Charakterliste
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gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Wenn man den Beginn deines Lebens betrachtet, hätte man wohl nie geglaubt, dass du auch nur annähernd so weit kommen würdest, wie du es bis jetzt geschafft hast. Deine Mutter war eine Frau die sich immer nur an den nächsten Mann hing, um irgendwie über die Runden zu kommen und es war wohl kaum verwunderlich, dass dabei auch Kinder entstanden. Neben dir gibt es noch deinen älteren Halbbruder Jacoby, der wohl der Einzige war, der sich wirklich um dein Wohlbefinden gekümmert hat. Dein leiblicher Vater war ein Reiter, der sich mit deiner Mutter ein paar Mal vergnügt hatte und der auch von dir wusste. Ein wenig finanziell hatte er deine Mutter unterstützt, mehr aber auch nicht. Somit hast du die ersten fünfzehn Jahre deines Lebens mit deiner Mutter und deinem Halbbruder verbracht, wobei du dich immer an deinem Bruder orientiert hast. Er war für dich dein sicherer Hafen dem du gefolgt bist und bei dem du dich wohl gefühlt hast.
Nach fünfzehn Jahren war deinem Vater eingefallen, dass er ja noch ein Kind hatte. Neben deinem großen Halbbruder hast du noch zwei jüngere Halbschwestern väterlicherseits. Für deinen Vater war klar, dass du ein Reiter werden würdest, für dich eigentlich nicht so. Es war nicht dein Traum von klein auf eines Tages Drachenreiter zu werden, da du auch gar nicht die Voraussetzungen hattest so ganz ohne Training, Vorbereitung oder dergleichen. Somit hattest du dich eigentlich in Gedanken dem Quadranten der Infanterie angeschlossen, aber dein Vater hatte andere Pläne. Da deine Mutter immer weniger dazu in der Lage war euch zu versorgen, hatte dein Vater dich zu sich genommen, um dich zu formen und dich auf den Reiterquadranten vorzubereiten. Mit aller Härte und Strenge die er aufbringen konnte. Du warst kein Kind für ihn, du warst ein Lehmklumpen den er zu einem Soldaten ausbildete und das mit aller Macht die ihm zur Verfügung stand. Fünf Jahre wurdest du von deinem Vater trainiert und auf den Reiterquadranten vorbereitet. Fünf Jahre in denen du deine Kindheit hinter dir lassen und erwachsen werden musstest, ob du wolltest oder nicht. Doch die fünf Jahre haben dich geprägt, haben dich stärker gemacht und dafür gesorgt, dass du sogar glaubtest, dass du es schaffen könntest. Dass du bereit warst, stark genug ein Reiter zu werden und deinen Vater stolz zu machen. Außerdem warst du gespannt darauf, ob dein Bruder, der ein Jahr vor dir in den Reiterquadranten eingetreten war, noch am Leben war und sogar einen Drachen hatte. Sehr zu deiner Freude lebte dein Bruder noch und hatte einen Drachen gebunden. Dein Bruder schien ebenso froh zu sein, dass du noch am Leben warst und den Viadukt überquert hattest. Anfangs schien er aber nicht aus der Rolle des großen Bruders zu kommen und öfters dafür zu sorgen, dass du nicht ernst genommen wurdest, weil er sich immer vor dich stellte. Du hattest ihm mehrmals verbal und schließlich auch nicht mehr verbal deutlich gemacht, dass du deinen eigenen Weg gehen musstest, um ernst genommen zu werden, um als Reiter Erfolg zu haben. Irgendwann sah dein Bruder es ein und ihr wart auf Augenhöhe. Eine ganze Weile, bis du dich weiter entwickelt hast und immer weiter voran gekommen bist durch deine Qualitäten. Du warst dafür gemacht zu führen und genau deshalb warst du auch als Junior Staffel- und als Senior Schwarmführer. Deine Siegelkraft machte dir etwas Probleme am Anfang, genauso wie dein Drache, der alles andere als freundlich oder erheiternd war. Aber mit der Zeit hast du gelernt mit beidem umzugehen und daran zu wachsen. Du wurdest zu einem exzellenten Reiter und Soldaten. Hast Befehle befolgt und dich bewiesen. Immer und immer wieder. Du hast eine Frau gefunden und ihr habt einen Sohn bekommen. Was warst du stolz auf deinen Nachwuchs und dir war klar, du würdest ihn eines Tages vorbereiten. Nicht zwingend darauf ein Reiter zu sein und auch nicht mit den Methoden die dein Vater benutzt hat - aber du würdest ihn vorbereiten sich durchzusetzen und stark zu sein. Doch so weit sollte es nicht kommen. Deine Familie wurde dir entrissen, auf grausame Art und Weise. Du kamst zu spät um sie zu retten und ihr Verlust hat eine tiefe Kerbe in deinem Herzen hinterlassen. Noch heute trägst du die Kette deiner Frau bei dir, sowie den kleinen Drachen aus Holz den du für deinen Sohn geschnitzt hattest. Erinnerungen die schwerer wiegen als ein Drache. Erinnerungen die dich in ein tiefes Loch gerissen haben, welches du emotional nie verlassen hast. Aber du hast weiter funktioniert. Als Reiter, als Soldat. Nach einem verheerenden Angriff und der Zerstörung des Außenpostens wurdest du nach Keldavi versetzt und befördert, bekamst die Staffelführung. Stolz machte sich in dir breit, gleichzeitig gab es neben deinem Bruder und deiner Mutter niemanden mehr groß, mit dem du das teilen konntest. Doch lange solltest du nicht in Keldavi sein, ehe der nächste Schlag dich zu Boden riss - im wahrsten Sinne des Wortes. Von einem Greifenschwarm - eigentlich eine Beleidigung. Du bist gestürzt, von deinem Drachen. Du hast gesehen, wie dein Drache schlingerte und zu Boden ging. Doch ihr habt überlebt. Schwer verletzt und nicht wissend, ob man euch durch bringt, aber es gelang. Ein Heilmacher rettete euch vor dem sicheren Tod. Doch die Narben am Körper und der Seele waren erneut tief. Ihr habt euch erholt, seid an euren alten Stützpunkt in Chakir zurück gekehrt und habt euch erneut hoch gekämpft. Ihr beide. Ein Team. Unzertrennlich. Selbst nicht durch ein Greifenschwarm. Eine Ehre war es für dich, als du schließlich zur Schwarmführung befördert wurdest, nachdem du dich erneut bewiesen hast. Gezeigt hast, dass du bereit bist bis zum Letzten zu kämpfen, für dein Königreich. Denn so arg viel mehr war dir nicht mehr geblieben. Du machst weiter. Jeden Tag. Mittlerweile ist das Lächeln auf deinen Zügen längst erstorben. Deine ganze Haltung distanziert, kalt und dennoch bist du für andere da, wenn es drauf ankommt. Besonders für deine Staffel, deinen Schwarm, deinen Bruder und, auch wenn es oftmals nicht so wirkt, deine Mutter. Trotz allem ist sie ja dennoch deine Mutter und hat ihr Möglichstes getan, was leider nicht viel war.
