Charakterliste
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gespielt von Keks
52 Jahre
Flieger
Viele fragen sich im Laufe ihres Lebens das eine oder andere Mal, wer sie eigentlich sind. Manchmal sind es kurze Momente, in denen diese Frage aufkommt, ein kurzer Zweifel an sich selbst und eigentlich weiß man die Antwort doch ganz genau. Dann gibt es jene, die nie eine Antwort auf diese Frage finden. Nicht für sich selbst und noch viel weniger für andere.
Sie fragen sich, wer sie sind, wer sie hätten sein können. Wurden sie, wer sie eigentlich hatten sein wollen? Natürlich hatte auch Ark sich diese Frage gestellt. Damals, als er noch ein Junge gewesen war, als er älter wurde. Und irgendwann hörte er auf sich diese Frage zu stellen. Ark weiß wer er ist. Wurde er, wovon er als Kind geträumt hatte? Nicht unbedingt. Als Kind träumte er davon ein Handwerker zu werden und Dinge mit seinen eigenen Händen zu erschaffen und er erwies sich als fähig und talentiert darin. Er ist ein großer Bruder, ein Sohn, ein Onkel, ein bester Freund. Er ist ein Soldat. Ark stellt sich nicht mehr die Frage, wer er eigentlich ist, ob er wurde, wer er sein wollte. Er ist, wer er geworden ist. Früher sagten sie, dass der Junge so viele Flausen im Kopf hat, er würde doch nie wirklich erwachsen werden. Aus Spaß gesprochene Worte, die heute wohl keiner mehr so äußern würde. Ganz gleich, dass Ark weiß, dass er in den Augen seiner Eltern immer eines sein würde: Ihr Kind. Manchmal kommt es ihm heute noch so vor, dass sie in ihm einen kleinen Jungen sehen und nicht den erwachsenen Mann, der er geworden ist. Die Briefe seiner Mutter haben oft die gleichen Fragen: Hast du genug gegessen? Achtest du auch auf dich? Bist du auch warm genug angezogen? Es ist die Sorge einer Mutter, die er in ihren Briefen liest. Es hat sich nie geändert und es wird für sie nie eine Rolle spielen, dass ihr Sohn die 50 längst erreicht hat. Ihm ist bewusst, dass es irgendwann keine Briefe dieser Art mehr geben wird. Irgendwann wird es enden. Die liebevoll gestalteten Briefe, ihre Sorge um ihre Kinder. Familie ist für Ark so unendlich wichtig. Ganz gleich, dass es immer Dinge gab in denen sie sich nicht einig waren. Ganz gleich, dass sie sich stritten und es auch mal lauter im Hause wurde. Am Ende des Tages waren sie alle genau das: Eine Familie. Ark wuchs in einem liebevollen Haushalt auf und bis heute sagt er ehrlich, dass er alle seine positiven Eigenschaften von seinen Eltern gelernt hat. Denn sie ließen ihn werden, wer er war. Nie übten sie Druck aus oder äußerten ein Verlangen nach einem Beruf, den er zu erlernen hatte. Keine Erwartungen, dass es seine Aufgabe als Erstgeborener wäre, das Familiengeschäft zu übernehmen und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Ark bekam wohl die wundervollsten Dinge von seinen Eltern, die Eltern ihrem Kind geben können: Wurzeln, die ihm immer die Gewissheit gaben, dass es einen Ort gibt, der ein Zuhause für ihn ist und an dem er immer willkommen ist. Und gleichzeitig gaben sie ihm Flügel, um zu fliegen und alle Ziele zu erreichen, die er erreichen wollte. Es gab keinen Groll darüber, dass er sich gegen das Handwerk entschied. Dass er nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat. Sie waren stolz, als er sich mit tatsächlichen Flügeln in die Luft erhob und auf dem Rücken seines Greifes die Welt von oben sah. Nicht, weil sie eine besonders kriegswütige Familie gewesen wären, sondern weil sie Stolz darauf empfanden, dass ihr Sohn einen selbstgewählten Weg gefunden hatte. Es spielte keine Rolle, dass sie keinen Krieger in ihrem Sohn sahen. Solange er diesen in sich selbst sah, waren sie glücklich und stolz. Und auch von Angst erfüllt, dass sein Leben enden würde. Viel zu früh und er die Welt vor ihnen verlassen würde. Doch Ark wurde zu diesem Krieger. Zu einem der lebt. Zu einem, der seinen Platz irgendwo im Krieg und in der Politik gefunden hat. Die von seinem Greifen geschenkte Gabe passte sehr gut zu dem jungen Mann, dem es immer schon leicht gefallen ist, ein Gespür für die Emotionen seines Gegenübers zu finden. Sie wurde durch seine Gabe für ihn sichtbar und hilfreich. Er selbst wurde nie der Politiker, sondern der Unterstützer seines besten Freundes. Nero ist der Politiker und Ark sein Unterstützer. Würden andere Neid empfinden wenn sie zusehen, wie der beste Freund eine Karriereleiter erklimmt und eine Rolle einnimmt, die einem selbst vielleicht auch hätte gehören können? Gewiss. Aber nicht Ark. Es scheint grundsätzlich, als wäre Neid ein vollkommen fremdes Gefühl für ihn. Er nahm wie selbstverständlich den Platz an der Seite seines besten Freundes ein, manchmal hinter ihm. Die Absichten und Motivationen anderer zu erkennen ist nützlich, für ihn und für Nero. Der für ihn längst zur Familie geworden ist. Der jeden Charakterzug von Ark kennt und vor dem er kein einziges Geheimnis hat. Nero, der weiß, dass Ark manchmal doch einfach nur ein zu groß geratenes Kind ist. Der nicht zulässt, dass der Ernst des Lebens jede Stunde des Tages erfüllt und der nicht zulassen will, dass seinem besten Freund dies passiert. Die Zeiten mögen hart und manchmal grausam sein, genauso wie sie es manchmal sein müssen. Doch das ist nicht alles, was Ark ausmacht. Es gibt immer die zwei Seiten eines Menschen und Ark ist den meisten als Krieger bekannt, der ernst dreinblickt und andere wissen lässt, dass er ihre Motivationen und Absichten erkennen kann. Und dann ist da der andere Ark, der bis heute seiner Liebe zur Handarbeit treu geblieben ist. Schnitzereien, Stricken, Häkeln. Absolut unmännlich würde manch einer behaupten, doch wenn Ark immer auf das hören würde, was andere meinen, wäre er gewiss nicht der Mann, der er heute ist. Einer, der sich keine Frage darüber stellt, ob er geworden ist, wer er einmal hatte sein wollen. Denn er wurde wer er ist. Ein Sohn, ein großer Bruder, ein Onkel und ein bester Freund. Gleich wie hart die Zeiten sein mögen, Ark ist glücklich mit seinem Leben. Glücklich zu sein bedeutete aber eben nicht, dass man zu jeder Sekunde des Tages mit einem breiten Grinsen durch die Gegend läuft (auch wenn er dies durchaus könnte). Denn auch für ihn gibt es Dinge, die er vermisst, die er sich wünscht, auch wenn er weiß, dass sie vielleicht doch sehr unrealistisch sind. Eine eigene Familie wäre einer dieser Wünsche. Doch es ergab sich nie. Dabei hat Ark ein großes Herz für Kinder, ist ein guter Onkel für seine Nichten und Neffen und die Kinder von Freunden. Hoffnungslosigkeit oder Trauer über nicht erreichte Wünsche sind einfach nicht sein Ding und er will sich nicht davon runterziehen lassen. Bei so viel Glück im Leben sollte er keine Trauer über die Dinge verspüren, die er nicht bekommen hat. Er verspürt viel lieber Freude und Dankbarkeit für alles, was er erreicht und erhalten hat. Das Leben zu umarmen und die positiven Dinge des Lebens zu sehen, das ist sein Motto und sein Mantra. Wobei er sich gewiss nicht in Naivität oder in Kopflosigkeit verliert. Sein Blick auf die Welt ist realistisch und ungetrübt.
