Charakterliste
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gespielt von Jani
20 Jahre
Reiterin
Ich hab’ noch immer nicht gepackt. Seh‘ auf den leeren Rucksack vor mir und frag‘ mich, wie mein Leben dort hineinpassen soll. Wovon ich mich trennen muss, um es über’s Viadukt zu schaffen und ob’s überhaupt wichtig ist – weil nichts davon verschwinden wird. Meine Eltern werden mein Zimmer nicht ausradieren, als hätte es mich nie gegeben. Sie werden meine Tagebücher der letzten Jahre nicht im Winter nutzen, um den Kamin damit zu entzünden. Überall im Haus verteilt hängen noch immer Bilder, die ich gemalt habe, als ich gerade so einen Stift habe halten können. In deren Ecke unsäuberlich Juno steht, als gäb‘ es noch andere (semi-begabte) Künstler in meiner Familie. Ich brauch‘ nichts von den Dingen vor mir wirklich – die Bücher über Drachen sind zu schwer, sie verändern meine Balance zu sehr, als dass es Sinn ergeben würde, sie tatsächlich mitzunehmen. Das sonnengelbe Kleid, was ich gerade erst zum Geburtstag bekommen habe, werd‘ ich dort nicht tragen können. Selbst die Dolche werden mir keine große Hilfe sein: bei den meisten von ihnen handelt es sich sowieso um Trainings-Klingen. Hinterlassen nicht mehr als Kratzer auf der Haut. Bin mir sicher: ich hab‘ bereits das vierte Mal alles neu sortiert. Dinge eingepackt, um sie anschließend wieder heraus zu räumen. Frag‘ mich langsam, warum ich nicht meine beste Freundin gefragt habe, was sie für wichtig hält. Weswegen ich nicht dabei gesessen habe, als bereits letztes Jahr für den Quadranten der Reitenden gepackt worden ist. Vermutlich bin ich zu aufgeregt gewesen. Kann mich an den Tag nur noch lückenhaft erinnern, nur noch daran, wie fest ich ihn gehalten habe, bevor er sich endgültig verabschiedet hat. Und wie sicher ich mir gewesen bin, dass wir uns in diesem Jahr wiedersehen würden.
Bin mir immer noch sicher – dass er auf der anderen Seite auf uns warten wird und wir den Abend damit verbringen werden, uns gegenseitig zu erzählen, was wir im Leben des anderen verpasst haben. Zusammengekuschelt mit Nia, irgendwelche Süßigkeiten in uns hineinstopfend. Süßigkeiten. Mein Blick gleitet zu meinem Nachttisch, hab‘ die Schublade geöffnet, bevor ich weiter darüber nachdenken kann und zieh‘ die Ausbeute unseres letzten Markttages hervor. Bon-Bons. Schokolade. Kekse. Wir sind bisher nicht dazu gekommen, sie zu essen – aber ich weiß, dass wir so bald nicht mehr die Möglichkeit dazu haben werden. Weiß, dass wir sie vielleicht brauchen werden. Um die Laune zu heben, um nervös auf der Lakritze herum zu kauen (auch, wenn sie außer mir niemand zu mögen scheint). Bin froh, dass mir meine Mutter nicht über meine Schulter schaut, denn sie würde die Augen dabei verdrehen, würde sie sehen, dass ein Drittel meines Rucksackes ausgerechnet mit Konfekten und Pralinen gefüllt ist. Sie würd‘ einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie sehen würde, dass ich den restlichen Platz nutz‘, um die kleine Märchensammlung einzupacken, die ich Jesper geschenkt habe, kurz nachdem er hier angekommen ist. Damit er etwas anderes zu lesen hatte als die Geschichte Navarres. Damit er mich kennenlernen konnte, weil’s mein Lieblingsbuch gewesen ist und weil er sich damals dafür entschuldigt hat, dass er’s zurücklassen musste. Bin mir sicher, selbst wenn der Herzinfarkt sie ins Grab gebracht hätte, hätt‘ sie noch Zeit, um sich dort umzudrehen, würd‘ sie von oben herab auf mich blicken und die Kristalle bemerken, die nicht mehr an meiner Decke hängen und das Licht im Raum verstreuen, sondern die geradewegs – und als Letztes – in den Rucksack wandern. Ich brauch‘ nicht mehr – etwas für Nia, etwas für Jesper, etwas für mich. So wie’s die letzten Jahre auch gewesen ist. So wie’s die nächsten Monate sein wird.
14 Ingameposts | 02.05.2025, 18:39
Basgiath War College
gespielt von Jella
20 Jahre
Reiterin
Vier Ich atme ein und zähle jeden einzelnen Atemzug. Mach das seitdem ich klein bin und vor lauter Angst vor den Schatten in meinem Zimmer nicht einschlafen konnte. Zieh die Luft durch meine Nase und zähle. Entspannt, fokussiert, lässt mich an etwas andere denken als das Kribbeln unter meinem Brustkorb. Die Fußstapfen meines Vaters sind in diesem Belang groß. Er ist Reiter, ich will eine werden. Das Schwarz der neuen Uniform kommt mir noch falsch vor. Zuhause hab ich’s lieber bunt. Mag weite Pullover, mag Pastelltöne, mag Schwarz nur in Ausnahmefällen. Aber das war die alte Nia Devi, die Neue macht gerade mit den anderen Kadettinnen und Kadetten immer wieder ein paar Schritte nach vorn. Ich will Reiterin werden, nicht nur weil es mein Vater ist, sondern auch, weil ich so zum Schutz des Landes beitragen kann, was ich liebe. Ich bin schon immer Kind von Navarre, war in Lotrotum nur ein paar Jahre, bevor’s nach Adruil ging. Erinnere mich nicht mehr an meine Kindheitstage in Deaconshire, nur an die Sommerurlaube, die mich immer und wieder hingetrieben haben. Der Weg aus Adruil war kürzer. Lege den Kopf in den Nacken und lasse meinen Blick über das College schweifen. Da ist das Gefühl wieder, was mich schon seit Jahren an Atemtechniken festhalten lässt. Angst. Ich hab‘ mich an sie gewöhnt. Ich nehme sie bei der Hand, auch wenn meine Rechte kurz nach den Fingern meiner besten Freundin greift. Damals hab‘ ich mich von der Angst lähmen lassen, heute ist sie mein bester Motivator. Lass zu, dass sich ein kurzes Grinsen über meine Züge schleicht. Spür das Kribbeln und deute es als Aufregung um. Sieben Halte den Atem an, zwing die Luft in meine Lungen. Verlangsamt meine Herzfrequenz, das weiß ich. Meine Mutter hat mir die Technik beigebracht, als ich mich nicht getraut habe zur Musikstunde zu gehen, die sie mir organisiert hat. Erinnere mich an meine leise Stimme „Was wenn sie mich nicht mögen?