23 Ingameposts | 17.05.2025, 21:15
Militär Navarre
gespielt von Maj
43 Jahre
Diplomatin
Es sind die Juwelen um ihren Hals und an ihren Ohren, die funkeln und strahlen – nicht etwa der Verstand von Nicaea Darikos, geb. Valy. Sie funkelt am Arm eines einflussreichen Ehemanns, der in der militärischen Hierarchie nicht mehr höher kommen kann, ist er doch schon Commanding General der navarrianischen Streitkräfte. Dass Nicaea für diese Hochzeit formal ihren Adelstitel aufgeben musste und vor dem Gesetz und bei höflichen Ansprachen ‚bloß‘ als Bürgerliche gilt, spielt keine Rolle. Mit ihrer Biographie ist sie immer noch das Wunsch- und Vorzeigekind ihrer Eltern, was diese auch über die 43jährige noch immer so formulieren.
Als Sandwichkind wurde sie in eine adelige Familie hineingeboren, die von ihrem Stammsitz in Calldyr Stadt aus ihre Fäden webt und konkrete Vorstellungen davon hatte, wie Töchter der Familie zu sein hatten: liebreizend und schön. Ausgestattet mit einem Familiennamen, der sie zwar aufrechter gehen lässt als jedes Korsett, zugleich aber nicht einschnürt. Denn als Valy kann man es sich erlauben, mit Erwartungen zu spielen, auszubrechen aus dem klassisch adeligen Muster und Wege zu gehen, durch die doch niemals Grenzen gesprengt würden. Der Grad zwischen goldenem Käfig und Freiflug war schmal, doch Nicaea hat es gemeistert, das zweite zu haben und nach dem ersten auszusehen. Perfekter als ihre jüngere Zwillingsschwester fügt sie sich in die traditionelle Gesellschaft aus Hochadel, Militär und Politik ein, lächelt und stimmt zu, dass sie Glück hatte. Glück, einen Mann zu heiraten, der eine strahlende Karriere absolviert hat. Glück, mit ihm zwei leibliche Kinder zu haben, während sie mit ihm noch ein drittes groß zog. Glück, neben all ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen noch Zeit dafür zu finden, ihrem Hobby der Ahnenforschung nicht nur privat nachzugehen, sondern auch in einem Archiv Calldyrs angestellt zu sein. Glück, das Nicaea nicht bloß zugefallen ist, sondern das sie sich auch erarbeitet hat. War es in ihrer Teenagerzeit noch ein Spaß, harmlos zu wirken und doch Fäden zu ziehen, hat Nicaea es über die Jahre perfektioniert. Hier ein Stoß, da eine persönliche Information über seinen Gegenüber oder die Gesellschaft als Ganzes war der Karriere ihres Ehemanns sicher nicht abträglich. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit zeigt sich auch, dass Nicaeas Organisationstalent und Loyalität kontrollierende Züge hat. Doch es war nie sie selbst, die sie damit in den Mittelpunkt gespielt hat. Ob hinter Mann, Schwester oder einer Lüge: Nicaea kann zurücktreten. Und so ausdauernd, wie Nicaea über die Bedeutung von Familienlinien und Traditionen, die Qualität von Papier oder Tintenfraß reden kann, glaubt man ihr mit Leichtigkeit, dass die entsprechende Ahnenforschung ihr Vollzeitjob sei. Dahinter tritt zurück, dass Nicaea keine Tempelbücher, sondern im Amt für inner Angelegenheiten geheime Berichte aus dem ganzen Land auswertet.
4 Ingameposts | 05.11.2025, 10:22
Zivil Navarre
gespielt von Lini
23 Jahre
Flieger
Seine Hochwohlgeboren Thamir Yazqhar, Erbgraf von Esmaryel - Eine Anrede, die du weder magst, noch eigentlich wirklich etwas bedeutet. Zumindest für dich. Klar weißt du, dass sowohl dein Vater als auch deine Geschwister – naja und du – diesen Titel habt, aber in der Erbfolge viel zu weit hinten seid, um irgendetwas wirklich zu erben. Von daher schenkst du dem Titel auch keine große Beachtung. Er ist nicht du und du bist nicht der Titel. Du bist – wie dein Vater – den Fliegern beigetreten und das ist auch das, was dir liegt. Es liegt dir dich in Militärstrukturen einzufügen und ebenso, zu führen. Du bist gut darin, anderen zu helfen, sie zu führen. Sowohl mit Witz, aber auch mit Strenge, wenn es sein muss. Du weißt genau, was sowohl im militärischen als auch im familiären Kreis von dir erwartet wird und du versuchst es immer allem und jedem recht zu machen – verlierst dabei aber nicht deine Integrität und vor allem deine Stimme, die du für dich und andere, vor allem Schwächere einsetzt. Gerade durch deine Familie hast du gelernt wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung füreinander ist, genau das münzt du auch auf dein Schwadron, welches für dich wie eine zweite Familie geworden ist.