12 Ingameposts | 24.06.2025, 19:20
Militär Poromiel
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiterin
Ich hab nie an Sagen oder Mythen geglaubt. Auch nicht als kleines Mädchen. Wollte keine mutige Kriegerin in einem Kampf sein; keine Flieger und Feinde von außerhalb des Königreichs besiegen. Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht, wer ich sein wollte. War Tochter, Schwester. Das hat mir gereicht. War nicht allein, hatte Freundin und Konkurrenz in einem. Wenn man einer kindlichen Einstellung folgte. Kannte immer Regeln und Strukturen. Hab das alles für normal und selbstverständlich genommen. Habe eben nie hinterfragt, ob man all das auch verlieren kann.
Kann man. Auf einen Tag folgten Monate und alles war anders. Plötzlich hab ich die Dinge nicht mehr als selbstverständlich betrachtet, weil es wirkte, als würde alles fehlen. Da war keine Struktur mehr, keine Logik im Hintergrund. Von einem Tag auf den anderen war alles, was ich kannte, nur noch die Version, die ich als Mädchen kannte. Obwohl ich noch immer eines war. Eines, auf dem Erwartungen ruhten. Aber wenn ich meine Eltern ansah, hab ich Liebe gesehen. Habe neben leisen Zweifeln Zuversicht gesehen. Hätte mir fast gewünscht ich hätte an Legenden geglaubt. Hätte aber auch nicht gewusst, ob ich dann die sein wollte, die sie niederschreibt, oder Teil des Kampfes wäre. Glaube ich habe es nie in Worte gefasst, aber meine Welt hat sich mit der Zeit wieder aufgebaut. Strukturen kamen wieder, Routinen, aber auch neue Regeln und neue Gesichter. Würde nicht behaupten, dass ich schneller erwachsen geworden bin als andere. Habe dennoch den Schutz meiner Familie gespürt. Mit Schutz kommt Sicherheit, Vertrauen. Sie haben mir vertraut, dass ich eine Entscheidung treffen kann, also habe ich ihnen vertraut, dass sie die Grundlagen dafür geschafft haben. Dann habe ich mehr Leuten vertraut und kann heute voller Zuversicht sagen, dass ich mich erst nach meinem Umzug nach Blenanchor wirklich sicher gefühlt habe. Nicht, weil niemand mir etwas antun könnte, sondern weil sich das Gefühl von Sicherheit so vielseitig gestaltet hat: Ein Ort, ehrliche Worte, Menschen. Meine Familie ist kleiner geworden und dann gewachsen, auf eine Art, die ich nicht erwartet habe. Und sie wird es weiterhin. Den Gedanken mag ich irgendwie sogar. Glaube ich mag es so, weil ich es selbst entscheiden konnte. Zwischen all den Veränderungen. Hätte nein sagen können. Er auch. War uns bewusst. Vielleicht wären meine Eltern enttäuscht gewesen. Hab es damals nicht erkannt. Dass sie auch Sicherheit für mich wollten. Hatten gerade ihre Tochter verloren. War ein Versuch von Erwachsenen, Vätern, eine Freundschaft auf die nächste Generation auszubreiten, als sie ihre Kinder einander vorstellten. Ein Vorschlag, eine Idee. Die Entscheidung lag bei uns. Heißt aber nicht, dass wir das nicht ernst nehmen. Hätte ich an die Legenden geglaubt, die ich meiner Tochter erzählt habe, hätte ich gesagt, dass ich jetzt Kriegerin – Soldat, Reiterin – werden will, damit sie die sein kann, die sich um nichts sorgen muss. Und das stimmt. Sie wurde mein Grund, nicht aufzugeben. Hätte das niemals gedacht. Mutter zu sein, ist mir nicht zugeflogen. Im Gegenteil, wollte es lange nicht wahrhaben. Wollte nicht die Ausnahme sein, warten, zusehen. Wurde es doch. Wehrdienst verschoben. Bin älter als die meisten Rookies. Aber das bringt mir keine Vorteile. Muss genau so bestehen, wie sie alle. Werde ich. Ist mein Plan. Wenn es bedeutet zu bluten, blute ich. Wenn es bedeutet Ängsten zu begegnen, muss ich das wohl. Wollte nie die Heldin aus den Geschichten werden. Vielleicht lag’s auch nur daran, dass Helden so oft Reiter waren. Wollte zwar auch lange keine Reiterin werden, aber jetzt schon. Wie mein Vater vor mir; anstatt meiner älteren Schwester; wie jene, die zu meiner Familie wurden, zu meinem Gefühl von Sicherheit. Damit ich dieses Gefühl für andere werden kann.
1 Ingameposts | 09.06.2026, 08:10
Basgiath War College
gespielt von Sarah
22 Jahre
Reiter
Mir wackeln die Knie. Meine Hände suchen Halt, finden jedoch nur Leere. Und dann kommt der Wind, zerrt an mir, möchte mich in die Tiefe ziehen und mir vielleicht das Leid ersparen, das mich auf der anderen Seite erwartet. Ich spüre hinter mir die nächste Person. Ebenfalls gezwungen, diesen Weg zu gehen? Oder freiwillig an diesem Ort? Unverständlich für mich. Vor mir ein sicherer Gang über das Viadukt - mein Blick also auf diese Person gerichtet, während sich meine Beine vorsichtig in Bewegung setzen. Meine Gedanken rasen, fragen, wer überhaupt eine Nachricht bekommen würde, wenn ich hier sterbe. Laine? Laine! Sie hat es auch geschafft. Genauso wie meine Mutter, die Laine zu meiner Patentante gemacht hat. Entschlossenheit in meinem Blick, die meine Muskeln zwar nicht erreicht, mich aber über diesen schmalen Pfad führt. Ich bin nicht stolz darauf, dass meine Knie auf der anderen Seite nachgeben. Ich sofort Blicke auf mich ziehe, die in mir den Schwächling identifizieren, der ich wohl bin. Ein Sohn von Verrätern obendrein, wenn sie mein Rebellionsmal sehen.
