist nicht nett (na und), Nyte, das macht man einfach nicht (ich schon), Nyte, du reagierst ja völlig über (ich geb dir gleich mal über) und, oh, nicht zu vergessen: Nyte, du musst dich jetzt entschuldigen. Einen Scheiß muss ich, das sag ich dir. Einen Scheiß.
Ich bin Waldbrand mit einem Herz aus Stein, das bin ich immer gewesen. Das will ich auch weiter sein. Nur — naja.
Ich schätze, wir können glücklich darüber sein, welche Kindheit wir gehabt haben.
[...] Dass wir ein wahres Zuhause erlebt haben, bevor’s uns genommen worden ist.
Mein Leben ist eine Aneinanderreihung von es ist kompliziert.
Ich weiß nicht, was für ein Bild ich abgebe, als die Tür leise geöffnet wird. Abgesehen einiger Kerzen ist’s dunkel um mich herum, in mir.
Wenn ich’s ansehe, geht er vielleicht. Das wäre besser. Wär’s nicht, findet mein Herz.
Er ist so leise wie eine Ebbe, aber so bestimmt wie eine Flut.
«Man kann nicht immer glücklich sein» - vor allem nicht sie – obwohl die Welt strahlte, wenn sie es war. Und sie ging unter, wenn das Drama in ihrem Kopf in die Realität überging.
Sie neigte den Kopf nur ein kleines Stück, um seinen Atem auf ihrer Haut zu spüren, die Wärme seiner Worte, wie Südwind auf der Haut.
Ihre Brüder konnten wohl von Glück reden, dass sie nicht einfach einen gemalten Mittelfinger in der Post fanden.
Er hat also einen Fehler gemacht. „Okay“, gib mir mehr, erzähl es mir, trag es nicht allein.
Ich verkomme nicht zu einer Heulsuse, schon gar nicht wegen Christian fucking Trevalion.
All die Schritte, die wir seit unserer Basgiath Zeit gegangen sind, scheinen vergessen. Nur mein Herz, das vergisst nicht. Ich kann ihn in diesem Moment ungefähr noch zehn Mal weniger leiden. Aber lieben tue ich ihn auch.
Beendet. Sagt sie. Wahrscheinlich besser. Tut nicht weh. Tut's doch.
Wars heute morgen noch eisig, wie sie mich angesehen hat... jetzt ist es Feuer. Züngelnd, wütend und ich weiß, verbrennt wenn ich näher komme.
Vielleicht war sie jetzt mit dem Bäcker verlobt oder hatte beschlossen ohne ihn bleiben zu wollen.
Schubladen sind zu klein für Menschen – und folglich auch für Drachen.
Sie holten sich Menschen gewiss nicht um sie in Seide und Gold zu hüllen, um mit ihnen ein gemütliches Teekränzchen im Schatten ihrer geflügelten Monstrositäten abzuhalten.
Es war eine Frechheit, dieses Strahlen in Fer’s Gesicht, als er die Tür öffnete.
Wenn ich alles hier wüsste, was sie geheim halten, ich würds ihr verraten. Wenn ich ihr schon sonst nicht alles sagen kann und dieses Geheimnis brennt. Brennt sich immer tiefer ein, wird nicht erstickt davon, es nicht sagen zu können.
Die Angst hält Verlust nicht auf, sie macht ihn nur länger.
Hab gehört, dass er grummelt und schimpft und die Feier aus dem Feierabend nimmt, aber — leichter hätte ich ihn auch kaum finden können. Als hätte er mir kleine aufgebrachte Signale gesendet, die sich als Infanteristen tarnen.
Könnt fast glauben, dass wir Jugendliche sind, weil die simple Bewegung Schmetterlinge hinter meinen Rippenflügeln tanzen lässt.
Ich fühl mich nicht wieder sicher. Aber mit ihr bin ich sicherer.
Wir tanzen auf Porzellanschalen, die unter unseren Füßen brechen können
Ich reck’s Kinn. Lange Wimpern. Augenaufschlag exakt wie aus’m Märchenbuch. Bin Prinz oder Prinzessin, bin alles, was du willst.
Ich führ’ zwei halbstarke Reiter zusammen wie Cupido. Bin Noah, nur meine Arche ist 'ne stinkige Kneipe und meine zwei Esel sind — naja, diese zwei Esel.
Wäre sie mir mehr egal, wär mir auch der ganze Scheiß von Heute mehr egal. Ist sie aber nicht und darum, geht’s mir unter die Haut. Genau so leicht wie ihre Klinge. Genau so tief nein tiefer.
Ich habe ihm nichts mehr zu sagen. Ich habe zu viel zu sagen.
Es ist als würde mit seiner Präsenz mein Herzschlag wieder in den richtigen Takt geraten, aber nichts davon kann über die Narben hinwegtäuschen, die er gelassen hat.
Das Risiko erscheint mir nicht einmal hoch in Anbetracht dessen, wie unsere Leben inzwischen aussehen. Kämpfe, Drachen, Flugmanöver. Wenn ich das überlebe, würd‘ ich’s auch überleben, mir von ihr das Herz brechen zu lassen.
Zwischen uns ist so viel Ungewissheit, so viel Ungesagtes, dem wir aus dem Weg gehen. So viele Grenzen, denen ich langsam beim Zerfall zusehen kann.
Hinter meinen Rippenflügeln tobt ein Sturm aus Unsicherheiten, den ich nicht gänzlich mit meiner Entschlossenheit unter Kontrolle bringen kann. Ich stell‘ mich ins Sturmauge, solange ich’s kann.
Aber er hatte diese Geschichte zu oft erzählt. Er hatte zu oft gehofft und gebangt und geglaubt, um sich in Aussagen zu verstricken.
Womöglich war das ihre Form von Wahnsinn: ihr unerschütterlicher Glaube an ihn.
Nur ein klein bisschen Egoismus für ihr eigenes Herz.
Herausforderungen haben eine gewisse Anziehungskraft auf mich, sie treiben meinen Ehrgeiz. Bringen mich in regelmäßigen Abständen in Schwierigkeiten. Und tragen trotzdem selten ein Lächeln wie ihres.
Es tat ihm leid, dass er sie traurig machte und sie fragte sich, ob er ahnte, welche Tiefen ihre Traurigkeit nun kannte.
Liebe funktionierte auch auf Distanz, aber nicht auf zwei Seiten eines Abgrunds.
Die Wahrheit war so simpel und schwer zugleich. Simpel, weil sich die Risse in ihrem Inneren mit jedem Schlag, den ihr Herz tat und sie ihm gegenüberstand frisch anfühlten, schwer, weil sie es nicht waren.
Sonst finde ich dich und schieb’ dir jede einzelne Münze so tief in dein Arschloch, dass du einen ganzen Monat Kupfer scheißt, verstanden?
Eis drängte sich auch jetzt durch seine Gedanken, als wollte es jeglichen Ansatz von Mitgefühl vertreiben.
Jeder Grenzposten ist ein bisschen schlimm, aber hier gibt’s vergleichsweise viele Reiter und die wenigsten von ihnen haben dunkle Ränder unter ihren Augen, die bis unter die Achseln reichen.
“Wir sind so wenige. Und die so verdammt viele. Und in dieser scheiß Idiotie-Fabrik werden jeden Tag noch mehr kleine hirntote Schafe produziert. Wir kämpfen gegen Windmühlen!”
In diesem Augenblick würde ich ihm doch durchaus gerne eines mit meiner Mappe über die Rübe ziehen und ihm sagen, dass er bitte mit diesem unverschämt wissenden Grinsen aufhören solle.
Hochmut kommt vor dem Fall. Hochmut ist auch ein bisschen mein zweiter, dritter, sechster, achter Vorname und gefallen bin ich noch nie.
Er füllt seine Schublade ganz aus und doch quillt da auch ein bisschen Charakter über die Ränder.
Ich vermisse die Freiheit meinen Tag selbst gestalten zu können, anstatt mich in das enge Korsett eines Arbeitstags quetschen zu müssen.
Er wirkt wie jemand, dessen Ego schon reichlich groß ist. Und ich bin jemand, der männliche Egos gerne kleinhält.
Die Worte gleiten nicht leicht über meine Lippen, sie fallen ihr nicht entgegen, sondern ich zwing‘ sie hervor.
Vielleicht würd’s mich zur Besinnung bringen, wenn sie mir eine Ohrfeige verpassen würde. Vielleicht würde es geraderücken, was so unausweichlich aus dem Lot geraten ist, dass ich dieses Risiko überhaupt erst eingehe, statt mich selbst fernzuhalten.
Sie war für diesen Moment, alles was er je gesucht hatte und er fühlte sich gefunden in ihrer Umarmung. In der Kühle des Seewassers, die die eigene Hitze erträglich machte damit sie nicht beiden in diesen Emotionen verbrannten.
„Tulcha hat vorgeschlagen ihn fallen zu lassen. Ich bin geneigt ihren Vorschlag anzunehmen.“ Sprach er kühl aus, mit ein wenig mehr Ehrlichkeit, als es vielleicht gut war. „Wir hatten uns eben erst einmal dagegen entschieden, aber ich denke wir sind flexibel.“
„Vielleicht fließt Salzwasser durch mein Herz, aber es schlägt nur für dich“, ein Murmeln, beinahe so leise wie die Gischt am Bug der sich durch das Meer schob, es teilte, damit es hinter dem Schiff wieder zusammen fließen konnte. Das Meer konnte man nicht trennen. Er wünschte sich so sehr mit ihnen wäre es genau so.
Herz oder Gehirn? Leistung oder Chaos. Heute waren die Münzen nicht richtig gefallen – Herz und Chaos.
Ihr okay war wie seines – gelogen.
Ihre Liebe zu ihm waren warme Sommersonnenstrahlen und Sand unter ihren Füßen, auch an eben jenen Tagen, wenn der Winter langsam Einzug hielt und drohte sie vergessen zu lassen, dass es etwas anderes als grau gab.
Dass sie sich liebten, war ihre eine Wahrheit. Dass sie sich in zwei Wochen trennten, ihre andere.
„Okay“, echoete sie und spürte doch in den Rissen ihres Herzens, dass es das nicht war. Sie war nicht fähig sich vor den Emotionen in seinem Gesicht zu verschließen, selbst wenn sie es lieber getan hätte. Sie sah, dass sie ihm etwas aufzwang und er trotzdem ihrer Logik folgte.
Er schmeckte nach Freiheit und gleichzeitig nach Abschluss, als wäre er ihre Möglichkeit noch einmal das zu spüren, was sie manchmal vermisste.
wahrscheinlich wäre er von einem Drachen aufgrund seiner Furcht schneller gegrillt worden als ein frisches Stockbrot in den Flammen eines Lagerfeuers.
Er ist die Sonne und wenn die Sonne fällt, welche Arme können sie halten?! (Nur die, die nicht dabei verbrennen.)
Ich hab’ nie was anderes gewollt. Nicht, als noch alles normal war. Und auch nicht, als alles den scheiß Berg runtergegangen war. Mit Anlauf und Vollgas hat’s mir den Boden unter den Füßen weggerissen und trotzdem bin ich hier.
Ich hole Luft, als müsse ich meine Lungen dehnen. Als bräuchten die Worte mehr Platz im Raum.
Mag vielleicht wie ein Huhn auf der Stange rumhüpfen, aber immerhin kann ich noch hüpfen und hab nicht schon verloren.
Manchmal vergess‘ ich’s. Manchmal zieht’s mich geradewegs zu ihr, bevor ich‘s auf halben Weg bemerke: meinen Irrtum. Glaub‘ jedes Mal splittert etwas in meinem Herz, wenn ich mich umdrehe oder an ihr vorbeigehe, als hätte ich ein Ziel abgesehen von ihr.
Aber da lag mehr in der Kindergrimasse. Trotz. Kato schnaubte. Nicht weniger trotzig. Auch nicht unbedingt sonderlich erwachsener. Begegneten sich Kind und Mann also wenigstens auf der Ebene auf Augenhöhe.
Ich esse Kuchen, aber er schmeckt nach Asche und das liegt nicht an Wren, weil sie den besten Apfelkuchen macht, den man sich vorstellen kann. Das liegt daran, dass ich von seinen Blicken angezündet und ausgepustet werde und nach Feuer kommt Asche und auf verbranntem Land fällt atmen einfach schwer.
Frag mich, ob er Asche schmeckt, wenn ich ihn küss, von allen Mauern und aller Zurückhaltung, die er in mir niederbrennt.
ich bin ein ganzer himmel aus blauen farben, ein ganzes mosaik aus schrammen und jetzt stehe ich trotzdem hier und bin stark für (uns beide) nyarume.