Für dich war schon früh klar, dass du zu den Fliegern gehen würdest. Du wolltest beschützen, Verantwortung übernehmen und ganz zu schweigen davon, wie cool man bitte aussieht, wenn man auf einem Greifen sitzt. Abgesehen davon, magst du Greifen sehr, immerhin hast du schon von klein auf engen Kontakt mit dem Greifen deines Vaters gehabt. Du durftest ihn streicheln, knuddeln und dein Vater ist sogar schon mal einen Rundflug mit dir auf Malior geflogen. Spätestens nach diesem Rundflug hättest du wohl sowieso entschieden Flieger zu werden. Somit hast du auch fernab von der schulischen Bildung und Lehrern, auch Kampfunterricht bekommen. Deine Eltern wollten, dass du bestmöglich auf den Quintanten der Flieger und dein späteres Leben als Flieger vorbereitet bist. Neben den Fähigkeiten als Flieger hast du auch schon früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Nicht zwingend als Vorbereitung, sondern eher, weil du sowohl für deine Mutter als auch deine Schwestern da sein wolltest, wenn dein Vater unterwegs war. Besonders bei deiner Schwester Julissa hast du schon früh viel Verantwortung übernommen. Deiner Mutter unter die Arme gegriffen und auf deine Schwester aufgepasst. Sie war – oder eher ist noch immer – krank und hat eine Unverträglichkeit, weshalb ihr da genau schauen musstest. Als ihr im Teenager- und Jugendlichenalter wart, bist du mit ihr auf Partys gegangen, hast auf sie aufgepasst und sie beschützt. Das sahst du als deine Pflicht und Aufgabe als großer Bruder an. Vielleicht war es auch ein Stück weit Freiheit für dich, als du nach Cliffsbane gegangen bist, um deinen Weg als Flieger zu gehen, weil du eben nicht ständig in Alarmbereitschaft wegen deiner Schwester warst. Du konntest deinen Weg gehen und dich entfalten – auch wenn du den Beschützerinstinkt nie abgelegt hast und auch nie ablegen willst. Denn eigentlich bist du gerne für andere da, passt gerne auf andere auf – aber es ist ein Unterschied, ob es deine Entscheidung ist oder du das Gefühl hast, dass du es musst, auch wenn deine Eltern es nie direkt von dir gefordert haben. In Cliffsbane hast du dir schnell einen gewissen Freundeskreis aufgebaut. Gerade deine besonnene und oft gut gelaunte Art kommt gut an. Du weißt, wann es darauf ankommt ernst zu sein und zu bleiben. Du hast bewiesen, dass du das Zeug zum Anführen hast, weshalb du auch in deinem Seniorjahr zur Schwadronsführung ernannt wurdest. Stolz hast du deinen Eltern davon erzählt und dir vorgenommen noch besser auf dein Schwadron aufzupassen.
10 Ingameposts | 21.08.2025, 14:06
Cliffsbane Akademie
gespielt von Lini
23 Jahre
Reiter
Müde Augen blicken dir aus dem Spiegel entgegen. Müde Augen, die nie dafür bestimmt waren, in diesem Teil des Basgiath War Colleges zu sein und dennoch hast du es irgendwie geschafft sogar bis zum 3. Jahr zu überleben. Du warst nie bestimmt dafür, ein Kämpfer zu werden, sondern ein Heiler. Du hattest dich darauf vorbereitet und von deiner Mom gelernt, wie man Anderen helfen und ihre Leiden lindern konnte. Du hattest so vieles darüber gelernt, wie man heilte, aber nie darüber, wie man kämpfte und tötete. Das musstest du alles selbst erlernen, wenn du nicht sterben wolltest. Ohne je etwas damit zu tun gehabt zu haben, wurdest du durch die Rebellion gezeichnet, an der deine Eltern beteiligt gewesen waren. Ohne es zu wollen, musstest du bei der Hinrichtung deiner Eltern und deines Bruders zusehen. Bilder die sich in dein Gedächtnis eingebrannt hatten. Ohne es zu wollen, wurdest du von deinen Geschwistern getrennt und ihr musstet die Jahre bis zum Basgiath War College alleine überstehen, da ihr nicht einmal Kontakt miteinander haben durftet.