“ und an ihr sanftes Lächeln. Dann sind sie’s nicht wert, hat sie gesagt und mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie Recht hat. Ich lass meinen Blick vom College wieder zu den Köpfen vor uns wandern. Es sind viele, die den gleichen Weg gehen wollen wie ich. Viele und doch werden nicht alle Freunde sein. Das ist okay und im Grunde nicht neu. Dass wir um unser Leben kämpfen werden aber schon. Frag‘ mich wer von denen vor und hinter mir als erstes jemanden töten wird. Frage mich, ob ich’s schon während der Ausbildung tun muss. Meine zwei Sicheln führ ich sicher. Ich habe keine Angst vor den ersten Kämpfen, aber der Gedanke daran, Malek zu begegnen lässt das Kribbeln wieder deutlicher werden. Ich halte den Atem an und kurz auch mein Leben. Jetzt, das ist das davor. Das ist noch Nia Devi, die mit den Pullovern und den Glitzersteinen auf den Wangen. Bald ist’s hoffentlich Nia Devi, Reiterin, die Person, auf die man auf der Matte aufpassen muss. Ich weiß die Fußstapfen meines Vaters sind zu groß, aber stolz machen will ich meine Eltern trotzdem. Möchte nicht nur überleben, sondern auch gut sein, indem war vor mir liegt. Gute Noten, die entlocken mir ein Lächeln. Erfolg, der fühlt sich an, als wär’s genau richtig. Als wäre ich richtig. Acht Lasse die Luft durch meinen Mund wieder raus. Lass‘ los. Hab‘ viele Erwartungen, vor allen an mich selbst, aber ich straffe die Schultern und lass‘ sie los. Überleben, das wird nicht reichen, aber ich muss auch nicht gleich nach den Sternen greifen. „Wer glaubst du wird Freund und wer Feind werden?“ Meine Stimme gleitet durch ein paar Reihen vor und hinter uns. Erkenn‘ ein paar Blicke, die schärfer werden, aber auch ein paar zuckende Mundwinkel. Das wird kein Kinderspiel, aber wir sind auch keine Kinder mehr. Weiß‘ nicht, ob ich mich schon ganz erwachsen fühl. Aber das wird wohl kommen. Mit den grauen Hallen, die uns zwingen erwachsen zu werden. Nehme ein paar weitere Schritte nach vorn. Ist noch nicht das Viadukt, erst der Aufgang, die Treppen. Meine Muskeln ziehen nicht, sind’s gewohnt. Würde gerne den Rhythmus der Schritte mit den Klängen einer Gitarre untermalen, stell‘ mir meine eigene kleine Hintergrundmusik vor. Meine Stiefel sind rutschfest, als wir schließlich oben ankommen. Oben und somit den Blick aufs Viadukt bekommen. Der schmale Überweg ist keine Klippe, an der man aus Spaß entlang balanciert. Er ist der Weg in unsere Zukunft. In meine. Hebe den Kopf, sorge dafür, dass meine Züge neutraler werden und klopf mit meinen Fingern kurz auf meine Brust. Das Kribbeln ist noch da. Die Angst auch. Ich nehme beides mit meinem ersten Schritt mit. Hält mich nicht auf, als der Wind an meinem Körper reißt. Fühlt sich nicht nur gefährlich an, sondern dank des Adrenalins auch nach Freiheit. Ich bin bereit für diesen Teil meines Lebens. Ich atme ein, ich atme aus und nehme den restlichen Weg.
19 Ingameposts | 02.05.2025, 18:34
Basgiath War College
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
„Ich fall vielleicht hin, aber ich bleib nicht liegen.“ Galt damals einer Gegnerin auf der Matte, die sie zu Fall gebracht hatte und sich ihrem Sieg sicher glaubte. Sie stand auf und sorgte dafür, dass der Kampf anders ausging. Hinfallen und aufstehen – immer und immer wieder. Imogen Lovren hat das Aufgeben nie so richtig gelernt, auch wenn sie mittlerweile weiß, wann es im Trainingsszenario besser ist, eine Niederlage einzustecken. Als Sohn eines Reiters war das Schwarz, welches sie heute trägt, schon früh Teil ihres Lebens. Dabei war der Weg, den sie ging, nicht einmal unbedingt für sie vorgesehen. Sie hatte die Wahl und entschied sich doch für den Reiterquadranten. Für die Gefahr, für das Hinfallen und Aufstehen. Für die Herausforderung, die es ihr brachte. Dafür, dass sie den Weg ihres Vaters in aller erster Linie anders bestreiten wollte. Er war kein Vorbild, auch wenn sie sich nie davon freisprechen konnte, ihm in zu vielen Dingen zu ähneln. Die Folge des Lebens, welches sie geführt und welches sie sich ausgesucht hat, ist eine Härte gegenüber Gefühlen, die sie nur schwer ablegen kann. Ist in Imogens Selbstverständnis alles gut und in Ordnung, selbst wenn es sich emotional nicht so anfühlt. Man steht eben auch dann wieder auf, wenn man eigentlich lieber liegen bleiben möchte, weil man der Alternative keinen Raum gibt. Der lovrensche Optimismus ist in dieser Linie trockener Sarkasmus, kein wahrer Hoffnungsschimmer und sie lebt ihn. Seit Jahren.
Stein im Äußeren, Stein im Inneren, weil jeder Schutz auch bedeutet, dass von der anderen Seite ebenso nichts durchkommt. Ihr Ehrgeiz macht sie zu einer passablen Reiterin, deren Beförderung zum Captain ihr auch erste Verantwortung zuspielt. Es ist andere als eben jene, die sie im College hatte, auch wenn‘s schon immer irgendwie um’s Überleben anderer ging. Staffelführung, dann Geschwaderführung. Sie kann sich dem Gefühl von Stolz nicht entziehen, was auf Beförderungen folgte und auch immer noch folgt. Dabei geht’s heute auch um ihr Überleben. Das Leben als Drachenreiterin ist kürzer als das anderer. Das Leben ist trotzdem gut gelebt, wenn man vor allem die positiven Dinge in den Fokus schiebt. Ihre mangelnde Empathie macht sie zu keiner schlechten Freundin, schließlich bedeuten ihr Menschen etwas. Es macht sie nur nicht so feinfühlig für die kleinsten Regungen. Das kann auch gut sein. Weil’s ihr erlaubt über die spitze Zunge ihres Drachens hinwegzusehen. Kann auch gut sein, weil sie dadurch nicht jeden zwingt, über das zu reden, was beschäftigt. Und das tut sie selbst auch nicht gern. Aufstehen und weitermachen ist einfacher, wenn man’s nicht zerdenkt. Wenn sie es doch mal tut, dann wird alles seziert. Aufgeben ist auch in Bezug auf Menschen für sie keine richtige Option. Es gibt nur einen, von dem hat sie sich losgesagt, auch wenn sie seinen Nachnamen noch trägt. Und ja, sie fällt noch heute manchmal hin. Aber liegen geblieben ist sie bisher nicht.