Ich überlebe Basgiath. Irgendwie. Bisher. Die Entschlossenheit, die ich auf dem Viadukt gespürt habe, hat mich nicht komplett verlassen, wenngleich die Zweifel ständige Begleiter in meinem Leben sind. Ich überlebe Basgiath. Aber nicht allein. Verdanke mein Überleben anderen Personen, denen ich mich heute verpflichteter denn je fühle. Ich will nicht sterben. Nicht an diesem Ort und noch weniger nachdem Loga in mein Leben getreten ist, mir das Gefühl gegeben hat, doch nicht falsch an diesem Ort zu sein. Und dann? Ich erlaube es mir nicht, an die Zukunft zu denken. Muss mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, um meine Ausbildung zu überstehen. Um meine Staffel zu überstehen und die Anfeindungen in den eigenen Reihen, die ständige Begleiter sind. Während ich gleichzeitig mehr verstehe. Verstehe, warum meine Eltern den Weg der Rebellion eingeschlagen haben. Ob sie stolz darauf wären, dass ich zwar nicht offen rebelliere, aber einen anderen Weg eingeschlagen habe, um zu helfen? Auch wenn ich die Tragweite noch nicht ganz begreifen kann. Meine Gründe vielleicht andere waren, als die meiner Eltern. Ihr Idealismus, etwas zu veränderen, während ich doch vor allem das Gefühl habe, dass ich mich revanchieren muss für die Hilfe, die mich überhaupt in das letzte Ausbildungsjahr gebracht hat. Ich werde es niemals erfahren. Keine Frage, auf die die Zukunft eine Antwort geben wird. Eine Zukunft, an die ich nicht denken darf. Und – wenn ich ehrlich mit mir selbst bin – nicht denken will.
4 Ingameposts | 30.03.2026, 18:58
Basgiath War College
gespielt von Keks
58 Jahre
Heilkundiger
How to save a life…
Ashandor verschrieb sich dem Quadranten der Heilkundigen, weil es genau das war, was er können wollte. Leben retten. Zum Krieger war er nie geboren worden, eine Tatsache, die jeder in seiner Familie schon früh verstand und erkennen konnte. Er war definitiv kein Reiter und fairerweise sah man ihn auch nicht im Quadrant der Infanterie. Am meisten sah er sich selbst bei den Schriftgelehrten oder bei den Heilkundigen. Wo seine Geschwister das Spiel Soldat und Reiter liebten und sich gegenseitig mit den Spielzeugwaffen und manchmal gar mit einfachen Stöcken spielerisch bekämpften, war er stets derjenige mit einem Buch vor der Nase. Nicht zu begeistern für solche Spiele, doch immer in der Nähe der jüngeren Geschwister anzutreffen. Früh war er sich seiner privilegierten Stellung bewusst, immerhin war es nicht selbstverständlich, dass seine Eltern ihm und den Geschwistern alle Wünsche erfüllten. Als ältester von insgesamt sechs Söhnen übernahm Ashandor schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und bis heute spielt er eine zentrale Rolle in deren Leben. Warmherzig, offen, tolerant, geduldig… als dies sind Beschreibungen, die seine Geschwister und Freunde wohl für ihn wählen würden. Liebevoll und ein Familienmensch. Bei allen Erfolgen, die Ashandor im Laufe seines Lebens erzielen konnte: Sein größter waren und sind seine Kinder. Er machte nie und gegenüber niemanden ein Geheimnis daraus, dass sie für ihn der Mittelpunkt seines Lebens sind. Generell war und ist Ashandor niemals jemand gewesen, der sich für seine eigenen Gefühle geschämt hat. Für andere immer da sein zu wollen ist eine Eigenschaft, die man sowohl positiv als auch negativ betrachten kann. Denn wo er für andere da ist, sich kümmert und auch für sie aufopfert, kann er die gleiche Hilfe nicht für sich selbst annehmen. Wie sehr der Verlust seiner beider selbstgewählten Familien ihn getroffen und traumatisiert hat, fällt ihm bis heute unendlich schwer zu verbalisieren und kann er nur gegenüber sehr wenigen Vertrauten äußern. Die Haltung, dass er zurechtkommt, ist eine, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und an der er gleichzeitig zerbricht und die ihm doch auch Stärke verleiht. Denn auch wenn er glaubte, dass er nach dem Verlust seiner Jugendliebe und ihrer beider Kinder nie wieder in der Läge wäre, auf diese Weise zu lieben, ist es ihm gelungen. Neue Hoffnung in einer Wüste aus Verzweiflung und Trauer. Doch auch sie währte nicht für die erhoffte Ewigkeit. Es hätte ihn zerstören und brechen sollen. Für immer und endgültig. Und das hat es auch, auf nahezu jede erdenkliche Art und Weise. Sein Herz und sein Heim für ein Rebellenkind zu öffnen, war eine Entscheidung, die Ashandor freiwillig und nicht aus Loyalität dem Staat gegenüber getroffen hat. Denn wer selbst alles, was er kennt und liebt, verloren hat, ist vielleicht am besten in der Lage jemand anderen zu verstehen, dem es genauso ergangen ist. Wenn er von Cascar spricht, dann nie mit dem Zusatz, dass er ein Rebellenkind ist. Sondern einzig und alleine mit dem Zusatz ‘mein Sohn’. Cascar war und sollte auch nie ein Ersatz für Ashandors verlorene Kinder sein. Ihm war immer bewusst, dass das nie Casvars Rolle im Leben sein sollte und genauso wusste er, dass er ihn nicht dazu bringen könnte einen Vater in ihm zu sehen. Sie waren zwei Menschen, die auf die gleiche und doch verschiedene Art und Weise fremd, kaputt, unvollständig und farblos waren. So wie Ashandor Cascar seine Farben zurückgab, tat Cascar das gleiche für Ashandor. Als Heilkundiger hatte Ashandor Leben retten wollen. Und lernen müssen, dass es immer mehr Leben sind, die er nicht retten können wird. Aber nun ist es für ihn wichtig, dieses eine Leben retten und schützen zu können. Und es ist nicht sein eigenes, welches er retten würde. Es wären immer die Leben anderer, die er seinem vorziehen würde. Es wäre Cascar’s Leben das er seinem eigenen vorziehen würde.
22 Ingameposts | 06.05.2025, 19:23
Militär Navarre
gespielt von Keks
55 Jahre
Diplomat
Manche werden geboren, um zu herrschen und andere, um beherrscht zu werden. Atharion Fendyr ist einer von jenen, die geboren wurden, um beherrscht zu werden. Durch seine Adern und durch die seiner Familie fließt kein herrschaftliches Blut. Sie waren nie Könige, keine Herzoge, nicht einmal einem simplen Adelsgeschlecht, dem seine Familie entsprungen ist. Obwohl sie durchaus ein gewisses Ansehen und auch Reichtum besaßen und noch immer besitzen, waren sie eben nie die Adeligen. Ein Teil des einfachen Volkes, nicht mehr und nicht weniger.