Dein Weg führte dich zu einer Herzogfamilie in Elsum. Weit weg von deinem zu Hause und in eine fremde Familie, die dich nicht wollte, aber aus Regimtreue aufgenommen hatte. Du hattest versucht dich irgendwie einzufinden, ihnen zu helfen und keine Last darzustellen. Allerdings war deine bloße Existenz für sie eine Last. Deshalb wurdest du mehr wie ein Diener behandelt, als wie ein Pflegekind, womit du dich abgefunden hattest. Allerdings wolltest du dich nicht damit abfinden, dass du wegen den Vergehen anderer sterben solltest in einem Quadranten dem du nie beitreten wolltest. Aber du hast versucht dich darauf weitestgehend vorzubereiten, so gut es irgendwie ging. Im Geheimen hattest du die Gerätschaften der Tochter des Hauses benutzt, die sich selbst auf den Reiterquadranten vorbereitet hatte. Somit konntest du dich zumindest etwas darauf vorbereiten, nicht sofort zu sterben, kaum, dass du deinen ersten Fuß auf den Viadukt gesetzt hattest. Vermutlich hatte man dir nicht zugetraut, dass du überleben würdest, dass du sogar so lange überleben würdest. Nach dem Viadukt hast du sogar irgendwie den Gauntlet geschafft, wobei dabei wohl mehr Glück reingespielt hatte. In dem Übungen warst du nämlich immer kläglich gescheitert, bis du es dann doch geschafft hattest. Bei der Präsentation ist dir ein grüner Drache sofort ins Auge gesprungen. Die blassgrünen Schuppen hättest du wohl überall erkannt, denn es war der Drache deines Vaters, der offenbar wieder bereit war sich neu zu binden. Gespannt hattest du beobachtet, wen er wohl binden würde, bis er schlussendlich beim Dreschen vor dir stand und dir offenbarte, dass er dich erwählt hatte. Überraschung hatte dich durchflutet und tatsächlich etwas Hoffnung, dass du doch das Ganze überleben könntest, jetzt, wo sich ein Drache für dich entschieden hatte. Die Bindung zu Vark gab dir eine Menge Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu überleben, stärker zu werden und nicht nur als Prügelknabe zu fungieren. Erst nach dem Dreschen hattest du dich mehr und mehr mit anderen Gezeichneten beschäftigt und am Ende deines ersten Jahres weihte dein Drache dich in alles ein. Das Wissen machte dir Angst und zugleich sorgte es dafür, dass du ein Sinn darin gesehen hattest weiter zu machen und, dass deine Eltern und dein Bruder nicht umsonst gestorben waren. Mittlerweile bist du selbst in der Rebellion verwoben, sogar im Schmuggel involviert und vielleicht fühlst du dich zum ersten Mal zugehörig. Auch wenn es bedeutete, dass du vor deinen engsten Personen Geheimnisse wahren musstest, um sie zu schützen.
19 Ingameposts | 23.04.2025, 17:33
Basgiath War College
gespielt von Maj
34 Jahre
Schriftgelehrter
Vizekommandeur von Samara… mit einem Blick auf die militärisch-biographischen Daten erstaunt, dass Domacrydhan Nergal diesen Rang und Titel trägt. Ist er mit 34 Jahren doch recht jung für diesen Posten. Ist er als Schriftgelehrter doch nicht die typische Wahl in einem System, das in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Drachenreiter in Führungspositionen kennt. Standortkommandeure sind oft genug stille Posten, die – so notwendig sie sind – wenig Aufmerksamkeit erregen.
Doch es gibt zwei Gründe, aus denen heraus Domacrydhan aus dieser Stille ausbricht. Der eine Grund liegt in seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Es ist nicht zu übersehen, dass Domacrydhan einen adeligen, vermögenden Hintergrund hat (und seine Familie es nicht auf dem Status Quo belassen möchte). Er liebt Luxus und ist daran gewöhnt, dass Menschen ihm zur Verfügung stehen. Diese betrachtet und behandelt Domacrydhan oftmals nicht ausgehend von ihrer Persönlichkeit, sondern von dem Ziel, das es zu erreichen gilt. Das macht ihn auf persönlicher Ebene kalt und manchmal gar schwer zu ertragen, wenn Provokation sein Ansatz ist, mehr Leistung heraufzubeschwören. Aus militärischer Sicht macht es ihn effizient und geeignet dafür, stellvertretend einen Standort zu organisieren und in das Wissen um die Veneniexistenz eingeweiht zu sein. Zwei Geschwister und ein (selbstgewähltes) Zuhause haben das Leben und der Krieg ihm bereits genommen und auch Teile seines Hörvermögens und Gleichgewichtssinns eingefordert. Dass er sich von letzterem nicht einschränken lassen will, hat seine Risikobereitschaft in körperlicher und… moralischer Hinsicht erhöht. Was offiziell nur durch den Besitz eines Bordells auffällt, reicht weit tiefer in die Kriminalität hinein. Dass sich ersteres – seit seinem 6. Lebensjahr in unterschiedlicher Frequenz – wiederholt, hat Domacrydhans Umgang mit Menschen definiert. Er wahrt gleichermaßen erhöhte Distanz und begegnet vielem gleichgültig und nimmt Menschen und ihre emotionale Verbindung zueinander ausgesprochen wichtig. Der andere Grund liegt in dem Standort, für den Domacrydhan stellvertretende Verantwortung trägt: Fast alle Reiter einer Staffel sind durch einen poromischen Angriff ums Leben gekommen. Dass der eigene Einsatz von Sumerton ausging, spielt nur geringfügig eine Rolle, denn für die Öffentlichkeit es ist Samara, wo nun eine Staffel neu aufgebaut und konzipiert wird. Für die militärische Führung ist es Samara, von wo aus jene Reiter desertiert sind, die offiziell als tot gelten. Das ist ein Unglück samt einer möglichen Sicherheitslücke, für die Domacrydhan zwar nicht zur Verantwortung gezogen wird – aber doch beweisen sollte: Es wird keine Wiederholung geben.
13 Ingameposts | 31.03.2025, 21:51
Militär Navarre
gespielt von Maj
39 Jahre
Artillerist
Sind wir Menschen, weil wir in die Sterne schauen, oder schauen wir in die Sterne, weil wir Menschen sind?