Nun klebt an unser beider Hände Blut. An seinen, weil er es vergossen hat, an meinen, weil ich versucht habe, es zu halten.
Weil’s bei uns kein richtig gibt, sondern nur noch falsch, falsch, falsch, obwohl wir’s nicht sind.
Wie vergisst man das uns, von dem ich weiß, dass es nur noch ein er – ich ist?
Ich setz‘ mich nicht in Flammen, um ihn warm zu halten.
Manchmal vergess‘ ich selbst, dass ich nicht nur die Künstlerin bin, die ich in den Tiefen meines Herzens sein will. Manchmal vergess‘ ich die Kraft meiner Stürme, aber noch mehr, die Macht, die in dem liegt, was ich nach außen kehre: Ruhe.
Die Geldsorgen habe ich heute nicht mehr, dafür aber einen Haufen anderer. Und so viel Verlust erlebt, dass er fast mein ganzes Inneres leert.
Frauen, besonders welche wie Gin und ich, waren nicht einfach nur besser geeignet für – nahezu alles –, sondern beförderten auch stets das Beste aus denen, deren Gehirn stets nur dann arbeitete, wenn es weder Titten noch Arsch zu sehen gab.
Mein Zimmer kommt mir unweigerlich kleiner vor, weil meine Gefühle hier drinnen größer sind.
Lass‘ meinen Blick dennoch über ihr Gesicht wandern, als wäre es möglich, ihr einen ihrer Gedanken anzusehen.
Ich frag‘ extra nicht danach, ob ich charmant bin. Die Weise, wie sie ihre Worte gewählt hat, zeigt, dass sie das verneinen würde. Vermutlich greif‘ ich sogar damit nach einem Faden statt einem Seil, aber was soll’s. Notfalls lande ich eben im Wasser.
Vielleicht sprach er die Worte mehr zu sich selbst als zu ihr, aber es war die Wahrheit: gerade taumelte er nicht am Abgrund, sondern stand fest am Rand.
Sein Gesicht mochte noch so ansehnlich sein, er fand immer wieder einen Weg die Attraktivität mit seinem Charakter zu mindern.
Wäre es nicht Landesverrat, könnte sie diesem kleinen Schachzug der Rebellion sogar Respekt zollen.
Wenn Dämliches Grinsen eine Person wär, für eins, zwei, drei Sekunden wär das ich.
"Hab gehört, die Thalors haben magische Fähigkeiten,auch ganz ohne Drachen gebunden zu haben", wühlte er mal ganz tief in der Gerüchteküche. "Niemand weiß genau, welche" - klar. Und Kato runzelte erneut die Stirn und sah geradeaus während er überlegte. "Heißt, sie tragen deswegen oft Handschuhe aus dünnem Stoff - nicht solche,.." er hob die freie Hand, die noch immerin dem festen, robusten Lederhandschuh steckte. Robust und rau war das Material. Sollte ihn vor allerlei Dingen, Wind, Wetter, Kälte, aber auch scharfe Drachenschuppen schützen. Er hatte nicht vor, demnächst einen Finger an Raghs Schuppenpanster zu verlieren. Danke, nein. "Weil ihre Berührung magisch ist..." Genau. Deswegen trugen viele Adelige Handschuhe, wenn man sie sah.
Fühl‘ den Sturm in mir aufwallen, spür‘ wie meine Kontrolle sich mir entzieht. Die Freude meines Drachens darüber; er ist vieles, aber nicht vernünftig. Ein eigenes Lauffeuer, wenn man’s zulässt.
Sie hat ihre Wut, an der sie sich festhalten kann. Ich dagegen hab‘ nichts. Ich hab‘ nur das Wissen, dass ich’s nicht kann.
Nach den zwei Tagen kann ich jede anschwellende Emotion in meinem Inneren sezieren und auseinandernehmen, bis ich weiß, wie ich sie beschreiben kann.
Hochverrat ohne Erfolg ist wie Pudding kochen ohne Milch.
Keiner von diesen dreien da am Feuer macht den Eindruck als wär Intelligenz ein gern gesehener Gast in ihrer Runde.
Hab noch nie Steine gegessen, aber vermutlich würden sie mir so im Magen liegen, wie das Gefühl gerade
In den Echokammern meines Herzens spür‘ ich immer noch, dass es mal gebrochen war. Glaube an manchen Tagen, es schlägt von Grund auf eine Millisekunde neben dem richtigen Takt.
Malek atmet mir warm in den Nacken und ich würd’s gern abschütteln, aber ich kann’s nicht. Der Gott des Todes ist mir seit Jahren zu nah, dafür, dass ich mich für gottlos halte.
Ist kein Band unserer Drachen, das mir genau verrät, wo er sich befindet, das ist ein innerer Kompass, von dem ich leugnen würde, dass ich ihn überhaupt besitze — aber er’s da und die Nadel schlägt aus.
Das Schlimmste ist, dass das Leben weiter geht.
Das Beste ist, dass das Leben weiter geht.
Ist beides – ist.
Ich will (muss) wirklich wissen, wie es ihr geht, wie sie mit ihrem Drachen zurecht kommt (weil ich weiß, dass die ersten beiden Jahre nicht leicht sein müssen) und, am wichtigsten, jetzt wo ich hier bin: ob ich irgendjemanden umbringen muss. Casual Papa Dinge. Was soll ich sagen
Verdräng‘ so lange bis ich nicht mehr über den Problemberg hinwegsehen kann.
Heute bin ich vielleicht nicht die Stärke seiner Stürme, aber ich bin die meiner.
Ich weiß, ich könnt‘ an meinen Gefühlen immer noch ersticken, aber ich atme weiter.
Mit dem Tod meiner Eltern hat sich vielleicht keine Festung um mich erhoben, aber ich habe Labyrinthe in mein Inneres gebaut, Verstecke, unzählige falsche Böden, unter denen es Dinge gibt, die ich nicht teile.
Gibt genügend Tage, da würde ich gerne das gesamte College in Grund und Boden stampfen, um all die toxischen militärischen Erziehungsmaßnahmen zu beenden.
Das Lächeln auf ihren Lippen, welches von einer Person spricht, die Leichtigkeit sucht und Offenheit lebt. Und ich gegenüber, die Festung in Trümmern.
Und wenn er mich nun fragen würde, warum, könnt' ich ihm keine Antwort geben, denn da ist lediglich das Klopfen meines Herzens in einer Melodie, die so leise ist, dass vermutlich nicht mal er sie hören kann.
Warum hält er an etwas fest, was sich anfühlt, als würden wir in Aretias Ruinen stehen?
In den hinteren Ecken meines Bewusstseins kratzt die Erkenntnis, dass auch er anders geworden ist. Er trägt seine Haare heute kürzer. Vermutlich auch sein Herz dichter.
Damals war er so oft das einzig Gute an meinen Tagen – jetzt graben sich die Scherben unserer Distanz stumm in meinen aus dem Takt geratenen Herzschlag.
Ihr Spitzname gleitet mir so sanft von den Lippen, als wär er ein Geheimnis
Hab‘ einen Herzschlag und wenn er ein Gesicht hätte, wär’s ihres. Immer noch.
Er sah wie ihr Blick schwamm und wurde selbst von Reue überschwemmt.
Und wie ich mich getäuscht habe.
Die Erkenntnis sickert schwer wie Teer durch meinen Geist. Befällt mein Herz, verklebt die gebrochenen Stellen nur notdürftig.
ich beweg die Finger vorsichtig bis zu seinem Brustkorb. Vielleicht erzählt mir sein Herz was er nicht erzählen kann.
Sicherlich war das zu viel Idealismus. Sicherlich war sie damit zum scheitern verurteilt. Aber wenn die Welt im Krieg lag, dann wünschte sie sich diesen kleinen Frieden zwischen ihnen.
Meine Schultern senken sich herab, meine Lider schließen sich für eine Sekunde und meine Atmung wird ruhig; genauso als würde ich gegen reale Schmerzen ankämpfen, dabei ist’s nicht mehr als ein Phantom. Ein Nachhallen von hundert Erinnerungen und Hoffnungen, die nach und nach in Flammen stehen, zu Staub verfallen und eine Leere in mir zurücklassen.
Die Rolle des kleinen Bruders werde ich niemals ganz ablegen können. Sie verändert sich nur.
Bin nicht der Hellste – würde viele Leute vermutlich genau so unterschreiben – aber ich kann schnell schalten.
Mich zusammenreißen, dass hab ich hier gelernt. Besser als ich es vorher konnte. Mich zusammenhalten, das können nur die Menschen, die ich liebe, das könnt ich nie allein.
«Du bist laut. In deinem Kopf zu sitzen fühlt sich an wie von fünf Menschen auf fünf verschiedenen Sprachen gleichzeitig angeschrien zu werden, nichts ergibt Sinn und alles woran ich denken kann hat mit überbackenem Käse zu tun.« Willkommen in meinem Leben Schwester, lol.
Hab‘ meine Jacke übergezogen, da greift sie nach meiner Hand und verschränkt ihre Finger mit meinen; fühlt sich wie hundert kleiner Nadelstichen an, die sich durch mich hindurchziehen und wenn ich’s vorher schon nicht habe leugnen können, dann ist’s jetzt wie ein Leuchtfeuer in meinem Inneren: der Funke, bei dem ich vielleicht doch mehr als ein paar Tage brauchen werde, um ihn sie vergessen zu können.
Wir gehen diesen Weg, den so viele vor uns schon gegangen sind, auf jedem dieser abgetretenen Steine, dem Sand auf dem Platz und es ist, als wär ich schon nur deswegen weniger allein. Als könnt ich ihre Geister spüren, auch wenn ihre Seelen nun bei Malek ruhen.
Ich bin ein Kartenhaus, welches in sich zusammengefallen ist. Falte mich in meinen Einzelteilen in ihren Schoß und lieg‘ da. Hab‘ kein Ass mehr, dass ich aus dem Ärmel ziehen kann, aber sie ist mein Joker.
Das hier war kein Pflaster, was man von einer Wunde riss, es war ein Stich ins Herz, mit dem weitermachen musste.
Da ist Land – ich muss nur die letzten Meter schwimmen. Da ist Licht, ich muss mich nur an ihm festhalten.
Die Nacht ist sternenklar und über uns ein Meer aus funkelnden, kleinen Punkten — ist eigentlich verdammt schön und trotzdem, trotzdem bleibt mein Blick bei ihm.
Da sind Tränen in ihren Augen. Kann sie sehen.
Noch mehr unausgesprochenes in der Art, wie sie meine Hand hält.

Als würde ich ihr durch die Finger rutschen.
Das letzte Jahr über war ich mehr Echo als Mensch, mehr Schatten als wirklich. Aber jetzt, wo sie mich so fest hält, ist das Letzte was ich will durch ihre Finger zu rutschen. Will greifbar sein, echt, da.
Ich kenn‘ mittlerweile zu viele Soldatinnen und Soldaten, die ihr Herz tief vergraben in ihrer Brust tragen. Er indes scheint es ein bisschen näher an seiner Zunge zu wissen.
Ich meine, was ich gesagt habe. Dass sich jeder glücklich schätzen könnte, der sie an seiner Seite wusste. Ich auch. Müsste es – und tue es. Weil es ihr leicht fällt, in mir Töne anzuschlagen, die ich als für immer verstimmt betrachtet hatte. Weil es mir leicht fällt, ich zu sein, wenn ich bei ihr bin. Weil sie nicht mehr das kleine Mädchen und ich der zornige Trottel bin (bin nur noch der Trottel).
Andere dieses Land schlossen sich ein, um sich vor Monstern zu schützen, sie schloss das Monster in ihrem Inneren zurück.
würd‘ ich darüber nachdenken, würde sich der Nebel in meinen Gedanken lichten, der’s gerade trügerisch leicht zwischen uns macht.
Vielleicht war er der Regenschauer, der über sie hereinbrach, während der Sturm ihrer Gefühle um sie herumwirbelte.
Den Moment. [...] ich will ihn konservieren. In ein mentales Marmeladenglas stecken.
Es ist ein Sturm, den weder er noch ich kontrollieren können. Ein Sturm, der längst vergessenes von den aufgeräumten Regalen in meinem Inneren reißt und in die Mitte meiner Aufmerksamkeit zurückstapelt.
Wir sind eine Erinnerung, keine Gegenwart.
Wenn er vor mir steht, ist’s schwer ihn zu vergessen verdrängen. Wenn er vor mir steht, ist’s als könnte er immer noch all die leeren Stellen in meinem Herzen füllen.
Und vermutlich ist es unfair von mir, hier zu sein; unfair trotz dessen zu spüren, wie mein Herz in sich zusammensackt, weil’s beim Anklopfen drei Mal über sich selbst gestolpert ist.