12 Ingameposts | 22.04.2025, 16:11
Militär Navarre
gespielt von Miri
22 Jahre
Reiter
„Welcher ist der Echte?“
Die Illusion ist — täuschend echt. Das sind deine Grübchen, deine Nasenspitze, das dumme Grinsen. Original und Kopie, die in lautes Gelächter ausbrechen. Dann ist der Moment vorbei. Leichtigkeit. Die gibt’s auch in langen Umarmungen. In der Geste in der du wie selbstverständlich einen Arm um andere legst, beim Gehen in den selben Schritt fällst. Neugieriger Blick, offene Ohren. Du hörst dir die Sorgen anderer an, bist der Erste, der sich mit aufregt, mit den Augen rollt; mitfühlst. Passiert wie von selbst. „Ganz links fällt gleich in Ohnmacht.“ Das Lachen fühlt sich gut an, warm, die bösen Blicke von der Seite lassen dich die Hände heben, nicht entschuldigend, nicht wirklich. Irgendwo weiter vorne ermahnt euch jemand das Dreschen nicht zu unterschätzen. Der nächste Witz liegt schon auf deiner Zunge, aber du sprichst ihn nicht aus. Gibt’s wirklich irgendwen der die Chance von 'nem Drachen flambiert zu werden unterschätzt? Du überholst ihn beim morgendlichen laufen, nur um 'nen Moment lang rückwärts vor ihm zu rennen, breites Grinsen im Gesicht. Selbstgefällig. Unbesiegbar nuschelst du und wenn du auf dem feuchten Gras ins Stolpern gerätst, ist’s Drachen Lachen beinahe am lautesten. Schnippser gegen deine Stirn als du beim Lesen einschläfst, von einer Zukunft ohne Kämpfe träumst. Von Sonne im Gesicht und nie wieder wanken, nie wieder straucheln müssen. Träumst von der Kindheit in der deine größte Sorge war, dass deine Freunde irgendwann nicht mehr deine Freunde sein wollen, oder Eltern sich doch noch zu gut an die vereinbarte Schlafenszeit erinnern. Träumst von 'nem Leben, das so leicht wirkt wie du — (Welcher ist der Echte?) Als dir auf der Matte jemand: Verräter ins Ohr nuschelt und du einmal mehr zuschlägst als du wolltest, solltest. Die Kapitulation überhört, vergessen, schlägst nur zu, nochmal, nochmal. Da gibt’s nichts zum drüber hinweg lächeln. Kein täuschendes Lachen, kein nichts. Starrst nur den ganzen Abend auf deine Hände, fühlst das Brennen bis runter auf die Knochen. Ist sein Gesicht, das du dir einprägst, jedes von denen, jeden beschissenen Namen, der sich in dir stapelt als könnte es das Loch stopfen, das man dort reingerissen hat als über deine Familie gerichtet wurde. Du holst zittrig Luft während’s schon dunkel wird. Die letzten eintreffen, aber nicht das Gesicht nachdem du Ausschau hältst. Die andere Seite, die ist merkwürdig, ungewöhnlich still. Ihr dürft das Dreschen nicht unterschätzen. Und er hätt’s nicht gemacht, hätte nie — er’s nicht wie du, er ist so ernst, so überlegt, so — durchdacht in allem was er tut. Und dann kommt er nicht zurück. Du ziehst, zerrst an dem Band; sag’s mir. Er kommt nicht zurück. Der Junge mit dem Grinsen, das an deins erinnert, mit dem viel zu weichen Herz, mit der Angst auf den Schultern, der Unsicherheit. Ein Streit unter Kadetten, sie kommen beide nicht zurück. Aber der andere ist dir egal. Und du wütest. Schreist, brichst ein Stück für deinen Bruder, der nie Reiter sein wollte und für’s Leben, das ihm keine Wahl lässt. Freunde. Freunde, die dich halten. Und die Sorge darum sie zu verlieren. Wirst verbissener, ehrgeiziger, entschlossener. Noch einen Schritt weiter. Die Illusion flackert, bricht, das Bild von Zuhause, das es nicht mehr gibt, die Menschen, die da nicht mehr sind. Wischt dir Tränen unwirsch aus dem Gesicht; weiter, der Schwere zum Trotz.
81 Ingameposts | 03.04.2025, 05:52
Basgiath War College
gespielt von Berrie
33 Jahre
Sonstige
Die Uhr schlägt Mitternacht; doch du bist wach. Bist’s nie nicht, bist immer da, immer auf, die Lider schwer; doch du bist wach. Schatten tanzen an den Wänden deiner kleinen Wohnung, sparsam ist sie, bietet Bett und Tisch, Stuhl und Bad, doch mehr nicht. Mehr nicht. Kaum persönlich, kaum Zuhause, nur ein Ort zum
Wo ist der Junge hin, der du gewesen bist? Du zählst einen Geist, zwei Geister, drei Geister. Sie verfolgen dich, sind deine Geißel. Hast nichts tun können. Zu weit weg. Nur ein einfacher Soldat. Unwissend. Gibt mehr Argumente für als gegen dich, doch du liest sie anders. Als wär die Schrift, die vor dir liegt, gar nicht echt. Als könntest du die Buchstaben einfach anders anordnen. Hast alles hinter dir gelassen. Erst deine Familie. Dein Zuhause. Dann deine Aufgabe. Deine Zukunft. Nur noch Scherben vor dir und du trittst willentlich rein. Wie ein Mahnmal. Narben an deinen Füßen, Narben auf deinem Herzen. Schaffst es nicht in die Heimat. Nicht nachhause.