Es sind Fragen wie diese, die des Nachts über die Lippen von Kiéran Seravell fließen, kommt man in die Situation, ihn bei seiner Lieblingstätigkeit zu erleben: Irgendwo im Freien den Blick zu den Sternen zu erheben. Es ist ihr Stand aus dem heraus Kiéran seine eigene Position und Richtung ermitteln kann – jedoch bloß in tatsächlich geographischer Hinsicht. Spiritualität liegt Kiéran zwar nicht vollkommen fern, doch vor allem sind es Philosophie und Wissenschaft, die ihn interessieren. Die Fragen nach einem Wie oder einem Warum treiben ihn von klein auf an. Und immer schien sein privates Umfeld zu wenig Antworten und zu wenig Möglichkeiten zu bieten. In die elterlichen Fußstapfen ist Kiéran daher nicht getreten, sondern hat sich auch über den Wehrdienst hinaus dem Militär verpflichtet. Als Artillerist mit einem Schwerpunkt in Konstruktion und Entwicklung ist er seit gut 15 Jahren in der Hauptstadt Krovlas stationiert. Hier in Draithus war er vor allem im Schiffsbau tätig, war nicht nur mit deren grundsätzlichem Aufbau beschäftigt, sondern auch mit Elementen der Innenausstattung und Bewaffnung. Die Situation einer gut ausgestatteten Werft und hinreichend großen Deadlines hat für Kiéran jedoch längst ihren Reiz verloren. Es sind größere Herausforderungen, nach denen er strebt und denen er ab jetzt als Captain der Artillerie auf der Darakor begegnen wird. Verantwortung für die anderen Besatzungsmitglieder seines Quintanten trägt er damit ebenso, wie für die schwimmende Heimat der gesamten Crew. Kurzfristiges Handeln unter mangelnden Ressourcen wird dadurch Teil seines neuen Alltags und es ist ein Lächeln, mit dem Kiéran solchen Stresssituationen entgegen sieht. Und das wohl selbst in den Momenten auf seinen Lippen oder in seiner Stimme liegen wird. Ruhig – aber bestimmt – zu bleiben, liegt Kiéran. Und womöglich sind es die Nächte unter Sternen, die ihm die Kraft dafür geben. Auf dem Meer, ohne Lichtverschmutzung, kann die Aussicht darauf schließlich nur besser werden; auch wenn Kiéran gar keine Antwort auf die angeblich schwerere Frage sucht: Schauen die Sterne denn zurück?
6 Ingameposts | 30.08.2025, 20:32
Militär Poromiel
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch. Hast getötet, tust es heut noch. Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
7 Ingameposts | 21.04.2025, 12:09
Militär Navarre
gespielt von Berrie
24 Jahre
Fliegerin
Kleine Finger tasten nach trockenem Brot. Hunger. Dein Magen ist leer und knurrt. Bist nicht die einzige. Wenn du dich umschaust, siehst du in eingefallene Gesichter. Siehst in braune Augen und in – blaue. Grün, gelb, lila färbt sich die Haut, das Auge mittlerweile abgeschwollen. Die Haut über deinen Knöcheln nicht mehr rot, nicht mehr eingerissen. Rau ist sie geblieben. Wird sie immer sein. Schmeckst auf der Zunge den Geschmack unverdauter Wörter. Duckst dich unter einem Versuch, dich von den Beinen zu ziehen, hindurch. Bis du groß genug bist, nicht mehr ausweichen zu müssen, sondern selbst die zu sein, die ausholt. Als du noch klein warst, hast du geträumt; von einem anderen Leben. Von einem, in dem kein Wasser durch das morsche Dach tropft. Von einem, in dem du ein eigenes Bett, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hättest. Von einem, das besser zu
Hast nie gedacht, egoistisch zu sein. Hast gestohlen, dich geschlagen, dir Veilchen und Ärger eingehandelt, aber nie für dich. Immer für euch. Jetzt klebt’s an dir, das schlechte Gewissen. Weil deine Entscheidung bedeutet, nie mehr zurückgehen zu können. Wolltest dir einmal im Leben beweisen, dass es da draußen was nur für dich gibt. Dass sich jemand nur für dich entscheidet. Und hattest so unerwartet recht, dass du gar nicht wusstest, wie damit umzugehen. Du wolltest einen Bund und den hast du jetzt. Für ein ganzes Leben. Macht dir in stillen Momenten Angst, diese Verantwortung. Hast nie darum gebeten, sie haben zu müssen, aber – irgendjemand muss. Irgendjemand muss für sie stark sein. Irgendjemand muss sie beschützen. Irgendjemand muss für sie einstehen. Du bist stark, du beschützt, du stehst ein. Nicht nur für dich und deinen neuen Bund, sondern für alle, die’s (noch) nicht (selbst) können. Glänzt mittlerweile das Abzeichen an deiner Uniform, fragst du dich, warum. Du trägst keinen bedeutungsschweren Namen. Sind keine großen Fußabdrücke, in die du rutschen könntest. Eine Vielzahl nicht weniger geeigneter Kameraden und Kameradinnen in deinem Rücken. Und doch bist du’s. Du. Hast den Rang nicht um des Ranges wegen, hast die Verantwortung nicht der Verantwortung wegen, profilisiert dich weder über Abzeichen noch die Menge gewonnener Kämpfe. Bist nicht die schlauste, nicht die größte, nicht die stärkste; in vielem Mittelmaß, in vielem anders als die Norm. Du weißt nicht, wohin der Weg dich führt, hast keine klare Linie vor Augen, hegst keine Ambition, eine Leiter hinaufzusteigen, deren Ende du nicht kennst. Gibt nur eins, was du weißt: Über- und Leben ist (d)ein Gebot. Nicht du. Sondern sie alle. Bist nicht hier, um Krieg zu spielen. Dein Blick für sie nie verblasst, ist es womöglich genau das, was dich für deine Rolle qualifiziert. Dein Bewusstsein für sie. Für ihrer aller Leben. Und deine Bereitschaft, genau das sichern, statt um des Konflikts Willen Leben nehmen zu wollen.