Ruhe ist schlecht für mich. Ruhe bringt mich dazu, dumme, dumme Dinge zu tun. Beispielsweise mit der Hoffnung über den Flur zu schlendern, ihr zu begegnen.
Nichts ist uns geblieben, außer der Erinnerung im Herzen. Und ich würde jeder davon Raum geben. So laut, wie ich nur kann.
Hab keine Hummeln im Hintern, ich hab nur Stürme im Kopf.
Eifersucht, die sich wie 'ne Schlingpflanze um meinen Hals windet. Ich kann nicht gut atmen.
Caspar war Hilflos. Hoffnungslos. Haltlos. Glaubte beinahe sich im Gefühl der Verzweiflung aufzulösen, bis ihre Arme sich um seine Mitte schlangen und sie ihn fest hielt. Er hatte nicht gewusst, dass er die Umarmung brauchte – aber er wusste es jetzt.
Und das ist neu. Diese— Sorge darum, dass er gleich wieder Distanz aufbaut, diese Verzweiflung, die da in meinem Brustkorb hockt und sich an meinen schnellen Herzschlag klammert.
Ich bau mich auf; ich bau sie ab.
In einer anderen Welt hat Ikarus seine Flügel verloren, weil er zu nah an der Sonne war — in dieser Welt kriege ich Flügel, je länger ich ihr nahe bin.
War ganz gut so, dass man nicht in ständiger Angst lebte, im Friendly Fire aus Versehen seine Cousine in Brand zu stecken oder unter der Pranke des eigenen Drachen zu zermalmen.
Sorry, Bryce, ich liebe dich, wirklich, aber daran müssen wir arbeiten. Niemand nennt dich Hundi, auch wenn du die Golden Retriever Energy für dich gepachtet hast.
Wieso es sich manchmal anfühlt, als würde mein Schlüssel hinter seine Stirn noch perfekt in die Fassung passen, wir beide zwei Körper, aber eine Seele. Und manchmal — manchmal mehr als hätte er absichtlich die Schlösser getauscht, würde mich auf einen Sicherheitsabstand zurückdrängen, den ich nicht einordnen kann.
Und dann kommen die Worte, die — Antworten.
Erst langsam, dann mehr wie ein Sturzbach, Sintflut.
Die Tränen schwemmen die Wahrheit nach Oben, ich halt ihre Hand wie von selbst ein bisschen fester.
Wenn du die Wahl zwischen einer Waffe oder einem gefüllten Teller hast, wird der Hunger immer den Teller wählen.
Und ich will, dass aus dem zusammenhalten, irgendwann ein halten, irgendwann ein einfach sein wird.
Deswegen kommt er auch einen Schritt näher. Ich mach nicht den selben Schritt zurück. Ich bin Daevyan Rhydon, ich habe keine Angst vor Hasi.
Ich habe nie verstanden, warum alle nach kühlem Blau suchen, wenn’s warmes Braun gibt.
Einsatzbereit... es ging nicht ganz nur um ihr Bein. Einigermaßen Zurechnungsfähig wäre schon auch wünschenswert.
Glückwunsch Mercer, damit waren noch beide Hände dran.
Aber ich kann’s mir vorstellen. Die Lücken, die ein Verlust wie dieser reißt. „Und doch ist auch ein Stückchen von ihm wegen euch noch da.“ Ich habe irgendwo mal gelesen, dass Menschen so lange weiterleben, wie man sich an sie erinnert. Und gerade tun wir’s – uns an Stellan erinnern. Er lebt in ihnen weiter, auch wenn er ein Stück von ihnen mitgenommen hat. Vielleicht war’s der Tausch, der dafür notwendig ist.
Er ahnte, dass ihr vorheriger Lehrer Samthandschuhe benutzt hatte. Er besaß keine. Sie hatte wohl Glück, wenn sie ohne Gefrierbrand aus dieser Begegnung ging.
Weil meine Versuche, mir die Ruine unserer Träume zu erklären, immer dort enden, wo sie anfangen: bei mir selbst.
Für diesen Moment halt ich fest, was wir gewesen sind, bevor wir uns das letzte Mal gesehen haben. Für diesen Moment halte ich mich zusammen, um ihm Halt zu bieten, weil ich zu sehen glaube, dass er schwankt.
Ganz leise sagt etwas, dass ich's gar nicht erst anfangen sollte. Aber ich schreck doch nicht vor einer Herausforderung zurück. Nie.
In diesen Sekunden war sie ein Eintopf unterschiedlichster Emotionen
Ich könnt’s morgen bereuen. Ich werd’s morgen bereuen. Weil ich mit jedem Wort das Gefühl habe, sie besser kennenlernen zu wollen.
Früher einmal hätt‘ ich darauf vertraut, dass jemand in die Tiefen meiner Augen blickt und mich aus dem Sturm meiner Gedanken zieht. Früher war ich selten allein.
Dass Noeva ihn anstarrte, als warte sie, dass jemand Erklärungstafeln wie beim Stummtheater vorbei trug: Helia entging es.
Sie war die Sonne und er fühlte sich als sah er sie das erste Mal nach einem niemals enden wollenden Winter.
Bedauern überschwemmte sein Inneres wie die tosenden Wellen im Sturm sich die Küste nahmen und mit sich in die Tiefe zogen, was nicht fest verankert war. Sie war sein Anker.
Versuch nicht in meine Hände zu schreien, weil ich ein MENSCH bin, nicht dafür ausgelegt mit fucking Drachen zu rangeln. «Ja, ja, weiß ich doch. Innen Löwe, außen Pusteblumen.«
Ich stehe wie ein Stein direkt vor ihr, verschränk Arme vor der Brust und denk mir meinen Teil, ohne dabei meine Untertitel anzuschalten, damit sie auch ganz sicher nichts in meinem Gesicht lesen kann. So wie's ein guter Staffelführer halt macht.
Seine Phantasie hatte bekanntermaßen Grenzen, sein Glauben war nicht existent, aber das Vertrauen zu ihr testete den Begriff unendlich.
Ich brauch‘ die Stille und kann sie doch nicht immer ertragen. Ich stehe still und muss doch in Bewegung bleiben.
Keiner von ihnen, keiner von den anderen, irgendetwas dazwischen. Mein Leben ist eins der Zwischenräume.
Ich mein, okay. Eine Sache muss ich ihm lassen: das Ding ist wirklich süß. Aber es sieht auch ein bisschen so aus als hätt’s resigniert und aufgegeben und abgeschlossen, irgendwie ja alles drei, und als wär das hier der mit Abstand schlimmste Tag in seinem Leben — und das, obwohl’s in der Nähe von der Drachenbrutstätte lebt und ein Karnickel ist.
Ich war auch aufgeregt als Dia mich ausgesucht hat, die Situation muss in der Größenordnung in Hasis Leben das Selbe gewesen sein. Quasi Dreschen für Schlappohren und Hasis Hauptgewinn war ein größenwahnsinniger Lulatsch, der noch nie das Wort Grenze gehört hat.
Also ja, Hasi wollte gern entführt werden. Toxic bitch much, aber who am I to judge, ich lebe in meiner Romantasy, ich kann Hasi nicht verübeln, dass er’s auch wollte.
„Gibst du mir deine — dein Handgelenk?“

Hätte fast deine Hand gesagt, aber ich will nicht, dass er denkt, dass ich gekommen bin um Händchen haltend an der Reling zu stehen bis my heart will go on aus dem Nichts über’s Deck gespült wird.
Aber hier mit ihm zu sitzen und wenn mein Herz so tierisch donnert, dann fühlt’s sich so an als könnt ich plötzlich gar nichts mehr. Was ist reden. Was ist atmen. Was ist Nyte.
Ihr Verlust hat meiner Welt die Farben genommen und ich existiere in Grautönen.
Mustere sie beide. Unausgesprochene Worte in der Luft.
Mein, sein, ihr, unser aller kaputt, das in ihrer beiden Worte widerhallt.
Ich kenn siebenunddreißig Worte die’s Töten meinen und beschreiben, aber für das, was mein Name so aus seinem Mund mit meinem Herzschlag macht, dafür hab ich keins.
Dieses uns, dieses wir — das sind drei Buchstaben, drei Buchstaben sollten nicht so viel bedeuten (sie bedeuten alles).
Wenn ich in mich hinein lausche. Seine Worte und seine Wärme wie ein Echo in mir drin höre. Bin Muschel und mein Bruder das Meeresrauschen, das in mir nachklingt.
Ich bin meine Aufgabe – und ich bin in großen Teilen die Revolution. Myrrin, der Mensch befindet sich im Abstellraum meines eigenen Inneren.
Es war nicht laut zwischen ihnen, kein Streit, keine Worte, die wie Spitzen in sein Inneres gingen. Nur das lautlose Entgleiten.
Bin nur nicht ‘andere Menschen’, bin nicht lange Ärmel, bin schon gar nicht demütig, sondern ein Cocktail aus unterschiedlichen Emotionen – und nur eine davon ist gut.
Was sich verändert hat, bin ich. Was sich verändert hat, sind wir.
Stellans Name prangert an der leeren Stelle in meiner Brust, wo einst sein Lachen zu hören war.
«Ich werde wie ein Reh über den Viadukt trippeln», eine kleine Gazelle, leichtfüssig und grazil.
Die Erinnerungen an diesen Tag werden zu meinen Lieblingserinnerungen, noch während ich sie erlebe.
Wir, die zusammenhalten.
Wir, die zusammenstehen.
Wir, die aufeinander aufpassen.
Wir, die uns etwas bedeuten.
„Das Laufen“, das weglaufen, das hilft, manchmal klappt's sogar für einen Moment. Dann bin ich schneller als meine Sorgen und hab fünf Minuten Ruhe bis sie mich wieder einholen.
Vielleicht ein bisschen zu fest. Auf jeden Fall fester als ich es noch vor einem Jahr vermocht hätte. Damals. Als ich noch ich war.
Die Gärten sind schön. Doch die wahre Schönheit, die ich dort immer wieder zu finden hoffe, wurde nicht in ein Beet gepflanzt.
”Schreib dich nicht ab Nero. Lern Blumen kennen.”
„Als bräucht ich seine Erlaubnis.“ Als hätt ich sie jemals gebraucht.
Hätt‘ ich ein bisschen Selbsterhaltungstrieb wär’s nie so weit gekommen. Jetzt kommt’s mir vor als wär ich sehenden Auges in mein Verderben getanzt.
Sie wirkt genau wie die Art von Frau, die mich zu einer Handvoll idiotischer Ideen bringen könnte. Und ich würd‘s willentlich zulassen.
Sie ist hübsch, ich brauch‘ nichts leugnen, was so offensichtlich ist.
Manch einer mochte glauben, es brachte sie ins Schwanken. Aber das war nicht ihre Art. Sie hätte nicht gewusst, wie.
Sie war der wichtigste Mensch in seinem Leben und damit, die eine Entscheidung, die nicht in die Form passte, in die man ihn gegossen hatte. Sie war seine Entscheidung.
Manch einer mochte glauben Gewalt war keine Lösung, aber Kian gehörte nicht dazu. Mord wäre eine Lösung für dieses Problem.
Es ist kein Gefühl, in dem ich mich suhlen kann, sondern eines, von dem ich mich besudelt fühle.
Es ist der Gedanke an mein altes Leben, welcher mich von innen wärmt. Weite Hallen, in denen mir nur das Krönchen fehlte, um mich zur Prinzessin zu machen.
Sie liebte das, sie liebte ihn. Am Ende war die Welt so simpel wie die Liebeserklärung, die sie ihm stumm machte. Was brauchte es schon mehr als das? Gut, es brauchte auch Nahrung und Sauerstoff, weil man nicht tatsächlich von Luft und Liebe leben konnte, aber sie brauchte nicht viel mehr. Glitzer fehlt auf der Liste.
Das ist so verdammt lächerlich, auch wenn es kein bisschen lustig ist.
Niemals. Er hat niemals gesagt.
Und mein Lächeln ist da, auch wenn Gewicht aus den letzten Monaten dranhängt, geht nicht anders.
Hand in Hand, das fühlt sich gut und richtig an und meistens erdet mich das auch — erinnert mich daran, was für den Moment wirklich wichtig ist und dass es manchmal genau diese kurzen Momente sind, die zählen.
Mein Mundwinkel zuckt, sanftes, verliebtes Lächeln als Antwort auf sein Haifischgrinsen. Er lacht. Mein Lächeln wird noch breiter. Lehn ein bisschen in seine Richtung. Das Lachen, das lockt mich an, zu ihm.