Zwar machte Atharion Karriere am Königshof, doch es ging ihm niemals um die Mehrung seiner eigenen Macht dort. Seinem König ist er loyal ergeben und schon lange einer von dessen wichtigsten Vertrauten, wenn es um das Wissen um die Veneni geht. Er hütet diese Geheimnisse und seine Loyalität gegenüber dem König blieb auch, als Atharion und seine Frau Shahar vor fünf Jahren mit Tyrrendor belehnt wurden und er sich seitdem Herzog nennt. Für ihn ganz und gar kein sozialer Aufstieg, denn diesen hatte er niemals angestrebt und vielleicht war dies auch der Grund, dass ihm und seiner Frau diese Aufgabe zugeteilt wurde. Es ist ihre gemeinsame Aufgabe, die aufflammenden Glutnester der Rebellion zu ersticken, seine ist es, Geheimnisse zu hüten, die er nicht einmal mit seiner geliebten Frau teilen kann. Er wollte nie herrschen, genauso wenig wie er mit den Entscheidungen anderer regieren wollte. Auch wenn seine Loyalität ungebrochen seinem König gehört und er die Geheimnisse niemals verraten würde - nicht einmal seiner Frau gegenüber - würde sich der 55 Jährige ein ‘normales’ Leben wünschen. Seine Karriere war ihm niemals so wichtig wie seine Frau und seine Kinder, die für ihn das größte Glück im Leben sind. Der eigentlich freundliche und warmherzige Mann wäre lieber einfach nur ein Vater für seine Kinder, als ein Herzog. Noch ist seine Loyalität trotz allem ungebrochen, aber manche Schatten lassen einen nie mehr ganz los.
16 Ingameposts | 31.03.2025, 18:32
Zivil Navarre
gespielt von Rieke
23 Jahre
Heilkundiger
Manchmal sollte er einfach den Mund halten. Ace, in dessen Kopf so viel mehr los ist, als das schiefe Grinsen, der ruhige Gang und die beinahe entspannt wirkenden Bewegungen es vermuten lassen. Dass er kurz davor gestanden hatte, in den Schreiberquadranten zu gehen, war gleichermaßen eine mögliche Überraschung, als auch das am natürlichsten Erscheinende an diesem Kadetten. Überall finden sich seine Mitschriften, Notizen, Statistiken. Selbst erhoben, notiert, mit angehört. Und doch war da die Gelassenheit in seinen Gesten, die Freude über das, was er tat, in seinen Augen. Die Leichtigkeit in seinen Worten. Weil er keiner ist, der sich versteckt oder Menschen scheut. Es ist einfach diese innere Ruhe, die er besitzt, die er ausstrahlt, wenn er konzentriert arbeitet. Als wäre er einfach genau da, wo er hingehört.
Von zuhause kennt er es so. Man geht vernünftig miteinander um. Man provoziert nicht unbedingt Streits. Man redet über Thematiken und versucht, Lösungen zu finden. Auf manche mag es utopisch wirken. Zu friedlich. Für ihn ist es einfach eine Tatsache, seine Geschichte. Ein Familienname, dem seit Generationen Heilkundige und Schriftgelehrte angehörten; sich dem Helfen und dem Frieden verschrieben haben; nicht gern zu Waffen griffen. Erbanlagen und Erziehung haben ihn zu einem großen Teil zu dem gemacht, der er heute ist. Aber er war nicht allein. Nie eigentlich. Da war mindestens seine Zwillingsschwester. Auch andere Kinder, Freunde. Erwachsene, mit denen man auch geredet hat. Denn solch eine Herausforderung war ihm nie zu riskant. Da waren Fragen, die gestellt werden mussten. Und Antworten, die faszinierten. Auf diese Art entwickelte er sich zu einem jungen Mann, der in sich selbst ruht, aber von der Neugier und dem Spaß daran, neue Dinge zu lernen, geführt wird. Er weiß zu gut um seine Schwächen, arbeitet am Durchschnitt. Aber manche Dinge kann man nicht ändern. Da kommen Kommentare zu schnell über seine Lippen. Aber eigentlich nicht versehentlich. Nein, das Besserwissen mag er. Weiß, wie es andere nervt. Weiß aber auch, wie er mit anderen umgehen muss. Kann sich beliebt machen und Spaß haben. Das Leben ist nicht nur ernst. Dafür sind sie zu jung. Gleichzeitig ist er in der Ausbildung, muss sich noch spezialisieren und dem Ernst der Realität in die Augen sehen. Das weiß er bereits. Natürlich weiß er das. Aber er hält sich auch selbst davon ab, es gänzlich zu akzeptieren, wenn man seine Zeit doch lieber für einen Flirt oder einen sicher millionsten Streit mit seiner Schwester nutzen kann. Auch wenn der sowieso nicht dramatisch ist. In der Ruhe liegt die Kraft. Danach lebt er. Zumindest rein körperlich. Mental ist er aktiv, liebt neue Reize, kann manchmal nicht genug Input bekommen, selbst wenn man es nur an einem Funkeln in seinen Augen sieht, dass dahinter alles arbeitet. Weil er sonst zu ausgeglichen wirkt, als könne ihn nichts beirren. Obwohl er manchmal auf dem schmalen Grad zwischen zwei Optionen wandert. Er hasst solche Momente, aber er liebt sie auch irgendwie. Weil es bedeutet, dass er neue Erkenntnisse sammeln könnte. Und dieses Gefühl kann man ihm auch jedes Mal ansehen.
6 Ingameposts | 23.12.2025, 21:18
Basgiath War College
gespielt von alice
24 Jahre
Reiter
Du sitzt auf einem Pulverfass wie andere im Schaukelstuhl — lässig und entspannt zurückgelehnt, am liebsten mit ‘ner schönen Tasse Kaffee (Milch und Zucker, bitte). Fehlen nur noch warme, weiche Pantoffeln (zum nächsten Geburtstag?! ich mein, du rockst eh jedes Outfit) und ein gutes Buch (oh, schwierig, du liest halt nicht so gern) und du würdest deinem Großvater echte Konkurrenz machen.