3 Ingameposts | 31.07.2025, 11:55
Cliffsbane Akademie
gespielt von Lia
20 Jahre
Reiterin
Mama streicht dir über's Haar – « Du riechst nach Sonne. », sagt sie immer, und du trägst die Sonne auch in dir. Egal, durch welche Tür du gehst, der Raum dahinter wird ein bisschen heller und wärmer, und du steckst an. Mit einem Lächeln, das auf deinen Lippen noch nie gestorben ist, und der hellen, freundlichen Stimme. Das laute « Hallo », das du nie zurückhalten kannst, und das in die Arme fallen deiner Freunde. «Du hast noch nie geweint», sagt Papa und schüttelt dabei lachend den Kopf. Du grinst so breit und hebst die Arme hoch, zeigst, wie stark du bist, und prustest los.
Am Esstisch am Abend lachen sie alle mit dir mit. « Das ist ansteckend. », sagt Osyar, und du siehst, wie er versucht, das kleine Schmunzeln in den Mundwinkeln zu verbergen. Wie er sich beherrschen will und die Fäuste unter dem Tisch auf seinen Knien über die Hose reibt. Innerlich zählst du fünf, vier, drei, zwei – dann piekst du ihm in den Bauch und er bricht ein. Die strenge Miene wird ein Lachen, und das wird mit jeder Sekunde ein bisschen breiter. Abends im Bett wird es ein bisschen stiller, ein bisschen ruhiger auch um dich. Da wird das Herz langsamer, das Lächeln verblasst, aber man sieht die Sonne noch immer in deinen Augen. Nyarume riecht für dich nach Nacht – nach Ruhe und nach Sternen. Ein bisschen nach dem Mond, und wenn ihr euch mit den Köpfen ans Fenster legt, könnt ihr sehen, wie der Himmel und die Welt ein wenig erleuchtet werden. Als wäre er eine schüchterne Sonne, ein bisschen weniger intensiv, ein bisschen weniger viel. (Ein bisschen weniger wie du.) Was du heute keinem sagst: Du hast geweint. An dem Tag bevor du die ersten Schritte auf dem Viadukt gemacht hast (und so viel Angst gehabt hast), aber das hast du dir vor keinem anmerken lassen. Da ist noch immer dieses Lachen auf deinen Lippen, ein paar Sonnenstrahlen im Gesicht, die gegen den Regen und Nebel gekämpft haben. Die jedem Stolperstein und jedem, der Reiter werden will und dich angesehen hat, wegen diesem Mal getrotzt haben. Du hast dir selber auf die Schulter geklopft, in deinem Kopf ein « Du kannst das. Du. Kannst. Das. », und dann hast du das gemacht. Viel zu klein, ein bisschen zu viel und viel zu schwach. Und trotzdem hast du’s genau hierhin geschafft – über den Viadukt. Was du auch keinem sagst. Du vergisst (du versucht zu vergessen) welche Seiten Lior in deinem Buch deines Lebens beschriftet hat. Was er zu dir gesagt hat (und wie dich das geprägt hat). Du willst manchmal weinen, aber dann kannst du nicht. Und du hast Angst vor dem Dreschen. Du hast Angst, dass deine Schwester und dein Bruder eine zweite Sonne verlieren, nachdem die erste nie mehr aufgehen wird. Für beide willst du weiter brennen; scheinen; hell sein. Was du niemals laut sagen wirst. Du bist stolz. Stolz auf deine Eltern und das, wofür sie standen und das, was sie gemacht haben. Der Stolz frisst sich durch deinen ganzen Körper, vermischt sich mit der Trauer und der Angst. In dir drin ein ganzes Chaos an Gefühlen; viele lose Schnüre an denen du so doll festhälst. So vieles, was du dich nicht traust zu sagen und so vieles, was du dich nichtmal traust mit deinen Geschwistern zu teilen. Die Gedanken an deine Eltern. An Familie und die letzten Reste (von euch und dir), die euch (und dir) geblieben sind.
8 Ingameposts | 22.09.2025, 21:36
Basgiath War College
gespielt von lia
23 Jahre
Reiter
Unter deinen nackten Füßen auf dem rauen Holz spürst du jede deiner Gewichtsverlagerungen – das sanfte vor und zurückwippen, wie du dich mit deinen kleinen Fingern an der Fensterbank festhältst und mit deiner Nasenspitze grade so über den Fensterrahmen schauen kannst und wartest. Du wartest schon den ganzen Tag, du bist grade einmal sechs Jahre alt und wartest jeden Tag das Papa nachhause kommt. Ohne dass du genau das Gesicht unter dem schweren Reiterleder erkennen kannst, siehst du am Gang, dass er es ist und springst zur Tür. Dann passiert ein Ablauf aus Dingen, die sich seit deiner Geburt anfühlen als seien sie in Stein gemeißelt.
Tür geht auf; Papa kommt rein. Schwere Stiefel auf dem knarzenden Boden, dann fällt die Tür ins Schloss und du siehst seinen Rücken, bis er sich umdreht. Die Lippen mürrig verzogen zieht er sich die Stiefel von den Schuhen und dann (erst dann) schaut er dich an. Du schaust hoch (wie immer) und er lächelt schwach, dann geht er in die Hocke und breitet die Arme aus, du fällst hinein und lässt dich von ihm tragen und denkst dir dass sich Fliegen auf einem Drachen genauso anfühlen muss (nur eben noch viel größer und höher). Heute ist eben so viel größer und höher; heute schaust du nicht mehr mit deiner Nasenspitze über die Fensterbank auf verschneite Wege und wartest. Heute sitzt du auf 8.74 meterhoher roter Wut, spürst den Wind der dir ins Gesicht schneidet und Leder dass sich in deine Haut frisst. Alles was an den kleinen Jungen, der auf Zehenspitzen stehend am Fenster auf Papa wartet, erinnert, ist der Siegelring an deinem Finger und der Name, den du mit ganz schön viel (viel zu viel) Stolz trägst und damit, und der ganzen Wut in deinem Bauch, Schneisen in Basgiath schlägst, die vor allem die zu spüren bekommen, denen du vor lauter Hass nicht mal ins Gesicht schauen kannst. Keine Freunde; aber Feinde. In jedem Gesicht der Gezeichneten siehst du die letzten Erinnerungen an deinen toten, kleinen Bruder und du willst sie alle brennen sehen.