Man sagt nicht umsonst wie vom Blitz getroffen. Frag mich, ob man die Zeichen unter meiner Haut sieht, dünne Linien, da wo mein Herz schneller schlägt, wenn ich sie sehe. Wie ein Muster im Baum, dunkle Stellen auf Stein, wo der Einschlag war. Ich kann’s zumindest immer fühlen.
Die Blitze, sie passen perfekt zu ihr, weil sie, wenn auch nur kurz, zu sehen für mich jeden dunklen Moment schlagartig aufhellt und weil unser Zusammentreffen zumindest mein Leben für immer verändert hat.
Im Grunde ahne ich, was passiert. Hör‘ ihren Geduldsfaden mit einem Ping zerspringen.
Als er mich das erste Mal richtig ansieht und sieht und sieht und sieht. Ich halte seinen Blick und frag mich, was er denkt, aber ich frag nicht ihn.
Ich bin nicht länger Porzellan, das zerbricht, ich bin kein Elfenbein, was einfach nur schön aussieht, ich bin der Stahl, der mich zusammenhält.
Sie hatten Zeit und die Tragik des Lebens war, dass man nie wusste wie viel, aber sie war sich der Tatsache umso bewusster geworden.
Der Traum blieb, obwohl er gegangen war. Einen kurzen Moment, in der Stille ihres Zimmers fragte sie sich, wie die Distanz von ein paar Metern sich so unüberwindbar anfühlen konnte.
Unser Gespräch geht mir durch den Kopf, noch einmal und noch einmal, zusammen mit den Dingen die ich ihr gerne noch gesagt an den Kopf geworfen in den Verstand geprügelt hätte.
Es scheint weniger von seinem immensen Ego durch. Ich bin geneigt ihn sympathisch zu finden.
Es ist immer noch kein Zuhause, aber mein Ort ist Asche und Ruinen, also habe ich meine Heimat zu Menschen gemacht.
Das machte es einfach, ihm auch bezüglich seiner Magie zu vertrauen. Sie würde da sein, wenn Raoul es brauchen sollte. Sie war genauso ein Sicherheitsnetz, wie Roan selbst eins war.
Klar. „Wo andere sich verausgaben, sprichst du von Aufwärmübung.“
Sie ist Demut und Freude, türkise Tinte statt blauer, ein Vers, den ich nicht greifen, nicht umschreiben kann; nie konnte, nie können werde.
Dass er nicht versucht wäre, sie genau so wieder an sich zu ziehen und irgendwas in sich zufrieden zu stellen, das innerhalb weniger Tage gelernt hatte, dass es nur noch einen richtigen, vollständigen Zustand gab: Jenen, in dem er Qhiona in den Armen hielt.
Es waren Tränen vor Rührung oder Glück, die Xidorn manchmal in ihr heraufbeschwor, wenn er ihr (versehentlich) so transparent machte, wie viel er geben würde für sie. Wie viel verändern, verleugnen, worauf verzichten.
Weil das schöner war, weil man noch ein wenig miteinander flüstern konnte. Weil Ios Angst vor der Dunkelheit dann nicht in ihr aufsteigen konnte. Sie wäre ja nicht allein darin.
Eins, zwei, drei – Herzschläge sind es, doch die gehen schnell. Schneller als üblich, schneller als ein Takt, der zu Tanz und Kultur einlud. Könnte nicht in seinem Tempo wippen, stehe nur vor ihrer Tür und warte. Und warte. Und glaube, es ist eine Ewigkeit, weil genau die zwischen uns liegt. Jahre und ein Dutzend an Kilometern. Erst nach Basgiath, dann an die Küste, aber nie nachhause. Nie wirklich. Immer nur auf Zeit, nur auf Abruf.
Der Quadrant fördert nicht nur das Schlechte aus ohnehin schlechten Menschen, sondern brachte auch das Beste aus den Guten hervor.
Vielleicht war es das Privileg, sich in dem eigenen Leben selten wirklich Sorgen um den Tod gemacht haben zu müssen, dass sie ihn auch jetzt nicht wirklich fürchtete.
Umso schöner sie vor mir zu sehen mit diesem Grinsen, das sagt, ihr geht’s zumindest mittelsolide und wir haben entgegen aller Erwartungen mal wieder überlebt und absolut rasiert.
Mein Mittelfinger juckt, weil die Menge an verschiedenen Uniformen meine Sicht verschleiert.
Natürlich könnte die Panik in den ein oder anderen Augen daran liegen, dass ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, arme kleine Infanteristinnen und Infanteristen mit Schatten zu piesacken, wenn sie mir nicht den Gang freimachen.
Und nun war sie 20, hatte sich bei der Präsentation den Fuß vertreten und immer noch den Geruch von verbranntem (Menschen)Fleisch in der Nase.
Es gibt keinen Papierflieger der groß genug ist, dass er meinen Bruder jemals erreichen könnte.
Wie soll ich denn auf ihn aufpassen? Wenn er hoch oben in den Lüften, über mir schwebt und egal wie weit ich die Arme auch ausstreckte, ich ihn niemals erreichen kann.
Sie ist das laut zu meinem leise.
Schmerz huscht über mein Gesicht, wie sich Bilder der jungen Frauen vor meinem geistigen Auge abzeichnen. Dunkle Haare, große Augen und so viel Liebe in meinem Herz. Heute ist es von Teer verklebt, der die Risse zusammenhält.
Denn es ist doch eher unwahrscheinlich, dass sich irgendjemand, getarnt als Kerzenständer oder Deckenverkleidung, hier versucht Informationen zu beschaffen.
An manchen Tagen bin ich nur, was ich verloren habe. An anderen, wie heute, bin ich ein bisschen mehr, aber noch immer nicht genug. Meine Präsenz streckt sich nicht mehr in die Breite um Lücken zu füllen, sondern lässt selbst so viele.
Er’s so — Fingerkuppen, die Kreise über seinen Brustkorb ziehen, bevor ich die Hand flach dahin drücke wo sein Herz liegt. Will’s nochmal spüren, hören, fühlen. Das Trommeln, was mir verrät was er versteckt.
Ich bin nicht das wilde Tier, das in der Falle steckt.
Ich bin die verdammte Falle.
Und er steckt in mir fest.
Er’s wie’n wildes Tier in der Falle. Nur dass es keine Falle gibt.
In seiner Nähe werden die leichtesten Gedanken plötzlich schwer, eins plus eins ist — (er muss aufhören mich so anzusehen)
— er muss
— ich muss
zwei, eins plus eins ist zw—yte— nyte —
zwei, verdammt.
Es ist — frustrierend. Der Versuch mit ihm Schritt zu halten und zu merken, dass er absichtlich das Tempo erhöht, oder langsamer wird, bloß damit ich ihn nie wirklich einhole.
Vielleicht waren sie mittlerweile beide schlecht. Schlecht füreinander. Aber wenn das so war, was gab es dann noch?
Sie hatten sich gefunden, um sich zu verlieren. Sie hielten aneinander fest, ohne Nähe zuzulassen.
Ihre Arme sind schmal und ihre Hände sind klein, aber sie sind die Wände und das Dach, das ich Zuhause nenn — das einzige, was ich noch hab.
War nie ein Mädchen für Mutproben, aber bei ihm würd‘ ich gern herausfinden, ob seine Haut unter meiner kribbelt, wie es sein Lachen tut.
Wir sind nicht laut, manchmal eher zu leise.
«Sie dürfen ruhig wissen, dass mein Mensch mehr ist als ein langer Hühnerschenkel.« Ein nützlicher, langer Hühnerschenkel. «Sowas in der Art, ja.« Ich bin sowas wie ihr Trophy-Wife. «Nein.« Aber sowas von.
"An deiner Stelle würde ich das Grinsen verkneifen, an guten Tagen redest du auch ohne Ende, das ist äußerst lästig!" mischte sich die betagte Drachendame in seine Gedanken ein und Kal seufzte innerlich. "Wir wissen doch beide, dass du mich wegen meiner Wortgewandtheit, meines Charmes und meines Esprits gebunden hast!"
Bei unserem ersten Treffen war’s sie, die mir Halt gegeben hat, also fühlt’s sich nur richtig an, dass ich mich jetzt revanchiere. Ich bin nicht der stabilste Mensch, aber gerade stehen meine Füße fest auf dem Boden.
Ein Schwarm aus Hummeln poltert warm und unbeholfen von innen gegen meine Rippen, aber ich lasse sie.
An mir hängt Gewicht und ich sinke und sinke.
Ich bin der Sohn meiner Eltern. Ich bin der, der ihrem Vorbild folgt. Ich bin auf dem Weg, um es noch besser zu versuchen.
Bin niemand, der gut mit Körperkontakt umgehen kann, aber sie hat Arme in die ich immer wieder flüchten will.
Weiß nur, dass dieser geplatzt ist, wie die Seifenblase, die er eigentlich ist. Ich fühl mich genauso instabil und gläsern.
„Euer Durchlaucht, du kannst mich mal“
Sie soll bleiben. Hier sein. Nicht aus Selbstverständlichkeit, aber ich kann’s nicht sagen. Kann nicht die Hände nach ihr strecken und meine Lügen in Küssen verstecken.
Sie ist mir völlig unbekannt und zeitgleich fühlt sich’s anders an. Ich darf dem Gefühl keine Bedeutung zukommen lassen. Weiß es besser als das; uns führt kein Schicksal zusammen. Und dass mein Herz ‘ne Sekunde stehenbleibt, ist sicherlich eine normale Reaktion.
Vielleicht ist er falsch. Vielleicht ich. Vielleicht einfach wir. Weil es wir nicht mehr gibt.
Ein gebrochenes Herz heilt langsam, weiß ich jetzt. Ich weiß nicht, ob die Abdrücke, die er auf meinem hinterlassen hat, je verschwinden werden.
Was soll schon passieren? Vieles, aber ich bin kein Schwarzmaler, ich trag’s nur.
Und was macht einen Samstag-Abend erst so richtig nett und interessant?! Genau: ein bisschen Hochverrat-to-go.
„Ich musste die Jahre seitdem er festgenommen wurde, immer in Tagen denken. Ich glaub ich fänd’s schöner einfach in Tagen zu leben.“
Bis ich nur noch die Hülle für Melodien war, die eine Geschichte erzählt haben, die ich nie selbst hätte in Worte oder Stücke fassen können.
Aufgewachsen in der Natur, bin ich ihr nie entwachsen. Erinnere mich mit ihr daran, warum diese Welt so schön ist.
Nur ein paar Linien hatten die Gestalt angedeutet, welche noch immer in seine Gedanken eingebrannt war, ein Bild so klar, dass er sie noch immer zu malen vermochte und glaubte, er könnte nie so viel von ihr vergessen dass es unmöglich würde, auch wenn hundert Jahre vergingen.
Dabei ist Sicherheit ein Luxus, den wir uns alle nicht leisten. Jeder Atemzug, den wir für die Revolution machen, ist ein Risiko.
Der Schmerz hängt in jedem einzelnen Stein, der uns umgibt. Wir sind’s, die unsere Jugend verderben oder nichts dagegen tun.
„Ganz davon abgesehen, dass jede Hand benötigt wird.“ Wir, die Schwarz tragen, gehören zu den Händen, die man nie mehr loslässt.
Ich laufe die Gänge meiner Erinnerung ab und weiß, dass ihre Worte stimmen.
Wenn’s stimmt, dass Heimat dort ist, wo das Herz ist, dann ist meins schon lange übers ganze Land verteilt. Ein Stückchen davon läuft gerade neben mir und lässt die grauen Wände, die uns umgeben etwas weniger farblos erscheinen.
Sie fühlte sich verraten. Ironischerweise nur nicht von dem Verräter, der neben ihr saß.
Ich halte sie fest und sie mich, geht ganz leicht, wenn’s beide machen.
Aber die Schuldgefühle fressen sich trotzdem durch mein Inneres, als wären sie Motten und ich bestünde aus Kaschmir.
Dabei bin ich’s schwarze Loch, nicht sein Opfer und doch irgendwie auch beides.
Ich kann’s Herz hinter Rippen brennen spüren, brechen und rebellieren hören (aber’s bricht nicht auseinander, es bricht grad neu zusammen).
Fakt war, er wollte definitiv von dieser Matte runter.
Heute. Drachenreiterinnen. «Noch würde ich euch keine Reiterinnen nennen, eher Flöhe, zu hartnäckig um runterzufallen.«
Ist nicht so, dass ich andere Menschen nicht mag (naja), oder ein Problem damit hätte besonders viele davon um mich zu haben (naja), aber ich bin’s nicht gewohnt.
Mein erster Impuls ist ein Daumen hoch, das ich gerade so verhindern kann.