Nur, dass dein Pulverfass ein riesiger, orangener Drache ist und obendrein bist du das auch selber; das Pulverfass, nicht der Drache. Deine Zündschnur ist manchmal kurz, manchmal lang, manchmal kriegt man dich gar nicht angezündet, manchmal reicht ein Funke fünf Meilen weit entfernt. Heißt nicht, dass du Probleme gleich mit Fäusten klären musst. Du bist eitel genug um dir nach Möglichkeit nicht jeden Tag ein blaues Auge einzufangen und du bist locker genug, um nicht alles direkt super duper ernst zu nehmen. Aber wen du gefressen hast, den hast du gefressen; vermutlich für immer. Keine Frage, du bist nachtragend as fuck und du bist definitiv kein Köter, rennst niemandem hinterher (na, oder fast niemandem) und das betonst du gerne. Was du dafür aber umso lieber tust: über jeden Trägst das Herz auf der Zunge, erst reden, dann denken, aber leider auch: erst machen, dann überlegen. Gehst mit dem Kopf durch die Wand, hinterlässt nicht jeden, aber vielleicht jeden dritten Tag ein kleines Chaos, ‘ne Schneise der Verwüstung (im übertragenen Sinn und nicht unbedingt im Bezug auf den Dienst), aber immerhin bist du ein guter Freund, du bist nur eklig zu Leuten, die du nicht leiden kannst — gern auch hinter deren Rücken. Handelst dir immer mal wieder kleine Strafdienste ein, weil du die Klappe nicht halten kannst, ziehst dir den Hals aber auch (so gut wie) immer wieder aus richtig üblen Schlingen. Dein Baby-Face ist definitiv einer deiner hottesten Benefits: große, helle Augen, lange, dunkle Wimpern, so blass, dass man die roten Bäckchen am liebsten dreimal kneifen will (in einer anderen Welt würd dein Gesicht Werbung für korean skincare, Armani-Parfums oder Matcha Pulver machen) — aber da wären wir bei einer ganz, ganz wichtigen Sache angekommen: Baby-Face. Baby. Du bist Baby. Du bist kein Baby, aber du bist Baby. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Hast den Spitznamen (als Baby, ha) von deinen großen Brüdern bekommen (die dachten, die ärgern dich, wenn sie dich für immer so nennen, aber du hast den Spieß gedreht, Baby ist keine Beleidigung, Baby ist eine Institution, so nämlich) und irgendwie trägst du den Namen mit dir, egal wohin du gehst. Klar, gibt Dinge, die vielleicht cooler klingen, Leutnant Stark, Ehre! aber ganz ehrlich, Baby Stark oder Leutnant Baby?! Das crazy,.
13 Ingameposts | 23.10.2025, 21:46
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
26 Jahre
Reiterin
Du hattest eine schöne Kindheit. Es ging dir gut und deine Eltern waren gute Menschen. Sie kümmerten sich stets gut um dich. Selbst als sie sich trennten, gab es keinen Streit zwischen ihnen darüber, wer dich bekommt oder wie oft der andere Elternteil dich sehen darf. Sie handelten wie Erwachsene und dass sie im Guten auseinandergegangen waren, machte alles natürlich leichter. Natürlich war es für dich am Anfang trotzdem schwer, dass deine Eltern getrennt waren. Eigentlich bleibt man doch bis zum Ende seines Lebens zusammen, sobald man verheiratet ist und/oder ein Kind bekommt. Ja, damals dachtest du noch so naiv, schließlich kanntest du es nur aus den Büchern, die dir deine Eltern abends vorgelesen hatten. Dort trennten sich die Eltern nie voneinander, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nun gut, die Trennung deiner Eltern belehrte dich eines Besseren und irgendwann verstandest du auch, dass das Leben nun mal nicht so ist wie in den Büchern. Mit der Zeit fandest du die Trennung deiner Eltern auch nicht mehr schlimm. Klar, du hättest es besser gefunden, wenn sie wieder zusammengekommen wären, aber lieber so, als wenn sie sich irgendwann nur noch gestritten hätten.
Am Anfang hast du bei deiner Mutter gelebt, doch sie war damit überfordert, allein für alles zu sorgen und sich gleichzeitig um dich und sich selbst zu kümmern. Das Haus sah oft chaotisch aus und aufgeräumt wurde meistens nur dann, wenn Besuch kam. Nach außen schaffte sie es allerdings gut, sich nichts anmerken zu lassen. Es ging dir bei ihr nicht wirklich schlecht, immerhin sorgte sie dafür, dass du in der Regel etwas zu essen bekamst. Nur bei neuen Klamotten und dem regelmäßigen Saubermachen hing sie oft hinterher. Hätte dein Vater dich nicht regelmäßig besucht, hättest du nur selten frische Kleidung bekommen, kaum gebadet und dauerhaft in einem dreckigen Haus gelebt. Im Jahr 614 sah deine Mutter es schließlich ein und überwand sich, deinen Vater um Hilfe zu bitten. Sie erzählte ihm alles und gestand, dass sie einfach nicht mehr konnte. Bei dem Gespräch warst du nicht dabei, doch am Ende nahm er dich mit zu sich. Bei ihm ging es dir deutlich besser. Wenn er mit seinem Drachen unterwegs war, sorgte er trotzdem dafür, dass du nicht alleine bliebst. Dir fehlte es an nichts mehr. Du genossest eine gute schulische Ausbildung und er half dir dabei, dich auf das Basgiath War College vorzubereiten. Dank des Trainings fiel es dir im Gegensatz zu vielen anderen Kadetten deutlich leichter, dort mitzuhalten. Klar, auch dir bereitete der Viadukt Schwierigkeiten und du hattest Angst, dabei zu sterben. Die größte Schwierigkeit war allerdings deine Siegelkraft. Du hattest die Fähigkeit des Energieentzugs erhalten und diese verlangte einem psychisch viel ab. Und dann passierte genau das, wovor du am meisten Angst hattest: Du hast bei einer Herausforderung mit einem anderen Kadetten getötet. Du entzogst ihm zu viel Energie und man konnte ihn nicht mehr retten. Das verfolgt dich bis heute. Damals dauerte es lange, bis du überhaupt wieder imstande warst, deine Siegelkraft zu benutzen. Seitdem hast du niemanden mehr aus Versehen getötet und auch heute gehörst du noch lange nicht zu den Besten. Aber das Wichtigste für dich ist, dass du deine Kräfte unter Kontrolle hast. Nach dem BWC bist du direkt nach Baridmeth gekommen. Einerseits wärst du lieber an einem actionreicheren Standort gelandet, andererseits bist du auch froh darüber, nicht an einem wirklich gefährlichen Ort stationiert zu sein. Im Moment liegt dein Fokus darauf, stärker zu werden und vorbereitet zu sein, falls Baridmeth angegriffen werden sollte. Bis dahin trainierst du weiter und genießt nebenbei dein Leben. Immerhin bist du noch jung und Single und der Standort bietet einiges an Möglichkeiten. An jemanden binden möchtest du dich ohnehin erstmal nicht. Man weiß schließlich nie, was die Zukunft noch bringt und Liebe ist eben nicht so, wie sie in Büchern oft beschrieben wird.
1 Ingameposts | 21.04.2026, 22:37
Militär Navarre
gespielt von Keks
31 Jahre
Infanteristin
Leise, fast schon geräuschlos, glitt der kleine Papierflieger von der erhöhten Position hinab. Die Flugbahn genau kalkuliert, die Richtung des Windes natürlich mit bedacht, damit er sein Ziel sicher finden würde. Er fand sein Ziel, stupste gegen die braunen Haare des jungen Mannes, der ein wenig tiefer stand als sie.