13 Ingameposts | 22.06.2025, 20:31
Basgiath War College
gespielt von Berrie
37 Jahre
Sonstige
Deine Seele – brennt. Lichterloh. Da ist Feuer – in dir, an dir. Leckt an deinen Wunden, hinterlässt Narben, dickes Gewebe auf deiner Haut. Da, wo noch keine sind. Da, wo das Leben dich noch nicht gezeichnet hat. Sind nicht mehr viele Flächen frei davon. Überall, egal, wohin du gehst, hinterlässt du sie: verbrannte Erde. Zu deinen Füßen, als wären sie Teil deiner Identität, die Flammen. Als würden sie nicht nur in deinem Kopf züngeln und lodern. Ist keine Magie, die in dir pulsiert. Nur der Wahnsinn. Eine Vorstufe davon oder zwei. Bist ihm noch nicht verfallen, nicht ganz. Glaubst du. Kannst die Finger nicht danach strecken, kannst sie nur in Wunden legen, den Finger drehen, selbst welche zufügen und doch nicht reflektieren, wie verwundet du bist. Dass du dein Leid wie eine zweite Haut trägst, als Maske, immer dann, wenn du in den Spiegel blickst und – nicht sicher bist, was du siehst. Wen du siehst. Ist nicht mehr die Frau, die du warst. Ist jeden Tag eine andere. Amora, glaubst du, ist vor sechs Jahren gestorben. Amora, glaubst du, hat irgendwann gelebt. Ein gutes Leben gar. Heute, glaubst du, ist nicht mehr viel übrig von ihr. Oder: hundert neue Facetten, jeden Tag eine mehr. Heute, glaubst du, wird nicht sein wie gestern, nicht wie morgen. Heute fordert dich, aufstehen fordert dich, überleben fordert dich. Jeden Tag ein Stück vorankommen. Wär einfach, den Kopf in den Sand zu stecken. Aufzugeben. Wär einfach, diesen einen Schritt zu weit zu gehen. Den Abgrund unter deinem Fuß zu spüren, die gähnende Leere, die du in dir schon seit Jahren fühlst. Stattdessen: nicht diese Leere, sondern eine andere, an die du dich klammerst. Gehst zu weit, immer, immer wieder einen Schritt zu weit, diesen, den es braucht, um den Kick zu spüren. Um irgendetwas zu spüren. Meistens: Adrenalin. Ist pathologisch, krankhaft, was du brauchst, was du suchst. Die Sucht nach mehr ist so laut, dass sie die Finger des Todes, die sich nach dir recken, lauthals übertönt. Ihr mancher Tage doch die Hand reicht, wenn du nur knapp dem Angriff entgangen bist. Wenn die Klinge nur knapp deine Lunge verfehlt hat. Wenn die Hand um deinen Hals nur knapp den dringlich geforderten Sauerstoff freigibt. Du schrammst am Leben nicht weniger knapp vorbei, wie am Tod. Hast Maleks Schwelle so oft betreten – und lernst doch nicht. Lernst nur, dass du das brauchst. Weil dich der Anblick von (deinem möglichen) Tod so lebendig fühlen lässt, wie nichts sonst. Glaubst du. Sicher weißt du nichts. Nicht, ob das Gesicht in deinem Spiegelbild morgen noch dasselbe sein würde. Ob es ein ‘morgen’ überhaupt gäbe, für dich. Oder ob ‘heute’ an Maleks Hand endet. Und der Wahnsinn, der so eindringlich an deiner Seele nagt, nicht doch noch siegen würde. Über das kleine Quäntchen Verstand, das dir erhalten geblieben ist. In Trauer. In Wut. In Einsamkeit.
9 Ingameposts | 12.05.2025, 08:18
Zivil Poromiel
gespielt von Berrie
22 Jahre
Reiter
Die Geschichten erzählen von großen Legenden, von den Ersten Sechs, von Namen, von Opfern, von Heldenmut und Heldentaten. Du, du aber: du bist keiner. Hast niemals einer sein sollen. Kein Held, keine Legende, kein Name. Hättest keine Opfer bringen, keinen Heldenmut beweisen müssen. Träumst von Frieden, von einer Zukunft ohne Krieg und Gewalt, von Familie, von Kindern, von blauem Himmel, von Lachen und von Weinen, vor Glück, vor Trauer, weil das Alter dein Feind ist – nicht die Klinge, nicht das Blut. Deine Träume sind laut, hätten dich tragen sollen, geleiten sollen durch dein Leben. Sie sind geblieben, was sie waren: Träume. Und du nur ein Träumer, gefangen in der Realität. Dein Feuer glüht, glimmt leise vor sich hin, ist nicht laut oder aufdringlich, weil du’s nicht bist. Deine Trauer schwappt über deine Füße, zieht sich zurück, reißt alles mit sich und ist doch nicht laut, oder aufdringlich, weil du’s nicht bist. Deine Tränen sind stumme. Das Haus, das du einst ein Zuhause nanntest: zerstört. Die Menschen, die du einst Familie nanntest: verbrannt. Weggerissen wurde dir dein Halt, deine Heimat, alles, was du je als deine Identität wahrgenommen hattest. Wurdest dir selbst überlassen, dir und einem neuen Haus und Menschen, die dir weder Zuhause noch Familie waren. Früher. Heute betrachtest du die Welt aus einem anderen Blickwinkel. Hast es gelernt, musstest es, weil Aufgeben nie eine Option war. Da ist keine rasende Wut in dir, kein Hass, kein Brand, der unter sich nur noch Asche zurücklässt. Nur die Form von Melancholie in deinem Blick, den die wenigsten erkennen wollen. Weil es leichter ist, sich von deinem Lachen anstecken zu lassen. Davon, welche Leichtigkeit du versprühst, wie unkompliziert es ist – wie nett du bist.