Er küsst mich und ich fall (nein),
taumel’ (nein),
werf’ mich in den Kuss als würde es um mein überleben gehen.
Er ist so nah und mir ist so heiß, kann die Wärme unter meiner Haut in Wellen gegen alle Knochen schlagen spüren.
Er wollte sie nicht freigeben. Er spürte es so deutlich, dass er auch den Egoismus dahinter beinahe an den Ohren hervorziehen konnte.
Na, wenn seine Existenz schon etwas besser machte, musste er sich ja heute nicht mal wirklich anstrengen.
„Also eure Drachen,“ setze ich wieder an, den Kopf leicht schief gelegt, „sind die wirklich so mies gelaunt, wie man sich erzählt und wie sie vorhin wirkten?“ Dann wäre das nämlich irgendwie doch ein kleines Problem. Ja. Gaidh! „Deiner sah vorhin nämlich so aus, als wolle er mich fressen und ich glaube, ich schmecke absolut nicht gut.“ Zucke mit den Schultern, meine es ernst. Würde außerdem minimal gern am Leben bleiben. Aber ich glaube wenn mich ein Drache fressen sollte, ist ihm dieser Wunsch auch egal. „Und es wäre echt schade, wenn ich nicht mehr sehen könnte, wie ihr euch im Training anstellt!“
„Ach, du hast gedacht, ich erzähle dir jetzt was? Nein, ich dachte du erzählst mir von deinen tiefsten Ängsten und Träumen und wie dein Plüschtier aus der Kindheit hieß. [...]"
„Könnten Sie einen Tee aufkochen?“ Geht das mit Magie?
Ich würde vermuten, dass er besseres zu tun hat, aber ich zwinge meine Vorteile zurück. Schließlich hat er bisher kein einziges – ah doch, das zu seinem Ego – bestätigt.
Sonst hätte ich vermutlich über das Elend all dieser Patienten hinweggesehen und meine Fähigkeiten für die Menschen genutzt, die sich nicht freiwillig in einen Krieg begeben. Aber was ist schon wirklich freiwillig?
Ich gehe ihnen üblicherweise aus dem Weg. Nicht den Schwarzträgern, aber den Egos, deswegen kannte ich seinen Namen vielleicht auch nicht.
"Wärst du unwürdig, eine Reiterin zu sein hätte ich aus dir einen Backfisch gemacht, Küstenkind, und dich nicht gebunden."
Ist Last auf ihren Schultern, ist schwer, aber sie ist so warm, ihre Haut im Licht der Abendsonne, der Duft nach ihrer Seife, wenn ich die Nase in ihre Haare stecke, ihre langen Wimpern, als sie einen Moment die Augen schließt und ich es auch tu und vergesse, wo wir sind, wann wir sind, nur dass wir sind, zusammen in diesem Moment und dass es leicht ist, das bleibt.
Zwischen ihnen existierten so viele Gefühle, dass es schwer war, jede mögliche Kreuzung entlang ihres Weges abzugehen und herauszufinden, wo sie falsch abgebogen waren.
Ich schau nicht gerne dabei zu, wie meine Freunde dünner werden, wie’s Licht mehr durch sie durch scheint, als wären sie halb Mensch, halb Geist
Als wenn mein Traum nur schön sein kann, wenn Dae darin nackt ist, auch wenn beide Dinge oft häufig zusammen hängen.

Sehr oft.
Naja.
An manchen Tagen oder eher in manchen Nächten bin ich mehr wandelndes Klischee als die meisten ahnen. Immerhin sehe ich dabei gut aus, also gibt’s schlimmeres.
„Reiter sein heißt nicht nur Tod bringen.“ Er hatte das Gefühl, dass es wichtig war, ihn auch daran zu erinnern. Das der Weg nicht nur Dunkel war. Es gab nicht viel Licht, nicht umsonst trugen sie schwarz, aber trotzdem war da mehr.
Ist nicht wirklich viel Raum zwischen uns, aber jeder Zentimeter zwischen uns fühlt sich an, als würd's uns auseinander schieben.
Der andere hatte Aoife gestoßen und dabei selbst den Halt verloren. Lag nun weit unter ihren Füßen und hatte keine Möglichkeit mehr, die Entscheidungen seines Lebens zu überdenken.
Noch immer passierte es ihm, dass die Menschen vom Herzog von Tyrrendor sprachen und es einen viel zu langen Moment dauerte, bis ihm bewusst wurde: Das war ja er.
Ihre Logik sagte ihr, dass es nicht möglich war, einfach beizubehalten, was sie hatten. Ihr Herz wünschte sich leise es wäre anders.
Verlust webt sich in jeden Familienteppich, der sich ins Militär begibt.
Wut, die sich so viel leichter gegen mich selbst richten lässt, als nach außen. Wut, die eigentlich in seine Richtung deuten sollte und anstatt dessen in mein Herz sticht, als wäre sein Blick ein Dolch, den er geradewegs dorthin führt.
Wie klar die Welt oben war, wenn gleich unten so vieles durcheinander wirkte.
Die Runen sind so fein, so wenig sichtbar, dass es ein Mikroskop bräuchte. Und ich gehe nicht davon aus, dass viele davon hier in Basgiath abseits der Krankenstation existieren.
Trauer ist ein guter Motivator, wenn man weiß, wie man sie nutzt.
Mein Herz schlägt etwas schneller. Aufregung, Unsicherheit (die ich ihm gegenüber gar nicht empfinden will) und Freude mischen sich zu einem Cocktail, der so bunt und leuchtend ist wie alles Neue, was Calanthe uns probieren lässt — und das ist das Ding: man weiß vorher nie wie genau das schmeckt.
Das Kind in meinem Herzen lacht sich ins Fäustchen. Ich habe nie verstanden, warum Leute es Kindskopf und nicht Kindsherz nennen. Geht doch schließlich eher ums Gefühl.
Äußerlich bin ich wer ich war, aber innerlich bin ich eine Ruine. Zerfallen in so viele Einzelteile, dass ich mich frage, welches ich heute erwische.
Äußerlich bin ich wer ich war, aber innerlich bin ich eine Ruine.
Typisch Mann, machen einen auf dicke Hose aber ein Kätzchen bricht den Stolz.
Ich bin nicht wie sie. Ich bin nicht der Hass, der mir gerade unaufhaltsam entgegenrennt. Ich bin die Standhaftigkeit und der Kampfgeist, der sich umdreht und ihm entgegenblickt.
Das leichte Schütteln des Kopfes fiel knapp aus, einem Beobachter vielleicht kaum erkennbar, aber die Welt um sie herum hatte sowieso aufgehört zu existieren, war zur farbloser Bedeutungslosigkeit verblasst und seine eigenes Leben folgte diesem Weg.
Die Menschen die er aus seinen Augenwinkeln sah, blieben stehen, aber vielleicht war auch die Zeit stehen geblieben, vielleicht spürte er ihre Blicke auf sich, oder nur die Last des Wissens um die Zukunft, an welche er glaubte sich längst gewöhnt zu haben, die seinen Blick immer gegen Boden drückte um wenigstens manchem Tod auszuweichen und die sich doch heute schwerer unerträglich anfühlte.
Mein Herz ist schwer vom Kummer, stanzt traurige Muster hinter meine Rippen.
Braucht nicht mehr als diesen einen Anblick und in mir und an mir und unter mir und über mir fängt alles an zu strahlen, Herz galoppiert wie eine ganze Pferdeherde — hab den Mund auf, will schon was sagen als sie einfach gegen mich rennt.
Vorfreude sickert mir wie warmes Gold aus jeder Pore.
Mach einen Schritt zurück nur um ihn gleich wieder nach vorne zu machen. Werf’ die Arme um seinen Hals und mich gegen ihn.
Ich rutsche auf der Tagesdecke hin und her, als wär’ ich die verdammte Prinzessin auf der Erbse, dabei sind Hemmungen und Scham die einzigen mentalen Hülsenfrüchte, die mich pieksen.
Ich bin hier, nicht dort, nicht drüben, ich riskier's nicht. 
Ich suche an den meisten Tagen noch nach meinem Selbstbewusstsein, wurde es doch in Bezug auf andere Menschen schon so oft verspielt. Vielleicht liegt’s daran, dass ich früher lieber mit offenen Karten gespielt habe, dass man mir jeden Trumpf aus der Hand gezogen hat.
Ist nicht so, dass ich ihr dafür jetzt ein Blümchen hinters Ohr stecken und ihre Schulter tätscheln würde (würde ich schon, sie hat nämlich, so weit ich das beurteilen kann, Blumen-geeignete Ohren und die Schultern sind auch nicht von schlechten Eltern, sofern man das natürlich unter diesen benannt blauen Säcken abmessen konnte – …), also tut’s auch ein Nicken und ein fortwährendes Grinsen, das sich von einem Mundwinkel auf den anderen zieht, bis der Ernst der Situation eintritt.
Kann’s beinahe spüren; das Meer. Es ruft nicht nach mir, aber die Luft, die von ihm aus über das Land weht, umgibt mich auf meinem Weg. Heißt mich Willkommen.
Etwas, das es nicht gibt, kann auch nicht zerbrechen.
Ich kenne die Egos, die mit attraktiven Gesichtern kommen und glaube seins nicht nur in seinen Schultern, sondern auch hinter ihm stehen zu sehen.
Emmy Emrin ist wie ein schwarzer Fleck auf meiner inneren Landkarte.
Hab nicht — ich wusste nicht — ich hab nicht gewusst — wenn ich nicht ein paar Tage weggewesen wäre, dann hätt ich’s vielleicht vorher mitbekommen, mich drauf einstellen können, mich fragen wie ich’s finde und versuchen in mich reinzuhorchen, ob da wirklich (noch) Sehnsucht in mir steckt oder ob die jetzt nur an die Innenseite meiner Rippen schwappt weil ich so überfordert damit bin.
Gibt so viele kleine Gewichte und Gründe, die mich am Boden halten, dass meine Gedanken nicht im Wind zerstreut werden können.
Inzwischen ist es ruhiger.
Auf dem Schiff.
Nicht in mir drin.
Lass mich in die Umarmung ziehen, halt sie fest, lange, länger. Bin nicht der, der zuerst loslässt. Ein bisschen so als würde ich sie geradezu mit Liebe überschütten, bevor ich einen Schritt zurück mache.
Sterben stand für heute jedenfalls nicht auf dem Plan. Hatte es gestern schon nicht. Vorgestern auch nicht.
Klar, eine Dame ließ man nicht warten, aber... sie war die mit den Flügeln und auch wenn sie recht klein war, konnte es nicht so aufwändig für sie sein über dieses Tal zu fliegen und ihn zu finden, wenn sie nicht warten wollte...
Wimpern klimpern. Die schönste Dekoration der Welt. Fehlen nur noch kleine Funken und Sterne, die um meinen Kopf rum tänzeln damit’s Bild perfekt wird.
Musste der Drache aber jetzt durch. Selbst Schuld.
Ich sauge tagtäglich Worte von Seiten in mein Inneres und behalt sie doch lieber für mich.
Manchmal würde sie gerne ein Tag ein Mann sein, um zu spüren wie es war ein absoluter Volldepp zu sein, aber dennoch noch vollkommen überzeugt von sich zu bleiben.
Kein Märchen, kein Happy End. Kann kein Happy End geben, wenn es kein Ende gibt. Und wenn es in diesem Szenario ein Ende gibt, dann ist es sicher nicht happy. Wir sind gefickt. Im nicht so erfreulichen Sinne.
Die, die ich war, die sitzt unter meiner Brust und lässt die Wellen stärker werden.
Ich habe Draithus verlassen und es hängt mir doch in den Kerben meines Herzens wie alles Gute und Schlechte, was mir hier je passiert ist.
Ich hab Meerweh. Land ist mir zu still, brauch’ Wasser unter den Füßen. Leg’ den Kopf in den Nacken, starr’ in den Himmel. Blau.
Mittelfuß und abrollen. Mir ist nach Mittelfinger und hochhalten.
Sie ist die Ruhe zu meiner Angst, selbst jetzt, als sie versucht mich abzulenken.
Wir haben zehn Jahre auf diesen Moment gewartet, also kann’s heute nicht zu Ende sein.
Bin ich nur halb-arschig, bin ich auch halb-nett, aber wer würde das schon so sagen?
Sie ist mein Kompass. Die Person, nach der ich mich richte, wenn ich mich entscheiden muss und selbst unsicher bin.
Vermissen war das wilde Treiben des Meeres. Nie still, aber auch nicht immer so turbulent, wie an diesem Tag.
Ein solides Dutzend individueller Flüche bricht sich in meinen Gedanken bahn und nur einmal in der gesamten letzten Zeit bin ich dankbar für das Chaos, das hinter meinen Augen herrscht und mir erlaubt, Emotionen Raum zu geben, die sonst erstickt werden unter einem Drang von Ordnung und Struktur.