‘Hab dich’ würde er in dem kleinen Flieger geschrieben finden und natürlich würde sein Blick hinaufwandern, in die Krone des Baumes in den Naya geklettert war um sich vor Zeke zu verstecken. Kleine Papierflieger mit Botschaften hatte sie ihm schließlich immer schon gerne geschickt. Prinzessin Azenaya Thalor ist ihr offizieller Titel und gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bildet sie das Geschwistergespann, welches kaum noch weiter vom Thron entfernt sein könnte. Daran, dass sie eine Prinzessin ist, ändern dieser Umstand dennoch sehr wenig. Genauso wenig, dass Naya unfassbar privilegiert aufgewachsen ist und sich dessen mittlerweile auch mehr als nur bewusst ist. Als Kind war es für sie absolut selbstverständlich, dass es keinen Wunsch gab, den man ihr abschlagen konnte. Prinzessin des Reiches und Daddy’s Prinzessin. Prinzessin auf zwei Arten. Gefühlt wie eine von vielen hat sich Naya oft und gleichzeitig doch nie. Eine glückliche und unbeschwerte Kindheit wurde ihr geschenkt. Hunger, Armut und Sorgen waren Dinge, die Naya in ihrem jungen Leben nicht kennenlernen musste. Wohl dafür aber Dinge wie stundenlanges Benimmtraining, Tanzunterricht und Konversationsübungen. Dabei war und ist Naya keine Prinzessin, wie die Menschen es sich auf eine romantisierte, verträumte Weise vorstellen. Ein Leben am Hofe, gefangen in einem Kleid aus Rüschen, einem Korsett, das einem die Luft zum atmen raubt. Es war nie der große Traum, den die junge Dame geträumt hat. Prinzessin sein. Das war nie ihr Traum. Das war ihre Welt. Aber sie wollte mehr als Rüschen, hohe Schuhe und sich von potentiellen Heiratskandidaten über die Tanzfläche führen zu lassen. Ein Leben in dem sie über jeden einzelnen Schritt selbst bestimmen kann, war etwas wovon Naya nie wirklich zu träumen wagte, weil sie wusste, dass es nie in Erfüllung gehen würde. Weil es für eine Prinzessin eben doch Regeln gibt, egal wie sehr die Menschen auch glauben, dass dem nicht so wäre. Militärisches Training sollte nicht das sein, was eine Prinzessin erlernt. Ihr Platz wäre bei den Schriftgelehrten gewesen, vielleicht noch bei den Heilern, wenn es nach ihrem Vater gegangen wäre. Doch Naya wollte mehr. Zur Infanterie, weil der Weg des Reiters ihr als Prinzessin immer verwehrt gewesen wäre. Gemeinsam mit ihrem Bruder Zeke wollte sie mehr als Tanzen und hinter hervorgehaltener Hand standesgemäß lachen und kichern. Naya wollte keine dumme Gans sein, sie wollte mehr sein. Talente brachte sie viele mit. Genügend um Reiterin zu werden, niemand hätte es in Frage gestellt, dass sie eine hervorragende Reiterin geworden wäre. Am allerwenigsten sie selbst. Doch sie mochte rebelliert haben, als sie ihren Vater immer wieder anbettelte, dass auch sie richtiges militärisches Training will. So weit zu rebellieren, dass sie sich doch dem Reiterquadranten anschloss hat sie sich dann doch nicht gewagt. Anders als ihr Zwillingsbruder, von dem sie immer geglaubt hatte, dass sie niemals irgendetwas würde trennen können. Es fühlte sich für Naya fast wie Verrat an, dass er ohne sie gegangen ist. Als hätte Zeke sie zurückgelassen, obwohl auch er wusste, dass sie die bessere Wahl für die Drachen gewesen wäre. Ambitioniert, talentiert und fähig ist die Brünette in jedem Fall. Nicht dazu geschaffen in einem rüschenbesetzten Kleid geführt zu werden. ‘Nur’ Infanterie ist das was die meisten denken, wenn sie über ihre Position spricht. Für Naya war und ist es nie ‘nur’ gewesen. Es ist der Traum den sie hatte, gemeinsam mit ihrem Bruder. Den sie nun alleine lebt und träumt, während ihr Bruder ihren Traum lebt. Sie ist fröhlich, sie ist traurig. Sie ist mutig. Sie ist ängstlich. Vor allem ist Naya immer noch zerrissen. Sie spürt, dass sich ihr Bruder weiter und weiter von ihr entfernt und es fühlt sich an, als könnte sie ihn nicht zurückholen. Zeke war immer ihre Sicherheit im Leben. Denn mit ihm gemeinsam war sie nie eine von Vielen. Ein Abziehbild des Vaters. Eine Prinzessin ohne Thronanspruch. Sie war Naya. Seine Schwester. Und noch heute, Jahre später, fühlt sie sich ihm immer noch am meisten verbunden und doch so weit von ihm entfernt.
12 Ingameposts | 09.07.2025, 21:43
Militär Navarre
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch. Hast getötet, tust es heut noch. Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
7 Ingameposts | 21.04.2025, 12:09
Militär Navarre
gespielt von Moni
22 Jahre
Reiterin
Der Regen prasselt leise an dein Fenster, es fühlt sich an als wäre es eine Nachricht, eine die an dich gerichtet ist, die du nicht ignorieren kannst. Eine Nachricht bei der du dich fragst, ob es ein Gruß sein könnte. Vielleicht der deiner Eltern? Wer weiß. Du bist eine Gezeichnete, gezwungen dazu dem Reiterquadranten beizutreten, und wenn du genauer überlegst, hast du alles daran gehasst. Der Moment als du deine Eltern verloren hast, weil sie Rebellen waren, war der Moment, als man dich gebrochen hatte. Es war so ein Schmerz, der sich in dir kanalisiert hatte, den du kaum ausschalten konntest. Und dann denkst du auch heute noch daran, kannst es nicht hinter dir lassen, bist eher besonders geplagt und geprägt von diesen Schatten, die dich immer wieder heimsuchen.
Hal ist deine Partnerin, dein Drache, ohne sie, hättest du die Jahre auf dem Basgiath nie überstanden. Und sie hat dich auch dazu gebracht, dass alles ein wenig weniger zu hassen. Wenn sie nicht wäre, wärst du vermutlich schon längst vollkommen aufgeschmissen. Aber sie hat dich an einen Punkt gebracht, wo du realisiert hast, dass es gar nicht so schlecht ist eine Reiterin zu sein. Deine Fähigkeit ist die Pflanzenmanipulation, was kein Wunder ist, da du dich schon immer zu der Natur hingezogen gefühlt hattest. Kein Wunder, denn du kommst ja aus einem Ort, der am Meer ist. Du liebst das Rauschen der Wellen, die Freiheit, die dieser Ort ausstrahlt und die Momente, an denen du dich einfach nur sicher und richtig fühlst. Auch wenn dein Zuhause dich schmerzlichst immer daran erinnern wird, was du wirklich verloren hast. Du bist eher von einer zurückhaltenden Natur, ziehst dich zurück und schnitzt deine kleinen Holzfiguren, das ist es was dir am meisten Spaß bereitet. Deine Freunde wählst du mit Bedacht, aber du bist niemand, der richtig auf andere zugeht, es ist einfacher wenn das jemand anders übernimmt. Du bist keine Kampfmaschine, du übst dich aber auch nicht in Zurückhaltung, denn wenn es einmal klar ist, dass du kämpfen musst, dann hältst du dich nicht zurück. Manchmal kannst du ein wenig melancholisch sein, was vermutlich daran liegt, dass du deine Eltern vermisst. Als du erfahren hast, dass Hal an eine andere Drachin gebunden war, und das ausgerechnet dein Professor Zarek war, wusstest du nicht wie du damit umgehen solltest. Doch irgendwas an ihm, ist anziehend, und du kannst es nicht ignorieren. Nur dürfest du das niemals zulassen, denn solche Beziehungen sind verboten.