Ist fast leicht, zu vergessen, dass das Mal deinen Arm hinaufragt. Dass es dein Handgelenk umschließt und von einer Vergangenheit erzählt, die dir buchstäblich auf den Leib geschneidert wurde. Von einer, nach der du nie gefragt wurdest und die dich doch schon immer begleitet. Geschichten, die nie bloß das waren: Geschichten. Von Legenden, von Namen und Opfern, von Heldenmut und Heldentaten. Nie von dir. Nur von (d)einer Rolle darin. Deine Vergangenheit ist laut und leise, zeitgleich, beides. Schreit dein Umfeld an, während du nur schweigst und dieses Lächeln trägst, diese Lieder singst, die Finger über die Klaviertasten gleiten lässt. Passt nicht zu dir, nicht wirklich – und doch ziemlich perfekt: du bist sanft. Groß und grobschlächtig deine Statur und warm und weich im Herzen. Passt nicht in den Quadranten, nicht wirklich. Reiter sein fordert von dir, alles zu sein, was man dir zuschreibt. Alles zu sein, was du gar nicht sein willst. Der Hammer in deiner Hand fühlt sich falsch an, als würde sein Griff deine Handflächen verätzen. Willst ihn los- und fallenlassen, willst alles hier hinter dir lassen; und doch nicht. Weil du so nicht bist. Weil du sanft und weich und warm im Herzen bist, weil du nie – niemals – Leid anderer in Kauf nehmen kannst. Und willst. Ist keine Frage des Obs: ob du alles, was du hasst zu sein, trotzdem bist, um jene zu schützen, die es entweder selbst nicht können oder, deren Verlust du schlicht nicht ertragen könntest. Ist immer ein Ja, weil Einsamkeit dein Tod ist. Weil ‘Verlust’ sich in deine Seele geschrieben hat, Narben hinterlassen hat, keinen Platz mehr übrig lässt für mehr. Für mehr Verlust. Für mehr Einsamkeit. Für mehr Trauer. Für mehr Tränen, die du stumm weinst. Du bist kein Held. Hast niemals einer sein wollen. Aber vielleicht – ganz – vielleicht, ist da doch ein kleines bisschen Held in dir. In dir und deinem sanften Herz.
37 Ingameposts | 13.04.2025, 17:07
Basgiath War College
gespielt von Berrie
31 Jahre
Reiter
In deinen Adern fließt blaues Blut, der goldene Löffel steht dir per Geburtsrecht zu. Bist der Erste deines Namens, Sohn des großen Königs - und doch nur einer von vielen. Gibt ein ganzes Dutzend von dir; von Miniaturversionen des großen Herrschers. Ihr seid die Abziehbilder eures Vaters, hochgewachsen, blaue Augen, braunes Haar und doch ist der Thron dir ferner als jemals zuvor. Gibt ungefähr eine Million Dinge, die auf deiner “Im Leben einmal gemacht haben”-Liste vor den königlichen Audizien stehen, für die du dich mehr interessierst als höfische Etikette, rauschende Feste mit dem Adel und den jungen Damen, die in von Rüschen besetzten Kleidern an deiner Hand über das Parkett geführt werden. Bist mehr so der Pragmatiker unter deinen Geschwistern, musst etwas mit der Hand machen und fühlen um zu wissen, dass du was geschafft hast. Dass dir drei andere, verantwortungsvollere, weisere Kinder voraus sind - und auch schon selbst Kinder mit Anspruch auf den Thron haben - macht’s dir in deiner Position ziemlich leicht. War ein kleiner (großer) Schock, als du über den Viadukt spaziert bist, wie noch kein Königsanwärter zuvor. Aber du machst dir nichts vor; hast es sowieso noch nie: bis du in den Genuss der Regierungsbildung kommst, muss es schon mit den Göttern zugehen. Da war’s schon deutlich wahrscheinlicher, dass Pon dich beim Dreschen als saftiges Barbeque zubereitet, aber zu euer beider Glück, sitzt du nun seit guten zehn Jahren lieber auf seinem Rücken, als in seinem dritten Magen verdaut zu werden. Glück ist etwas, von dem du lange Zeit dachtest, es gepachtet zu haben. Warst nie mittellos, hast keinen Hunger gelitten, die besten Lehrer:innen haben für die notwendige Bildung gesorgt. Gut, die leidigen Feste waren nie so deins, aber seit deine Verlobte den Schnuller gegen Wein getauscht hat und dir mittlerweile sogar echt ans Herz gewachsen ist, ist auch das erträglich. Du hast so viel Glück, das dir die längste Zeit deines Lebens quasi selbstverständlich vorkam. Glück, das andere nicht haben. Manchmal beschleicht dich der Gedanke, ob es im Universum nur ein spezielles Maß an Glück gab und du deines mit dem der anderen anreichern würdest. Spätestens, als du das erste Mal in die roten, seelenlosen Augen geblickt hattest, wusstest du: das Glück ist dieser Tage niemandem mehr hold. War gar nicht deine Aufgabe, davon zu wissen. War das Los deines ältesten Bruders, eines Tages darüber zu befinden, wie viel die hiesige Bevölkerung von diesem Umstand wissen sollte. Bist doch nur einer von vielen Abziehbildern der royalen Familie, bist doch nur der dritte Sohn ohne realistischen Anspruch auf den Thron. Hättest doch einfach dein Leben in Ruhe und voller Glück leben können. Hättest weiter den Frieden gefeiert und beim Humpen Bier gelobpreist. Wäre doch da nicht nur das kleine Wörtchen “wenn”.
26 Ingameposts | 08.02.2025, 15:11
Militär Navarre
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