Also lege ich den Kopf in den Nacken, starre die Decke an, als würden da Antworten wachsen, wie Früchte an Bäumen. Nichts da, nur Ornamente und Verzierungen.
Fragen, viele Fragen, von denen ich keine stelle, nur weiter den Kopf ausrichte, um seinen Blick aufzufangen, den ich nicht irgendwo über mir suchen muss, sondern finde, nur, wenn ich mich in seine Richtung neige.
Da ist er, da bin ich und der Abstand, den ich zwischen uns lasse. Ich brauch ihn ein paar Minuten länger, um meine porösen Mauern wieder in ihre richtige Position zu spachteln.
Ist so verdrängt, wie ich’s mit den Gefühlen versuche, deren hoffnungsvolle Wurzeln Unkraut in mein Herz geschlagen haben. Ich lass es nicht wachsen, aber konnte es auch noch nicht vollends jäten.
Mag dieses Wir, was wir uns manchmal schaffen. Wir reden nicht drüber, was es ist. Will dem keine Gestalt geben. Es hat keine. Aber in den Augenblicken ist es gut.
Punkt für ihn. Punkt für den Optimismus.
Jaja, würden sie alle schaffen. Händchenhaltend, in den Sonnenuntergang fliegend, um ein langes, glückliches und vor allem friedliches Leben zu leben.
Versuch mir vorzustellen wie’s wäre, wenn das Leben ein anderes wäre, aber kann’s nicht. Seh’ immer nur sein Grinsen wie’n einziger Stern am dunklen Nachthimmel.
Er klopft mir auf die Schulter und ich lach leise, über Huckepack nehmen und die Erinnerung wie er's gemacht hat und die ganze Straße runter gerannt ist und dass Vertrauen, dass er mich nicht fallen lässt, fühlt sich noch immer so gut an in meiner Brust.
Wenn sie etwas weniger über Zeit reden würde, hätte sie vielleicht mehr davon.
Aber es spielt keine Rolle. Nicht für sie, für die ich nur der war, dem man nicht vertrauen kann. Nicht für mich, der sich keine Zeit genommen hat, ihr zu zeigen, wer ich bin.
Vielleicht hat’s diese dritte Umarmung gebraucht, den kleinen Kuss, die liebevolle Geste um mich selbst daran zu erinnern, dass ich mehr als das Biest mit langen, scharfen Zähnen bin, das Kehlen reißen kann; nicht nur der Dae, der ich eben da draußen war.
Meine Familie war schon immer groß in Umarmungen, aber keine war je so gut wie die hier. Sind wieder vereint, er und ich. Und das ist ein er und ich, an dem ich für immer festhalten werde.
Ist es peinlich im Reiterquadranten zu heulen? Mir ist's egal, weil mir Erleichterung Tränen in die Augen treibt und das Glück und das Gefühl von Familie, das Stückchen was immer gefehlt hat und jetzt an seinen Platz rutsch, jetzt, wo ich meinen Bruder wieder habe.
Irgendwo auf dem Weg hatten sie vielleicht nicht verloren, es zu erkennen, aber es zu verhindern. Fanden den Punkt zu spät, um über Dinge zu reden. Machten zu viel mit sich selbst aus, bevor sie einander fanden.
Er war schon immer ihr Lieblingsbuch gewesen. Jede seiner Gesichtsregungen ein Satz, welchen sie mit ihren Fingern abfahren wollte.
Von Fin zu fordern, er sollte nett sein, war wie eine Katze baden. Funktionierte nicht sehr gut und man bekam vermutlich Kratzer.
Ihre Distanz hatte keinen Ort, nur die Breite eines Ozeans, an dessen unterschiedlichen Ufern sie sich gegenüberstanden.
Liebe hatte ihre Beziehung nicht gerettet, aber Liebe war vielleicht der Grund, warum sie sich trotzdem noch gegenübersaßen.
Bin ja bescheiden. Meistens. Manchmal. Na ja ab und zu.
Meine Gefühle und ich haben sonst eher ein Verhältnis, bei dem ich sie in einen Sack stopfe und irgendwo vergrabe.
Jetzt bin ich Fels in der Brandung, Ruhe nach und vor und im Sturm. Für ihn.
Zerrissen in einer Welt, in der wir hätten nur junge Frauen sein können und zu Soldatinnen geworden sind.
Ich schieb’s auf die Anspannung und nehme mir vor heute Abend mit Lavendel mein Zimmer auszuräuchern. Das hilft auch gegen schlechte Gedanken.
Schmerz lässt einen in sich selbst zurückfallen. Ich hab’s oft gesehen. Wie die Seele ins Innerste verschwindet und ich mich frage, wo die Gedanken hingehen. Wie kein Stück Charakter mehr durchscheint, wenn Menschen schreien.
Würde der Rest gerade nicht so weh tun (vor allem die scheiß Nase), dann würde er jetzt wohl sein angeknackstes Ego pflegen müssen.
Ist kein Spaziergang mehr. Ist immer noch das was ich erwartet hab. Der Vorhof zur Hölle. Nur dass ich noch lebe.
Er mochte den Sturm mit sich bringen, aber sie war das Sonnenlicht, welches darauf folgte.
Bin unbeweglich wie über Jahre gehärtetes Eis. Spür die Kälte in jeder Pore meines Wesens.
Also: Bühne frei, euer Gott Lebensmittelpunkt ist zurück.
Frage mich, wie schnell es geht. Wie schnell es Menschen verschleißt, wenn die ohnehin omnipräsente Sorge ums eigene Leben plötzlich wirklich greifbar wird. Wenn der Tod nicht mehr nur vor der Haustür steht, sich die Füße abputzt, sondern seine nackten Finger in dein Bett und um deine Kehle legt.
“Weil ich stets genau weiß, wovon ich spreche.” greife ich den Humor auf, der sich zwischen uns gebildet hat, nicht greifbar ist, nicht physisch, sich aber angenehm warm um meine Schultern legt
Heute haben wir keine Zeit für Angst.
Erst klären wir das, was uns töten kann und anschließend das, was uns nur das Herz zerbricht.
Mein Blick rutscht die Etage tiefer, automatisch. Als wären meine Augen Kompassnadel und seine Lippen wären Norden.
Er hingegen, er fühlt sich an wie eine Fessel, die an ihren Füßen hängt. Wie ein Anker, der sie runterzieht.
Sie bewegte sich, beinahe als würde sie tanzen, schweben, ihre Blicke trafen sich, als zögen sie sich an wie zwei Magneten, oder wie eine Motte das Licht, dann war er die Motte, sie sein Licht.
Fühlt sich an, als würd ich die Berührung seiner Finger bis in die Knochen spüren, als würde die Wärme auf der Handinnenfläche nachhallen. Dabei ist’s nichts.
Wurde Drachen diese klugscheißerische Arroganz mit ins Ei gelegt oder eignete man sich das mit der Zeit an?
Es durfte nicht vergebens sein, nicht all der Schmerz umsonst, ihrer... und seiner, der ihn beinahe zerriss, wenn die Liebe in die eine Richtung zog und die Angst in die andere.
Die Angst blinzelt müde und ich lass sie schlafen.
Die Angst ist mit mir übers Viadukt gekommen, aber gerade so unfassbar leise, dass ich sie fast vergessen kann. Wir verlieren uns nicht. Wir finden uns nur neu.
Wie war das, wer nicht kämpft hat schon verloren?
Spür wie mein Herz sinkt und halt es mit beiden Händen davon ab, mich noch weiter runterzuziehen.
Will alles konservieren, alles erhalten. Als Erinnerung. Brauch ich noch was? Alles. Dich, will ich sagen, aber ich schweige nur. Wieder.
Weiß, wenn ich lang genug hinsehe (vielleicht gar nicht mal so lang), dann entdecke ich die selbe Müdigkeit in ihren Gesichtern wie in meinen. Die selbe Anspannung in ihren Knochen, ein Echo von meinen Gefühlen, das dort widerhallt und — anders rum.
Bin zwei Meter groß und zwei Meter Scherbenhaufen. Zwei Meter Trauer und zwei Meter randvoll von Tränen, die ich nicht weinen kann, nicht jetzt.
Sie zwang sich ihn anzusehen und mit ihm ein weiteres Mal jeden einzelnen Traum zerbrechen zu sehen, den sie gehabt hatten.
Wir können das ganz gut. Füreinander laut oder still sein.
Das ist ein Angebot. Ein großer Schritt auf sie zu.
Hab meine Entscheidung getroffen, ich nehm den kleinen Schnitt im Herzen, aber hab Nadel und Faden bereit um’s wieder gut zu machen.
Der Plan? 1. Drache, 2. fliegen, 3. Zukunft.
Du könntest ihn trainieren. — Ich könnte mir auch ‘nen Kochtopf auf den Kopf setzen und so lange drauf schlagen, bis ich Malek singen hör.
Ich könnte es Saru sagen ~ ich könnte dich auf Diät setzen ~ ich könnte einfach die Leute hier fressen, oder die Pferde... ~ ich könnte... bitte lass es einfach ~ ich hasse es, wenn du bitte sagst, Ruhe.
Ein bisschen Zeit, um mich daran zu erinnern, wer ich bin. Nicht nur, wer ich sein muss. Nicht nur, wer ich sein will.
Waren so viele Emotionen, dass ich nicht weiß, ob’s überhaupt irgendeine gibt, die ich nicht gespürt hab. Mein Koffer ist voll, mein Fass bereits am Überlaufen.
Ich spür die Hand an meiner Seite.
Aber ich spür auch das Loch unter den Rippen.
„Ich würde sagen ein paar Blumen würden es auflockern, aber ich hörte das passt so schlecht zur militärischen Nüchternheit.“
Ich bin auch heute nicht laut, aber ich steh fest auf meinen Füßen. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, wer ich bin. Odette.
Ist sein kleiner Bruder, der gestorben ist, sein Verlust und tut mir trotzdem auch weh. Zwei mal. Für den Freund der mir fehlt und für den anderen Freund, der vor mir steht, aber der mir auch fehlt.
Die Kleine hatte Nerven. Er auch. Und sie ging ihm gehörig auf seine.
Aber ihre Geschichte war anders geschrieben worden, aneinander vorbei.
Wenn’s um die ganzen Spaß-Sachen geht, ist sie immer sein Kind.
Aber wenn plötzlich Erpressung auf dem (Erziehungs-)Plan steht, dann ist sie natürlich meins.
Hochverrat? LEICHT. Pers nicht erzählen was Cascar ihm zum Geburtstag schenkt? UNMÖGLICH.
Es ist schön zu glauben, dass er keine Schmerzen mehr hat, weil er nicht mehr ist. Aber’s schwer mit dem Schmerz zu leben, weil er nicht mehr ist.
Und ich hab’s nicht begriffen, damals. Der Schmerz ist jetzt vorbei. Aber ich versteh’s jetzt. Für ihn, für ihn gibt es da keinen Schmerz mehr.
Er war kein Held. Er war einfach nur in zu große Fußstapfen getreten, die es zu füllen galt.
„Wir können nicht hierbleiben.“ Er spürte Bjargs Unruhe. Auch nicht hilfreich. Bist doch sonst so klug. Was sollen wir tun? Erst schweigen. Du bist ihr Anführer. Jetzt schnaubte er fast. Arschloch.
Fünftes Rad am Wagen? HI, IT’S ME. Fünftes Rädchen it’s me.
Hab mir jede Nacht die Augen aus geheult und meine Augen jucken als wär es Frühling und ich allergisch auf das Gras, aber der Herbst ist nur grauer geworden und das Sterben hat nicht aufgehört.
In jedem Moment in dem ich ihn sehe aber mich nicht traue ihn in die Arme zu nehmen, höre ich ihn stumm schreien. Würd mir gern die Ohren zuhalten, wenn es irgendwie helfen würde, aber ich spür's im Herzen und da kommen meine Hände nicht ran.
Wir sind zwei Bilder auf ‘ner Münze, aber immer die selbe Seite.
...denn ehrlich, so viele Dinge, die einem hier tatsächlich tödliche Wunden zufügen konnten. Da waren seine Worte doch echt ein Witz.
„Ich halte mich natürlich zurück, wenn das dein Geburtstagswunsch ist.“ Das leichte Funkeln in seinen Augen verriet, was als nächstes folgte: „Aber über das mit dem Knopf müssen wir vielleicht nochmal reden…“
Weil Tod und Verderben durch dieses Land zieht, als gehörte es zur Tagesordnung. Ist hier so, aber sollte nicht sein. Gute Menschen sollten nicht sterben und tun’s doch jeden Tag.