1 Ingameposts | 26.11.2025, 13:43
Zivil Navarre
gespielt von Maj
29 Jahre
Fliegerin
Auf jeden Fall aber ist ihr Adelstitel hoch genug, um ihr selbst eine Einladung zu königlichen Empfängen und Ausflügen zukommen zu lassen. Hoch genug, um ihren Namen auf die Gästeliste zu setzen, statt sie unter das Personal zu mischen – und doch arbeitet Sathia auf solchen Veranstaltungen wie jeglichen Freizeitvergnügen der königlichen Familie und meint damit nicht, dass sie daran arbeitet, ein familiäres Kontaktnetzwerk zu spinnen. Als Teil der königlichen Leibgarde ist sie stattdessen anwesend und trägt die Kleidung so, dass sie Bewegungsfreiheit ermöglicht und Optionen bietet, Waffen bei sich zu tragen. Vor etwa einem halben Jahr ist Sathia von der Ostküste in die poromische Hauptstadt versetzt worden. Man hat sie nicht gefragt, sondern dazu abkommandiert, mindestens für eine Weile ihren Dienst in unmittelbarer Nähe zur Königsfamilie zu leisten. Entschieden hat sie sich dafür, sich dauerhaft dem Militär zu verpflichten. Also muss sie damit leben, herumgeschoben zu werden wie ein Bauer auf dem Schachbrett. Das aber kennt Sathia aus ihrem Elternhaus kaum anders. Opportunismus und die stete Bereitschaft, Pläne zu ändern und versprochene Loyalitäten über den Haufen zu werden, sind kennzeichnend für die Familie Caldrith und notwendig in Cygnisen, um Macht und Einfluss zu behalten. Dass man sich dabei auch gegen eigene Familienmitglieder wendet, ist keine Seltenheit – und Sathia ist ein Opfer gescheiterter Pläne. Ursprünglich hatte ihre Familie sie als zentrale Figur in einem Putsch und als Begründerin einer neuen Herzogslinie gehandelt. Doch nachdem der dazugehörige Verlobte starb, verfolgte Familie Caldrith ihre Machtinteressen ohne Sathia. Halb verstoßen, halb verloren und depressiv ohne Identität und Ziele für das eigene Leben war der nachträgliche Wehrdienst nicht Sathias Plan B, sondern eine Notlösung, um einen Platz im Leben zu haben. Diesen für wenige Jahre an der poromischen Ostgrenze zu finden (kaum jemand wird in der direkten Auseinandersetzung mit Veneni alt), hatte sie sich vorstellen können. Sie hat sich wieder gefangen, auch wenn die Versetzung nach Suniva die Unsicherheit über ihren Platz im Leben wieder an die Oberfläche geholt hat. Im Alltag ist Sathia nichts dergleichen Anzumerken und auch ihre militärische Akte bietet andere Erklärungen für den verspäteten Wehrdienst. Sie strotz vor Selbstbewusstsein, streift regelmäßig die Grenzen zu purer Provokation und verströmt dabei so viel positive Energie, dass es schwer ist, gegen sie zu sein.
39 Ingameposts | 23.03.2025, 17:36
Militär Poromiel
gespielt von Moni
28 Jahre
Fliegerin
Leises Rascheln, der Duft des Meeres, die angenehme Luft, das Gefühl der Freiheit, das alles hatte dich geprägt, du warst ein Mensch, der das Meer liebte, der auch dort aufgewachsen war. Für dich gab es nichts besseres, als dort zu sein, einfach das Gefühl zu genießen, dass es dir gab. Du konntest nicht anders, du wolltest gerne noch sehr viel mehr davon. Es war von vorneherein klar, dass du eine Fliegerin werden würdest, denn deine Eltern waren es ja schließlich auch. Doch irgendwann, du warst gerade auf der Cliffsbane Academy, da kamen deine Eltern ums Leben. Das Gefühl und der Verlust, hatte dich durchaus verändert, du konntest nichts fühlen, da war so viel was auf einmal auf dich einprasselte. Du wolltest wissen, wer sie ermordet hatte, wer dir sowas angetan hatte. Deine Gedanken sprangen im Dreieck und du warst dir nicht sicher was du damit anstellen solltest. Es hatte dich verändert, und auch gleichzeitig geprägt. Der Verlust war eine Sache, die dich sehr beeinflusst hatte, die dich in einen Menschen verwandelt hatte, der damit umgehen konnte. Auch wenn du nicht damit umgehen wolltest. Du wolltest deine Eltern zurück. Und über die Jahre wuchs vor allem ein Gedanke: Rache. Und immer wieder dachtest du daran, wolltest mehr darüber herausfinden was ihnen passiert war. Du warst dir nicht sicher, ob du es konntest. Du wusstest es nicht. Schon seit Jahren forschtest du danach, aber konntest nichts herausfinden.
Mit den Jahren wuchs dementsprechend auch die Resignation, irgendwann konntest du nicht anders, als dich damit abzufinden. Dein Hass auf den Mörder deiner Eltern wurde immer stärker, aber gleichzeitig auch die Tatsache, dass du es nicht mehr rückgängig machen konntest. Du hattest eine große Klappe, und es steckte auch viel dahinter. Auch wenn du relativ klein warst, so konntest du doch sehr aufmüpfig sein. Das Gefühl der Einsamkeit schlich sich immer wieder an dich heran und du konntest es nicht verbergen, dass du doch das Gefühl hattest, dass diese dich einholte. Das wolltest du allerdings nicht, nein, du wolltest viel lieber, jemanden an deiner Seite haben. Doch du warst nie richtig verliebt, hattest einfach keine Zeit und die Motivation dafür. Deswegen warst du ganz zufrieden. Du hattest dennoch gerne Menschen um dich, denn du warst eine offene und lustige Gesellschaft. Wenn du abends alleine in deinem Bett lagst, dann schweiften die Gedanken immer wieder zurück zu deinem Verlust. Doch es kam noch schlimmer, du warst 26 Jahre alt, da kam deine beste Freundin bei einem Einsatz ums Leben. Es zerstörte dich innerlich, und du konntest nicht anders, als das Schicksal und die ganze Welt zu verfluchen. Dadurch hatten sich bei dir auch Bindungsängste sowie Verlustängste entwickelt, die du nicht ganz ausschalten konntest. Und auch wenn alles um dich herum nur noch schwarz-weiß war, warst du eine Kämpferin. Eine, die mit ihrem Greif die Welt verändern wollte. Eine, die mehr Einfluss haben wollte, und die nicht anders konnte, als das zu machen, was sie am besten konnte: überleben und kämpfen.
0 Ingameposts | 23.12.2025, 15:54
Militär Poromiel
gespielt von Lini
21 Jahre
Reiterin
Selbstbewusst und stolz blicken deine Augen durch die Gegend. Du weist, was du kannst und eben auch, wo deine Schwächen liegen, auch wenn du diese nie laut aussprichst. Du fokussiert dich darauf, was du kannst und verbessert das, um deine Defizite - die du selbstredend nicht hast- auszugleichen. Eigentlich hattest du eine gute Kindheit und Jugend. Dein Vater war liebevoll, fürsorglich und hat die Rolle des Elternteils wirklich gelebt, während deine Mutter dich nur als Abbild von sich selbst sah und dich nur beachtete, wenn du etwas geleistet hast. Sie war Reiterin und selbst nicht besonders erfolgreich, sodass sie nie groß eine Führungsposition inne hatte. Vielleicht hast du dir deshalb ein anderes Vorbild in Form von deiner Tante gesucht. Du wolltest militärisch etwas erreichen und vor allem wolltest du Reiterin werden. Aus eigenen Stücken, nicht, weil man dich aufgrund einer Tradition dazu gedrängt hat. Dein Vater hat jahrelang versucht dir auszureden Reiterin zu werden. Er selbst hatte seine Wehrpflicht bei den Infanteristen absolviert und war danach wieder Zivilist geworden. Für ihn war kein Leben beim Militär erstrebenswert - für dich jedoch schon. Auch wenn er nicht begeistert war, dass du Reiterin werden wolltest, hat er versucht dich vorzubereiten, denn deine Mutter war mehr abwesend als anwesend. Sie war in Aretia stationiert und du warst mit deinem Vater in Calldyr Stadt geblieben. Zur Familie deiner Tante hattest du immer ein enges Band, kein Wunder, du und dein Vater wart oft dort, weil sie nur ein paar Häuser nebenan wohnten und er sich mit deinem Onkel auch blendend verstand, da sie beide sich dazu entschieden hatten eher Väter zu sein als Militärangehörige.