4 Ingameposts | 03.04.2026, 17:21
Basgiath War College
gespielt von Jella
25 Jahre
Fliegerin
Schon das erste Kapitel deines Lebens begann in den Zwischentönen, die fortan dein Leben dominieren sollten. Erstreckst dich noch immer zwischen den Kontradiktionen, die dir in die Wiege gelegt worden sind. Schließlich bist du schon seit Geburt nicht ganz das eine oder andere – als Tochter eines navarrianischen Vaters und poromielschen Mutter, hast du dich schon immer zwei Kulturen zugehörig gefühlt. Du hast das Herkunftsland deines Vaters nie betreten, nur unzählige Gesichter an dir vorbeiziehen sehen, von Menschen, die aus Navarre geflohen sind, in deiner Heimat Poromiel auf ein besseres Leben hofften oder es immer noch tun. Deinem Vater ging es einst ähnlich, als er sein Dorf an der Grenze auf der anderen Seite verlassen hat, um hier zu größeren finanziellen Mitteln zu gelangen. Aber anstatt sich mit dem den sumpfigen Bedingungen angepassten landwirtschaftlichen Betrieb zufrieden zu geben, wollte er wohl etwas zurückgeben und ist schon vor Jahren unter die Schleuser gegangen. Du hast nie aktiv mitgeholfen, aber manchmal habt ihr Geflüchteten ein Zimmer oder warme Mahlzeiten geboten. Immer und immer wieder wurdest du mit der Sinnlosigkeit eines Krieges konfrontiert, der im Grunde nur auf den Rücken der Menschen ausgetragen wird, die ihn führen müssen, nicht eben jenen, die ihn orchestrieren. Du hast sie früh gesehen, die Schattenseiten des Lebens, nicht nur in ausgemergelten Gesichtern, sondern auch in der Tatsache, dass dein Vater Sehnsucht nach einem Ort verspürte, zu dem er nie wieder zurückkehren konnte. Du weißt, es gibt irgendwo noch Familie von ihm, die du vermutlich nie kennenlernen wirst, die ihn und dich als Feind sehen würden, weil eure Pässe etwas anderes sagen als die ihren. Sicherlich hätten diese Erfahrung gereicht, um dich schneller erwachsen werden zu lassen, aber es war der frühe Tod deiner Mutter, der dir das Gefühl von Verantwortung ins Wesen gelegt hat. Das nächste Kapitel deines Lebens warst du nicht nur Kind, sondern auch Hausfrau, große Schwester und gleichzeitig einzige weibliche Bezugsperson im Haus. Beschwerden lagen dir nicht und auch wenn du die zarten Finger einer Künstlerin hattest, hast du gelernt anzupacken. Du warst dir nie für eine Arbeit zu schade und hast die Aufgaben genommen, wie sie kamen. Die früher einmal mit deiner Mutter gespielten Klaviertöne verhallten leise im Haus, bis sie irgendwann vergessen wurden. Es gab wichtigeres zu tun.
Gerade deswegen war es ein Schock, als dein Vater festgenommen wurde. Das kleine Team, was ihr geworden wart, wurde noch kleiner und plötzlich hattest du die alleinige Verantwortung, also die Vormundschaft für dein jüngeres Geschwisterkind. Es kam deinem Wehrdienst in die Quere. Während andere Gleichaltrigen sich freiwillig meldeten, bliebst du zuhause. Versuchtest Haushalt und Reisfelder zu schmeißen, das notwendige Geld zu verdienen, um euch noch einen gewissen Lebensstandard leisten zu können und stecktest doch vor allem selbst zurück. Es war keine rosige Zeit, aber immerhin hattet ihr euch beide und ein Dach über dem Kopf, welches kein Schlechtes war. Dieses Kapitel deines Lebens sorgte zweifelsfrei noch ein bisschen mehr dafür, dass du vollends erwachsen wurdest. Dein Fokus lag weniger auf dir selbst, mehr auf Anderen. Darauf etwas Gutes zu tun, selbst ohne Hoffnung, es zurückzubekommen. Die Familie, die dir geblieben ist, ist dir wichtig und formt dein Verständnis von Moral. Du findest es immer noch falsch, dass dein Vater für seine Hilfsbereitschaft in Haft musste, auch wenn du dich hütest es zu sagen. Hast im Erwachsensein schließlich noch mehr gelernt als vorher, dass Schweigen oft besser ist als das Falsche zu sagen und gehörst auch deswegen zu den Menschen, die man die die ruhige Sorte nennt. Mit deinem ersten Schritt in die Cliffsbane Akademie hast du nun ein neues Kapitel begonnen. Eines, in dem du erstaunlicherweise in allererster Linie nur für dich und deinen gebundenen Greifen sorgen musst. Es ist ein seltsamer Gedanke, weil du dich gleichzeitig auch immer schnell um Andere sorgst. Vielleicht glaubst du es mittlerweile Teil deiner DNA, vielleicht ist es auch nur Gewohnheit. Die strikte Ordnung fällt dir nicht schwer, die Gruppengröße schon mehr. Hattest das Gefühl dein Herz zerspringt, als du dich von der Klippe am Stonewater Fluss geworfen hast, weil du deinen Mut nie so deutlich zeigen musstest – dafür gab es den Rest deiner Familie. In diesem Fall aber willst du die Person sein, die es sich selbst beweist. Willst in Zukunft lieber immer und immer wieder das Risiko eingehen, was auch dein Vater eingegangen ist, auch wenn es dem widerstrebt, was du für die Familie immer warst und in den Grundzügen deines Wesens sein willst: Sicherheit. Dabei passt es in deinen Gedanken zu deinem Plan und hat dasselbe Ziel. Du möchtest dein Land zu einem sichereren und besseren Ort machen, für die Menschen, die es brauchen. Klar hast du Angst, aber du weißt, dass es wichtiger ist, etwas zu tun, als in ihr zu verharren. Die Welt braucht ihre Magie, deiner Meinung nach mehr als es die Wesen tun, die sich derer zuletzt so unnachgiebig bedienen.