Ich spür das Gewicht auf meinen Schultern und mach einen Schritt nach vorn. Nicht zurück, aber nach drinnen. Nicht zurück, aber nach vorne. Nur mein Herz hängt hinterher, auf einem zweiten Wagen, in toten Zügen.
Morgen wird nicht wieder alles gut sein, morgen wird kein Herz wieder zusammengesetzt sein.
Schmerz ist dein Freund, hat mal irgendwer gesagt und ich fühls nicht.
„Schafe umschubsen?“ Na ja. Müssen wir nur erst Schafe finden. Frag mich ob Drachen was dagegen haben, wenn man mit ihrem Essen spielt? Vielleicht.
Weil die Angst auch umarmt werden will. Nein. Kein Platz da für uns Beide. Wenn dann nur für mich. Angst geh weg.
Die Geräusche auch ein bisschen leiser, aber dringen noch an meine Ohren, höre Dae, der Stopp sagt und wünschte es würde wirklich einfach alles anhalten. Stopp. Anhalten. Und dann Zurück. Die Tränen in meine Augen, die Schritte zurück ins Tal, die Sonne zurück in den Zenit , Stellan zurück ins Leben.
Bin zu Größerem geboren und zum Kleinsten verdammt gewesen.
Wenn er schläft, dann redet er, oft, fast immer. Unsinniges, dummes Zeug. Ich erwarte fast, dass er’s jetzt tut. (Warum macht er’s nicht?)
Und bin ehrlich: tut gut ihn zu sehen. Wie ein Schmerzmittel auf zwei Beinen.
Kann nur noch an uns glauben. An die Hände, die sich nacheinander ausstrecken und uns zusammenhalten, auch wenn unsere Welt ein weiteres Mal zusammenbricht.
Wollt besser sein als die anderen, die vor uns kamen. Wollt besser sein, um das Loch unserer Eltern zu füllen. Anstatt dessen spür ich, wie mein Fuß mit ins Loch rutscht. Hab nicht’s besser gemacht, nur einen weniger gerettet, als ich wollte.
Unter anderen Umständen hätte das Leben mich sanft machen können, aber ich bin es nicht. Bin Ecken und Kanten, die stechen.
Denk nicht: wenn wir gewinnen, sondern hab’s Gewinnen schon für uns festgelegt.
Er konnte ihr nicht sagen, dass sie nicht hier sein sollte. Sein Herz sagte, sie war genau am richtigen Ort. Sein Herz fand das erste Mal seit Wochen ein bisschen Frieden, weil er seine Arme um sie schließen konnte.
Wurde er schon verrückt, weil er so viel dachte?
Denken. Es bereitete ihm Kopfschmerzen, in welcher Intensität er es tun musste, während sich die Welt um ihn herum wieder und wieder verschob.
Als würde sein Herzschlag mit ihrem aussetzen, sein Atem stillstehen, wenn ihrer es tat.
Er lacht.
Das schönste Geräusch das ich mir vorstellen kann.
„Hoffentlich nicht kleiner als Teag.“

Ich bin nicht klein. Ich bin schnell wie ein Blitz, wendig wie ein Falke, präzise wie ein Pfeil, tödlich wie der Tod, ich hab den größten Morgenstern meiner Linie.
Fick dich. Fick dich selbst. Ach wir sind doch alle gefickt.
Ich würde lieber für etwas sterben, als zu leben und nichts mehr zu haben, wofür es sich zu leben lohnt.
Muss vielleicht keine Hoffnung sein, solange wir noch bereit sind zu kämpfen. Für uns, für das Land, dafür, dass andere vielleicht überleben, selbst wenn wir es nicht tun.
Kopf in den Nacken, ein paar Minuten länger ausharren. Draußen sein, weil man’s kann, nicht weil man es muss.
Leg meine Hand dafür ins Feuer, dass er wie ein Wirbelsturm das ganze Tal, die ganze Welt auf den verdammten Kopf stellen würde, wenn ich ihn jetzt laufen lasse, also tu ich’s nicht.
Blick, der panisch von einem Punkt zum nächsten springt. Haltlos, hilflos, der verzweifelte Versuch irgendwas zu finden, das die Wahrheit als Lüge enttarnt. (Wir sind da). Aber er — wo ist er— Ich hab gesagt, dass ich ein Auge auf ihn habe.
Will nach Hause, auch wenn es Zuhause nicht mehr gibt. Will einfach zurück auch wenn es kein Zurück mehr gibt, bin nicht mal sicher, was mit morgen ist, ob es das noch gibt, ob es da uns noch gibt, nicht mehr so wie wir waren.
„Vielleicht kriegt sie Erdmanipulation, dann könnte sie dir wirklich ein Grab schaufeln.“
Fünf. Ein jeder ein Mal am Arm. Wir sind da, wir sind zusammen, wir werden das überleben. Nur … nicht alle.
Jetzt sind sie einer mehr.
Jetzt sind wir einer weniger.
Würd’ gern die Arme ausbreiten, sie (mich) so lang machen, wie’s geht und all ihre Kummer und die Wut darin gefangen nehmen, damit sie wieder lachen und hoffen können.
Schwarz. Die Farbe, die sie als die Tochter von Verrätern deklarierte. Schwarz. Die Farbe, die sie zu einer Reiterin machte. Schwarz. Die Hoffnung, die sie für ihre Zukunft hatte.
Einen Moment lang, schlug sein Herz für sie, war die Liebe stärker als die Angst, einen Moment lang, übernahm die Sehnsucht und wollte seine Schritte lenken, hin zu ihr, dort wo er nicht sein durfte, hinaus auf die Straßen von Calldyr Stadt, einen Moment die Illusion er könnte sie in seine Arme ziehen und festhalten und sie vor dem beschützen, was zwangsweise passieren musste.
Wenn sie könnte, würde sie ihn festhalten, nicht nur den Moment, sondern sein Gefühl. Ihn.
Die Angst lässt los, aber zu Atem komm ich trotzdem nicht.
Das Lächeln war noch immer nicht gänzlich aus ihren Zügen verschwunden; zeichnete ihr Lachen noch in den Wind. Sein Echo ins Tal, unabhängig seiner Irritation, von der sie sich fast sicher war, dass sie sie in ihm hervorrief.
Hab Bryce' Hand gegriffen. Halt ihn fest und fest bei mir, schieb mich vor ihn, die zweite Hand an seiner Brust, Finger, die in sein Flugleder krallen.
Halt. Ich hab Halt. Ich bin Halt.
»Ihr seht alle ein bisschen aus wie Fleischklopse mit Beinen.»
Vielleicht passen wir deswegen wie Arsch auf Eimer. Du bist der Eimer. Das heißt, du bist der Arsch?! — Stille. Eigentor.
Entschieden unterdrückte er das Zögern. Verflucht er war schließlich ein Reiter und hatte mit Sicherheit beängstigendem gegenübergestanden, als einem Teenager, der ihn nicht ausstehen konnte.
Zuversicht. Ich habe, brauche, bin und will noch mehr Zuversicht.
„Keine fünf Minuten wach und schon willst du einen Drachen reiten, mhm?!“
Er zweifelte nicht wirklich an ihrer Wiedersehensfreude, er war ein zu geiler Typ als dass sie sich gar nicht freuen konnte, ihn wieder zu sehen, sie war halt nur angepisst, ging ja schnell bei ihr.
Er war wichtig genug, präsent genug in den Medien und mit Statur und Schwert unverwechselbar genug, dass man ihn wiedererkannte – und an ihm auch nicht zweifelte.
All die Anforderungen, all die Erwartungen, die ich über die Jahre an mich gestellt habe, stapeln sich auf, trommeln meinen Herzschlag schneller.
Und wann immer sie ihren Blick in Richtung Navarre hatte schweifen lassen, wann immer sie an ihr Zuhause gedacht hatte, war ihr bewusst geworden, warum sie weiterhin hoffte: weil sie sich dort genauso verloren gefühlt hatte. Weil auch die geringste Wahrscheinlichkeit, ihn zu finden alles andere erträglich machte.
Improvisieren kann ich. Auf Fragen keine eindeutige Antwort geben kann ich auch. Beste Voraussetzungen, dass sich jemand gut vorbereitet, angekommen und aufgenommen fühlt!
Es ist wirklich schwer der Witzige zu sein, wenn das Publikum aus drei feuerspeienden Hitzköpfen besteht.
Kann und will mich in ihrer Gegenwart aber nicht nur der Finsternis hingeben, die mich sonst umgibt, will Hoffnung spenden, auch wenn ich hoffnungslos bin. Will ihr welche geben, will den Grashalm fallen lassen, die Hand nach ihrer ausstrecken, sie ermutigen – und tue nichts davon. Außer: den Grashalm fallen lassen
Weil eine Herzogin besseres zu tun hat. Am Arsch. Man sollte besagter Herzogin vielleicht auch Folge leisten, aber dafür bin ich offensichtlich dann doch zu wenig Herzogin.
Also sitz ich wie Rapunzel in meinem scheiß Turm aus Schilden.
Kein Weg rein, kein Weg raus.
Ihre Unterschiede schienen sie manchmal vollends in anderen Farben malen zu wollen, als bestand sie nur aus den warmen Tönen und er hatte sich den kalten angenommen.
Wenn sie starb, dann weil sie an den Herausforderungen gescheitert war. Nicht weil irgendein beschissener Alibi-Gott sich dazu entschieden hatte sie in seinen Flammen zu wollen. Klar, sie war heiß, aber auf diese metaphorische Geschichte hatte sie wirklich gar keinen Bock.
Manch ein Mädchen aus ihrem Umkreis mochte das Schwarz als anziehend empfunden haben, weil es von Heldentum sprach, aber aus ihrer Erfahrung sprach es auch von Ego. Ihr Gegenüber war ein gutes Beispiel für’s Ego.
Ging er das Ganze vielleicht falsch an? Konnte schon sein, aber er ging es auf die einzige ihm gerade mögliche Weise an. Er versuchte seinem Sohn den Arsch zu retten. Er trug Leder. Kein Samt. Er war ein Reiter.
Wer auch immer sagte, Wut sei kein geeigneter Antrieb hatte augenscheinlich noch nie die Ausdauer verspürt, die sie einem geben konnte
Er zwang die Muskeln in seinem Brustkorb seine Lunge mit der frischen, kalten Luft zu füllen, sein Gesicht ein bisschen Anspannung aufzugeben, seinen Nacken den Kopf wieder zu einem Nicken zu bewegen.
Da war wieder die Brise Leichtigkeit, die er gerne mit seinen Händen festgehalten hätte, anstatt seine Finger nur kurz auf Jespers Schulter zu legen.
Und obwohl er unzählige Minuten damit verbracht hatte, sie anzusehen, war er sich in dieser Realität sicher, niemals genug zu haben. Nicht genug Zeit, alles zu bemerken. Nicht genug Aufmerksamkeit, um sich alles einzuprägen.
Ein Tag nach dem anderen. Das war ihr inneres Mantra geworden, unabhängig davon, wie oft es herausgefordert wurde.
„Falls du’s vergessen hast, ich bin der Gutaussehende von uns und du der Intelligente.“
„Wer sich sorgt, leidet zwei Mal.“
"Làidir richtet Grüße aus.“ Tue ich nicht. Ich habe Besseres zu tun.
Jetzt liegt sie in meinen Armen, diese Fantasie. Eigentlich steht sie, mit beiden Beinen auf dem Boden, aber ich bilde mir ein – rede mir ein – sie brauche mich, weil es umgekehrt genauso ist.
Er war müde, weil die kleinen Erfolge nicht über die Verluste hinwegtäuschten, die sie dafür hatten erleben müssen. Müde, weil er an diesem Tag kein Anführer sein musste, in diesen Sekunden kein standhaftes Bild abgab, nur er war.
Es gab immer zu viel zu tun, zu viel zu bedenken, zu vielen Albträumen zu entfliehen.
Seine Einsamkeit ist eine andere als meine, war eine andere als meine, aber sie ist auch gleich, in dem Sinne, dass das Gefühl dasselbe ist. Ich erkenn’s, weil ich es kenne.
Es wäre leicht zu sagen, dass Angst mein ständiger Begleiter geworden ist, eigentlich schon seit frühen Tagen war, weil ich sie in fremden Augen gesehen und dann in meinen wiedererkannt habe.
Es ist lange her, dass es so voll um mich herum war. Voll von Menschen, voll von Gedanken, voll von Eindrücken, die wie ein stetiger Regenguss auf mich einprasseln.
Er würde seine Ewigkeit aufgeben, um den Rest seines Lebens an ihrer Seite verbringen zu können.