Für dich war klar, welchen Weg du gehen würdest und du hast dich auch von niemanden davon abbringen lassen. Zu deiner Mutter hast du stets ein recht neutrales Verhältnis gepflegt. Dein Vater ist ab und an mit dir zu ihr nach Aretia gereist um sie zu besuchen. Es wurden ein paar Worte gewechselt, sie hat dir ein paar Trainingstipps gegeben und dann seid ihr wieder abgereist. Viel mehr Kontakt hast du nicht mit deiner Mutter gepflegt, neben den Briefen die du ab und an von ihr erhalten oder ihr geschrieben hast. Vor fünf Jahren hat es dir den Boden unter den Füßen weggerissen, als du mit deinem Vater deine Mutter besuchen warst und schließlich die Hölle losgebrochen war. Hitze streifte deine Haut, während Drachen kämpften. Ruß und Asche setzte sich auf deiner Haut ab, als dein Vater dich packte und rausbrachte. Allerdings schaffte er es nicht. Die Flammen und Trümmer Aretia´s verschlangen ihn und du bist zurück geblieben. Allein. Denn auf deine Mutter konntest du dich nicht verlassen, auch nach dem Verlust nicht. Jemand Anderes nahm sich deiner an und du kamst bei deiner Tante und deinem Onkel unter. Dein Onkel kümmerte sich liebevoll um dich und sorgte dafür, dass du das Trauma durch den Verlust etwas abmildern konntest. Doch du hast noch stärker den Wunsch gefasst Reiterin zu werden. So etwas durfte nie wieder passieren. Eine Rebellion gegen das Königshaus, dem du selbst treu ergeben bist. Du hast härter trainiert, Regeln und Strukturen gingen dir in Fleisch und Blut über bis du den Weg nach Basgiath angetreten bist. In Basgiath hat sich deine Abneigung gegen Gezeichnete weiter manifestiert, immerhin sind ihre Eltern Schuld an der Katastrophe und du glaubst, dass Kinder ihren Eltern stets folgen auf ihrem Weg. Also hast du dich an Kadetten gehalten, die nicht gezeichnet waren, hast dir Freunde gesucht und es auch direkt beim ersten Versuch geschafft einen Drachen an dich zu binden. Glio und du stachelt euch gegenseitig an und wahrscheinlich werdet ihr auch irgendwann der Tod füreinander sein oder zumindest er für dich. Deine Siegelkraft hat sich sehr früh gezeigt und du hast früh mit dem Training begonnen. Bedauerlicherweise musst du mit einem Gezeichneten trainieren, da deine Siegelkraft nicht allzu häufig vertreten ist. Aber du kannst dabei lernen, auch wenn du es nie zugeben würdest. Als würde ein Gezeichneter dir etwas Gutes bringen.
7 Ingameposts | 30.06.2025, 15:48
Basgiath War College
gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.
Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft. Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt. Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
1 Ingameposts | 17.12.2025, 06:17
Militär Navarre
gespielt von Lini
36 Jahre
Sonstige
Dein Leben war nie dazu bestimmt den Weg als Reiter einzuschlagen oder wahrscheinlich eher um diesen Weg zu überleben. Doch für dich war es schon früh klar, dass du diesen Weg gehen willst, um andere zu beschützen. Vor allem, nachdem du schon dein ganzes Leben mitbekommen hast, wie Menschen in deinem Umfeld bei Überfällen getötet werden. Einfach so. Als waren die Leben komplett irrelevant und nicht existent. Also hast du dich dazu entschlossen Menschen beschützen zu wollen und am besten konntest du dies auf dem Rücken eines Drachen - zumindest nach deiner Auffassung. Deine Familie war nicht begeistert von deinem Plan. Sie versuchten dich zu überreden dich einem anderen Quadranten anzuschließen. Immer und immer wieder hörtest du, dass du den Reiterquadranten nicht überleben würdest. Vielleicht hatten sie recht, aber du wolltest es versuchen. Also hast du angefangen dich vorzubereiten. Deine Familie konnte dir dabei nicht helfen, wurde doch nie einer aus diesen Reihen zum Reiter. Du wärst der Erste - solltest du es schaffen. Also hattest du dich mehr als nur bemüht und angestrengt. Alles was du hattest, hast du rein gesteckt, um dich vorzubereiten. Wahrscheinlich warst du dennoch weit hinter den Kadetten die von ihren Familien darauf vorbereitet worden waren. Trotzdem hast du den Weg zum Basgiath War College angetreten und trotzdem hast du dich dem Reiterquadranten angeschlossen. Der Viadukt war noch dein geringstes Problem, weil du Gleichgewicht viel trainiert hattest - so gut es eben ging in deinem Heimatdorf und deinen begrenzten Mitteln. Der Gaunlet hatte dir mehr zu schaffen gemacht und du warst lange Zeit hinter den anderen Kadetten von den Leistungen. Dennoch hattest du weiter gekämpft und auch den Gauntlet schließlich überwunden, ebenso wie deine erste Präsentation und das erste Dreschen. Aber kein Drache hatte dich in deinem ersten Jahr gebunden. Also musstest du es erneut versuchen im zweiten Jahr. Ob du Angst hattest, als ein imposanter, gigantischer und furchteinflößender roter Skorpionschwanz direkt vor einen anderen Kadetten verbrannte? Ziemlich. Ob du weiter gemacht hattest? Sowas von! Beim zweiten Dreschen wurdest du schließlich von eben jenem roten Skorpionschwanz gebunden, der sich dir als Smash vorstellte. Mühsam konntest du auf seinen Rücken klettern und dich in den Sitz begeben ehe er abhob. Das war wohl mitunter das unbeschreiblichste Gefühl überhaupt für dich. Es war wohl Smash zu verdanken, dass er dich im Sitz hielt und du nicht direkt den Tod bei deinem ersten Flug fandest und ihr schlussendlich am Flugfeld gelandet seid. Man sollte meinen, dass die Gefahren mit einem Drachen weniger werden sollten. Allerdings fanden andere ungebundene Kadetten, dass du Smash nicht verdient hattest und man hatte versucht dich zu töten. Smash warnte dich und einer der Kadetten war der Erste den du getötet hattest. Den anderen hattest du schwer verwundet, ehe der Dritte sich verzog. Deine Verletzungen waren zwar auch nicht ohne, aber die Heilkundigen bekamen dich wieder hin. Das Band zwischen Smash und dir wurde stärker mit jedem Moment den ihr zusammen überstanden hattet. Jeder Kampf hatte euch näher zusammen geschweißt und ihr wurdet zu einem eingeschworenen Team. Ein gefährliches Duo welches es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die navarrische Bevölkerung vor allem zu beschützen - wobei Smash‘ Gründe wohl eher hauptsächlich darauf lagen die Drachen und das Vale zu schützen, während die Menschen eher an zweiter Stelle standen. Außer vielleicht sein Reiter, den er nicht nur einmal beschützt hatte.