20 Ingameposts | 09.02.2025, 15:29
Cliffsbane Akademie
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
9 Ingameposts | 24.08.2025, 20:31
Militär Navarre
gespielt von alice
30 Jahre
Flieger
„Hey, Pearl — fang!“
Du reagierst schnell genug um die Portion Seetang abzufangen statt direkt ins Gesicht geklatscht zu kriegen (nicht, dass dich das wirklich gestört hätte) und du wirfst postwendend zurück; seichte Wellen tragen nicht nur dich, sondern auch dein Lachen. Hier draußen weiß eigentlich fast jeder, dass man sowas mit dir machen kann, dass man keine Sorge vor einer Retourkutsche in Form von geballten Fäusten zu befürchtet hat, obwohl du (sein wir mal ganz ehrlich) total danach aussiehst. Ist die Mischung aus einem trainierten Körper und den vielen Tätowierungen, den Ringen im Ohr und in der Nase und dem Blick, der einfach deiner ist, auch wenn du überhaupt keine resting bitch bist. Du bist — nett. Also, du bist wirklich nett. Hilfsbereit. Zuvorkommend. Aufmerksam. Du kannst gut geben, besser als ohne Gegenzug zu nehmen. Mit dir kann man nicht nur Spaß haben sondern auch Späße machen, du bist nicht besonders nachtragend und nimmst Dinge nicht zu ernst, es sei denn es sind Dinge die wirklich ernstzunehmen sind (das kannst du schon ganz gut differenzieren) — oder man verletzt wirklich, aber das geht nicht so schnell. Du bist ein guter Zuhörer und verdammt emphatisch, hast ein natürliches Gespür für andere Menschen und eine Gabe, die das nur noch unterstützt und dich zu einem ziemlich guten Leser (und Freund) macht. Dein verbissener Wille und die Fähigkeit genau zu wissen, was du willst und wo du sein und wo du (heute, morgen, übermorgen) stehen willst, hätte dich sicher zu einem verdammt guten Erben des Familiengeschäfts gemacht — aber das bist nicht du. Du willst frei davon sein und dich selbst entscheiden und du selbst sein. Für deine Eltern ist es widersprüchlich, dass du aus diesen Gründen ausgerechnet Flieger geworfen bist, weil’s in ihren Augen das Gegenteil von Freiheit bedeutet. Aber du siehst das anders. Nichts Neues, du siehst Vieles anders als deine Eltern, nur ein Grund mehr um nicht in ihre Fußstapfen zu treten, sondern deinen eigenen Weg zu gehen. Gegen an, wenn’s sein muss, auch wenn du am Ende eigentlich gar nicht so sehr Rebell bist, wie du oberflächlich betrachtetest den Anschein machst. Was du stattdessen bist?! Harte Schale, weicher Kern. Das ist, was dich am besten beschreibt; die harte Schale, wie die von ‘ner Perle und dein weicher Kern, der besteht aus Salzwasser und Gischt. Du liebst die Sonne im Gesicht genau so sehr wie den Sturm in den Haaren und die Schwerelosigkeit, wenn unter, über, vor und hinter dir, wenn überall nur’s Meer ist. Mama hat nicht umsonst schon vor so vielen Jahren gesagt, dass du Fischblut in den Venen hast.
41 Ingameposts | 04.06.2025, 18:41
Militär Poromiel
gespielt von alice
23 Jahre
Reiterin
„Du siehst aus wie deine Mutter.“ — ja, das weißt du.
Das hast du schon so oft gehört. Immer, eigentlich. Jedes Mal, wenn deine Oma zu Besuch kommt, immer, wenn’s mal wieder alte Familienfreunde schaffen, nach Wochen, Monaten oder Jahren in Montserrat vorbei zu sehen. Selbst der eine, uralte Heiler in Basgiath hat’s gesagt, als du zum ersten Mal mit einer angeknacksten Rippe und einer aufgeplatzten Lippe bei ihm auf einer Liege sitzt. Dann hat er dir erzählt, dass sie eine seiner Lieblinge war, so eine sanfte Seele und so eine liebevolle und nette Frau und dann sagt dir dieser Mann, der dich eigentlich gar nicht kennt, dass er das auch in dir sieht. Und er hat Recht. Du bist deiner Mutter nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten. Es sind nicht bloß ihre Augen, ihre Haare, ihre Wangenknochen, ihr süßes Lächeln, die helle Porzellanhaut und die zierliche Statur. Es ist noch mehr: du hast auch ihre Empathie bekommen und das hohe Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Du hast die gleiche, sanfte Seele und ein ähnliches, zartes Gemüt. Manchmal hängt dein Kopf zwischen Wolken und Sternen fest, aber wenn’s drauf an kommt, bist du da. Immer. Ganz. Wach. Ja, vielleicht liegt dir Theorie nicht besonders gut. In praktischen Fächern bist du schon während der Schulzeit besser als in Mathe und Geschichte. Du bist kreativ, die kannst backen und kochen und du malst für dein Leben gerne, du bist gern draußen und barfuß und, ja, du bist vielleicht auch eine Träumerin, dann und wann. Du liest gern, findest dich in Buchzeilen wieder — oder gehst darin verloren. Du schreibst gern Briefe. Du magst Sommer lieber als den Winter weil du nicht gerne frierst, du magst Tiere und bist der Meinung, dass sie’s Leben genauso verdient haben wie du selbst. Du bist süß, niedlich, auf den ersten Blick nicht so ein furchteinflößender oder furchtloser Drachenreiter, wie’s die meisten anderen sind. Du bist — anders, ja, vielleicht, aber deswegen nicht schlechter in deiner Arbeit. Dein Drache denkt für dich mit und du vertraust ihm, aber an deiner Siegelkraft hast du von dir aus immer hart und immer viel gearbeitet, tust du auch heute noch, willst noch viel lernen. Oh, und du schießt mit einer Armbrust verdammt zielsicher, auch (oder eher: besonders) auf bewegte Ziele. Liegt vielleicht daran, dass du ein ganz natürliches Gefühl dafür hast, Situationen zu lesen und, ja, nächste kleine Schritte vorherzusehen. Das hilft dir im Kampf, vor allem im Einsatz deiner Gegenmagie. Aber darüber hinaus?! Würdest du kein Schwarz tragen, dann würde man dich auf den ersten Blick ganz sicher den Heilern zuordnen. So wie deine Mutter. Da zeigt’s sich: auch, wenn du ihr so ähnlich bist, bist du am Ende doch ganz anders. Du reitest einen Drachen und das sagt doch schon alles, oder!? Und jetzt, an diesem neuen Ort an dem niemand deine Mutter kennt, hast du zum ersten Mal die Chance nur Aella (oder Aelly) zu sein und nicht "die Tochter von" und nicht "du siehst so aus wie sie", nein — hier siehst du nur aus wie du. Ein Blatt Papier auf dem nicht schon ein anderer Name über deinem eigenen steht. Und das ist neu und aufregend und spannend. (Oh und manchmal vielleicht ein kleines bisschen beängstigend.)
12 Ingameposts | 23.05.2025, 18:25
Militär Navarre
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