Das Bild ihrer Zukunft malte sich ein weiteres Mal vor seinem inneren Auge und die Farben waren bunt.
Warte ab, bis du dich an einen anderen Drachen bindest, neckte er sie sanft in Gedanken und in einer Antwort, ließ sich Gala so urplötzlich zur Seite kippen, dass er froh darum war, solche Manöver mittlerweile gut genug zu kennen, um nicht durch die Luft zu segeln.
Er testete seine eigenen Grenzen, seine Selbstbeherrschung, weil sie in Bezug auf sie so fragil war wie nichts Anderes in seinem Leben.
War nicht der Vorteil davon, Eis zu sein, dass man Feuer damit begegnen konnte?
Er konnte sich nicht vorstellen, dass er dem Magnetismus jemals müde wurde, der ihn geradewegs in ihre Richtung zog.
Die Wärme ihrer Präsenz war über die Jahre, die sie miteinander verbrachten, nicht weniger verlockend geworden. Sie war vielmehr einer der Gründe, warum sich die vier Wände, in denen er verweilte, um einiges mehr anfühlten wie Heimat.
Schließlich schubste er sie. Es wäre fast witzig gewesen, wäre es ihr nicht derart würdelos vorgekommen, dass sie sich fragen musste, ob er überhaupt wirklich kämpfen wollte oder ob das alles nur ein Vorwand gewesen war.
Ein guter Schlagabtausch glich einem Tanz. Jener, in welchem sie sich derzeit mit ihrem Gegenüber befand, war bisher eher ein seichtes Hin- und Her als eine ausgewachsene Choreografie.
Mit manchen Menschen startete man nicht nur auf dem falschen Fuß, man blieb auch dort stehen.
Sie zeigte ihm den Mittelfinger, süß. Aber Mercy war Fan der freien Meinungsäußerung, griff beiläufig in die Luft und steckte sich die freundliche Geste in die Tasche seiner schwarzen Hose. Vielleicht brauchte er sie ja im Laufe des Tages noch.
Ich fresse dich ganz sicher, nein Mercy glaubte, würde Fíoch nicht, hatte er schließlich nie getan und schon oft damit gedroht. Eigentlich waren sie ein gutes Team, sicher liebte sein Drache ihn auch.
„Schubsen?“ Riven hob eine Augenbraue empor, unterdrückte in weiser Vorsicht das Lachen, das sich seinen Weg nach oben bahnte und folgte stattdessen ihrem Blick zu seinem Bein.
„Hochmut kommt vor dem Fall.“ Ein Grinsen umspielte seine Lippen. „Ist ein ziemlich langes Safeword, wenn du mich fragst, aber okay.“
einige waghalsige Flugmanöver später – von denen Helia sehr genau wusste, dass keines notwendig gewesen war, sondern Keelie die Strecke bloß zu langweilig gefunden hatte – war Helias Gepäck so durchgeschüttelt wie seine Knochen und Gedanken.
Mir fällt’s schwerer und doch nicht schwer genug, um nicht den Eindruck zu vermitteln, genau dort zu sein, wo ich sein will; sein muss.
Entweder man war auf der richtigen oder der falschen Seite des Schildes geboren worden. Alles andere spielte keine Rolle.
Manchmal hatte sie das Gefühl, unter seinem Blick zu zerspringen. Als würde ihr Herz die Sprünge, die er auslöste, kaum aushalten können. Sie hatte erwarten, dass es sich legen würde, dass ihre Sinne irgendwann nicht mehr von ihm geflutet werden würden. Aber diesen Punkt hatten sie bisher nicht erreicht und insgeheim hoffte sie darauf, dass es auch nie dazu kommen würde.
Sie wünschte, sie könnte aus diesem Moment eine Ewigkeit machen. Nur sie beide, bevor sie irgendetwas kaputt machte. Bevor sie ihn vielleicht wieder an seine Wut verlor. Oder an seine Angst. Oder an all das, was ihn von ihr ferngehalten hatte.
Selbstzweifel mochten an ihn haften, Ängste an ihm kleben, doch er war nie feige gewesen.
„Du bist – mein Leben“ Von den schönen Seiten zum puren einzelnen Atemzug – und in die Gegenrichtung.
Nur etwas Unterholz gab es am Rand jenes Waldes, der seine Vorstellung war. In dem Erinnerungen wie Bäume wuchsen – und die man fällen musste, um sich ihrer ungefragt zu bemächtigen. Oder schütteln, damit die Erinnerungen wie Rauschen der Blätter bei einem ankamen.
Deutlicher zu machen, dass sie in seine Arme gehörte – und sie jenseits einer Bitte, freigegeben zu werden, nichts dafür tun konnte, damit er sie losließ.
Was eine - fast - einfache Frage gewesen war, wuchs zu einem Monster, das sich nicht unter dem Bett hervor gewagt, sondern sich aus seinem Mund erhoben hatte.
Sie konnte ja fast süß sein, wenn sie lächelte. Naja, zumindest wenn man auf Rasierklingen stand.
„Ist auch scheißegal, ob ich ein Mann bin, oder wie groß“, oder hart... aber sie hatte gutaussehend vergessen, das war ein bisschen bedauerlich
Sie hielt nicht viel davon die menschliche Existenz ergründen zu wollen, weil es ihr wie eine Zeitverschwendung erschien, die mit der menschlichen Dummheit begann und endete.
Aber seine Realität war nicht ihre, ihre nicht die seine. Sie teilten sich nur so viele Momente, dass es manches Mal in Vergessenheit geriet.
Alles sehen - aber auch sehnen, wie ihm sein Herz deutlich mitteilte – fand mit anderen Sinnen statt
Wir gehören zusammen. ist ein schöner Gedanke für eine grausame Welt.
Und als er schließlich innehielt, sein Blick den ihren suchte, war da nichts außer der stillen Gewissheit, dass sie alles war, was er brauchte.
Wir kämpfen, um zu schützen. Um zu leben. Um zu überleben. Gemeinsam.
Da war immer noch Wärme in ihm, die sie hinterlassen hatte, die für sie stand, und die sich genauso friedlich zusammenrollte, wie es irgendwann gestern seine Magie getan hatte.
„Entschuldige dich nie bei mir dafür, dass du du bist.“ Nie.
Glaube. Vertrauen, das ihn erschütterte. Qhiona hatte es nie nicht getan. Er hatte es nie nicht gewollt – und doch war es jetzt anders.
Mehr.
er nahm jeden zukünftigen Abgrund und jede Veränderung, die sie noch durchlaufen könnte. Wenn es denn mit ihm wäre, nicht ohne ihn. Und noch weniger für ihn.
Es brauchte keine Magie, um sie miteinander zu verweben, sie konnten es allein, taten es allein, waren eins in der Sehnsucht, zusammen zu sein – und zwei, in ihrer Fähigkeit, es zu leben.
Entwaffnet hatte sie ihn und er fühlte sich um doch nichts beraubt, sondern… als sei eine Strategie, die ihm jeder als unrealistisch um die Ohren geschlagen hätte, aufgegangen.
Doch jede Berührung ihrerseits, der sie einen Blick voran stellte, war – Linderung. War Heilung.
Sein Herz war schon bei ihr gewesen, als sein Verstand noch gefesselt gewesen war.
Sie hatten einander gefunden. Führten einander in diesen Raum, aus ihm wieder heraus, durchs Leben.
Gleich dem Wasser, das nicht dauerhaft vollflächig ihren Körper herab rann, sondern sich selbst aufriss, sich auf einige wenige Bahnen konzentrierte und doch überall war, hatte er auch das gesehen. Ihr Bild, ihr sein – und die Stille dazwischen.
Hier war kein geographischer, echter Ort, sondern ein emotionaler. Es war jeder Ort, jeder Moment, den er mit ihr verbrachte und sein Herz ihres umfasst hielt.
Ich brauche besseres Ausdauertraining.
Um mich zusammenzuhalten, meine Gefühle, mein Herz, das in meiner Brust so laut und wild schlägt, dass ich froh um Rippen bin, die einen Käfig bilden.
Hab’ mir mehr Meer gewünscht.
Hab’ mir gewünscht, zu ertrinken.
Und tu’s. Hier, mit ihm, an ihm.
An dem berauschenden Gefühl von Uns.
Ihren Blick hebend passte sie den Moment ab, in dem seiner wieder in die Ferne glitt. Es war ein Sinnbild für ihre Situation: sich verpassend.
Als tropische Aufsitzerpflanze in Mitten eines Primärwalds anderer Klimazonen ließ sie sich nieder, die Erinnerung. Blieb nicht nur gebunden, nicht nur zurückgelassen, sondern schlug Wurzeln.
Sie waren angekommen. Beieinander – wo auch immer sie waren.
Als sei er selbst ein gebundener Drache und nicht in der Lage, zu lange und zu weit von seiner Partnerin entfernt zu sein.
Ich denke und denke und denke doch gar nicht, denn während ich denke, zu denken, handle ich.
Bin mir nicht sicher, ob mein Gehirn kurz jegliche Funktion aufgegeben hat, fühlt sich zumindest an, als habe sich jedes logische System in meinem Inneren aufgehangen.
Heute musste er Geduld haben. Hatte er geglaubt, hatte sein Verstand in Richtung Herz geflüstert. Und dann standen beide enttäuscht und verloren in einem leeren Raum.
Die Frage nach der Kleidung hab’ ich somit geschickt umgangen, nehme nur nach zwei weiteren Schritten kurzzeitig an Geschwindigkeit auf, wie’s der Takt verlangen würde, wäre hier Musik und nicht nur das Trommeln meines Herzens, das in meinen Ohren ohnehin so laut rauscht, dass es unser Orchester sein könnte
Dafür, dass er Worte so sehr liebte, war es herausragend, wie oft sie ihm fehlten.
Sein Vater hatte stets gesagt, dass ein Kampf nichts anderes als ein Tanz war; die Abfolge von Schritten, das Folgen und Führen. Es war eine poetische Art gewesen, die Brutalität zu beschreiben, die durch die eigene Stärke hervorgerufen wurde.
Er würde gehen und sie würde bleiben. Es war der denkbar schlechteste Augenblick, um darüber nachzudenken, was sie empfand. Oder was er empfinden konnte.
Vollends glücklich war womöglich auch eine Illusion, die mit dem Dazwischen zerbrochen war.
Das hier war ihre Welt, reduziert auf einen Menschen.
Als würde seine Zeitrechnung mit ihr beginnen und enden.
Vorerst, denn: die Aussicht, mich aus dem Reiterleder zu schälen und stattdessen in seidige Hemden und Hosen zu schlüpfen nicht minder unattraktiv für mich ist, wie Malek die Hand zu reichen.
Wir können morgen wieder vernünftig sein. Oder übermorgen. Oder am Tag danach.
Für pragmatisch-sinnvolle Entscheidungen ist morgen wohl genug Zeit, entscheide ich.
Fühlt sich an, wie Seilspringen auf zwanzig Zentimeter Trittfläche und irgendwie rutscht mir dauernd der Fuß zur Seite und ich ins nächste bescheuerte Fettnäpfchen.
denn wenn Gehen bedeutet, allein zu sein, ohne ihn, ohne dich, dann will ich nicht
Es waren die ruhigsten Stunden des Tages, wenn selbst das Flüstern des Windes zu zögern schien und alle in ihren Träumen gefangen lagen – den guten ebenso wie den schlechten. Niemand konnte sich vor ihnen verstecken, den flüchtigen Schatten der Gedanken.
Da ist kein Tropfen, nur ein ganzer halber Ozean, der sich vor mir auftut. Bin mir nicht mehr sicher, ob ich mich an der Oberfläche halten kann. Ob ich gegen die Wellen ankommen kann, die mit seinem Blick an mir branden.
Verlust war keine neue Variable in ihrem Leben, er gehörte dazu als war er die Grundmelodie ihrer lebenseigenen Symphonie.
Manchmal suchte ihn sein altes Leben in diesen Mauern heim. Wie ein schlechter Scherz, eine grausame Ironie des Schicksals.
Die Sorge tanzt Stepp durch mein Inneres, drückt in Stichen leicht gegen meine Brust, die sich trotzdem in kontrollierten und ruhigen Atemzügen auf- und abhebt.
Spielt mir in die Karten, dass mein emotionaler Haushalt stets und ständig meinem Gesicht zu entnehmen ist und die entsprechende Schaltzentrale stets und ständig einem Chaos zu gleichen scheint. Alles wie immer, alles beim alten also.
Na ja, ist zwar eher wie der letzte verzweifelte Versuch, sich an einer halb-untergehenden Holztür festzuklammern, als selbstbewusst die Welle zu surfen, aber besser als nichts.