Dann kam der 27. August des Jahres 633 n.V. und der Angriff der Veneni und Wyvern, was das Leben von Kastiel wurde komplett über den Haufen geworfen hatte. Unfreiwillig wurde er Teil eines Staatsgeheimnisses und es glich wohl eher einem Wunder, dass er und - bis auf zwei arme Seelen die Malek übergeben wurden - seine Staffel lebendig aus dieser Sache herauskamen. Doch damit war das Grauen nicht vorbei und die Staffel musste eine folgenschwere Entscheidung treffen, als eher durch Zufall ein Gespräch belauscht wurde und man davon ausging, dass sie getötet werden sollten aufgrund dieses Wissens welches sie durch den Angriff erhalten hatten. Sie flogen über die Grenze nach Poromiel und von dort an führte der Weg sie in eine ungewisse Zukunft. Doch für Kastiel gab es auch einen Funken Hoffnung. Hoffnung darauf seine verschwundene Familie zu finden. Seine Schwester, seine Nichte und sein Neffe wurden nach Poromiel verschleppt bei einem Angriff vor rund drei Monaten. Trotz der Tatsache, dass er nun fernab seiner Heimat in Poromiel, genauer gesagt in Cygnisen nach ihnen suchen kann, gibt ihm ein Stück davon zurück, was er in den letzten sieben Wochen zu verloren geglaubt hatte. Immer an seiner Seite sein Drache Smash, der ihn seit der Bindung immer begleitet hatte und es auch weiterhin würde. Egal wohin der Weg sie noch führen würde.
9 Ingameposts | 17.04.2025, 13:29
Zivil Poromiel
gespielt von Miri
24 Jahre
Reiter
Du hast eine Kramschublade.
Da, hinter deiner Stirn. Was Mama ihr Nähkästchen nennt, das ist dein Kopf, oder eher dein Brustkorb? Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jeder Eindruck und jeder Impuls, alles geht immer erstmal in die Kramschublade. Hinter deiner Stirn stapeln sich Erinnerungen und Momente in denen du immer was sagen, machen, sein wolltest, aber meistens nur eins gemacht hast: geschwiegen. Geschwiegen und das Erlebte gut verstaut. Luftdicht, kugelsicher, da wo’s niemand erreichen kann, da wo’s nicht weh tut. In der Theorie. So eine Schublade ist praktisch, wenn man dazu neigt über alles zehntausend Mal nachzudenken, aber nie drüber zu sprechen. Im Gegensatz zum Nähkästchen deiner Mutter, kommt man an das Fach hinter deiner Stirn nämlich wirklich schwer ran. Es brauch meistens mehr. Mehr von allem um die eine Reaktion zu entlocken. Menschen müssen dir wirklich nah sein, wirklich wichtig, oder — dir wirklich auf den Sack gehen. Mit Wut ist es leichter, weil’s sich freier anfühlt. Unverbindlicher. Fragst dich manchmal, wann genau aus dir der Mensch geworden ist, der lieber drei hässliche als eine schöne Sache betont. Warum du dich versteckst hinter Dingen, die dich aufregen oder über die du mit den Augen rollen kannst. Früher war’s so tun als sei man für alles zu cool. Rin ist zu cool um hier und da mitzumachen, Rin ist zu cool um sich darum zu kümmern was andere über ihn denken, Rin ist zu cool um Hilfe anzunehmen, der schafft das schon allein. Was genau? Alles, irgendwie. Hast zwischen dir und der Welt 'ne menge Abstand aufgebaut, Distanz. Ist leicht, wenn einem alles so egal ist — selbst wenn einem eigentlich gar nichts egal ist. Problem ist: du bist nicht mehr fünfzehn und mit dem Kopf durch die Wand. Sondern du bist jetzt Mitte Zwanzig und hast keine Ahnung, wie du aus deiner eigenen Haut kommst. An die Schublade ran und — raus mit dem Scheiß, alles ausmisten. Rin ist jetzt nicht mehr zu cool für irgendwas, der ist zu stolz um nach Hilfe zu fragen, Rin hat zu viel Angst davor was die anderen über ihn denken, Rin hat zu oft Nein gesagt um noch irgendwo gefragt zu werden, ob er mit kann, dabei sein kann. Und es fühlt sich gar nicht cool an. Es fühlt sich scheiß einsam an. Aber um daran was zu ändern, müsstest du wissen wie man aus seiner eigenen Haut kommt. Weniger Abstand, weniger Schweigen, weniger Augenrollen, vielleicht ein klein bisschen weniger: egal. Und vielleicht endlich mal ehrlich sein. Ein bisschen mehr, oder wie war das?
5 Ingameposts | 28.09.2025, 08:17
Militär Navarre
gespielt von Berrie
24 Jahre
Fliegerin
Kleine Finger tasten nach trockenem Brot. Hunger. Dein Magen ist leer und knurrt. Bist nicht die einzige. Wenn du dich umschaust, siehst du in eingefallene Gesichter. Siehst in braune Augen und in – blaue. Grün, gelb, lila färbt sich die Haut, das Auge mittlerweile abgeschwollen. Die Haut über deinen Knöcheln nicht mehr rot, nicht mehr eingerissen. Rau ist sie geblieben. Wird sie immer sein. Schmeckst auf der Zunge den Geschmack unverdauter Wörter. Duckst dich unter einem Versuch, dich von den Beinen zu ziehen, hindurch. Bis du groß genug bist, nicht mehr ausweichen zu müssen, sondern selbst die zu sein, die ausholt. Als du noch klein warst, hast du geträumt; von einem anderen Leben. Von einem, in dem kein Wasser durch das morsche Dach tropft. Von einem, in dem du ein eigenes Bett, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hättest. Von einem, das besser zu
Hast nie gedacht, egoistisch zu sein. Hast gestohlen, dich geschlagen, dir Veilchen und Ärger eingehandelt, aber nie für dich. Immer für euch. Jetzt klebt’s an dir, das schlechte Gewissen. Weil deine Entscheidung bedeutet, nie mehr zurückgehen zu können. Wolltest dir einmal im Leben beweisen, dass es da draußen was nur für dich gibt. Dass sich jemand nur für dich entscheidet. Und hattest so unerwartet recht, dass du gar nicht wusstest, wie damit umzugehen. Du wolltest einen Bund und den hast du jetzt. Für ein ganzes Leben. Macht dir in stillen Momenten Angst, diese Verantwortung. Hast nie darum gebeten, sie haben zu müssen, aber – irgendjemand muss. Irgendjemand muss für sie stark sein. Irgendjemand muss sie beschützen. Irgendjemand muss für sie einstehen. Du bist stark, du beschützt, du stehst ein. Nicht nur für dich und deinen neuen Bund, sondern für alle, die’s (noch) nicht (selbst) können. Glänzt mittlerweile das Abzeichen an deiner Uniform, fragst du dich, warum. Du trägst keinen bedeutungsschweren Namen. Sind keine großen Fußabdrücke, in die du rutschen könntest. Eine Vielzahl nicht weniger geeigneter Kameraden und Kameradinnen in deinem Rücken. Und doch bist du’s. Du. Hast den Rang nicht um des Ranges wegen, hast die Verantwortung nicht der Verantwortung wegen, profilisiert dich weder über Abzeichen noch die Menge gewonnener Kämpfe. Bist nicht die schlauste, nicht die größte, nicht die stärkste; in vielem Mittelmaß, in vielem anders als die Norm. Du weißt nicht, wohin der Weg dich führt, hast keine klare Linie vor Augen, hegst keine Ambition, eine Leiter hinaufzusteigen, deren Ende du nicht kennst. Gibt nur eins, was du weißt: Über- und Leben ist (d)ein Gebot. Nicht du. Sondern sie alle. Bist nicht hier, um Krieg zu spielen. Dein Blick für sie nie verblasst, ist es womöglich genau das, was dich für deine Rolle qualifiziert. Dein Bewusstsein für sie. Für ihrer aller Leben. Und deine Bereitschaft, genau das sichern, statt um des Konflikts Willen Leben nehmen zu wollen.
3 Ingameposts | 31.07.2025, 10:55
Cliffsbane Akademie
gespielt von Maj
56 Jahre
Reiter
Vielleicht hast du schon von ihm gehört. Von diesem Mann, der so stark ist, dass er mit bloßen Händen
Sicher hast du von ihm schon gehört. Von ihm. Von seinen Fähigkeiten. Von seinen Heldentaten. Von allem, was Kinder in ganz Navarre davon träumen lässt, zu werden wie er: Ein Drachenreiter – und ein lebender Mythos. Und wie in jeder Legende steckt auch in dieser ein Fünkchen Wahrheit. Thordars Wahrheit ist, dass er nicht nur seine Arbeitszeit, sondern seine vollkommene Existenz in den Dienst des Reichs – oder konkret: von König Alaric – gestellt hat. Kurz vor dessen Krönung hat Thordar das Amt des Königskämpen übernommen. Er macht ihn im Kampf zum Stellvertreter oder persönlichen Sinnbild des Königs. An ihm persönlich wird gemessen, wie stark eben jener König ist, denn es gibt keinen Grund, warum ein herausragender Kämpfer sich einem schwachen, unfähigen Menschen unterordnen sollte. Es gibt Rituale und Traditionen, die Thordar im Rahmen dieses Amtes zufallen. Dazu zählt, sich – zumindest in der Theorie – als Gegner zur Verfügung zu stellen, wenn jemand die Rechtmäßigkeit und Befähigung des damaligen Thronanwärters und heutigen Königs anfechten will. Dazu zählt, an Verfahren teilzunehmen, in denen über Schuld oder Unschuld durch ein Duell entschieden wird. Dazu zählt, das Recht des Königs und seinen Herrschaftsanspruch auch an jenen Orten im Reich durchzusetzen, die sich von der Hauptstadt zu weit entfernt, zu wenig beachtet oder in anderer Form berechtigt fühlen, auszuscheren. Dazu zählt, als Symbolfigur für den König aufzutreten und in einem Krieg nicht regelmäßig mit der gleichen Einheit die Grenzen zu verteidigen, sondern dort zu sein, wo die Luft am heftigsten zu brennen scheint, die Truppenmoral zu verstärken und deutlich zu machen: Es ist dem König bewusst, was seine Soldaten exakt hier leisten, welchen Gefahren sie sich für Navarre aussetzen und er sendet ihnen die höchste Form von persönlicher Anteilnahme und Verstärkung, die ihm möglich ist. Formal ist es ein Amt, doch mit der Propaganda des Reichs im Rücken, mit der persönlichen Loyalität und der permanenten Bedrohung ist es eine Identität und die Aufgaben, die Thordar zufallen, liegen oftmals nicht an der Grenze, sondern innerhalb des Reichs selbst. Es ist das Statement, dass der König nicht nur auf seine Armee und seine Außengrenzen sieht, sondern auch darauf, dass das Recht im Land gewahrt bleibt und sich (nach Tyrrendor) keine (weitere) Region gegen die Krone erhebt. Selbst ist Thordar in seiner Kindheit damit konfrontiert worden, wie genau jenes Recht versagt und ihm ebenso sein Zuhause wie seinen Vater genommen hat. Es besser machen zu wollen, ist eine ebenso tief verwurzelte Intention, wie Ängste in ihm Wurzeln geschlagen haben. Meistens aber merkt man Thordar dergleichen nicht an, sondern hat den Eindruck, hinter allen Legenden zwar ‚bloß‘ einen Mann anzutreffen, aber auch einen tatsächlich überragenden Drachenreiter. Und Thordar weiß es. Das Ego ist so groß, dass er schon wieder leise ist. Es gibt keinen Bedarf – mehr –, anderen sein Talent und seine Erfahrungen nachzuweisen. Wohl aber noch danach, die Randstunden seines Lebens, in denen er nicht einen Dienst am Königreich erfüllt, auszunutzen, sich auszuleben. Ohne Gesellschaft trifft man Thordar selten an. Er hat keine Scheu, seine Emotionen zu zeigen, wenn ihm ein aufrichtig amüsiertes Lachen darunter auch eine der liebsten ist. Meistens agiert er wohlwollend und warmherzig gegenüber anderen, die sich jedoch keine Illusionen darüber machen sollten, dass kaum jemand Thordar je wichtiger sein wird als seine Pflicht. Wenn er mit leerem Blick vor einem steht und sich an Namen offenbar nicht mehr erinnern kann, ist es einfach, das mit Pflichtversessenheit und Prioritätensetzung zu entschuldigen. Auch jetzt noch, wo es häufiger vorzukommen scheint. Auch jetzt noch, wo er es ist, der keine Geduld mit sich selbst zeigt und auf das Versagen der eigenen Psyche mit Aggressivität reagiert. Thordar ist es nicht gewohnt, etwas nicht im Griff zu haben. Er ist es nicht gewohnt, dass etwas von ihm, in ihm, nicht seinen Befehlen gehorcht. Denn auch das gehört zu Thordars Wahrheiten: Er ist Blutheiler und das rückt ihn tatsächlich in die Nähe von Unverwundbarkeit und Unsterblichkeit. Auf jeden Fall aber unterstützt es, dass er Situationen allein händeln kann, für die man sonst verschiedene Militärsektoren kombiniert. Formal zugeordnet ist allerdings auch er einer Einheit, die sein Zuhause ist und zu der er immer wieder zurückkehrt. Oftmals aber sind es seine Drachendame und er aber allein, die irgendwohin aufbrechen, um ein Abenteuer zu bestehen, aus dem weiterer Stoff für Legenden geformt werden kann. Kinder in Calldyr Stadt spielen längst
143 Ingameposts | 09.02.2025, 16:17
Militär Navarre
gespielt von Alex
42 Jahre
Reiterin
Geboren und aufgewachsen in Calldyr Stadt, stammt Kaela aus einfachen Verhältnissen. Sie ist eines von mehreren Geschwistern und weiß, was es heißt, sich seinen Platz in der Welt hart zu erarbeiten. Schon als Kind träumte sie davon, Drachenreiterin zu werden. Sie trat in den Reiterquadranten ein und bestand die harten Jahre des Trainings mit Ausdauer, Disziplin aber allem voran mit Entschlossenheit. Eine Entscheidung, die sie nie bereute und ihr Leben nachhaltig veränderte.
Inzwischen dient sie gemeinsam mit ihrem Drachen Drish (ein grüner Skorpionsschwanz) seit vielen Jahren in der Stadtwache von Calldyr Stadt. Drish ist für Kaela nach all den Jahren nicht nur ihr Kampfgefährte, sondern beinahe eine seelische Erweiterung ihrer selbst. Tief verbunden, vertraut sind die beiden inzwischen fast wortlos im Einklang. Sie könnte sich ein Leben ohne Drish gar nicht mehr vorstellen und zum Glück muss sie das auch nicht, ist ihr Leben schließlich für immer an das von Drish gebunden. Kaela ist der Königsfamilie in bedingungsloser Loyalität ergeben. Nie würde sie Entscheidungen des Königs hinterfragen oder gar in Zweifel ziehen – sie ist zutiefst davon überzeugt, dass er stets das Wohl des Volkes im Blick hat. Ihre Pflichterfüllung und ihr Glaube an die Krone scheinen unerschütterlich zu sein. Gleichzeitig ist Kaela eine Frau, die in zwei Welten lebt – neben der Ehre und der Pflicht als Drachenreiterin gilt ihre Loyalität auch ihren beiden Kindern. Vor fünf Jahren wurde sie zum ersten Mal Mutter und dann vor drei Jahren zum zweiten Mal. Ihren Ehemann verlor sie vor zwei Jahren an ein unbekanntes Fieber. Seither ist Kaela Witwe, alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes und einer noch jüngeren Tochter. Die Trauer, das Erbe ihres verstorbenen Mannes und der erbitterte Streit mit dessen Brüdern um das Vermögen und die Zukunft ihrer Kinder lasten schwer auf ihr und haben sie maßgeblich verändert, wo sie früher mutig bis zur Unbedachtheit handelte, wägt sie heute ihre Entscheidungen ab – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung. Kaela kämpft an mehreren Fronten – als Mutter, als Witwe, als Drachenreiterin. Doch auch wenn das Leben sie gezeichnet hat, ist sie nicht zerbrochen. In der Tiefe ihres Wesens brennt noch immer das Feuer jener jungen Frau, die einst von den Lüften träumte – und heute stärker denn je mit beiden Beinen auf dem Boden steht.
5 Ingameposts | 16.06.2025, 16:14
Militär Navarre
gespielt von Lini
27 Jahre
Sonstige
Halt den Kopf gerade! Lächele! Sitz´ aufrecht! Steh´ nicht so krumm da! - Du kennst die Mantras in- und auswendig, die du dein Leben lang gehört hast, als du gelernt hast, wie du dich als Lady zu verhalten hast. Als jemand, der in den Adel geboren wurde und sich dementsprechend zu verhalten hat. Nie lässt du die Maske bröckeln. Nie lässt du durchblicken, wie es in dir aussieht und was du gerne tun würdest. Du hast gelernt zu folgen und nicht zu führen. Nicht aus deinem goldenen Käfig ausbrechen zu wollen, den man dir fein säuberlich aufgebaut und dir als etwas Gutes verkauft hat. Du hast daran geglaubt, glaubst es heute immer noch - immerhin fehlt es dir ja nicht wirklich an etwas. Man kann nichts vermissen, was man nicht kennt. Du hast ein bisschen etwas Anderes kennen gelernt, als du deinen Wehrdienst absolviert hast, fernab der heimligen Routine und Kontrolle - aber das hat dennoch nicht dafür gesorgt, dass dir etwas fehlt. Eher im Gegenteil, du fandest es erschreckend wie frei und vor allem ungezügelt und unerzogen manche deiner Mitkadetten doch waren. Somit warst du froh, als du nach deiner Ausbildung als Schriftgelehrte wieder an den heimischen Hof zurückkehren und dein gewohntes Leben absolvieren konntest.
Wenn man dich sieht, sieht man immer die perfekte Haltung, das perfekte leichte angedeutete Lächeln, eine melodische Stimme, die nie zu laut wird oder gar Widerworte in sich hat. Du bist das perfekte Ebenbild einer adligen Frau und weißt, dass du deine Pflichten zu erfüllen hast. Auch, nachdem das Ansehen deiner Familie bröckelt, weil sie falsch investiert haben und du nun dafür herhalten musst, das Ansehen durch eine lukrative Eheschließung wieder herzustellen oder zumindest ein wenig zu polieren. Eigentlich hätte deine ältere Schwester den Mann heiraten sollen, aber sie entschied sich dagegen und auch gegen die Familie. Ein Verrat, den du ihr durchaus krumm nimmst - aber du lässt es dir nicht anmerken. Du bleibst standhaft, lächelst und erträgst es, dass du einen Fremden heiraten sollst. Für die Familie tust du das, vor allem für deine jüngere Schwester, weil sie sonst die Ehe eingehen müsste. Denn eigentlich, ganz tief in dir drin weißt du, dass dein Herz eigentlich jemand anderen gehört. Jemand, den deine Familie nie akzeptieren würde und somit hat es das auch offenkundig nie deine Lippen verlassen. Für deine Familie bist du bereit den Ruf deines Herzens zu ignorieren und deine Pflicht zu erfüllen. So wie es sich in deinen Augen gehört. Dennoch kannst selbst du nicht den Unterton verbergen, wenn du deiner Schwester schreibst und ihr von der anstehenden Hochzeit berichtest. Sie vielleicht sogar etwas darum beneidest, dass sie vielleicht die Möglichkeit hat eine Ehe aus Liebe einzugehen.
1 Ingameposts | 19.11.2025, 10:33
Zivil Navarre
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